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Das Jahr 2010 zeichnete sich hauptsächlich durch seine Tragik aus. Viele große Musiker sind der Szene genommen worden – zumeist auf unnatürliche Art und Weise. Auch Dimebag Darrell starb am 8. Dezember 2004 einen gewaltsamen Tod. Er und PANTERA haben wie nur wenige andere Bands den modernen Metal geprägt und den Thrash in den 90er-Jahren auf ein komplett neues Level gebracht. Sein markantes und innovatives Gitarrenspiel trugen maßgeblich zu diesem Umstand bei, aber auch auf persönlicher Ebene hat Dime bei der Nachwelt einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Zeitzeugen sprechen von einem stets freundlichen und zuvorkommenden Partytier mit einem feinen Sinn für Humor. Nun, zum sechsten Todestag Dimebag Darrells möchten auch wir einem Helden der Saiten und einer Band gedenken, die der Musik so viel gegeben haben, einer Band und einer Ikone, ohne die der Metal nicht das wäre, was er heute ist. Um es mit ABBA zu sagen: Thank you for the music, Dime! [shilrak]

-------Das PANTERA-Special – Chronologie-------


Dimebag Darrell, wichtigstes Aushängeschild der amerikanischen Riffwalze PANTERA, wird am 22. August 1966 als Darrell Lance Abbott im texanischen Dallas geboren. Während sich der spätere Gitarrengott im Kindesalter zunächst am Schlagzeug versucht, entdeckt er schnell seine Leidenschaft für die Gitarre, wobei Saitenhexer wie Ace Frehley, Tony Iommi und Eddie Van Halen schnell zu seinen größten Vorbildern werden. Zwar ist es ein Gerücht, dass sich der junge Darrell mit seiner ersten Klampfe in seinem Zimmer eingesperrt hätte, um sich im Alleingang das Gitarrenspiel beizubringen, allerdings stimmt es durchaus, dass ihm sein Vater – selbst Betreiber eines kleinen Studios, in dem allerhand namhafte Bluesmusiker ein und aus gingen – nach und nach die Hits seiner Idole beibrachte. Bereits im Alter von 16 Jahren ist der junge Mann dank seines konsequenten Übens derart versiert, dass er in lokalen Musiker-Wettbewerben sämtliche Trophäen abräumt.

1981 gründet der Party-begeisterte Metalhead, der zu diesem Zeitpunkt noch unter dem Haarspray-trächtigen Namen Diamond Darrell firmiert, zusammen mit Sänger Donnie Hart, Gitarrist Pat, Basser Tommy Bradford und seinem Bruder Vinnie Paul am Schlagzeug die Band PANTERA’s METAL MAGIC, wobei die Truppe ihren Namen bereits im Folgejahr mit PANTERA auf das Wesentliche reduziert. Nur kurze Zeit später verlassen Sänger Hart und Tieftöner Bradford die Band aufgrund interner Querelen bereits wieder, wobei letzterer von Neuzugang Rexx Rocker [bürgerlicher Name Rex Brown] ersetzt wird und Terry Glaze fortan den Platz am Mikrofon einnimmt. Nachdem PANTERA sich in sämtlichen lokalen Clubs von Texas bis Louisiana einen Namen als furiose Live-Band gemacht haben, wird die Band als lokaler Support von damals namhaften Kapellen wie STRYPER, DOKKEN und QUIET RIOT an Bord geholt. Letztere übernehmen auch gleich die Promotion des PANTERA-Debüts „Metal Magic“, das Abbott und Co. im Jahr 1983 auf ihrem hauseigenen Label veröffentlichen – produziert wurde die Scheibe selbstredend von Darrells Vater Jerry Abbott.

Nur ein Jahr nach ihrem Glam-Rock-Debüt „Metal Magic“ schieben die unermüdlichen Musiker mit „Projects In The Jungle“ bereits ihr nächstes Album nach, auf dem sie zwar nach wie vor die gleiche musikalische Richtung verfolgen, allerdings bereits merklich „metallischer“ zu Werke gehen. Mit „All Over Tonight“ produzieren PANTERA 1984 auch ihr erstes Musikvideo, in dem die Jungspunde ganz im Trend der Zeit mit Leoparden-Stretch und Acrylgitarren ordentlich auf dicke Hose machen – findige Leser werden den Clip sicher auf YouTube ausfindig machen können…




Bereits 1985 haben PANTERA erneut genug Material für eine ausgewachsene Platte zusammen, weshalb die Band in diesem Jahr ihr nächstes Album in Form von „I Am The Night“ auf die Metal-Gemeinde loslässt. Während das Songwriting der Burschen noch immer den Glam Rock der frühen 80er atmet, wird der Sound der Truppe erneut eine ganze Ecke härter, und PANTERA wecken vermehrt die Aufmerksamkeit der Musikpresse. Obwohl die Jungs mit „Hot N Heavy“ ein weiteres Musikvideo produzieren, scheint Vermarktung nicht unbedingt eine Stärke der jungen Wilden zu sein, weshalb von „I Am The Night“ nicht viel mehr als 25 000 Einheiten über den Ladentisch gehen.

