Die walisischen Modern Metaller BULLET FOR MY VALENTINE haben den ersten Teil einer Reige von "Making Of"-Videos zu ihrem neuen Album "Gravity" veröffentlicht.

Die portugiesischen Black Metaller MOONSPELL haben einen Live-Clip von ihrem Song "Alma Mater" ins Netz gestellt.

Teutonenstahl-Veteran Udo Dirkschneider hat ein EPK, ergo einen Trailer, zum neuen Album seiner Band U.D.O. ins Netz gestellt.

Die Saarländer Power Metaller POWERWOLF haben ein Video zu ihrem Song "Fire & Forgive" online gestellt.

Das Allstar-Projekt METAL ALLEGIANCE, an dem u.a. TESTAMENT-Gitarrist Alex Skolnick, der ehemalige DREAM THEATER-Drummer Mike Portnoy und MEGADETH-Bassist Dave Ellefson beteiligt sind, wird am 7. September ein neues Album mit dem Titel "Volume II - Power Drunk Majesty" veröffentlichen.

Die Hard Rock-Supergroup THE DEAD DASIES, in der u.a. ehemalige Mitglieder von MÖTLEY CRÜE, WHITESNAKE und JOURNEY versammelt sind, hat ein Video zu ihrem Song "Dead And Gone" veröffentlicht.

HomeInterviewsMonument – Dan über harte Arbeit und den Durchbruch
Ein 2018er Foto der Band Monument

Monument – Dan über harte Arbeit und den Durchbruch

Ein 2018er Foto der Band Monument

Foto: Monument

 

Dass die britischen Heavy Metal-Überflieger MONUMENT echte Arbeitstiere sind, wird bei einem Blick auf ihr bisheriges Schaffen sofort deutlich: Drei Alben und eine EP in sieben Jahren inklusive unermüdlichem Touren sprechen eine deutliche Sprache. Auch 2018 scheint der einzig mögliche Weg für die Burschen aus London nach oben zu führen, denn MONUMENT treten in diesem Jahr auf so ziemlich allen namhaften Festivalbühnen Europas in Erscheinung. Grund dafür ist die Veröffentlichung ihres neuen Albums „Hellhound“, was uns wiederum dazu veranlasst hat, das Gespräch mit ihrem Gitarristen Dan Baune zu suchen.

 

Hallo Dan und vielen Dank für Deine Zeit! Das neue MONUMENT-Album ist seit wenigen Wochen erhältlich – bist Du mit den bisherigen Reaktionen zufrieden?

Ja natürlich, sehr zufrieden! In den Deutsche Top 100 Album Charts eingestiegen zu sein ist für uns auf jeden Fall schon mal ein Riesenerfolg! Na klar gibt es immer welche, denen es nicht gefällt, aber sowas lässt sich eben leider nicht vermeiden. Ich glaube wir haben viel gewagt auf diesem neuen Album und es hat sich bezahlt gemacht, da es den Leuten anscheinend sehr gefällt!

 

„Hellhound“ ist Euer inzwischen drittes Album – ist das immer noch die „Make It Or Breakt It“-Platte einer Band? Hattet Ihr das Gefühl, dass diesmal mehr Druck auf Euch lastet?

Ja, ich denke schon, dass das noch so ist. Nicht unbedingt im Sinne des Songwritings oder sowas. Da ist das Zweite am schwierigsten. Du hast Dein ganzes Leben lang Zeit das erste zu schreiben, und auf einmal sollst du in zwölf Monaten wieder ins Studio gehen und was noch besseres liefern [lacht], das ist der Druck bei der zweiten Platte. Bei der Dritten ist es etwas anders, da sind viele Augen schon auf die Band gerichtet und es müssen viele Erwartungen erfüllt werden, vom Label und der Presse bis hin zum inzwischen internationalen Publikum der Band. Wenn Deine CD bei Saturn und Media Markt auf dem Regal steht ist das eben doch nochmal was anderes, als wenn Du nur von den Leuten Feedback bekommst, die sowieso Deine Band mögen und zu Dir aufs Konzert kommen. Mal abgesehen davon, denke ich auf jeden Fall, dass dieses unser „Make Or Break“-Jahr wird. Wir haben durch die unglaublich tolle Arbeit unseres Labels ROAR!, unseres Managers Akis und unserer Booking Agentur Continental Concerts ein paar unglaubliche Festivals für den Sommer 2018 gelandet. Da heißt es jetzt 200% Gas geben und immer das Beste vom Besten liefern. Da darf man sich keine Fehler erlauben, es muss organisatorisch alles sitzen, wie bei der sprichwörtlichen „Gut geölten Maschine“. Nur ist diese Maschine eben relativ neu, es sind neue Leute dabei und es wird noch fleißig getestet haha.

