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"Starker Auftritt"
  
AblaufplanDynamite Kiss:-)Jack SlaterGuerrillaGrind Inc.garstiger ChristophGesangsstunden mit SynasthasiaSynasthasiaStormwarrior
Datum: 28.05.2005 bis 28.05.2005
Share:
Stadt: Duisburg-Friemersheim


Am 28. Mai war es wieder soweit, zum jetzt schon dritten Mal fand im (naja gut, mehr oder weniger) schönen Duisburg-Friemersheim das Rage Against Racism Open Air statt – ein Festival, welches seine Charmanz (Charmantheit? Charme? Sagen wir einfach seinen Reiz) gerade dadurch versprüht, dass hier noch größtenteils der Underground im Vorderground steht. War das Wetter noch im Vorjahr sehr wechselhaft, mal abschnittsweise sonnig und warm, dann wieder verregnet und kühl (wo man gerade als Frau wieder die Qual der Wahl des „Was zieh ich bloß an??“ hatte), so hatte es diesmal backofengleiche 34°, die im Verlauf des Festivals aber auch gerne mal zu gefühlten 50° mutierten. Die Stimmung war demnach auch von Anfang an auf dem sprichwörtlichen Siedepunkt (im eigenen Saft) und wären die Getränke nicht so billig (Bier, Fanta, Cola, Wasser 1 Euro) und das alles eh für einen guten Zweck gewesen, hätte sich der Veranstalter mindestens zwei bis drei goldene Nasen verdienen können. Generell auch gleich zu Beginn mal was zur Location an sich, das Jugendzentrum Mühle ist für Konzerte und kleinere Festivals definitiv eine der besten Adressen im Raum Ruhrpott, nette Mitarbeiter, saubere Klos mit immer genug Papier und Handtüchern und immer faire Preise haben hier schon zu vielen schönen Konzerttagen geführt, weshalb natürlich auch dieses Mal wieder die Erwartungshaltung entsprechend hoch war (so, und für diesen Absatz krieg ich vom Inhaber Levent jetzt übrigens noch 30 Euro ;-) ). Ach ja.....und nicht zu vergessen: der Eintritt war natürlich wie auch schon in den Vorjahren frei.....

Los ging das Ganze dann musikalisch um viertel nach eins am frühen Nachmittag. Der Opener war die selbe Band wie schon im Vorjahr, denn was passt zu Anti-Rassismus besser, als eine ordentliche Portion Punk’n’Roll? Zugegeben, bei einem ausgeschriebenen Metal-Festival sicher so einiges, das hielt die Jungs aber nicht davon ab, gleich von Anfang an schonmal für mächtig Spaß zu sorgen. „Welcome to the Freakshow“ heißt ihr Lied, und die Freakshow begann genau jetzt.....


Dynamite Kiss

Eine der derzeit heißesten Undergroundbands, die Duisburg zu bieten hat. Die Herrschaften rund um Herrn Evil One (wie den seine Frau wohl nennt?) und frischgebackenen Gewinner des Bandcontests auf dem Duisburger Stadtfest 3 Wochen zuvor durften im Glutofen Friemersheim erstmal zeigen dass da, wo Evil draufsteht, auch sehr wohl die Bühne sein kann. Ok, besser als das jetzt waren sie jedenfalls bei weitem, vor allem gemessen an der Tatsache, dass ihr letzter Auftritt zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 12 Stunden zurücklag. Der lustige Vierer präsentierte sich trotz drückender Hitze und Müdigkeit in absoluter Spiellaune, und spätestens bei ihrem von den Fans lautstark geforderten Kulthit „Gina Wild“ hielt es dann auch keinen mehr vor der Bühne und es wurde in großer Anzahl auf selbiger zusammen mit den Anhängern weitergerockt (siehe Foto). Dass es dem einen oder anderen Musiker dabei auf der Bühne zu eng wurde ist auch nachvollziehbar, weshalb der Gitarrist seinen Schaffensort kurzerhand vor selbige verlegte und sich das bunte Treiben von dort aus mit ansah, während der Bassist zu spät reagierte und sich das restliche Lied über in einer sehr lustig verkrampften Haltung auf den Schultern eines deutlich amüsierten SYNASTHASIA-Sängers sitzend und spielend wiederfand. Auf ihre Fans kann die Band wahrlich stolz sein, und auch wenn trotz ihrer Treue nach wie vor auf die Frage „Komm ich jetzt im Fernsehn?“ die Antwort Nein lautet, so ist doch ein Onlinemagazin schonmal ein Anfang. Jungs, das war mal ein Einstieg nach Maß und warum ihr hier jedes Mal nur als Opener herhalten müsst, frag sicherlich nicht nur ich mich ja nicht erst seit heute. Thumbs up!


