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„Mach es Dir selbst“, sagen DYSE. „Macht es nicht selbst“, sagen TOCOTRONIC. Recht haben beide. Schließlich ist es nicht unwichtig, wer was warum und wie selbst macht, und die Do-it-yourself-Bewegung hat ihre Wurzeln im handwerklichen Bereich. Haus, Hof und Garten in Stand halten, ausbauen, umbauen – das ganze Programm. Dabei kann man viel Mist bauen, nicht erst, seit der Verdrängungswettkampf der Baumärkte Handkreissägen und Bohrhämmer für Taschengeldbeträge in ungeschulte Hände übergibt. Man kann sich natürlich auch anderweitig selbst verwirklichen und eigene Vorstellungen ausleben, indem man erschafft, was andere für Mist halten und deshalb keiner Ehre wert finden. Logisch, dass DIY gerade für extreme Musik eine der wichtigsten Lebensgrundlagen darstellt – bis man dem A&R-Manager einer etablierten Plattenfirma klargemacht hat, dass Grindcore nämlich doch Musik ist, hat man die 7" idealerweise schon selbst aufgenommen, produziert und an das kunstsinnige Volk gebracht. Das Selbermachen kennt dabei eigentlich nur die eigenen Grenzen. Wer die DIY-Ethik der Unabhängigkeit und vollständiger Kontrolle über das eigene Werk zum Äußersten treiben will, kann sich heuer als Band um wirklich alles selber kümmern – vom Schreiben, Aufnehmen und Vertreiben der Musik inklusive Tourplanung und Organisation.
Gerade bei Letzterem greifen viele Bands dann aber doch auf die Hilfe einer Bookingagentur zurück, die sich dann um Konzertbuchungen, Vertragsaushandlungen, Logistik und so weiter kümmern kann. Im Bereich Grindcore, Death Metal und Doom könnten das Doomstar Bookings sein, die von FUBAR-Fronter Luc Favié im Jahr 2005 gegründet wurden – zunächst, um einer befreundeten Band bei ihren Tourplänen zu helfen. Wie sich die Geschichte und das Selbstverständnis von Doomstar Bookings zwischen Untergrund und Buchungsgeschäft entwickelt haben, was Bands und Agentur sich von einer Beziehung zwischen Freundschaft und Geschäft erhoffen und was das mit DIY-Ethik zu tun hat – interessante Antworten darauf finden sich im Interview mit den Agenturchefs Luc Favié und Luuk van Gestel sowie den Weggefährten/Geschäftspartnern von COFFINS, MAGRUDERGRIND, UNKIND, FUCK THE FACTS, WORMROT und EXHUMED.

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Hi zusammen! Willkommen bei unserem „Bookingagentur“-Feature. Könnt Ihr uns bitte am Anfang einen kleinen Überblick zu Eurer Agentur geben und wie ein normaler Tag bei Euch aussieht?

Hi Leute, vielen Dank an dieser Stelle für das Interesse und für das Interview! Nun ja, Doomstar Bookings ist eine Bookingagentur, die sich hauptsächlich auf europäische Touren, Konzerte und Festivals für [extremen] Underground Metal aus der ganzen Welt konzentriert. Unser Tagesgeschäft besteht weitgehend daraus, ungefähr 1000 E-Mails zu schreiben, Tourpläne zu erstellen, Telefonate zu erledigen, die Organisation von Touren, Konzerten und Festivals zu übernehmen und dann letztlich direkt auf Tour zu sein, d.h. das eigentliche Tour-Managing.


Wann entstand die Idee für die Gründung von Doomstar? Hattet Ihr das Gefühl, dass eine neue Bookingagentur notwendig war, vielleicht auch aufgrund Euer eigenen Bedürfnisse als Mitglied von Bands?

Doomstar wurde von Luc Favié ins Leben gerufen, der im Jahr 2005 als Erster überhaupt MAGRUDERGRIND nach Europa geholt hat – hier ging es darum, dass ein Kumpel seinen Freunden hilft. Luc hatte zu dem Zeitpunkt schon mehrfach das jährlich stattfindende Bloodshed Fest auf die Beine gestellt. Es dauerte aber noch bis 2008, ehe der Name Doomstar ins Spiel kam. In diesem Jahr gab es vier Tourneen, und das war auch das Jahr, in dem Luuk van Gestel dann Luc bezüglich einer Kooperation ansprach. Wie diese Anekdote zeigt, entstand Doomstar primär, weil Luc [befreundete] Bands, die er selbst live sehen wollte, nach Europa holte. Man könnte also sicher von einem Bedarf nach einer neuen Bookingagentur sprechen.


Wie viele Leute arbeiten heute unter dem Namen Doomstar Bookings und wie viel Zeit investiert ihr darin, den Laden am Laufen zu halten?

Die Leitung machen immer noch genau zwei Leute aus, nämlich Luc und Luuk. Wir besitzen die Rechte am Namen und sind eine eingetragene Firma. Inzwischen ist dies [mehr als] ein Vollzeitjob. Insbesondere die ersten fünf Jahre waren aber ziemlich hart, da es primär darum ging, ein Netzwerk aufzubauen und die ganzen Details kennen zu lernen – von der Zusammenarbeit mit großen Festivals bis hin zu einer funktionierenden Verwaltung. Für uns arbeiten noch zwei weitere Leute, Ronny und Dirk, die unter unserem Namen ebenfalls Touren auf die Beine stellen. Das Doomstar-Team, das sich um Shows kümmert, besteht momentan also aus vier Personen.


Woher der Fokus auf Grindcore, Death Metal und Doom Metal? Und woher stammt eigentlich der Name?

Luc spielt in der Grindcore/Power Violence-Band FUBAR und hat einen DIY-Hintergrund, sodass er damit begonnen hat, anderen Bands dieser Genre auszuhelfen. Wir beide mögen extreme Underground-Musik, sodass es naheliegend war, innerhalb dieser Genres zu arbeiten. Hier besteht sozusagen größtenteils unser Netzwerk und unsere Expertise, aber mit jedem weiteren Jahr dehnen wir uns auf weitere Genres aus. Wir buchen nun auch Heavy Metal und sogar Country-Musik.
Der Name Doomstar wurde schon von Luc verwendet, bevor überhaupt Luuk mit an Bord war; die Herkunft des Namens ist aber irgendwie dem Zahn der Zeit anheim gefallen...


