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Es gibt Persönlichkeiten innerhalb unserer kleinen, heilen Metal-Welt, denen der Titel 'Wegbereiter' einfach unwiderruflich anhaftet. In der Gesamtbevölkerung mögen sie kaum Beachtung finden und wahrscheinlich nicht mehr als nur ein Name unter Milliarden sein. Doch für Hunderttausende sind sie Visionäre, Pioniere und Vorreiter. Man kann sie nennen, wie man will – der Respekt und das Gedenken ganzer Generationen wird ihnen auf ewig gewiss sein. Gerade im Bereich extremerer Auswüchse unseres geliebten Musik-Genres ist früher wie heute ein Name allgegenwärtig. Spätestens seit dem tragischen Tod von BATHORY Mastermind Thomas Börje Forsberg im Jahre 2004 häufen sich Lobeshymnen und Huldigungen epischen Ausmaßes auf der ganzen Welt. Dem Andenken einer Ikone – seiner und nach wie vor unserer Zeit – widmen hunderte, wenn nicht sogar tausende Musiker und Bands auf der ganzen Welt ihr Tun. So zollen sie dem unvergessenen Quorthon, als der Forsberg besser bekannt war und ist, ihren Tribut. Zurecht, wie wir finden. Deshalb wollen auch wir uns anschließen und in diesen ganz besonderen Tagen zu seinem Gedenken dieses Special veröffentlichen.

Selbstverständlich werden auch wir in den folgenden Zeilen das Rad nicht neu erfinden, höchstwahrscheinlich auch keine oder nur wenige Neuigkeiten für euch bereithalten, doch wie die Musik Quorthons es seit Jahrzehnten schafft, möchten wir in diesen Zeilen an einen großen Mann erinnern...

Wir schreiben das Schaltjahr 1988. Der 8. Oktober ist ein frühherbstlicher, grauer Samstag, der für den geneigten Metalfan wie geschaffen dafür ist, die neuesten Platten auf- oder einen dieser neumodischen, funkelnden Silberlinge einzulegen. Niemand sollte erwarten, dass gerade zu jener Zeit Alben erscheinen, die bis heute euphorisch gefeiert werden:
BLIND GUARDIAN und BOLT THROWER veröffentlichen jeweils ihre Erstlingswerke „Battalions Of Fear“ bzw. „In Battle There Is No Law“, IRON MAIDEN setzen mit „Seventh Son Of A Seventh Son“ endgültig zum Sprung in die Unsterblichkeit an, JUDAS PRIEST zeigen uns mit „Ram It Down“, wo der Hammer hängt und MANOWAR krönen sich legendär und nicht weniger bescheiden zu den „Kings Of Metal“. Außerdem machen sich CELTIC FROST mit ihrem dritten Album „The Lake“ eher unbeliebt und auch METALLICA lassen es dieser Tage mit ihrem vierten Longplayer „… And Justice For All“ krachen. Wer zwischen Spätsommer und Herbst des Jahres 1988 also über Langeweile klagt, hat die Sache mit dem Metal scheinbar missverstanden.
Doch eine weitere Scheibe schickt sich an, nicht nur in Erinnerung zu bleiben, sondern gleich zwei Genres maßgeblich zu prägen, wenn nicht sogar an ihrer jeweiligen Entstehung mitzuwirken. „Blood Fire Death“ von BATHORY erblickt an diesem 8. Oktober 1988 via Under One Flag das Licht der Welt – heute vor genau 25 Jahren.

Wir möchten mit diesem Special jedoch nicht nur 25 denkwürdige Jahre „Blood Fire Death“ feiern, sondern obendrein ganze 30 Jahre BATHORY – Wegbereiter, Mitbegründer und Quelle der Inspiration zweier wunderbarer Genres, die später unter den Bezeichnungen Viking und Black Metal in die Geschichte extremer Musik eingehen und sie nachhaltig weiterschreiben sollten.

Hängt die Schwerter an die Wand, lasst den Kamin knistern [oder wenigstens eine Tüte Chips], erfreut euch epischer Schlachtgesänge, schnappt euch ein Bier [oder zwölf] und huldigt mit uns und einigen namhaften Vertretern ihrer Zunft einer Ära, die Ihresgleichen sicherlich bis zum heutigen Tage sucht. Also, Freunde: „Blood Fire Death“ aufgelegt und die ehrfürchtigste Andachtshaltung eingenommen!


------BATHORY & Quorthon – Mann, Mythos, Legende!-----


See the ravens fly there
Circling in the storm
Hidden from the new world
Where the spiritless are born
Watching from his mountain
Stands a man who knows his fate
He who brought the legends
And became a god himself

[Song: „Far Beyond The Quiet“ / Band: I]


Im zur engagierten Gründung einer eigenen Band besten Alter und mit zahlreichen Flyern zur Unterstützung seines Gesuches bewaffnet, betritt der 17-jährige Thomas Börje Forsberg im Laufe des Jahres 1983 ein örtliches Musikgeschäft. Auf seinem Flyer ist zu lesen, dass angestrebt wird, einen musikalischen Weg irgendwo zwischen THE EXPLOITED, MOTÖRHEAD und BLACK SABBATH einzuschlagen. Abseits des Flyers spielt die Leidenschaft Forsbergs für den Oi-Punk der frühen Jahre sicherlich keine untergeordnete Rolle, wie er sich in Ansätzen später in seiner Musik wiederfinden sollte.
Musikalische Einflüsse begleitend, folgt der Heranwachsende außerdem einer gewissen Neugier für Bücher aus dem okkulten oder gar satanischen Bereich. Erst sehr viel später würde er in Interviews anmerken, diese irgendwann einfach weggeworfen zu haben. Nichtsdestotrotz ist es heute eben dieser Materie zu verdanken, dass Forsberg in seiner Literatur über drei mysteriös, beinahe bedrohlich klingende Namen stolpert: Quorthon, Vvornth und Kothaar – ein mehr oder minder bekanntes Trio aus der vielseitigen Welt der Dämonologie. Quorthon, wie er selbst sich fortan zu nennen gedenkt, ist der festen Überzeugung, dass es keine besseren Namen für ihn und seine Bandkollegen geben würde. Die Unumstößlichkeit jenes Plans sollte später durch die Tatsache untermauert werden, dass verschiedene Mitmusiker Forsbergs dieselben Pseudonyme nutzen werden. Als einzige personelle Konstante in der noch namenlosen Band, die später als BATHORY die Welt erobern wird, wird Quorthon selbst agieren. Rückblickend wurden in der Ära BATHORY zwar nicht ausschließlich diese Namen verwendet, aber für den Anfang waren die musikalische wie namentliche Ausrichtung festgelegt. Dummerweise bleibt dem minderjährigen Quorthon die Frage nach dem Namen der Band zunächst unbeantwortet.

Erst im Zuge einer London-Reise und einem damit verbundenen Besuch von Madame Tussauds, dem berühmten Wachsfigurenkabinett, das beinahe lebensechte Nachbildungen berühmter Persönlichkeiten aus Wachs zur Schau stellt, erlangt das Problem der Namensfindung verhältnismäßig schnell eine Lösung. Die szenische Nachbildung der Folterkammer der ungarischen Gräfin Báthory Erzsébet [oder: Elisabeth Gräfin Báthory von Ecsed] beeindruckt Forsberg immens. So ist es vor allem der mit nackten Damen, brutalster Gewalt und mittelalterlichem Flair angereicherten Legende über die so genannte Blutgräfin, die sich um die verurteilte Serienmörderin des 16. Jahrhunderts rankt, zu verdanken, dass die Band um Quorthon schließlich auf den Namen BATHORY getauft wird. Kaum eine andere Geschichte vermag 1983 einen Heranwachsenden mehr zu beeindrucken, so dass Forsberg, im Anschluss an seinen Besuch im Londoner Museum und zurück in Schweden, gleich einen im Telefonbuch geführten Herrn mit dem Nachnamen Bathory anruft, um euphorisch nach einem bestehenden Verwandtschaftsverhältnis des Mannes zur Blutgräfin zu fragen. Von zahlreichen Horrorfans genervt, reagiert besagter Herr eher unwirsch und hörbar unerfreut auf den enthusiastischen jungen Mann am anderen Ende der Leitung.

Dennoch werden BATHORY geboren, Musiker gefunden, Musik und Texte geschrieben – also nichts wie ran an den Bekanntheitsgrad! Wie so oft bei derlei Geschichten, kommt BATHORY ein Zufall zur Hilfe, durch den die beinahe volljährigen Schweden es tatsächlich schaffen, für eine Compilation gebucht zu werden. Mit gleich zwei Tracks, „Sacrifice“ und „The Return Of Darkness and Evil“, die beide musikalisch nicht wirklich viel mit der späteren Musik der Band zu tun haben werden, ergattern sie die Zusage für die „Scandinavian Metal Attack“, herausgegeben von Tyfon Grammofon. Da eine finnische, zuvor bereits gebuchte Band aufgrund der Einberufung zum Militär ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können, erhalten BATHORY ihre Chance. Da Forsberg überdies ausgerechnet für Tyfon Grammofon arbeitet, bleibt gegenüber dem Labelchef kein Überzeugungsversuch aus, so dass die Schweden schließlich an Bord genommen werden.




Was für BATHORY folgt, ist ein respektabler Aufstieg. „Scandinavian Metal Attack“ erweist sich nach seiner Veröffentlichung als großer Erfolg und zahlreiche Fanbriefe fordern eine baldige Zugabe dieser bis dato gänzlich unbekannten BATHORY. Mit dem zu jener Zeit verhältnismäßig geringen Budget von umgerechnet ca. 450 - 550 EUR und einer nötigen Portion Herzblut bucht Quorthon zum ersten Mal in der Geschichte BATHORYs ein Studio, um „Bathory“, das selbstbetitelte und erste Album der Band, einzuspielen. Einzuprügeln vielmehr, denn weder sind alle Songs vollständig geschrieben, noch verfügt das gebuchte Studio über adäquate Aufnahmetechnik. Das legendäre Studio Heavenshore ist in diesem aufregenden Jahr 1984 nichts weiter als eine umgebaute Garage. Davon jedoch unbeirrt, vergehen vom Aufbau der Instrumente über das Einspielen der Musik bis zur Aufnahme des Gesangs gerade einmal 56 Stunden, in denen das gesamte Album „Bathory“ aufgenommen werden kann.

Da BATHORY sich musikalisch arg von den anderen, über Tyfon Grammofon veröffentlichten Bands unterscheiden, beschließt Quorthon anlässlich der ersten Veröffentlichung, ein eigenes Label zu gründen. Zwar gehört es gleich Tyfon Grammofon an, trägt jedoch seither den Namen Black Mark Production. Wahrscheinlich trägt auch Quorthons Entscheidung, als Front-Artwork einen Ziegenkopf auf schwarzem Hintergrund und ein Pentagramm für die Rückseite zu verwenden, dazu bei, dass am 2. Oktober 1984 ein Album das Licht der Welt erblickt, dass selbige dazu veranlasst, es schon bald als legendär zu bezeichnen:






Die Tatsache, dass Quorthon selbst mit der Farbe gelb, mit der der Ziegenkopf des Front-Artworks ausgestattet ist, unzufrieden ist, sorgt über die Jahre dafür, dass eben jene, auf 1.000 Stück limitierte Erstpressung heutzutage ein weltweit begehrtes Sammlerstück darstellt - alle nachfolgenden Pressungen erscheinen mit weißem Ziegenkopf.
Nicht geplant war im Vorfeld außerdem, dass das Debüt ein selbstbetiteltes Album sein würde. „Pentagrammaton“ lautet der Wunschname Quorthons für sein Erstlingswerk, doch blieb er bis zur Phase der Veröffentlichung skeptisch, ob man den Titel nicht mit dem amerikanischen Pentagon verwechseln würde, weshalb „Bathory“ schließlich zur Notlösung erklärt wird. Zweifelsohne stellt „Bathory“ bis heute einen Meilenstein und Klassiker dar, der früher wie heute von unzähligen Musikern und Bands als Quelle der Inspiration angegeben wird. Aufgrund des gänzlich neuen Ansatzes und der Rezeption gelingt es BATHORY immer wieder, trotz des ständigen Vorwurfs, sie seien nichts weiter als eine VENOM Kopie, als Ikone bezeichnet zu werden. In seiner Dokumentation „Metal – A Headbanger’s Journey“ bezeichnet der Regisseur und Anthropologe Sam Dunn BATHORY als eine der fünf wichtigsten Extreme Metal Bands aller Zeiten.

Im Jahr 1985, nach einem weiteren Gastspiel auf der labeleigenen Compilation „Scandinavian Metal Attack II“, stehen BATHORY erneut in den Startlöchern zu weiteren Aufnahmen. Ihr zweites Album „The Return......“ [oder: „The Return Of Darkness And Evil“] erscheint am 27. Mai 1985 und erhält aufgrund des großen Erfolgs von „Bathory“ die Möglichkeit, in einem kostspieligeren Studio aufgenommen zu werden. Die Bandbesetzung wechselt von Zeit zu Zeit, doch Quorthon bleibt die treibende Konstante, und so ist es angesichts des hohen Engagements des Bandleaders wenig verwunderlich, dass „The Return......“ zum einen allein soundtechnisch bereits deutliche Unterschiede zum Vorgänger aufweist, zum andern aber vor allem musikalisch ein anderer Weg eingeschlagen wird... [mehr dazu in der Review-Sektion dieses Specials].