Jack Slater

Nach einer ganz kurzen Umbaupause ging’s dann auch direkt mit Metalband Numero uno des Tages weiter und JACK SLATERs selbst betitelter „Brütal Hasen Death“ war an der Reihe. Und der Fronthase war dem Tod zeitweise wohl wirklich näher als dem Leben, keuchte er doch schon nach dem ersten Lied sichtlich erschöpft und fertig von der Hitze die Message ins Mikro dass Rassismus scheiße sei, Sonnenbrand aber auch (ausgeführt mit der netten Frage, ob sich auch jeder ordentlich eingecremt hätte - das sei nämlich wichtig, weil Hautkrebs nicht gut ist. Wieder was gelernt...). Die Fans der Band waren von Anfang an da und dort, wo die Sonne im Gegensatz zu einer bekannten deutschen Redensart am kräftigsten schien: direkt vor der Bühne. Zum Glück kam aber ab jetzt bei jeder weiteren Band der Wasserschlauch zum Einsatz, der wenigstens für zeitweise Abkühlung im brodelnden Moshpit sorgte.


Guerrilla

Eine weitere, viel zu kurze Umbaupause später welche nichtmal dazu reichte, sich im nahegelegenen Bahnhof ein Eis zu besorgen (und kleiner Tip: niemals in einem Gespräch die Umschreibung benutzen man wolle sowas Langes zum lutschen, wenn einem gerade das Wort Calippo nicht einfällt), waren die Kölner von GUERRILLA und damit erneut Matten schwingen im Schmelztiegel vor der Bühne angesagt. Das persönliche Bandmotto des Tages lautete dabei, im Wortlaut zugegebenermaßen etwas geschönt, „Liebe machen, bis wir alle die gleiche Hautfarbe haben“, was auch schon das Motto ihres letztjährigen Auftritts war - mit dem Hinweis, dass wenn man sich in dem vergangenen Jahr nicht daran gehalten hätte, man ja noch den ganzen restlichen Tag Zeit hat (au ja, alle schwitzenden, stinkenden, alkoholisierten Kerle zu mir - das Paradies für alle Frauen).
Davon ab war der Auftritt selbst aber nur ein weiteres Mal großartig, wie ich’s von GUERRILLA live nicht anders gewohnt bin. Die stark suizidgefährdete „moshen bis zum Hitzschlag“-Fraktion vor der Bühne, die inzwischen die Zeit erwischt hatte, wo die Sonne bald am höchsten stand, wurde nebst der Musik auch wieder mit dem Wasserschlauch bedient, wobei der lustige Umstand am Rande war, dass der Grad der Nassheit der Leute sich nach der Wasserdusche von dem von vorher nicht wirklich unterschied (.......). Und falls jemand Interesse hat: die Band sucht übrigens nach wie vor einen fähigen Bassisten.


Grind Inc.

An dieser Stelle sollten jetzt ursprünglich HATE FACTOR auf der Bühne stehen, welche allerdings wenige Tage vor dem Festival krankheitsbedingt leider absagen mussten. Ersatz wurde aber schnell gefunden, bestehen HATE FACTOR und GRIND INC. ja ohnehin fast aus den selben Leuten. Frei nach schnetzel, metzel popetzel walzte der Krefelder Brutal Death-Express einmal quer durch ihr erst vor wenigen Wochen erschienenes Debutalbum und ließ dabei auch hier keinen Kopf da, wo er ursprünglich hingehörte. Erstaunlich, wie masochistisch die Fans auch jetzt wieder mit ihrem eigenen Körper umgingen während jeder normale Mensch versucht hätte, sich möglichst bewegungslos in irgendeinen der rar gesäten Schatten zu verziehen. Ein Grund für mich, aber trotzdem vorne auf der auf Stufe 12 gedrehten Herdplatte weiter mit auszuharren, waren neben der wirklich guten Performance mit gleich zwei sehr guten Frontern – auch wenn man einem davon bis zur Mitte des ersten Liedes erstmal den Saft abgedreht hatte - auch die lustigen Grimassen, die Vokiller Christoph immer wieder schnitt - eine Mischung zwischen Wahnsinn und Unsinn, die sich jeder definitiv mal angesehen haben sollte ;-) Und Danke auch wieder an die Wasserschlauchabteilung, die um ein Haar meine Kamera in die ewigen Jagdgründe geschickt hätte. Frauen sollte man einfach nicht anspritzen, die Emanzen haben’s ja schon immer gesagt.....

Und jetzt mal was in eigener Sache: nach diesem Auftritt hatte ich das große Vergnügen mit einem 15jährigen, der bereits jetzt am Nachmittag schon voll war wie 1000 Russen. Kleiner, falls Du das hier lesen solltest: ich find’s ja toll, wie sehr Du Dich für den guten Zweck engagiert hast, aber die Mama in mir hat geweint. Alkohol und Drogen sind nicht gut. So. Weiter im Text....


The Claymore

Nach dem ganzen bösen Gehacke und Geschrubber der drei letzten Bands wurde es Zeit für etwas Melodie und Besinnlichkeit - die Powermetalfraktion kam zum Zuge. Ehrlich zugegeben war das ja noch nie so nach meiner Mütze (Powermetal an sich – die Band ist natürlich phantastisch, wenn man auf so Musik steht), weshalb ich mir hier die meiste Zeit mit einigen Kollegen unter....Bäumen wäre jetzt die romantisierte Form, in Wahrheit war es aber doch nur ein an einem Pfahl aufgehängter Mülleimer, in ein paar Meter Entfernung sitzend größte Mühe gab, nicht ganz so fertig zu sein, was zugegebenermaßen aber auch alles andere als gelang.
Die Fans hingegen hatten auch hier sichtlich ihre wahre Freude, was man an den fliegenden Haaren, dem Gejohle und Applaus und den sehr vehementen Zugabeforderungen auch von weiter hinten sehr gut erkennen konnte. Vom ganzen Stil her ohnehin schon sehr BRUCE DICKINSON-mäßig, durfte natürlich auch das amtlich betriebene Posing nicht zu knapp kommen, und unterm Strich war das wahrscheinlich so ziemlich das Trueste, was ich jemals live auf einer Bühne gesehen habe. Für Freunde der mitunter in die Höhe schnellenden männlichen Stimmlage ein absoluter Hochgenuss, wie ich anschließend von einem eben solchen bestätigt bekam. Up the Irons!


Synasthasia

Powermetal Teil zwei folgte sogleich, diesmal in Form der Duisburger Offenbarung an die Frauenwelt: SYNASTHASIA. Und diese machten ihren Status der ortsansässigen Lokalmatadore auch gleich überdeutlich, da die Masse jetzt endgültig ausflippte und sich fast den kompletten Auftritt über soviele – wenn nicht sogar mehr – Leute auf der Bühne befanden, wie beim letzten Lied von DYNAMITE KISS (und besagte Leute waren auch noch fast komplett die selben, denn Vorsicht, jetzt wird’s total inside: die beiden Bands sowie auch deren Anhang sind seit Jahren befreundet und finden sich gegenseitig glaub auch ein wenig erotisch). Auch das, was jetzt vor der Bühne abging, dürfte massentechnisch betrachtet der Rekord des Tages gewesen sein, da wahrscheinlich jeder Duisburger, der auch nur einen Hauch Humor und diese Band vielleicht auch schonmal live gesehen hat, sie einfach für das liebt und feiert, was sie da tut: Spaß und Party machen ohne Ende. Ob nun als vertonter „Arschfick gegen Rechts“ der „Assfucksong“ zum Besten gegeben, mit akuter Absturzgefahr von Frontsau Schunke das Bühnendach erklettert wurde oder selbiger sich als Crowdsurfer betätigte, sich auf den Händen der begeisterten Zuschauer zum Bierstand und mit einem vollen Bierglas auch wieder zurück AUF die Bühne hat tragen lassen: die Stimmung war einfach nur bombig! Und zum Abschluss eines großartigen Auftritts gewannen die Jungs auch noch eine Wette um 2 Kästen Bier, indem sie auf der Bühne „Schön ist es auf der Welt zu sein“ anstimmten und das Publikum auch sogar hier noch lautstark mitgröhlte.


The Shitheadz

Nachdem die Zuschauer jetzt also schon so richtig auf Spaß eingestellt und sich eh für keinen der auf der Bühne fabrizierten Mitgröhlsong mehr zu schade waren, konnten die Heavy-Rocker von den Shitheadz auch schon fast nicht mehr verlieren. Als einzige Rockband des Tages haben sie also den idealen Startplatz erwischt, um diverse Male (drei oder vier Mal?) mit einem auf die Melodie von „Ihr könnt nach Hause fahrn“ gemünzten „Ihr habt die Haare schön“ der inzwischen im wahrsten Sinne des Wortes breiten Masse weiteres Futter in Sachen Interaktivität zu bieten, welches von selbigen ähnlich begeistert angenommen wurde, wie ein Schiffbrüchiger auf einer Insel voller Kannibalen. Von „Rock passt hier nicht rein“ also bei weitem keine Spur, die Band wurde gebührend gefeiert und wie auch schon ihre Vorgänger stürmisch um Zugaben gebeten. Und spätestens, als die Zugabe sich auch noch als AC/DCs „Hells Bells“ entpuppte, war es um die Metalheads geschehen. Mein persönliches kleines Highlight des Tages, das bei langsam einsetzendem Sonnenuntergang nochmal für ordentlich Feuer in der Bude sorgte (und a propos Feuer in der Bude: während des kompletten Auftritts musste ich an „Tool Time“ denken, und wer wissen will warum, kann sich die Band ja mal live ansehen gehen – ist übrigens außerordentlich empfehlenswert). Und auch, wenn er’s auf der Bühne immer bestritten hat: auch der Sänger hat die Haare schön, schließlich ist länger nicht immer gleich besser (endlich mal an diversen Fronten mit diesem Vorurteil aufgeräumt).


Final Breath

Die Band mit der vielleicht weitesten Anreise des Tages (aus Würzburg) hatte sich jetzt scheinbar vorgenommen, nach zweimal Power und einmal Rock nochmal richtig zu zeigen, wo der Thrash-Schreifrosch die Locken hat. In der Tat hatte ich das Vergnügen mit dieser Band jetzt sicherlich schon 7 oder 8 Mal hier in der Umgebung, weshalb ich auch fälschlicherweise immer annahm, es handele sich ebenfalls um etwas NRW-Ansässiges. Aber egal, wie weit die Anreise auch gewesen sein mochte: Fans haben sie ganz offensichtlich überall, was bei der Qualität der Musik aber auch nicht weiter überrascht. „Gebt dem Sänger einen Arsch und er tritt rein“, so oder so ähnlich dürfte das Motto gelautet haben bei welchem der kleine blonde rotgesichtige Derwisch über die Bühne fegte und schrie und presste und drückte, dass man schon Angst um seine Körperöffnungen haben musste (an dieser Stelle auch vielen Dank an ihren neuen Gitarristen Dennis welcher mir hinterher noch pikante Details erzählte - die ich hier jetzt nur leider nicht weiter ausführen kann, ohne den Arsch voll Klagen zu bekommen. Spätestens ab jetzt find ich euch echt großartig hehe). Wünsche blieben hier weißgott keine offen, und so wurde wie auch schon bei einigen der Vorbands munter dreiviertel Hochzeit gefeiert mit alten Songs, neuen Songs und geborgten Songs (in diesem Fall eine Ode an den guten alten Chuck Schuldiner), nur die blauen Songs fehlten mal wieder, was sich allerdings verschmerzen ließ. Auch die Fans hatten jetzt endlich das Glück der einsetzenden Dunkelheit und der damit angenehmeren und erträglicheren Temperaturen, weshalb auch im Pit nochmal so richtig Vollgas gegeben wurde. Fetter Auftritt einer durch und durch zwar durchgeknallten, aber sehr sympathischen Band von der ich später auch noch gelernt hab, was Truckerfahrer so Lustiges bei der Arbeit machen und wie man auch schon als 17jähriger - wie im Falle des besagten neuen Gitarristen - trotz schulischer Pflichten auf Europatour gewesen sein kann (oder bzw. auf Europatour „g’wäse“sein kann – vielen Dank nochmal für Deinen kleinen Hessisch-Einführungskurs, es war mir eine Eh....äh also, es ist mir eine Ehre g’wäse).