Wie schwierig ist es heutzutage, sowohl für größere als auch für kleinere Bookingagenturen, eine Band – vor allen Dingen aus Übersee – auf Tour zu schicken? Im Geschäft ist ja auch ganz gerne mal der Begriff „Pay To Play“ üblich, wenn jüngere Bands im Fahrwasser eines Headliners Fuß fassen wollen.

Es wird zunehmend schwieriger, dass Touren in finanzieller Hinsicht gut aufgehen; das ist richtig. Da die CD-Verkäufe stets rückläufig sind, wollen nun alle auf Tour kommen. Sogar die richtig großen Bands kommen eigentlich jedes Jahr vorbei, sodass auf den europäischen Straßen mehr denn je los ist. Die beste Situation für eine Band aus Übersee sieht so aus, dass eine europäische Band bei ihnen mitfährt, die Backline für sie zur Verfügung stellt, den Kleinbus am besten auch noch selbst fährt, und wenn man wirklich großes Glück hat, dann haben sie sogar ihren eigenen Van.
Leider ist das normalerweise überhaupt nicht der Fall. Es ist auch von Szene zu Szene etwas unterschiedlich – in der Grindcore-Szene gibt es so etwas wie „Pay To Play“ eigentlich überhaupt nicht, außer man hat es mit ein paar der richtig großen Nummern zu tun. Im Gegensatz dazu ist es beim Death Metal völlig normal, solche Bedingungen vorzufinden.
Beide Ansätze haben aber durchaus ihre positiven Aspekte. Wenn man alles selbst durchzieht und nicht als Vorband bezahlt, dann muss man trotzdem noch die Flugtickets, die Miete für den Van, Sprit, Fahrer und weitere Crew, Merchandise, Backline, Booking-Gebühren und diese ganzen Dinge bezahlen, während man vielleicht jede Nacht nur für eine Handvoll Leute spielt. Wenn man dafür bezahlt, eine größere Band zu begleiten, dann ist zwar vielleicht ein höherer Betrag fällig, aber normalerweise beinhaltet dies schon einige oder sogar alle der gerade erwähnten Punkte, und man spielt dann auch vor einem mengenmäßig akzeptablen und passenden Publikum.
Es gibt viele unterschiedliche Wege, eine Finanzierung für eine Tour aufzustellen, aber es hängt größtenteils von den Erwartungen und/oder Forderungen der jeweiligen Bands an. Wie Ihr aber sehen könnt: Das alles ist eine unendliche Geschichte, über die wir hier noch ewig reden könnten.


Was kommt auf die Bands in vertraglicher Hinsicht zu? Seid Ihr primär eine Firma oder ist Euch der DIY-Ansatz bei der Unterstützung von Bands nach wie vor wichtig? Anders gefragt: „Lohnt“ sich Doomstar für Euch?

Ja, Doomstar wurde von Anfang an im DIY-Sinne aufgebaut – mit dem Ziel, innerhalb von etwa fünf Jahren sehr harter Arbeit ein Geschäft zu werden. Wir machen immer noch die DIY-Touren, da wir unsere Wurzeln nicht kappen wollen. Wenn wir irgendwie können, fahren wir daher nach wie vor die kleinen Grindcore-Touren, aber auch für Bands, die wir einfach mögen. Um ganz ehrlich zu sein, so waren die Anfangsjahre ziemlich heftig für uns – mit sehr geringer [persönlicher] finanzieller Stabilität und kaum so etwas wie Freizeit für uns selbst. Wir haben uns bis vor Kurzem nie selbst etwas ausbezahlt, aber wir wollten auch nie aufgeben, da wir einfach wussten, dass wir uns auf dem richtig Weg befanden. Im Laufe der Jahre wurden dann die Auftraggeber größer, sodass es auch für uns einfacher wurde. Wir sind viele Risiken eingegangen und haben sicherlich so einige Fehler begangen, aber wie soll man sich sonst weiterentwickeln? Letzten Endes war es das alles wert, und auch wenn wir immer noch nicht ganz am Ziel angelangt sind, so sind wir auf das bislang Erreichte sehr stolz. Um also die Frage zu beantworten: Wir können beides machen. Wir können eine Firma, aber auch DIY sein. Es hängt ganz einfach von der Situation ab.


Da wir gerade beim Thema DIY sind: Auf welche Strukturen greift Ihr hierbei beim Planen der Touren zurück, z.B. besetzte Häuser etc.?

Ja, es gibt über ganz Europa verstreut DIY-Promoter, und die besetzten Häuser sind natürlich immer eine große Hilfe. Zu manchen Promotern in einigen Ländern besteht eine langjährige Verbindung, sodass wir dort nur ganz selten auf jemanden außerhalb dieser Kreise zurückgreifen würden. Das betrifft auch einige Aspekte einer Tourproduktion. Es gibt einige DIY-Leute, die für ganz Europa den Tour-Van, einen Fahrer, die Backline und was man sonst noch so braucht stellen; es hängt davon ab, was eine bestimmte Tour erfordert.




Luc ist wie gesagt auch ein Mitglied von FUBAR. Welche Vor- und Nachteile hat es Eurer Meinung nach, wenn man sowohl Booker als auch aktiver Musiker ist?

Nun ja, die Vorteile bestehen darin, dass es einfach ist, Auftrittsmöglichkeiten zu finden – sei es mit den Bands, die wir buchen, oder für die Bands, in denen wir selbst spielen. Das Netzwerk wird dadurch beständiger. Ein Nachteil besteht darin, dass manche unserer Kontakte nicht verstehen, dass größere, professionellere Bands [im Vergleich zu unseren eigenen „Hobby“-Bands] bessere Bedingungen benötigen, wenn wir sie ihnen anbieten. Dies führt gelegentlich auf beiden Seiten zu Frustrationen.


Wie entscheidet Ihr, welche Bands Ihr in Euren Roster aufnehmt? Kann jede Band Euch damit beauftragen, eine Tour für sie zu organisieren?