„The Return......“ beschert BATHORY – nicht zuletzt aufgrund der technischen und musikalischen Veränderungen – den Status, den die Band bis heute genießt. Dies ermöglicht Quorthon, sich für die Arbeiten zum dritten Longplayer zwei Jahre Zeit zu nehmen. Wie so oft jedoch, hat der BATHORY-Kopf einmal mehr mit personellen Problemen zu kämpfen – Bass und Schlagzeug sind unbesetzt. Unbeirrt wie eh und je schreiten die Arbeiten dennoch voran und so erscheint am 11. Mai des Jahres 1987 „Under The Sign Of The Black Mark“. Wahrscheinlich ist es bereits jetzt dem doch noch aufgetriebenen Schlagzeuger Pålle zu verdanken, dass der mittlerweile auch international als volljährig geltende Quorthon nicht nur durch ihn Zugang zur klassischen Musik fand, sondern sich obendrein maßgeblich von ihr inspirieren ließ. Die zahlreichen Danksagungen, die sich später im Booklet zu „Twilight Of The Gods“ vornehmlich an Künstler der klassischen Musik richten werden, bestätigen den Eindruck. Für den Moment jedoch ist es für Quorthon an der Zeit, mit „Under The Sign Of The Black Mark“ einmal mehr ein boshaftes und bissiges Album aufzunehmen.
Die Aufnahmen verlegt das Multitalent zurück in die alte Garage, in der er sich seinerzeit sehr viel wohler fühlte als in den technisch aufwendiger ausgestatteten Elektra Studios. Auch das Cover-Artwork ist erneut Chefsache und wird tiefer durchdacht. Noch heute regt das an das Gemälde „Witches Sabbath“ des spanischen Künstlers Francisco de Goya angelehnte und leicht kauzig interpretierte Artwork vielerorts zum Schmunzeln an.

Nach der Veröffentlichung des dritten Albums überschlagen sich die Kritiker. Im Slayer Magazin [Nr. 5/1987] gibt Metalion bezüglich „Under The Sign Of The Black Mark“ folgendes zum Besten:

GARFFFFFFFFFF! At least it arrived! The hellish third LP with the pride of Scandinavia! This time QUORTHON doesn’t do all the work alone, at least we know he got a drummer! (We don’t know his name though…….). This is probably one of the best Death Metal lp’es ever released! […] Everyone rages!! Check it out god damn!

[Deutsch: GARFFFFFFFFFF! Endlich ist sie da! Die dritte höllische LP mit dem Stolz Skandinaviens! Diesmal ist QUORTHON nicht allein von der Partie – immerhin wissen wir, dass er einen Drummer hat! (Seinen Namen kennen wir dennoch nicht......). Das hier ist vielleicht eine der besten Death Metal LPs, die jemals veröffentlicht wurden […] Alle ausrasten!! Anhören, verdammt noch mal!]

Wie euphorisch auch immer Kritiker, Fans oder Kollegen auf dieses dritte Album reagieren... niemand erwartet zum damaligen Zeitpunkt, was nur eineinhalb Jahre später mit „Blood Fire Death“ folgen würde. Am 8. Oktober 1989 ist es plötzlich da. Das Cover-Artwork zu „Blood Fire Death“ zeigt die Asgardsrei [dt.: wilde Jagd] - und entsprechend der mehr oder weniger neuen Thematik, ändert sich nun auch musikalisch und textlich einiges im Hause BATHORY. Kaum noch ist Okkultes, Gruseliges oder gar Satanisches zu finden – Quorthon selbst gibt in Interviews plötzlich sogar an, nie wirklich über ausgeprägtes Fachwissen bezüglich dieser Themen verfügt zu haben. Es ginge ihm lediglich um den damit verbundenen Horror und bis zu einem gewissen Grad sicherlich um eine Art Provokation. Unterm Strich bleibt das Motto: „Der König ist tot – es lebe der König!“, denn die anti-christlichen Grundzüge bleiben angesichts der neuen Themengebiete Wikinger, Heidentum, Archaik und das Hochhalten alter Werte deutlich erhalten. Ein sich eine ganze Zeit lang immer tiefgreifender etablierendes Grundelement BATHORYs kündigt sich an. Später wird der Wandel BATHORYs immer wieder zu beschreiben versucht. So sind es die beiden Autoren des Buchs „Lords Of Chaos“, Moynihan und Søderlind, die die plötzliche Evolution der Band und deren Bedeutung folgendermaßen beschreiben:

With “Blood Fire Death” BATHORY had forsaken the childish and foreign Satanism of the original inspiration but uncovered something just as compelling and fertile-the heathen mythological legacy of their own forefathers. The tapping of ancestral archetypes would become a matter of primary importance for the generation of Black Metal to follow, and an essential component of the genre.

[Deutsch: Mit „Blood Fire Death“ lassen BATHORY den kindlich-befremdlichen Satanismus als ursprüngliche Inspirationsquelle hinter sich, um sogleich etwas gleichermaßen Fesselndes wie Gehaltvolles aufzudecken – das heidnisch-mythologische Vermächtnis ihrer eigenen Vorfahren. Die Ansprache ehrwürdiger Ahnen wird schnell zu einem wichtigen Thema der nachfolgenden Generation Black Metal und liefert eine essentielle Komponente eines ganzen Genres.]

In der Tat bleibt Quorthon ab 1989 dem eingeschlagenen Weg mit „Hammerheart“ [16. April 1990] und „Twilight Of The Gods“ [29. Juni 1991] treu und taucht – vor allem auf „Hammerheart“ - thematisch tiefer ein. Fairerweise sollten MANOWAR an dieser Stelle unbedingt Erwähnung finden, waren sie es immerhin, die sich dieser Thematiken, wenngleich unglaublich testosteronschwanger [sic!], übertrieben und pathetisch, zuerst in metallischen Gefilden widmeten. Naheliegend ist obendrein, dass zu jener Zeit erfolgreiche Filme wie „Conan - Der Barbar“ eine nicht unwichtige Rolle in der oft durch heroische Männlichkeitsgebilde verkörperten Thematik sipelen. Ein Hinweis darauf sind einige, optisch ähnliche Bilder BATHORYs, die zu Zeiten von „Blood Fire Death“ in Umlauf geraten:



© bathory.nu


Im Zuge des Albums „Hammerheart“ erleben BATHORY eine weitere Premiere innerhalb ihrer Bandgeschichte und veröffentlichen zum Song „One Road To Asa Bay“ das erste und gleichzeitig letzte Musikvideo ihrer Karriere. Wer dies noch nicht kennen sollte oder es sich gern ein weiteres Mal ansehen möchte, kann dies im Folgenden tun:



Mit „Twilight Of The Gods“ erscheint im Jahr 1991 das vorerst letzte Album der so genannten Viking-Ära. Obwohl Quorthon sich auf diesem Album weiterhin treu und leidenschaftlich mit heidnischen Themen befasst und das Album zur Viking-Trilogie BATHORYs gezählt wird, lassen sich erneut bereits deutliche Veränderungen, sowohl in musikalisch-soundtechnischer als auch lyrischer Hinsicht, erkennen. Die Erzählungen umfassen nicht mehr ausschließlich heidnische Sagen und Legenden, wie beispielsweise noch auf „Hammerheart“ zu finden. Vielmehr beginnt Quorthon damit, sich, wie bereits vereinzelt auf “The Return……” angedeutet, textlich sozialkritisch zu äußern:

In this age of utter madness

We maintain we are in control

And ending life before deliverance

While countries are both bought and sold


Holy writtings hokus-pokus

Blaze of glory and crucifix

Prepried costly credit salvations

TV-preachers and dirty tricks

[Song: „Twilight Of The Gods“]


Diese Sozialkritik wird sich ebenfalls fortan durch das Lebenswerk BATHORYs ziehen und gerade die Atombombe und entsprechende Kriegssituationen werden schon bald eine prominente Rolle einnehmen.

Während einer dreijährigen kreativen Pause des Masterminds werden via Black Mark Production lediglich die beiden Compilations „Jubileum Volume I“ [1992] und „Jubileum Volume II“ [1993] veröffentlicht. Neben den hauptsächlich zu Best-Of-Zwecken zusammengewürfelten Songs, die von Fans eher mit einem Naserümpfen begrüßt werden, da die einhellige Meinung besteht, BATHORYs Kunst dürfe man nicht in einzelne Songs splitten, erscheinen auf den beiden Sammlungen drei bis dato unveröffentlichte Titel. Auch die beiden Beiträge zum ersten „Scandinavian Metal Attack“-Sampler sind zu finden.

Erst 1994 wird die Kreativität wieder angekurbelt und der Veröffentlichung von „Requiem“ folgt bereits im Folgejahr „Octagon“. In Fankreisen nehmen beide Alben bis heute eine eher untergeordnete Rolle in der Diskographie der Schweden ein. Zum einen wahrscheinlich, weil Quorthon eine plötzliche Leidenschaft für rotzigen Thrash Metal entwickelt zu haben schien. Zum anderen gelten im Gesamten sowohl „Requiem“ als auch „Octagon“ jeweils nicht als die größten Würfe der Formation. Während „Requiem“ bei Fans und Kritikern noch, zugegeben mit einem zugedrückten Auge, als solides Thrash-Album durchgeht, fallen BATHORY anno 1995 mit „Octagon“ zum Großteil in Ungnade. Wahrscheinlich entspringt es zeitlich nicht gerade einem großen Zufall, dass der Kopf hinter BATHORY mit einem Solo-Projekt namens QUORTHON aufwartet, das andere musikalische Facetten des Meisters aufzeigen soll. Zwei Alben, „Album“ [1994] und „Purity Of Essence“ [1997], erscheinen unter seinem Pseudonym und schlagen eher in die rockig-punkige Kerbe seiner Anfangstage. Immerhin: mit „Requiem“ legt Quorthon 1994 einen kleinen, vielerorts humorig betrachteten Beweis für seine textliche Verschrobenheit vor:

The altar covered in lifegiving cum,
the smell of forever running wet cunts

[Song: „Blood And Soil“]


Während Quorthon mit BATHORY in den Jahren zuvor daran beteiligt war, den Grundstein des Viking Metals zu legen und Bands wie HELHEIM, ENSLAVED oder auch FALKENBACH erste Erfolge feiern konnten, wendet sich der Bandleader selbst von der Thematik ab, die ihm Ruhm und Anerkennung in der ganzen Welt beschert hatte. Die anfängliche Enttäuschung tausender BATHORY-Fans wächst und die Forderungen nach einem 'echten' BATHORY Traditionsalbum werden lauter. Tatsächlich sollten die Bathoristi für ihr Bitten, Betteln und Fordern nur ein Jahr später belohnt werden...

Wie aus dem Nichts erscheint am 27. Mai 1996 mit „Blood On Ice“ das neunte BATHORY-Album. Während sich die Metalwelt aufgrund des Back-To-The-Roots-Feelings in Wohlgefallen geradezu suhlt und sich die Lobgesänge auf das Album überschlagen, weiß kaum jemand, dass ein Großteil der gebotenen Tracks Songmaterial aus den 80er Jahren enthält und somit aus der Songwritingphase der Viking-Trilogie stammt. Weder die Songs, noch die eigentliche Idee, nämlich ein reines Konzeptalbum zu schaffen, wurden jedoch jemals veröffentlicht – zugunsten eines zweiten, die Fans beschwichtigenden Frühlings der Band. Zwar müssen für „Blood On Ice“ ab 1995 einige Parts neu eingespielt und vieles überhaupt erst eingesungen werden – einige der Songs hatten in den 80ern gar keine Lyrics erhalten – doch klingt „Blood On Ice“ wie aus einem Guss und stellt für die wartende Horde nichts anderes als die reine Erlösung dar. Endlich wieder BATHORY in Reinform, endlich wieder heidnische Epik, endlich wieder Wikinger!

Quorthon selbst schreibt im Booklet zu „Blood On Ice“:

Now that ”Blood On Ice” is finally here, our hopes are that you will take this souvenir to your hearts. Because that is exactly what this release is all about, a souvenir to all our fans who have followed us throughout the years and who have written to us begging for this album to be put into releasable format. Although it could very well sound embarrassingly outdated to some aware of trends, this album nevertheless deserved to be released. This effort embodies everything that our mid 80s phase stood for, the so-called “Viking” albums. This album was written and recorded in ’88 and ’89, completed in ’95 and mixed and mastered in ’96. All in all it captures pretty well what BATHORY has been doing in between recording the vinyls and compact discs you already have in your collection. This sage is for you all…

[Deutsch: Jetzt, da „Blood On Ice“ endlich erschienen ist, hoffen wir, dass ihr dieses Souvenir in euer Herz schließt. Genau das ist es nämlich, worum es dabei ging – ein Andenken für all unsere Fans zu schaffen, die uns all die Jahre die Treue gehalten haben und die uns geschrieben haben, flehend, dieses Album in eine veröffentlichungsfähige Form zu bringen. Obwohl es, gemessen an derzeitig vorherrschenden Trends, geradezu altbacken klingen könnte, hat es dieses Album einfach verdient, veröffentlicht zu werden. Dieses Album beinhaltet alles, wofür unsere Mitt-80er-Phase stand – unsere so genannten Viking-Alben. Das Album wurde '88 und '89 geschrieben und aufgenommen, '95 vervollständigt und '96 gemischt und gemastert. Alles in allem fasst es sehr gut zusammen, was BATHORY zwischen den Aufnahmen der Platten und CDs getrieben haben, die ihr alle bereits in eurer Sammlung habt. Diese Saga ist euch allen gewidmet... ]

Ein weiteres Mal jedoch stellt „Blood On Ice“ auch den Beginn einer längeren Auszeit dar und, abgesehen von weiteren Compilations, wie „Jubileum Volume III“ [1998] und „Katalog“ [2001], dauert es ganze fünf Jahre, bis „Destroyer Of Worlds“ erscheint, das 2001 die Anzahl der Alben zweistellig macht und BATHORY aus der Versenkung hebt – und die Band sogleich wieder darin verschwinden zu lassen droht. „Destroyer Of Worlds“ wird schnell als eine wilde Mischung zwischen Thrash- und Viking Metal verschrieen, obwohl es, Berichten Quorthons selbst zufolge, von Fans zuvor genau so gefordert wurde. Dennoch wird das Album seitens der Kritiker eher zwiespältig betrachtet – der große Wurf nach „Blood On Ice“ bleibt ein weiteres Mal aus. Wahrscheinlich ist vor allem die Tatsache, dass die Lyrics zwischen Thematiken wie Atomkrieg und der Beschreibung eines Eishockey-Matches [!] springen, der Auslöser für weltweite Verwunderung, um es freundlich auszudrücken. Nichtsdestotrotz ist zu erkennen, dass „Destroyer of Worlds“ sehr viel stärker daherkommt, als seine unrühmlichen eigentlichen Vorgänger „Octagon“ oder „Requiem“ [siehe dazu auch die Review-Sektion in diesem Special].
Im Zuge der Veröffentlichung und der ersten Kritiken zu „Destroyer Of Worlds“ lässt Quorthon verlauten, seine Musik eigentlich bereits eine gewisse Zeit lang nicht mehr für sich zu schreiben, sondern dass er nur noch auf die Wünsche der Fans eingehen wolle, um diese zufriedenstellen zu können. Dieser Plan Quorthons jedoch scheitert für „Destroyer Of Worlds“...

