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HomeReviewShining – X – Varg Utan Flock

Shining – X – Varg Utan Flock

Shining - X - Varg Utan Flock

 

 

 

 

 

Wertung:

6.0/7

Info:

VÖ: 05. Januar 2018

Label: Season Of Mist

Spielzeit: 00:41:24

Line-Up:

Niklas Kvarforth: vocals
Marcus Hammarström: bass
Peter Huss: guitar

Tracklist:

1. Svart Ostoppbar Eld (7:11)
2. Gyllene Portarnas Bro (6:39)
3. Jag Är Din Fiende (7:05)
4. Han Som Lurar Inom (8:03)
5. Tolvtusenfyrtioett (2:53)
6. Mot Aokigahara (9:33)

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„5+5=10“

Zehn Alben hat der einsame Wolf Niklas Kvarforth mit SHINING mittlerweile auf dem Kerbholz, und die eine oder andere stilistische Kurskorrektur hinter sich. Ein Album, auf dessen stilprägende Qualität sich eigentlich fast jeder einigen kann, der SHINING hört, ist das vor zehn Jahren veröffentlichte „V – Halmstad“, auf dessen Konzeption sich zehn Jahre und fünf Platten später „X – Varg Utan Flock“ beziehen soll.

Und das tut es tatsächlich. Vom mitreißend rockenden Opener „Svart Ostoppbar Eld“ an hält dieses zehnte Werk das Qualitätslevel erstaunlich hoch und überrascht mit wirklich großartigen Riffs, tollen Melodien, letztlich einfach richtig guten Songs. Atmosphärisch unterscheiden sich die Stücke durchaus so, wie sich auch die einzelnen Tracks auf „Halmstad“ unterschieden haben. Nachdenkliche, verzweifelte Songs und Passagen mit Akustikgitarren („Gyllene Portarnas Bro“) finden da genauso Platz wie düster groovende und aggressiv auftretende Tracks („Han Som Lurar Inom“ mit seinen fiebrigen Leadgitarren ist da recht einmalig), und mit „Jag Ar Din Fiende“ gibt es sogar soetwas wie einen Zwilling von „Låt oss ta allt från varandra“ zu hören, das für mich immer noch als vielleicht bestes SHINING-Stück überhaupt durchgeht. Bevor „Varg Utan Flock“ auf eine furiose Zielgerade geht, hat sich mit „Tolvtusenfyrtioett“ analog zu „Åttiosextusenfyrahundra“ auf „Halmstad“ ein Kleinod von einem Klavierstück in die Tracklist gemogelt, in dem es Gastpianist Olli Ahvenlahti innerhalb von knapp drei Minuten schafft, aus reiner, melancholischer Harmonie fließend in ein verstörendes, dissonantes Desaster über- und wieder zurückzuleiten. „Mot Aokigahara“ mag mit dem japanischen „Selbstmordwald“ ein mittlerweile populäres Thema haben, setzt aber die Undurchdringlichkeit und verstörende, belastende Atmosphäre dieses Waldes auch feinfühlig und treffend mit fiebrigen Gitarren und Sprachloops („I was born December 1983 and I died December 2017“) um, sodass man nicht selten kurz innehalten und schlucken muss. Ein passender Schlussakkord für ein intensives Album.

Zwar könnte man böswillig behaupten, dass Kvarforth sich sein vielleicht erfolgreichstes Album geschnappt, es durchanalysiert und dann mit heutigen Erfahrungen und Mitteln geclont hat. Gelegentlich wirkt das so, greift aber natürlich zu kurz. „Varg Utan Flock“ ist unabhängig davon ein tolles Album, dicht, kompakt, abwechslungsreich, es wächst und setzt sich fest, und dass es im Hinblick auf Arrangements und vor allem Produktion kaum Raum nach oben lässt, ist nach fast 20 Jahren Erfahrung auch nicht verwunderlich. Wenn man SHINING mag, die Band vielleicht über die letzten Alben aus den Augen verloren oder nach einigen enttäuschenden Platten aus der alten Black Metal-Riege (ich werfe da nur mal ENSLAVED oder TAAKE in den Raum) Lust auf eine positive Überraschung hat: Das ist euer Album.

Florian Dammasch / 29.12.2017

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