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The Book Of Souls: Live Chapter


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Heavy Metal
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"Angriff an allen Fronten"
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Nach dem Motto „Klein, aber fein“ sorgt das deutsche Label Denovali Records in der Nähe von Bochum seit einigen Jahren für hochwertige und mit viel Herzblut gemachte Veröffentlichungen, die bewusst über das Medium CD hinausgehen. Dafür bieten die beiden Denovali-Macher sowohl liebevoll gestaltete Vinyl-Versionen und Digipacks als auch teilweise komplett kostenlose Downloads, um sich mit den Denovali-Bands vertraut zu machen – beispielsweise CELESTE, FALL OF EFRAFA, BLUENECK, NEIL ON IMPRESSION, KODIAK, HER NAME IS CALLA etc.
Zeit also, diese spannende und interessante deutsche Plattenfirma jenseits des Mainstream einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und Timo, einen der beiden Denovali-Betreiber, zum Label, den Hintergründen sowie einigen Bands ausführlich zu Wort kommen zu lassen. Zusätzlich zum Interview werden zudem neun Veröffentlichungen des Labels ausführlich im Review [siehe unten] vorgestellt. Auf geht’s in die Klangwelten von Denovali Records!





Hi Timo! Willkommen zu unserem Special zu Eurem Label, Denovali Records! Erzählt doch bitte erst mal, wann die Idee für das Label entstand und wie lange es Denovali effektiv gibt. Woher stammt der Name eigentlich – und wer ist genau an Denovali beteiligt?

Vorab erst mal vielen Dank für den Beitrag über Denovali. Das Label gibt’s seit Ende 2005/Anfang 2006. Involviert sind immer noch die beiden Gründer Thomas und Timo. Mittlerweile hilft ein weiterer Freund – Philip – hin und wieder beim Booking. Eine wirkliche Intention gab’s eigentlich nie. Zunächst haben wir Konzerte zusammen veranstaltet – dann ergab sich die Idee zu kleinen cdr- und 7”-Veröffentlichungen. Der Rest hat sich mehr oder minder im Laufe der Jahre so ergeben. Der Name steht in Verbindung zum Schriftsteller Novalis. Eine detaillierte Erklärung würde glaube ich jetzt zu weit führen.


Wie genau wählt Ihr Bands aus? Welche Kriterien sich für Euch wichtig? Was spricht Euch bei einer Band an bzw. wonach genau sucht Ihr bei einer Band, sodass sie für Denovali infrage kommt? Seid Ihr immer auf der Suche nach neuen Bands?

Bei den Bandauswahlkriterien stehen neben der [subjektiven] Qualität der Musik und der Stimmigkeit auf menschlicher Ebene Authentizität und Ehrlichkeit ganz oben auf der Liste. Die Bands sollten sich in der Zusammenarbeit mit uns wohl fühlen. Das Label an sich hat auch nur sekundäre Bedeutung. Wir sehen uns eher als ein Vehikel für die Bands. Entscheidend ist eigentlich die „Kunst“ der Musiker – wir versuchen ein bestmögliches Umfeld zu schaffen. Zusammenarbeit kommt eigentlich über mehrere Wege zustande. Oftmals empfehlen uns Bands, die schon an Bord sind, die neuen Projekte von Freunden oder Thomas und ich hören rein zufällig etwas, das uns gefällt. Im Anschluss kontaktieren wir die Musiker dann auf unverbindlicher Basis und schauen, ob es auch menschlich passt. Natürlich bekommen wir mittlerweile sehr viele Demos – allerdings muss ich gestehen, dass aufgrund dessen nur einmal wirklich etwas entstanden ist.


Wie würdest Du Euren eigenen musikalischen Hintergrund beschreiben? Welche Musik gefällt Euch selbst? Ich gehe mal davon aus, dass die Bands auf Eurem Label auch Euren eigenen Musikgeschmack widerspiegeln? Von Doomcore über Post Rock zu Screamo und Ambient ist ja so ziemlich alles vertreten, also ziemlich weit gefächert, oder?

