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Nachdem wir in unserem Special des großartigen Chuck Schuldiner und DEATH gedacht haben, ist es nun an der Zeit, die andere Seite zu beleuchten, und mit AUTOPSY eine Band zu ehren, die der extremen Musik gleichfalls wichtige Impulse gegeben hat – wenngleich in eine vollkommen andere Richtung als die zunehmend nach feinerem musikalischem Ausdruck suchenden DEATH. AUTOPSY hingegen widmeten sich Zeit ihrer Existenz der rohen, widerlichen und verstörenden Seite des Death Metal, dem schwer berauschten Wühlen in den düsteren Niederungen des menschlichen Lebens und dem musikalischen Auskosten nahezu aller Themen, die dem Normalbürger als wenig geeignet zur täglichen Diskussion scheinen. Blut, Gehirn, Massaker, dazu Kannibalismus, Koprophagie, Grab- und Leichenschändung. Passend dazu nimmt auch die Musik AUTOPSYs eine andere Entwicklung als die von DEATH – eine Entwicklung, die zum Ende hin selbst erklärten Fans bisweilen sauer aufzustoßen beginnt. Doch eins nach dem anderen.

Die Geschichte von AUTOPSY beginnt im Jahre 1987. Chris Reifert, der im Jahr zuvor im zarten Alter von 17 Jahren das erste DEATH-Album „Scream Bloody Gore“ mit seinem dreckig bolzenden Schlagzeug versehen und damit ein wegweisendes Frühwerk des jungen Death Metal mitgeschaffen hatte, sieht sich nach Evil Chucks Rückwanderung nach Florida nach neuen Betätigungsmöglichkeiten um. Den Umzug mitzumachen verwirft er unter anderem des feuchtwarmen Sumpfklimas wegen und bleibt im heimatlichen Kalifornien, wo er alsbald in Basser Eric Eigard und Gitarrist Eric Cutler neue Mitstreiter findet. Zunächst noch unter dem Namen THE ABORTED beginnt man mit dem Schreiben erster Stücke und nimmt ein Demotape namens „Stillborn“ auf, welches auch bereits unter dem Namen erscheint, der mittlerweile Legende ist: AUTOPSY.
Legenden jedoch entstehen nicht von heute auf morgen. Obwohl „Stillborn“ mit seinem rohen Sound gut in der Szene ankommt, vergeht noch ein wenig Zeit, ehe die Band richtig in Schwung kommt. In Schwung befindet sich indes alsbald das Personalkarussell. Basser Eigard geht und wird von Ken Sorvari ersetzt, hinzu kommt Danny Coralles an der zweiten Gitarre. Derart besetzt gehen AUTOPSY 1988 an die Aufnahme ihres zweiten Demos, „Critical Madness“, auf dem Chris Reifert nunmehr allein für den Gesang zuständig ist und das ihnen den Vertrag mit Peaceville Records einbringen soll.
AUTOPSY haben ihren Stil und ihre Form zunächst gefunden, ebenso wie ihre Besetzung mit Chris Reifert an Kesseln und Mikro und dem Duo Cutler/Coralles an den Gitarren. So konstant diese Konstellation bis zum Ende der Band bestehen bleibt, so wackelig besetzt bleibt der Job des Bassers. Die tiefen Töne auf dem 1989 erscheinenden Erstling „Severed Survival“ übernimmt daher ein Freund der Band, kein Geringerer als Steve DiGiorgio von SADUS. Für die anstehenden Auftritte hingegen steht er nicht zur Verfügung. Das Erstlingswerk AUTOPSYs schlägt ordentlich ein bei denen, die nach brutaler Musik gieren, und AUTOPSY machen im Frühjahr 1990 mit MORGOTH, PESTILENCE und zum Teil auch BOLT THROWER unter anderem den alten Kontinent unsicher – den Bass für die Auftritte zu „Severed Survival“ übernimmt Ken Sorvari.
Wieder zurück im heimischen San Francisco feilen AUTOPSY weiter an ihrem Sound. Ken Sorvari verlässt die Band, für ihn wird Eric Cutlers Bruder Steve ins Boot geholt. In dieser Besetzung entsteht die EP „Retribution For The Dead“, welche 1990 ebenfalls über Peaceville Records erscheint und den rohen, brutalen Klang der Band um eine morbide Doom-Komponente ergänzt.



Damit ist sie eine gute Vorbereitung für das zweite volle Album, „Mental Funeral“, das für viele Anhänger bis heute das beste Werk der kalifornischen Sickos bleibt: brutal, roh und voll düsterer Stimmung markiert es den Höhepunkt von AUTOPSYs Beliebtheit, weswegen es beinahe etwas seltsam anmutet, dass nur ein paar einzelne Konzerte statt ausgedehnter Touren dazu gespielt werden. Gut möglich, dass dabei Besetzungswechsel eine Rolle spielen; an welchem Instrument lässt sich leicht erraten. Eine lange und fruchtbare Beziehung zwischen Band und Bassist – für AUTOPSY bleibt es etwas, wovon sie nur träumen können. Obwohl ihnen der einzigartige Steve DiGiorgio wieder für die nächste Kurzveröffentlichung mit dem anheimelnden Titel „Fiend For Blood“ aushilft, müssen sie sich alsbald wieder nach Ersatz umsehen.
Den findet das unheilvolle Triumvirat aus Cutler, Coralles und Reifert im SUFFOCATION-Basser Josh Barohn, mit dem sie das 1993 erscheinende „Acts Of The Unspeakable“ einspielen – ein Album, an dem sich in mancherlei Hinsicht die Geister scheiden. Den Zensoren missfällt das drastische und explizite Cover, etlichen Metalheads hingegen läuft die Kursänderung im Hause AUTOPSY quer – „Acts Of The Unspeakable“ erweist sich als stark von Hardcore und Punk beeinflusst. So mancher kann und will das nicht nachvollziehen und AUTOPSYs Stern beginnt zu sinken, zumindest der öffentlich sichtbare Teil. Dies äußert sich in miesen Verkaufszahlen für das Album und noch mieseren Zuschauerzahlen für die US-Tour mit INCANTATION, VITAL REMAINS und MORGUE. Drei Monate lang währt dieser zudem schlecht organisierte Trip durch die Staaten, der an den Nerven der Band zehrt und letztlich das Ende von AUTOPSY einläutet.
Ausgebrannt und enttäuscht beschließt man, die Band nach einem weiteren Album zu Grabe zu tragen und lässt im Jahr 1995 schließlich „Shitfun“ auf die Welt los; ein Album, auf dem die Amerikaner die bereits auf dem Vorgänger vielerorts beanstandete Mischung aus Hardcore, Punk und Horror noch ein ganzes Stück weitertreiben. Sich mit einer Träne im Knopfloch und einem Strauß Blumen zu verabschieden, liegt AUTOPSY ebenso wenig wie sich anzubiedern, und so spuckt die Band noch quasi aus dem Sarg in die Suppe aller, die Hässlichkeit nur in kontrollierbaren Dosen ertragen wollen.
AUTOPSY sind nicht mehr, und das Duo Infernale bestehend aus Schlagzeuger und Sänger Chris Reifert sowie Gitarrist Danny Coralles tobt sich fortan mit wechselnden Mitmusikern bei den bereits kurz vor AUTOPSYs Tod gegründeten ABSCESS aus. Was bleibt, sind zwei Demos, zwei EPs, ein paar posthum veröffentlichte Live- und Best-of-Scheiben, eine DVD und vier Studioalben, von denen besonders die ersten beiden enormen Einfluss auf die sich entwickelnde Goregrind-Szene und etliche andere Death-Metal-Bands hatten. Unter den bekennenden Verehrern dürften DISMEMBER und ENTOMBED sowie deren Ableger MURDER SQUAD und DEATH BREATH zu den bekannteren zählen. AUTOPSY sind tot, doch ihre Leiche zersetzt sich nur langsam und bietet nach wie vor Inspiration und Nahrung für eine zähe Handvoll Unkraut, die unbeirrt von aktuellen Trends im Konsens-Metal die rohe Fratze des frühen Death Metal zur Schau trägt – auch heute, 20 Jahre nach Erscheinen des ersten Machwerks „Severed Survival“. Ein Jubiläum, welches wir uns zum Anlass nehmen, die Werke dieser Band unter die Lupe zu nehmen, Schlagzeug- und Röchelgott Chris Reifert zu Vergangenheit und Gegenwart zu befragen und ein paar Meinungen bekennender AUTOPSY-Fans einzuholen. Viel Spaß beim Lesen! [Grim_Rieper]


