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Nach unseren Ausflügen in Richtung Tontechnik, Band-Fotografie und Booking-Agentur, d.h. „Berufe im Metal“, ist es nun an der Zeit, sich einem Bereich zu widmen, mit dem sich jede/r, der/die eine CD oder LP in die Hand nimmt, zwangsläufig schon beschäftigt hat: den Artworks der Alben. Grund für uns also, diesen Aspekt einmal genauer zu beleuchten und im Rahmen eines Artwork-Specials vier teils unterschiedlich, teils vergleichbar agierende Künstler zu Wort kommen zu lassen, die vielen Lesern allein schon bei der Nennung ihres Namens sofort ein Begriff sein dürften:
Axel Hermann [u.a. ehemaliger „Hauszeichner“ von Century Media Records], Colin Marks von Rain Song Design, Orion Landau [seines Zeichens Hauszeichner von Relapse Records] und – last but not least – Dan Seagrave, der insbesondere den Todesblei-Anhängern in der ersten Hälfte der Neunzigerjahre ein steter und gern gesehener Begleiter gewesen sein dürfte.
Los geht’s und viel Spaß mit dem Artwork-Special!





Bitte berichtet uns doch zuerst einmal über die Anfänge und die ersten Schritte bzw. den ersten Kontakt mit Kunst/Artworks.

Hermann: Begonnen zu zeichnen habe ich mit ca. 4 Jahren. Mein Vater ist ebenfalls Illustrator/Grafiker. Da hab ich es wohl her… In meiner Familie sind sie generell kunstinteressiert, sodass jederzeit einiges an Kunstbänden aus der klassischen Kunst zur Verfügung stand.
Michelangelo war meine erste wirkliche Inspirationsquelle. Später kamen jedoch Comics zu hundert Prozent auf den Plan. Und damit Batman und Conan, der Barbar, um genau zu sein. Ich habe mir jede Woche von meinem damaligen Taschengeld Comics, Papier und einen Tuschestift gekauft, um danach einzelne Figuren abzuzeichnen. Meine späteren, selbst gezeichneten Figuren sahen aber noch sehr unbeholfen in Bezug auf die anatomisch „korrekte“ Darstellung aus, um es mal vorsichtig zu formulieren…

Marks: Die ersten paar Dinge, an denen ich gearbeitet habe, waren Cover für die Bands von Freunden. Diese waren noch ziemlich unreif, da ich noch versuchte, einen eigenen Stil zu finden. In meiner Freizeit bin ich aber drangeblieben und habe eine einfache kleine Internetseite mit den meiner Meinung nach besten bisherigen Arbeiten von mir erstellt. Eine tolle Band namens THE END ist dann darauf gestoßen, was wiederum zu einer Zusammenarbeit mit Relapse Records geführt hat. Das Artwork, das ich dann für die Scheibe namens „Elementary“ von THE END entwarf, sorgte dann für viel gute Resonanz, und langsam aber sicher haben dann andere Bands und – damit verbunden – auch andere Labels bei mir angefragt. Ab da hat es sich dann konstant weiterentwickelt.

Seagrave: Wenn es um Auftragsarbeiten geht? Zuerst ist es immer eine Frage des Budgets. Gibt es eins und wird es für die Zeit sorgen, die ich benötige, um ein sehr detailliertes Artwork zu erschaffen? Ich brauche einfach eine Weile für das Durchlaufen des kreativen Prozesses mit traditionellen Methoden. Wenn eine Arbeit sich realisieren lässt, dann geht es darum, das Thema einer Band mit zu integrieren und zu versuchen, mit den visuellen Ideen aufzuwarten, die funktionieren und interessant aussehen. Ich mache alles zwischen einem und 20 Entwürfen. Obwohl ich sagen würde, dass diejenigen Aufträge, die am meisten Skizzen erfordern, manchmal schwierige Arbeiten sein können, wenn es darum geht, es jemandem recht zu machen. Manchmal gehe ich auch zurück zum zweiten oder sogar zum ersten Entwurf, den ich angefertigt habe, da er das raue und ungefähre Konzept am besten verkörpert. Von da aus baue ich dann alles Weitere auf. Alle Details und die kleinen Nuancen werden dann im finalen Bild hinzugefügt. Meistens benutze ich Acryl und lasse dann das Artwork fotografieren [großformatig, 5 x 4, transparenter Film], wenn keine Eile geboten ist und ich dann auf digitale Verfahren zurückgreifen muss. Film behält mehr Details bei, und ich kann dann einen riesigen Scan machen, der viel größer als von einer Hasselblad-40-Megapixel-Kamera ist.