Ja, das ist alles Musik, die wir mögen, bzw. Musik, die wir zum Zeitpunkt des Releases unterstützenswert fanden. Wir veröffentlichen keine Platten, die uns nur bedingt zusagen, nur um damit vielleicht monetäre Zwecke zu erfüllen. Klar hat jedes Label sicherlich einige Platten, die es so vielleicht nicht mehr machen würde – aber an sich sind wir mit der Entwicklung des Labels – auch über die Genregrenzen hinweg – ziemlich glücklich. Dadurch, dass man neue Bands kennen lernt, erweitert sich ja auch das Spektrum des eigenen Geschmacks. Warum die Erweiterung nicht in das Label einfließen lassen? Wir halten nichts davon, nur ein Genre zu bedienen, weil man dort evtl. eine gefestigte Fanschar hat, die jede Veröffentlichung blind kauft. Das macht wenig Sinn. Fernab dessen denke ich, dass die Bands trotz der genrespezifischen Unterschiede eine bestimmte „Stimmung“ gemein haben. An sich sollen aber andere Leute die Qualität oder den Ansatz des Labels beurteilen. Wir achten auf solche Details nicht und veröffentlichen einfach Musik, die uns etwas gibt und die wir mögen. Wir halten uns gerne von Klischees fern.


Ihr hebt Euch in vielerlei Hinsicht von anderen Plattenfirmen ab: Da wäre zum Beispiel das Format, d.h. die aufklappbaren und oftmals minimalistisch gehaltenen Pappcover. Ist das so etwas wie ein Markenzeichen von Denovali? Oder wollt Ihr bewusst Abstand von den Plastik-CD-Trays nehmen und obendrein einen umweltfreundlichen Aspekt berücksichtigen?

Naja… der umweltfreundliche Aspekt hinkt [auch zu unserem Bedauern] leider etwas. Wenn man die Pappcover in den USA bestellt und die Kerosinkosten berücksichtigt, entsteht eine äußerst fiese Ökobilanz. Allerdings haben wir bislang nur eine Firma gefunden, die uns – entsprechend unserer Vorstellungen – die geeignete CD-Coverqualität liefert. Leider ist sie in den USA ansässig. Ich würde unsere ganze Design- und Verpackungsphilosophie nicht unbedingt als Markenzeichen ansehen. Da schwingt wieder dieser „Wir möchten zwanghaft anders als andere sein“-Aspekt oder eine Produktdiversifikationsintention mit. So szeneelitär oder marktwirtschaftlich denken wir eigentlich nicht. Wir mögen schlichtweg diese Plastik-CD-Hüllen nicht und vertreten den Standpunkt, dass wenn der „Musikliebhaber“ zu Zeiten des Filesharings noch bereit dazu ist, sein Geld zu opfern, er auch ein entsprechend aufwendig aufgemachtes „Produkt“ erhalten sollte.


Weiterhin gibt es dann kostenlose Downloads in guter MP3-Qualität von vielen Eurer Veröffentlichungen, z.B. von CELESTE oder FALL OF EFRAFA. Warum betrifft dies eigentlich ausgewählte Alben und nicht sämtliche Veröffentlichungen? Ist dies prinzipiell Eure Antwort auf die heutige Musikindustrie, die Label-Landschaft und das Filesharing?

