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CD Review: Amenra - Mass VI

Amenra
Mass VI


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6.5 von 7 Punkten
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Heavy Metal
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Black 'n Roll, Black Metal, Progressive
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Heavy Metal
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US-Metal
5 von 7 Punkten
"Erfolgreich zurück"
Datum: 28.04.2006 bis 29.04.2006
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Stadt: Meerhout




Das Groezrock-Festival in Belgien ist die erste Adresse, wenn es in Europa um Hardcore und Punkrock geht. Seit nunmehr 15 Jahren wird an einem Wochenende im Jahr das belgische Flachland erschüttert und von Fans aus allen Teilen Europas heimgesucht. Belgier, Holländer, Deutsche, Franzosen und Engländer feierten zusammen die Party des Frühlings. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis, der Organisation und von der Freundlichkeit des Festival-Teams können sich die großen Festivals gerne mal eine Scheibe von abschneiden. Alle Bands begannen pünktlich auf die Minute, der Sound war (bis auf kleine Ausnahmen) allererste Sahne, der Bierpreis mit gerade mal 1,70 € ein Witz, die Security, Parkanweiser und Verköster freundlich und zuvorkommend und die Bandauswahl überdurchschnittlich gut.


FREITAG, 28. APRIL

Na ja gut, den Tag hätte ich mir auch sparen können, da dieser quasi als Bonus für die Emocore-Gemeinde gedacht war. Nicht das Emo schlecht wäre aber irgendwie langweilt der Sound auf die Dauer dann doch etwas. Den Anfang machten die Newcomer von SAY ANYTHING, die zwar mit drei Gitarren auf die Bühne kamen aber diese dennoch nicht so recht zu benutzen wussten. Ihr sehr poppiger Emorock dümpelte uninspirierend und gelangweilt aus den Boxen und ließen mich ein ums andere mal den Bierstand aufsuchen. Den Fans vor der Bühne war das aber egal; sie feierten die Youngsters, als wenn es schon alte Hasen im Show-Geschäft wären.

Nach einer etwas längeren Umbaupause sprangen AIDEN auf die Bühne. Optisch eine Mischung aus den MISFITS, AMEN und CRADLE OF FILTH fegte der Fünfer über die Bühne und standen keine Sekunde still. War die Stage-Performance wirklich sehr gelungen und sehenswert, so war die Musik lediglich etwas bescheiden. Zwar wesentlich härter als die vorherige Band, wussten AIDEN mich auch nicht zu überzeugen. Es fehlte in den Emo-Songs einfach die nötige Energie, um mein Tanzbein zum Schwingen zu bringen.

Als dritte Band des Abends wurden die Screamos von SILVERSTEIN angekündigt und das brachte bei mir das Fass der Langeweile komplett zum überlaufen. Mag ja sein, dass die Band als der nächste Stern am Rock-Himmel gehandelt wird aber langsam gehen mir diese unterernährten Knilche, die ihren ganzen Seelenschmerz besingen müssen, gehörig gegen den Strich. Vielleicht steckte mir auch nur die neun Stunden Autofahrt noch in den Knochen aber SILVERSTEIN konnten bei mir nicht den Funken eines Interesses wecken. Schade eigentlich, konnte der Sänger durch seine hohen und grellen Schreie doch noch das eine oder andere Lächeln auf meine Lippen zaubern. Eigentlich wollte ich mir ja noch THRICE ansehen aber nachdem sie mit ihrer letzten Platte „Vheissu“ auch in die melancholische Emo-Ecke abgedriftet sind, wollte ich mir die Schmach ersparen und bin in mein Zelt gehüpft.


SAMSTAG, 29. APRIL

Der Tag wurde auf der kleinen Bühne mit einem Paukenschlag eröffnet. Die belgischen Math/Jazz-Coreler von OFFICER JONES & HPCP moshten sich durch einen Set, der sich gewaschen hatte. Wilde Riff-Attacken und Breaks der Marke THE DILLINGER ESCAPE PLAN pflasterten ihren Weg und sind für mich die Entdeckung des Festivals. Der Sänger brüllte sich infernalisch durch die wirren Songstrukturen und holzte mit seinen Bandkollegen alles nieder. Sauber, mit einem guten Label im Rücken könnten die glatt noch was werden.

Nach dem Tornado auf der kleinen Bühne, ging es auf der Großen etwas gemächlicher mit THE LAWRENCE ARMS weiter. Netter Rock mit kleinen Punkanleihen und catchy Melodien wurde dort zum Besten gegeben. Gute Musik um auf der Wiese zu liegen und ein Bierchen zu zischen.

Nach dem chilligen Sound von THE LAWRENCE ARMS knüppelten sich DEATH BY STEREO mit ihrem Hardcore-Sound durch die belgische Tundra. Hart wie ein Felsblock und schnell wie ein ICE wurden die Songs ins Publikum geschleudert. Der Moshpit kochte und bei “No Shirt, No Shoes, No Salvation“ sangen die Fans den Refrain lauthals mit. I don't wanna pay/This is not a life/Will you just let me/DIE! DIE! Ja, so muss das sein.

Ob es am kurzen plötzlichen Wolkenbruch oder am doch übersteuerten Gitarrensound von ANTIFLAG lag weiß ich nicht aber in der Mitte des Sets fiel auf einmal die komplette P.A. aus und die Shootingstars des Punkrocks waren gezwungen, ihre restliche Spielzeit über die Monitorboxen zu spielen. Ein paar findige Techniker konnten aber die Anlage dennoch retten und so konnten die nächsten Bands wieder auf guten Sound hoffen (bis auf SICK OF IT ALL aber dazu später mehr).

