Nachdem der ehemalige MANOWAR-Gitarrist Ross „The Boss“ Friedman zwei durchaus anständige Alben unter eigenem Namen veröffentlicht hatte, kamen seine Solo-Ambitionen nur kurze Zeit später wieder zum Stillstand. Erst 2015 kehrten ROSS THE BOSS ausgerechnet mit einem MANOWAR-Tribute ins Rampenlicht zurück, wobei die Band vor allem

Die britischen Heavy Metal-Überflieger MONUMENT haben ein Video zu ihrem Song „William Kidd“ veröffentlicht. Die Nummer wird sich auf ihrem inzwischen dritten Album „Hellhound“ befinden, das am 25. Mai über Rock Of Angels Records erscheinen wird.

Die schwedischen Heavy Metaller ENFORCER haben auf ihrer Facebook-Seite ein Foto gepostet, das Frontmann Olof Wikstrand aller Wahrscheinlichkeit nach im neuen Studio der Band zeigt. Das Bild ist schlicht mit den Worten „ENFORCER V“ überschrieben, was darauf hindeutet, dass die Truppe mit den Arbeiten an

Zwar sind die Arbeiten an ihrem neuen Album schon fast abgeschlossen, dennoch haben diem kanadischen Metaller STRIKER noch ein Video zu ihrem Song „Pass Me By“ veröffentlicht. Die Nummer stammt von ihrer selbst betitelten CD, die bereits im Februar 2017 in den Handel gekommen ist.

Im Rahmen der Kampagne „Noise Records lebt!“ hat das wieder eröffnete Label die nächsten Neuveröffentlichungen angekündigt: Am 25. Mai 2018 werden mit „Heavy Metal Breakdown“ und „Witchhunter“ die lange vergriffenen ersten beiden Alben der Teutonenstahl-Urgesteine GRAVE DIGGER neu aufgelegt.

[vc_row][vc_column width="3/4"][vc_column_text] 24.04.2018   THEOTOXIN haben den zweiten und letzten Teaser zum kommenden Album "Consilivm" veröffentlicht. Das Werk erscheint nächsten Monat. Zweiter Teaser Der Teaser beinhaltet Ausschnitte folgender Songs: "Adoration Of The Blight", "Deus Impostor", "Hexenflug und Teufelspakt", "Yersinia Pestis", "Somnus Profanus", "Apokatastasis" and "Abgesang". Hier geht es zum Teaser. Das

HomeInterviewsPallbearer – Joseph D. Rowland, Devin Holt, Brett Campbell

Pallbearer – Joseph D. Rowland, Devin Holt, Brett Campbell

In Little Rock, Arkansas, hat nicht nur Ex-Präsidententochter Chelsea Clinton ihre ersten Schritte gemacht, sondern auch das Doom/Prog-Quartett PALLBEARER. Schon ihr Debütalbum „Sorrow And Extinction“ wurde vor gut fünf Jahren von der Online-Hipstermusikbibel „Pitchfork“ in den siebenten Himmel gelobt – darauf folgte mit „Foundations Of Burden“ ein weiteres Top-Album, ein Vertriebsdeal beim Branchenriesen Nuclear Blast und interessante Europa- und USA-Touren mit Bands aus den unterschiedlichsten, stilistischen Winkeln. Mit dem dritten Album „Heartless“ gelang den verschrobenen Doomern 2017 sogar der Eintritt in die relevanten Albumcharts und die Adelung, von „Rolling Stone“, „Metal Hammer“, Stereogum“ und Co. in sämtliche Top-Listen szenerelevanter Magazine gewählt worden zu sein. In Wien haben wir bei drei Viertel der Band (Drummer Mark Lierly musste dringend duschen und entschuldigte sich mit den Worten „Ich bin ja eh nur der Drummer, ich bin egal“) einmal nachgefragt, was in den knapp zehn Jahren seit der Bandgründung eigentlich so alles passierte.

Jungs, ich habe euch 2015 das erste Mal live gesehen im Vorprogramm von DREAM THEATER und KADAVAR, nun seid ihr mit PARADISE LOST durch Europa getourt. DT und PL sind Bands, deren Fans ziemlich streng und wenig offen für anderes sein können. Wie ist es, mit diesen Paketen die Bühne zu entern?

Joseph D. Rowland: Das ist nun einmal Teil des Geschäfts. Viele haben uns aber auch so entdeckt und besuchen das nächste Mal dann eine Show von uns.