Als die erste Thrash-Metal-Welle 1986 mit „Master Of Puppets“, „Reign In Blood“ und „Peace Sells… But Who’s Buying?“ die Veröffentlichung von nicht weniger als drei ihrer erfolgreichsten Alben im gleichen Jahr sieht, soll sich diese Entwicklung auch auf den Sound von PANTERA auswirken: Da der Gesang von Terry Glaze, der bereits auf den letzten beiden Alben als Terrence Lee Erwähnung fand, nicht zur veränderten musikalischen Marschrichtung der Band passt, trennt sich die Truppe kurzerhand von ihrem bisherigen Sänger und macht sich auf die Suche nach einem neuen Frontmann. Der wird nach einigen kurzen Gastspielen lokaler Schreihälse im Jahr 1987 mit dem aus New Orleans stammenden Phil Anselmo gefunden, der zuvor in den Bands SAMHAIN und RAZORWHITE tätig war.

Da die Chemie zwischen den eingeschworenen verbliebenen Bandmitgliedern und Neuzugang Anselmo von der ersten Minute an stimmt, veröffentlichen PANTERA bereits 1988 ihr nächstes Album: „Power Metal“. Zumal die Musiker neben ihren Glam-Wurzeln nun auch zu ihren neu entdeckten Thrash-Metal-Einflüssen stehen, ist „Power Metal“ das bisher härteste Album der Band, was sich insbesondere am Gesang Anselmos bemerkbar macht, der bereits auf seinem Einstand weitaus aggressivere Töne anschlägt als sein Vorgänger. Passend zu ihrem veränderten Sound beschließen PANTERA in dieser Zeit übrigens auch, ihre Spandexhosen künftig im Schrank zu lassen…

Kurz nach dem Erscheinen von „Metal Magic“ bewirbt sich Diamond Darrell um den Posten des zweiten Axtmannes bei MEGADETH und erhält nach einem Vorspielen auch den Zuschlag, lehnt den Posten jedoch im letzten Moment ab – der Grund: Darrell möchte der Truppe nicht ohne seinen Bruder Vinnie Paul beitreten, allerdings hatte Bandchef Mustaine zu diesem Zeitpunkt bereits einen anderen Schlagzeuger verpflichtet. Rückwirkend betrachtet war das wohl das Beste für alle Beteiligten, denn so fand Gitarrenwunder Marty Friedman seinen Weg zu MEGADETH, und die Abbott-Brüder konnten sich weiter auf PANTERA konzentrieren. Die Früchte der besagten Fokussierung sollen auch nicht lange auf sich warten lassen, denn bereits im Jahr 1989 baut die Formation Kontakt zu Walter O’Brien von Concrete Management auf und kann sich noch im gleichen Jahr über die Vertragsunterzeichnung beim Major Label Atco Records freuen.

Das gegen Ende des Vorjahres eingespielte Label-Debüt „Cowboys From Hell“ erscheint im Juli 1990 und bedeutet einen radikalen Neuanfang für PANTERA: Die einst im Glam Metal verwurzelten Spandexhosen-Träger haben ihre einstigen Wurzeln komplett hinter sich gelassen und durch eine Mischung aus Thrash und Groove Metal ersetzt, die von der Band selbst als „Power Groove“ bezeichnet wird. Da man nun ein Major Label im Rücken hat, brauchen sich die Jungs um „Diamond“ Darrell Abbott auch nicht mehr mit der mühsamen Suche nach lokalen Support-Slots herumschlagen, sondern werden von ihrem neuen Management prompt mit den Schwergewichten EXODUS und SUICIDAL TENDENCIES auf Reisen geschickt. [Metalviech]



Auch JUDAS PRIEST-Sänger Rob Halford zeigt sich schon damals begeistert von PANTERA [einige Jahre später sollte er ihnen mit FIGHT offensichtlicher huldigen], sodass die Band bei ihrem ersten Konzert in Europa im Vorprogramm von JUDAS PRIEST auftreten darf. Im September 1991 schaffen es PANTERA gar auf das Billing des „Monsters In Moscow“-Festivals mit METALLICA und MOTÖRHEAD und rocken vor einer riesigen Menschenmenge. Man kann den großen Durchbruch schon förmlich riechen.

PANTERA verziehen sich ins Studio, um den Nachfolger von „Cowboys From Hell“ aufzunehmen. „Vulgar Display Of Power“ erscheint in den Staaten am 25. Februar 1992 und kommt nicht nur bei den Fans, sondern auch bei den Kritikern gut an. Die letzten schüchternen Reste ihrer erst glamigen, dann powermetallischen Vergangenheit, die auf „Cowboys From Hell“ manchmal noch dezent anklangen [vor allem bei den Vocals von Phil Anselmo], sind verschwunden. Hier regiert brachialer Thrash gepaart mit massivem Groove – die Metamorphose ist abgeschlossen. Kein Wunder, dass Dimebag und Rex Brown wenige Zeit später ihre glamigen Pseudonyme „Diamond Darrell“ bzw. „Rexx Rocker“ einmotten. „Vulgar Display Of Power“ ist wahrlich der Fressenschlag, den das Cover verspricht. „Mouth For War“ und „Fucking Hostile“ sind brutale Abrissbirnen, während „Walk“ das wohl markanteste Riff bietet, das sich Dimebag je ausgedacht hat. Doch bei aller Brutalität haben PANTERA auch zwei Nummern im Programm, die die balladeskere, mit „Cemetary Gates“ vom Vorgänger eingeschlagene Richtung aufgreift: „This Love“ und „Hollow“. Für die meisten PANTERA-Fans ist „Vulgar Display of Power“ immer noch DAS PANTERA-Album schlechthin.