Was sind/waren Eure wichtigsten Inspirationen und Einflüsse [z.B. Bücher, Filme, klassische Malerei/Kunstwerke, persönliche Erfahrungen]?

Hermann: Zuerst ganz klar die Comiczeichner der 70er! Die dynamischen Zeichnungen von John Buscema, die Eleganz im Strich von Neil Adams, die Jugendstil-Anleihen in den Details von Barry Windsor-Smith und nicht zuletzt die unglaubliche Düsternis der alten Bernie Wrightson-Illustrationen [seine Artworks zur Frankenstein-Novelle sind selbst heute noch unerreicht!]. Dazu kommen noch [natürlich] Frank Frazetta, Boris Vallejo, Virgil Finlay und viele mehr. Dann entdeckte ich H.R. Giger [R.I.P.]. Schau Dir mal die TRIPTYKON-Artworks von Giger an. TRIPTYKON klingen, wie ein Gemälde von Giger aussieht! Über „Alien“ müssen wir ja nicht extra noch sprechen. ;)

Landau: Das ist eine ziemlich knifflige Frage, weil sich dies ständig ändert. Ich würde mal sagen, dass ich von allem, dem ich in irgendeiner Weise begegne, inspiriert werde.

Marks: Ich war schon immer ein riesiger Filmfan, vor allen Dingen des Horror-Genres, sodass es keinen Zweifel gibt, dass mich dies bis zu einem gewissen Grad geformt hat und für einen bestimmten Stil in meinen Arbeiten sorgte. Und ich bin mir sicher, dass persönliche Erlebnisse unausweichlich einen Einfluss auf das, was wir alle machen, haben. Ob das nun positiv oder negativ ist, es scheint auf eine Art und Weise irgendwie durch – in meiner Arbeit auf jeden Fall.

Seagrave: Viele Einflüsse stammen von alten Filmen. Ich mag die alten Filmklassiker, die frühen Stummfilme von Hitchcock, Monsterfilme aus den Vierzigern und die animierten Filmanteile von Ray Harryhausen. Ich habe neulich einen interessanten Dokumentarfilm über einen britischen Kulissenmaler [„matte painter“] gesehen, der in den Vierzigerjahren zu Disney ging und dort so viel malte, dass diese Hintergründe dann als Set-Erweiterungen für die frühen Disney-Filme verwendet wurden. Ich mag solch einen Einsatz von Kunst in Filmen. Die Künstler, die ich mag, ändern sich stetig, aber hierzu zählen John Martin, Gustave Doré, Giovanni Battista Piranesi und Caspar David Friedrich, dessen Werke ich in Berlin sah, als ich das letzte Mal da war. Wenn auch nur in Eile. Außerdem kommen noch Johann Heinrich Füssli und die Künstler der Gotik hinzu.
Momentan mag ich auch Henry Moore sehr gerne. Die einfachen, organischen Formen sprechen mich sehr an, und bislang ging mir das nie so. Er hat hier in Toronto eine sehr große Sammlung. Ich mag auch die Designer und Künstler des „Art Deco“ und der „Nuevo Era“.
Ich schätze es, neue Städte zu besuchen, gerne auch kleine Städte in Europa, da es immer eine interessante Geschichte zu hören und viel zu lernen gibt. Einer meiner Favoriten war Bomarzo in Italien, wo im 16. Jahrhundert ein reicher Landbesitzer einen ausufernden Traumgarten mit merkwürdigen Skulpturen bauen ließ. Nach seinem Tod verfiel alles und wurde über mehrere Jahrhunderte hinweg einfach in einem zugewucherten Wald vergessen. Ich war vor ein paar Jahren dort – man hat nun Zugang dazu und alles ist wieder aufgeräumt. Ich ziehe aber die Vorstellung, dass es verloren und verwildert ist, irgendwie vor.
Diese Dinge bleiben nach einer Weile haften, und ich würde sagen, dass ich nun weniger Ablenkung suche, da Kreativität in einem selbst vorhanden ist und oftmals inneres Nachsinnen erfordert, um im Geiste zugänglich zu werden. Nicht wirklich durch äußere Einflüsse. Ich suche auf diese Weise nicht nach Inspiration.