-------Das AUTOPSY-Special – Severed Survival-------


Nach den beiden kultigen Demos hauen AUTOPSY, die von Chris Reifert nach seinem Ausstieg bei DEATH gegründet wurden, den Todesblei-Fans mit „Severed Survival“ ein Debüt um die Ohren, das es ganz gewaltig in sich hat und auch im Jahr 2009 fraglos noch zu den Referenzwerken in Sachen Death Metal gehört.

Und was für einen Heidenspaß dieses Album einem bereiten kann! Angefangen bei Reiferts völlig krankem und einzigartigem Gekrächze, dem bestens aufeinander eingestellten Gitarrenduo Coralles und Cutler sowie Tausendsassa Steve DiGiorgio am schön bollernden Session-Bass, machen AUTOPSY auf „Severed Survival“ einfach alles richtig. Schneller, treibender und oftmals einfach strukturierter, aber trotzdem wirkungsvoller Death Metal der alten Schule wird dabei von dem Quartett mit schleifenden und zähen Doom-Parts und völlig kranken Soli vermischt, sodass ein besonders für damalige Verhältnisse völlig origineller Stil entsteht. Überhaupt passt die wunderbar raue und unglaublich dreckige Produktion erstklassig zu den bitterbösen Texten und zum Songmaterial, die dadurch noch eine Spur fieser klingen, als sie es sowieso schon sind. Sei es der Opener „Charred Remains“, der Klassiker „Gasping For Air“, „Ridden With Disease“, der mächtige Titeltrack oder „Critical Madness“ – hier gibt es keine Ausfälle zu verzeichnen, da sich Hit an Hit reiht, die heute noch zeitlos sind und Todesblei-Freunden ein fettes Grinsen ins Gesicht zaubern. Hinzu kommen noch die beiden krassen Cover-Entwürfe, wovon der erste umgehend der Zensur zum Opfer fiel, während es auch die zweite Fassung ganz schön in sich hat und die Mucke von AUTOPSY ausgezeichnet visualisiert.

Kurzum: „Severed Survival“ gehört zweifellos zu den wichtigsten Veröffentlichungen im Death Metal Ende der achtziger bzw. Anfang der neunziger Jahre, da sie stilprägend waren und etliche Musiker anderer Bands beeinflussen sollten. Und auch 20 Jahre nach ihrem Erscheinen hat diese Perle absolut nichts von ihrem Reiz verloren und schlägt immer noch ein wie eine Bombe [so ging es mir jedenfalls, als ich die Scheibe damals zum ersten Mal hörte und mit heruntergeklappter Kinnlade dasaß], denn viel purer, dreckiger, fieser und direkter kann [Old School] Death Metal eigentlich kaum gespielt werden! [soulsatzero]

Chris Reifert – Vocals, Drums
Eric Cutler – Guitar
Danny Coralles – Guitar
Steve DiGiorgio – Bass


Chris Reifert über Severed Survival


Chris Reifert: Wir haben für das Teil genau vier Tage im Studio gebraucht. Ihr habt vielleicht total abgefahrene Sachen gehört, beispielsweise dass wir die Hälfte des Budgets für Gras oder so ausgegeben haben… Puh, wenn ich das höre, wird mir schon schlecht! So ein riesengroßer… Moment, das stimmte ja, haha! Wir hatten einen ganzen Haufen von Songs, die wir im Studio auf Tape [richtig gehört: Tape] bannen wollten. Die Aufnahmen verliefen sehr schnell, und ich erinnere mich ein wenig daran, aber viel ist es nicht. Steve DiGiorgio hat einige echt massive Bass-Spuren eingespielt. So einen Bassisten gibt es sowieso nur einmal. Die Produktion ist echt bizarr, aber das waren wir ja auch! Wir haben zwei Touren für das Album in Europa gespielt. Die eine mit PESTILENCE, BOLT THROWER und MORGOTH und dann die andere mit PARADISE LOST. Ich liebe beide Cover für das Album! Es war eine tolle Zeit, da wir die Band gerade erst ins Rollen brachten und alles so furchtbar aufregend war.


-------Das AUTOPSY-Special – Retribution For The Dead [EP]-------


Zwischen „Severed Survival“ und „Mental Funeral“, zwei Alben, die bei aller Unterschiedlichkeit den wohl einflussreichsten Teil von AUTOPSYs Vermächtnis bilden, steht die EP „Retribution For The Dead“.

1990 mit den üblichen Verdächtigen sowie Steve Cutler am Bass eingespielt und mit einem für AUTOPSY-Verhältnisse ungewöhnlich unblutigen, in kalten Farben gestalteten Cover versehen, zeigen die drei enthaltenen Stücke, dass die Band nicht stehen bleibt. Der Death/Doom regiert mit langsamer Hand und statt zum Streben nach Brutalität gesellt sich dasjenige nach kriechender Finsternis.

Die Horror-inspirierte Atmosphäre von „Retribution For The Dead“, „Destined To Fester“ und „In The Grip Of Winter“ markiert eine Entwicklung im Sound AUTOPSYs – ein Stück weit weg vom üblichen Death Metal hin zu morbideren und unvorhersehbareren Klanggefilden. So überrascht es dann auch nicht, dass sich zwei der Lieder auf dem nächsten Album in neuen Versionen wiederfinden. Überrascht wird hingegen, wer „Retribution For The Dead“ einfach übersieht und erst mit „Mental Funeral“ wieder auf AUTOPSY aufmerksam wird. [Grim_Rieper]

Chris Reifert – Vocals, Drums
Eric Cutler – Guitar
Danny Coralles – Guitar
Steve Cutler – Bass



-------Das AUTOPSY-Special – Mental Funeral-------


Nachdem AUTOPSY mit ihrem Debüt „Severed Survival“ sowie den zugehörigen Konzerten erste deutliche Duftmarken gesetzt hatten, kommt schließlich im Jahre 1991 das zweite vollständige Album, „Mental Funeral“, auf den Markt – von vielen bereits sehnsüchtig erwartet.