Die massive Tour-Vorarbeit [u.a. als Opener für die damals in die Staaten riesigen SKID ROW], die die Band im Schweife von „Vulgar Display Of Power“ leistet, zahlt sich für das ’94er-Album „Far Beyond Driven“ voll und ganz aus: Das Teil kracht ohne Radio-Airplay in die amerikanischen Albumcharts auf #1 – ein wahrhaft historischer Moment. Bis heute ist „Far Beyond Driven“ das wohl härteste Werk, das je die US-Charts getoppt hat [zur ernstzunehmenderen Konkurrenz in späteren Jahren gehören SYSTEM OF A DOWN, METALLICA, TOOL und SLIPKNOT]. Das Album selbst präsentiert die Texaner eine ganze Ecke brachialer, extremer und progressiver als noch auf „Vulgar Display Of Power“, geizt aber trotzdem nicht mit relativ eingängigen Hits wie „I’m Broken“ oder „5 Minutes Alone“. Drummer Vinnie Paul verkündet in einem Interview zu der Scheibe gar in seiner unnachahmlichen Art zwischen naiv-sympathischem Großkotz und angebrachtem Größenwahn: „Wir haben [...] das härteste und gemeinste Album des Jahres herausgebracht und es gibt [...] keine Band, die den Mut und das Können hat, uns Paroli zu bieten.“ [Rock Hard Nr. 87, August 1994, S. 29]

Mitte der Neunziger befinden sich PANTERA kommerziell und für viele auch künstlerisch auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Der lange, schleichende und schmerzhafte Abstieg, der die Band in den kommenden Jahren ereilt, zeichnet sich jedoch bereits im Jahre 1995 ab. Sänger Phil Anselmo entfremdet sich schon zu diesem Zeitpunkt ein Stück weit vom Rest der Band. Die Abwärtsspirale entfaltet sich langsam, aber sicher. Anselmo nimmt mit seinem damaligen Side-Projekt DOWN [damals noch mit dem CROWBAR-Bassisten Sexy T. anstatt von PANTERA-Bassmann Rex Brown am Viersaiter] das Album „Nola“ auf, dazu gerät sein Drogenkonsum immer mehr außer Kontrolle. Er fällt auf der Bühne durch wirre, teils rassistische Ansagen auf [für die er sich später entschuldigt und die verbalen Ausfälle darauf zurückführt, betrunken gewesen zu sein] und wirkt bei Gigs immer wieder wie ein Schatten seiner selbst.
Jahre später gibt Anselmo zu Protokoll, dass er an schlimmen Rückenschmerzen litt und versuchte, diese durch Drogen zu lindern, da eine ärztliche Behandlung ihn bis zu einem Jahr außer Gefecht gesetzt hätte und er keine Zeit verschwenden wollte.

1996 raufen sich PANTERA wieder zusammen, um ihr „viertes“ Album, „The Great Southern Trendkill“, aufzunehmen – wobei „zusammenraufen“ vielleicht der falsche Begriff ist: Während Vinnie Paul, Dimebag Darrell und Rex Brown ihre Parts in Dallas, Texas, aufnehmen, singt Phil seine Vocals in seiner Heimatstadt New Orleans im Studio von NINE INCH NAILS-Mastermind Trent Reznor ein. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass das Bandgefüge massiv angekratzt ist.
„The Great Southern Trendkill“ setzt den „Höher, schneller, weiter“-Trend von „Far Beyond Driven“ nur teilweise fort: Zwar finden sich hier die schnellsten Parts, die PANTERA je aufgenommen haben, aber gleichzeitig experimentiert die Band ungewohnt viel. Das trägt wohl dazu bei, dass sich „The Great Southern Trendkill“ trotz großartiger Songs wie dem Titeltrack, den beiden Teilen von „Suicide Note“ oder „Floods“ [mit einem grandiosen Gitarrensolo von Dimebag, das von dem Gitarrenmagazin Guitar World auf den 15. Platz der „Greatest Guitar Solo Of All Time“-Liste gewählt wurde] nie wirklich als Klassiker durchsetzen konnte und nicht den Status von „Cowboys From Hell“, „Vulgar Display Of Power“ und „Far Beyond Driven“ erreicht hat.

Am 13. Juli 1996, nur knapp zwei Monate nach dem Release von „The Great Southern Trendkill“, dessen Texte zu einem Großteil von Drogen handelten, kommt es zur [absehbaren] Katastrophe: Phil Anselmo wird nach einem Gig in Dallas, Texas, mit einer Überdosis Heroin ins Krankenhaus eingeliefert – für knapp fünf Minuten ist Anselmo klinisch tot. Die Ärzte können sein Leben retten, Anselmo kommt glücklicherweise wieder auf die Beine.
1997 veröffentlichen PANTERA ihr erstes Livealbum „Official Live: 101 Proof“; etwa zur selben Zeit hagelt es in den USA Platin-Alben für „Cowboys From Hell“, „Vulgar Display Of Power“ und „Far Beyond Driven“. Trotzdem bessert sich die Situation im Camp der Band nicht wirklich. PANTERA spielen zwar große Touren wie das Ozzfest [sowohl in den Staaten als auch in Europa], doch Anselmo spaltet sich immer weiter von PANTERA ab, widmet sich seinen Black-Metal-lastigen Nebenprojekten wie EIBON [mit den illustren Mitstreitern Killjoy [NECROPHAGIA], Maniac [damals MAYHEM, heute SKITLIV], Fenriz [DARKTHRONE] und Satyr von SATYRICON]] und VIKING CROWN, steigt zusätzlich bei NECROPHAGIA unter dem Pseudonym Anton Crowley als Gitarrist ein [und ist auf dem famosen „Holocausto De La Morte“-Album von 1999 und der „Cannibal Holocaust“-EP zu hören]. Der Rest nutzt die Anselmo-freie Zeit dieses Mal auch sinnvoll und spielt mit dem Country-Musiker David Allen Coe ein Country-Metal-Album unter dem REBEL MEETS REBEL-Banner ein, das allerdings erst 2006 veröffentlicht wird. Der Graben zwischen den Fronten scheint größer zu werden.