Devin Holt: Wir sehen das als Arbeit in die Richtung, dass wir selbst einmal Headliner sein können. PARADISE LOST sind musikalisch weit von uns entfernt und haben eine stabile Fanbase, aber du erwischt immer wieder Leute, die dich dann verfolgen und wiederkommen. Beim DREAM THEATER-Package war es mit dem Publikum natürlich noch schwerer, da waren wir wohl eher ein Fall für die KADAVAR-Fans. [lacht]

Gibt es auch ideologische Überschneidungspunkte, die ihr mit einer Band wie PARADISE LOST habt?

Holt: Wir haben persönliche Parallelen, weil sie im Tourbus oft dieselben Dinge zum Runterkommen hören wie wir. Wir alle interessieren uns für die verschiedensten Facetten von Musik und bleiben nicht an zwei, drei Bands verhaften.

Euch kann man wirklich schwer kategorisieren, weder Doom Metal noch Prog Rock passt so richtig. War es immer schon euer großes Ziel, euch jedweder Nischenzuteilung entziehen zu können?

Rowland: Wir wollen einzigartig klingen. Nach PALLBEARER, ohne jemandem folgen zu müssen. Es ist okay, Elemente und Inspirationen anderer Bands aufzusaugen, aber im Endeffekt müssen wir ganz einfach nach uns klingen.

Brett Campbell: Wir sind musikalisch sehr schnell gelangweilt und nur Sounds zu reproduzieren, die wir oder andere Bands schon machten, ist uns viel zu wenig. Als Musiker wollen wir uns immer herausfordern, neue Territorien betreten.

Holt: Es ist einfach schwachsinnig, die Riffs von BLACK SABBATH nachzumachen, weil eine Kopie niemals besser als das Original sein kann. Warum es also überhaupt erst versuchen? Für mich wäre das nur eine Verschwendung von Einsatz.

Ist es schwieriger für euch, mit jedem neuen Album neue Ebenen zu betreten und euch zu wandeln?

Campbell: Wir haben eher das gegenteilige Problem, dass wir zu viele Ideen haben. [lacht] Ein großer Teil des Schreibprozesses dreht sich darum, in welche Richtung wir tendieren und welche Instrumente oder neue Wege auf bekannten Instrumenten wir austesten werden. Jedes Album besteht aus einem Berg aus Gitarren-Riffs und komplexen Soundstrukturen und während wir uns die Parts vorstellen, finden wir die Ähnlichkeiten, die dann zum fertigen Song führen.

Müsst ihr euch da oft selbst einbremsen, dass ihr nicht zu viele Klangschichten in einen Song schiebt?

Campbell: [lacht] Wir versuchen live alles so gut wie möglich so widerzugeben, wie wir es im Studio kreieren. Es gibt aber Teile, die wir leider niemals 1:1 so hinkriegen. Wir versuchen es dann mit anderen Arrangements zu realisieren. Du bist im Studio immer versucht, etwas noch besser klingen zu lassen, wir wollen aber nichts erschaffen, dass so außerirdisch klingt, dass man es nicht mehr auf die Bühne bringen kann.

Ihr setzt euch also Grenzen, damit ihr die Fans mit euren komplexen Sounds nicht völlig aus dem Tritt bringt?

Campbell: Auf „Heartless“ gab es Zeug, da wusste ich selber nicht mehr genau, was ich da fabriziert hatte. [lacht] Joe kam aus New York und musste mich erst darauf aufmerksam machen, wie abgedreht dieser Shit eigentlich war. Er hat währenddessen darauf geachtet, ein besserer Gitarrist zu werden und war erst einmal etwas weggeblasen von diesen irren Ideen, die mir durch den Kopf schossen.

Rowland: Mann, das war abgedreht, das kannst du dir gar nicht vorstellen. [lacht] Es war zu der Zeit höchste Priorität, ihn wieder etwas von seiner kompositorischen Wolke zu holen.

Campbell: Technik ist immer willkommen, aber sie darf den Song nur unterstützen und ihn nicht überlagern. Die Balance muss stimmen und wir wollen auch nicht DREAM THEATER sein.

Außerdem wollt ihr doch sicher auch Frauen im Publikum haben.

Campbell: Exakt. Ein zweiter Grund, nicht DREAM THEATER sein zu wollen. [lacht]

Mancher würde sagen, bei PALLBEARER machen Musiknerds Musik für Musiknerds. Tritt das zu?

