Die U.S.-amerikanische Metalcore-Formation UNEARTH hat mit "Extinction[s]" den Titel ihres nächsten Albums enthüllt.

SLASH FEATURING MYLES KENNEDY & THE CONSPIRATORS haben mit „My Antidote“ einen weiteren Song von ihrem kommenden Album "Living The Dream" vorgestellt.

Die New Yorker Hardore-Vorreiter MADBALL haben einen Videoclip zu ihrem Song „Freight Train“ von ihrem Album "For The Cause" ins Netz gestellt.

Die U.S.-amerikanische Metalcore-Band ALL THAT REMAINS hat mit dem brutal "Fuck Love" betitelten Song eine neue Nummer ins Netz gestellt.

Die griechisch-amerikanischen Hard Rocker OUTLOUD haben mit "My Promise" einen neuen Song nebst Lyric-Video veröffentlicht.

Die finnischen Power Metal-Pioniere STRATOVARIUS haben ein Lyric-Video zur orchestrierten Version ihres Songs "Unbreakable" vorgestellt.

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Ein Foto der Band Powerwolf

Powerwolf – Falk Maria Schlegel über das neue Album

Ein Foto der Band Powerwolf

Foto: Napalm Records

The Sacrament Of Sin“ nennt sich das neue POWERWOLF-Album. Das erste Werk der Saarländer seit drei Jahren und es ist erneut sehr erfolgreich. Wir führten ein Gespräch mit Keyboarder Falk Maria Schlegel, der uns einige Einblicke über den Entstehungsprozess liefert.

Hallo Falk Maria. Trotz aller bisherigen Erfolge. Ist die Zeit vor dem Release und der anstehenden Tour immer noch mit Nervenkitzel verbunden?

Absolut. Das kann man irgendwie in zwei Dinge aufteilen. Zunächst beim Beginn des Songwritings, wenn man auf den leeren Zettel oder einfach in den luftleeren Raum starrt. Es entsteht bereits dann so ein gewisses Kribbeln, weil ich nie weiß, was am Ende dabei heraus kommt oder ob überhaupt irgend etwas dabei heraus kommt. Wenn man dann eine Weile gearbeitet hat, kommt irgendwann das Gefühl, wir können es noch und sind auf einem guten Weg. Doch mit der Arbeit am Songwriting, bei der Probe der Songs und auch bei den Aufnahmen bekommst du dann so etwas wie den Tunnelblick, weil ja nur wir in den ganzen Prozess eingebunden sind und gar keine Wahrnehmungen von außen zulassen. Plötzlich beginnt dann die Pressearbeit und die Songs werden vorgestellt. Klar geht das mit einer Nervosität einher, zumal man selbst ja tausend-prozentig von dem Material überzeugt ist. Aber am Ende liegt die Wahrheit auf der Straße und man hofft, dass es den Leuten gefällt.

Das neue Album. Vom Konzept her mag sich nicht viel geändert haben. Es steht POWERWOLF drauf und es ist POWERWOLF drin. Dennoch gibt es einige „Schmankerl“, auf die ich noch eingehen möchte. Wie verläuft das Songwriting bei euch im allgemeinen ab?

 

 

In der Regel schreiben wir die Songs zu dritt, Matthew, Attila und ich. Wir beginnen zumeist mit Gesangsmelodien, die der eine oder andere schon eine Weile im Kopf hat. Klar begleiten wir das mal mit einem Piano, aber primär ist der Gesang im Vordergrund. Im Gegensatz zu vielen anderen starten wir zum Beispiel nicht mit einem Gitarrenriff, das hat noch nie bei uns funktioniert. Im nächsten Schritt holen wir die Band ins Boot. Sicher kann man heutzutage viel mit technischen Hilfsmitteln vorproduzieren, aber im Endeffekt muss es ja mit der gesamten Band funktionieren. Wir verstehen uns eben hauptsächlich als Live-Band. Und wenn bei den Proben fest steht, dass ein Titel vom Songwriting her nicht rund ist, kann es sein, dass wir ihn schon mal wieder verwerfen. Dieses Mal war es so, dass unser Produzent Jens Bogren in die Vorproduktion mit eingebunden wurde, was wir so bislang noch nie gemacht haben.

 

Stichwort Produktion von Jens Bogren. Wie seid ihr auf ihn gekommen und warum?

 

Was mir an Jens gefällt ist, dass jede von ihm produziert wird, auch genau wie eben jene Band klingt. Zudem haben wir uns zu Beginn überlegt, dass wir dieses Mal ein anderes Team nutzen wollten. Ich bin nach wie vor begeistert von den bisherigen Produktionen vom Kohle (Christian Kohlmannskeller), aber es war an der Zeit, einfach mal etwas zu verändern. Jens ist jemand, der sehr detailverliebt arbeitet. Jeder, der mit ihm arbeitet, kann wohl bestätigen, dass es eine anstrengende aber auch fruchtbare Arbeit ist. Manchmal haben wir morgens um 06.00 mit dem Mixen begonnen und abends um 08.00 aufgehört. Alles in allem ein kreativer Prozess.

 

Fire & Forgive“ ist das erste Video. Der Song hat einen interessanten Mittelteil, da wurden mal die Keyboards heraus genommen, dafür beherrscht ein straighter Gitarrenriff die Szene. Den Song gibt es bestimmt Live zu hören?

 

Fire & Forgive“ ist auf der einen Seite ein typischer POWERWOLF Opening-Song und klar werden wir den Live spielen. Dennoch haben wir hier bereits Veränderungen vorgenommen. Der Amboss im Mittelteil war eben die Idee von Jens, die wurde dann auch übernommen.

 

 

Demons Are Girl‘s Best Friend“. Was steckt hinter diesem sagenhaften Titel?

