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Band: Ancient Rites Homepage  Metalnews nach 'Ancient Rites' durchsuchenAncient Rites
Interviewpartner: Gunther Theys
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Gunther Theys
Gunther mag ikonische und klassische Cover-Artworks ...fast ein Picasso: Gunther mag ikonische und klassische Cover-Artworks ...
... aber man sollte halt zeichnen können.verursacht Augenkrebs: ... aber man sollte halt zeichnen können.
Dein momentaner Aufenthaltsort, während Du diese Fragen beantwortest?
Auf einer archäologischen Expedition irgendwo am Amazonas, um die antiken Ruinen einer neu entdeckten archaischen Zivilisation zu untersuchen. Es gibt da Gerüchte, dass in diesen Ruinen eine unbekannte humanoide Spezies lebt. Nun, da wäre ich zumindest gerne, und das würde ich für eine interessante Situation halten. Die Realität ist leider weniger sensationell. Ich sitze zu Haue vor meinem Computer. Allerdings habe ich Spaß, dieses amüsante und erfrischende Interview zu beantworten.
Was hast Du gestern Abend/Nacht gemacht?
Ich habe Interviews beantwortet. Momentan gibt es echt viele, was mit dem neuen Album zu tun hat. Ich habe auch noch einmal final meinen Graphic Novel korrigiert, der in Bälde veröffentlicht wird und nun in die Druckerei muss. Er heißt „Satan’s Charm/The Ancient Curse“. In den 80ern wurde er schon einmal in einer limitierten Auflage in Niederländisch veröffentlicht, allerdings nur in Schwarz & Weiß. Jetzt wird er auf Englisch und in Farbe neu herausgegeben. Es handelt sich dabei um einen dunklen Thriller, der in zwei Epochen spielt. Einmal in den 1980ern und einmal in der Antike. Die 1980er Underground Metal-Szene spielt darin eine Rolle, da sie eine der „Dekorationen“ eines mysteriösen Mordes ist. Nach meiner Nachtarbeit habe ich mit meiner Frau einen Film angeschaut. Wir haben ein paar Filme aufgenommen, aber der erste „Teenage Exorcism“ war grauenhaft. Der Film ist so schlecht wie der Titel. Also haben wir ihn während dem Vorwärtsspulen „angeschaut“, und sogar das war die reinste Zeitverschwendung. Danach haben wir uns „Silent Hill“ gegeben. Wir sind um 5:00 Uhr morgens ins Bett gegangen, und ich habe dann ein Kapitel eines historischen Buches über antike Zivilisationen (die babylonische und die assyrische) gelesen. Außerdem habe ich mit dem Roman „The Dreams In The Witch House“ von H.P. Lovecraft begonnen. Um 7:00 Uhr habe ich das Licht ausgemacht und ein paar Stunden geschlafen. Allerdings habe ich nicht von Hexen geträumt. In meinem Traum war ich im Urlaub, und auf einmal sind mir Hotels von früheren Träumen eingefallen. Es ging um einen Ort in Tunesien bzw. um ein Hotel, das es wohl gar nicht gibt. Aber aus irgendeinem Grund komme ich in meinen Träumen immer wieder dahin. Das Hotel war in einem schlechten Zustand, ziemlich dreckig und es hat schon bessere Tage gesehen. Seit meinen früheren Besuchen ist es dramatisch gealtert. Ich wusste, dass ich schnell packen musste, weil ich sonst aus irgendwelchen Gründen meinen Flieger verpassen würde (was typisch für unlogische Träume ist). Ich bin aber dann noch zum Strand gegangen, und bin ein letztes Mal geschwommen. Als ich auf einer Düne gestanden bin, und das Meer betrachtet habe, ist auf einmal der Sand unter meinen Füßen weggebrochen. Ich