Rowland: Wir sind ganz sicher Musiknerds, das brauchen wir gar nicht abstreiten. Wir haben auch Hörgewohnheiten, die über das Normale hinausgehen. [lacht]

Campbell: Ich kann nicht einmal Musik denken, ohne sie im Kopf so zu zerlegen, dass ich genau weiß, was hier gerade vor sich geht. Das ist wohl ziemlich nerdig.

Holt: Wir wollen aber niemanden mit intellektuellen Kompositionen überfordern. Das war und ist bestimmt nicht unser Ziel.

Campbell: Wir wollen nicht zu einer avantgardistischen Experimentalband werden, das wäre schlimm. Ich höre mir privat Dinge an, die wohl nur ein paar verwirrte Seelen hören würden, aber wir wollen keinen kompositorischen Nonsens abliefern. Wir haben seit den ersten Tagen eine ästhetische Vision für diese Band und achten darauf, diese Restriktionen nicht zu übertreten.

Und die wichtigste Restriktion ist dann wohl, den Hörer nicht in progressives Free-Jazz-Gedudel zu entführen?

Campbell: In der Band läuft alles demokratisch ab und wenn einer wirklich stark gegen etwas ist, dann wird es im Endeffekt nicht passieren.

Die musikalische Online-Hipsterbibel „Pitchfork“ forcierte nachhaltig, dass eure ersten beiden Alben „Sorrow And Extinction“ (2012) sowie „Foundations Of Burden“ (2014) ins Licht der Öffentlichkeit gerückt wurden. Irgendwie kurios, weil ihr nicht ganz ins Schema des Mediums passt, dadurch wohl aber einen enormen Karriereboost erfahren habt.

Campbell: Das war sehr hilfreich für unsere Karriere, keine Frage. Wir hatten immer das Ziel, unsere Musik möglichst weit nach außen zu tragen. Wir alle mögen Metal, aber wir hören auch so viel anderes und wollten niemals nur die Metaller mit unseren Songs erreichen. Es ist einfach langweilig, sich mit den Leuten nach Konzerten die ganze Zeit nur über Metal zu unterhalten, die Welt da draußen ist vielseitiger und hat weit mehr zu bieten. Es kann wirklich hart sein, wenn man jeden Abend darüber diskutieren muss, ob Tony Iommi der beste Gitarrist ist oder doch nicht. [lacht]

Was sind denn die eingängigsten, einfachsten Songs oder Künstler, die ihr persönlich hört?

Campbell: Depeche Mode oder solche Bands sind sehr eingängig, die lieben wir alle sehr. Es muss nicht immer nur kompliziert sein.

Zwei von euch vier leben noch immer in der PALLBEARER-Gründungsstadt Little Rock in Arkansas – so mancher Europäer würde sagen, mitten im Nirgendwo. Wie stark beeinflusst die Umgebung die Musik eurer Band?

Holt: Sehr stark, denn die Bands, mit denen wir zuhause aufgewachsen sind, haben uns sehr stark geprägt. Bei uns gab es eine große Szene mit sehr abgedrehten, verspielten Bands.

Campbell: Ohne diese Szene würde es uns garantiert nicht geben. Wir sind dort aufgewachsen und haben uns diese DIY-Metal-Prog-Shows angesehen, die uns geprägt haben. Es gab bei uns fast nur Underground-Musik, weil die großen Stars einen großen Bogen um Little Rock machten, aber es gab nicht nur Metal. Wir hatten Noise-Jazz oder Hardcore-Fusion, die abgefahrensten Stilmixe. Es gab einfach keinen klassischen Metal-Club, sondern nur einen Schuppen, wo Bizarres vor sich ging. [lacht] Ich war ein Kind der Vorstadt und umgeben von White-Trash-Drecksäcken, während ich skatete. Es gab einfach so viele engstirnige Idioten und je mehr davon ich sah, umso wichtiger war es für mich, mit den guten Leuten abzuhängen und so viel verschiedene Musik zu entdecken. Ich war schon damals überrascht, dass so eine Stadt so eine musikalische Szene vorzuweisen hat. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Kann man in so einer Umgebung auch unbedarfter an einem eigenen, einzigartigen Sound schrauben, weil man eben nicht von einer gewissen Szene, wie es sie an der West- und Ostküste der USA gibt, indoktriniert wird?

Holt: So viel passierte dort wirklich nie. Du hattest die Möglichkeit, deine Zeit mit Nichtstun zu verplempern, oder dich eben noch tiefer in diese Welt der verrückten, dissonanten Musik zu graben. Wir haben uns für Zweiteres entschieden. Es war ein toller Spielplatz, um zu experimentieren.