Das schwankt sehr, aber normalerweise basiert dies auf dem Vertrauen, das wir in eine Band haben, gewisse Dinge zu erreichen, sowie auf der Band selbst, die nötige Einstellung hierfür zu haben. Unser Roster ändert sich aber ständig. Manchmal sind wir nicht zufrieden mit der Band oder andersherum, und manchmal beschließen wir in beiderseitigem Einvernehmen, dass es besser ist, getrennte Wege zu gehen. Sobald wir eine Tour für eine Band aus Übersee gefahren sind, lassen wir Revue passieren, wie die Kooperation verlief und ob beide Parteien an einer Fortsetzung der Zusammenarbeit interessiert sind. In diesem Fall fügen wir Sie unserem Roster hinzu. Es ist eine Frage, was eine Band will und ob wir diese Anforderungen erfüllen können. Und ja, jede Band kann bei uns anfragen, aber es ist dann natürlich immer noch unsere Entscheidung, ob wir dazu bereit sind oder nicht.


Welche Eurer Bands sind besonders dafür bekannt, auf Tour in Schwierigkeiten zu geraten? Was ist bis jetzt das Witzigste/Schrägste bei einer von Euch aufgegleisten Tour gewesen?

Nun ja, das müssten grundsätzlich die Goregrind-Bands sein, und hier besonders ROMPEPROP und RECTAL SMEGMA. Die „Gore Grind Over Europe“-Tour, die wir 2010 gemacht haben, bleibt nach wie vor die abgefahrenste Tour, die wir jemals gemacht haben. Luuk hat einen der Vans auf dieser Tour gefahren; sogar hinten im Van gab es Circle Pits. Da die Musik alles andere als ernst gemeint ist, scheinen die Leute, die sie spielen, total durchzudrehen, wenn sie mal eine Weile draußen unterwegs sind. Sehr unterhaltsam, aber manchmal vielleicht ein bisschen extrem.
Ein anderes Beispiel hierfür sind EXHUMED; hier gibt es auch ein paar durchgeknallte Typen in der Band. Bei MAGRUDERGRIND auch, aber es ist immer schön, die beiden Bands hier bei uns zu haben. Manchmal erwartet man aber auch Ärger und alles läuft reibungslos – wie kürzlich bei der M.O.D.-Tour, wo wir mit mindestens einem negativen Ereignis gerechnet haben. Nichts geschah – das waren alles total nette Typen, die eine richtig gute Zeit auf Tour hatten. Die Liste der abgefahrenen Ereignisse ist aber viel zu lang, um alles aufzuzählen. Glaubt mir, wir könnten ein wirklich fantastisches Buch schreiben, wenn wir das wollten...


Mit welchen Bands würdet Ihr gerne irgendwann mal zusammenarbeiten? Habt Ihr so eine Art Wunschliste?

Ich glaube nicht, dass wir wirklich so etwas wie eine Wunschliste haben. Wir schauen einfach gerne, was unsere Wege kreuzt. Wir bevorzugen Bands, mit denen man gut zusammenarbeiten kann und die die geschäftliche Seite, die Szene und vor allem den Stellenwert ihrer eigenen Band verstehen. Außerdem könnten wir eine Band gebrauchen, die ungefähr 50 Riesen pro Konzert abgreift, sodass wir sie nur noch buchen müssen, um uns über Wasser zu halten. So was wie SABATON also, haha!


Welche der jetzigen oder auch ehemaligen Bands auf Eurem Roster sind am angenehmsten, was die Zusammenarbeit anbelangt?

Das sind vor allen Dingen COFFINS, CAULDRON, MAGRUDERGRIND und WORMROT, da sie alle Kriterien der vorherigen Antwort erfüllen. Keine Rock-Star-Allüren, sondern einfach Leute, die Musik aus Leidenschaft machen, ohne dabei [sonderlich viel] Ärger zu machen.




Bitte ordnet den nachstehenden Bands eine kurze Beschreibung zu.

– ROMPEPROP: Das sind einige der verrücktesten Typen, die wir jemals getroffen haben. Sie haben uns dabei geholfen, uns weiter zu etablieren, genauso wie wir förderlich für ihre Karriere waren. Nichts als Liebe für diese Idioten!

– MAGRUDERGRIND: Hier hatte alles seinen Anfang. Die beste Grind-Band der Welt. Sie sind wahre Freunde und einfach, was die Zusammenarbeit betrifft. Grind4life!

– BEHEADED: Sehr bodenständige Jungs und eine Death-Metal-Band, mit der man prima zusammenarbeiten kann.

– DEFEATED SANITY: Sehr gute Band mit einer ausgezeichneten Live-Präsenz.

– FUCK THE FACTS: Großartige Grind-Band und insgesamt sehr nette Leute. Hoffentlich werden wir ab und zu mal wieder mit ihnen arbeiten!

– COFFINS: Die beste Old-School-Death-Metal-Band da draußen. Japanische Zerstörung direkt aus der Hölle. Wir mögen die Jungs sehr.

– UNKIND: Viel mehr Leute sollten sich mit ihnen befassen; die neue Scheibe ist umwerfend. Außerdem sind sie sehr angenehme Leute.

– WORMROT: Haben den Weg für viele asiatische Bands geebnet. Die bekannteste Grindcore-Band aus Asien, und wir sind echt stolz darauf, mit ihnen zusammen zu arbeiten. Bodenständig, zu 100% professionell, und außerdem wissen sie, wie Grindcore zu klingen hat.

– MUMAKIL: Ausgezeichnete europäische Grind-Band und außerdem sehr nette [und durchgeknallte] Typen. Es macht immer Spaß, mit ihnen zu arbeiten und Party zu machen!

– DOWNFALL OF GAIA: Eine sehr hart arbeitende Band und großartige Musiker. Die werden in Zukunft noch einige Leute überraschen. Wir sind froh, dass wir mit ihnen zusammenarbeiten konnten.

– EXHUMED: Eine absolute Ehre für uns – und nebenbei die verrückteste Doomstar-Aktion überhaupt. Eine dreimonatige Tour im Sommer. Wir sind immer noch verblüfft, dass niemand dabei draufgegangen ist.

– KRAANIUM: Eine der besten Slam-Bands in Europa. Sehr bodenständige und verständnisvolle Norweger, mit denen das einfach Spaß macht.


Könnt Ihr eigentlich bei diesen ganzen Geschichten und Erlebnissen noch über SPINAL TAP lachen?