… findet aber in den Jahren 2001 und 2002 mit den Veröffentlichungen von „Nordland I“ und dessen Nachfolger „Nordland II“ plötzlich Erfüllung. Ganze Generationen berichten seinerzeit von einer ungehaltenen Freude, die beinahe zu Tränen rührt. BATHORY setzten plötzlich wieder auf traditionelle Werte und erzählen die mystischen Wikinger-Sagen, die sie einst in den Olymp des Genres gehoben hatten:

Nordland

High about all, the ravens
Spreading their wings to fly to the hall up high
Messengers of the all fathers
Oden behold all with his one eye

Eagle soaring, old crow cries
This land and heaven, forever tied

[Song: „Nordland“]


Der Olymp, oh, Verzeihung, Walhalla, wo BATHORY und somit Quorthon mit dem fulminanten „Nordland“-Doppelpack nun endlich wieder Einzug halten dürfen, ist gleichzeitig die letzte Station in der Geschichte eines Mannes, der mit seiner Musik ganze Genres prägte und Millionen erreichte. Am 3. Juni 2004 wird es traurige Gewissheit, dass „Nordland II“ das letzte Album BATHORYs gewesen sein wird, als man Thomas Börje Forsberg alias Quorthon im Alter von nur 38 Jahren leblos in seiner Wohnung vorfindet. Trotz eines Herzversagens als genannte Ursache, erfolgt die Beisetzung seiner sterblichen Überreste erst gut eineinhalb Monate später, am 13. Juli 2004, auf dem städtischen Sandsborg Friedhof in Stockholm.
Sein Tod löst weltweit große Bestürzung aus und bis zum heutigen Tag, wahrscheinlich sogar noch viele Jahrzehnte lang, wird Quorthon uns allen als kauziger, verrückter und unglaublich talentierter Musiker in Erinnerung bleiben, der die Fans BATHORYs stets als Antrieb für sein Schaffen sah. Für das Gedenken seiner sorgen wir, solange wir gemeinsam sein Vermächtnis, Quorthon und BATHORY, noch Jahrtausende feiern werden. Ein Mann, ein Mythos, eine Legende. Wisst ihr noch, ... damals?
[Border, Squiggofant]

Then a bronze horn I hear, it calls me
and the bridge seems to stretch for a lifetime
way before me a palace is rising
out of the mist like a mountain it stands
And it greets me with gates open wide
all around me bloodbrothers by my side
and they show me the seat that bears my name
my place at the table of Oden I do claim

[Song: „Death And Ressurection Of A Northern Son”]




© bathory.nu



------BLOOD FIRE DEATH ------





Trackliste:


01. Odens Ride over Nordland
02. A Fine Day to Die
03. The Golden Walls of Heaven
04. Pace ‘till Death
05. Holocaust
06. For All Those Who Died
07. Dies Irae
08. Blood Fire Death


Eines der besten Extreme-Metal-Alben aller Zeiten und natürlich jenes, welches wir hier ganz besonders hervorheben und loben wollen, beginnt mit einem langsamen und unglaublich atmosphärischen Intro namens „Odens Ride over Nordland“, das als perfekte Vertonung des Gemäldes „Åsgårdsreien“ von Peter Nicolai Arbo gelten kann. Die „Wilde Jagd“, die von Quorthon auch als Cover-Artwork hergenommen wurde, wird geradezu lebendig und löst sich aus dem Gefängnis des Bilderrahmens, wenn man in den ersten paar Sekunden des Intros das Gewieher von Pferden und die dazu passenden Hufgeräusche hört. Dazu kommen noch die unglaublich atmosphärischen Keyboard-Sounds, die heute immer wieder imitiert werden, aber in dieser Intensität [bis jetzt] nie mehr erreicht wurden. Wie auch verschiedene Musiker bestätigen sollten [siehe Interview-Sektion] waren solche Intros auf Metal-Platten dieser Zeit nicht üblich und dadurch hat sich der Effekt natürlich noch zusätzlich verstärkt. Auch die Tatsache, dass „Odens Ride over Nordland“ nahtlos in den ersten wirklich Song „A Fine Day to Die“ übergeht, trägt zur Atmosphäre bei und nach den bisherigen BATHORY-Alben sind die nun einsetzenden akustischen Gitarren und der geflüsterte Gesang von Quorthon durchaus ein Novum. Man merkt also schon gleich am Anfang von „Blood Fire Death“, dass Quorthon hier eine neue Richtung einschlagen wird, die mehr epische Momente in die Musik bringen soll. Aber „ausgewhimpt“ sind BATHORY natürlich noch lange nicht, denn nur wenige Minute später beginnt der donnernde Schwarzmetallsturm. Dabei gelingt es Quorthon mit „A Fine Day to Die“ perfekt aufzuzeigen, wie man Epik und Aggression miteinander verknüpfen kann und wie man Melodien in Songs einbauen kann, ohne deshalb dudedlig zu wirken [und das obwohl Keyboards vorkommen]. Man höre sich außerdem die richtig geile Gitarrenarbeit bei circa Minute fünf an – so was bräuchte man wieder häufiger auf Metal-Scheiben! Eigentlich könnte man ja fast das ganze Review über die Song-Kombo „Odens Ride over Nordland“ und „A Fine Day To Die“ schreiben, aber damit würde man den anderen Songs Unrecht tun. Also schauen wir noch weiter, was Quorthon uns zu bieten hat. Da wären zum Beispiel der sehr treibende und schnelle Song „The Golden Walls of Heaven“, bei welchem die Anfangsbuchstaben von jeweils fünf Songzeilen immer „Satan“ ergeben und welcher damit besonders böse [und mit einer ordentlichen Portion Ironie] daherkommt. Zusammen mit dem brutalen „Pace ‘till Death“ kann man hier gut die thrashigen Wurzeln von Quorthon heraushören, die hier natürlich mit unglaublicher Aggression aufgezeigt werden. Hier werden keine Gefangenen gemacht und keine Millisekunde geht man vom Gaspedal. Dies spiegelt sich auch in den Lyrics wieder:

Can't slow it down

Now when the limit is so close

The yearn for the limit is too strong

Body and soul poisoned by speed overdose

And I know that I must go on at, oh...

[Song: “Pace ‘till Death”]


Wer sich nach diesen Brechern eine Pause wünscht und auf einen langsamen epischen Song wartet, der irrt sich gewaltig. Stattdessen zieht Quorthon auf „Holocaust“ noch einmal alle Register und wer hier genau auf die Riffstruktur und das Songwriting achtet, der wird feststellen, dass sich das Muster dieses Songs in zahlreichen anderen Extreme-Metal-Bands wiederfinden wird. Gerade hier erkennt man deutlich, wie viele Bands von Quorthon inspiriert wurden und wie sehr er auch den Sound der kommenden Metal-Bands mitgeprägt hat. Wenn man sich auf „Blood Fire Death“ außerdem „The Golden Walls of Heaven“, „Pace ‘till Death“ und „Holocaust“ anhört, dann kann es einen nicht verwundern, dass mancher junger Metal-Fan nicht versteht, was das Ganze eigentlich mit „Viking“-Metal zu tun haben soll. Weder gibt es heidnische Inhalte – auf „Holocaust“ geht es um die Problematik von Atombomben – noch ist die Musik besonders episch. Aber dabei wird natürlich oft vergessen, dass Viking Metal sich aus dem Black Metal herausentwickelt hat, und dass melodiöse Bands wie ENISFERUM [die übrigens die Bezeichnung „Viking Metal“ für ihre Musik gar nicht mögen] damit überhaupt nichts zu tun haben, sondern vielmehr Power Metal Bands sind, die Fantasy-Geschichten erzählen. Quorthon dagegen verlässt sich auf „Blood Fire Death“ noch auf seine brutalen Thrash-Wurzeln und lässt es auf dieser Scheibe mehr als ordentlich knallen. Die epischen Momente gibt es natürlich [siehe die Anfangssongs], aber wirklich hymnenhaft wurde es dann erst auf „Hammerheart“. Bevor es auf „Blood Fire Death“ aber auch noch einmal episch wird, haut Quorthon mit „For All Those Who Died“ und „Dies Irae“ zuerst noch einmal ordentlich auf die zwölf. Für Fans von kleinen Geschichten kann hier erwähnt werden, dass sich in „Dies Irae“ die Textzeile „Even the heavens shall burn when we are gathered“ findet. Und wer hat ein Album so genannt? – Richtig, die Schwarzwurzler von MARDUK. Wenn man außerdem alle Anfangsbuchstaben der Zeilen von „Dies Irae“ zusammennimmt, ergibt sich der geschmackvolle Satz „Christ The Bastard Son Of Heaven“. Das waren halt auch noch Zeiten, als man mit solchen Späßchen schocken und provozieren konnte! Aber jetzt – nach dieser wilden und hemmungslosen Prügelei – setzen auf einmal wieder sanfte Keyboard-Sounds, Chöre und akustische Gitarren ein. Vorhang auf, das Finale beginnt. Der Titeltrack steht an und BATHORY werden uns ein letztes Mal zeigen, wie man mit einem Song Geschichte schreiben kann. So kitschig und klischeehaft es klingt, aber auf diesem Song stimmt einfach alles: Die treibenden Drums, Quorthons epischer und rauer Gesang, die leise im Hintergrund liegenden Chöre und die phänomenale Gitarrenarbeit. Und wenn Quorthon dann „BLOOD … FIRE … DEATH“ grölt, sollte dem letzten Metaller klar werden, was BATHORY hier Fantastisches zelebrieren. Es ist eine absolut einzigartige Leistung von Quorthon auf eine solch unkitschige und unprätentiöse Art und Weise epische Momente [mit der Hilfe von Keyboards] in diesen aggressiven Musikstil einzubauen und diesem dadurch noch einmal eine ganze eigene Note zu geben [man beachte auch die geilen Tribal-Drums am Ende des Songs]. Wenn man zusätzlich noch bedenkt, dass Quorthon die ganze Scheibe in einer etwas besseren „Garage“ [Heavenshore Studio] aufgenommen hat, dann muss man sich wieder einmal vor Augen führen, dass die ganze moderne Technik und die besseren Aufnahmebedingungen nicht halb so relevant sind, wie immer behauptet wird. Ein wirklich guter und talentierter Songwriter kann auch unter widrigen Umständen Songs und ganze Alben aufnehmen, welche in die Geschichte eingehen.

„Blood Fire Death“ ist in meinen Augen ein perfektes Werk, das heutzutage leider nicht mehr so viel gehört wird, wie es gehört werden sollte. Wer sich für die Quelle der Inspiration zahlreicher Metal-Bands interessiert, der muss hier unbedingt reinhören. Und wer weiß, vielleicht wird der- oder diejenige feststellen, dass Quorthon schon 1988 einige Sachen viel, viel besser gemacht hat, als die Viking/Black Metal Bands im Jahre 2013. In diesem Sinne: BLOOD FIRE DEATH!!! [Squiggofant]


-------BATHORY – Die Alben-------


„Bathory“ [1991] [26:55]
Als der rebellische junge Schwede Thomas Börje Forsberg im Jahr 1983 seine Band BATHORY gründete, konnte er noch nicht ahnen, welchen Einfluss sein musikalisches Schaffen einmal auf gleich mehrere Genres haben würde. Der Stein kam ins Rollen, als BATHORY eher zufällig auf dem Metal-Sampler „Scandinavian Metal Attack“ landeten und die Musik der damals noch dreiköpfigen Band daraufhin seine ersten Verehrer fand. In einem Tonstudio, welches dieser Bezeichnung kaum würdig war, gingen Forsberg alias Quorthon und seine zwei Mitstreiter noch einen Schritt weiter und es entstand das Debütalbum „Bathory“.