Wenn nur mehr die Hälfte von euch dort ansässig ist, erschwert das natürlich einige Dinge. Zwangloses Proben ist zum Beispiel nicht mehr einfach so drin.

Rowland: Was ist schon ein Zuhause? Eigentlich leben wir die meiste Zeit des Jahres zusammen in einem Van, auf einem kleineren Platz zusammengekauert als in einer durchschnittlichen Konzertumkleide. Seit März geht das fast durchgehend so. Jede Möglichkeit nach diesen Touren heimzukommen und Abstand zu gewinnen, ist für die Band sogar überlebenswichtig.

Holt: Die Vorzeichen haben sich umgedreht. Heimkommen ist für uns mittlerweile eine Fluchtmöglichkeit.

Rowland: Zuhause schreiben wir an unseren Sachen, haben Freunde und Familien und können den Abstand gewinnen, den wir brauchen, um wieder auf die nächste große Abenteuerreise zu gehen.

Campbell: Joe und ich sind die historischen Songwriter in dieser Band. Wir schrieben also jeder für sich alleine und Joe kommt dann für ein, zwei Wochen zu mir, um die Songs zu formen. Oder es geht halt über das Internet. Es ist heute so extrem einfach, Musik zu formen. Jedes Telefon hat eine Aufnahmefunktion, du musst dich heute wirklich nicht mehr stressen, um physisch zusammenzukommen.

Die persönliche Diskussion bleibt dabei aber trotzdem auf der Strecke. Gerade bei euren komplexen Klanggebilden stelle ich mir das nicht immer einfach vor.

Campbell: Devin und ich haben auch noch stärker zusammengearbeitet, um dem Sound neue Facetten zu verschaffen. Wir spielen nicht dieselben Dinge, aber haben als Songwriter ein ähnliches Ziel. Auch wenn wir drei sicher unterschiedlich komponieren, haben wir das große Gebilde PALLBEARER immer im Hinterkopf.

Holt: Wir überlegen uns konstant, wie wir weitermachen – auch auf Tour. Und das kann kuriose Auswüchse nehmen. Manche Songs auf unserem aktuellen Album „Heartless“ sind so anders von der Grundidee, dass teilweise nicht einmal mehr die kleinste Gemeinsamkeit besteht. Wir jammen nicht zusammen im Studio, das ist nicht unser Stil.

Campbell: Manche Songs brauchen Jahre. Eines der Hauptriffs auf dem ersten „Heartless“-Song, „I Saw The End“, haben wir schon vor dem Debütalbum kreiert. Manche Ideen schwirren wirklich für ewig in unserem musikalischen Orbit und manchmal hast du plötzlich ein Puzzleteil, das dazupasst und schon gelingt das Unmögliche. All unsere Alben setzen sich aus allen Ären der Band zusammen und es funktioniert auf einem eigenartigen Weg trotzdem immer.

„Foundations Of Burden“ war vor drei Jahren auch eure Eintrittskarte in den europäischen Markt. War es schwierig, diesem, auch in den Charts sehr erfolgreichen, Album, etwas Starkes und doch wieder Andersklingendes nachzulegen?

Campbell: Wir haben uns niemals vom sogenannten Erfolgsdruck beeindrucken oder beeinflussen lassen. Das war nie ein Problem, weil wir unsere Energie immer in das Songwriting legen. Wie ich schon früher sagte, wollen wir uns nicht selbst wiederholen, auch wenn gewisse Grundelemente immer gleich bleiben. Wir bauen immer auf dem letzten Ergebnis auf und wollen es besser und besser machen.

Holt: Wir leben unser ganzes Herzblut in ein Album und beschwören damit quasi die Hölle herauf. Wir wollen uns verändern und ich übe jeden Tag wie ein Verrückter, um immer besser und breitflächiger zu werden. Stillstand bedeutet Rückschritt.

Rowland: Eine Band wie AC/DC hatte Phasen, wo sie wirklich vier Alben lang denselben Song machten, aber immer noch grandios klangen. Doch selbst die haben irgendwann einmal den Stil adaptiert. „Rock Or Bust“, das letzte Album, klingt zum Beispiel schon anders als der Rest. Natürlich nur in ihrem eng gesteckten Kosmos, aber ein AC/DC-Fan musste sich erst einmal daran gewöhnen. Ich will damit sagen, dass nicht einmal die scheinbar offensichtlichsten, veränderungsunwilligen Bands sich immer nur auf der Stelle bewegen.

Könntet ihr, jetzt, auf Zuruf, spontan all eure Songs spielen, die ihr als PALLBEARER je aufgenommen habt?

