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"Erfolgreich zurück"
Datum: 24.08.2007 bis 25.08.2007
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Stadt: Gemünden
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Was lange währt, wird endlich gut. Das sollte wohl die beste Einleitung zu unserem Bericht vom diesjährigen UP FROM THE GROUND FESTIVAL sein, ist das Festival selbst doch schon knapp 8 Wochen her. Nichtsdestotrotz und mit einer hiermit ausgesprochenen Entschuldigung gibt es auf den folgenden Seiten unsere reichhaltig gesammelten Eindrücke für all jene zu lesen, die unsere Erfahrungen teilen oder eben jene, die neugierig sind auf das, was Metal-Franken neben den wohl erfolgreichsten Coverbands des Landes noch zu bieten hat.

Wirklich viel Negatives gibt es auch in diesem Jahr zum UFTG nicht zu sagen. Das Festival im malerischen Gemünden scheint in 2007 an denselben Kinderkrankheiten zu leiden, wie etliche Festivals in diesem Sommer zuvor. Die Menge der Besucher wächst, die Fläche der Veranstaltung hingegen nicht [als prominenteres Beispiel sei hier das W:O:A genannt]. Für den Konzertbereich mag das herzlich egal sein, jedoch werden im Laufe der Tage immer wieder Stimmen von denen laut, die weit ab vom eigentlichen Gelände ihr Lager aufschlagen müssen. Dennoch lässt man sich die Laune nicht verderben, wie uns eine junge Hamburger Besuchergruppe feierlich demonstriert, als sie kurzerhand ihre Zelte neben den Autos auf einem öffentlichen Parkplatz fern ab dem Campinggelände aufbauen. Grüße an die unumstößlichen Parkplatz-Hanseaten und Astra-Jünger an dieser Stelle. Der zweite und deutlich gravierendere Punkt in diesem Jahr ist der absolut leidende Sound. Was uns hier über die Tage teilweise an Notenmatsch entgegenfliegt, sollte den Soundtechnikern fürs nächste Jahr zu denken geben. Gerade Bands wie SCAR SYMMETRY leben von einer gewissen Atmosphäre, die so geradezu unmöglich zu erschaffen ist.

Ansonsten gibt es am Festival und der Organisation des Ganzen sicherlich nichts zu meckern. Das Personal ist freundlich, stets gut gelaunt und hilfsbereit, die Preise sind im Festivalbereich absolut unschlagbar und äußerst human – auch was das Essen betrifft. Die Expansion des UFTG ist also beinahe rundum gelungen, wenn man allein die namhaften Allianzen im Billing betrachtet. Ob Thrash, Black, Death oder Heavy Metal, in Gemünden findet jeder seinen Platz und wenn selbst die Kuttenträger und Anhänger alt eingesessener Thrashlegenden ihren Kopf zu finsteren Black Metal Klängen rotieren lassen, spricht das doch nur für die gute Laune unter den Zuschauern. Das UFTG wahrt sich im Jahr 2007 seinen Charme und macht – kaum zu Ende – schon Lust auf das kommende Jahr. Doch reden wir nicht von dem, was da kommt und bleiben zunächst bei dem, was war…
[Patrick „Border“ Franken“ / Thomas „Shub“ Kleinertz]

Freitag, 24. August 2007
12:15 - 12:45 Uhr: EAR-SHOT
13:00 - 13:30 Uhr: APOPHIS
13:45 - 14:15 Uhr: DISASTER KFW
14:30 – 15:00 Uhr: DEMONICAL
15:15 – 15:45 Uhr: JUSTICE
16:00 – 16:30 Uhr: EVOCATION
16:45 – 17:25 Uhr: SCAR SYMMETRY
17:40 – 18:20 Uhr: EQUILIBRIUM
18:40 – 19:25 Uhr: SABBAT
19:45 – 20:30 Uhr: SONIC SYNDICATE
20:50 – 21:40 Uhr: KRISIUN
22:05 – 23:05 Uhr: ILLDISPOSED
23:35 – 00:50 Uhr: ARCH ENEMY