Habt Ihr irgendeine Art von Ausbildung durchlaufen wie z.B. Kunstakademie, Hochschule, Studium etc.? Was hat Euch auf dem weiteren Weg geholfen, Eure Fähigkeiten zu schulen?

Hermann: Ich bin Autodidakt. Ich habe zwar eine Gestaltungsschule besucht und wollte Design studieren…, traf aber Robert Kampf [Inhaber von Century Media Records] und begann Ende 1988, Plattencover zu zeichnen.

Landau: Als ich aufwuchs, habe ich einige Malkurse besucht, aber viel von dem, was ich gelernt habe, ist das Resultat dessen, es einfach jeden Tag zu üben und zu praktizieren sowie sehr hart daran zu arbeiten.

Marks: Als ich jünger war, habe ich Illustration und bildende Kunst an der Hochschule studiert. Das war lange, bevor ich einen Computer besaß oder irgendetwas über Fotografie wusste, und meine Arbeiten waren hauptsächlich handgemalte Sachen, bei denen sehr viele Collagen einbezogen wurden. Das ist augenscheinlich ein gänzlich anderes Medium verglichen damit, wie ich heute vorgehe, d.h. größtenteils fotografisch, aber ich finde, dass es immer noch ein sehr ähnlicher Stil ist. Ich habe schon immer mit sehr dunklen Farbtönen gearbeitet, sodass sich dann alles lediglich auf eine leicht abweichende Weise weiterentwickelt hat.

Seagrave: Ich habe ein Vordiplom am West Nottinghamshire Art College in Mansfield, das ich von 1986 bis 1987 in Teilzeit besuchte. Das waren nur drei Tage Kunst und Design pro Woche. Während ich aber in Grafikdesign die höchste Wertung, ein „A“, erhielt, bekam ich in Kunst nur ein „E“. Das sollte mir also in keinerlei Hinsicht weiterhelfen. Damals war ich gerade mal 16 Jahre alt, und das war gleichzeitig auch das Ende der Schulzeit, da wir in Großbritannien ziemlich früh die Schule abschließen. Danach habe ich dann im Haus meiner Eltern an meinen eigenen künstlerischen Ideen gearbeitet und mir selbst das Malen unter Verwendung von Öl und Gouache beigebracht. Als ich mit den Album-Artworks begann, war das auch eine großartige Möglichkeit für mich, mich sozusagen während des laufenden Betriebs selbst zu unterrichten. Das ist auch der Grund, warum die ganz frühen Artworks nicht gerade toll sind, da ich bei der Durchführung einen Lernprozess durchlief – aber ohne jegliche Hilfe oder Lehrstunden, sondern einfach durch stetige Praxis und mithilfe meiner Vorstellungskraft.
Später habe ich dann den einen oder anderen Kurs in Toronto, London und Nottingham besucht. Ich habe an einem Videoproduktionskurs und später dann an einem VFX-3D-Maya-Kurs in London teilgenommen, was unglaublich intensiv, aber gleichzeitig eine großartige Erfahrung war. Mein letzter Kurs war am Ontario College of Art & Design [OCAD] in Toronto – ein Teilzeitkurs mit dem Thema „After Effects“ zur Anwendung für meine Videoprojekte. Ich finde, dass Ausbildung in meinem Fall selektiv stattfand und praktische Bereiche umfasste, über die ich etwas wissen wollte. Dies ganz im Gegensatz dazu, irgendwelche Arten von Punkten oder Abschlüssen zu erreichen, die meiner Meinung oft nicht viel mit Fähigkeiten oder wirklichem Talent zu tun haben müssen.