Die Frage, warum diese Free-Download-Geschichte nur einige Künstler betrifft, ist leicht zu beantworten: Wir stellen es den Bands frei, was sie machen möchten. Wir machen vorab klar, dass es über uns keinen Handel mit mp3s geben wird – sie aber frei entscheiden können, welche Teile des Albums umsonst, als Stream oder gar nicht digital verfügbar sein sollen. Wir halten prinzipiell Filesharing für eine gute Sache und können mit Plattformen wie Itunes nicht wirklich etwas anfangen. Wir möchten einfach jedem [auch solchen Menschen, die es sich nicht leisten können, regelmäßig Platten zu kaufen] die Musik vorstellen. Und wer die etwaige Band wirklich mag und wem das Gesamtwerk aus Artwork, Musik und Texten wichtig ist, der kann dann die LP oder CD bestellen. Darüber hinaus denke ich, dass man Menschen im Bezug auf Filesharing einfach nicht erziehen kann oder sollte. Ein gutes Beispiel, das ich gerne immer wieder anführe und selbst schon fast nicht mehr hören kann, ist das Bereitstellen der „Nihiliste[s]“-LP von Celeste. In Kombination mit dem Gratisdownload haben wir um Spenden für weitere Projekte der Band gebeten. Bis zum heutigen Tage ist die Platte mehr als 8000-mal [allein nur von unserer Homepage] geladen worden – gespendet wurden circa 50 Euro. Wir kritisieren die Situation nicht – aber es zeigt eindeutig, dass das Gros der Musikhörer nie wirklich verstehen wird/will, wie viel Zeit und Geld selbst kleine Bands/Labels investieren, um die Menschen mit Musik zu füttern.


Manche der großen Labels haben inzwischen ja Streams der Alben auf ihren MySpace-Seiten, wenn auch nur für eine Woche. Welche Rückmeldungen erhaltet Ihr selbst bezüglich der Downloads – und, der springende Punkt aus wirtschaftlicher Sicht: kaufen die Leute dann auch wirklich die Alben? Oder wisst Ihr, dass Eure Kunden Musikliebhaber sind, die MP3s höchstens um Antesten benötigen?

Wir vollziehen eigentlich nur sehr wenige Aktionen bezüglich des Labels mit wirtschaftlicher Intention. Primäres Ziel war bislang immer, genügend Geld zu verdienen, um neue Platten realisieren zu können. Mittlerweile sind wir glücklicherweise auf einem Level mit konstanter Unterstützerschar, das es uns erlaubt, die unzugänglichste Musik zumindest in kleiner Auflage kostendeckend zu veröffentlichen. Im Zuge dessen war auch die Free-Download-Geschichte nie ein wirtschaftliches Instrument. Wie in der Vorfrage beschrieben, würde es als solches auch nicht funktionieren. Man muss allerdings sagen, dass Bands wie CELESTE dadurch schneller eine größere Hörerschar erreicht haben – allerdings würde die Musik niemanden interessieren, wenn CELESTE eine schlechte Band wären. In Summa würde ich sagen, dass das Label eine solide Zahl an Stammkäufern [Danke!] hat, die die ganze Sache am Leben erhalten… Darüber hinaus gibt es eine wirklich wesentlich größere Zahl an Hörern, die sich nur an den Gratisprodukten erfreuen. Wir können – wie schon erwähnt – damit aber gut leben und möchten uns definitiv von diesem typischen Musiklabeljargon bezüglich Filesharing und „Wie erreiche ich den Kunden wieder?“ abgrenzen. Wir möchten in diesem Sinne niemanden „erreichen“! :)


Inwiefern spielt hier die Veröffentlichung von etwas Besonderem, d.h. unterschiedliche Vinyl-Fassungen in verschiedenen Farben und zusätzliche Sondereditionen [siehe die 6-LP-Box von FALL OF EFRAFA], eine große Rolle? Muss man hierdurch und auch durch z.B. Bonus-Tracks einen zusätzlichen Kaufanreiz bieten, sodass ‚nur’ der Download für die Leute zunehmend uninteressanter und eher zur Zwischenstation wird?