Rau und primitiv – das sind Worte die sowohl auf Musik, als auch auf die Songtexte auf „Bathory“ zutreffen. Das sind allerdings auch Punkte, die zunächst zu Erkennungsmerkmalen der folgenden frühen BATHORY-Alben und später auch des völlig neuen Genres Black Metal werden sollten. „Bathory“ ist musikalisch ohne Zweifel im Punk und Metal der frühen 80er verwurzelt, doch kann ebenfalls kaum in Frage gestellt werden, dass das Album etwas vollkommen Neues war. Selbst wenn das aus heutiger Sicht, mit einem gewaltigen Markt an ultrabösen Black Metal-Bands, merkwürdig klingen mag, so schufen BATHORY erstmals eine Musikform, die böser und brutaler klang, als alles bisher Dagewesene. Songs wie „Reaper“, „Necromansy“, „Raise The Dead“ oder „War“ wurden in den 90ern gleichermaßen wie noch heute von Bands gecovert oder zitiert und das zeigt nur einmal mehr, wie wichtig das Album als Startschuss einer neuen Ära war.

Selbst wenn manch einem Musik und Produktion in jeder Hinsicht zu ungeschliffen und schmutzig klingen mögen, so haben BATHORY dennoch bereits mit ihrem Debütalbum einen unglaublich großen Beitrag geleistet, um den extremen Metal voranzutreiben oder sogar teilweise neu zu erfinden. Daniel Ekeroth nennt „Bathory“ in seinem Buch „Swedish Death Metal“ einen “Frontalangriff auf die Hörgewohnheiten der damals mittelmäßigen schwedischen Metal-Szene“ und ich denke das beschreibt gut, wie neuartig und wichtig das Album für die weitere Entwicklung der Szene und derartiger Musik war und auch weiterhin ist. [Delirium]


The Return...... [1985] [36:21]
Das Debütalbum der drei Schweden hatte sich hervorragend verkauft und es gab reihenweise positive Rückmeldungen aus den Medien. Für BATHORY war die weitere Fahrtrichtung klar geworden: Es musste weiter gehen; es gab unglaublich viele Leute, denen die Musik gefiel.

„The Return......“ klingt schon deutlich mehr nach dem, was später als Black Metal bekannt werden sollte. Quorthon hat sich vom rotzig-punkigen Schreigesang des Debütalbums verabschiedet und lässt seine Vocals fortan deutlich dunkler und mehr nach den typischen Black Metal-Vocals klingen, die in den 90ern von Bands wie MAYHEM, MARDUK und DARKTHRONE aufgegriffen wurden. Musikalisch klingen die Songs auf „The Return......“ wesentlich ausgereifter und komplexer. Dabei verlieren Quorthon und seine Mitstreiter allerdings keineswegs ihre Vision von Aggression, Brutalität und Finsternis aus den Augen.

Die kleinsten stilistischen Änderungen und Entwicklungen auf „The Return......“ müssen einen erheblichen Teil dazu beigetragen haben, dass BATHORY [neben anderen, versteht sich] als Urväter des Black Metal gelten. [Delirium]


Under the Sign of the Black Mark [1987] [35:59]
Konsequent haben BATHORY ihre Ideen weiterverfolgt und im Jahr 1987 das dritte Album „Under The Sign Of The Black Mark“ aufgenommen und veröffentlicht. Das dritte Werk lässt sich allerdings nicht in allen Punkten als die logische Konsequenz aus dem letzten Album bezeichnen.

Ein simpler Grund dafür ist, dass es aufnahme- und produktionstechnisch nicht, wie beim letzten Mal, einen Schritt voraus, sondern zwei zurück ging. Das bei diesem Album verwendete durchschnittliche Equipment tut sein Übriges, um die Songs in Sachen Rumpelfaktor etwas wie vom Debütalbum klingen lassen. Dazu sei allerdings gesagt, dass BATHORY immer geschickter an das Songwriting herangingen und letztendlich auf „Under The Sign Of The Black Mark“ heutige Klassiker wie „Woman Of Dark Desires“, „Call From The Grave“ oder „Enter The Eternal Fire“ veröffentlichten. Der Stil, den Quorthon entwickelt und mit seinen Mitstreitern auf Tonbänder gebannt hat, war in dieser Form noch nicht vorher dagewesen. Dunkel, aggressiv und schnell.

Selbst wenn in diesem Fall nicht alles so fortschrittlich war wie das Songwriting, lässt sich dennoch sagen, dass auch das dritte Album von BATHORY eine enorm wichtige Etappe in der Geschichte dieser Legende des extremen Metals markiert. [Delirium]


Hammerheart [1990] [55:43]
Wellen, die an die Küste schlagen … eingängige Gitarren-Akkorde … eine Stimme beginnt melancholisch zu singen ... langsam verliert man sich in diesen ruhigen Momenten … und DANN, der Sturm bricht los, die donnernden Drums setzen ein und Quorthon beginnt von alten heidnischen Sagen und Geschichten zu singen. Was für eine Atmosphäre, was für ein unglaublicher Einstieg in ein Album! Man kann es mit Worten gar nicht beschreiben, man muss es gehört haben und man muss erlebt haben, dass man tatsächlich innerhalb weniger Sekunden von einer Magie erfasst werden kann, die einen ein Leben lang nicht mehr loslässt.

Quorthon hat auf „Hammerheart“ die epischen Momente, die auf „Blood Fire Death“ schon vorhanden waren, deutlich ausgebaut, geht nun langsamer und weniger schwarzmetallisch zu Werke und fokussiert sich vor allem auf eine unglaublich dichte „heidnische“ Atmosphäre, die aber ohne jeglichen Kitsch und Pathos präsentiert wird. Keinesfalls verlassen BATHORY hier ihre rauen Wurzeln [die Produktion alleine verhindert schon einen solchen Schritt] und wenn man sich die Vocals im brutalen Brecher „Baptised In Fire And Ice“ anhört, wird einem sofort wieder bewusst, dass Quorthon früher brachialen Black Metal zelebriert hat. In einem Review von „Hammerheart“ nicht auf jeden einzelnen Song einzugehen, ist eigentlich eine Frechheit, denn es gibt hier keinen Ausfall, keinen durchschnittlichen Song und keine Langeweile – ganz egal ob man dem stampfenden „Valhalla“ mit seinen großartigen Chören zuhört [das von der Songstruktur tatsächlich an diversen Stellen etwas an MANOWAR erinnert], sich dem soundtrackhaften und nach vorne preschenden „Father To Son“ zuwendet [das Solo!] oder den sanften akustischen Klängen von „Song To Hall Up High“ lauscht. Ein Song muss aber natürlich noch speziell erwähnt werden – DEN Viking Metal Song schlechthin „One Rode To Asa Bay“. Zehn Minuten wird hier Musik zelebriert, die – ähnlich wie auf „Shores In Flames“ – langsam und geradezu sanftmütig beginnt, um sich dann immer weiter zu steigern und an Energie zu gewinnen, nur um dann am Ende mit dem melancholischen und prophetischen „Old crow of wisdom say...people of Asa land, it's only just begun...“ zu enden. Neben der mächtigen Musik, gibt es noch die mitreißenden und großartig geschriebenen Lyrics, das Cover-Artwork, das einem nach wie vor einen Schauer über den Rücken jagt, weil es man es besser gar nicht hätte auswählen können und so weiter … die Liste an Dinge, die man hervorheben könnte, scheint nahezu endlos zu sein.

Vergessen wir die ganzen kleinen Kritikpunkte, die manche Menschen ständig hervorbringen – Quorthon könne nicht singen et cetera – und stellen eine Sache klar: Wer sich „Hammerheart“ mit Kopfhörern anhört, der ist für eine knappe Stunde in einer vollkommen anderen Welt, aus der er auch niemals herausgerissen wird, weil jede Sekunde auf dieser CD etwas zur Atmosphäre beiträgt und diese niemals zerstört. [Squiggofant]

Im Übrigen hätte man auch ein Special über dieses Album machen können, denn zahllose Musiker wurden auch von „Hammerheart“ tief inspiriert. Als Beispiel dafür können die Engländer von FOREFATHER dienen, die für unser Special nicht über „Blood Fire Death“ reden wollten, sondern ein kurzes Statement zu ihrem Lieblingsalbum „Hammerheart“ abgeben wollten:

Als ich das erste Mal „Hammerheart“ gehört habe, war das ein magischer Moment. Es war vollkommen anders als alles, was wir bisher gehört haben. Der Sound war so authentisch und echt. Nichts was ich seit dem gehört habe, kommt dem wahren Sound des Viking Metals näher. Außerdem war natürlich das Songwriting großartig. BATHORY ist seit diesem Moment eine unserer absoluten Lieblingsbands. ~ [Athelstan]


Twilight of the Gods [1991] [56:52]
Gerade einmal ein Jahr nach „Hammerheart“ hat Quorthon im April 1991 das neue Album „Twilight of the Gods“ aufgenommen und dann schon Ende Juni veröffentlicht. Passend zum Namen ziert ein Nietzsche-Zitat die Rückseite der CD und auch lyrisch hat Quorthon sich – auch wenn dieses Album als das dritte „Viking Metal“-Album gilt – etwas von den heidnischen Geschichten entfernt und beschäftigt sich thematisch eher mit der Entwicklung des Menschen hin zum Göttlichen. Songs wie „Through Blood by Thunder“, „Bond of Blood“ oder „Hammerheart“ bleiben aber den heidnischen Motiven und Geschichten treu.

Eine ähnliche Entwicklung lässt sich auf „Twilight of the Gods“ auch musikalisch erkennen. Die Chöre, der starke Einsatz von Akustik-Gitarren und gewisse Songstrukturen sind Elemente, die man auch schon auf „Hammerheart“ finden konnte; gleichzeitig klingt „Twilight of the Gods“ aber doch völlig anders. BATHORY klingen glatter und polierter, dafür ist das Verschrobene und das Raue von „Hammerheart“ etwas in den Hintergrund getreten. Quorthon hat außerdem seine gekrächzten Vocals nun nahezu vollständig aus seiner Musik verbannt und arbeitet [fast] nur noch mit Chören und mit Klargesang. Dies wirkt sich natürlich auch auf die Atmosphäre aus – „Twilight of the Gods“ klingt melancholischer, getragener und man könnte fast sagen „fragender“, als die druckvollen und nach vorne preschenden Songs von „Hammerheart“ oder auch „Blood Fire Death“. Es ist beeindruckend, wie Quorthon sich auf fast allen Scheiben neu erfindet und niemals stagniert, sondern seine Grenzen immer wieder neu auslotet. Dass dabei mal wieder Songs herausgekommen sind, die wohl für alle Zeiten Klassiker im Viking Metal Bereich sein werden, sollte sich von selbst verstehen. So überzeugt zum Beispiel „Through Blood by Thunder“ nicht nur mit dem unglaublich gefühlvollen Intro und den Spoken Words, sondern auch durch die energetischen Drums, den schon fast psychedelisch gespielten Gitarren und Quorthons Gesangsleistung, die wieder einmal herrlich schräg und kauzig daherkommt. „Under The Runes“ kann auf der anderen Seite vor allem mit seiner Brutalität und Direktheit überzeugen, die so weit geht, dass sogar Quorthon wieder in alte Gesangsmuster verfällt. Besonders hervorzuheben ist auf jeden Fall noch der knapp fünfminütige Song „Hammerheart“, auf welchem Quorthon ein Songstück des klassischen Komponisten Gustav Holst hernimmt und daraus eine der bekanntesten Hymnen des Viking Metals erschaffen hat. Textlich absolut großartig [und natürlich auch kitschig] und mit voller Innbrunst von Quorthon dargeboten, ist ihm damit ein würdiger Abschluss von „Twilight of the Gods“ gelungen. Ich weiß gar nicht, wie oft ich mir diesen Song während einer Abendstimmung schon angehört und mich meinen Träumen hingegeben habe.

Obwohl „Twilight of the Gods“ das glatteste und am besten produzierte Album der Viking Metal Zeit von BATHORY ist, ist es trotzdem nicht unbedingt das, wozu man am einfachsten einen Zugang findet. Man muss sich reinfuchsen und die Songs auf sich wirken lassen, bevor man richtig hineingezogen wird. Was bei „Hammerheart“ schon nach fünf Sekunden passiert, braucht bei „Twilight of the Gods“ etwas länger. Trotzdem natürlich ein wirklich starkes Album, das jeder Viking Metal Fan in seiner Sammlung haben sollte. [Squiggofant]


Requiem [1994] [33:25]
Drei Jahre nach dem fulminanten „Twilight of the Gods“ veröffentlichten BATHORY ihr neues Album „Requiem“ und schon aufgrund des simpel gehaltenen Cover-Artworks konnte man davon ausgehen, dass eine neue musikalische Wende eingeschlagen werden würde. Und tatsächlich blieben von den epischen Hymnen, den Chören, den akustischen Gitarren und den heidnischen Themen gar nichts mehr übrig. Stattdessen hört man hin und wieder Referenzen zu seinen ersten drei Alben durch, denn Quorthon entschied sich ein boshaftes Thrash-Metal-Album aufzunehmen und es auf seine Fans loszulassen.