Was verbindet Euch mit dem Metal-Genre, und wann gab es hier den ersten Kontakt, egal mit welchem Stil? Hat dies Euren eigenen Horizont erweitern können bzw. für eine breitere Wahrnehmung durch andere gesorgt? Gibt es Bands, die Ihr auch musikalisch mögt?

Hermann: Mit dem Metal-Genre verbindet mich natürlich in erster Linie die Musik [und das nicht nur auf ein bestimmtes Subgenre fixiert]. Dann natürlich das „rebellische“ Element. Ich war als Teenager der einzige Metal-Fan auf der Schule und wurde im Sport nicht als Letzter gewählt, sondern vom Lehrer zugewiesen, haha. Metal: Der perfekte Soundtrack für Außenseiter! In erster Linie bin ich KISS-Fan. Das Anfang der 90er entstehende Death-Metal-Genre spiegelte später allerdings meinen permanent finsteren und depressiven Gemütszustand wider, weshalb meine Cover wohl seinerzeit den Nerv trafen. Am besten veranschaulicht diese Symbiose die Musik von ASPHYX und meine Cover-Artworks dazu. Es liegt vielleicht auch daran, dass wir – trotz einiger Pausen dazwischen – so lange und erfolgreich zusammengearbeitet haben.

Landau: Ich habe als Jugendlicher hauptsächlich Flyer für Konzerte von Punk- und Metal-Bands, die in meiner Stadt spielten, erstellt. Ich habe dann mit Silk-Screening-Postern und Shirts für Bands angefangen, was wiederum auf ganz natürliche Weise zu Album-Artworks führte. Größtenteils habe ich mich einfach an dem orientiert, was mir sowieso Spaß gemacht hat. Mein Musikgeschmack ist sehr vielschichtig und ändert sich zudem ständig.

Marks: Die ersten Bands, die bei mir als Teenager einen wirklichen Eindruck hinterließen, waren IRON MAIDEN und MEGADETH. Ich habe eine Kassette von „Killers“ von MAIDEN einzig und allein wegen des Artworks gekauft und bin sofort Fan geworden. Und genauso war das auch mit MEGADETH, denn in erster Linie war es das Cover, das meine Aufmerksamkeit erregte, aber sobald ich anfing, mir die Musik anzuhören, hat es mich sofort gepackt. Ich bin seitdem ein Metal-Fan. Ich mag aber auch andere Stile und war schon immer anderen Arten von Musik gegenüber aufgeschlossen, sodass ich nie wirklich in nur einem einzigen Genre unterwegs war. Ich mag einfach das, was ich mag. Ich verstehe auch nicht wirklich jene Leute, die anderen Geschmäckern gegenüber intolerant sind. Ich bin mir nicht sicher, ob sich dies darauf ausgewirkt hat, wie mich andere wahrnehmen, aber da meine Artworks im Normalfall ziemlich düster sind, so überrascht es die Leute wohl gelegentlich, wenn sie hören, dass viele meiner Inspirationen und persönlichen Vorlieben oft eher „gemäßigt“ sind.