Alter, alles in diesem Film entspricht der Realität! Natürlich ist das noch witzig!


Ihr seid auch in die Organisation des Bloodshed Fest, Slugfest, Slowendfest und Grindhoven involviert. Was könnt Ihr uns dazu berichten? Und wie wichtig sind diese kleineren Underground-Festivals heutzutage, nachdem z.B. das Death Feast Open Air, das Extremefest oder auch das Mountains Of Death alle aufhören mussten?

Das Bloodshed Fest wird nun schon seit 15 Jahren von Luc initiiert – es ist eines der führenden Festivals für extreme Underground-Musik mit Punk-Hintergrund.
Das Slugfest war etwas, das wir bis jetzt einmal ausprobiert haben; vielleicht machen wir das mal wieder, wenn sich die richtigen Bands hierfür anbieten. Unserer Meinung nach ist die Doom-Szene mit Bands, Promotern, Festivals und so weiter überflutet, d.h., dass zu viele Leute in ein und demselben Teich fischen.
Das Slow End Fest entwickelt sich ziemlich gut; es findet unter der Leitung von Luc und Ronny statt und konzentriert sich hauptsächlich auf Hardcore-Punk und damit verbundene Stile. Mit DROPDEAD als Headliner wird dieses Jahr sicher eine hammermäßige Party.
Das Grindhoven wird gemeinsam von Luuk und den Jungs von ROMPEPROP organisiert, wobei die Band auswählt, wer spielen wird und wie das Festival aussehen wird. Die letzte Ausgabe, d.h. 2013, waren meiner Meinung nach [d.h. Luuk] die witzigsten Tage, die ich bisher auf einem Festival hatte. Mir haben am Schluss vor lauter Lachen die Kiefer wehgetan.
Diese Festivals sind sehr wichtig, aber es gibt auch jede Menge Kompetenz. Da immer mehr Bands in Europa auf Tour gehen, wird es aufgrund dieser großen Verfügbarkeit an Bands für die Promoter immer einfacher, ein Festival auf die Beine zu stellen. Das ist auch der Grund dafür, warum es einige der oben erwähnten Festivals nicht mehr gibt, da sie sich letzten Endes nicht mehr durchführen lassen. Das ist jammerschade, da eigentlich jeder jedem irgendwie helfen möchte und auf diesen Festival einfach eine gute Zeit haben möchte. Lasst uns versuchen, das so beizubehalten.


Wie nehmt Ihr heutzutage extreme Musik im Vergleich zu früher wahr? Wie hat sich alles entwickelt, und was ist positiv bzw. negativ daran?

Wir finden es sehr gut, wie sich musikalisch alles entwickelt hat, da die Bands immer versuchen, auf welche Art auch immer noch extremer als die Bands vor ihnen zu sein. Vor allem, wenn die Bands Bestandteile aus ganz anderen [Metal-]Genres verwenden und dadurch etwas Besonderes erschaffen. Die Musik wird immer noch extremer werden und viel angepisster und frustrierter als schon davor sein, da man immer mehr die Machtlosigkeit innerhalb einer von Apathie dominierten, auf das Ende wartenden Gesellschaft registriert [aber lasst uns versuchen, hier nicht zu politisch zu werden, haha!].
Was schlimmer geworden ist, ist diese ganze „Fashion Show“- und „Hipster“-Bewegung. Was eigentlich die Metal-Szene von allen Pop-Aspekten abgegrenzt hat, wurde von den letzten Generationen im Metal mit offenen Armen aufgenommen. Wir sind uns nicht sicher, ob das grundsätzlich eine schlimme Sache oder einfach etwas ist, das eben so passieren musste. Wir wagen uns nicht, die Zukunft dessen vorherzusagen, aber es wird immer gute Musik geben. Und wenn wir schon dabei sind, so wird es natürlich auch immer schlechte Musik geben. Gott [oder wem auch immer] sei an dieser Stelle Dank für den Geschmack.


Was steht in Zukunft bei Doomstar an? Könnt Ihr vielleicht schon etwas verraten?

Wir haben etliche Touren auf unserer Liste. Einige der Namen lauten DEHUMANIZED/MALIGNANCY, M.O.D., SAMOTHRACE, die letzte Europatour von BRUTAL TRUTH, NOOTHGRUSH, FULL OF HELL, JOE BUCK YOURSELF, MORNE, DECEASED, WEEKEND NACHOS, ACxDC, PYREXIA sowie ULCERATE/WORMED, um nur einige wenige zu nennen. Zusätzlich kommen noch die diesjährigen Festivals [Grindhoven, Slow End Fest, Bloodshed Fest] hinzu. Ein sehr vollgepacktes Jahr, wie immer!


Seid Ihr kürzlich neuen oder auch alten Bands über den Weg gelaufen, die Ihr unbedingt unseren Lesern empfehlen wollt, weil sie Euch nachhaltig beeindruckt haben?

Wir waren ehrlich gesagt total von den Socken, wie gut M.O.D. noch immer auf der Bühne sind! Wir wussten nicht so recht, worauf wir uns da eigentlich lassen, da insbesondere Billy Milano als ziemlich unberechenbar bekannt ist, aber die Tour lief einfach wie am Schnürchen. Und die Jungs haben jeden Tag eine Supershow abgeliefert, die alle sehr beeindruckt hat!
Es gibt immer wieder neue Bands, die uns auffallen; einige davon wären REPROACH, CENTURIES, THE PSYKE PROJECT und UNDERGANG, aber eigentlich sind es viel zu viele, um sie alle hier aufzuzählen. Ach ja, und CLUTCH sind immer noch der Hammer!


Was sind momentan Eure drei Lieblingsalben?

Luuk:
OTTO VON SCHIRACH – „Supermeng“
THOSE POOR BASTARDS – „Satan Is Watching“
HANK WILLIAMS – „Alles“

Luc:
MARTYRDÖD – „Paranoia“
CLUTCH – „Earth Rocker“
ACID DEATHTRIP – „Acid Deathtrip“


Und damit wären wir am Ende angelangt! Vielen Dank an dieser Stelle für Eure Bereitschaft und Eure Zeit für dieses Interview! Wollt Ihr eventuell noch etwas loswerden?