Dass Quorthon hier musiziert, erkennt man fast nur noch am Gesang und an manchen melodischen und atmosphärischen Stellen, ansonsten wird hier doch sehr traditionell gethrasht und dem oder der HörerIn in die Fresse geschlagen. Dabei erkennt man natürlich Ähnlichkeiten zu frühen KREATOR [„Endless Pain“, „Pleasure To Kill“] und auch zu einigen südamerikanischen Bands, die den richtig bösen Thrash-Metal gespielt haben, der auch zahlreiche spätere Black Metal Bands beeinflussen sollte. Quorthon erfindet hier also das Rad nicht neu, beweist dafür aber große Spielfreude und hat mit „Requiem“ ein Album aufgenommen, das definitiv Headbangpotential hat und dem einen oder anderen Thrash-Metal Fan ein Grinsen auf’s Gesicht zaubern wird. Auch BATHORY-Fans können [und konnten] sich mit „Requiem“ arrangieren, nachdem der erste Schock einmal überwunden war. Songs wie „Crosstitution“ oder der abschließende Track „Apocalypse“ machen schon richtig Laune und beweisen, dass der gute Schwede hier schon weiß, was er tut. Allerdings muss man schon ein wirklicher Fan von BATHORY sein, damit einem die Drums und der Drum-Sound nicht irgendwann furchtbar auf die Nüsse gehen [z.B. bei „Pax Vobiscum“] … trotzdem: eine ordentliche Ladung Thrash, die uns Quorthon hier vor den Latz knallt! P.S.: Die Lyrics verraten durchaus manchmal das Grinsen, das Quorthon auf dem Gesicht gehabt haben muss, als er diese Scheibe aufgenommen hat! [Squiggofant]


Octagon [1995] [39:49]
Man muss mitnichten BATHORY-Experte sein, um festzustellen, dass „Octagon“ eher eine Besonderheit im Quorthon-Kanon darstellt, versucht sich die schwedische One Man-Band hierauf statt an epischen Black/Viking Metal-Klängen vielmehr an einer rohen Thrash Metal-Version mit ausgeprägt punkiger Note und sozialkritischen Texten zu Themen wie Kirche, Politik, Konsumgesellschaft, Serienmördern und Umweltverschmutzung. Die ausgesprochen „reduzierte“/dünne Produktion bzw. der furchtbare Blechdosen-Sound der Drums erinnert – nachgerade prophetisch – an Schrecknisse wie „St. Anger“ und auch sonst scheint „Octagon“ zwischen „experimentell“, „originell“ und „speziell“ noch am besten verortet. Überraschend hörbar/sonderbar stechen allenfalls das SLAYEReske „Century“ und das KISS-Cover „Deuce“ heraus. Fun-Fakt am Rande: in den Credits dankt Quorthon „Norrlandspölsa“, also schwedischen Würstchen, und „Twinings“-Earl Grey-Tee - der Mann hatte offenbar Humor... [dkay]




Blood On Ice [1996] [53:40]
Nachdem BATHORY mit den Alben „Requiem“ und „Octagon“ wenig begeisterte Reaktionen hervorrufen konnten, war es 1996 tatsächlich so weit, dass ein eigentlich schon längst angekündigtes Album das Licht der Welt erblicken würde. „Blood On Ice“, das zu einem großen Teil aus Musikstücken besteht, die noch in den späten 80ern und zur Viking-Zeit von Quorthon geschrieben wurden, ließ die Herzen der Fans höher schlagen. Verziert mit dem vielleicht schönsten Cover der Bandgeschichte konnte ja eigentlich nicht mehr viel schief gehen und tatsächlich sollte „Blood On Ice“ ein weiterer Meilenstein in der Diskographie von BATHORY darstellen, auch wenn dieses Kleinod oft etwas vergessen oder sogar nur belächelt wird.

Dies geschieht allerdings vollkommen zu Unrecht, denn Quorthon hat auch bei diesen Songs wieder einmal bewiesen, dass er ein Händchen für episches und spannendes Songwriting besitzt. Die einzelnen Songs mögen vielleicht etwas zugänglicher sein, als auf den „klassischen“ Viking-Metal Alben und gerade Tracks wie „The Woodwoman“ oder „The Lake“ – die einem unglaublich gut ins Ohr gehen – mögen auch dafür verantwortlich sein, dass man es heutzutage mit einer ganzen Horde „heidnischer“ Power Metal Bands zu tun hat. Auch die Tatsache, dass Quorthon auf „Blood On Ice“ generell mit viel Klargesang arbeitet, mag zu diesem Phänomen beigetragen haben. Dies tut aber der Größe dieses Albums keinen Abbruch, denn „Blood On Ice“ beweist - wie so viele andere Scheiben von Quorthon -, dass Kauzigkeit und Mut zur Individualität oftmals die besten Metal-Scheiben hervorgebracht haben. Ganz egal ob Quorthon sich auf den kurzen, akustischen Stücken „Man Of Iron“ und „The Ravens“ am verträumten Klargesang versucht, oder ob er auf dem richtigen Kracher „Gods Of Thunder, Wind And Rain“ einfach die Sau rauslässt [so wie dann später auf „Death And Ressurection Of A Northern Son“] – dem Fan der Viking-Metal Zeit von BATHORY muss dabei einfach das Herz aufgehen. Untermalt wird das Ganze noch von einer [teilweise] richtigen Geschichte, die Quorthon in seinen Lyrics und mithilfe kleiner Erzähleinlagen innerhalb der Songs wiedergibt. Das verleiht dem Album noch eine ganz eigene Atmosphäre und innere Kohärenz. Wem das alles noch nicht reicht, um davon überzeugt zu sein, dass es sich bei „Blood On Ice“ um eine starke Scheibe handelt, der sollte sich den fast zehnminütigen Rausschmeißer „The Revenge of the Blood on Ice“ reinziehen. Quorthon bündelt noch einmal alles, was man auf „Blood On Ice“ finden kann – epische Chöre, Soundeinspielungen [z.B. Pferdegetrampel], atmosphärische Intermezzos, den typisch kauzigen Klargesang und voranpreschende Drums und Riffs, die zwar während des Songs kaum wechseln, aber auch niemals langweilig werden. Auch wenn dieser Track nicht an die großartigen Stücke „One Rode to Asa Bay“ oder „Blood Fire Death“ herankommt, ist es ein mehr als würdiger Abschluss dieses melodischen Viking-Metal Albums, mit welchem Quorthon wieder einmal seine Qualitäten als eigenwilliger Musiker unter Beweis stellen konnte. [Squiggofant]


Destroyer of Worlds [2001] [01:05:59]
Jawohl, „Destroyer of Worlds“ ist doch einmal ein richtig passender Titel für eine geile Metalscheibe [tatsächlich kommt der Ausdruck von J. Robert Oppenheimer, dem Vater der Atombombe]. Scheinbar will es Quorthon im Jahre 2001 – fünf Jahre nach dem letzten regulären Album – noch einmal wissen. Was erwartet uns nach „Blood On Ice“? Ein weiteres Viking-Metal-Album? Ein Thrash-Inferno? Das mäßig schöne Cover-Artwork deutet eher auf Zweiteres und auch der Album-Titel scheint eine schnelle und brutale Thrash-Metal-Scheibe nahezulegen. Aber es kommt – wie bei Quorthon üblich – anders …

Tatsächlich ist – zumindest mir – nicht ganz klar, was Quorthon uns mit dieser Scheibe sagen will. Man erwartet natürlich einen furiosen Einstieg in eine Scheibe, die sich „Destroyer of Worlds“ nennt, aber was man bekommt ist ein sehr langsamer und melancholischer Song namens „Lake of Fire“, der BATHORY wieder von seiner hymnischen Seite zeigt und – abgesehen von den Lyrics – schon fast auf einer seiner Viking-Metal-Scheiben einen Platz finden könnte. Ähnliches gilt auch für weitere Songs auf der Scheibe [z.B. „Ode“]. Dann aber wiederum finden sich auch Tracks auf „Destroyer of Worlds“, welche die Thrash-Metal Seite von BATHORY hervorheben – „Bleeding“ oder „Kill Kill Kill“. Außerdem gibt es natürlich Tracks, die nicht klar in die eine oder andere Sparte einzuordnen sind [z.B. „109“ oder „Krom“]. Alles in allem ist man auf „Destroyer of Worlds“ also mit einer ganzen Vielzahl von Einflüssen und Genres konfrontiert, die dafür sorgen, dass es ordentlich Abwechslung gibt. Dies erkennt man übrigens auch an den Lyrics, die thematisch von der Problematisierung der Atombombe bis hin zur Beschreibung eines Eishockey-Matches reichen [Quorthon war ein großer Eishockey-Fan]. Einen Schreikrampf kriege ich nur, wenn Quorthon beim letzten Track „Day of Wrath“ alle seine früheren Alben-Titel in die Lyrics einbaut – argh! Das erinnert doch zu viel an MANOWAR. Aber natürlich zeigt das nur, dass das schon fast „quorthoneske“ Augenzwinkern wieder einmal allgegenwärtig ist. „Destroyer of Worlds“ hat aber noch eine Qualität zu bieten: Es gibt richtig gute Songs auf dieser untypischen BATHORY-Scheibe. Auch wenn sie oft nicht beachtet werden, sind doch die Hymnen „Lake of Fire“, „Pestilence“ und „Ode“ richtig stark und brauchen sich vor ihren größeren Viking-Metal Brüdern nicht zu verstecken. Aber auch die eher direkten und wilden Tracks machen richtig Spaß und Laune. Klar, es gibt ein paar Songs, die es vielleicht nicht unbedingt gebraucht hätte, aber diese sind nun auch keine Totalausfälle. Eine unterschätzte BATHORY-Scheibe!


Nordland I [2002] [59:21]
Es kommt etwas Großes auf uns zu… Etwas, das die Zeit verändern wird… Etwas aus dem tiefen Norden… Etwas, womit irgendwie keiner mehr gerechnet hätte. Etwas… namens: „Nordland I“.

Nachdem vielen Fans und treueren Begleitern von BATHORY die letzten Jahre etwas zu bunt geworden waren und man auch zugegebenermaßen in viele Experimente verstrickt gewesen war, kam dann ein Befreiungsschlag der ganz großen Art. BATHORY meldeten sich mit „Nordland I“ zurück und alleine das Cover ließ in vielen Fans Hoffnung erstrahlen. Schon das Intro „Prelude“ lässt den Zuhörer in die eisigen Winde des Nordens fallen. Dann schießt der Titeltrack „Nordland“ aus den Boxen und plötzlich findet man sich dort wieder, wo man vor vielen Jahren war – zu einer Zeit, wo man vor jedem Ton einen Kniefall gemacht hat. Was da aus den Boxen dröhnt, das vereint alle Stärken BATHORYs. Hymnisch, episch und vor allem mit der eisigen Kraft aus dem tiefen Norden stampft man sich in das Herz der Fans. Gerade ein Lied wie „Nordland“ findet man in den kommenden zehn Jahren noch oft auf CDs von anderen Bands… mit einem anderen Titel, in einer viel schlechteren Qualität und dreisterweise auch oft als eigenes Werk einer anderen Band abgestempelt. Doch egal wie viele Bands in der Zukunft versucht haben, an die Qualität dieses Machtwerks heranzukommen, sie haben fast alle kläglich versagt. Anders als Quorthon, der sich beeindruckend mit diesem Werk zurückmeldete und nicht nur Hymnen über Hymnen schrieb, sondern mit einem Titel wie „Broken Sword“ auch noch einmal ganz weit zurückblicken lässt. [Ashes Of Eden]


Nordland II [2003] [01:03:23]
Nur einen Winter hat es gebraucht… Knapp ein Jahr mussten wir warten… Dann brach der kalte Hauch des Nordens erneut über uns herein… und erwischte uns eisig!

Nach dem großartigen „Nordland I“ durfte der zweite Teil tatsächlich nicht lange auf sich warten lassen. Nachdem sich Fans und auch Kritiker sehr zufrieden mit dem Vorgänger gaben, waren die Erwartungen an den Nachfolger natürlich sehr groß. Trotz des kurzen Abstandes wurden beide nicht enttäuscht. Da wo „Nordland I“ endete, da macht der zweite Teil weiter. Wie aus einer Schmiedearbeit funktionieren die Alben perfekt zusammen. Keine neuen Experimente, kein Lied das nicht sitzt – nein, hier wird sich wieder auf die alten Stärken verlassen und diese lassen sich bei jedem Song heraushören. Episch, wie sich die Songs durch ihren Lauf der Dinge schlängeln und den Hörer sofort in ihren Bann ziehen. Niemand mochte bei diesem Höhepunkt glauben, dass kein weiteres Werk folgen sollte. Und obgleich das sehr frühe Ableben von Quorthon für Trauer und Enttäuschung in der Szene sorgte, so sind sich doch alle einig: Mit „Nordland I + II“ hat sich Quorthon ein Denkmal für die Ewigkeit gesetzt. Die Klimax schließt sich mit den Alben und was schon als Legende begonnen hat, das wird hier endgültig unsterblich. [Ashes Of Eden]

-------Meinungen und Anekdoten zu „Blood Fire Death“ und BATHORY-------



Demonaz [IMMORTAL, DEMONAZ, I]

Im Oktober ist es 25 Jahre her, dass BATHORY ihr Album „Blood Fire Death” auf die Welt losgelassen haben. Könntest Du uns etwas über die Zeit erzählen, als Du zum ersten Mal dieses Album gehört hast und wie Du Dich zu der Zeit gefühlt hast?

Ich habe das Album bei einem schwedischen Plattenladen bestellt, als ich eine Anzeige für die Scheibe gesehen habe. Ich war geradezu sprachlos, als ich die LP das erste Mal auf meinem Plattenspieler abgespielt habe. Es hat geklungen, als käme es direkt aus Walhalla, und fühlte sich wie ein Geschenk der Götter an. In dieser Nacht habe ich keinen Schlaf mehr gefunden.

Könntest Du uns etwas über Deinen Lieblingssong oder Deine liebste Stelle auf „Blood Fire Death“ erzählen? Und was gefällt Dir allgemein am besten auf „Blood Fire Death“?

Ich sehe das Album als Ganzes und halte jeden Song für einzigartig … Der Titeltrack ist allerdings das perfekte Finale für dieses Meisterwerk und einer der besten Songs, der jemals geschrieben wurde. Das Album ist wirklich von Anfang bis zum Ende großartig und „Blood Fire Death“ gehört zu den LPs, die ich am meisten gehört habe. Ich kann mich noch erinnern, dass Abbath und ich uns absichtlich geschnitten und unser Blut getauscht haben, während wir uns diese Scheibe angehört haben. Alle diese Blutflecken sind immer noch auf dem Cover meiner LP – es ist komplett rot.