Und zumindest für diejenigen, welche die vorangegangene EP „Retribution For The Dead“ übersprungen haben, dürfte es die eine oder andere Überraschung gegeben haben. AUTOPSY haben mitnichten einfach „Severed Survival, Teil zwei“ aufgenommen, sondern ihren Sound ein gutes Stück weit verändert. Zwar ist das Eröffnungsstück „Twisted Mass Of Burnt Decay“ noch ein ziemlich flotter, roher Groover, doch im weiteren Verlauf der Scheibe wird schnell [haha!] klar, dass AUTOPSY den Doom mit Löffeln gefressen haben. Zwar war auch „Severed Survival“ kein Hochgeschwindigkeitswerk und auch andere Bands spielen zähe, walzende Riffs. Die Art hingegen, wie AUTOPSY die Langsamkeit ausnutzen, um eine möglichst kaputte und düstere Atmosphäre zu erschaffen, sucht ihresgleichen im zeitgenössischen Death Metal. Neben morbiden, schlammtriefenden Klangmonstern wie „Torn From The Womb“ und „Dead“ gibt es zwar auch noch Stücke wie „Dark Crusade“, welche die Brücke zu den Anfangstagen der Band schlagen und auch auf dem Debüt nicht fehl am Platze gewesen wären, sie sind jedoch letztlich in der Unterzahl. Und noch etwas hat sich bei AUTOPSY leicht verändert. Die Struktur der Stücke nämlich, denn die bei aller Brutalität noch ziemlich gewöhnlich und gefällig arrangierten Songs des Vorgängers finden sich hier in der Form nicht mehr; die später harsch kritisierten Punk-Einflüsse finden sich erst in Ansätzen – am deutlichsten beim kurzen und wilden Instrumental „Bonesaw“.

Unerwartete Brüche und Wendungen sowie immer häufigere Verstöße gegen das Strophe-Refrain-Strophe-Schema helfen dabei, „Mental Funeral“ zu dem zu machen, was es ist – ein grandios düsteres und schräges Death-Metal-Album voller Dreck, Horror und fieser Stimmung. Eines meiner Lieblingsalben aller Zeiten und eine der Platten, die mich immer wieder daran erinnern, warum AUTOPSY für mich die Essenz des Death Metal darstellen. „Mental Funeral“ ist eine schmerzhafte, unregelmäßige Rutschfahrt über eine holperige, glitschige und rostzerfressene Eisentreppe in einen halb gefluteten, sumpfigen Keller voller Verwesung und Morast. Was da wohl lauern mag, zwischen morschen Holzresten und den Knochen kleiner und mittelgroßer Tiere unklarer Gattung? Das Cover von „Mental Funeral“ kann eurer Fantasie auf die Sprünge helfen und ist einer der Gründe, warum ich diese Scheibe nur auf Vinyl besitze. [Grim_Rieper]

Chris Reifert – Vocals, Drums
Eric Cutler – Guitar
Danny Coralles – Guitar
Steve Cutler – Bass


Chris Reifert über Mental Funeral


Chris Reifert: Hier wurden wir dann richtig abgefahren im Studio. Wir haben mehr vom Budget für die Aufnahmen aufgehoben, aber der Party-Faktor stieg ins Unermessliche. Das ganze Studio war voller Freunde, Alkohol und ‚Rauchwaren’. Wir haben den Anfangston größtenteils beibehalten, was diese merkwürdige Produktion erklärt. Es gab da diese richtig dunkle Atmosphäre, klare Sache. Wir haben außerdem viel mehr abgefahrene und perverse Themen in diese ganze hässliche Mischung integriert. Es gab da kein Zurück mehr, und weniger krass ging auch nicht. Wir haben für „Mental Funeral“ keine Touren gespielt, aber es gab einige vereinzelte Konzerte in den Vereinigten Staaten und ein einziges in Mexiko. Zuerst mochte ich das Artwork überhaupt nicht, aber mit der Zeit hat es mir immer besser gefallen, und jetzt passt es dazu wie ein dreckbedeckter Handschuh. „Gloves Of Metal“, haha! Insgesamt ist das ein echt verstörendes Album, und ich find’s klasse!


-------Das AUTOPSY-Special – Fiend For Blood [EP]-------


Nachdem AUTOPSY mit „Mental Funeral“ ihren Status weiter gefestigt haben, kommt ihnen abermals der Bassist abhanden. Hilfe kommt erneut in Form von Steve DiGiorgio, der die 1991er Kurzveröffentlichung „Fiend For Blood“ einspielt und im neuerlich veränderten Sound eine nicht geringe Rolle spielt.

Wie schon auf „Mental Funeral“ ist der Doom-Faktor auf „Fiend For Blood“ nicht von der Hand zu weisen. Andererseits ziehen die Herren Cutler, Coralles und Reifert das Tempo auch gerne wieder etwas mehr an und offenbaren mit dem rohen Rumpeln von „Fiend For Blood“, „Keeper Of Decay“ und „Squeal Like A Pig“ deutlich jene Punk-Schlagseite, welche die nächsten beiden Alben entscheidend prägen wird. Das soll jedoch keinesfalls darüber hinwegtäuschen, dass „Fiend For Blood“ unter seiner oberflächlichen Rohheit und hinter seinen zum Teil sperrigen Songstrukturen wohl das Progressivste und Technischste ist, was AUTOPSY je aufgenommen haben. Irre Breakdowns wie in „Keeper Of Decay“, ungewöhnliche und schräge Melodiefetzen wie im hinteren Teil von „Squeal Like A Pig“ und die hörbar Jazz-inspirierten, einzigartigen Bassläufe DiGiorgios beweisen, dass AUTOPSY bei aller Liebe zur Ungeschliffenheit keineswegs zweitklassige Musiker sind.

Diese Einsicht kann man zwar sowohl auf den Vorgängerwerken als auch auf den folgenden Alben „Acts Of The Unspeakable“ und „Shitfun“ gewinnen, aber so deutlich wie auf „Fiend For Blood“ wird sie nicht mehr zu Tage treten. Stattdessen deutet sich hier bereits auf vielerlei Weise an, wohin die Reise gehen wird. Punk, Doom, eigenwillige Strukturen, dazu kommt eine Veränderung in Reiferts Gesangsstil, der sein charakteristisches Grunzen immer häufiger mit hektischem Gestammel und beinahe gesprochenen Passagen sowie allerhand seltsamen Ausbrüchen durchsetzt. Eine EP, die nicht nur die Weiterentwicklung AUTOPSYs verdeutlicht, sondern bei aller Sperrigkeit auch einige der unterbewertetesten und besten Stücke der Band enthält – wenn man denn die Zeit und das Verständnis mitbringt. [Grim_Rieper]

Chris Reifert – Vocals, Drums
Eric Cutler – Guitar
Danny Coralles – Guitar
Steve DiGiorgio – Bass



-------Das AUTOPSY-Special – Acts Of The Unspeakable-------


Ein Jahr nach dem völlig durchgeknallten Psychotrip namens „Mental Funeral” sowie der EP „Fiend For Blood“ lassen AUTOPSY mit „Acts Of The Unspeakable” ein Album vom Stapel, das in jeglicher Hinsicht als grenzwertig bezeichnet werden darf.

Grenzwertig in erster Linie im Hinblick auf das krasse Cover von Kent Mathieu, das wohl alle möglichen Perversionen und sadistischen Foltermöglichkeiten auf dem Platz eines Gatefold-Covers unterbringt, während die CD-Version gleich zensiert und auch ohne Texte erscheint. Doch auch musikalisch haben sich einige Dinge geändert, sodass ein direkter Vergleich mit den ersten beiden Silberlingen nicht immer möglich ist bzw. vermieden werden sollte. Der Gesang ist deutlich tiefer, während „Acts Of The Unspeakable“ insgesamt auf eine ganz abgefahrene Art sehr schräg und kaputt ist. Die Übergänge von doomigen zu rasend schnellen Parts sind zudem wesentlich hastiger, wirken deutlich extremer und wollen nicht immer funktionieren. Die Produktion unterscheidet sich von den ersten beiden Alben, ist irgendwie transparenter, wirkt jedoch trotzdem rau und dreckig. Außerdem lassen sich einige sehr kurze Songs der Marke „Fleshcrawl“ [„Mental Funeral“] finden, sodass die CD es trotz der 18 Songs nur auf knappe 35 Minuten schafft. „Meat“ ist ein ausgezeichneter Opener, während auch „Your Rotting Face“, „Skullptures“ und das herausragende „Funereality“ zu überzeugen wissen. Vor allem bei „Pus/Rot“ funktioniert die Mischung aus zähen Riffs und aggressiven Geschwindkeitsausbrüchen ausgesprochen gut.