Die Frage lässt sich eigentlich im Tenor der zwei vorangegangenen beantworten. Wir veröffentlich die Platten – wie gesagt – primär zunächst für die Bands und uns. Wenn es dann noch zusätzlich anderen Leuten gefällt, ist’s natürlich schön. Irgendwelche überflüssigen Werbeaktionen, nur um eine Band einem größeren Publikum zugänglich zu machen, wird’s von uns deshalb nie geben. Zu FALL OF EFRAFA: Die Box war eher als Abschluss der Bandgeschichte für Sammler, die sich an aufwendigen Designs und Aufmachungen erfreuen, gedacht. Die gesamte Diskographie gibt’s weiterhin gratis auf der Seite der Band und auch die einzelnen physischen Platten werden – soweit ich weiß [wir sind nur bei einer involviert gewesen] – erst mal weiter neu aufgelegt. Von daher empfinde ich persönlich die Box als ein Release unter anderen. Hinsichtlich Vinylfarben: Die werden eigentlich immer entsprechend des Artworks ausgewählt… Und – ehrlicherweise – helfen uns die Limitierungen natürlich, das investierte Geld schneller zurückzuerhalten, um es wieder in neue Projekte zu investieren.


Eine große Rolle spielen bei Euch wie gesagt die Vinyl-Fassungen und auch die evtl. Lizenzierungen von anderen Labels, die die Scheiben nur auf CD veröffentlich haben. Siehe SWITCHBLADE oder LES FRAGMENTS DE LA NUIT etc. Seid Ihr Vinyl-Freaks und -Liebhaber, die vom Format her jederzeit eine LP einer CD und sicherlich auch einer MP3 vorziehen würden? Was macht Vinyl so besonders für Euch?

Ja. Vinyl steht bei uns definitiv vor CD oder Mp3s. Wir argumentieren jetzt nicht mit den Gedanken eines Audiophilen. Das halte ich sowieso für übertrieben. Unter den drei Formaten ist Vinyl für uns einfach klang- und artworkbezogen das sinnigste und schönste. Wirkliche Lizenzierungen waren die SWITCHBLADE- und LES FRAGMENTS DE LA NUIT-Platten nicht. Tim von SWITCHBLADE wollte die CD gerne über sein eigenes Label veröffentlichen und hat uns wegen der LP-Fassung gefragt. Die LES FRAGMENTS DE LA NUIT existierte schon auf CD, als wir ins Gespräch kamen. Also haben wir davon erst mal nur die Vinylfassung veröffentlicht. Bei einigen zukünftigen LES FRAGMENTS DE LA NUIT-Releases werden wir aber sicherlich auch an CDs beteiligt sein. In den Anfangszeiten des Labels haben wir überwiegend nur Vinyl hervorgebracht, weil für ein gleichzeitiges Release beider Formate kein Geld vorhanden war und uns Vinyl dann doch wichtiger ist.


Wer ist für die jeweiligen Artworks verantwortlich? Soweit ich weiß, ist Johan von CELESTE für einen Großteil der Visualisierung von seiner Band zuständig. Wie wichtig ist Euch kreativer Input? Wie viel Einfluss habt Ihr bzw. gehen die Bands selbst auf Euch zu und bitten um Beiträge?

Artworks entstehen eigentlich immer in freier Diskussion. Manchmal kommt eine Band mit Vorschlägen, manchmal haben wir Ideen, hin und wieder gibt’s „externe“ Künstler, die eine Band fragen möchte. Generell sind uns Artworks sehr, sehr wichtig. Wir sind dazu übergegangen, dass nur noch Platten mit Designs veröffentlicht werden, welche sowohl für die Band als auch für uns 100% akzeptabel sind. Das verlängert zwar den Entscheidungsprozess – aber mit Kompromisslösungen wollen sowohl wir als auch die meisten Bands nicht leben.


Die Jungs von BLUENECK erwähnten kürzlich im Interview, dass Ihr an einem Kurzfilm arbeitet, für den sie Musik schreiben und beisteuern werden. Könnt Ihr uns vielleicht schon mehr über den Film erzählen, wovon dieser handelt und welche Bands noch Musik dazu liefern werden?