 

Wie würdest Du „Hellhound“ beschreiben und wo siehst Du Unterschiede zu Euren bisherigen Alben?

Wir wollten diesmal ein viel organischeres Album machen, wo die Leute wirklich mal den Geist der Band, so wie sie live klingt, vor sich haben. Ich glaube, das haben wir ganz gut geschafft! Es kommen die verschiedenen Charaktere der individuellen Bandmitglieder viel besser zum Vorschein als früher. Das Ding mit moderner Produktion ist eben, dass sie auch vieles versteckt. Ich liebe die ersten zwei Alben, aber das neue ist einfach ehrlicher und menschlicher. Vor allem vom Bass und Gitarrensound haben wir uns auch ständig weiterentwickelt, vieles probiert und sind jetzt sehr zufrieden mit dem Ergebnis [was nicht heißen soll, dass es in Zukunft nicht noch besser geht]. Soviel zum Sound und zur Produktion. Vom Songwriting her haben wir sagen wir mal zur Hälfte das typisch knallende MONUMENT-Material für die Fans geliefert und auf der anderen Hälfte der Platte sind wir ein paar Wagnisse eingegangen. Wir haben ein paar einfachere, rockige Nummern gebracht, die live einfach total gut abgehen und perfekt zum mitsingen und headbangen sind. Dann gibt’s noch eine Nummer, die mehr in die Power Metal-Ecke gehören könnte und ein paar Dinge, die etwas düsterer sind, als man es von uns gewohnt ist. Also mehr Kontrast, mehr Licht und Schatten auf diesem Album! Dafür haben wir dann so Sachen wie ein Instrumental oder eine Ballade weggelassen, die wir bei den ersten 2 Alben hatten. Mal sehen, ob die Leute sie vermissen, dann kommen die in Zukunft vielleicht wieder mit in den Pott!

 

Wie liefen die Aufnahmen zu „Hellhound“ ab? Habt Ihr irgendetwas bewusst anders gemacht und wenn ja, warum?

Ja, haben wir mit Sicherheit. Wir haben uns dieses mal einfach mehr Zeit genommen, vor allem mit dem Gitarrenton. Wir wollten dieses mal nichts re-ampen oder sowas, sondern wirklich den Sound so, wie er uns gedanklich vorschwebt, direkt am Verstärker produzieren und aufnehmen, nicht viel schnibbeln und hinterher am Computer rumdoktern. Ansonsten habe ich persönlich eben auch viel mehr gemacht als früher, bis auf Schlagzeug habe ich alle Aufnahmen selber gemacht und editiert. Beim Schlagzeug war ich auch immer dabei und habe sichergestellt, dass von Anfang an alles stimmt und wir keine Kompromisse eingehen. Ohne harte Arbeit geht’s eben leider nicht, man muss mit Geduld und Verstand immer 100% dabei sein, um ein gutes Ergebnis zu erlangen. Das ist meine Philosophie!

 

Mit „William Kidd“ habt Ihr einen eher untypischen Opener gewählt, zumal die Nummer so gar nicht nach britischem Metal und dafür mehr nach RUNNING WILD klingt. Wie kam es zu dem Song?

Hehe ja, also zu der Reihenfolge der Songs kann ich leider nicht viel sagen, die wählt hinterher das Label aus. War komplett anders, als ich mir das Ganze vorgestellt hatte, aber ich muss gestehen, im Nachhinein mag ich die Reihenfolge total und das Album macht von vorne bis hinten einfach nur Spaß, ohne irgendwo an Dynamik zu verlieren. Zu „William Kidd“ muss ich vielleicht mal aufs letzte Album zurück blicken. Da sind wir mit dem Song „Lionheart“ ein ähnliches Wagnis eingegangen, der war für uns einfach nur mehr eine spaßige Nummer, die wir gerne spielen aber die vielleicht nicht besonders gut bei allen Fans ankommt. Aber dann stellte sich genau das Gegenteil heraus, nämlich, dass die Leute diesen „nicht ganz so ernsten“ Song total mögen, deswegen haben wir damals ja auch nach der Veröffentlichung des Albums ein Video dazu gedreht. Und naja, da so etwas gut anzukommen schien, dachten wir uns, dass wir auf diesem neuen Album etwas ähnliches versuchen. Mit so etwas verbindet sich immer ein gewisses Risiko, da man immer nicht bis ganz zum Schluss weiß, ob das ganze auch mit dem Mix und dem Sound des ganzen Albums zusammenpasst. Aber ich glaube, der Tony Newton hat da einen 1A Job abgeliefert, da alle Songs zwar ihren eigenen Charakter behalten, aber eben auch homogen und wie aus einer Feder klingen.