„Acts Of The Unspeakable“ ist ein Album voller Extreme, und zwar in allen Belangen. Während qualitativ nicht an die beiden Vorgänger angeknüpft werden kann, handelt es sich trotzdem mitnichten um eine schlechte Veröffentlichung. AUTOPSY haben bewusst an ihrem Stil gearbeitet, sich auf kleinere Experimente eingelassen und wiederum ein völlig eigenständiges und total krankes Werk geschrieben, das zwar nicht über die gesamte Spielzeit zu begeistern weiß, aber dennoch einige Knaller enthält. [soulsatzero]

Chris Reifert – Vocals, Drums
Eric Cutler – Guitar
Danny Coralles – Guitar
Josh Bahron – Bass


Chris Reifert über Acts Of The Unspeakable


Chris Reifert: Es hat echt Spaß gemacht, die Scheibe aufzunehmen, auch wenn der Tontechniker der Meinung war, dass wir zu merkwürdige Ideen hätten. Aus diesem Grund artete es fast in einem Kampf aus, damit alles klappte, aber wir beharrten auf alles, und das Album war dann ‚sick as fuck’. Mehr Perversion, mehr Gewalt und eine allumfassende Hässlichkeit und Dunkelheit. Das Cover ist so derb… Wir haben das Stück für Stück im Haus von Kent Mathieu entstehen sehen. Er war total von der Idee begeistert und hat es sogar noch weiter getrieben, als wir zuerst angedacht hatten. Er wollte eine noch deutlichere und pervertiertere Version einer Szene von Bosch, und das ist ihm auf alle Fälle gelungen! Zu diesem Zeitpunkt waren wir als Band schon relativ bekannt. Also haben wir einer dreimonatigen Tour in den USA zugestimmt, um das Album zu bewerben. Die Bands, mit denen wir tourten, waren großartig: INCANTATION, VITAL REMAINS und MORGUE; aber die Tour war schlecht organisiert und die Zuschauerzahlen waren total beschissen. Als wir dann nach Hause kamen, hat die Band uns nicht mehr Spaß gemacht. Das war also der Anfang vom Ende… Meiner Ansicht nach aber immer noch eine großartige Scheibe!


-------Das AUTOPSY-Special – Shitfun-------


Wie bereits im kurzen Abriss über AUTOPSYs Geschichte erwähnt, war der Spaß so ziemlich vorbei, als das Dreigestirn Cutler, Coralles und Reifert sich ins Studio begab, um, am Bass diesmal durch einen Herrn namens Frank „Freeway“ Migliore verstärkt, ihren Abschiedsgruß aufzunehmen. Heraus kommt dabei das 1995 – wie übrigens alle Studioalben – über Peaceville veröffentlichte „Shitfun“, welches AUTOPSY endgültig in eine andere Richtung als den Metal-Mainstream blicken lässt. Die Hardcore/Punk-Einflüsse, welche bereits den Vorgänger relativ umstritten machten, haben weiter zugenommen. Damit haben sich AUTOPSY noch weiter von ihren Anfängen entfernt, besonders vom bei aller Rohheit doch relativ eingängigen „Severed Survival“.

„Shitfun“ ist hässlich. Einfach nur schweinehässlich, und das auf mehreren Ebenen. Angefangen beim in seiner Schlichtheit dennoch geradezu beeindruckend widerlichen Coverfoto, welches auch noch die entspannteste und toleranteste aller Mütter den Gang zum Kinderpsychologen erwägen lässt, bis hin zur Musik. 21 Stücke enthält das Werk, die allesamt so ungenießbar wie möglich gestaltet wurden. 21 Ausgeburten aus den grässlichsten Elementen von Death Metal, Hardcore, Punk, Crust und Doom. Rumpelnd, bewusst schief und von seltsam geistesabwesender Bosheit hetzen, kriechen und prügeln sich AUTOPSY durch dieses Album und machen es jedem leicht, sie zu hassen. Muss ich noch auf einzelne Lieder dieses Albums eingehen? Ist es das, was man lesen will? Ihr kennt sie hoffentlich selber. Stücke wie die morbiden, schleichenden Missgestalten „Praise The Children“, „I Sodomize Your Corpse“ und „No More Hate“ ebenso wie die schnellen Punk-Kracher „DeathMask“, „Brain Damage“ und „I Shit On Your Grave“.

Nein, „Shitfun“ ist kein normaler Abschiedsgruß geworden. Statt eines gewöhnlichen Sargnagels haben sich AUTOPSY für einen Eiszapfen aus Kotze, Blut und Kot entschieden und alles gegeben, ihre letzten Klänge so abstoßend wie möglich zu gestalten. Und das ist ihnen bemerkenswert gut gelungen, denn „Shiteater“ wurde verrissen wie kein AUTOPSY-Album zuvor. Doch es hat seine Daseinsberechtigung auch und gerade dann, wenn DU, ja genau DU, es beschissen findest und Dir lieber „Severed Survival“ und „Mental Funeral“ anhörst. Um ehrlich zu sein, die machen mir auch mehr Spaß. Aber um Spaß geht es nicht immer, und wer AUTOPSY verstehen will, der muss „Shitfun“ hören. Punktum. [Grim_Rieper]

Chris Reifert – Vocals, Drums
Eric Cutler – Guitar
Danny Coralles – Guitar
Chris Reifert, Eric Cutler, Danny Coralles, Frank Migliore – Bass


Chris Reifert über Shitfun


Chris Reifert: Nach der erwähnten US-Tour beschlossen wir, uns nach einem weiteren Album und einem Konzert freundschaftlich zu trennen. Die widerliche Grundstimmung der Songs ist einfach nicht von dieser Welt. Wir haben einfach das ganze Krankhafte von der Kette gelassen, und dabei waren wir in musikalischer Hinsicht durch die ganzen Touren wahrscheinlich auf unserem Höhepunkt. Wir hatten ein angemessenes Studiobudget und die Produktion war völlig heavy. Es war nur so, dass Music For Nations damals Peaceville übernehmen wollte, sodass „Shitfun“ völlig in dieser Übernahme unterging. Es gab keine Anzeigen, keine Promotion, gar nichts. Ich weiß außerdem, dass es ihnen eine Scheißangst bereitet hat. Ich finde, dass es ein unterbewertetes Album und die perfekte Art und Weise war, die Band zu beenden. Die Musik ist hässlich, das Cover ist hässlich; es lässt Dich verstört, schockiert und mit einem mulmigen Gefühl im Magen zurück. Es gab etliche Leute, die das Teil hassten und das vermutlich auch heute noch tun, aber wir scheren uns einen Dreck darum! Wir hatten nicht die Absicht, uns einfach winselnd zu verkriechen…


-------Das AUTOPSY-Special – Dark Crusades-------


Elf Jahre nach dem Schwanengesang „Shitfun“ und gefolgt von diversen Compilations und Live-Scheiben zeigen sich AUTOPSY im Jahr 2006 mit der Doppel-DVD „Dark Crusades“ von ihrer visuellen Schokoladenseite.