Zu dem Film möchte ich vorher und auch bei Erscheinen nicht unbedingt etwas sagen. Der wird irgendwann einfach da sein und die Leute können ihn mögen oder eben nicht. Das ist ’ne persönliche Sache, die jeder ansehen „darf“ und zu der gerne auch Meinungen existent sein sollen. Mit denen werde ich mich aber nicht auseinandersetzen. Ich mache das nicht für andere und suche auch keine Anerkennung! :) Neben BLUENECK wird’s sicherlich noch Teilelemente von LES FRAGMENTS DE LA NUIT, SELAXON LUTBERG, SANKT OTTEN oder N geben. Was genau passt, entscheide ich mit dem Kameramann aber erst, wenn die Bilder stehen. Vielleicht wird’s ’ne LP + DVD geben. Mal schauen…


Ist Denovali Records für Euch ein Hobby oder inzwischen zum Beruf geworden? Wie viel Zeit erfordert die Arbeit für das Label? Inwiefern spielt der Begriff der vorhin schon angesprochenen „Musikindustrie“ bei Euch eine Rolle? Oder steht vieles/alles im Zeichen des DIY bei Denovali, sodass es soviel wie möglich um die Musik selbst geht?

Mittlerweile ist es in der Tat zu einer Art Job angewachsen. Ich bin seit April mit dem Studium fertig und arbeite seitdem erstmal ausschließlich für das Label. Leider spiegelt sich das nicht auf dem Konto wider! :) Thomas macht derzeit noch seinen Physikdoktor. Ich denke, wir werden – wenn er fertig ist – versuchen, mit der Selbständigkeit in einem anderen Bereich so viel Zeit freizuschaufeln, dass das Label in dem jetzigen Zeitumfang weiterlaufen kann.
Die Musikindustrie interessiert uns nicht. Klar... wir nutzen hier und da Vertriebe und müssen mittlerweile, um den Bands weiterzuhelfen, auch ein wenig auf die gängige Review-Kultur einsteigen – aber an sich möchten wir vermeiden, uns Leuten anzubiedern, und Kompromisse sind oftmals nicht wirklich unsere Stärke. Wir sehen uns auf der anderen Seite aber definitiv auch nicht als Teil irgendeiner DIY-Bewegung. Wir differenzieren zwischen netten, ehrlichen Leuten und den Anderen. Mit der Kuschelatmosphäre mancher Subkulturen und Szenen können wir nichts anfangen. Dort herrschen Doppelmoral und Unehrlichkeit auch nicht weniger vor als in anderen [von diesen Leuten kritisierten] Teilen der Gesellschaft.


Kürzlich habt Ihr das zweite Denovali Swingfest in Essen veranstaltet. Wie sahen die Resonanzen aus, was lief gut, was lief weniger gut [DATURAH mussten ja kurzfristig absagen], sprich: wie zufrieden seid Ihr alles in allem? Wann können wir mit einer dritten Ausgabe der Veranstaltung rechnen?

Das Fest war sehr nett. An sich lief alles so, wie wir uns das vorgestellt haben. Die Räumlichkeiten passten einigen Leuten nicht – aber man kann nicht jeden glücklich machen. Ich hab’ vor ein paar Tagen aus Jux mal ein neues Line-Up aufgestellt. Wir machen das Fest aber nur wieder, wenn alles passt – sprich wir wieder einen netten Raum finden und das Line-Up zeitlich so abgestimmt werden kann, dass es uns gefällt. Wenn das 2010 nicht klappt, gibt’s eben erst 2011 wieder ein Swingfest. Wir setzen uns da nicht unter Druck.


Inzwischen habt Ihr einige neue Bands bei Euch aufgenommen, zum Beispiel OMEGA MASSIF, die mit „Geisterstadt“ vor zwei Jahren ein sagenhaftes Album veröffentlicht hatten. Erzählt doch bitte mal ein wenig über ‚Eure’ neuen Bands und was wir wann von ihnen zu erwarten haben. Und wie sieht die Zukunft von Denovali im Jahr 2010 aus?