Seagrave: Die meisten Leute aus meinem Dorf namens Ravenshead waren in der Metalszene aktiv, sodass ich so ungefähr ab 15 Jahren ebenfalls mit dieser Szene zu tun hatte. Ich habe mit 16, also natürlich als Minderjähriger, dann angefangen, zu Konzerten ins Rock City in Nottingham zu gehen. Und zu großen Festivals wie das Donnington Monsters Of Rock. Es gab also eine sozusagen vorgegebene Einführung in diese Musik, bevor ich mir überhaupt je vorstellen konnte, überhaupt mal selbst involviert zu sein. Wenn Ihr mich im Jahr 1990 gesehen hättet, so sah ich ziemlich nach Metal aus. Sehr lange Haare. Ich war aber immer unauffällig und niemals wirklich einer bestimmten Szene zugehörig.
Jegliche Bands im Metal, die ich mag? Ich mag sehr viel Metal, obwohl ich mir fast ausschließlich BBC 6 anhöre, wenn ich arbeite. Ich versuche, mir nicht zu oft Alben anzuhören. Im Falle von Metal-Bands sehe ich mir sie auch lieber live an. Das ist meiner Meinung nach der beste Weg, diese Art von Intensität zu erleben. Zuletzt standen zum Beispiel VOIVOD in der Nähe von Montreal an; das war ein privates Konzert, das vom „Grimposium“ initiiert wurde. Davon abgesehen mag ich viele verschiedene Klänge. Das hängt ganz von der Stimmung ab.


Wie geht Ihr an ein neues Artwork heran? Existiert so eine Art Formel – oder ist jedes Artwork verschieden? Was würdest Ihr für Euren jeweiligen Stil als besonders charakteristisch beschreiben?

Hermann: Ein Cover-Artwork muss/sollte im bestmöglichen Fall den einen speziellen Nerv der Musik und der Band treffen… Sei es der Sound oder auch manchmal nur ein spezielles Riff… Wenn ein Fan – ohne die Band zu kennen – durch das Artwork auf die Musik schließen könnte, dann hast Du ein gutes Cover. Eine spezielle Formel habe ich nicht. Jedes Artwork beginnt bei Null! Versatzstücke zu verwenden etc., das gibt es bei mir nicht. Hab schließlich meinen Stolz. Natürlich kann ich auf einen gewissen Level an Techniken zurückgreifen…. aber es gilt immer, sich zu verbessern und zu versuchen, noch einen draufzulegen.
Was meinen Stil betrifft… keine Ahnung, schwierig, das selbst zu charakterisieren… Aber wenn man mir diesen nachsagt, freut mich das natürlich sehr!

Landau: Am Beginn des Design-Prozesses gibt es normalerweise viel Kommunikation zwischen der Band und mir, um herauszufinden, wie das Konzept eigentlich aussieht und welches Medium am besten diese Idee visualisieren kann. Ich habe ziemlich hart daran gearbeitet, so flexibel wie nur möglich zu sein, wenn es um verschiedenen Medien geht, sodass mein „Stil“ nicht das Aussehen des Albums total beeinflusst, sondern die Band selbst. Wenn also eine Band zu mir kommt und sie eine Vision von etwas sehr Realistischem hat, dann machen wir für gewöhnlich eine Fotosession. Wenn das Cover aber mehr in Richtung Fantasy geht, dann werde ich etwas zeichnen, weil sich das am ehesten für diesen Bereich anbietet.

Marks: Ich habe nicht wirklich etwas, was man als Formel bezeichnen könnte. Ich habe viele Skizzenbücher, sodass ich ein paar rudimentäre Ideen hinkritzele, wenn sie mir durch den Kopf gehen. Und wenn ich dann etwas habe, was meiner Ansicht nach ein aussagekräftiges Bild werden könnte, dann plane ich dies detaillierter, zeige es dem Auftraggeber und denke dann darüber nach, wie alles nun seinen weiteren Weg finden könnte. Ich weiß nicht, ob ich einen charakteristischen Stil habe. Ich finde, dass es eine bestimmte Farbgebung und Stimmung gibt, die sich in allen meinen Arbeiten wiederfinden lässt. Leute, die meine Sachen gut kennen, können dies vermutlich immer registrieren.