Wobei dies gleich relativiert werden muss, denn es handelt sich um Bootleg-Mitschnitte in oftmals mittelprächtiger Qualität, die von meistens nur einer Handkamera gefilmt wurden. Aber ganz ehrlich: Auch wenn das sicherlich keine Absicht war, so passt das ungemein gut zu so einer rotzig-dreckigen Band wie AUTOPSY, die stets auf einen rohen Sound, Ekelfaktor und die nötigen Ecken und Kanten gesetzt hat, und ein glatt produziertes Produkt würde ich dem kaputten Quartett schlichtweg nicht abnehmen. Zu sehen gibt es eine knapp 25-minütige Proberaumaufnahme von 1988, die alle Hits von „Severed Survival“ beinhaltet, aber mit deutlich gewöhnungsbedürftiger Soundqualität aus den Boxen erschallt. Interessant ist jedoch, dass sich bereits hier zeigt, dass das, was AUTOPSY machen, Hand und Fuß hat und die Jungs eine eigenständige Death-Metal-Facette fahren, indem sie eben nicht ausschließlich auf Tempo setzen. Der zweite Teil stammt von einem Auftritt aus dem winzigen Hong Kong Cafe in Los Angeles [1993], in dessen Verlauf die Band Songs von allen erschienenen Alben zockt. Die Aufnahme ist ebenfalls eher mittelmäßig, jedoch hat man das Gefühl, direkt mit der Band auf der Bühne zu stehen und den einzelnen Musikern direkt über die Schulter bzw. auf die Finger blicken zu können.
Damit wird auch schon die zweite DVD eingeläutet, die mit dem kurzen Mitschnitt aus dem The Stone in San Francisco beginnt, der einen Tag nach dem Hong Kong Cafe aufgezeichnet wurde, sodass sich die Songs teilweise überschneiden. Den Großteil des Silberlings macht jedoch der letzte Auftritt von AUTOPSY überhaupt aus, der 1994 im Ruthless Inn in San Francisco stattfand. Hier werden noch mal alle Hits vom Stapel gelassen, ein gewisses mulmiges Gefühl macht sich breit, Bassist Freeway und Gitarrist Eric haben inzwischen schon Haare gelassen, aber irgendwie geht die ganze Sache nach gut 35 Minuten beinahe undramatisch zu Ende. Auch hier herrschen die wackelige Handkamera und nicht wirklich astreine Soundverhältnisse vor, was aber insgesamt in Ordnung geht und eine sehr authentische Grundstimmung vermittelt. Als krönenden Abschluss gibt es unter Extras dann noch einige Impressionen vom Tourleben, in denen AUTOPSY herumblödeln oder mit anderen Bands abhängen [BOLT THROWER, PESTILENCE], sowie zwei Live-Mitschnitte: Chris Reifert an der Gitarre, während er zusammen mit PESTILENCE einen Song von TERRORIZER covert bzw. er mit den Kollegen von DOOMED ebenfalls auf der Bühne steht, die so gewaltig eingesaut wird, dass es den guten Chris dann auch mal auf den Arsch haut und er die Lacher auf seiner Seite hat.

Kurzum: „Dark Crusades“ ist ganz eindeutig nur etwas für die Die-Hard-Fans, zumal es sich hier um das einzige audiovisuelle Material von AUTOPSY handelt. Die Menüführung ist eher schlicht [einzelne Songs lassen sich nicht auswählen], und auch die Bootleg-Qualität geht in Ordnung, da die Aufnahmen schon einige Jahre auf dem Buckel haben und zudem keine professionelle Aufnahme, wie wir sie heute von nahezu jeder DVD kennen, erwartet werden darf. Trotzdem stellt sich die Frage, ob das etwas spärliche Material nicht genauso gut auf eine DVD gepasst hätte und es nicht noch mehr Eindrücke und Mitschnitte aus der Bandgeschichte von AUTOPSY gegeben hätte, um ein gänzlich überzeugendes Paket zu schnüren. Alles in allem gehört „Dark Crusades“ jedoch bei jedem Fan ins Regal, zumal erneut verdeutlicht wird, was die Band damals auf dem Kasten hatte, wie sie ein Stück weit ein Kapitel Death-Metal-Geschichte geschrieben hat – und dafür leider viel zu selten mit der nötigen Anerkennung bedacht wurde… [soulsatzero]

Chris Reifert über Dark Crusades


Chris Reifert: Eigentlich sollte sich darauf doppelt so viel Material befinden, aber es gab unendliche Probleme, die DVD zusammenzustellen. Eine ganze geballte Ladung Kopfschmerzen! Es hat absolut ewig gedauert, das Ding auf die Reihe zu bekommen, aber letztlich hat es geklappt. Die Qualität der Konzertmitschnitte ist sehr durchwachsen, aber genau so war es damals. Wir haben niemals professionelle Videos oder solchen Kram gemacht. Wir waren damals wirklich der Meinung, dass Videos lahmer Kram sind, und daher wollten wir nicht Teil dieses ganzen Blödsinns sein. Wenn man AUTOPSY live oder während der Proben sehen möchte, darum geht es hier. Das Artwork von Dennis Dread ist fantastisch; außerdem gibt es ein paar gute Anmerkungen auf der Innenseite. Hoffentlich werden wir irgendwann in naher Zukunft die Gelegenheit bekommen, das restliche Material zu veröffentlichen.


-------Das AUTOPSY-Special – Horrific Obsession-------


Da sind sie nun: die ersten neuen Songs von AUTOPSY, seit die Band im Jahr 1995 zu Grabe getragen wurde und dann noch zwei Live-Alben, diverse Best-of-Kompilationen und die „Dark Crusades“-DVD erschienen.

Man hört den beiden Songs, „Horrific Obsession“ und „Feast Of The Graveworm“, sofort deutlich an, um welche Band es sich handelt, auch wenn man Chris’ Gesang deutlich die letzten 14 Jahre anhört, aber jünger werden wir schließlich alle nicht. Dafür klingt alles immer noch so herrlich hingerotzt und derb, wie es bei AUTOPSY einfach sein muss. Außerdem zeigt sich deutlich, dass diese erste Zusammenarbeit – vor allem mit Eric Cutler und Frank Migliore, denn die anderen beiden beteiligten Musiker sind sowieso gemeinsam bei ABSCESS aktiv – deutlich in Richtung „Severed Survival“ geht und auch gehen musste, da die beiden Tracks von Anfang an für die Neufassung des Debüts zu dessen 20. Geburtstag gedacht waren und sich vermutlich nahtlos einreihen sollten.

Und genau das ist auch der Fall, auch wenn das Material auf „Severed Survival“ unerreicht bleibt, aber das ist bei der Stärke der Songs und des Kultfaktors der Scheibe nicht weiter verwunderlich. Trotzdem ist „Horrific Obsession“ eine feine Sache, die vor allem die ganzen Die-Hard-Fans ansprechen dürfte, die seit etlichen Jahren auf neues Material der Death-Metal-Legende warten, da AUTOPSY ihren ureigenen Stil und Wiedererkennungswert auch nach all den Jahren nicht verloren haben. [soulsatzero]

Eric Cutler – Guitars, Vocals
Danny Coralles – Guitars
Frank Migliore – Bass
Chris Reifert – Drums, Vocals


Chris Reifert über Horrific Obsession


Chris Reifert: Die Songs wurden ausnahmslos für die neue Fassung zum 20. Geburtstag von „Severed Survival“ geschrieben. Diese Songs sollten stilistisch zu den Songs auf „Severed Survival“ passen, aber sie haben dann wirklich ihr eigenes Untotendasein entwickelt. Wir hatten während der letzten Jahre etliche Anfragen nach neuem Material – hier ist es. Erfreut Euch daran, denn mehr wird es nicht geben. Keine neue Platte, keine Touren etc. Wir sind zufrieden damit, wie die Lieder geworden sind, und sie klingen auf alle Fälle nach AUTOPSY. Und wie schon immer wird es sicherlich wieder Kritik und Beschwerden geben, da bin ich mir sicher, aber: ‚We just don’t give a fuck!’