Stormwarrior

Jetzt war es also soweit und die letzte Band des Tages betrat die Bretter, die heute die Welt bedeuteten. Ehrlich gesagt hab ich von ihr nicht mehr allzu viel mitbekommen, obwohl trotz Powermetal mir die ersten paar Lieder eigentlich persönlich garnicht mal schlecht gefallen haben, was ja gerade aus meinem Munde dann schon was heißen will. Darunter war übrigens für jeden Sturmkrieger der weiß, wovon geredet wird, auch ihr Hit „Valhalla“, den wahrscheinlich einige auch schon aus der Metaldisse ihres Vertrauens kennen. Nach einem früh begonnen habenden und extrem schlauchenden Tag war jetzt vielmehr abhängen im Backstagebereich angesagt (sitzen kann ja so schön sein), die harte Fraktion der Nimmersatten powerte aber plus Zugabe vor der Bühne durch bis um exakt 11 nach 11 (Karneval also oder so ähnlich), und war sicherlich auch selbst etwas überrascht darüber, wieviele Leute doch trotz der vorangeschrittenen Uhrzeit noch da und vor allem auch moshmäßig voll im Einsatz waren. Die Fans der Band waren ganz offensichtlich schlichtweg begeistert, was ich spätestens (wenn die fliegenden Haare vor der Bühne nicht schon Beweis genug gewesen sind) bei einem Rundgang über das Gelände während des Auftritts feststellte, als neben mir jemand plötzlich sehr energisch brüllte „IHR SEID SO GEIL, WENN ICH NICHT SO BESOFFEN WÄR, WÜRD ICH EUCH ALLEN EINEN BLASEN“ – es handelte sich übrigens um einen Mann.

Ein sehr viel schöneres Kompliment kann eine Band ja wohl kaum bekommen.


Kommen wir also langsam zum Fazit des Tages, und um es gleich auf den Punkt zu bringen: es war einfach großartig! Mit Sicherheit stimmungsmäßig eines der besten Open Airs, auf denen ich je war, und auf dem einfach alles gestimmt hat: das Wetter, die Bands, das Drumherum. Das Ende vom Lied „Rage Against Racism 2005“ war auch noch eine vollgekotzte Kühltruhe und ein passend dazu angepisster Herr M. (wahrscheinlich Mit-Organisator oder ähnliches), welcher sich in sehr unflätigen Worten über die Legitimität von Kotzbolzens Geburt äußerte (kleiner Auszug aus dem O-Ton: „Wenn sich der kleine Penner nicht gleich verpisst, drück ich den mit der Fresse da rein!!“ – Jesus Maria......). Alles in allem aber war es schlichtweg ein Tag, der wirklich jedem Anwesenden gefallen haben dürfte, und der ganz sicher nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird. Große Ereignisse werfen immer ihre Schatten voraus, und der Schatten fürs Rage Against Racism 2006 wird spätestens nach diesem Tag ein gewaltig großer sein.

sherry

Autor: Nadja Lemke [Sherry] | 08.06.2005 | 15:58 Uhr
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