habe gesehen, wie ein Sturm herankommt und surrealistische Meereskreaturen bewegten sich zusammen mit dem wilden Meer in Richtung Land. Ich bin direkt zwischen ihnen ins Wasser gefallen. Ich bin dann wieder rausgerannt, zwar nicht in Panik, aber irgendwie habe ich verstanden, dass dies das Ende der Welt sein könnte. Danach habe ich versucht, auf einem Motorrad über die Dünen zu fliehen. Ich versuchte, einen sicheren Grund zu finden, aber die Wellen waren mir auf den Fersen und die Dünen brachen immer wieder weg. Es gab keinen Ausweg, und ich habe dann mit meinem Handy zu Hause angerufen, um eine Nachricht von meinem Ende zu hinterlassen. Aber ich habe keine Verbindung bekommen, und das hat mich auch dann noch gewurmt, als es langsam zu Ende ging mit mir. Aber nicht wegen meines baldigen Todes, sondern weil ich keine Zeit mehr hatte, eine Nachricht zu hinterlassen. Man muss seine Sachen zu Ende bringen! Man hatte das Gefühl, als wäre ich der Star in meinem eigenen B-Movie, der eine Mischung aus Katastrophenfilm, einem stressigen Urlaubsfilm und einem Horror/Science-Fiction Film war. Dafür gewinne ich keinen Oscar! Ich träume oft komplette Geschichten. Normalerweise sind die vollkommen über drüber, haha. Kein Wunder, dass ich oft müde aufwache, wenn ich im Schlaf so viele Dinge tue! Manchmal verfolge ich sogar Serienkiller auf Burgtürme, allerdings mit Pistolen, die nicht funktionieren, haha.
Was machst du morgens nach dem Aufstehen als erstes?
Kaffee! Dann dusche ich und putze mir die Zähne. Dann versuche ich wieder, mit meinem beschissenen Telefon eine Nachricht zu hinterlassen, um meine Leute von meinem Ende zu berichten, da mir das im Traum nicht gelungen ist! Das war natürlich nur ein Witz. Ich bin noch nicht komplett wahnsinnig, haha.
Wie bist Du zur harten Musik gekommen?
Ich habe in den 70ern als Kind viel Radio gehört, und mir ist aufgefallen, dass mir die Songs mit härteren Gitarren und mit Gesang mit viel Hall/Echo besser gefallen. Das hat alles mit populären Bands angefangen, bei denen die Gitarre eine wichtige Rolle gespielt hat. Du weißt schon, so Bands wie QUEEN oder E.L.O. („Livin‘ thing“). Ich liebte die Single „Fox On The Run“ von THE SWEET, als sie erschienen ist. Außerdem hat mir mein Onkel seine Woodstock Double-Live-LP geliehen. Die hat mir nicht so gut gefallen, abgesehen von THE WHOs „See Me, Feel Me“ und HENDRIX „Purple Haze“, die eindeutig die lautesten Tracks waren. Ich mochte auch seine BEATLES-Alben, aber die waren eher für meine „easy listening“-Momente. Dann kam die Punk-Explosion, und „Never Mind The Bollocks“ der SEX PISTOLS hat mich umgeblasen. Diese Scheibe hat mein Leben verändert. Von diesem Zeitpunkt an wollte ich selbst Musik machen. 1978 haben AC/DC „Whole Lotta Rosie“ [Single] veröffentlicht, und ich liebte diese Brutalität des eröffnenden Riffs. Ich habe dann selbständig die Welten des Hard Rock und des Punk Rock erkundet. Ich hatte niemanden, der mich in eine Richtung geführt hätte. Damals war es schwierig, Underground-Musik zu finden, aber mein Vater ist oft nach England gefahren, da er ein Offizier der Para-Truppen war, und damit bei Manövern der S.A.S. mitgemacht hat. Wenn er dann einen Tag frei hatte, ging er mit meiner Wunschliste in die englischen Plattenläden, die Underground-Vinyl verkauften.