Nichts Besonderes, aber unterstützt weiterhin die Underground-Musik und Eure lokale Musikszene! Vielen Dank an dieser Stelle für Eure Zeit und das Interview!


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Statement von Avi Kulawy [MAGRUDERGRIND]-------


Wie wichtig sind Konzerte und Touren für euch? Wie viele Gigs spielt ihr [durchschnittlich] im Jahr?

Avi: Touren und Konzerte spielen sind das Spannendste daran, in einer Band zu sein. Leider ist es schwierig, da wir alle Brotberufe haben. Aber wenn wir Shows und Touren planen, versuchen wir, so viel Spaß wie irgend möglich zu haben. Während der letzten paar Jahre haben wir weniger Konzerte gegeben wegen unserer persönlichen Zeitpläne. Im Schnitt machen wir 10-20 Auftritte pro Jahr inklusive Touren.


Was sind typische „Tour-Pflichten“ bei euch und wie teilt ihr sie innerhalb der Band auf?

Tourverpflichtungen beinhalten, anfangs die Fluglogistik auszutüfteln und Backline und Organisationsaufgaben mit Doomstar zu koordinieren. Während wir auf Tour sind, helfen alle mit beim Merch-Verkauf oder bei der Schlafplatzsuche, wenn wir keinen haben.


Habt ihr vorher schon mit Bookingagenturen zusammengearbeitet? Wie waren eure Erfahrungen?

Doomstar Bookings sind seit langer Zeit gute Kumpels von uns. Sie haben immer eine hervorragende Arbeit gemacht und sind sehr aufs Detail bedacht. Wir haben eine Tour mit EXHUMED und ROTTEN SOUND über Avocado Booking gemacht, das war auch lustig.


Wie kam der Kontakt zu Doomstar zustande und wie läuft die Zusammenarbeit?

Wir waren die erste Band, die sie je gebucht haben. Ich kann mich nicht recht daran erinnern, wie es zu der Zusammenarbeit kam, aber ich bin extrem froh darüber, dass es dazu kam, und unsere Verbindung ist nur stärker geworden seit unserer ersten Tour mit ihnen 2005.


Was ist die witzigste Geschichte, die Du von unterwegs erzählen kannst?

Hmmm, da gibt's einen Haufen. Vermutlich die, als unser Freund „Teabag“ aus UK komplett hackedicht war und das Bewusstsein verloren hat. Wir haben ihn an einen Stuhl gefesselt und seine Dreadlocks an denselben Stuhl gebunden. Als er aufwachte, war er SAUER! Haha! Ein paar Tage später haben wir alle unsere Schamhaare abrasiert und sie ihm ins Gesicht geklebt.


Essenstechnisch, was ist Deine schönste Tour-Erinnerung? Und was beschert Dir hingegen kulinarische Alpträume? Du brauchst ja keine Köche zu nennen, nur das Gericht selber ;-)

Ich stöbere immer nach lokalem, traditionellem Essen. Das Beste am Reisen ist, andere Kulturen in Form von Essen zu erfahren. Am bizarrsten waren Balut in Indonesien und Wal in Island.


-------Statement von Uchino [COFFINS]-------


Wie wichtig sind Konzerte und Touren für euch? Wie viele Gigs spielt ihr [durchschnittlich] im Jahr?

Uchino:Bedauerlicherweise können wir nicht nur von der Band leben, also arbeiten alle Mitglieder. Das tägliche Leben hält viele Möglichkeiten bereit, Stress zu haben. Touren bedeutet für uns Stressabbau und eine Gelegenheit, eine Pause vom Alltag zu machen. Aber am wichtigsten ist uns dabei natürlich, Freunde in Übersee zu treffen und verschiedene Bands sehen zu können! Von Touren in Übersee abgesehen, spielen wir im Schnitt einen Auftritt im Monat in Japan.


Was sind typische „Tour-Pflichten“ bei euch und wie teilt ihr sie innerhalb der Band auf?

Nichts Besonderes. Wir wollen eine Tour einfach immer nur genießen.


Habt ihr vorher schon mit Bookingagenturen zusammengearbeitet? Wie waren eure Erfahrungen?

Wir hatten immer die Absicht, mit einem Booker im Ausland zu arbeiten, darum haben wir keine Tour in Übersee im Alleingang gemacht. Wir sind ihnen immer dankbar.


Wie kam der Kontakt zu Doomstar zustande und wie läuft die Zusammenarbeit?

Im Jahr 2011 bekamen wir ein Angebot für eine Europatour von Nico von Bones Brigade Records. Wir hatten noch keine früheren Erfahrungen mit Touren in Europa. Wir waren sehr überrascht, aber Luuk von Doomstar wurde über Nico kontaktiert. Seitdem haben wir drei Jahre in Folge Europatouren mit ihnen gemacht. Sie sind sehr cool, respektvoll und arbeiten perfekt und professionell.


Was ist die witzigste Geschichte, die Du von unterwegs erzählen kannst?

Seltsame Sachen passieren uns auf Tour im Ausland fast nie. Es sei nur eins erwähnt: Als wir 2009 mit STORMCROW auf US-Tour waren, sind wir nach dem Konzert in Oakland bei Brian zu Hause untergekommen. Am nächsten Morgen machten ich und der damalige COFFINS-Schlagzeuger einen Spaziergang durch die Nachbarschaft, verloren aber das Haus aus dem Blick. Weil wir kein Handy hatten, haben wir es verzweifelt gesucht. Wir fanden ein Haus, bei dem wir sicher waren, dass es das richtige war, und versuchten ewig, die verschlossene Tür aufzukriegen. Für die Anwohner kam das wohl seltsam rüber. Wir wurden angeschrien. „Was macht ihr da?! Verpisst euch!“ Sie hielten uns wohl für asiatische Diebe...


Essenstechnisch, was ist Deine schönste Tour-Erinnerung? Und was beschert Dir hingegen kulinarische Alpträume? Du brauchst ja keine Köche zu nennen, nur das Gericht selber ;-)

Wir können uns nicht erinnern, in Europa schon mal Probleme mit dem Essen gehabt zu haben. Die Verpflegung der Clubs war auch immer gut. Manchmal sind wir in den USA mit unserer Wahl beim Essen reingefallen. Besonders das chinesische und das japanische Essen [Sushi!!] waren sooo mies!!