 

„Wenn Deine CD bei Saturn und Media Markt auf dem Regal steht ist das eben doch nochmal was anderes, als wenn Du nur von den Leuten Feedback bekommst, die sowieso Deine Band mögen und zu Dir aufs Konzert kommen.“

 

Für „Hellhound“ habt Ihr zwei Coversongs aufgenommen – IRON MAIDENs „Déjà Vu“ und RAINBOWs „Long Live Rock N Roll“ – warum gerade diese?

Die sind eigentlich mehr für uns als für Euch [lacht]. Wir lieben es, Cover von geilen Bands aus der Vergangenheit zu spielen. Vor allem IRON MAIDEN und RAINBOW bedeuten uns allen individuell sehr viel. Ich persönlich bin ein riesen Blackmore-Fan und konnte es kaum erwarten, dieses ikonische Solo zu spielen und mit meinem eigenen Flair zu überziehen. Dazu kommt dann noch Folgendes: Vor allem beim Anfang einer Albumproduktion ist es manchmal schwierig, sofort richtig in Gang zu kommen und man möchte keinen der eigenen Songs damit bestrafen, „erster“ zu sein. Das ist oft wie mit Pfannkuchen, der erste ist immer etwas matschig bis man den Dreh raus hat. Deshalb fangen wir oft gerne mit einem Cover an, da hat man Spaß dran und einem geht nicht jedes mal die Seele Kaputt wenn sich hier oder da ein kleiner Fehler einschleicht, so wie es bei eigenen Songs oft ist. Wir waren dieses Mal eben einfach so zufrieden mit dem Endprodukt, dass wir spontan gesagt haben, lass uns die Cover doch auch veröffentlichen!

 

MONUMENT sind für den Sommer 2018 auf so ziemlich jedem namhaften Festival in Europa gebucht. Ist das jetzt der Durchbruch?

Na klar! Nächstes Jahr werden es doppelt so viele, und vielleicht sogar nach Sonnenuntergang!! Nee mal im Ernst, da sind wir natürlich allesamt sehr zufrieden mit und dankbar für. Wir haben diesen Sommer eine einmalige Chance, uns ganz Europa zu präsentieren und Euch allen zu zeigen, aus was für einem Holz die MONUMENT-Jungs eigentlich geschnitzt sind. Ich freu‘ mich schon riesig!! Und wenn es dem Publikum und den Organisatoren gefällt, seht ihr uns in Zukunft hoffentlich noch öfter auf großen Festivalbühnen!

 

Wie begegnest Du der Aussage, dass sich MONUMENT für ihren Sound gerne bei IRON MAIDEN bedienen?

Na klar tun wir das, das ist doch offensichtlich ,oder nicht? Wir lieben einfach den Britischen Sound der 70er- und 80er-Jahre. Nicht nur IRON MAIDEN, sondern auch JUDAS PRIEST, SAXON, UFO, RAINBOW, DEEP PPURPLE, THIN LIZZY und und und. IRON MAIDEN sind einfach die Überflieger und warum sollte man sich die Kunst nicht bei den Besten abgucken? Diese Bands haben auch alle von ihren Vorgängern gelernt und reichlich geborgt, nur gab es damals eben kein Internet und so etwas war viel schwerer nachzuvollziehen. Ich sehe es einfach so, jeder Musiker ist die Summe seiner Einflüsse, die irgendwie verschmelzen und zu etwas oberflächlich „Neuem“ werden. Jetzt ist es oft so, dass man alle seine Einflüsse nicht unter einen Hut bekommt. Ich liebe Filmmusik von Michael Giacchino und die klassische Gitarrenarbeit von Al DiMeola. Ich liebe Stevie Ray Vaughan. Ich liebe Death Metal. Aber wenn ich das jetzt alles in einen Song einfließen lasse, wird das ein Riesensalat, der niemandem außer mir gefällt und den kein Mensch nachvollziehen kann oder kauft, außer meine Mutter vielleicht. Wem hilft denn sowas? Also mache ich, wenn ich Bock auf Death Metal habe Death Metal, und wenn ich Bock auf NWOBHM habe eben NWOBHM. Wenn die Kids sich dann online dumm und dusselig tippen und über alles und jeden herziehen wollen, lass sie doch. Vielleicht hilft’s ihnen ja, oder vielleicht merken ihre Eltern dadurch endlich mal, dass sie etwas Nähe und Aufmerksamkeit brauchen, und nicht nur das neueste iPhone. In der Zwischenzeit machen wir weiter gute Musik, die den Leuten Spaß macht und ihnen einen Auslass für ihre Gefühle und eine Ablenkung zum Alltag bietet!