Umso erstaunlicher, dass sich PANTERA Ende 1999 in kompletter Besetzung ins Studio begeben, um mit „Reinventing The Steel“ ein weiteres Album einzuspielen. Das Album wird 2000 veröffentlicht, präsentiert die Band [vor allem Saitenhexer Dimebag brilliert wieder mit tollen Einfällen] in guter Form und enttäuscht kommerziell keineswegs. Die Welt empfängt PANTERA nach vier Jahren Albumfunkstille mit offenen Armen [trotzdem erlangt auch dieses Album später in Fankreisen keinen wirklichen Klassikerstatus]. Es scheint wieder bergauf zu gehen, die Band tourt fleißig über den gesamten Globus – bis zum 11. September 2001. PANTERA sagen aufgrund der tragischen Ereignisse ihre restliche Europatour ab und kehren in die Staaten zurück. Anselmo teilt seinen Bandkollegen mit, dass er eine einjährige Pause bräuchte und nutzt diese jedoch sehr zum Ärger von Dimebag und Vinnie, um sein altes Projekt DOWN wiederzubeleben und seine neue Band SUPERJOINT RITUAL voranzubringen. In Interviews bekundet Anselmo, dass er kein Interesse mehr an PANTERA habe und alles erreicht habe, was er sich zu träumen gewagt hätte. Alle Versuche des Managements, Anselmo wieder an einen Tisch mit den anderen Bandmitgliedern zu bekommen, scheitern.

Erst 2003 lösen sich PANTERA nach langer Funkstille mehr oder weniger offiziell auf. Rex Brown ist längst zu DOWN umgesiedelt, und die Gebrüder Abbott sind es leid, auf Anselmo zu warten. Der zermürbende Kampf ist beendet. Direkt nach dem Split gründen Vinnie und Dimebag zusammen mit Sänger Patrick Lachmann [HALFORD, DIESEL MACHINE] und Bassist Bob Zilla die Band DAMAGEPLAN. Das Debütalbum „New Found Power“ erscheint bereits im Februar 2004. Die Reaktionen reichen von euphorisch bis ernüchtert. Eines macht „New Found Power“ klar: Die Brüder führen nicht stur die Linie von PANTERA fort, sondern versuchen mit DAMAGEPLAN ihren eigenen Weg zu gehen.

Dieser Weg wird am 8. Dezember 2004 auf tragischste Weise jäh beendet: Nathan Gale, ein ehemaliger, an Schizophrenie leidender Marine, klettert bei einem DAMAGEPLAN-Konzert in Columbus, Ohio, auf die Bühne und tötet den 38-jährigen Dimebag mit mehreren Schüssen in den Kopf. Weitere drei Menschen – DAMAGEPLAN-Security Jeffrey Thompson, Roadie Erin Halk und Fan Nathan Bray – werden ebenfalls von Gale getötet, bevor er selbst von einem Polizisten erschossen wird.

Man kann nicht in Worte fassen, was für einen Verlust die Metalwelt an diesem Tag vor sechs Jahren hinnehmen musste und was in den Köpfen von tausenden Metal-Fans und Musikern vorgegangen ist, als sie von der Nachricht von Dimebags Tod überrascht wurden. Dimebag war nicht nur ein außergewöhnlicher Mensch [hiervon kann man sich z.B. auf den legendären Homevideos von PANTERA überzeugen], sondern auch ein begnadeter, einzigartiger Gitarrist, der mit seinem signifikanten Stil ein ganzes Genre revolutioniert hat. Ohne den Einfluss der anderen Bandmitglieder kleinschreiben zu wollen, aber letztlich waren es doch vor allem die Riffs wie in „Walk“ und „Cowboys From Hell“ oder seine grandiosen Soli, die dafür gesorgt haben, dass PANTERA zeitlebens „larger than life“ waren. Auch wenn es vielleicht nicht angemessen wäre, Dimebag als den Kopf von PANTERA zu bezeichnen: Das Herz der Band war er definitiv.