Auf wem würdest du beim Stagediven gerne mal "notlanden"?
Solange ich auf jemandem lande, ist das gut genug. Ich habe mir den Arm gebrochen, als Nick Holmes von PARADISE LOST und einer ihrer Roadies mich simultan von ihrer hohen Bühne geschubst haben, weil sie nicht wollten, dass jemand Stagediving macht. Das ist schon viele Jahre her, als sie angefangen haben, ihre musikalische Richtung nach dem Debütalbum zu ändern. Erst am nächsten Tag habe ich gecheckt, dass sich mein Arm gebrochen anfühlt. Das ist komisch. Ich nehme an, die Taubheit hat den echten Zustand meines Armes verhüllt. Wir hatten in derselben Woche ein Konzert mit ANCIENT RITES, und ich war für den Gesang und den Bass zuständig. Nun, es war ein Gig ohne Bass. Ich war nie ein großer Stagediver, aber ich habe nie Jugendliche von der Bühne gestoßen, wenn sie das tun wollten. Ich nehme an, weil ich in den 70ern und 80ern auch in Punk Rock- und Hardcore-Bands aktiv war, fühle ich mich mit dem Publikum stärker verbunden.
Welche ist die peinlichste Platte in Deiner Sammlung?
Da gibt es keine. Ich mag die dummen Scheiben, die ich mir als Kind gekauft habe. Wenn ich etwas mag, dann ändere ich meine Meinung nicht, nur weil es nicht mehr cool ist. Diese Töne verpassen mir immer noch eine gute Laune, auch wenn sie keine „Street Credibility“ haben. Da ist natürlich Nostalgie im Spiel. Okay, lass mich nachdenken. „S.O.S.“ von ABBA, „Daddy Cool“ von BONEY M, „Rock’n’Roll Star“ von CHAMPAGNE, „Stiletto Heels“ von SAILOR, „I Feel Love“ von DONNA SUMMER. Ja, ich habe als Kind „skandalöse“ Scheiben gesammelt, haha. Ich bereue nichts. Außerdem dachte ich, dass BONEY M Black Metal wären, bevor es das Genre überhaupt gegeben hat. Sie waren schwarz, und das M stand doch sicher für Metal, nicht? Nun, ich glaube, so kann ich mich da nicht rausreden, oder? Nun ja, das ist auch egal, haha.
Die größte Peinlichkeit in Deinem Leben?
Während der Volksschule haben zwei Lehrer für peinliche Situationen gesorgt. Das war aber kein peinlicher Moment, sondern ein ganzes peinliches Jahr. Mein Sportlehrer hat mir meinen Schädel auf eine Bank geschlagen, weil er mit meinen Resultaten nicht zufrieden war. Meine Mutter hat protestiert. Seit dem Zeitpunkt hat er mich nicht mehr angegriffen, aber ich musste im Winter immer einzeln Strafrunden um den Schulplatz laufen, während die anderen Schüler gemeinsam Sport gemacht haben. Als mich ein anderer Lehrer fast täglich geschlagen hat, weil ich schlecht in Mathematik war, habe ich meine Mutter angefleht, nicht zu protestieren. Sie hat die Wunden und haarlosen Stellen bemerkt, da er mich oft an den Haaren gezogen und mich dann in der Luft gehalten hat. Er hat meinen Kopf geschüttelt und mich immer mal wieder geschlagen. Da ich gerade einmal neun Jahre alt war, konnte ich mich gegen einen Erwachsenen nicht wehren. Außerdem war ein Lehrer, also hatte er die komplette Macht. Meine Mutter hat sich aber trotzdem bei ihm beschwert, und ab dann hat er ausgeklügeltere Foltermethoden angewandt, und er hat sich auf psychische Attacken oder weniger offensichtliche Angriffstechniken konzentriert. Das Peinliche daran war, dass er das immer vor der ganzen Klasse gemacht hat, so dass die anderen Kinder dieses Spektakel genießen und