 

Natürlich ist der Titel eine Anlehnung an den berühmten MARYLIN MONROE-Titel „Diamonds Are Girl‘s Best Friend“. Aber eigentlich geht es wieder einmal um das Thema Unschuld und Verführung, ganz klassisch und klischeebeladen. Ich denke, das ist einer der ungewöhnlichsten Songs, die wir bis dato gemacht haben. Wir haben die Nummer kürzlich auf dem Graspop Festival gespielt und das ist sehr gut angekommen. Eine kurze, knackige Mitmach-Nummer, wie ich sie gerne mag.

 

 

Where The White Wolves Have Gone“ ist quasi die erste Ballade der Band, wenn man der Promo Info glaubt. Ist das synonym für eine eigene Standortbestimmung oder geht es da um die Wölfe an sich?

 

Ja es ist unsere erste waschechte Ballade. Eigentlich wollten wir so etwas nie machen, aber es passte hier eben alles. Vom Thema her ist es ein für uns untypisches Thema, weil es etwas ernster ist. Es geht im Text darum, an verstorbene Freunde und Weggefährten zu erinnern.

 

 

Mit „Nightside In Siberia“ habt ihr eine für eure Verhältnisse recht heftige Nummer im Programm. Auch hier erkennt man die Vielseitigkeit des neuen Albums…

 

Hier haben wir mit für unsere Verhältnisse stark herunter gestimmt. Textlich geht es um ein sehr ekelhaften Story, von einer wahren Begebenheit beeinflusst. Es geht um den russischen Massenmörder Mikhail Popkov, der von der Presse den Titel „Werwolf von Sibirien“ verpasst bekam. Wir wollten den Typen keineswegs hofieren. Wir haben uns nur gefragt, warum dieser Mörder mit dem Begriff Wolf in Verbindung gebracht wurde. Kein Tier dieser Welt würde aus diesen niederen menschlichen Beweggründen töten. Vor diesem Hintergrund brauchten wir eben einen Titel, der etwas heftiger daher kommt.

 

 

Ihr geht im Herbst mit KISSIN‘ DYNAMITE auf Tour. Ein doch eher ungewöhnliches Package, aber durchaus reizvoll. Diese Band ist wie einige andere auch auf einer Compilation vertreten, die sich ausschließlich mit POWERWOLF Coverversionen beschäftigt. Wessen Idee war das und wie gefällt euch das Ergebnis insgesamt?

 

Wir finden das Album richtig geil und wir sind stolz darauf, dass einer meiner Jugendhelden wie Mille von KREATOR unsere Songs performen. Die Idee entstand eigentlich, als wir mit EPICA auf Tour waren. Die Band spielte „Sacred & Wild“ bei ihrem Soundcheck, was ich mitbekam. Es entstand die Idee, den Song mal komplett im Studio aufzunehmen, was EPICA dann auch getan haben. Wir haben diese Idee weiter gesponnen und einfach mal weitere Bands angefragt, ob sie darauf Bock hätten, ohne allerdings irgendwelche Hoffnungen in das Projekt zu setzen. Denn jede Band hat ja ihre eigenen Pläne und nicht immer Zeit, einfach so mal in ein Studio zu gehen. Ich erinnere mich noch, wir hatten einen bestimmten Abgabetermin für das Masterband und einen Tag zuvor kam die letzte Aufnahme rein. Eine Punktlandung sozusagen. Wir haben keine Vorgaben gegeben, jede Band konnte sich einen Song aussuchen. Daher war es sehr spannend. CALIBAN zum Beispiel haben eine Wahnsinnsversion hingelegt, auch oder gerade weil man es zunächst nicht als einen unserer Songs erkennt.

 

 

Wie ist das Cover Artwork zum neuen Album entstanden?

 

Das ist eine interessante Geschichte. Und zwar stammt das Artwork von einer jungen Frau Sofia Dankowa, die Wölfe gezeichnet hat und diese Bilder im Zeitraffer als Video bei YouTube präsentiert. Wir fanden das sehr klasse, haben die Frau zu einem Konzert in ihrer Heimat Slowakei eingeladen und sie gebeten, unsere Motive zu zeichnen. Wir nennen sie schon die „Derek Riggs von POWERWOLF“.

 

 

Letzte Frage: Ich habe viel mit jungen und auch nicht mehr ganz so jungen Bands zu tun. Von daher interessiert mich der Werdegang der Band POWERWOLF ganz besonders. Was ist deiner Meinung nach der wichtigste Punkt, wenn man aus dem Schatten der vielen anderen Metalbands heraus kommen will?

 

Das ist eine gute Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist. Allein deshalb, weil du viele Dinge eben nicht planen kannst. Wir haben auch am Anfang oft daran gezweifelt, ob das mit POWERWOLF überhaupt etwas wird. Aufgrund der Schminke und dergleichen sind wir am Anfang nicht selten einfach nur belächelt worden. Für uns persönlich kann ich sagen, dass ein Faktor unseres Erfolges der ist, dass wir immer das durchgezogen haben, was wir uns vorgestellt haben. Auch und gerade in Sachen Bühnenperformance, was natürlich nicht immer auf Gegenliebe gestoßen ist. Für mich ist wichtig, dass man sich immer den Arsch aufreißt und dennoch immer authentisch bleibt. Aber einen sogenannten Königsweg gibt es eigentlich nicht, für uns hat einfach alles zusammen gepasst. Jeder in einer Band sollte eine Aufgabe haben, die er zu bewältigen hat. Ich bin bei uns derjenige, der den organisatorischen Kram erledigt. So muss es dann in einer Band eben laufen, da muss jeder wissen was er zu tun hat.

 

 

 

Frank Wilkens / 07.08.2018

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