.:JUSTICE:.
Ein fränkisches Festival… was darf hierbei natürlich nicht fehlen? Richtig! Zünftiger Metal der Haus- und Hofband JUSTICE. Das ganze Jahr über feiern die Lokalmatadore an beinahe jedem Wochenende Erfolg um Erfolg, wenn sie mit ihrem Covermetal die Hallen des Frankenlandes füllen. Eben ein Phänomen dieses Breitengrades. Allerdings können die Virtuosen um den charismatischen Frontmann Mitch weit mehr als nur das und beweisen in der heißen Nachmittagssonne, dass auch die eigenen Werke beim Publikum allseits beliebt sind. Mit Smashern wie „High School Death“ oder „Future Oppressions“ weiß man routiniert die recht müde Menge wach zu thrashen. JUSTICE machen ihren Job heute gut, auch wenn der Sound ein wenig in Mitleidenschaft gerät. Gut aber deswegen, weil das anfänglich recht unmuntere Publikum von Song zu Song lauter wird und sogar alte Hits der Franken fordert. Ich persönlich war im Vorfeld sehr gespannt auf neues Material, wurde jedoch – wie sicher manch anderer im Publikum auch – enttäuscht, da seitens des Veranstalters aufgrund von Verzögerungen ein Beschnitt des JUSTICE-Sets stattfindet. Dennoch steht am Ende ein solider Gig, der hervorragend den Spätnachmittag einleitet. [Patrick „Border“ Franken“]

.:EVOCATION:.
Ich erwarte mit erfreulich vielen anderen Fans vor der Bühne sehnlichst meine zweite hoch favorisierte Band des ersten Festivalnachmittags neben SADIST. EVOCATION haben einen nicht wirklich hohen Bekanntheitsgrad, was ich an dieser Stelle einfach nur als sehr schade empfinde. Aber spätestens nach diesem Auftritt sollten sich einige Fans hinzugesellt haben und EVOCATION ihre Liebe schenken. Die Sonne knallt noch immer und Beinahe-Glatzmann Thomas [Gesang] kann einem regelrecht Leid tun. Dennoch geben die Jungs – zugegeben zu Beginn etwas verhalten und geradezu unsicher – ihr Bestes, um der moshenden Menge ordentlich einzuheizen. Ich habe viel erwartet und werde nur wenig enttäuscht. Gut, sollte man ihnen nicht zum Vorwurf machen, denn die Band hatte noch nicht allzu viele Gelegenheiten, ihr Live-Können unter Beweis zu stellen. In Deutschland findet heute sogar der erst zweite Gig der Schweden statt. Wer sich hier heute beschwert, der hat keine Ahnung von geiler Musik und hat Kracher wie „Chronic Hell“ oder „Greed“ erst gar nicht verdient. Ich verdrücke die sprichwörtliche Träne, als dieser Gig so schnell vorüber geht. Hoffentlich freue nicht nur ich mich jetzt schon wie ein Kleinkind auf das, was von EVOCATION noch kommen wird. [Patrick „Border“ Franken“]