Wieso ist „Blood Fire Death“ ein so wichtiges Album für Dich und Deine Bands beziehungsweise Deine musikalische Karriere geworden? Und inwieweit, glaubst Du, hat „Blood Fire Death“ die neuere Viking/Pagan-Szene beeinflusst?

Die Scheibe war – so wie die anderen BATHORY-Alben – eine große Inspiration für uns. Es war auf jeden Fall das erste und das letzte Album seiner Art. Und was den Viking/Pagan/„Was-Auch-Immer“-Metal betrifft … der große Quorthon hat das alles in Gang gesetzt.

Mit was für Gefühlen schaust Du heute auf die Tage zurück, in denen „Blood Fire Death” zum ersten Mal veröffentlicht wurde?

Ich fühle mich immer noch so, wie ich das damals getan habe, und meine musikalische Leidenschaft ist dieselbe. Der einzige Unterschied ist, dass es heutzutage keine neuen großartigen Alben mehr gibt, die man sich anhören könnte.


Hristo Krasimirov [VRANI VOLOSA]

Im Oktober ist es 25 Jahre her, dass BATHORY ihr Album „Blood Fire Death” auf die Welt losgelassen haben. Könntest Du uns etwas über die Zeit erzählen, als Du zum ersten Mal dieses Album gehört hast und wie Du Dich zu der Zeit gefühlt hast?

Ich wurde in die Musik von BATHORY eingeführt, als ich im Gymnasium war. Ich habe zu der Zeit schon Bands wie EMPEROR, DARKTHRONE, ENSLAVED, MARDUK und so weiter gehört und ein Freund von mir hat einen ganzen Stapel von Kassetten gegeben, auf denen noch mehr von dieser Musik zu finden war – das waren coole Zeiten. Auf diesen Kassetten waren dann auch „Under The Sign Of The Black Mark“ und „Blood Fire Death“ und ich konnte sie mir überspielen. Am Anfang habe ich sie aber gar nicht so sehr gemocht. Ein paar Monate später war ich dann aber schon ein großer Fan von BATHORY. Ich habe nur meine Zeit gebraucht, um mir die Musik von Quorthon genau anzuhören. Im Vergleich zu Alben wie „… And Justice For All“ und „South Of Heaven“ [beide wurden auch im Jahre ’88 veröffentlicht] klang „Blood Fire Death“ für mich revolutionär – sehr roh und aggressiv, aber im gleichen Augenblick auch atmosphärisch.

Könntest Du uns etwas über Deinen Lieblingssong oder Deine liebste Stelle auf „Blood Fire Death“ erzählen? Und was gefällt Dir allgemein am besten auf „Blood Fire Death“?

Mir gefallen die langen Songs am meisten – „A Fine Day To Die“ und der Titeltrack „Blood Fire Death“. Diese Songs sind die Brücke zwischen aggressivem Thrash-Sound und epischer Musik – eine wirkliche Revolution im Metal. Damals hatte ich noch gedacht, dass Keyboards zu keiner Art von Metal passen, aber Quorthon hat eine so verdammt großartige Orchestrierung in seine Songs eingebaut … Diese Songs wären perfekt als Soundtrack für Fantasy-Filme geeignet – natürlich mit vielen Kämpfen und Blut, Feuer, Tod [Blood Fire Death]. Denkst Du nicht auch so?

Wieso ist „Blood Fire Death“ ein so wichtiges Album für Dich und Deine Bands beziehungsweise Deine musikalische Karriere geworden? Und inwieweit, glaubst Du, hat „Blood Fire Death“ die neuere Viking/Pagan-Szene beeinflusst?

Ich persönlich mochte [und mag noch immer] die Kombination von Aggression und Atmosphäre – rohe Thrash-Metal-Rhythmen mit obskuren akustischen Gitarren und magischen Chören. Diese Elemente sind später zum Trademark der Musik von Quorthon geworden und sie haben definitiv die ganze skandinavische Szene dieser Zeit beeinflusst. VRANI VOLOSA sind da keine Ausnahme – wir wollten diese wunderschönen instrumentalen Momente auf unsere ganz eigene Art und Weise umsetzen.

Mit was für Gefühlen schaust Du heute auf die Tage zurück, in denen „Blood Fire Death” zum ersten Mal veröffentlicht wurde?

Wie Du vielleicht weißt, war Bulgarien ein Land hinter dem „Eisernen Vorhang“, und so war es für die meisten Leute unmöglich, offiziell irgendwelche Metal-Scheiben im Geschäft oder via Post zu bekommen. Dies hing damit zusammen, dass es zum Problem für einen selbst, aber auch für die eigene Familie werden konnte, da die Autoritäten die sogenannte „westliche dekadente Kultur“ verboten hatte, und wenn man solche Scheibe zu Hause hatte, konnte man dafür sogar ins Gefängnis kommen. Deshalb ist westlicher Metal [inklusive „Blood Fire Death“] erst Mitte der 90er Jahre offiziell bei uns erschienen. Das ist der Grund, wieso wir uns diese LPs und Tapes erst Jahre nach ihrer eigentlichen Veröffentlichung anhören konnten. Und ich vermisse diese Jahre, weil jede einzelne Veröffentlichung, die ich bekommen habe, großartig war. Ganz egal, ob sie von 1988 oder von 1993 war!!! Ich glaube, „Blood Fire Death“ wurde hier auf Tape im Jahre 1995 oder 1996 veröffentlicht. Und es hat immer noch großartig geklungen!


Ivar Bjørnson [ENSLAVED]

Im Oktober ist es 25 Jahre her, dass BATHORY ihr Album „Blood Fire Death” auf die Welt losgelassen haben. Könntest Du uns etwas über die Zeit erzählen, als Du zum ersten Mal dieses Album gehört hast und wie Du Dich zu der Zeit gefühlt hast?

Ich habe mich damals rückwärts durch die Diskographie von BATHORY „„gearbeitet” und habe mit „Hammerheart” angefangen – die Scheibe habe ich damals gekauft, weil das Cover so großartig war und mich bewegt hat. Ich war damals gerade elf Jahre alt. Nach „Hammerheart“ kam dann „Twilight Of The Gods“. Ich glaube, dass „Blood Fire Death” das dritte BATHORY-Album gewesen ist, das ich kurz nach den anderen beiden wirklich intensiv gehört habe – vergesst nicht, dass ich ein junger Kerl bin! Ich war von der Atmosphäre, die mit dem Intro beginnt und dann in das Album ausstrahlt, total überwältigt. Es war ein sehr spannendes Album, weil es mich nicht nur zu einem ewigen Fan von Quorthon und BATHORY gemacht hat, sondern weil es auch die Dynamik von Quorthons Musik gezeigt hat und den Übergang vom „Black Metal“ zu einem nordischen Sound deutlich gemacht hat. Außerdem hatte die Scheibe auch viele Hooklines und ein großartiges Songwriting. Wenn ich es jetzt anhöre, stelle ich fest, wie viel ich über die Jahre von diesem Genie gestohlen beziehungsweise ausgeliehen habe.

Könntest Du uns etwas über Deinen Lieblingssong oder Deine liebste Stelle auf „Blood Fire Death“ erzählen? Und was gefällt Dir allgemein am besten auf „Blood Fire Death“?

Es gibt so viel Gold auf allen BATHORY-Scheiben. Ich mag alle seine „regulären“ Alben, und es gibt ein Song-Meisterwerk für jede Stimmung, in der sich ein Metalhead befinden könnte. Bezüglich „Blood Fire Death“ würde ich gerne das fantastische Intro „Odens Ride Over Nordland“ hervorheben. Ich bin mir nicht sicher, ob es ein anderes Intro gibt, das diesem jemals das Wasser reichen kann. Es ist etwas ganz Besonderes für mich.

Wieso ist „Blood Fire Death“ ein so wichtiges Album für Dich und Deine Bands beziehungsweise Deine musikalische Karriere geworden? Und inwieweit, glaubst Du, hat „Blood Fire Death“ die neuere Viking/Pagan-Szene beeinflusst?

Wie ich schon vorher erwähnt habe, gibt es auf der Scheibe viele ganz fantastische und elegante Tricks, wie man einen Song arrangieren kann. Aber auch dafür, wie man ihn aufbauen und dann wieder dekonstruieren kann. In diesem Sinne ist das Album vielleicht sogar noch unterbewertet. Die ganzen „Black Metal“-Menschen zeigen immer auf die [gelben] Ziegen der frühen Alben, als die Atmosphäre und die Riffs auch tatsächlich „erfunden“ wurden – aber ich glaube, dass gerade das Songwriting auf „Blood Fire Death“ später zur Grundlage vieler Black und Extreme Metal Bands wurde. Das gilt natürlich auch für mich.
Wenn man über die Viking Metal Szene spricht, zu der auch wir gehören, dann sind wir natürlich von der Tiefe und der musikalischen Integrität von Quorthon inspiriert – er bedeutet uns alles. Wenn man über die ganze Zirkus-Pagan-Szene spricht, dann schäme ich mich dafür zu sehr, um darüber in einem Special zu sprechen, das ein Tribut an unseren Meister Quorthon sein soll.

Mit was für Gefühlen schaust Du heute auf die Tage zurück, in denen „Blood Fire Death” zum ersten Mal veröffentlicht wurde?

Mit einer nachträglichen Einsicht, wie jedes Mal, wenn ich ein BATHORY-Album auflege. Die Musik ist erhebend, energetisch und inspirierend. Es ist schon viele Jahre her. Damals hatte ich das Gefühl, dass ich, als ich 1990 angefangen habe BATHORY zu hören [ich war elf oder zwölf], viel zu spät dran war. Heute fühlt es sich so an, als hätte ich die Musik noch rechtzeitig gehört, um von ihr geformt zu werden, und dafür bin ich ewig dankbar. Wenn man es zusammenfasst, könnte man sagen, dass die Musik einen unglaublich positiven Effekt auf mich hat!


Jørn Inge Tunsberg [HADES/HALDES ALMIGHTY, DOMINANZ]

Im Oktober ist es 25 Jahre her, dass BATHORY ihr Album „Blood Fire Death” auf die Welt losgelassen haben. Könntest Du uns etwas über die Zeit erzählen, als Du zum ersten Mal dieses Album gehört hast und wie Du Dich zu der Zeit gefühlt hast?

Meiner Meinung nach hat dieses Album eine neue Ära in der Metal-Szene eingeläutet. Zunächst einmal denke ich, dass BATHORY [Quorthon] die einzige Band beziehungsweise der einzige Künstler ist, der die Metalmusik dreimal revolutioniert hat! Als ich zum ersten Mal „Blood Fire Death“ gehört habe, war bereits „Under The Sign Of The Black Mark“ mein Lieblingsalbum. Und trotzdem hat der Anfang von „Blood Fire Death“ mich umgehauen! Die Produktion, die Gitarrenriffs, die Atmosphäre und die Lyrics … alles ist bei diesem Meisterwerk nahezu perfekt. Als ich das Album zum ersten Mal gehört habe, dachte ich auch viel daran, wie divers, rau und originell die Vocals in Songs wie „For All Those Who Died“, „A Fine Day To Die“ und dem Titeltrack klingen. Sie waren das Erste, was ich rausgehört habe, und sie waren damals fantastisch und sind es auch noch heute!!!

Könntest Du uns etwas über Deinen Lieblingssong oder Deine liebste Stelle auf „Blood Fire Death“ erzählen? Und was gefällt Dir allgemein am besten auf „Blood Fire Death“?

Das Album gehört definitiv in meine Top 10 der besten Metal-Alben und es ist eine riesige Inspiration für meine Gitarrenriffs in HADES! Viele meiner Lieblingssongs finden sich auf diesem Album, und das Beste, was man tun kann, ist, sich das ganze Album als einen Song anzuhören. Für mich ist „Blood Fire Death“ ein Konzeptalbum und es zieht mich immer wieder zu und in diese Scheibe!

Wieso ist „Blood Fire Death“ ein so wichtiges Album für Dich und Deine Bands beziehungsweise Deine musikalische Karriere geworden? Und inwieweit, glaubst Du, hat „Blood Fire Death“ die neuere Viking/Pagan-Szene beeinflusst?

Seit ich „The Return“ gehört habe, war ich ein Fan von BATHORY, und die neuen Alben wurden immer besser! Es ist sogar so, dass der Name HADES vom ersten BATHORY-Album herrührt. Abgesehen davon glaube ich, dass es weder Black Metal noch Viking/Pagan Metal ohne „Blood Fire Death“ geben könnte!

Mit was für Gefühlen schaust Du heute auf die Tage zurück, in denen „Blood Fire Death” zum ersten Mal veröffentlicht wurde?

Ich habe immer noch dieselben Gedanken wie früher: das Unmögliche ist möglich!!! Das Album ist immer noch großartig und war zu jener Zeit ein absoluter Meilenstein. Das Album kann sich nach wie vor in der Metal-Szene behaupten und gehört sowieso zu meinen persönlichen Highlights!!! HAIL THE MIGHTY QUORTHON FROM THE HORDE OF HADES!!!


Mark [ALVENRAD]

Im Oktober ist es 25 Jahre her, dass BATHORY ihr Album „Blood Fire Death” auf die Welt losgelassen haben. Könntest Du uns etwas über die Zeit erzählen, als Du zum ersten Mal dieses Album gehört hast und wie Du Dich zu der Zeit gefühlt hast?