-------Das AUTOPSY-Special – Interview mit Chris Reifert-------


Wie nimmst Du denn den Einfluss von AUTOPSY auf das Death-Metal-Genre war – sowohl damals als auch heute? Bands wie DISMEMBER betonen ja stets, von AUTOPSY beeinflusst worden zu sein, was sich ja auch mit MURDER SQUAD äußerte, auf deren Alben Du als Gast vertreten warst.

Chris Reifert: Normalerweise nehme ich mir nicht die Zeit, um diese ganze Sachen anzutesten. Falls jemand von AUTOPSY inspiriert wurde bzw. wird, dann ist das großartig. Es gibt aber auch etliche Bands, die wiederum uns inspirierten; das ist auch klar. Ich bin eigentlich immer zu sehr mit dem nächsten ABSCESS-Album beschäftigt, um viel über die Vergangenheit nachzudenken. Mir ist es lieber, nach vorne zu schauen und mehr Hässlichkeit zu erschaffen, die man auf die Welt loslassen kann! Was MURDER SQUAD betrifft, so war das eine unglaublich coole Sache, nach Schweden zu fahren, um mit den Jungs zu komponieren und dann alles aufzunehmen. Wir haben ohne Ende Party gemacht und auch das Album in trockene Tücher bekommen. Ein fantastisches Erlebnis!


Wie kam die Idee für „Horrific Obsession“ zustande? Wie war es, wieder zusammen zu arbeiten, insbesondere mit Eric Cutler? Mit Danny bist Du ja eh bei ABSCESS zugange.

Chris Reifert: Das kam daher, weil „Severed Survival“ nun 20 Jahre alt wird. Haha, ich denke mal, dass ich doch manchmal an die Vergangenheit denke. Ich habe Peaceville von meiner Idee erzählt, eine spezielle Version zum 20. Geburtstag herauszubringen, und sie haben zugestimmt. Wir wollten ein großes Booklet mit Fotos, Anmerkungen, Flyern etc. darin haben, was wir dann auch gemacht haben. Außerdem dachten wir, dass es eine gute Sache wäre, ein paar Bonus-Tracks in Form von alten Live- und Proberaum-Aufnahmen draufzupacken. Nachdem ich meine ganzen Tapes von damals gesichtet hatte, fand ich genug Material, um eine ganze Bonus-CD damit zu füllen. Dann haben wir richtig Feuer gefangen und beschlossen aus diesem besonderen Anlass einen neuen Song zu schreiben. Diese Idee entwickelte sich dann zu zwei Songs und Peaceville entschieden, diese beiden Lieder sowohl auf eine 7“ als auch auf das „Severed Survival“-Re-Issue zu packen. Es war total klasse, wieder mit Eric zu arbeiten. Er ist ein toller Gitarrist und hat genau das richtige Gefühl mitgebracht. Es fühlte sich so an, als wäre überhaupt keine Zeit vergangen.


Wird es weitere Special Editions zu den restlichen Alben geben? Gibt es noch genügend Material in Euren Archiven, um so etwas realisieren zu können?

Chris Reifert: Falls das jetzt gut ankommen sollte, würde ich furchtbar gerne etwas Ähnliches für die ganzen anderen Scheiben machen. Wir haben vielleicht noch ein oder zwei Überraschungen in den Gewölben. Wir werden mal abwarten und dann weitersehen.


Gibt es Pläne, weiteres neues Material aufzunehmen? Auf Metal Archives werden AUTOPSY zum Beispiel als ‚aktiv’ angeführt? Was sagst Du zu den Reunion-Vermutungen?

Chris Reifert: Nein, keine Reunion. Die Songs sind nur eine gesonderte Geschichte für „Severed Survival“, aber das war es dann. Wir versuchen nicht, die Vergangenheit wiederzubeleben, schnelle Kohle zu machen oder jetzt mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, die wir damals nicht bekamen. Die neuen Sachen sind für uns selbst und für die ganzen Fans, die die Band nach all den Jahren immer noch sehr schätzen. Reunions sind fast immer lahme, traurige und halbgare Sachen – und wir werden AUTOPSY nicht dadurch zerstören.


Es gibt ein Statement von Danny Coralles, in dem er ebenfalls eine AUTOPSY-Reunion verneint und betont, dass Du das Gefühl hattest, dass sich kaum jemand um die Band scherte, sich das Blatt aber wendete, sobald es AUTOPSY nicht mehr gab und Du die Leute eigentlich auf ABSCESS aufmerksam machen wolltest. Er meinte auch, dass die Verkaufszahlen rapide steigen würden, wenn die nächste ABSCESS-Platte einfach mit einem AUTOPSY-Sticker erscheinen würde?

Chris Reifert: ABSCESS sind deshalb so stark, weil wir an die Band glauben und wir voll bei der Sache sind. Wir haben immer noch neue Ideen, also geht es weiter. Es gibt einige sehr große Unterschiede zwischen ABSCESS und AUTOPSY, aber auch etliche Gemeinsamkeiten. Ich bin froh, dass die Leute immer noch AUTOPSY mögen, und es gibt auch einige echt abgefahrene Fans, die total auf ABSCESS stehen. Es ist aber etwas dran: Wenn eine Band sich auflöst, dann steigt ihr ganzer Status anscheinend auch. Vielleicht geht es auch darum, an dem Vergangenen festzuhalten, da man weiß, dass nur noch das da ist. Hmmm. Rechnet aber nicht damit, dass ABSCESS in absehbarer Zeit verschwinden werden. Hah!


Wie hat sich denn Deiner Meinung nach die Death-Metal-Szene verändert, wenn Du die Anfänge, als Du in DEATH und AUTOPSY aktiv warst, mit dem Jahr 2009 vergleichst? Wie hat sich die Musik an sich verändert, beispielsweise die ganzen neuen Stile, die es jetzt gibt?

Chris Reifert: In vielerlei Hinsicht ist es das Gleiche. Gute Bands, schlechte Bands. Es gibt nur Millionen mehr davon heutzutage! Als ich mit dem Metal anfing, gab es den Death Metal noch nicht, sodass es etliche Ideen gab, die es in dieser Form vorher noch nicht gegeben hatte. Jetzt wurde alles bis zu einem gewissen Grad schon gemacht, aber ab und zu gibt es etwas, dass Dich innehalten lässt und „Fuck yeah, genau darum geht es bei brutaler Musik!“ denken lässt. Die Festivalszene ist total verrückt, auch wenn ich zu keinem davon wirklich gehe. Wir spielen dieses Jahr mit ABSCESS auf dem Maryland Deathfest, aber größtenteils arbeiten wir im Studio. Andere Bands können diese ganze Tourgeschichte machte, aber das ist wirklich nicht unser Ding. Insgesamt mag ich den Underground Metal immer noch sehr, und ich freue mich immer darüber, etwas Neues zu hören, das einen total umhaut!


Okay, Chris, vielen Dank für die Statements und das kleine Interview. Alles Gute!

Chris Reifert: Ich bin immer dafür zu haben, den Metal am Laufen zu halten. Vielen Dank für die Unterstützung! Hoffentlich geht es Euch allen gut. ‚Turn it up loud as hell and aarrgghhhhh!!!!!!’ – Chris


-------Das AUTOPSY-Special – Statement von Uffe Cederlund [DISFEAR]-------


Wie und wann bist Du mit der Musik von AUTOPSY in Berührung gekommen?