.:SCAR SYMMETRY:.
Nach einem feinen Set von EVOCATION bleiben wir – zumindest musikalisch – in Schweden, als SCAR SYMMETRY die Bretter beschreiten. Um ein weiteres Mal muss ich mein Bedauern an diesem Tag bekunden, dass Bands wie diese und auch EVOCATION in der prallen Nachmittagssonne spielen müssen. Die Dreiviertelstunde einer meiner Meinung nach absolut überbewerten Band am frühen Abend hätte ich nur zu gern zwischen vorgenannten Bands aufgeteilt. Da hilft weder Jammern noch Weinen, denn SCAR SYMMETRY sind dennoch froh, spielen zu können und versuchen ihr Bestes, dies auch die Menge fühlen zu lassen. Leider springt der Funke „dank“ absolutem Matsch aus den Boxen nicht wirklich über. Kenner der Band wissen natürlich dennoch, was gespielt wird und machen ihren Helden keinen Vorwurf. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob – neben den etwas zerstückelten Melodien - die nicht wirklich allzu klaren Vocals des Frontmanns ebenfalls auf den miesen Sound zurück zu führen sind. Es scheint nicht sein bester Tag zu sein, aber das passiert wohl jedem, angesichts dieser Temperaturen und – sorry – unfähigen Reglerschiebern. Ich habe diese Band schon um Längen besser erlebt und weiß daher, dass das heute Gebotene keinesfalls der Norm gerecht wird. Trotz der Gewalten „Retaliator“ oder „Pitch Black Progress“ sehr schade. [Patrick „Border“ Franken“]

.:EQUILIBRIUM:.
„Met, Met, Met, Met, Met, Met UUAARGH!“ So sieht’s aus und genau das hat man im Kopf, wenn man vor der Bühne den Auftritt der Saufgeschwister von EQUILIBRIUM erwartet. Seit Jahren als Gute-Laune-Geheimtipp gehandelt, enttäuschen EQUILIBRIUM auch heute niemanden der zahlreich erschienenen Feierwilligen, … bis auf einen… und das bin wohl ich. Für den im letzten Jahr ausgestiegenen Keyboarder [Armin Dörfler] hat man offensichtlich noch keinen adäquaten Ersatz gefunden, also kommen die untermalenden Elemente heute leider aus der Anlage. Keine Frage, die Deutschen spielen ein solides Set und haben das Publikum natürlich auf ihrer Seite, aber besteht dieses denn wirklich nur aus Menschen, die die Band noch nie gesehen haben? „Turis Fratyr“ ist nun schon über zwei Jahre alt und „Sagas“ lässt immer noch auf sich warten [voraussichtlich bis 04. Januar 2008]. Ich weiß nicht, wie oft ich die Deutschwikinger jetzt schon gesehen habe, aber es wird doch allmählich Zeit für Neues. Die Tatsache, dass ich allerdings schon wieder vor der Bühne stehe und zwischen andächtigem Lauschen und kräftigem Moshen pendle, beweist schlussendlich dann doch, dass die Songs des Erstlings immer wieder ziehen. Einen neuen Song gibt es zwar, doch war ich nicht wirklich im Stande, diesen zu deuten. Problem: siehe 80% der Bands des Festivals. Alles in Allem ein wieder einmal gelungener Auftritt, doch jetzt wird’s wirklich Zeit… hop, hop, Album fertig machen! [Patrick „Border“ Franken“]










.:SABBAT:.
Hoppla, was ist denn das? Die Urthrasher SABBAT, wohl gemerkt aus dem vereinigten Königreich, betreten die Bühne, holzen einen saftigen Opener von Selbiger herunter und auf einmal beginnt Frontmann Martin eine Art Small Talk mit dem Publikum? Nichts Besonderes, aber… auf Deutsch? Das kommt an, liebe Fans, und man sieht es auch. Jubelstürme mit jedem Wort. Dass deutsches Wortgut ausländischer Bands absolut zieht, wissen wir spätestens seit Brachialbart Johan Hegg [AMON AMARTH], aber das hier sind keine Wortfetzen, sondern grammatikalisch korrekte, beinahe akzentfreie Satzkonstruktionen am Stück. Respekt! Aber zurück zum Relevanten…
SABBAT beweisen am Frühabend, dass das Wort „alt“ bei ihnen vergeblich gesucht werden kann, denn die fünf legen sich mächtig ins Zeug. Das Publikum steht voll auf ihrer Seite, was angesichts der Tatsache, das letzte Langspielalbum im Jahr 1991 und somit vor 16 Jahren gehört zu haben, eine wahre Meisterleistung ist. Ich muss leider zugeben, SABBAT in der Vergangenheit nicht gekannt zu haben, weshalb ich als einzigen Songtitel leider nur noch „For Those Who Died“ aus dem Jahre 1988 in Erinnerung behalte, aber ich bin nach diesem Konzert sicherlich nicht abgeneigt, mir eine eventuelle neue Platte [sollte es denn nach dieser Reunion eine geben] zu Gemüte zu führen. Macht durchaus Laune und Lust auf mehr. [Patrick „Border“ Franken“]