Ich glaube, es muss neun Jahre her sein. Jeden Samstagabend haben ich und meine Freunde uns bei einem Freund versammelt, haben Metal gehört und Bier getrunken. An einem solchen Abend habe ich auch klassische Tracks von BATHORY wie „A Fine Day To Die“, den Titeltrack von „Blood Fire Death“ und auch Songs von anderen Alben gehört. Ich fühlte mich von der Ästhetik von BATHORY wirklich angezogen. Alles in allem war und ist die Musik von ihm immer noch etwas für ein Rebellenherz.

Könntest Du uns etwas über Deinen Lieblingssong oder Deine liebste Stelle auf „Blood Fire Death“ erzählen? Und was gefällt Dir allgemein am besten auf „Blood Fire Death“?

Nun, ich glaube, dass ich mich für den Titeltrack entscheide, weil dieser so mitreißend ist. Aber ich möchte festhalten, dass dieser Song und auch „A Fine Day To Die“ ihre Größe auch durch die Grazie der Zerstörung zeigen, die zwischen diesen Songs vorherrscht. Ich höre das Album gern als Ganzes, damit sich seine wahre Bedeutung zeigen kann. Die Scheibe ist einfach eine großartige Verbindung von atmosphärischer Musik und von Songs, die einem direkt in die Fresse hauen.
Aber wenn ich mich für eine Lieblingsstelle entscheiden muss, dann muss ich wohl das Ende von „Blood Fire Death“ nennen, denn bei diesem Album fügt sich einfach alles perfekt ineinander – man hat das Gefühl, dass man von seinem Stuhl aufstehen und dem Leben begegnen muss.

Wieso ist „Blood Fire Death“ ein so wichtiges Album für Dich und Deine Bands beziehungsweise Deine musikalische Karriere geworden? Und inwieweit, glaubst Du, hat „Blood Fire Death“ die neuere Viking/Pagan-Szene beeinflusst?

Für mich ist es wichtig, echte/authentische Musik zu schreiben. Ich weiß, dass das Wort „true“ zu häufig in Form von Eitelkeit verwendet wird, aber für mich ist es einfach wichtig. Deshalb möchte ich auch wissen, mit welcher Legende ich es zu tun haben. Wenn man die Geschichte des Pagan Metal erforscht, kann man nicht mehr hinter BATHORY zurückgehen, da er die Blaupause für die gesamte Ästhetik der heidnischen Szene vorgelegt hat.
Neben dieser Blaupause ist auch sein individueller Zugang zum Musikmachen unglaublich bedeutsam – er hat keine Kompromisse gemacht. Ich glaube, dass BATHORY ganz viele Künstler dazu inspiriert hat, genau dasselbe zu tun. Er hatte seinen eigenen Kampfschrei, um es einmal so auszudrücken. Es sind diese zwei Dinge, für die man „Blood Fire Death“ nach wie vor den Hof machen sollte.
So wie Quorthon bin auch ich künstlerisch von der Zeit der Romantik und den heidnischen Legenden inspiriert. Außerdem flirte auch ich mit Dunkelheit und der stärkenden Melancholie … aber noch viel mehr mache ich einfach mein eigenes Ding, ohne irgendwelche Kompromisse einzugehen. Das ist schon in mir selbst angelegt, aber ein Geist wie Quorthon – neben anderen– hat mich noch zusätzlich darin bestärkt, genau das zu tun. Und es ist genau dieser Spirit, den „Blood Fire Death“ verbreitet, und das auf eine großartige Art und Weise. Das muss man sagen.

Mit was für Gefühlen schaust Du heute auf die Tage zurück, in denen „Blood Fire Death” zum ersten Mal veröffentlicht wurde?

Damals habe ich für so etwas noch keine Aufmerksamkeit gehabt; ich war drei Jahre alt und ich erinnere mich nicht an viele Dinge dieser Tage. Aber Quorthon war ein Kind seiner Zeit und nur diejenigen, die über einen starken Willen verfügen, können zeitlose Musik erschaffen. Sein Geist wird durch die Zeit getragen und er ermutigt mich, Musik zu machen und sich dem Leben zu stellen. Weißt Du, das Erste, das man bei „Blood Fire Death“ wahrnimmt, ist das brutale Image. Es packt Dich direkt beim Kragen und fordert Dich auf, für Dich selbst einzustehen. Zumindest ist das die Art und Weise, wie ich das Album erfahren habe. Wenn ich in diesem Sinne auf die neun Jahre zurückschaue, seit denen ich das Album kenne, bin ich ziemlich stolz auf das, was ich im Leben erreicht habe. Zumindest ist dies das Gefühl, das hochkommt, wenn ich an die Zeit denke, in der ich das Album zum ersten Mal gehört habe. Im Endeffekt war die Stimme von BATHORY also nicht ineffektiv!


Norax [LUX DIVINA]

Im Oktober ist es 25 Jahre her, dass BATHORY ihr Album „Blood Fire Death” auf die Welt losgelassen haben. Könntest Du uns etwas über die Zeit erzählen, als Du zum ersten Mal dieses Album gehört hast und wie Du Dich zu der Zeit gefühlt hast?

Eigentlich hatte ich zunächst mit ungefähr 14 oder 15 Jahren die Möglichkeit, in das erste BATHORY-Album reinzuhören. Ich hatte auch schon ein paar Songklassiker von „Under The Sign Of The Black Mark“ wie „Woman Of Dark Desires“, „Equimanthorn“ oder „13 Candles“ gekannt. Aber mir war die Musik von BATHORY zu dieser Zeit noch nicht wirklich bewusst und ich hatte auch noch nicht die Möglichkeit, mir ein ganzes Album anzuhören.
Ich erinnere mich an meinen ersten Eindruck und mir blieb davon vor allem im Bewusstsein, dass ich neue Emotionen kennen lernte, die durch die extreme Musik transportiert wurden. Aber ich war mir noch nicht bewusst, was die Musik von BATHORY ein paar Jahre später in meinem Geist auslösen würde. Es war etwas ganz Neues und etwas Großartiges, das eine authentische Atmosphäre aufbauen konnte. Und – das war für mich die wichtigste Sache – es gab eine fantastische „Sprache“ in den Kompositionen. „Blood Fire Death“ hat in mir die Suche nach neuen Werten ausgelöst und in mir die wahre Liebe zur Folklore und zur Naturphilosophie geweckt, die ich auch heute noch habe. Alles bei BATHORY hat dazu gepasst, wie ich selber mein Leben gesehen habe.

Könntest Du uns etwas über Deinen Lieblingssong oder Deine liebste Stelle auf „Blood Fire Death“ erzählen? Und was gefällt Dir allgemein am besten auf „Blood Fire Death“?

Auch wenn es wie ein Klischee klingt, so ist dieses Album für mich insofern perfekt, als dass alles an seinem richtigen Platz ist, alles durchdacht ist und alles wunderbar ineinander fließt. Ich erinnere mich, dass ich vom Opener ziemlich geschockt war. Das fantastische Intro „Odens Ride Over Nordland“ ist nahtlos in die wunderschönen Akustikgitarren von „A Fine Day To Die“ übergegangen. Damit hat die Reise in die Soundlandschaften dieses großartigen Albums angefangen. Damals waren solche Intros noch nicht üblich. Aber um die Frage zu beantworten: Wenn ich einige Songs des Albums besonders hervorheben müsste, wären das auf jeden Fall „The Golden Walls Of Heaven“, „For All Those Who Died“ und das unübertroffene „Blood Fire Death“, das vielleicht sogar mein liebster Song von BATHORY ist.

Wieso ist „Blood Fire Death“ ein so wichtiges Album für Dich und Deine Bands beziehungsweise Deine musikalische Karriere geworden? Und inwieweit, glaubst Du, hat „Blood Fire Death“ die neuere Viking/Pagan-Szene beeinflusst?

Für mich konnte keine Band dieser Zeit bezüglich Intelligenz und Epik mit BATHORY mithalten. Es war Musik mit einem starken emotionalen Kern, die abgesehen von allen anderen Stärken einen Dialog mit der eigenen Seele inspiriert hat. Sie war gleichzeitig extrem und hatte dennoch auch ruhige und meditative Momente. Sie erschuf in unserem Geist Bilder, die einen Sinn und einen Inhalt hatten. Für mich ist „Blood Fire Death“ die Geburt des traditionellen Pagan Black Metal. Das Album hat eine Vielzahl von Musikern der zweiten Welle des skandinavischen Black Metal inspiriert und damit die glorreichen Neunziger erschaffen. Das war die Zeit, als Atmosphäre und düstere Emotionen am meisten Beachtung bekommen haben. Bands wie IN THE WOODS, ENSLAVED, ULVER, BORKNAGAR, ARCTURUS, HADES, ISENGARD und so weiter waren herausragende Vertreter ihres Genres. Später sollten alle diese Bands die Hauptinspiration zur Gründung von LUX DIVINA [Ende der 90er] werden.

Mit was für Gefühlen schaust Du heute auf die Tage zurück, in denen „Blood Fire Death” zum ersten Mal veröffentlicht wurde?

Ich habe „Blood Fire Death” ein paar Jahre nach dem ursprünglichen Release in Jahre 1988 kennen gelernt. Ich war nur ein Kind, das die ganze Zeit JUDAS PRIEST und ACCEPT gehört hat. Ich hatte in diesen Tagen noch nicht viel Ahnung von Musik, wenn man von ein paar Heavy-Metal- und Hard-Rock-Bands absieht. Ein paar Jahre später habe ich neue musikalische Horizonte entdeckt, und als ich die Musik von Quorthon gehört habe, haben sich viele Dinge in meinen persönlichen Ansichten geändert. Ich denke, es war mehr oder weniger eine Transformation. Ich bin – vom musikalischen Standpunkt – ein erwachsener Mann geworden. Ich erinnere mich noch an den Tag, als ich die Gatefold-LP kaufen konnte … ich habe eine ganze Woche mit einem dummen Grinsen im Gesicht verbracht.


Ragnar [EREB ALTOR]

Im Oktober ist es 25 Jahre her, dass BATHORY ihr Album „Blood Fire Death” auf die Welt losgelassen haben. Könntest Du uns etwas über die Zeit erzählen, als Du zum ersten Mal dieses Album gehört hast und wie Du Dich zu der Zeit gefühlt hast?

Es ist schon lange her, aber an was ich mich erinnern kann, ist, dass meine ersten Gefühle bezüglich des Albums eher durchwachsen waren. Ich hatte mehr oder weniger auf ein neues „Under The Sign Of The Black Mark“ gehofft beziehungsweise gewartet und ich war nicht wirklich auf die Veränderungen im Sound und im Stil vorbereitet. Die Scheibe brauchte ein paar Durchläufe, aber dann haben auf einmal alle Teile dieses Albums ineinandergepasst. Natürlich haben auch das Cover-Artwork und das nun berühmte [?] „Conan“-Bild zur Atmosphäre beigetragen.

Könntest Du uns etwas über Deinen Lieblingssong oder Deine liebste Stelle auf „Blood Fire Death“ erzählen? Und was gefällt Dir allgemein am besten auf „Blood Fire Death“?

Die kurze Antwort: „A Fine Day To Die“. Yeah, ich glaube, damit ist genug gesagt. Hört es euch einfach an und dann werdet ihr verstehen.

Wieso ist „Blood Fire Death“ ein so wichtiges Album für Dich und Deine Bands beziehungsweise Deine musikalische Karriere geworden? Und inwieweit, glaubst Du, hat „Blood Fire Death“ die neuere Viking/Pagan-Szene beeinflusst?

Einfach darum, weil es insgesamt ein gutes Album ist und außerdem einige Höhepunkte aufweisen kann – wie zum Beispiel das schon erwähnte „A Fine Day To Die“ und den Titeltrack. Alle Alben der mittleren Phase von BATHORY [also von „Under The Sign Of The Black Mark“ bis hin zu „Twilight Of The Gods“] haben das Fundament für das Genre gelegt, aber vielleicht ist „Blood Fire Death“ das wichtigste, weil dort Dinge wie epische Kompositionen, Chöre, Epik und so weiter zum ersten Mal wirklich eingesetzt wurden.

Mit was für Gefühlen schaust Du heute auf die Tage zurück, in denen „Blood Fire Death” zum ersten Mal veröffentlicht wurde?

Abgesehen von der Tatsache, dass ich mich alt fühle? Nun, manchmal vermisse ich diese Zeit. Die Zeit, in welcher Musik sich irgendwie wichtiger angefühlt hat und jede neue Album-Veröffentlichung ein kleines Wunder war. Keine Youtube-Teasers, keine geleakten MP3s, Underground-Tape-Trading, Snail-Mailing und so weiter. Einfachere Zeiten. Ich nehme an, dass „Nostalgie“ mein Gefühl ganz gut beschreibt.


Thor Joakimsson W. [Trollmusic]

Im Oktober ist es 25 Jahre her, dass BATHORY ihr Album „Blood Fire Death” auf die Welt losgelassen haben. Könntest Du uns etwas über die Zeit erzählen, als Du zum ersten Mal dieses Album gehört hast und wie Du Dich zu der Zeit gefühlt hast?

Ich meine mich vor allem zu erinnern, dass mich bereits beim Anblick des Covers mit dem Gemälde von Peter Nicolai Arbo die Ehrfurcht gepackt hat: Ich wusste zwar, dass da was Schwermetallisches auf mich zukam, allerdings war mir auch klar, dass BATHORY irgendwie anders war als alle anderen Krachschläger – vor allem erhabener. Rückblickend ahne ich, dass ich damals ein ziemlich unsicherer Jungspund war, der in BATHORYs Musik etwas Ähnliches wie in Edvard Griegs majestätischen Kompositionen zu finden hoffte. Zunächst wurde ich überrumpelt und auch enttäuscht, dann allerdings wuchs die Begeisterung – und diese hält bis heute an.