Um anzuerkennen, dass diese Band die Metal-Szene wirklich massiv beeinflusst, verändert und verbessert hat, muss man PANTERA weder mögen noch sonderlich sympathisch finden. Aber es ist kaum auszudenken, wie trostlos die heutige Metal-Landschaft ohne die Wunderwerke „Cowboys From Hell“ und „Vulgar Display Of Power“ aussehen könnte. Die Neunziger, eine zu Unrecht völlig unterbewertete Periode in der Musikhistorie, wären ohne den Einfluss von PANTERA sicherlich nicht so bunt und vielseitig geworden, wie sie es letztlich waren. PANTERA haben einerseits jeden vorherrschenden Trend in ihrer Karriere überlebt, aber auch Trends [mit]geschaffen. Anfang der Neunziger wurden Bands wie FEAR FACTORY, MACHINE HEAD [die mit „Aesthetics Of Hate“ vom „The Blackening“-Album [2007] die angepisste Antwort auf einen Dimebag-kritischen Artikel gleichen Namens von William Grim schrieben], SEPULTURA oder BIOHAZARD von PANTERA entweder direkt inspiriert oder profitierten zumindest deutlich von deren Erfolg. Selbst gestandene, traditionelle 80er-Jahre-Metalbands wie VICIOUS RUMORS [„Something Burning“, 1996], JAG PANZER [„Dissident Alliance“, 1994], JUDAS PRIEST [„Jugulator“, 1997] und natürlich Rob Halford mit FIGHT machten zwischendurch einen auf PANTERA. Die Mitte/Ende der Neunziger florierende Nu-Metal-Welle hätte ohne PANTERA so nicht existiert. Und natürlich reicht der Einfluss bis ins Jahr 2010, denn Bands wie LAMB OF GOD, CHIMAIRA, KILLSWITCH ENGAGE, SHADOWS FALL, AS I LAY DYING, UNEARTH, ALL THAT REMAINS oder HATEBREED würde es ohne PANTERA und die prägenden Riffs von Dimebag vermutlich nicht geben. [nnnon]




-------Das PANTERA-Special – Die Alben-------


PANTERA – „Metal Magic” [1983]
„Metal Magic“ – der Erstschlag [nicht „Cowboys From Hell“ oder gar „Power Metal“] aus dem Jahr 1983. Ebenfalls ist es das erste von drei Alben mit dem Anselmo-Vorgänger Terrence Lee, der PANTERA – noch dem Glam Rock/Metal zugewandt – mit seiner genretypischen Stimme unterstützt. Schon in den Anfängen ist das virtuose Gitarrenspiel Darrells unverwechselbar. PANTERAs erste von zwei Geburten, und der zu „Ride My Rocket“ abgespielte Publikumsjubel wird schon bald nicht mehr als Sample nötig sein. [Border]




PANTERA – „Projects In The Jungle” [1984]
Ein Jahr später geht’s mit einem deutlich stimmgewaltigeren Terrence Lee, der vermehrt auf dominanten Obertongesang setzt, zu Werke. Jeden Ton und Takt trifft er nicht, dafür geht es anspruchsvoller, effektbeladener und stilistisch eingängiger voran. PANTERA spielen sich wie ein Wirbelwind durch die knapp 36 Minuten, landen noch immer nicht den Überhit – trotz des vor allem bei Darrell vorhandenen Potenzials. Mit „Blue Light Turnin’ Red“ gibt’s ein ohrenbetäubendes – aber eindrucksvolles – Solo! [Border]




PANTERA – „I Am The Night” [1985]
Im Jahrestakt geht’s weiter; PANTERA schreiten in ihrer Evolution voran. Das letzte Album vor Phil Anselmo, dafür ein drittes und letztes Mal mit Lee, fällt deutlich basslastiger aus, ist jedoch stimmlich fast ausschließlich nervig. Lee klingt wie ein altersschwacher Dirkschneider und versaut zum Beispiel „Hot And Heavy“ den Hit-Status. Es wird deutlich, dass die Band musikalisch zu neuen Ufern unterwegs ist; vor allem das Ende des Titeltracks „I Am The Night“ wirft lange Schatten voraus. [Border]




PANTERA – „Power Metal” [1988]
1988 erscheint das bereits vierte Album von PANTERA. Das Album vor dem glorreichen „Cowboys From Hell“-Langspieler. Terrence Lee, der erste Sänger der Band, wird durch keinen geringeren als Phil Anselmo ersetzt, der damals noch stimmlich in Richtung Vince Neil geht, aber auch mal Erinnerungen an JUDAS PRIESTs Halford weckt. Hier wird klassischer, melodischer Metal zelebriert und mit feinsten Soli von Darrell Lance Abbott veredelt. Zwar lassen sich rückblickend hier und da „Cowboys From Hell“-Ansätze ausmachen, jedoch war noch immer nichts von der späteren stilistischen Veränderung zu erahnen. Ein sehr gutes Album mit starken Gitarrenparts und einem sehr abwechslungsreichen und stimmgewaltigen Sänger! [shub]

PANTERA – „Cowboys From Hell” [1990]
Allenfalls die Beinamen der Musiker, die sich ab sofort von den vorangegangenen Alben distanzieren, verweisen auf Platte Nummer fünf noch auf die Vergangenheit. Wer genauer hinhört, merkt, dass „Cowboys From Hell“ die perfekte Fusion aus traditionellem Metal und moderner Härte bedeutet, denn hier treffen klar vom durch klassischen Metal beeinflusste Nummern wie „Shattered“ auf groovende Brecher wie „Domination“, und mit dem Titeltrack ist auch noch die Fusion aus beidem enthalten – innovativ, wegweisend und grandios! [Metalviech]




PANTERA – „Vulgar Display Of Power“ [1992]
„Cowboys From Hell“ war der Stein, der alles in Rollen brachte, „Vulgar Display Of Power“ die Lawine, die alles unter sich begrub. 1992, mitten in der Hochphase des Grunge, platzte diese Splitterbombe und streute neben massiven Grooves, thrashiger Härte und Hardcore-beeinflusstem Gesang auch schiere musikalische, bis dahin unbekannte Urgewalt in die gelähmte Metal-Szene. „Walk“ [dieses Riff!] und der brachiale Hassbatzen „Fucking Hostile“ sind immer noch zwei der größten PANTERA-Hits, der Rest des Albums fällt kaum ab. Für viele Fans immer noch die PANTERA-Sternstunde. [nnnon]



PANTERA – „Far Beyond Driven” [1994]
„Far Beyond Driven“, als härteste Platte aller Zeiten angekündigt, erntete bei Kritikern 1994 viel Spott und Häme. Nur Geschrei, keine Melodien, alles höre sich gleich stumpf an. Banausen! Wie immer waren PANTERA ihrer Zeit meilenweit voraus. Das hardcorige „Strength Beyond Strength“, die Groove-Götter „Becoming“, „Five Minutes Alone“ und „Broken“ sowie die eher getragenen, aber nicht weniger spannenden „Hard Lines, Sunken Cheeks“ und „Shedding Skin“ sind das Beste, das jemals im Hause PANTERA geschaffen wurde. Jahrtausend-Riffs, emotionaler Hass-Gesang, ein kaum messbares Aggressionslevel: die perfekte PANTERA-Platte. [Mattaru]



PANTERA – „The Great Southern Trendkill” [1996]
Ein anstrengendes, sich demonstrativ verweigerndes Album ohne offensichtliche „Hits“. Wütender Neo-Thrash im Wechsel mit ruhig-nachdenklichen Momenten und die obskur-morbide, sumpfige Stimmung in Lyrics und Artwork zeugen von Anselmos damaligem Heroinproblem und dem ersten DOWN-Album. Roh und teils unfertig wirkende Songs lassen Spannungen innerhalb der Band erahnen, zeigen aber gleichzeitig Mainstream und öffentlicher Erwartungshaltung den Mittelfinger. [DKay]





PANTERA – „Official Live: 101 Proof“ [1997]
Neben den gar mannigfaltigen Video-Outputs sah es mit reinen Audio-Dokumenten von PANTERAs Live-Qualitäten bis 1997 sehr mau aus. „Official Live: 101 Proof“ bildet auch bis heute den einzigen Konzertmitschnitt der Höllencowboys, und das ist auch gut so, denn was auf den 76 Minuten geboten wird, gehört zu den besten Scheiben dieser Art. Die unbändige Power des Quartetts wurde roh eingefangen und hinterlässt dank der Greatest-Hits-Tracklist der Prä-„Reinventing The Steel“-Ära nichts als verbrannte Erde. Ein kaum zu überbietendes Vermächtnis! [shilrak]




PANTERA – „Reinventing The Steel“ [2000]
Mit „Reinventing The Steel“ zeigt die Kombo – nach leichten kompositorischen Einbrüchen auf den beiden Vorgängeralben – nochmals grandios, was in ihr steckt. Ein energiegeladenes Album, das sich nicht hinter den Bandklassikern „Cowboys From Hell“ und „Vulgar Display Of Power“ zu verstecken braucht. Spielfreude, eine saftige Produktion, Sahne-Riffs sowie die richtige Melodie zur richtigen Zeit und das PANTERA-typische Gespür für Rhythmik tragen dazu bei, dass man an alte Glanztaten anknüpfen kann. Ein großartiges Album einer einzigartigen Band. Leider sollte es auf ewig das letzte Studiomaterial von PANTERA bleiben. [shub]



PANTERA – „3 Vulgar Videos From Hell“ [2000]
Ein Geschenk der Hölle: Die drei legendären PANTERA-Homevideos, zusammengefasst auf einer DVD mit rund vier Stunden Spielzeit. Kaum ein anderes audiovisuelles Dokument hat den Rock ’n’ Roll-Lifestyle je in all seinen Facetten besser und unterhaltsamer eingefangen als diese Scheibe. Neben allerlei abstrusem „On The Road“-Schwachsinn [den man teilweise mit eigenen Augen gesehen haben muss, um ihn zu glauben] bietet das Teil offizielle Videoclips, zahlreiche Interviews und packende On-Stage-Performances aus den Jahren 1990 bis 1997. Kurz: Eine der besten Musik-DVDs, die je veröffentlicht wurde. [nnnon]





-------Das PANTERA-Special – Stimmen aus der Redaktion-------





Markus „shilrak“ Jakob:

Als ich „Vulgar Display Of Power“ das erste Mal hörte, trafen mich die Riffs von „Walk“ und „A New Level“ direkt in die Magengrube, und etwas derart Brutales wie „Fucking Hostile“ war bisher nicht zu mir vorgedrungen. Kein Wunder, sollten PANTERA von da an ein fester Bestandteil meiner Metal-Laufbahn werden. Und auch, wenn die Post-PANTERA-Ära mit DOWN und HELLYEAH großartige Bands hervorgebracht hat, ist der Verlust, den die Metal-Gemeinde durch den tragischen Tod Dimebags erfuhr, und die damit verbundene unwiederbringliche Auflösung PANTERAs auch 2010 noch ein herber Schlag. Ganz zu schweigen vom immensen Einfluss, den Phil, Dime, Rex und Vinnie auf den modernen Metal hatten. Meine letzte Chance, die Cowboys live zu sehen, 2001 auf der „Tattoo The Planet“-Tour, wurde ärgerlicherweise von 9/11 zunichte gemacht. Dennoch schätze ich mich glücklich, einmal in einen gut gelaunten und mit Sportschuhen bepackten Vinnie Paul gerannt zu sein. Nicht so spektakulär, wie die eine oder andere Erfahrung, die man mit den Texanern hätte machen können, aber definitiv ein Moment, den ich nicht so schnell vergessen werde.



Thomas „Shub“ Kleinertz:

Was soll man sagen? Auch nach so vielen Jahren höre ich die PANTERA-Alben und muss jedes Mal daran denken, was für eine begnadet gute Band und allen voran ein sympathischer und ausdrucksstarker Gitarrist von uns gegangen ist. Sicher lebt der Einfluss, den sie auf Millionen von Menschen ausgeübt haben, weiter, jedoch kann das nicht darüber hinwegtäuschen, wie tragisch und unnötig dieser Verlust war und ist!



Alexander „soulsatzero“ Eitner:

Der achte Dezember 2004 kam einem Schock gleich. Die große Frage nach dem „Warum?“ verpuffte, weil keinerlei Sinn zu erkennen war; die Wahllosigkeit der Ermordung von Dimebag Darrell erschütterte [während sich so mancher Moralapostel auch noch erdreistete, hämische und pietätlose Bemerkungen vom Stapel zu lassen, er hätte es ja nicht anders verdient als Rock-Musiker…]. Dennoch wurde damit einem der größten, bodenständigsten und innovativsten Gitarristen der Metal-Szene das Leben genommen, der zudem etliche Musiker prägen sollte. Was hätte wohl noch alles von Dimebag kommen können, zu was wäre er noch fähig gewesen? Wir werden es nie herausfinden – genauso wenig wie es eine PANTERA-Reunion geben wird. Vielleicht ist Letzteres trotz der Umstände auch gut so, denn solche Scheiben wie „Cowboys From Hell“ oder „Vulgar Display Of Power“ kann man nur einmal schreiben. Und auch wenn ich nie der allergrößte PANTERA-Fan war, so hat „Vulgar Display Of Power“ einen ganz besonderen Platz im Regal und vermag auch noch 18 Jahre nach seinem Erscheinen bzw. Kauf immer wieder mitzureißen. Ganz zu schweigen davon, dass es natürlich immer noch an mir nagt, letztlich doch nicht zum PANTERA-Konzert im Februar 1993 in Frankfurt gegangen zu sein… „By Demons Be Driven“! – Ruhe in Frieden, Dime!



Michael „nnnon“ Siegl:

Zu wahrer Musik-Leidenschaft gehört in jungen [bei manchen auch noch in älteren] Jahren definitiv das saupeinliche Gepose mit Tennisschläger oder sonstigen greifbaren Gitarrenderivaten zu ohrenbetäubend laut gedrehter Hartwurst-Mucke. Eine der ersten Assoziationen zu meiner ganz frühen Metallerlaufbahn: Wehende, noch viel zu kurze Haare, Erschöpfung, Nackenschmerzen, triefender Schweiß, ein kaputter Tennisschläger [es sollte nicht der letzte bleiben!], massive, eben gestiftete Unordnung im Kinderzimmer und „Cowboys From Hell“ in Endlosschleife. Was hat dieser gottverdammt geile Song meine Jugend geprägt! Danke, PANTERA. Ohne euch wären die Neunziger definitiv nicht mal halb so schön gewesen.



André „trapjaw“ Wilm:

Am meisten in der Geschichte von PANTERA hat mich persönlich ganz klar das Erscheinen von „Far Beyond Driven“ geprägt. Mit damals 13 Lenzen rotierten zuvor Sachen wie METALLICA, GUNS N’ ROSES oder ALICE IN CHAINS auf meinem Walkman [!], und dann haben PANTERA mit diesem Album alles verändert. In diesem Genre war das Album seiner Zeit um Längen voraus. Das Cover zählt nach wie vor zu einem der „schönsten“ schlechthin, die Band war endlich ihren leidigen Spätachtziger-Metal-Touch losgeworden, und die Songs strotzten nur so vor wütenden Songs mit klarer Ansage und der gewissen Fuck-You-Haltung. Unübertroffen ein Meilenstein der 90er-Jahre und sowohl damals als auch heute ein beeindruckendes und überragendes Album, das nicht nur meinen weiteren Musikgeschmack, sondern auch meine Einstellung generell geprägt hat!



Dirk „DKay“ Konz:

Die Eintrittskarte zum PANTERA-Konzert am 03. Februar 1993 in der Nürnberger „Resi“ hat noch immer einen Ehrenplatz in meiner Sammlung: Ich war jung, kurz vor dem Abi, mit richtig langer [noch vorhandener] Matte, die Show komplett ausverkauft, denn „Vulgar Display Of Power“ ging gerade richtig durch die Decke und hauchte dem Thrash Metal neues Leben ein. Die „Cowboys From Hell“ bescherten mir eines der intensivsten Konzerterlebnisse meiner Mosher-Karriere nebst amtlichem Whiplash am nächsten Morgen, denn dieser Energie, dem Druck von Dimebags furiosem Riffing, Vinnies Punch, Anselmos Berserker-Show und natürlich Hits wie „Mouth For War“, „Walk“, „Fucking Hostile“ etc. konnte sich an diesem Abend wohl niemand entziehen.
Trotz aller Kontroversen: PANTERA bleiben eine der einflussreichsten Bands der jüngeren Thrash-Historie, deren Alben in den Plattenschrank jedes ernstzunehmenden Headbangers gehören. R.I.P. Dime!



