Manchmal kommt es eben anders, als man denkt. Nachdem ich zum ersten Mal in den Song „Fallen One“ aus dem 2014er Album „Blood Leads to Glory“ der Heavy Metal-Formation ELVENSTORM rein gehört hatte, verortete ich die Band zunächst in den Bereich Power Metal mit leichter

SCARS ON BROADWAY, das lange im Winterschlaf befindliche Projekt von SYSTEM OF A DOWN-Gitarrist Daron Malakian, gibt ein neues Lebenszeichen von sich.

Die um die beiden GODSMACK-Musiker Shannon Larkin [Schlagzeug] und Tony Rambola [Gitarre] versammelte Blues-Formation THE APOCALYPSE BLUES REVUE hat mit "Nobody Rides For Free" einen neuen Song veröffentlicht.

Die aus Florida stammenden Death Metal-Urgesteine DEICIDE haben ein Lyric-Video zu ihrem neuesten Song "Excommunicated" vorgestellt.

Die teutonischen Metal-Urgesteine GRAVE DIGGER haben jüngst ein Lyric-Video zu ihrem Song "Fear Of The Living Dead" im Internet veröffentlicht.

Die bayrischen Technical Death Metaller OBSCURA haben ein Video zu ihrem Song "Mortification Of The Vulgar Sun" ins Netz gestellt.

HomeReviewPink Cream 69 – Headstrong

Pink Cream 69 – Headstrong

Wertung:

6.0/7

Info:
VÖ: 10. November 2017
Label: Frontiers Records
Spielzeit: 00:44:56

Line-Up:
David Readman – Vocals
Alfred Koffler – Guitar
Uwe Reitenauer – Guitar
Dennis Ward – Bass
Chris Schmidt – Drums

Tracklist:
We Bow To None
Walls Come Down
Unite And Divide
No More Fear
Man Of Sorrow
Path Of Destiny
Vagrant Of The Night
Bloodsucker
Whistleblower
The Other Man

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Seit mittlerweile stolzen 30 Jahren aktiv waren die Karlsruher Melodic Metaller PINK CREAM 69 u.a. einst Heimat des heutigen HELLOWEEN-Sängers Andi Deris. Der wurde jedoch schon vor über zwei Jahrzehnten durch David Readman abgelöst – ein Wechsel, der die Truppe genauso wenig bremsen konnte wie dessen zwischenzeitliches Engagement bei den Kollegen von VOODOO CIRCLE. Mit „Headstrong“ veröffentlichen PINK CREAM 69 pünktlich zum 30. Geburtstag ihr inzwischen zwölftes Album über das italienische Label Frontiers Music.

 

„Halsstarrige Hard Rock-Hymnen“

 

Überraschungen erlebt die Hörerschaft auf „Headstrong“ nicht, denn PINK CREAM 69 spielen hier ihre gewohnte Mischung aus knackigem Hard Rock nach amerikanischem Vorbild und Melodic Metal deutscher Bauart. Das ist auch gut so, denn ab dem eröffnenden „We Bow To None“ zeigen die Herren aus Karlsruhe, dass sie nichts von ihrer Spielfreude und Authentizität eingebüßt haben. Weil sich die Truppe mit Nummern wie „No More Fear“ oder „Bloodsucker“ stets knietief in den 80ern befindet, ist natürlich vieles von dem, was PINK CREAM 69 auf „Headstrong“ bieten, schon mal irgendwo dagewesen, z.b. bei den Kllegen von VICTORY – weil die Band hier aber mit derart viel Elan und hörbarem Spaß an der Sache agiert, stört das nicht im Geringsten und dieses Album kann getrost als zeitlos betrachtet werden. Dabei punktet die Band vor allem mit ebenso routiniertem wie zielsicherem Songwriting, das den Hörer von Anfang bis Ende mitreißt und legt obendrein ein hohes Maß an Abwechslung an den Tag. Neben den genannten Uptempo-Nummern gibt es mit „Unite And Divide“ noch einen treibenden Stampfer im Stadionformat, eine bluesige Power Ballade namens „Man Of Sorrow“ und in „Path Of Destiny“ oder „Whistleblower“ wird es dann gar unerwartet heavy. Dabei zeigt sich, dass PINK CREAM 69 ein Händchen für packende Arrangements haben und auch in seichteren Augenblicken rutscht die Mannschaft nicht in den Kitsch ab. Das liegt sicherlich auch am grandiosen Gesang von Frontmann David Readman, der auf „Headstrong“ alles von zart bis hart mit großer Überzeugungskraft abliefert. Dabei ist festzuhalten, dass Mr. Readman deutlich besser zu dieser Band als zu VOODOO CIRCLE passt, denn während er auch bei letztgenannten einen hervorragenden Job gemacht hat, so lehnte er dort doch immer ein bisschen zu sehr in Richtung David Coverdale und schränkte sich selbst unnötig ein. Auf „Headstrong“ hingegen klingt der Mann deutlich individueller und schöpft die gesamte Palette seines Könnens aus, was auf dieser Platte für allerhand Gänsehautmomente sorgt. Wie bei Veröffentlichungen aus dem Hause Frontiers Music üblich, wurden auch für die Produktion von „Headstrong“ keine Mühen [oder Kosten?] gescheut, weshalb das Album in wuchtigen und doch organischen Sound verpackt wurde, der dank knackigen Gitarren vor allem die unzähligen starken Riffs auf dieser Platte bestens unterstreicht.

 

Obwohl bei Frontiers Music erschienen, hatte deren Vollstrecker Alessandro Del Vecchio bei „Headstrong“ ausnahmsweise mal nicht seine Finger im Spiel. Wie das Album zeigt, war das auch gar nicht nötig, denn PINK CREAM 69 verstehen ihr Handwerk auch ohne externe Hilfe ziemlich gut. „Headstrong“ ist ein von vorne bis hinten ebenso gelungenes wie mitreißendes Melodic Metal-Album, das sich auch vor balladesken Momenten nicht scheut und dank kerniger Hard Rock-Attitüde obendrein unerschütterliche Coolness versprüht. Fans traditionsbewusster Rockmusik kommen an dieser Platte nicht vorbei.

 Thomas Meyns / 03.12.2017

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