-------Statement von Matt Harvey [EXHUMED]-------


Wie wichtig sind Konzerte und Touren für euch? Wie viele Gigs spielt ihr [durchschnittlich] im Jahr?

Matt Harvey:Touren ist so ziemlich unsere Hauptbeschäftigung als Band, und wir sehen uns sehr als „Liveband“ und auch als „arbeitende Rockband“ insofern, als dass wir etwa 150 Shows im Jahr spielen und mehr als sieben Monate des Jahres unterwegs in ganz Nordamerika und Europa verbringen.


Was sind typische „Tour-Pflichten“ bei euch und wie teilt ihr sie innerhalb der Band auf?

Unser Vollzeitfahrer ist auch unser Maskottchen und Marktschreier, Dr. Philthy. Wir alle laden Ausrüstung ein, außer jemand ist zu verkatert, und wir alle laden normalerweise aus. Es ist ein sehr teamorientiertes Umfeld, und wir springen alle füreinander ein, wenn jemand krank/verkatert/müde/zu besoffen usw. usf. ist. Unser Schlagzeuger Mike ist der zweitzuverlässigste Mann unserer Crew, wenn es darum geht, Kram zu verladen, und wir alle bauen unser Zeug selbst auf und testen es und so weiter. Unser Basser Rob oder Dr. Philthy bemannen üblicherweise den Merch-Stand.


Habt ihr vorher schon mit Bookingagenturen zusammengearbeitet? Wie waren eure Erfahrungen?

Wir hatten einen Haufen verschiedener Agenten in Europa und den Staaten mit einer Bandbreite von „furchtbar und halsabschneiderisch“ über „freundlich, aber unfähig“ und „professionell, aber nicht das Richtige“ bis hin zu wirklich großartig. Doomstar sind killer, weil sie eine Band wie uns verstehen – verstehen, wo wir hinpassen und wo nicht. Wir sind da ein bisschen knifflig, weil wir für viele „Death Metal“-Typen zu sehr Punk oder Grind sind, aber zu Death oder Thrash Metal für andere, sodass wir eine seltsame Nische besetzen.


Wie kam der Kontakt zu Doomstar zustande und wie läuft die Zusammenarbeit?

Nun, unser voriger Agent war ein wirklich professioneller und guter Typ, hatte aber nicht viel mit Bands zu tun, zu denen wir passten. Er hatte viel Hardcore dabei und Zeug, mit dem wir nicht recht zusammenpassten, und verständlicherweise waren wir keine riesig wichtige Angelegenheit für ihn. Unsere Freunde von MAGRUDERGRIND empfahlen uns Doomstar, und wir heckten einen ziemlich ehrgeizigen Plan aus – einen dreimonatigen Tourlauf durch Europa. Der Umstand, dass sie das überhaupt versucht haben, zeugte von einer monumentalen Hingabe an eine Verpflichtung, wie sie sich kein geistig zurechnungsfähiger Agent aufhalsen würde. Der Umstand, dass wir es überlebt haben und glücklich nach Hause kamen, war sogar noch unwahrscheinlicher. Doomstar sind sehr flexibel mit uns und haben unser Leben wesentlich einfacher gemacht. Jetzt haben wir einen Fuß in der Arena des sozusagen „professionellen Metal“ und den anderen mit Doomstar fest im Untergrund, und es läuft wirklich gut.


Was ist die witzigste Geschichte, die Du von unterwegs erzählen kannst?

Puh... es gibt viele davon. Die meisten davon haben mit unserem Gitarristen Bud und unserem Bassisten Rob zu tun. Die beiden sind wie der Film „Stiefbrüder", die ganze Zeit über. Wir sind aus vielen Bars rausgeschmissen worden. Die zwei haben sich eines Nachts im Baskenland fünf Stunden lang verlaufen und letztlich auf einer Parkbank übernachtet, nachdem sie sich so besoffen hatten, dass sie unser Hotel nicht mehr finden konnten. Das ist ein ziemlich typischer Abend. Es gibt viele trunkene Ringkämpfe, die manchmal nicht allzu gut bei anderen Bands oder dem Clubpersonal ankommen, aber es ist alles zum Spaß. Ich glaube, wir haben uns alle gegenseitig ein paar Mal bewusstlos gewürgt oder festgenagelt. Es gibt viel zu viele betrunkene Eskapaden, um sie hier alle zu erwähnen, und viel zu viele Leute, die sauer werden würden, wenn ich sie erzählen würde.


Essenstechnisch, was ist Deine schönste Tour-Erinnerung? Und was beschert Dir hingegen kulinarische Alpträume? Du brauchst ja keine Köche zu nennen, nur das Gericht selber ;-)

Wir hatten letztes Jahr in Paris ein wunderbares Steak zum Abendessen, eine der besten Mahlzeiten, die wir je auf Tour hatten. Üblicherweise ist das Essen in Europa sehr viel besser und reichlicher, als wenn wir in den Staaten touren. Wie dem auch sei, als Kalifornier gieren wir nach mexikanischem Essen und die meisten „mexikanischen“ Restaurants in Europa sind einfach grässlich – das „mexikanische“ Essen, das wir letzten Sommer in Stockholm hatten, gehörte zum Schlimmsten, was ich je gegessen habe. Normalerweise essen wir in Europa einfach das, was die Clubs uns stellen – Döner und manchmal Fastfood amerikanischer Art.


-------Statement von Topon Das [FUCK THE FACTS]-------


Wie wichtig sind Konzerte und Touren für euch? Wie viele Gigs spielt ihr [durchschnittlich] im Jahr?

Topon Das: Wir lieben es, auf Reisen zu sein, und wir lieben es, live zu spielen; das sind die Hauptgründe, warum wir ziemlich regelmäßig touren. Wir sind zwar nicht mehr die Straßenkrieger, die wir einmal waren, aber wir schaffen immer noch durchschnittlich 70 Shows im Jahr. Das Hauptziel war jetzt, zu versuchen, so viele verschiedene Orte wie möglich zu besuchen. Gerade sind wir von einer zweiwöchigen Tour/Reise durch Mexiko zurück; das endlich zu machen, war ziemlich aufregend.


Was sind typische „Tour-Pflichten“ bei euch und wie teilt ihr sie innerhalb der Band auf?