 

MONUMENT haben es innerhalb von gerade mal sechs Jahren geschafft, aus dem tiefen Underground an die Spitze der Szene zu drängen. Was ist Euer Erfolgsrezept und welche Tipps hast Du für junge Bands?

Ja das kann man so sehen ja [lacht]. Die Wahrheit ist, dass wir alle auch vor MONUMENT reichlich Erfahrungen in Bands gesammelt haben, und wahrscheinlich sogar mehr schlechte als gute, und dadurch eben viel gelernt haben. Jungen Bands würde ich Folgendes empfehlen: Findet erst Euren Sound, Eure Nische, bevor Ihr anfangt sofort jede Aufnahme ins Internet zu stellen. Der ganze Kram ist nachher viel schwieriger wieder wegzubekommen, als wenn alles Sitzt alles richtig zu machen. Lasst Euch Zeit, und arbeitet nicht nur an eurer Musik, sondern auch an Eurem Image, Eurem Verständnis für das Geschäft und Wirtschaft allgemein. Nehmt Euch Vorbilder und schaut Euch an, wie die es geschafft haben, und was sie von ihren Zeitgenossen hervorhebt. Seid keine Divas und Rockstars, seid dankbar und arbeitet hart. Egal was man Euch in der Schule erzählt hat, harte Arbeit zahlt sich aus! Wir haben alle unten angefangen und viele Fehler gemacht. Das wichtige ist, Fehler nicht zu wiederholen und Chancen zu erkennen, wenn sie Euch über den Weg laufen. Und Chancen kriegt jeder, man muss nur genügend vorbereitet sein, um sie nicht zu versäumen. Es ist ein harter Weg, aber die tiefe Bindung die man dadurch mit seinen Bandkollegen aufbaut ist einmalig und hält ein Leben lang, wie bei einer Familie, wenn nicht noch stärker weil ihr gemeinsam etwas erreicht habt!

 

Und wo soll der Weg idealerweise hinführen?

Für uns? Na nach Oben natürlich! Wenn IRON MAIDEN, JJUDAS PRIEST , SAXON und Co. in Rente gehen, wer soll denn dann auf dem Wacken Headliner sein? NIGHTWISH vielleicht… oder AVENGED SEVENFOLD. Aber so wirklich große Stadion/Mainstage-Acts wie MUSE oder die FOO FIGHTERS in der Rock-Ecke gibt’s im Heavy Metal leider eben immer weniger. Wie lange meint Ihr machen METALLICA noch weiter, zehn Jahre vielleicht? Wir wollen eben da weiter machen, wo diese Damen und Herren mal aufhören werden. Wir wollen eine Riesenshow auf die Bühne stellen, die den Leuten Spaß macht. Klingt simpel, ist aber sehr viel Arbeit und sehr teuer [lacht], aber da kommen wir bestimmt noch an in den nächsten Jahren. Jetzt wird erstmal fleißig weiter aufgebaut, diesen Sommer gibt’s schon jede Menge neue Songs und ein neues Stage Set, das wird natürlich in Zukunft noch getoppt!

 

Ist ein MONUMENT-Livealbum realistisch?

Das geht uns schon seit Jahren durch den Kopf. Das Schwierige ist immer, ausreichende und qualitativ hochwertige Aufnahmen zu bekommen. Diesen Sommer spielen wir bei so vielen verschiedenen Festivals, da kann es schwierig werden, im Nachhinein alles zu vereinen. Aber wir sammeln schon fleißig und wenn wir mal genügend Material haben machen wir bestimmt auch mal ein Live-Album… vielleicht ja schon in den nächsten Jahren!

 

Möchtest Du noch etwas hinzufügen?

Falls Ihr es soweit geschafft habt… danke für Deine kostbare Zeit lieber Leser/lieber Leserin! Hoffentlich sieht man sich mal irgendwo wenn wir auf Tour sind! Alles Gute!!!

 

Vielen Dank!

Ciao!

 

 

Thomas Meyns/ 07.06.2018

Facebook Kommentare
Share With: