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Datum: 30.04.2010 bis 01.05.2010
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Stadt: Tilburg [NL]
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Meine Güte, allein schon im Zuge der ersten und darauffolgenden Ankündigungen für das diesjährige Neurotic Deathfest im niederländischen Tilburg, übrigens ebenfalls Austragungsort des Roadburn Festivals, das auch im Club ‚013’ [‚nil derteen’, benannt nach der Tilburger Telefonvorwahl] stattfindet, ist einem als Death-Metal-Fan ordentlich warm ums Herz geworden. Konnten schon die letzten Jahrgänge der ursprünglich als Rotterdam Deathfest ins Leben gerufenen und dann nach Eindhoven verlagerten Veranstaltung durch ein zunehmend hochkarätiges Billing überzeugen, schlug das Neurotic Deathfest 2010 sämtlichen Fässern den Boden aus. Warum? Weil 42 Extrem-Metal-Bands aus aller Herren Länder sich an diesen zwei Tagen auf drei Bühnen die Klinke in die Hand geben sollten und zudem mit CARCASS, BOLT THROWER, BENEDICTION, DYING FETUS, ABORTED, PESTILENCE, IMMOLATION etc. etc. die Speerspitze des Todesblei-Genres geladen werden konnte.
Also auf zur knapp achtstündigen Zufahrt in das etwas verschlafen wirkende Städtchen, das eine knappe halbe Stunde hinter Eindhoven liegt. Apartment bezogen, kurzer Rundgang gemacht – und bereits die ersten feierwütigen Einwohner getroffen, die sich auf den Geburtstag von Königin Beatrix am nächsten Tag, d.h. Freitag, vorbereiten bzw. schon mal kräftig vorglühen. Kein Wunder also, dass unsere Vermieterin trocken meint, insbesondere Amsterdam sei an diesem Tag sowieso ein völliges Irrenhaus. Aber auch Tilburg zeigt sich am Freitag von orangefarbenen Girlanden und feiernden Menschen – inkl. grottiger Dancefloor-Beschallung in der Fußgängerzone und kotzenden Kleinkindern – bevölkert, sodass sich ein interessanter Kontrast zu den immer zahlreicher auflaufenden Metal-Fans abzeichnet, die sich rund um das 013 immer mehr unters Volk mischen und in das benachbarte Kneipenleben stürzen. Dreh- und Angelpunkt ist aber natürlich der Vorplatz vor dem Club selbst, wobei ein Großteil der Merchandise-Stände direkt gegenüber unter Zelte ausgelagert wurde. Und manch einer erlebt am Ticketschalter bzw. bei der Bändchenausgabe schon eine böse Überraschung, denn das Festival ist seit wenigen Tagen offiziell komplett ausverkauft, will heißen: Alle 2000 Karten à 70 Euro wurden schon im Vorfeld an Mann und Frau gebracht, das hochkarätige Billing hat sich ausgezahlt und diejenigen im Besitz von Karten können sich auf ein bereits in den frühen Nachmittagsstunden beginnendes Festival freuen.

.: HOUR OF PENANCE :. [Middle Stage]
Los geht es pünktlich um 14.30 Uhr mit den italienischen Deathern HOUR OF PENANCE, die kürzlich mit „Paradogma“ ihr bislang ausgereiftestes Album auf Unique Leader Records vorgelegt haben. Der mittlere Saal ist bereits gut gefüllt und die Zuschauer bekommen „Shreds Of Martyrs“, „The Woeful Eucharisty“ oder auch das Titelstück der neuen CD um die Ohren geballert. Einzig die etwas lang gezogenen Pausen zwischen den Songs und die kleineren Intros nehmen dem Auftritt etwas den Fluss, zumal den vier Italienern nur eine halbe Stunde Spielzeit zusteht. Unterm Strich ein guter Auftakt des Neurotic Deathfest, wobei HOUR OF PENANCE ein klein wenig hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. Vielleicht ist’s aber auch einfach die frühe Tageszeit bei sowohl Band als auch Zuschauern…

.: ABORTED :. [Main Stage]
Und genau das Gegenteil beweist die belgische Todesblei-Maschine ABORTED. Wahrscheinlich könnte man die Bandmitglieder mitten in der Nacht wecken und dennoch würden sie binnen Sekunden zur Höchstform auflaufen. Das, was ABORTED um Dreh- und Angelpunkt Sven de Caluwé hier auf der großen Bühne um 15 Uhr abfackeln, hat in jeglicher Hinsicht Hand und Fuß, knallt ohne Ende, hat einen prima Sound und lebt von der unbändigen Energie und Bewegungsfreudigkeit des belgischen Quintetts. Songs von der durchwachsenen „Strychnine.213“ werden gleich ganz ausgespart, aber dafür gibt es einige alte Perlen von „Goremaggeddon“, einen kurzen Gastauftritt von BENIGHTED-Julien sowie einige Songs von der aktuellen „Coronary Reconstruction“-EP, u.a. „From A Tepid Whiff“. Kurzum: Wieder einmal ein unglaublich guter und völlig überzeugender Live-Auftritt von ABORTED!

.: DEW-SCENTED :. [Middle Stage]
Die deutschen Thrasher gehören wohl zu den Bands, die am wenigsten zum Neurotic Deathfest passen. Trotzdem eine mutige Entscheidung des Veranstalters, die sich auszahlt, denn der kleine Raum ist richtig gut gefüllt, die fünf Jungs haben sichtlich Spaß an der Sache und freuen sich zudem über den regen Zuspruch, nachdem sie – O-Ton – Angst hatten, sie seien eigentlich zu soft für ein Death-Metal-Festival. Ist aber egal, denn DEW-SCENTED haben einige klasse Songs im Gepäck, sodass die Meute schnell auftaut und die Band eine halbe Stunde gut strukturierten und prima dargebotenen Thrash zockt. „Cities Of The Dead“ wird schnell dem Austragungsort gewidmet, hinterher gibt es mit „Arise From Decay“ gleich noch einen Vorgeschmack auf die in Kürze erscheinende „Invocation“-Scheibe und Sänger Leif Jensen grinst in sich hinein, als die Band feststellen muss, dass sie die Songs eine Ecke zu schnell gespielt hat und daher sogar noch Platz für eine weitere Nummer ist. Und damit ist dann auch eine halbe Stunde Thrash Metal vorbei, die schlichtweg Spaß gemacht hat.




.: BENEDICTION :. [Main Stage]
Weiter geht’s nach kurzer Verschnaufpause mit den Todesblei-Urgesteinen von BENEDICTION. Ich muss gestehen, dass mir die neueren Veröffentlichungen der Truppe aus Birmingham längst nicht mehr so zusagt haben wie die alten Sachen, zumal Sänger Dave Hunt mit seiner anderen Band ANAAL NATHRAKH deutlich heftigere Kaliber auffährt, aber irgendwie will die Old-School-Mucke heute genau richtig passen. Teils sichtlich ergraut [Gitarrist Peter Rew], begeben sich die Brummies auf die Bühne, schädeln ab, als wäre es wieder 1992, und bieten einen guten Querschnitt durch ihre Diskografie: beispielsweise „They Must Die Screaming“, „The Dreams You Dread“, „Burying The Hatchet“, „Shadow World“, das fett groovende „Magnificat“ und die Schmankerl „Nightfear“ und „Unfound Mortality“ vom Klassiker „Transcend The Rubicon“. Die Reaktionen im Publikum könnten etwas euphorischer ausfallen, aber davon lassen sich BENEDICTION nicht irritieren, zumal Dave Hunt mit sympathischen, bodenständigen Ansagen zu punkten weiß – und ich fange jetzt mal nicht davon an, wer nun eigentlich der bessere BENEDICTION-Sänger ist... Für mich eine der Überraschungen des Festivals, denn am späten Nachmittag – mit einem Aufwärmbier in der Hand – passt die Mucke von BENEDICTION ganz ausgezeichnet. Danke!

.: SEVERE TORTURE :. [Middle Stage]
Und wieder zurück zur Middle Stage, auf der die Niederländer von SEVERE TORTURE nicht nur einen in letzter Minute anberaumten Überraschungsauftritt absolvieren, sondern natürlich auch Heimspiel haben. Warum ANNOTATIONS OF AN AUTOPSY nicht vor Ort sind, ist nicht klar, aber ganz ehrlich: SEVERE TORTURE sind zumindest mir zehnmal lieber. Die fackeln auch gar nicht lange und nutzen die ihnen zugestandenen 40 Minuten für eine schicke Portion Death Metal, die sowohl die Anfangstage der Band beleuchtet, aber auch vier exklusive Einblicke in das neue Album, „Slaughtered“ betitelt, bietet. Handwerklich passt hier alles wie die Faust aufs Auge, die Band genießt jede Minute, Grunzer Dennis ist voll auf der Höhe und als krönender Abschluss wird „End Of Christ“ vom Überflieger „Fall Of The Despised“ losgetreten. Prima Sache und ein mehr als guter Tausch!




.: BELPHEGOR :. [Main Stage]
Noch eine Band, die nicht so ganz zum restlichen Billing passen will: BELPHEGOR, die die wegen des Vulkanausbruchs zuerst verzögerte und dann komplett abgeblasene Anreise von THE RED CHORD aus den USA ausgleichen. Im Zuschauerraum ist es sichtlich überschaubarer geworden, die Österreicher treten in voller Montur inklusive Kunstblut auf, und auch ein Schweinekopf darf nicht fehlen. Böse, böse. Joa, wer’s denn braucht – vermutlich die wenigsten Brutal Death Metaller vor Ort. Musikalisch gibt es allerdings nichts auszusetzen, zumal solche Nummern wie „Lucifer Incestus“, „Walpurgis Rites“, „Justine: Soaked In Blood“ oder auch „Bondage Goat Zombie“ schlichtweg sehr gute Songs sind. Ob und inwiefern man jetzt das Image, die Texte und das Auftreten von BELPHEGOR ernst nimmt, sei dafür jedem selbst überlassen. Unfreiwillig komisch wird’s dennoch bei den arg aufgesetzten und auf ‚ultratrvue’ gemachten Ansagen [„Let’s fuck this fucking place up…“] von Helmuth allerdings ab und an, sodass sich so mancher im Publikum ein Schmunzeln nicht verkneifen kann. Im Nachhinein wären mir glaube ich THE RED CHORD lieber gewesen, auch wenn es nicht verkehrt war, BELPHEGOR mal wieder zu sehen.

.: BURNING SKIES :. [Batcave Stage]
Nach einer kurzen Verschnaufpause heißt es, der kleinsten Bühne auch einmal einen Besuch abzustatten und die Live-Qualitäten der Engländer BURNING SKIES anzutesten. Der kleine, schlauchförmige Raum ist gesteckt voll und nur mit Mühe und Not kann man sich den Weg in Richtung Bühne erkämpfen. Das Quintett ist schon voll im Gange und lässt seine wütende Mischung aus Death Metal, Grindcore und Hardcore von der Kette. Hinzu kommen trockene, oftmals verpeilte Ansagen, da die Band laut eigenen Aussagen den Großteil des Tages im Laden ‚The Grass Company’ verbracht hat und somit immer noch völlig breit ist. Nach 35 Minuten Geballer und weiteren lustigen Ansagen setzen BURNING SKIES jedoch bereits zum Endspurt an und beschließen ihr Set in dem verrauchten, eingenebelten Raum im oberen Stockwerk. Fazit: Nicht weltbewegend, aber okay und ein allemal brauchbares Kontrastprogramm.

.: NAPALM DEATH :. [Main Stage]
Tja, bei so vielen Bands muss es früher oder später einmal zu Überschneidungen kommen, die richtig wehtun können. So geschehen im Fall von NAPALM DEATH, die ich nach der Tour mit SUFFOCATION vor zwei Jahren gerne mal wieder gesehen hätte. Da die deutlich seltener tourenden ROTTEN SOUND jedoch 20 Minuten später aufspielen sollen, bleibt es lediglich bei einem kurzen Hineinschnuppern bei den Grindcore-Pionieren. Schön übrigens, dass drei BENEDICTION-Leute am Bühnenrand stehen und sich das Treiben ihres ehemaligen Frontmanns ebenfalls anschauen. Bei anfangs ziemlich matschigem Sound bessert sich die Lage jedoch und nach u.a. „The Silence Is Deafening“, „Life And Limb“ und „Suffer The Children“ sowie dem gewohnt wie von der Tarantel gestochen herumspringenden Barney Greenway heißt es leider schon wieder, den Rückzug aus dem großen Saal anzutreten. Schade, denn NAPALM DEATH enttäuschen live so gut wie nie und haben mit „Time Waits For No Slave“ ein immer noch bärenstarkes aktuelles Album am Start.




.: ROTTEN SOUND :. [Middle Stage]
Also flugs rüber in den mittleren Raum, während ROTTEN SOUND-Gitarrist Mika völlig entspannt noch zur großen Halle schlendert und kurz bei seinen großen Helden NAPALM DEATH die Nase reinstreckt. Die Finnen sind selbst mehr als erstaunt und erfreut, dass die Middle Stage mit Zuschauern vollgepackt ist, obwohl NAPALM DEATH gerade zocken. Und belohnen das Publikum daher mit allerhand Grindcore-Salven, die es in sich haben, denn hier bleibt kaum Platz für Verschnaufpausen, und genau so muss Grindcore einfach gespielt werden: Präzise auf den Punkt und in einem kleinen Laden, der aus den Nähten zu platzen droht. Natürlich ist auch klar, dass ROTTEN SOUND sich selbst schmunzelnd als so stur bezeichnen, dass sie trotzdem „Missing Link“ von, Überraschung, NAPALM DEATH covern und ihren Vorbildern huldigen. Dabei bedanken sich die Finnen um den Fronthünen Keijo immer artig bei den Leuten, lassen sich abfeiern und haben Glück mit dem Sound, denn der kommt schön rotzig, aber sehr differenziert aus den Boxen, und ist obendrein höllisch laut. Kein Vergleich also zu dem etwas laschen Auftritt, den ich vom Party.San Open Air 2006 noch in Erinnerung habe, als die Wirkung des Quartetts am Frühnachmittag und auf einer großen Bühne weitgehend verpuffte. Doch dies ist auf dem Neurotic Deathfest ganz anders, denn 45 Minuten lang zeigen ROTTEN SOUND dem Großteil der Konkurrenz, wo der Grindcore-Hammer hängt, sodass auch die sonst so reservierten Finnen zum Schluss ein fettes Grinsen im Gesicht haben! Weltklasse!




.: BOLT THROWER :. [Main Stage]
Auf zur Band, auf die ein Großteil des Publikums den ganzen Tag gewartet hat: BOLT THROWER aus Birmingham! Nachdem sich die Band während der letzten Jahre seit der Tour mit MALEVOLENT CREATION und NECROPHAGIST – abgesehen von wenigen ausgesuchten Festivalauftritten – rar gemacht hatte, läuft nun wieder eine Tour der Bolzenwerfer mit dem Titel „The Next Offensive“. Das riesige Logo-Banner dominiert die Bühne und das Quintett steigt ohne lange zu fackeln mit dem Übersong „The IVth Crusade“ in das Set ein. Sänger Karl Willetts strahlt wie ein Honigkuchenpferd, freut sich über das ohrenbetäubende Feedback und feuert die Meute beständig an. Insgesamt wirken BOLT THROWER ausgeruht und motiviert, was vielleicht auch daran liegt, dass es sich erst um das dritte Konzert der Tour handelt. Und bei solchen Granaten wie „Powder Burns“, „Mercenary“, dem Doppelpack „World Eater/Cenotaph“, „Salvo“, „Anti-Tank“, „For Victory“, „Killchain“ oder auch „At First Light“ kann man eigentlich überhaupt nichts falsch machen – auch wenn der Sound auf der großen Bühne wieder nicht ganz optimal ist, jedoch in Ordnung geht. Da wird abgeschädelt und gefeiert und einfach eine Stunde lang die Old-School-Breitseite abgefeuert, dass es eine wahre Freude ist und auch die Jungs sowie langjährigen Weggefährten von BENEDICTION grinsend am Bühnenrand stehen. Diese Band ist noch lange nicht am Ende und die nötige Bodenhaftung in Form von T-Shirt-Preisen von laschen zehn Euro ist nach wie vor beispielhaft. Und auch wenn sie beschlossen haben, vorerst kein neues Album aufzunehmen, sind BOLT THROWER live immer noch eine unaufhaltsame Macht, wie der Auftritt als völlig klarer Headliner auf dem Neurotic Deathfest eindrucksvoll unterstreicht!




.: BENIGHTED :. [Middle Stage]
Kontrastprogramm ist dann bei den Franzosen BENIGHTED angesagt, die sich immer noch den Allerwertesten im Zuge ihrer „Icon“-Veröffentlichung abtouren und nun wieder einmal dem Neurotic Deathfest einen Besuch abstatten. Überraschend ist, dass der mittlere Saal sehr gut gefüllt ist und die Zuschauer nach BOLT THROWER noch lange nicht ausgepowert sind. Wer BENIGHTED schon einmal gesehen hat, weiß, dass die Sympathieträger energiegeladene Konzerte lostreten und mit ihrer geschickten Mischung aus Death Metal, Grindcore und Hardcore ein sehr unterhaltsames Rundum-sorglos-Paket schnüren können. So auch in Tilburg, denn das Publikum geht schon bei den ersten Tönen steil, während sich die Band sehr bewegungsfreudig zeigt und jeden Zentimeter der Bühne ausnutzt. Neben „Grind Wit“ oder auch „Slut“, beide von „Icon“, darf natürlich „Identisick“ nicht fehlen, und obendrein gibt es noch einen neuen Song, der auf dem nächsten Album stehen wird – wenn mich meine Erinnerung nicht völlig täuscht, „Sorrow“ betitelt. Die Zeit vergeht wie im Fluge, jegliche Anzeichen von Müdigkeit sind vergangen, Julien brüllt sich die Seele aus dem Leib, während Bassist Eric wieder seine kultige Kuttenhose ausgepackt hat. Und wieder einmal zeigen BENIGHTED sehr gut, wie gleichermaßen moderner, abwechslungsreicher und zeitloser Death Metal mit Blick über den Tellerrand auszusehen hat. Chapeau!

Nach BENIGHTED ist dann allerdings auch Schluss für den ersten Tag, sodass wir umgehend den Weg zur Unterkunft antreten, um ausreichend für die zweite Death-Metal-Etappe am nächsten Tag gewappnet zu sein, die mit noch hochkarätigeren Bands einiges zu bieten hat. Inzwischen hat zwar ein Großteil der Niederländer den taktischen Rückzug angetreten, doch sind an manchen Ecken und Enden Tilburgs immer noch einige feierwütige ‚Geburtstagsgäste’ mit dickem Kopf und roter Nase kräftig am Feiern…

soulsatzero

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Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 04.05.2010 | 19:46 Uhr
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