.:SONIC SYNDICATE:.
Sooo… dann ist es wohl so weit. Das Publikum besteht plötzlich zu 80% aus unter 20-jährigen, die Haare fransig im Gesicht tragend, Schachbrettmuster auf den Klamotten sind zu Hauf auszumachen und die ersten jungen Mädels kreischen sich in den ersten Reihen die Seele aus dem Leib. Entweder sind wir beim ersten Auftritt von „Popstars On Stage“ und warten auf Tanzpapst Detlef „D“ Soest, oder es geht um die Senkrechtstarter SONIC SYNDICATE. Letzteres ist natürlich der Fall, und bevor ich noch weiter in fiese Vergleiche oder unwohlwollende Nebensätze abdrifte, widme ich mich einfach der Musik.
Egal, was man von der Band und dem fragwürdigen Hype um sie halten mag, SONIC SYNDICATE geben sich bühnensicher, spielen ihr Set, als könnten sie nichts anderes [NA! Wer wird denn…?] und treiben sogar die Stimmung des Publikums in gewisse Höhen. Jeder Song wird mit tosendem Beifall belohnt und die Laune auf der Bühne scheint unbrechbar. Bei allem Belächeln, sollte man der Band allerdings auch irgendwie dankbar sein, denn neben BULLET FOR MY VALENTINE sind wohl vor allem sie mitverantwortlich, dass Metal im Allgemeinen in den letzten paar Jahren an Popularität gewonnen hat. Das belegt jedenfalls die bisher größte Menge vor der Bühne. So bleibt auch mir nichts anderes übrig, als die gezeigte Leistung anzuerkennen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. [Patrick „Border“ Franken“]

.:KRISIUN:.
Eigentlich kann ich mich mit den Worten über KRISIUN mehr als kurz fassen. Geil, nahezu perfekt, absolute Routine auf der Bühne, abartig fieses Moshfest, Geschwindigkeit pur… KRISIUN for President! Nein ehrlich, was sich die Brasilianer hier aus den Fingern spielen, passt auf keine Kuhhaut. Mancher Song wird sogar schneller als auf den Platten gespielt und vor der Bühne ist kein Halten mehr. Ein absolut misslungener Kontrast, so von SONIC SYNDICATE auf KRISIUN, aber die Fans in den ersten Reihen toben, als würden sie darauf erpicht sein, einen hoffentlich von vorhin übrig gebliebenen Emo im Staub zertreten zu dürfen. KRISIUN selbst hingegen hinterlassen nicht nur bei mir [Grüße an den AARDVARKS-Guido an dieser Stelle] irgendwie den Eindruck, als stünde ihnen eine zweite Gitarre gar nicht mal schlecht zu Gesicht. Sie würde das Ganze wohl noch voller, noch runder und noch brachialer machen können, als es allerdings heute Abend eh schon ist. Als witziges Szenario am Rande ist zu bemerken, dass es im Normalfall so läuft, dass die Jünger ihrem Propheten ergeben sind. Heute Abend scheinen KRISIUN den Spieß umzudrehen, denn quasi im Minutentakt dankt man sichtlich ergriffen den vielen hundert Fans, die erschienen sind, dem Veranstalter, der sie spielen lässt und und und… Die finsterste Death Metal Band mutiert heute Abend zu herzerwärmenden Sympathos, die einfach Spaß machen.
Machen wir’s noch mal kurz: KRISIUN treten heute Abend gewaltig Arsch!