Wir haben das Glück, vier Fahrer zu haben, daher tauschen wir ziemlich regelmäßig durch. Alle helfen beim Ausladen, Auf- und Abbauen. Wir haben rotierende „nüchterne Nächte“, weil üblicherweise jemand uns nach der Show/Party dort hinfahren muss, wo wir schlafen, und wir machen auch das Merch reihum, damit nicht Mel die Einzige ist, die jeden Abend am Tisch kleben muss. Ich mache das „Tourmanagement“, weil ich den Großteil des Bookings erledige. Unser Basser Marc ist meine rechte Hand, wenn es um Technik und Logistik [Setup etc.] und allgemein darum geht, durch die Gegend zu rennen und Sachen zu erledigen. Mel ist die Frau an meiner Seite, wenn es ums Geschäftliche und die Organisation geht.


Habt ihr vorher schon mit Bookingagenturen zusammengearbeitet? Wie waren eure Erfahrungen?

Ja, wir haben mit einigen gearbeitet, und Doomstar war eine davon. Irgendwelche Alptraumszenarien habe ich nicht, aber im Allgemeinen glauben wir, dass es am besten klappt, wenn wir unser Booking selbst regeln. Ich finde, dass wir, wenn wir selber buchen, die Shows mit den Leuten kriegen können, die an der Band am meisten Interesse haben und nicht einfach einen Terminkalender vollkriegen wollen. Ich strebe immer ein Gleichgewicht zwischen einer guten Show und einem Bezahltwerden an. Wir brauchen Geld, damit eine Tour funktioniert, aber ich spiele lieber in einem randvollen Keller und kriege etwas weniger als in einem großen, leeren Club, der mir eine große Gage garantiert.


Wie kam der Kontakt zu Doomstar zustande und wie läuft die Zusammenarbeit?

Ich erinnere mich nicht genau, wie wir sie getroffen haben, aber ich glaube, es könnte über Relapse Records gewesen sein. Wie dem auch sei, unsere allererste Europatour wurde von ihnen gebucht und ANTIGAMA und DR. DOOM waren auch auf der Tour. Ich glaube, es war die erste Tour, die Doomstar je gemacht haben. Es war eine lehrreiche Erfahrung für alle und ich habe seitdem gesehen, wie sie mit größeren und besseren Sachen weitergemacht haben. Ab und an sehe ich Luuk in Europa, und es ist toll zu sehen, wie sich die Dinge für sie entwickelt haben. In Europa buchen wir jetzt normalerweise durch Agipunk. Sie sind eher ein Crust-Punk-Label, aber ihre DIY-Wurzeln und ihre Arbeitsweise scheinen am besten für uns zu funktionieren. Wir können auch einspringen und dabei helfen, Shows zu buchen, wenn irgendwas nicht zustande kommt.


Was ist die witzigste Geschichte, die du von unterwegs erzählen kannst?

Wir haben G.O.A.T. von GOAT AND YOUR M.O.M. letztes Jahr in Austin, Texas. getroffen. Vermutlich der größte Promi, der je auf einer FUCK THE FACTS-Show aufgetaucht ist.


Essenstechnisch, was ist Deine schönste Tour-Erinnerung? Und was beschert Dir hingegen kulinarische Alpträume? Du brauchst ja keine Köche zu nennen, nur das Gericht selber ;-)

Ich glaube es war in Rotterdamn [sic!], wo wir diesen fabelhaften karibischen Eintopf bekommen haben. Ich kann mich nicht genau an das Gericht erinnern, aber es war bei Weitem das beste Tour-Essen, das ich je gegessen habe. Ich muss dieses Lokal unbedingt wiederfinden, wenn ich das nächste Mal in Rotterdamn bin. Am Schlimmsten war wohl so ein veganes Essen, das wir in Paris vorgesetzt bekamen. Es war nicht essbar.


-------Statement von Rasyid [WORMROT]-------


Wie wichtig sind Konzerte und Touren für euch? Wie viele Gigs spielt ihr [durchschnittlich] im Jahr?

Rasyid: Touren ist unsere oberste Priorität und Festivals zu spielen ist ein Bonus. Wie beim Zirkus geht es darum, unsere Kunst zu den Leuten zu bringen und zu versuchen, ihnen ein Erlebnis zu verkaufen. Wir versuchen, so hart wie möglich zu arbeiten und uns nicht zufrieden zu geben [obwohl wir gerade für ein paar Jahre Pause machen]. Wir machen viele EU- und US-Touren zwischen einem und zwei Monaten je Tour, zweimal im Jahr, und um die drei bis fünf lokale Konzerte pro Jahr.


Was sind typische "Tour-Pflichten" bei euch und wie teilt ihr sie innerhalb der Band auf?

Wir haben Azean als Tour-/Bandmanagerin, also kümmert sie sich um all die wichtigen „Zahlen“ wie Gagen, Termine, Adressen und so weiter. Arif verwaltet das Merch, hilft ein wenig beim Transport der Ausrüstung und kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit. Fitri verkauft das Merchandise und macht Transporte, und ich bin für Transporte und Sightseeing zuständig.


Habt ihr vorher schon mit Bookingagenturen zusammengearbeitet? Wie waren eure Erfahrungen?

Bisher haben wir nur mit zwei Bookern für unsere Touren in der EU und den USA gearbeitet. Unsere EU-Touren macht Luc [Doomstar] und um die US-Tour kümmert sich Ron [Crawlspace Bookings]. Bisher hatten wir keinerlei Probleme mit ihnen, da sie großartige Arbeit beim Buchen all unserer Shows geleistet haben.


Wie kam der Kontakt zu Doomstar zustande und wie läuft die Zusammenarbeit?

RJ [der Gitarrist von MAGRUDERGRIND] hat uns Luc empfohlen, als wir 2010 auf unserer ersten US-Tour waren. Azean hat dann mit Luc Kontakt aufgenommen und sie erledigt die ganze Korrespondenz mit unseren Bookern.


Was ist die witzigste Geschichte, die du von unterwegs erzählen kannst?