Uffe Cederlund [DISFEAR]: Das war damals zu Tapetrading-Zeiten, circa 1987/1988. Ich weiß noch, dass Nicke, der ehemalige Drummer von ENTOMBED, damals mit Chris in Kontakt trat. Dadurch hatten wir die Gelegenheit, ihre beiden umwerfenden Demos hören zu können.


Welche Veröffentlichung von AUTOPSY magst Du am meisten, und warum?

Uffe Cederlund: „Mental Funeral“. Das Teil hat etwas, das ich so bis jetzt auf noch keinem anderen Album gehört habe. Es hat diese total kranke Herangehensweise, die ich sehr schätze!


Was verbindest Du heute noch mit der Musik von AUTOPSY und der Band selbst?

Uffe Cederlund: Ich höre immer noch jede Woche ihre ersten beiden Scheiben.


Inwiefern hat Dich der Sound von AUTOPSY als Musiker beeinflusst?

Uffe Cederlund: Ich bin der Ansicht, dass AUTOPSY der größte Einfluss dafür war, dass NIHILIST mehr in Richtung Death Metal gingen. NIHILIST waren noch anders ausgerichtet, bevor dann AUTOPSY ins Spiel kam. Sie sind immer noch sehr wichtig für mich, wenn es um das Songwriting geht. Es war ein Heidenspaß, mit Chris zusammen aufzunehmen. Ich habe mal ein Interview verlassen, weil der Typ total herablassend sagte: „Ach, Du meinst Bands wie AUTOPSY oder CANNIBAL CORPSE.“ – Ich habe ihm dann gesagt: „ERWÄHNE NIEMALS AUTOPSY UND CANNIBAL CORPSE IN EIN UND DEMSELBEN SATZ!“ – So sehr respektiere ich Chris & Co. RESPEKT.


-------Das AUTOPSY-Special – Statement von Danny Lilker [BRUTAL TRUTH]-------


Wie und wann bist Du mit der Musik von AUTOPSY in Berührung gekommen?

Danny Lilker [BRUTAL TRUTH]: Das muss so Mitte bis Ende der Achtziger gewesen sein. Hammy von Peaceville Records hat mir die LP von „Severed Survival“ gegeben. Ich war in einer spaßigen Hardcore-Band, die EXTRA HOT SAUCE hieß, die über Peaceville veröffentlichte, sodass Hammy mich immer mit seinen Scheiben versorgte.


Welche Veröffentlichung von AUTOPSY magst Du am meisten, und warum?

Danny Lilker: Vermutlich „Severed Survival“. Es hat auf alle Fälle viel bei mir ausgelöst, da es so viel dreckiger und fieser als die anderen Sachen war, die zu der Zeit auf dem Markt erschienen.


Was verbindest Du heute noch mit der Musik von AUTOPSY und der Band selbst?

Danny Lilker: Großartige Musik ist zeitlos und alle Veröffentlichungen von AUTOPSY klingen immer noch so fies und eitrig wie sie es schon vor 20 Jahren taten. Dazu kommt natürlich noch, dass ich bei THE RAVENOUS mit Chris und Danny zusammenarbeiten durfte, was echt klasse war!


Inwiefern hat Dich der Sound von AUTOPSY als Musiker beeinflusst?

Danny Lilker: Ich spiele in einer Band namens CRUCIFIST hier in Rochester, New York. Wir machen eine Mischung aus dem Black/Death der Achtziger [als es da noch keine Unterscheidung gab] sowie Doom und NWOBHM, und der primitive Stil von AUTOPSY hat auf alle Fälle unseren Sound beeinflusst.
Was THE RAVENOUS betrifft, so gab es natürlich einige Ähnlichkeiten mit dem Sound von AUTOPSY, was aber zu erwarten war, da ja einige Mitglieder der Band am Start waren und Chris für einen Teil des Gesangs verantwortlich war. Ich bin auch echt stolz darauf, dass ich gefragt wurde, ob ich bei der Band mitmachen möchte, da Chris meinen brutalen Bass-Klang und meinen Stil sehr mag. Auf alle Fälle eine Ehre!


-------Das AUTOPSY-Special – Statement von Mike Hanus [FLESHCRAWL]-------


Wie und wann bist Du mit der Musik von AUTOPSY in Berührung gekommen?

Mike Hanus [FLESHCRAWL]: Hm, gute Frage! Ist ja echt verdammt lang schon her...; wenn ich mich noch richtig erinnern kann, hörte ich AUTOPSY das erste Mal vor zig Jahren, als ich noch als Schüler in ’nem Landschulheim war. Von irgendeinem Typ, den ich dort kennen lernte... Da muss die „Severed Survival“ gerade rausgekommen sein... Wie gesagt, verdammt lange her! Aber dennoch, das Album hatte mich gleich begeistert.


Welche Veröffentlichung von AUTOPSY magst Du am meisten, und warum?

Mike Hanus: Definitiv „Severed Survival“! Warum? Ganz einfach – das Album ist total geiler Death Metal. Kein Schnickschnack, sondern einfach purer Death Metal, direkt und fett in die Fresse.


Was verbindest Du heute noch mit der Musik von AUTOPSY und der Band selbst?

Mike Hanus: AUTOPSY steht für mich für PURE DEATH METAL!


Inwiefern hat Dich der Sound von AUTOPSY als Musiker beeinflusst?

Mike Hanus: AUTOPSY – gerade „Severed Survival“ und auch „Mental Funeral“ – haben mich zu Anfangszeiten definitiv irgendwo beeinflusst – ganz klar! Ich mein, die Musik, die man sich selbst gerne reinzieht, beeinflusst einen in gewisser Art und Weise immer.


-------Das AUTOPSY-Special – Statement von Luisma [HAEMORRHAGE]-------


Wie und wann bist Du mit der Musik von AUTOPSY in Berührung gekommen?

Luisma [HAEMORRHAGE]: Ich bin durch „Severed Survival“ auf AUTOPSY gekommen. Ich hatte gehört, dass Chris Reifert in der Band ist, und da ich ein großer Fan von DEATHs „Scream Bloody Gore“ bin, habe ich mir das Teil sofort zugelegt, als es veröffentlicht wurde.


Welche Veröffentlichung von AUTOPSY magst Du am meisten, und warum?

Luisma: Das ist zweifellos „Severed Survival"! Das ist Death Metal in seiner reinsten Form. Ich habe die LP, die CD und das Digipack. Ich habe nur die Version auf Kassette verpasst, hehe.


Was verbindest Du heute noch mit der Musik von AUTOPSY und der Band selbst?

Luisma: Ich mochte schon immer den rauen Gitarrensound von Danny Coralles und die langsamen Doom-Parts. Genau die gleichen Bestandteile sind bei anderen Bands langweilig, aber AUTOPSY wussten genau, wie man das zu machen hat.


Inwiefern hat Dich der Sound von AUTOPSY als Musiker beeinflusst?

Luisma: Natürlich waren AUTOPSY ein großer Einfluss in den Anfangstagen, besonders als ich noch bei anderen Death-Metal-Bands spielte. Und was die Texte angeht, so hatten sie diese originelle Essenz des Horror und Gore, die nur Bands wie frühe DEATH oder IMPETIGO hatten.


-------Das AUTOPSY-Special – Statement von Fenriz [DARKTHRONE]-------


Wie und wann bist Du mit der Musik von AUTOPSY in Berührung gekommen?