Seagrave: Kunst oder Artworks? Bei Letzeren ist es wie gesagt so, dass ich das Thema der Band bestimmen lasse, wo mich meine Vorstellungskraft hinführt. Bei meinen eigenen Kunstprojekten ist das aber gänzlich anders. Man muss sich hinter nichts verstecken, und es muss Stück für Stück mittels Nachsinnen und sehr viel Nachdenken entstehen. Ich habe da eine Serie, über die ich schon seit Jahren „nachdenke“, aber bezüglich der Visualisierung noch nicht wirklich vorangekommen bin – abgesehen von einigen Designs und Ideen. Was nicht heißt, dass ich nicht in der Zwischenzeit andere Dinge gemacht habe. Bei dieser einen Serie oder Idee gibt es aber schlichtweg so viele Möglichkeiten, die Sache anzugehen.
Was die Frage nach einer bestimmten Formel betrifft: Nein, es gibt keine. Ich wüsste auch nicht, wie ich meinen Stil beschreiben sollte. Es passiert auf die Weise, wie es geschieht, weil ich ich bin. Stil ist hingegen etwas Beiläufiges. Anderenfalls würde es bedeuten, dass man etwas anderes nachzuahmen versucht. Und darauf hätte ich echt keine Lust.




Welche Techniken [d.h. Leinwand, Photoshop/Computer etc.] bevorzugt/verwendet Ihr am meisten? Ist es bei Cover-Artworks für Bands hilfreich, die Musik oder Texte der Band vorliegen zu haben oder entwickelt Ihr unabhängig davon erst einmal eigene Ideen? Wie eng verläuft die Zusammenarbeit mit den Bands?

Hermann: Dieser Tage illustriere ich natürlich zu 90% digital. Aber ich fertige immer zumindest eine detaillierte Basis-Zeichnung an. Es ist mir nach wie vor sehr wichtig, eine physisch greifbare Referenz in den Händen halten zu können. Was die Vorbereitung zu einer Illustration betrifft: Zumindest erhalte ich vorab einen Titel und eventuell eine Vorab-MP3…. Früher – als ich noch Century-Media-Hauszeichner war – saß ich natürlich direkt an der Quelle und hatte Zugang/Zugriff auf mehr Information.
Des Weiteren gibt mir die jeweilige Band auch vorab ein grobes Konzept, das es umzusetzen gilt… Allerdings vertraut man mir insofern, als dass ich immer ziemlich freie Hand habe. Ich liefere meistens ein grobes Scribble ab und habe dann freie Bahn in Bezug auf die Art der Kolorierung und die Detail-Ausarbeitung.

Landau: Ich bevorzuge ehrlich gesagt kein bestimmtes Medium gegenüber einem anderen. Es geht mir darum, wie ich so präzise wie möglich eine Geschichte erzählen kann und welches Medium hierbei am besten funktioniert.

Marks: Ich arbeite meistens mit Photoshop. Der Großteil meiner Arbeit ist in der Fotografie verwurzelt, dazu kommen bei Bedarf einige handgezeichnete Texturen und Effekte.
Projekte laufen oft auf unterschiedliche Weise ab. Häufig kontaktiert mich die Band und hat bereits ein visuelles Konzept parat, das sie dann mir überlässt, um es gemäß meiner Vorgehensweise zu interpretieren. Manchmal ist das schon sehr spezifisch, manchmal ist es dafür noch recht vage und mit viel Freiraum für Experimente ausgestattet, und gelegentlich bekomme ich schlichtweg komplett freie Hand, etwas nach meinem Gutdünken zu kreieren. Ich finde, dass es immer eine Hilfe ist, die Text vorliegen zu haben, da manchmal schon ein einziger Satz ausreicht, um eine Idee hervorzubringen, die wirklich besonders ist. Manchmal reicht aber auch einfach der Albumtitel. Ich spreche Ideen immer mit der Band ab, bevor ich mit der eigentlichen Arbeit beginne, um sicherzugehen, dass wir alle die gleichen Vorstellungen haben.