Nach dem Konzert habe ich kurz die Gelegenheit, KRISIUN-Drummer Max Kolesne zu treffen und ein paar Fragen bezüglich der Aussagen auf der Bühne und andere Dinge zu stellen:

Patrick: Hey Max, schön, Dich wieder zu sehen und dass Du Dir die Zeit für Metalnews.de nimmst.

Max: Kein Ding, Alter. Ist mir eine Freude!

Patrick: Alex hat eben auf der Bühne den Satz „Thanks so much for supporting KRISIUN… no fuckin’ trends, no melodic bullshit, just fuckin’ Death Metal!“ gesagt. War das etwa ein Wink an Eure Vorgänger SONIC SYNDICATE?

Max: Ach weißt Du, ich glaube nicht wirklich, dass das ein Wink in die Richtung war, sondern einfach nur ein Dank an alle, die uns all die Jahre die Treue gehalten haben. Ich meine… schau Dich doch mal um hier. Die Leute feiern uns, wir haben Euch allen zu danken, das ist alles. Hm… aber jetzt, wo Du das so sagst… hm… ich sollte Alex wohl noch mal fragen [lacht].

Patrick: Wie seht Ihr sonst dieses Festival und die Bands, die spielen?

Max: Es ist wirklich viel von diesem ganzen neumodischen Kram dabei und ich bin wirklich kein Freund dieser Musik, aber hey, wir sind doch alle irgendwie im selben Boot, oder? Wir sind hier, um die Leute zu rocken, um unsere Musik zu spielen und dazu gehören eben auch andere, sonst wäre es doch langweilig.

Patrick: Und das Festival hier? Sind deutsche Fans wirklich das, was viele sagen?

Max: Alter, die deutschen Fans sind einfach nur gigantisch! Wir kommen aus Brasilien und da sind die Leute auch schon verrückt, aber das hier ist immer der Wahnsinn. Es ist ein super geiles Gefühl, hier rüber zu fliegen und zu sehen, wie die Metalheads zu unserer Musik abgehen. Da wir gerade eh in Europa angekommen sind und in Polen unsere Tour starten, sind wir froh, hier sein zu können. Wir sind dem UP FROM THE GROUND wirklich dankbar, dass sie uns die Möglichkeit geben, hier zu spielen. Wir haben es wirklich genossen und es ist traurig, dass es schon wieder vorbei ist. Geiles Festival, auf jeden Fall!

Patrick: Eine Frage außer der Reihe: als brasilianische Band seid Ihr ja sicherlich in Kontakt mit SEPULTURA oder SOULFLY. Was denkst Du über Max und Igor und wäre es nicht toll, dieses Urgestein auch mit Andreas Kisser wieder als SEPULTURA zu sehen?

Max: Keine Frage, Mann! SEPULTURA waren überirdisch! Wie auch immer, das mit Igor und Max freut einen natürlich. Andreas Kisser ist ein sehr guter Freund von uns und von Zeit zu Zeit spielt er auch ein paar Shows mit und ist unser Gast auf der Bühne. Wir kennen uns schon sehr lange und ich glaube, ihm persönlich wäre eine Reunion im Sinne des Ursprungs wohl recht. Er hat sonst nichts vor, warum also nicht?

Patrick: Sag’ doch mal ehrlich. Könnt Ihr von KRISIUN leben oder geht Ihr noch einem Job nach?

Max: Wir sind in der glücklichen Lage, von unserer Musik leben zu können. Zu Hause spielen wir eine Menge live und das ist eine gute Sache. KRISIUN ist also schon ein vollwertiger Job, weißt du?

Patrick: OK, Max, vielen Dank für deine Zeit und viel Spaß auf der anstehenden Tour.