Fenriz [DARKTHRONE]: Ich denke schon seit Jahren darüber nach, aber ich kann mich ums Verrecken nicht mehr daran erinnern, ob ich ihnen geschrieben und das erste oder zweite Demo bestellt habe oder ob ich das erste Demo durch Tapetrading bekommen habe. Ich erinnere mich auch nicht daran, wer mich auf sie aufmerksam gemacht hat, falls das überhaupt so gelaufen ist; aber es war wahrscheinlich Nicke von NIHILIST. Ihre Demos zu bekommen, war schon beinahe ein Erlebnis, das mein Leben veränderte. Ich habe sogar meinen eigenen Aufnäher mit ihrem Logo gemacht und das Teil auf dem Rücken einer merkwürdigen, ‚normalen’ Jacke getragen – als EINZIGEN AUFNÄHER. Danach habe ich schnell den Rest von DARKTHRONE mit der Band vertraut gemacht und absolut alle waren besessen von AUTOPSY.


Welche Veröffentlichung von AUTOPSY magst Du am meisten, und warum?

Fenriz: Was ich am meisten angehört habe, ist die „Retribution For The Dead“-12“, eine Testpressung, die ich von Peaceville bekommen hatte. Damals waren wir mit DARKTHRONE auch schon bei ihrem Label, sodass sie uns das zugeschickt haben.


Was verbindest Du heute noch mit der Musik von AUTOPSY und der Band selbst?

Fenriz: Ich kann nur sagen, dass ich das im Blut habe, und daher wird es in mir sein, bis ich sterbe.


Inwiefern hat Dich der Sound von AUTOPSY als Musiker beeinflusst?

Fenriz: Nun ja, es hat eine Weile gedauert, aber Anfang 1989, nach unserem dritten Demo, wurden wir von ihnen sehr inspiriert. Auf einmal hatten wir viele Parts, die nach ihnen klangen, aber wir sind auch völlig auf das zweite Demo von NOCTURNUS abgefahren, und dann natürlich noch „Scream Bloody Gore“ von DEATH sowie „Abominations Of Desolation“ [damals nur über Underground-Tapetrading verfügbar], „Thy Kingdom Come“ [ihr Demo] und auch „Altars Of Madness“ von MORBID ANGEL. Der Einfluss von AUTOPSY hingegen war der stärkste; das ging sogar noch 1990 so. Man könnte also sagen, dass sich ihre Musik sehr auf unser „Cromlech“-Demo von 1989, unser erstes Album, „Soulside Journey“, das im Sommer 1990 aufgenommen wurde, und unser „Goatlord“-Rehearsal-Album ausgewirkt hat, das Ende 1990/Anfang 1991 vertont wurde. – Fenriz


-------Das AUTOPSY-Special – Statement von David Blomqvist [DISMEMBER]-------


Wie und wann bist Du mit der Musik von AUTOPSY in Berührung gekommen?

David Blomqvist [DISMEMBER]: Das war Anfang 1988, als ich AUTOPSY zum ersten Mal hörte. Fred und Nicke haben dafür gesorgt. Ich erinnere mich noch ganz genau daran, wie Nicke sagte, dass es sich hier um eine ganz großartige Band handele. Er hat wahrscheinlich noch die Original-Demos, der glückliche Bastard, haha! Als ich „Charred Remains“ und „Ridden With Disease“ zum ersten Mal gehört habe – MEINE FRESSE!!! Ich bin auf viele dieser frühen amerikanischen Death-Metal-Bands, wie REPULSION, DEATHSTRIKE und AUTOPSY, durch Uffe, Nicke und Fred gekommen.


Welche Veröffentlichung von AUTOPSY magst Du am meisten, und warum?

David Blomqvist: Mein Lieblingsalbum von AUTOPSY ist „Mental Funeral“. Es gibt so viele großartige Riffs auf dieser Scheibe, und ich mag die Produktion zudem sehr gern! Der Gesang von Chris ist total klasse! In der Minute, in der man das erste Riff von „Twisted Mass Of Burnt Decay“ hört, weiß man sofort, dass das Album nichts mit bescheuertem „Ich sitze mit geradem Rücken, sodass ich mit Kopfhörern zum Click Track spielen kann“-Death-Metal zu tun hat. Das ist das beste Death-Metal-Album der Welt, so einfach ist das!!!


Was verbindest Du heute noch mit der Musik von AUTOPSY und der Band selbst?

David Blomqvist: Hm, 21 Jahre später höre ich mir immer noch die Demos und die LPs an, wie ich es damals als Teenager tat! AUTOPSY waren schon immer der Haupteinfluss von DISMEMBER. Es war eine absolute Ehre, 1993 mit ihnen in Kalifornien spielen zu dürfen. Ich weiß, dass Chris für Matti immer der Lieblingssänger war. Respekt ohne Ende für diese Band! Oder wie Chris sagen würde: „Stay fucking rotten…“


Inwiefern hat Dich der Sound von AUTOPSY als Musiker beeinflusst?

David Blomqvist: Sie sind unser größter Einfluss. Ich stehe auf die Soli von Cutler und Coralles. Normalerweise mag ich nicht diese typischen Death-Metal-Soli, die lediglich wie eine schlechte Kopie eines bereits schlechten Kerry King klingen, aber diese Jungs haben ihren eigenen Sound und klingen verdammt gut, wenn sie spielen! Unser Song mit dem Namen „Autopsy“ [„The God That Never Was“] wurde von Fred geschrieben, aber wir hatten noch keinen Titel, also meinten wir dann: „Lasst uns das doch einfach ‚Autopsy’ nennen“. Als eine Art Tribut. Und was MURDER SQUAD betrifft: Ich war zwar kein Bandmitglied, sondern nur ein Fan, aber ich kann ganz ehrlich sagen: Das ist der beste Death Metal, den ich seit den „guten alten Zeiten“ gehört habe… Und umso cooler, dass Chris nach Schweden kommen konnte, um einige Lyrics für das zweite Album zu schreiben und einzubrüllen.


-------Das AUTOPSY-Special – Statement von LG Petrov [ENTOMBED]-------


Wie und wann bist Du mit der Musik von AUTOPSY in Berührung gekommen?

LG Petrov: Das ist ewige Jahre her – ich habe mir wohl die Erinnerung daran weggesoffen, haha –; aber das geschah durch Tapetrading und so! Das war zu einer Zeit, als ich nach immer extremerer Musik Ausschau hielt [mache ich immer noch]. Wir halten immer noch Sessions ab, während der wir die alten Demos anhören und Bier trinken. :-)


Welche Veröffentlichung von AUTOPSY magst Du am meisten, und warum?

LG Petrov: Ich mag alle! Es ist grundehrlich, und man kann sich das prima anhören, wenn wir vor einem Kneipenabend noch vorglühen! Ich höre mir nicht viel neue Musik an, und Old School Death Metal ist einfach das Allerbeste – man weiß einfach, was man bekommt!


Was verbindest Du heute noch mit der Musik von AUTOPSY und der Band selbst?

LG Petrov: Es hat nichts mit dem jetzigen Metal zu tun. Damals war das alles viel ehrlicher! Daher ist das eine feine Sache, wenn man heutzutage auf solche Bands wie AUTOPSY oder REPULSION zurückgreifen kann. :-)


Inwiefern hat Dich der Sound von AUTOPSY als Musiker beeinflusst?

LG Petrov: Es ist auch heute noch immer relevant! Dieses Live-Gefühl, das alle ihre Aufnahmen ausstrahlen. Und für mich als Sänger war das ein großartiger Einfluss, die Dinge nicht zu kompliziert anzugehen, sondern einfach nur zu singen, und wenn das dann gut klingt, einfach aufnehmen und nicht lange zögern. Ein Bier und ein Mikrofon. :-)
Wir versuchen alles so simpel wie möglich zu halten, und meiner Meinung nach haben AUTOPSY das damals ganz genauso gemacht. :-) All hails to the Old School Death metal! Ich muss jetzt headbangen gehen! – LG Petrov


Autoren: Grim_Rieper, soulsatzero

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