Seagrave: Es unterscheidet sich je nach Idee. Ich ziehe es vor, mir selbst auf Basis des Grundthemas ein Konzept einfallen zu lassen und keine strikte visuelle Vorgabe von jemand anderem zu bekommen. Manchmal ist das aber, was Du bekommst, und wenn ich finde, dass ich damit etwas Interessantes anstellen kann, dann werde ich das umsetzen. Oft gibt es aber Ideen, bei denen ich nicht der Meinung bin, dass ich damit arbeiten kann – diese Jobs finden dann nicht stattm d.h., ich lehne sie ab. Ein Teil meines Angebots für den Auftraggeber sind die Ideen und nicht nur eine bloße Visualisierung. Ich verfüge über Vorstellungsvermögen, sodass die Leute mehr von mir haben, wenn sie mich dieses auch benutzen lassen.
Ich verwende Farben und Acryl, und ich kann Photoshop benutzen, um Kunst zu erschaffen, aber habe Letzteres nicht als Dienstleistung angeboten. Nur für meine Videoprojekte habe ich auch Digital Art eingesetzt.


Welches Eurer eigenen Artworks gefällt Euch am besten – und warum?

Hermann: Mit Abstand „Crush The Cenotaph“ von ASPHYX… Ich hatte an dem Tag, als ich das Cover begann, so eine dermaßen höllenschlechte Laune, dass ich jeden im Century-Media-Office davor warnte, mein Atelier zu betreten; habe mich eingeschlossen und in einer Nacht das Cover fertig gehabt. Spontan begonnen, ohne zu wissen, was dabei herauskommen könnte. Blanke Wut. ;)

Landau: Ich bin mir offen gestanden nicht ganz sicher, ob ich mit allem zufrieden bin, was ich gemacht habe. Ich versuche aber immer, möglichst nach vorne zu blicken und mich auf das nächste Projekt zu konzentrieren, jedoch nicht mehr so viel über die vergangenen Arbeiten nachzudenken!

Marks: Es ist sehr schwierig, Lieblingsmotive herauszupicken, da sich das ständig ändert. Oftmals sind das jedoch aktuellere Designs, die noch in meinem Kopf herumgeistern. Ich mag die letzten Cover von ORIGIN und ALLEGAEON wirklich sehr. In beide sind sehr viel Zeit eingeflossen, und alles hat sich hierbei sehr gut zusammengefügt. Auch das Artwork für CONQUERING DYSTOPIA ist für mich eins, das herausragt. Ich habe jetzt schon mehrere Male mit Jeff Loomis zusammengearbeitet, und es war eine große Freude, mit Keith Merrow und ihm nun für ihre neue Band zu kollaborieren. Ich wollte etwas wirklich Besonderes für ihr Album entwerfen, und es ist ein Cover, auf das ich sehr stolz bin. Ich denke aber auch, dass viele der älteren Sachen da ganz gut mithalten können. Ich mochte schon immer „The Serpent Servant“ von IMPENDING DOOM und „Sense Of Decay“ von PTSD. Außerdem muss ich die beiden Alben von BEYOND TERROR BEYOND GRACE erwähnen. Es ist wichtig, die Botschaft so prägnant wie nur möglich zu vermitteln und eine Reaktion von den Betrachtern zu erhalten.

Seagrave: Ich habe keinen Favoriten. Ich versuche mit jedem Auftrag mein Bestmögliches. Ich befasse mich nicht wirklich damit, was gut war. Man ändert seine Ansicht diesbezüglich sowieso, und wenn man selbst etwas erschafft, dann hat es niemals den gleichen Anreiz wie wenn man sich die Kunst von jemand anderem ansieht. Nachdem ich viele Stunden damit und davor zugebracht habe, ziehe ich es vor, wenn andere Menschen meine Arbeit genießen können. Ein Teil des Antriebs, neue Dinge zu gestalten, besteht auch darin, das nächste Mal noch besser zu sein und etwas wirklich Großartiges hinzubekommen. Aber wie gesagt: Wenn es dann fertig ist, ziehe ich sozusagen weiter. Das ist vermutlich aber bei vielen kreativen Betätigungen der Fall. Die Leute sollten sich am besten nicht zu sehr in ihren eigenen Kreationen aus der Vergangenheit suhlen; ich finde nicht, dass das gut ist.