Rowland: Das wäre möglich, ja. Ich könnte ihn zumindest dir vorspielen, würde es aber nicht bei Leuten machen, die teuren Eintritt für unsere Konzerte bezahlen. Da gehört dann schon etwas Übung davor dazu. Wenn wir genug Zeit zusammen haben, können wir dir alles spielen, aber wir brauchen eben die Zeit dafür.

Gibt es etwas wirklich Essenzielles in eurem Songwriting? Etwas Markantes, ohne dem ein PALLBEARER-Song nicht existieren kann?

Rowland: Das wären dann wir. [lacht]

Campbell: Melodien und Harmonien. Wir sind eine sehr melodische Band, trotz der vielen Technik. Wir sind keine dieser Bands, die sich der Monotonie ergeben und Riffs bis zum Exzess wiederholen. Die Emotionen sind dafür zu wichtig.

Gibt es eine Band oder Künstler, die euch als direkte Vorbilder dienen? Die eine so gute Mixtur aus Melodie und Technik gefunden haben, die euch selbst nachhaltig begeistern konnte?

Holt: Definitiv RUSH, auch noch alte YES, CAMEL und sicher auch PINK FLOYD. Die sind komplex, aber nicht übertrieben.

Wie klingt für euch das neue ROGER WATERS-Album?

Holt: Habe ich zu meiner Schande noch nicht gehört. Ich bin extrem weit hintennach, was neue Alben von großen Künstlern angeht.

Campbell: Wir verbringen auch so viel Zeit damit, uns Klassiker und alte Künstler anzuhören. Ehrlich gesagt arbeite ich selbst so oft und so viel an Musik, dass ich manchmal einfach nur gerne dasitze und in aller Ruhe lese. [lacht] Ich bin sehr obsessiv mit Synthesizer und wenn ich daheim sitze, schraube ich sehr oft daran. Es ist wahrscheinlich der oberflächlichste und dämlichste Satz, den ein Musiker sagen kann, aber grundsätzlich höre ich am öftesten meine eigene Musik. [lacht] Ich meine damit nicht die PALLBEARER-Songs, aber die Synthie-Jams, die ich daheim kreiere, um in eine Art von Meditation zu verfallen. Da geht es nicht um Songwriting und Komplexität, sondern um das Verfallen in Klängen. Es ist wenig strukturiert und viel improvisiert – das genaue Gegenteil von PALLBEARER. Es ist fast schon wissenschaftlich, was da vor sich geht. Ich kann mich schnell in Musik verlieren, auch wenn das Kreieren von Musik sehr frustrierend sein kann. Wenn zu viele Ideen kommen, kann ich sie nicht aufteilen und grüble tagelang, was ich damit tun soll. Am Ende kommt aber immer der Punkt, wo plötzlich alles zusammenfließt. Das entschädigt für die harten, entbehrungsreichen Tage oder Wochen davor. Wenn sich ein Song zusammenfindet ist das in etwa so ein Gefühl, wie wenn du nach langem Warten endlich mal ordentlich abstuhlen kannst.

Synthie-Sounds in PALLBEARER-Songs wären aber schon interessant. So eine 80s-Pop-Note…

Rowland: Auf jeden Fall. Wir hatten schon immer Synthie-Elemente auf unseren Alben, aber es klingt niemals nach JEAN-MICHEL JARRE. Vielleicht am nächsten Album. [lacht]

Wenn man so oft und konstant wie ihr die Welt betourt, passieren gewiss auch viele abstruse Dinge. Was war denn so euer abgefahrenstes Fan-Erlebnis?

Holt: Jeden Abend gibt es eigentlich diese eine völlig verwirrte Person, bei der du während des Gesprächs am Merch-Tisch nicht genau weißt, was sie jetzt eigentlich will. [lacht]

Campbell: In Calgary haben wir einmal ein Konzert mit GOJIRA gespielt und dort schlief ein Typ während unseres Konzerts ein. Er wurde rausgeworfen und hat uns dann auf Facebook eine Nachricht geschrieben und aufs Übelste beschimpft. [lacht] Er verpasste GOJIRA und war deshalb so unfassbar wütend auf uns.

Holt: Da haben wir uns dann auch gewehrt und relativ scharf zurückgeschossen. Was soll die Scheiße? Wenn die Show langweilig ist, dann geh doch raus und rauch eine Zigarette oder atme tief durch. Aber vor der Bühne einschlafen und uns dann online bepissen – das geht sich einfach nicht aus. [lacht]

Robert Fröwein / 26.12.2017

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