mich während der Prügel oder der psychischen Angriffe auslachen konnten. Ich musste zum Beispiel mit meinen nackten Beinen auf scharfe Objekte knien. Dann hat er schwere Gewichte in einen Metallkübel gefüllt. Diesen musste ich halten, während er auf meinem Genick und meinen Schultern lag. Auf diese Weise haben die scharfen Objekte sich tief in meine Knie gebohrt, und gleichzeitig taten mir mein Nacken und mein Rücken weh. Der Lehrer hat das alles dirigiert, und gleichzeitig den anderen Kindern gesagt, was sie tun sollen. Die haben freudig mitgemacht, weil sie in diesem Moment ihrer eigenen Folter entkommen konnten, da sie ja Teil des Folter-Teams waren. Am nächsten Tag konnten allerdings schon sie dran sein. Ich habe niemals geweint, und mich verweigert, auch nur eine Träne zu vergießen. Ich habe gelernt, keine Emotionen zu zeigen, innere Stärke zu kultivieren und Schmerz zu ignorieren. Es war unglaublich beschämend, aber die Welt hat das nicht bemerkt. Ich habe nicht geschrien, und keine Gefühle gezeigt. Das hat den Lehrer natürlich noch wütender gemacht. Aber ich habe mir immer gesagt, dass tapfere Kinder nicht weinen. Manchmal frage ich mich, ob die Verletzungen in meinem Genick nicht von diesem Lehrer und dessen Komplizen, die bei dem Ritual mitgemacht haben, stammen könnte. Dieses Schuljahr, das in den Händen eines sadistischen Erwachsenen lag, schien eine Ewigkeit zu dauern. Ich sehe es als eine negative und harte, aber nützliche Lektion des Lebens, die mich schon in jungen Jahren abgehärtet hat. Wenn ich allerdings in peinlichen Situationen lande, die ich selber herbeigeführt habe, dann kann ich als erster darüber lachen. Ich vertrage es auch gut, über mich selbst zu lachen, haha.
Die größte Dummheit, die Du je begangen hast?
Meinen ersten Instinkten zu misstrauen, wenn es um bestimmte Leute geht. Man sollte immer seinem ersten Eindruck trauen.
Dein Lieblingsessen?
Meeresfrüchte, Krabben, Hummer, Muscheln, Gambas, Langusten.
Dein Lieblingsgetränk?
Ich mag meinen Kaffee. Wenn ich ausgehe, mag ich verschiedene Bier-, Wein- und Genever-Sorten. Ich mag auch einen guten Sangria.
Hast Du ein Vorbild?
Nein. Aber ich kann Menschen für ihren Mut bewundern und manche für ihr Talent schätzen. Als Kind hat man Idole, aber ich habe ja mit 15 selber angefangen, in Bands zu spielen.
Das Cover welcher Platte ist definitiv das coolste?
Ich finde ikonische Band-Logos wichtig. Am besten funktioniert meiner Meinung nach eine bestimmte Schriftart und eine erinnerungswürdige Zeichnung. Die ersten beiden VENOM-Alben [die mit den Pentagrammen und dem Teufel] oder das Artwork des BATHORY-Debüts [die Ziege] sind gute Beispiele. Ich mag auch die Kompilation-Alben von MOTÖRHEAD mit dem „MOTÖRHEAD-England“-Logo [dem Schädel]. Diese Arten von Logos stechen heraus. Darum habe ich eine ähnliche Form von Logo für ANCIENT RITES entwickelt, das aus mehr als nur dem Band-Namen besteht. Dieses Design wird auf unsere traditionellen schwarzen und weißen T-Shirts gedruckt, und bis zum heutigen Tage sind das die T-Shirts, die sich am besten verkaufen. Abgesehen davon mag ich es, wenn Bands authentische Bilder von den Meistern des Mittelalters oder Renaissance verwenden. Alternativ auch Malereien aus dem 19. Jahrhundert.