Abgesehen von der Internet-Sensation, die die Begegnung mit der Punk-Ziege im besetzten Haus war, haben wir viele Insider-Witze zwischen uns und den Leuten, die mit uns gefahren sind, was nicht so lustig ist, wenn man es nacherzählt, hahaha. Aber wir sind ziemlich entspannt, darum machen wir eigentlich keine Streiche oder bauen Scheiße. Tatsächlich finden wir es manchmal scheißelustig, wie zum Beispiel Promoter, die mit unser Gage abhauen.


Essenstechnisch, was ist Deine schönste Tour-Erinnerung? Und was beschert Dir hingegen kulinarische Alpträume? Du brauchst ja keine Köche zu nennen, nur das Gericht selber ;-)

Wir haben in Europa einige Schwierigkeiten wegen des veganen Lebensstils der Punk-Promoter, hahaha. Das geht schon klar, wir sind nicht pingelig beim Essen, aber ab und an haben wir es einfach nicht mehr ausgehalten und mussten einfach ein paar Fleischburger oder Kebab auftreiben. Und bitte, wenn ihr uns Nudeln vorsetzen wollt, macht es bitte ordentlich und nicht einfach Pasta und Tomaten in einer Schüssel zusammengemanscht. Danke!


-------Statement von Saku Tamminen [UNKIND]-------


Wie wichtig sind Konzerte und Touren für euch? Wie viele Gigs spielt ihr [durchschnittlich] im Jahr?

Saku Tamminen: Konzerte zu spielen ist definitiv ein großer Teil unseres Daseins und einer der lohnenswertesten dazu. Wir haben früher ziemlich viele Gigs pro Jahr gemacht – manchmal sogar zwei oder drei Touren im Ausland und Dutzende lokaler Shows im Lauf des Jahres. Heutzutage müssen wir an dieser Front selektiver vorgehen, vor allem, um alles um unsere Arbeit und unsere Familien herum passend zu machen. Außerdem werden wir allmählich so alt und morsch, dass es reizvoller für uns ist, kürzere Reihen von Shows zu spielen, als einen Monat am Stück in einem Bus zu hocken.


Was sind typische „Tour-Pflichten“ bei euch und wie teilt ihr sie innerhalb der Band auf?

Zusätzlich zu den Aufgaben auf der Bühne dreht sich der Rest um Sortieren und Verkaufen von Merch und Tourmanager-Kram wie Zusammenarbeit mit örtlichen Promotern usw., wenn wir keine extra Leute dafür haben.


Habt ihr vorher schon mit Bookingagenturen zusammengearbeitet? Wie waren eure Erfahrungen?

Wir haben von Zeit zu Zeit mit verschiedenen Leuten zusammengearbeitet, sind aber in dieser Hinsicht meistens unabhängig geblieben. Unsere finnischen Konzerte arrangieren wir größtenteils selber mit lokalen Clubs, weil hier für uns wenig Bedarf an Mittelsmännern besteht. Wenn es um längere Touren geht, ist es einfacher und vernünftiger, Hilfe von Agenturen zu bekommen, welche die Kontakte und die nötige Zeit für solche Unternehmungen haben. Unsere besten Erfahrungen haben wir außer mit den Doomstar-Jungs zuvor mit Timo von Alerta Antifascista und Laurel von Yellow Dog gemacht.


Wie kam der Kontakt zu Doomstar zustande und wie läuft die Zusammenarbeit?

Wir kamen über Max in Kontakt, der um die Zeit bei Relapse Records in Europa gearbeitet hat, als unser erstes Album bei ihnen herauskam. Er hat uns an Doomstar verwiesen, als wir über Tour-Booking sprachen. Wir hatten ein paar gute Touren mit ihnen und spielten auf ihrem Bloodshed Festival in Eindhoven. Danach gab es eine kleine Pause, da sie mehr und mehr Arbeit auf dem Zettel hatten, und uns wurde die nächste Tour von anderer Seite angeboten. Es ist toll, mit ihnen zu arbeiten, da es immer sehr freundschaftlich abläuft und die Dinge sehr glatt und ohne Probleme ablaufen.


Was ist die witzigste Geschichte, die Du von unterwegs erzählen kannst?

Gegen Ende des Jahres 2005 haben wir eine Europatour gespielt und sind während dieser Reise ein paar Mal knapp davongekommen. Der Höhepunkt war, als nach dem Konzert in Prag einige Bandmitglieder [die ich hier nicht benennen werde] in ein nicht gekennzeichnetes Taxi gesprungen sind mit nichts als den Worten: „Zur Disko!“ Dieser Plan führte sie gegen Morgen in einige extrem zwielichtige Ecken, und sie hatten Glück, dass sie in einem Stück zum Bus zurück kamen. Während dieser Nacht zog ein großer Schneesturm über Osteuropa und setzte uns stundenlang auf der Autobahn fest, als wir zu unserem nächsten Gig in Wien zu kommen versuchten. Als wir versuchten, den Bus zwischen den feststeckenden LKW raus und an den Straßenrand zu manövrieren, hätten wir ihn beinahe von der Fahrbahn runter und aufs Dach gekippt. Irgendwann kamen wir dann vom Fleck und nach zwei Uhr morgens am EKH [Ernst-Kirchweger-Haus, Anm.d.Verf.] an und spielten das Konzert vor einem Publikum, das komplett auf Pilzen war. Wenn ich an diese Sachen und den ganzen anderen Kram, der auf dieser Tour passiert ist, denke, kann ich immer noch nicht fassen, dass wir es lebend nach Hause geschafft haben. Lustige Zeiten.


Essenstechnisch, was ist Deine schönste Tour-Erinnerung? Und was beschert Dir hingegen kulinarische Alpträume? Du brauchst ja keine Köche zu nennen, nur das Gericht selber ;-)

Oh Mann, da gibt es so viele. Die meisten der besten Erinnerungen haben wir vermutlich an die größeren Hausprojekte in Deutschland, aber eine der jüngsten davon ist das Nachmittagsbuffet beim Einladen/Soundcheck auf der Schweiz-Tour letztes Jahr mit KEN MODE. Da gab es exzellentes selbst gemachtes Hummus, Guacamole, frisches Brot, marinierte Oliven, frisches Obst und so weiter und so fort, und um die Sache perfekt zu machen, hatten sie eine tolle Auswahl an hochwertigem Käse, vor allem sogar Späne vom
Tête de Moine, der mich echt vom Hocker gerissen hat.


Autoren: Grim_Rieper, soulsatzero

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