Max: Danke, Mann! Vielen Dank für Euren Support und habt noch ordentlich Spaß und Bier auf diesem geilen Festival.
[Patrick „Border“ Franken“]

.:ILLDISPOSED:.
Besoffen, besoffener, ILLDISPOSED. So will ich zumindest Frontmann Bo heute Abend gesehen haben. Der dänische Wanderzirkus macht beim UFTG als Ersatz für die zuvor ausgefallenen DYING FETUS halt und wartet mit bewährtem Konzept auf. Irgendwie rücken die Songs der Band immer mehr in den Hintergrund, sind es doch eigentlich die Ansagen und zwischendurch abgefeuerten und debilen Deutschfetzen Bos. Es gibt wohl kaum jemanden, der noch nicht von den „swulen eierlosen Nutten aus den Norden“ gehört hat, oder mit Sprüchen wie „Wir sin heute nur zu sie gekommt für ficken die Mädsen.“ Nichts anfangen kann. Zur Freude der Fans gibt es heute das gesamte Deutschrepertoire auf die Ohren, aber zum Glück gibt es ja auch noch die Musik von ILLDISPOSED. Wieder einmal graben sich unsere Nachbarn durch ihre Diskografie und spielen alle Hits, die das Publikum lauthals fordert. Beinahe schon mit zynischem Unterton muss man anmerken, dass ca. 11 Stunden nach Festivalbeginn auch der Sound halbwegs stimmt, so dass das Set einwandfrei runtergebrettert werden kann. Mit ILLDISPOSED ist es irgendwie, wie mit J.B.O.: die Jokes sind immer dieselben und an der Setlist ändert sich auch nicht viel. Dennoch schneidet sich von Song zu Song immer wieder ein Grinsen ins Gesicht und man kommt irgendwie nicht daran vorbei. Wer weiß… vielleicht erleben wir den Dauergast ja bald schon zum vierten Mal in Gemünden. [Patrick „Border“ Franken“]




.:ARCH ENEMY:.
Der erste Headliner des Festivals, ARCH ENEMY, betritt mit leichter Verspätung die Bühne, legt aber gleich los. Der Sound stimmt mittlerweile soweit und auch eine weitere Überraschung dürfte es für einige ahnungslose Fans geben: das Bruderpaar der Melodien, Michael und Christopher Amott, ist wieder vereint und zeigt heute absolute Spielfreude. Was bei vergangenen Gigs der deutsch-schwedischen Freundschaft noch arg hakelig rüber kam, wirkt nun wieder höchst harmonisch und wie für einander gemacht. Auch die übrigen Musiker überzeugen durch Präzision und sichtlich gute Laune. Nichtsdestotrotz sind ARCH ENEMY für mich heute Abend ein austauschbarer Headliner, denn das, was ich heute sehe, habe ich in der Form mindestens schon fünfmal gesehen. Angela Gossow ist zwar ein Springinsfeld auf der Bühne und ein Wirbelwind von Seite zu Seite, zeigt aber dennoch durch das komplette Set immer wieder dieselben, ausgelutschten Bewegungsabläufe. Ich bin weiß Gott kein Feind dieser Band, empfinde das Gebotene aber bereits nach drei Songs als ausreichend. Die Songs gleichen immer mehr dem andern und auch das neue Material von „Rise Of The Tyrant“ weiß mich nicht so recht zu überzeugen. Stimmlich ist jegliche Variation jedenfalls dahin und daher für mich absolut kein Highlight an diesem Tag bzw. in dieser Nacht. Auch erklingende Altertümchen der Band bringen mich angesichts der immer gleichen Tonlage nicht mehr wirklich in Bewegung und ich kann mich bei fortschreitender Show nicht gegen den Berühmten Kommentar „Die Luft ist raus.“ wehren. Bleibt als Fazit: Was sie spielen, spielen sie mehr als gut, aber was sie spielen ist auch schon lange nichts Besonderes mehr. Den Fans gefällt’s trotzdem, mir soll’s recht sein. [Patrick „Border“ Franken“]

Border

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Autor: Patrick Franken [Border] | 22.10.2007 | 15:24 Uhr
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