Und welches Cover welcher Platte ist definitiv das beschissenste?
Da kann ich mich nicht zwischen „Terror Squad“ von ARTILLERY und „Fistful Of Metal“ von ANTHRAX entschieden. Ich liebe beiden Alben, aber diese schlecht gezeichneten Artworks sind schon fast ein Verbrechen, haha.
Welche drei Sachen würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen?
Meine Familie und Freunde. Mein Buch/meine Musik/meine Filmsammlung [beachte bitte, wie ich betrogen habe, und drei Dinge in ein Gepäcksstück verwandelt habe]. Und Material, um zu zeichnen und zu malen [das inkludiert meinen PC, um an Informationen über Themen zu kommen, über die ich zeichnen/malen will]. Ha, da habe ich wohl wieder betrogen.
Mit wem würdest du gerne mal auf der Bühne stehen?
THE RAMONES. Aber das ist unmöglich, da niemand vom ursprünglichen Line-Up noch am Leben ist. Ich habe sie zweimal live gesehen. Der Gig von THE RAMONES in Athen ist einer der besten Auftritte, die ich jemals gesehen habe. Während ihrer Show habe ich mich wieder ein bisschen wie das Kind gefühlt, das ihre LPs gesammelt hat, als sie angefangen haben. Sie haben echt was abgeliefert, und die alten Songs gespielt. Ich habe auch schon die Bühne mit Bands geteilt, die ich liebte und mit denen ich als Kind aufgewachsen bin – z.B. mit MOTÖRHEAD, THE STRANGLERS, THE EXPLOITED oder VENOM … und das war immer ein Spaß. Weißt du, man vergisst alte Liebe nicht, also ist das immer etwas ganz Spezielles. Nostalgie spielt da natürlich immer eine Rolle. Es wäre allerdings ein sehr persönlicher und egoistischer Wunsch, mit THE RAMONES zu spielen, da unser Stil einfach nicht zu ihnen passt. Allerdings haben wir auch schon auf großen Festivals mit anderen Bands aus verschiedenen Genres gespielt. Ich hatte mit meinem Vater einen schönen Moment, als wir gemeinsam hinter der Bühne einen MOTÖRHEAD-Gig anschauen konnten. Er mochte MOTÖRHEAD auch immer. Ich habe so auch einmal THE STRANGLERS gesehen. Das hat sich auch wie ein „blast from the past“ angehört. Da waren Songs dabei, die ich mir als Kind so oft angehört habe. Dabei habe ich fast vergessen, dass ich selber auftreten muss. Jemand von der Organisation kam auf mich zu, und hat mir gesagt, dass ich mich auf meinen eigenen Gig auf der anderen Bühne vorbereiten muss, haha. Wir haben auch schon mit großen Namen auf Festivals wie dem Dynamo Open Air, dem Wacken Open Air, dem Graspop et cetera gespielt. Sogar schon mit den ganz Großen wie METALLICA, GUNS’N’ROSES et cetera. Aber um ehrlich zu sein, es gibt mir nicht so viel, mit großen Namen auf demselben Billing zu stehen. Ich meine, das zeugt wohl von Anerkennung, aber ich bin nicht so auf das ganze „Starsein“ aus. Das war ich nie.
Wen würdest Du gerne mal treffen?