Könntest Du uns etwas über Deinen Lieblingssong oder Deine liebste Stelle auf „Blood Fire Death“ erzählen? Und was gefällt Dir allgemein am besten auf „Blood Fire Death“?

Ich male mir vor dem inneren Auge immer mal wieder aus, wie auf meiner Beerdigung „A Fine Day To Die“ gespielt wird. Falls irgendein menschlicher Kadaver, der mir schon zu Lebzeiten durch Wichtigtuerei, Phantasie- und Respektlosigkeit auf den Sack ging, es wagen sollte, dieser Zeremonie im Glanze seiner Selbstgefälligkeit beizuwohnen, so soll ihn beim einsetzenden Gitarrensolo der Blitz treffen! Und das „Asgardsreien“-Gemälde gefällt mir immer noch sagenhaft gut, zumal es heute noch die Spreu vom Weizen trennt: daneben sehen die meisten Metal-Alben noch kitschiger und peinlicher aus.

Wieso ist „Blood Fire Death“ ein so wichtiges Album für Dich und Deine Bands beziehungsweise Deine musikalische Karriere geworden? Und inwieweit, glaubst Du, hat „Blood Fire Death“ die neuere Viking/Pagan-Szene beeinflusst?

Als Redakteur beim Hammerheart-Fanzine ahne ich, dass sich über BATHORYs Alben auch noch in Walhalla trefflich streiten lässt. Ich bleibe seit Jahren völlig störrisch bei meiner Wahrnehmung, dass kein Album solch einen unglaublichen Einfluss auf die Entwicklung des nordischen Extreme Metal in seinen unzähligen Verästelungen ausgeübt hat wie „Under The Sign Of The Black Mark“. „Blood Fire Death“ hat dann das, was nicht sein konnte und durfte, ungehobelt und dennoch erhaben in Stein gemeißelt. Unabhängig von gänzlich verschiedenen Intentionen kann der Einfluss von „Blood Fire Death“ kaum zu hoch eingeschätzt werden, wenn man bedenkt, wie nahezu kultisch dieser Titel in der Szene verehrt und eben nicht nur musikalisch umgesetzt wurde.
Ich finde es so bedauerlich wie naheliegend, dass der Großteil der neueren Viking- und Pagan-Metal-Szene die Qualitäten von BATHORY nicht ansatzweise erreicht. Mit EREB ALTOR gibt es jedoch eine herausragend starke Band, die an BATHORYs Glanzzeiten sehr eng anknüpft und die schiere Wucht und Energie auch auf der Bühne rüberbringt. Ohne „Blood Fire Death“ hätten MORRIGAN sicher nicht das tolle „Celts“-Album aufgenommen, und Bands wie PRIMORDIAL, ENSLAVED, THE FLIGHT OF SLEIPNIR und zahlreiche weitere hätten ganz andere Wege eingeschlagen oder sie hätten sich gar nicht erst gegründet.

Mit was für Gefühlen schaust Du heute auf die Tage zurück, in denen „Blood Fire Death” zum ersten Mal veröffentlicht wurde?

Mit gemischten Gefühlen. Zum Veröffentlichungszeitpunkt kannte ich BATHORY selbst noch nicht, sondern habe als Dreikäsehoch mein Taschengeld u.a. in ein „Sacred Heart“-Poster von DIO investiert, ohne die Musik zu kennen. Damals gab es so viel zu entdecken, und eben nicht mit einem Mausklick… daher schwingt bei mir vor allem Wehmut mit, wenn ich an diese Ära denke. Dazu kommt Bewunderung für einige Dickköpfe hinzu, vor allem für Quorthon selbst, der BATHORY mit so viel Kraft, Größenwahnsinn und Humor durchgezogen hat. Heute geht doch gerade die Neigung zum Slapstick einigen bitterbösen Selbstdarstellern im medialen Gerangel um Aufmerksamkeit leider ab. Quorthons sehr eigene Herangehensweise inspiriert mich noch heute zu Gelassenheit und Enthusiasmus fürs Abwegige.


V’Gandr [HELHEIM, Live-TAAKE]

Im Oktober ist es 25 Jahre her, dass BATHORY ihr Album „Blood Fire Death” auf die Welt losgelassen haben. Könntest Du uns etwas über die Zeit erzählen, als Du zum ersten Mal dieses Album gehört hast und wie Du Dich zu der Zeit gefühlt hast?

„Blood Fire Death“ ist ohne Zweifel das wichtigste Album, wenn man über die Pagan/Viking Metal Szene spricht. Und als ich die Scheibe das erste Mal gehört habe, wurde ich völlig weggeblasen. Für mich repräsentiert das Album den Übergang vom Black Metal hin zum Viking Metal. Und auch das Album-Artwork spricht mich sehr an und ist das perfekte Frontcover, um die mächtige heidnische Tradition und Mythologie zu repräsentieren.

Könntest Du uns etwas über Deinen Lieblingssong oder Deine liebste Stelle auf „Blood Fire Death“ erzählen? Und was gefällt Dir allgemein am besten auf „Blood Fire Death“?

„For All Those Who Died“ ist der Song, der das Genre des Viking Metal definiert hat. Es ist auf ganz verschiedene Arten und Weisen der Song, mit dem all das angefangen hat, was man dann auch auf späteren BATHORY-Scheiben hören konnte. Und man darf auch nicht die große Eröffnung vergessen, welche zu „A Fine Day To Die“ führt. Das ist heidnische Kunst „at its best“!

Wieso ist „Blood Fire Death“ ein so wichtiges Album für Dich und Deine Bands beziehungsweise Deine musikalische Karriere geworden? Und inwieweit, glaubst Du, hat „Blood Fire Death“ die neuere Viking/Pagan Szene beeinflusst?

Ich persönlich habe „Hammerheart“ vor „Blood Fire Death“ gehört, aber die Bedeutung der beiden Alben ist ähnlich groß, und beide sind für HELHEIM unglaublich wichtig. Wir haben uns immer nur von BATHORY und nie von einer anderen Band inspiriert gefühlt, und „Blood Fire Death“ ist sowohl persönlich als auch für die ganze Szene ein absoluter Meilenstein.

Mit was für Gefühlen schaust Du heute auf die Tage zurück, in denen „Blood Fire Death” zum ersten Mal veröffentlicht wurde?

Ich kann nicht darüber sprechen, was ich am Tage der Veröffentlichung gefühlt habe, weil ich das Album erst einige Jahre später zum ersten Mal gehört habe. Aber als ich die Ehre hatte, mir die Scheibe anhören zu können, habe ich mich sofort verbunden gefühlt. Seit dem ersten Anhören gehört das Album zu meinen Lieblingsscheiben und bis zum heutigen Tag ist es eines der besten Alben, das jemals veröffentlicht wurde. Und das bezieht sich nicht nur auf das Viking-Metal-Genre. Buy, listen, die!!!


Valdr [HEL]

Im Oktober ist es 25 Jahre her, dass BATHORY ihr Album „Blood Fire Death” auf die Welt losgelassen haben. Könntest Du uns etwas über die Zeit erzählen, als Du zum ersten Mal dieses Album gehört hast und wie Du Dich zu der Zeit gefühlt hast?

Die erste Aufnahme, die ich davon hatte, war von Tonbandgerät auf Tape überspielt. Dementsprechend war der Sound noch schlechter, als er so schon im Original war, was ich dann später erst feststellen musste. Vieles ist an mir vorbeigerasselt wie ein vorbeifahrender Güterzug, einige Songs allerdings sind bis heute die Klassiker schlechthin. Und zwar die, die den späteren Einschlag der Viking-Metal-Ära hatten. Sonst hatte man zu der Zeit eher IRON MAIDEN, METALLICA, HELLOWEEN und KREATOR gehört. Bis auf VENOM und CELTIC FROST gab es in der Richtung ja noch gar nichts.

Könntest Du uns etwas über Deinen Lieblingssong oder Deine liebste Stelle auf „Blood Fire Death“ erzählen? Und was gefällt Dir allgemein am besten auf „Blood Fire Death“?

Auf jeden Fall das Intro „Odens Ride Over Nordland“ und das darauffolgende „A Fine Day to Die“. Und „Blood Fire Death“ selber. Bei „Odens Ride Over Nordland“ wird genau das ausgedrückt, was der Titel beschreibt. Selbst wenn man nicht wüsste, wie das Lied heißt, würde man es selbst mit „Odens Ride Over Nordland“ betiteln. Diese Atmosphäre hat zu der Zeit keine andere Band erreicht.

Wieso ist „Blood Fire Death“ ein so wichtiges Album für Dich und Deine Bands beziehungsweise Deine musikalische Karriere geworden? Und inwieweit, glaubst Du, hat „Blood Fire Death“ die neuere Viking/Pagan Szene-beeinflusst?

Für unsere Band HEL waren eher die Alben „Hammerheart“, „Twilight Of The Gods“ und „Blood On Ice“ inspirierend. Wir haben selbst immer versucht, auf unseren Alben dichte Atmosphären zu erschaffen. „Blood Fire Death“ war wegbereitend für alles, was nachher in diesem Bereich das Licht der Welt erblickte.

Mit was für Gefühlen schaust Du heute auf die Tage zurück, in denen „Blood Fire Death” zum ersten Mal veröffentlicht wurde?

In der damaligen DDR gab es zwar eine Metalszene, allerdings dauerte es da einige Zeit länger, bis man erfuhr, was gerade „neu“ auf dem Markt war. Man hatte zum einen die Chance, Songs von Metalbands bei diversen Radiosendungen mitzuschneiden oder an Bootlegs heranzukommen, die nicht gerade der allerbesten Qualität entsprachen. Originale LPs oder Kassetten wurden schon mal aus Ungarn oder Polen mitgebracht, die dann aber überdimensional teuer verkauft wurden. Ich selbst hatte das Glück, ab und zu Alben von meiner westdeutschen Verwandtschaft zugeschickt zu bekommen. Man hat sich mit dem bisschen abgefunden, mit dem man bedient wurde. Umso intensiver hat man es dann aber auch genossen.


Ville [MOONSORROW]

Im Oktober ist es 25 Jahre her, dass BATHORY ihr Album „Blood Fire Death” auf die Welt losgelassen haben. Könntest Du uns etwas über die Zeit erzählen, als Du zum ersten Mal dieses Album gehört hast und wie Du Dich zu der Zeit gefühlt hast?

Ich glaube, es war irgendwann in den frühen 90ern [Ich bin zu jung, um „Blood Fire Death” schon damals, als es veröffentlicht wurde, kennen gelernt haben zu können]. Ich habe mich gerade intensiv mit Black Metal beschäftigt und ein Freund von mir hat mir ein Tape von diesem Album gemacht und mir gesagt, dass man sich das wirklich anhören sollte. Ich bin beim ersten Anhören nicht wirklich reingekommen, um ehrlich zu sein. Es war vielleicht ein halbes Jahr später, als ich dann verstanden habe, um was für ein Meisterwerk es sich hier eigentlich handelt!

Könntest Du uns etwas über Deinen Lieblingssong oder Deine liebste Stelle auf „Blood Fire Death“ erzählen? Und was gefällt Dir allgemein am besten auf „Blood Fire Death“?

Mein Lieblingssong ist „A Fine Day To Die“. Es ist ein wirklich epischer Song mit großartigen Riffs, und die Vocals zählen zu den besten, die ich jemals gehört habe. Wir haben den Track sogar einmal bei einem Gig gecovert, und es hat wirklich Spaß gemacht, ihn zu spielen. Der erste Riff ist etwas tricky … was zum Teufel hat er sich dabei nur gedacht?

Was ich am meisten an „Blood Fire Death“ liebe? Ich mag das Rohe – vor allem in den Vocals. Viele Menschen sehen dieses Album als die Wende von BATHORYs „Black Metal“- zur „Viking Metal“-Ära, aber man kann einige Trademarks dieser Entwicklung schon auf der „Under The Sign Of The Black Mark“ hören, und in diesem Kontext gefällt mir dieses Album eigentlich sogar noch mehr.

Wieso ist „Blood Fire Death“ ein so wichtiges Album für Dich und Deine Bands beziehungsweise Deine musikalische Karriere geworden? Und inwieweit, glaubst Du, hat „Blood Fire Death“ die neuere Viking/Pagan-Szene beeinflusst?

In diesen Zeiten war „Blood Fire Death” ein ziemlich einzigartiges Album. Vielleicht war es sogar eine Scheibe, mit der man sich schwer getan hat. Auch wenn die Wikinger-Thematik eigentlich zuerst von MANOWAR ins Leben gerufen wurde, glaube ich trotzdem, dass BATHORY etwas gefunden haben, das andere nicht haben. Und das ist der Grund, warum „Blood Fire Death“ so einflussreich geworden ist. Ich bin mir sicher, dass man „etwas“ von diesem Einfluss auch in MOONSORROWs Musik hören kann.
Es gäbe vielleicht gar keine „Viking/Pagan“-Metal-Szene ohne „Blood Fire Death“ [wenn man annimmt, dass es auch kein „Hammerhart“ und „Twilight Of The Gods“ gegeben hätte]. Ganz einfach!

Mit was für Gefühlen schaust Du heute auf die Tage zurück, in denen „Blood Fire Death” zum ersten Mal veröffentlicht wurde?

Ha, in dieser Zeit bin ich gerade zum Metal gekommen und ich hatte noch überhaupt keine Ahnung von BATHORY. „Blood Fire Death“ war einige Jahre später aber das erste Album, das ich von BATHORY gehört habe. Es hat nicht lange gedauert, bis ich mir alle Alben, die von BATHORY veröffentlicht wurden, geholt habe.


Autoren: Ashes Of Eden, Delirium, dkay, Squiggofant

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