Welche weiteren Interessen habt Ihr noch? In welchen anderen Genres/Bereichen seid Ihr noch aktiv oder würdet dort gerne einsteigen [Filmindustrie, Ausstellungen etc.]? Mit welchen aktuellen Projekten beschäftigt Ihr Euch gerade?

Hermann: Conceptuals für die Filmindustrie oder 2D-Charakter-Designer für den Game-Bereich wäre noch ein Ziel, das es zu verwirklichen gilt.
Neben Cover-Illustrationen bin ich noch als Grafiker und Tätowierer tätig [Letzteres bei Sam’s Tattoo in Gelsenkirchen].
Bei meinen Bildern ist es mit Ausstellungen immer etwas schwierig… selbst wenn ich Blumen zeichnen würde, sähen die aggressiv aus. ;) [Aber vielleicht sollte man mal eine Ausstellung diverser Cover-Künstler organisieren… Das wäre ein perfekter Rahmen!]

Landau: Ich arbeite momentan an Album-Artworks für YOB, INTER ARMA und MYRKUR sowie an einem Plakat für den bald anstehenden Film „The Hunter“.

Marks: Seit ein paar Jahren arbeite ich nun mit einigen Studios zusammen, um Artwork für Filme zu erstellen. Meistens sind das Filmcover oder Filmplakate. Das ist ein viel zackigerer und schnellerer Arbeitsbereich, oftmals mit unglaublich knappen Fristen; mir macht das aber viel Spaß.
Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich auch die Gelegenheit, mit einer Kostümdesignerin namens Joanna Johnston zusammenzuarbeiten, die schon in zahlreichen Filmen wie „Saving Private Ryan“, „Lincoln“, „Forrest Gump“ und so weiter involviert war. Wir haben an einem Film von Bryan Singer mit dem Titel „Jack The Giant Slayer“ gearbeitet und uns gemeinsam das Aussehen der animierten Giganten ausgedacht – ihre Ausstattung und ihre Waffen. Das war damals eine vollkommen andere Erfahrung, aber auch sehr lohnenswert, seine eigenen Designs dann auf der großen Leinwand zum Leben erwachen zu sehen.
Was aktuelle Bandartworks angeht, so habe ich gerade das neue Album von XERATH fertiggestellt, das ich bereits vorab hören durfte, und es klingt einfach unglaublich. Dazu kommen noch die neuen Artworks für OUROBOROS, SYSTEM DIVIDE und noch einige andere Bands, die ich bald bekanntgeben darf.

Seagrave: Ausstellungen wären großartig. Ich habe mich ein bisschen in diesem Bereich herumgetrieben. Ich finde aber nicht, dass meine Kunst in vielen Galerien so einfach aufgehoben wäre. Mein Output an persönlicher Kunst ist auch sehr langsam. Die „Migrator's Series of Paitings“ läuft bereits seit zwei Jahren, und dennoch habe ich kaum mehr als 14 oder so eher kleine Bilder gemalt.
Ein Grund dafür besteht auch in anderen Projekten wie Kurzfilmen. Mein letzter Film hieß „The Projection“. Das erfordert immer Monate. Ich arbeite gerade an einem fingierten Filmtrailer für einen Comedy-Monster-Horrorfilm, nur aus Jux und Dollerei. So mag ich es also, mich von meinen eigenen Projekten mit anderen Projekten abzulenken.


Dann an dieser Stelle nochmals vielen Dank für Eure Zeit und Teilnahme!


Autor: soulsatzero


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