Ich würde gerne in der Zeit zurückreisen und die Vergangenheit mit eigenen Augen sehen. Einfach nur als stiller Beobachter da sein, und die interessanten Events der Weltgeschichte beobachten. Dabei würde ich gerne faszinierende historische Persönlichkeiten beobachten. Ich möchte wissen, wie sie wirklich waren – abseits der ganzen Mythen. Aber auch komplett unbekannte Personen aus der Vergangenheit würden mich faszinieren. Was die Personen betrifft, die noch leben, da gibt es niemanden, der mich wahnsinnig interessiert. Ich bin nicht zu sehr von Menschen inspiriert und auch nicht besonders neugierig. Ich genieße natürlich ein gutes Gespräch mit interessanten Personen, aber ich schaue zu niemandem auf. Als Weltreisender kenne ich mich hier und da etwas aus. Aber die vergangenen Welten interessieren mich nach wie vor am meisten. Ich hätte auch gerne ein Bier mit dem flämischen Schriftsteller Ernest Claes getrunken. Er ist gestorben, als ich noch sehr jung war. Er ist einem Dorf nahe meinem eigenen geboren, und wie er die Welten und Personen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts in unserer Region beschrieben hat, ist faszinierend. Er schreibt mit so viel Humor, aber es steckt auch viel Tragisches dahinter. Alles ist sehr nachvollziehbar, aber auch schon sehr weit weg. Er scheint mir ein liebenswürdiger Mann gewesen zu sein und ein fantastischer Schriftsteller, der nicht zu wertend war. Es scheint so, als könnte er über die Fehler der Menschheit schmunzeln. Meine Frau besitzt ein paar unterschriebene Bücher von ihm, die sie in der alten Farm seiner Eltern gefunden hat.
Das bizarrste Erlebnis mit Fans?
Autogramme zu geben, während ich auf der Toilette pinkle. Die Leute haben einfach vor meinem Urinal eine Schlange gebildet, sowohl Männer wie auch Frauen. Und zwar mit ernsthaften Gesichtern. So als würde ich hier einfach mit freien Händen stehen. Es ist nicht einfach, etwas zu unterschreiben, wenn man uriniert, das sage ich dir. Ein anderes Mal musste ich Autogramme geben, als ich krank war und gekotzt habe. Ich habe in den Pausen zwischen dem Kotzen die Unterschriften geleistet. Und zwar rückwärts, während ich über das Klo gebeugt war. Die Leute fanden das normal. Ein anderes Mal als ich krank war und auf dem Klo saß, haben die Leute gegen die Türe gehämmert und geschrien: „Lass uns rein, sind wir nicht gut genug für Dich?“ Einmal hat mich sogar ein Typ gebeten, seinen Penis zu unterschreiben. Daneben hat eine Frau auf den Sex mit ihm gewartet. Ich bin dann nochmal in den Backstage-Bereich gekommen, um meine Tasche zu holen, und da waren sie schon am Vögeln. Ich lachte, sagte „Hi und Tschau“ und bin gegangen … Ich nehme solche Sachen sehr locker. Ruhm ist bedeutungslos und Erfolg vergeht. Im Großen und Ganzen sind diese Dinge nicht wichtig. Ich interessiere mich wirklich nicht sehr für diesen Rock’n’Roll-Zirkus. Aber ich mag die Kunst, die Leidenschaft, etwas zu erschaffen.
Bis dato unerfüllter Lebenswunsch?
Einen meiner Graphic Novels zu veröffentlichen. Aber das passiert jetzt bald.
Dein Lebensmotto?
Auch in den dunkelsten Momenten soll man sich auf die positiven Aspekte konzentrieren. Man soll innere Stärke kultivieren, und dem Selbstmitleid keinen Raum lassen. Konzentriert euch auf die Leidenschaften in eurem Leben. Darum mache ich immer Metzger-Witze mit den Chirurgen, wenn ich auf dem Operationstisch liege und auf die Betäubung warte. Ich hatte in den letzten Jahren einige ernsthafte Operationen und der Kampf geht weiter. Aber mein Lebensmotto ist es, das Leben zu genießen, sowohl die guten wie auch die schlechten Momente und das Beste daraus zu machen. Man kann keine Wunder bewirken, aber eine starke und positive Attitüde ist eine starke Waffe auf dem eigenen Lebensweg.
Autor: Jonathan Jancsary [Squiggofant] | 05.05.15 20:50 Uhr
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