Genau. Neu an Bord sind jetzt OMEGA MASSIF aus Würzburg, ein Soundlandschaftenkünstler namens N aus dem Ruhrgebiet und das CONTEMPORARY NOISE SEXTET aus Polen. Für OMEGA MASSIF werden wir das erwähnte Album „Geisterstadt“ neu als CD und Vinyl auflegen und ihr neues Album im Herbst veröffentlichen. N schickt uns einfach hin und wieder neue Aufnahmen und wir schauen zusammen, was davon wie veröffentlicht wird. Konkretes steht da noch nicht fest. Vom CONTEMPORARY NOISE SEXTET [Jazz mit Filmsoundtrackanleihen – vielleicht vergleichbar mit Cinematic Orchestra] werden wir die ersten drei Alben nochmals in limitierter Form in besonderer Verpackung auf CD herausbringen; für die Vinylversion gibt’s auch schon Überlegungen. Anschließend – ebenso Ende 2010 – wird’s dann ein neues Album geben. Ansonsten wird 2010 wohl so sein wie 2009: Viele schöne neue Platten und viele Stunden im Keller hocken, um Pakete zu verpacken! :)


Da wir einige Rezensionen von Denovali-Bands im Rahmen dieses Porträts am Start haben, wäre es schön, wenn Du jeweils noch einen kurzen Kommentar zu den jeweiligen Bands abgeben könntet, was diese für Dich bedeuten, was Du an ihnen magst und was sie so besonders macht:

CELESTE

Das klare Beispiel dafür, dass eine Freundschaft zwischen Band und Label ganz simpel auf exakt gleichen Ansichten und schlechten Witzen basieren kann. Leider – wenn betrunken – unerträgliche Band… und das wissen sie auch! ;)

HEIRS

Etwas pathetisch: Vier alte Freunde, die zusammen für die Band ihr letztes Hemd geben und dabei finanziell [zur Finanzierung der harten, dreimonatigen Europatour wurde das komplette Inventar verscherbelt] an ihre äußersten Grenzen gehen. Ist bislang auch die einzige Band, die es geschafft hat, innerhalb von drei Tagen zweimal abgeschleppt zu werden. Ansonsten wie alle, mit denen wir arbeiten, urloyal und super.

NEIL ON IMPRESSION

Immer langsam! Immer zu spät! Spielen nie! Liefern dafür alle drei, vier Jahre ein neues überragendes Album ab. Ansonsten wie alle, mit denen wir arbeiten, urloyal und super.

BLUENECK

Definitiv die nettesten, dankbarsten und im positiven Sinne unambitioniertesten Menschen, die man sich vorstellen kann. Zudem – zumindest aus unserer Sicht –begnadete Songwriter. „Scars Of The Midwest“ ist immer noch eines der unbeachtetsten/meistunterschätzten Alben der letzten zehn Jahre! :) Neigen unter Alkoholeinfluss zu überschwänglicher Sensibilität.

KODIAK

Unsere Kinder!

DATURAH

Wer Kinski-Zitate in seinen Songs verwendet, kann nur gut sein.

FALL OF EFRAFA

Um nochmals auf die Sülztube zu drücken: Feste Ansichten und nie ein Fähnchen im Wind. Eigenschaften, die wir schätzen.


Vielen Dank für das Interview und für Deine Zeit, Timo. Und weiterhin viel Erfolg mit Denovali!

Vielen Dank für das lange und ausführliche Interview.
























Denovali Records – Eine Auswahl


CELESTE – Nihiliste[s]




HEIRS – Alchera




KODIAK – Kodiak



NEIL ON IMPRESSION – L’oceano delle onde che restano onde per sempre




FALL OF EFRAFA - Inlé




BLUENECK – The Fallen Host




CELESTE – Misanthrope[s]




KODIAK | NADJA – Split




DATURAH – Daturah


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