Die einzige reinrassige Metal Band des Festivals waren HIMSA und umso erstaunlicher war es dann doch, dass sich so viele Leute den wilden Mix aus Traditionellem, Thrashigem und Hardcoreligem gegeben haben. „Eine super sympathische Band“ sagte Christoph zu mir und damit hatte er durchaus Recht. Sänger Johnny Pettibone schreite sich die Kehle aus dem Leib, half Stagedivern auf die Bühne und bedankte sich immer wieder für die treue Unterstützung seitens der Fans. Bassist Derek Harn war ein Grinsepeter vom anderen Stern, poste mit seiner Axt auf der Bühne wie ein junger Steve Harris und stachelte die Menge immer weiter an. Technisch mit Sicherheit eine der anspruchvollsten Bands des Festivals, haben Himsa mit Sicherheit den einen oder anderen Fan neu dazu gewonnen. Die gemeinsame Tour mit DEATH BY STEREO ist so gut wie besucht.

Bei RAISED FIST flogen dann sprichwörtlich die Fetzen. Eine Band, an der eine Grindcore-Kapelle verloren gegangen ist, haute sich durch ein extrem hartes Set. Hier ging es nicht mehr um Musik, sondern nur noch um pure Aggression. Hier wurde gebrüllt, geschreddert, gemosht und geschlagen was der Körper hergab. Der Pit vor der Bühne war ein einziger Hexenkessel und RAISED FIST prügelten sich durch ihre Hardcore-Hassbrocken, als wenn es keinen Morgen mehr geben würde. Super energetisch und agil flitzten die Schweden über die Bühne und lebten das Tough-Guy-Image voll aus.

Nach so einer geballten Portion Wut wirkten COMEBACK KID ja schon fast wie Vorschulkinder. Die kanadischen Hardcore-Recken wussten aber ihrerseits, wie sie das bereits aufgeheizte Publikum noch weiter zum Ausrasten bringen konnten. Neu-Sänger und Ex-Gitarrist Andrew Neufeld gab einen super Job ab und war auch stimmlich seinem Vorgänger mehr als ebenbürtig. Melodischer Hardcore, mit massig Breakdowns und vielen Singalong-Parts sind das Markenzeichen dieser Band, die sich gerade auf dem steilen Weg nach Oben befindet.

Welcher Trottel hat COMEBACK KID und SICK OF IT ALL parallel aufgestellt? Um glatte 30 Minuten haben sich beide Bands überschnitten, was auch die Masse von Menschen erklärt, die nach COMEBACK KID sofort Richtung Hauptbühne marschierten, um noch die letzten Songs der Hardcore-Legende zu erhaschen. Der Sound auf der Hauptbühne war zwar wieder da, doch mussten sich SOIA mit einem sehr drucklosen und verwaschenen Klangbild zufrieden geben. Dennoch tat das der guten Stimmung keinen Abbruch. Seit 20 Jahren schon liefern die Gebrüder Koller und deren Band ein Paradebeispiel in Sachen Hardcore ab und zeigen so mancher neuen Band, wo der Hammer wirklich hängt. „Uprising Nation“ von der neuen Langrille „Death To Tyrants“ entpuppte sich als lupenreiner Livesong und bei „Scratch The Surface“ gab es die obligatorische „Wall Of Death“. SICK OF IT ALL waren, sind und bleiben einfach eine der besten Live-Bands, egal welchen Genres.

Party Time: Gestärkt mit mehreren Metern Bier konnte nun endlich der Gig von ME FIRST & THE GIMME GIMMES anfangen. Das Allstar-Quintett (mit SWINGIN’ UTTERS Bassisten Spike am Mic, LAGWAGONS-Sänger Joey Cape an der ersten und FOO FIGHTERS Seitenhexer an der zweiten Klampfe, Fat Mike von NOFX am Bass und der Drummer von LAGWAGON) kann zwar nicht spielen aber das ist auch nicht so wichtig. Es geht einfach um den Spaß den die Band hat und den sie auch verbreiten. Die Band covert sich einfach mal so nebenbei durch die Musikgeschichte und scheute sich vor gar nichts. Da wurde ZEPPELINS „Stairway To Heaven“ gnadenlos verhunzt, R. KELLYS „I Believe I Can Fly“ zerhackstückelt und noch so manche andere „Perle“ in bester Punkrock-Manier gespielt. Nein, spielen kann die Band wirklich nicht aber genau das macht ja auch den Flair dieses Projektes aus.

Als Headliner konnten die Veranstalter keine geringere Band als BAD RELIGION verpflichten, die diesem Festival die Krone aufsetzten. Die Erfinder des Punkrocks waren überwältigend gut und jede einzelne Textzeile wurde vom Publikum mitgesungen. Wenn ein Chor aus 15.000 Kehlen Songs wie „Sorrow“, „American Jesus“ oder „Come Join Us“ lauthals grölt, weiß man welchen Stellenwert die Punk-Opas immer noch haben. Sänger Dr. Greg hat zwar nach wie vor ein Gestiken-Repertoire wie ein Beamter bei der Bundesagentur für Arbeit aber dieses Minimalistische macht ihn gerade so sympathisch. Keine große Bühnenshow, keine gestellten Ansagen, einfach die Gitarren angestöpselt und los ging es. Bei "21st Century Digital Boy" stürmte Fat Mike auf die Bühne und quakte hässlich ins Mikro, was vom Publikum mit tosendem Beifall belohnt wurde.

Das Groezrock ist ein super Festival, mit netten Leuten, billigen Preisen und tollen Bands gewesen, welches seinesgleichen sucht. Die Tickets für das nächste Jahr sind schon vorbestellt. Bis zum nächsten Jahr Belgien.

DeoUlf

Autor: Lorenz von König [DeoUlf] | 02.05.2006 | 01:06 Uhr
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