Patrick „Border“ Franken:

Tja, man spricht über PANTERA heute in Metalkreisen, wie man musikkulturell im Allgemeinen über die STONES, die BEATLES oder THE DOORS sprechen würde. Man muss sie nicht mögen oder gemocht haben, um dennoch anzuerkennen, dass PANTERA wahrscheinlich eine der einflussreichsten Bands waren, die vor allem die Moderne des Metalzeitalters geprägt haben und dies lange nach ihrem und Dimebags Tod immer noch tun. Auch ich zähle mich lediglich anteilig zu den Fans [nur „Cowboys From Hell“ mochte und mag ich sehr], doch PANTERA haben definitiv Geschichte geschrieben. Eine Geschichte, die sie selbst nicht weiterschreiben, jedoch durch ihr Vermächtnis Kapitel für Kapitel weiterhin vorgeben.



Manuel „M“ Roth:

Das „5 Minutes Alone“-Video war für mich damals der Auslöser, selbst Musik machen zu wollen. Ich kann mich auch noch gut daran erinnern, als ich die Scheibe „Cowboys From Hell“ das erste Mal zu Ohren bekam. Was für ein Kracher! Im Nachhinein betrachtet war PANTERA wohl eine der bahnbrechendsten Metalbands überhaupt und hat in punkto Songwriting neue Maßstäbe gesetzt.



Marcus „Mattaru“ Italiani:

PANTERA haben die harte Musik vor dem Grunge gerettet. Das ist ihr ewiger Verdienst. Ohne sie wären alle Thrash-Bands [außer METALLICA vielleicht] heute nicht mehr da. Und PANTERA wiederum verdanken wir zu einem Großteil Dimebag Darrell, der sich die genialen PANTERA-Riffs gleich zu Dutzenden aus dem Ärmel schüttelte. Livehaftig durfte ich mich davon erstmals auf der „Far Beyond Driven“-Tour im Jahr 1994 überzeugen. Die aggressive Stimmung, die damals durch die Oberhausener Turbinenhalle fegte, war etwas, das ich so, nur etwas anders, bislang erst ein einziges Mal erlebt hatte: bei meinem ersten SLAYER-Konzert Mitte der Achtziger.
Schon während der Vorband stand Phil Anselmo Whiskey in sich hinein schüttend neben der Bühne und poste wütend herum. Ob der es wohl in einer Stunde noch auf die Bühne schafft? Er schaffte es. Als schließlich die Halle in das „Far Beyond Driven“-Blau getaucht wurde und die vier Protagonisten des Abends die Bretter enterten, war purer Zauber angesagt. Eine solch gewaltige und reine Brutalitätsorgie, bei der Präzision konstant mit Emotion rang, und die dennoch ohne Verletzte ausging, habe ich in dieser Qualität danach niemals wieder erleben dürfen. PANTERA sind der Beweis dafür, dass „Magie“ tatsächlich existiert – auch wenn sie schwer zu beschreiben ist.



Samuel „Sammy“ Stelzer:

Ich weiß noch genau, wie ich damals in der Schule im Gang vor dem Kunstsaal saß und auf die Lehrerin wartete, als ein Schulkamerad meinte: „Hast du gehört? Gestern wurde der Gitarrist von PANTERA erschossen. Ein Verrückter war auf einem Konzert und hat ihn auf der Bühne erschossen.“ Damals war mir nicht klar, wer genau Dimebag Darrell war. PANTERA kannte ich nur vom Hörensagen. Trotzdem hat mich die Nachricht geschockt. Wer konnte so etwas tun? Was kann dieser Mensch getan haben, dass jemand ihn töten möchte? Die Antwort fand ich im Internet – und es war ernüchternd und schockierend zugleich. Wie groß muss eine Band sein, dass sie einen Menschen zu solchem Wahnsinn treibt? Eine tragische Würdigung.
Inzwischen weiß ich, wie bedeutend PANTERA und Dimebag für den Heavy Metal waren. Natürlich bangt man gerne zu „Walk“. Irgendwie wurde ich trotzdem nie richtig warm mit der Band. Aber mit LAMB OF GOD oder DEVILDRIVER finden sich Bands in meiner Sammlung, die es ohne PANTERA wahrscheinlich nicht in der Form geben würde.



Lennart „Grim_Rieper“ Riepenhusen:

Der 8. Dezember 2004 war ein beschissener Tag für den Metal, von den Angehörigen und Freunden von Nathan Bray, Jeff Thompson, Erin Halk und Dimebag Darrell ganz zu schweigen. Damit, dass ein Mensch wie Darrell „Dimebag“ Abbott ewig lebt, hat wohl keiner gerechnet, nicht einmal seine fanatischsten Anhänger. Dazu war sein Lebensstil vermutlich auch zu „Rock ’n’ Roll“. Aber dass weder ein Unfall noch eine Krankheit, sondern letztlich einfach ein bewaffneter Irrer einen der einflussreichsten Metal-Gitarristen der 90er für immer zum Verstummen bringt – das ist auch Jahre später etwas, worüber ich nur den Kopf schütteln kann. Oft heißt es, dieser oder jener sei „nicht vergeblich“ gestorben. Eine dämliche Formulierung, die hier mehr fehl am Platze ist als sonst ohnehin schon. Die Tode des Amoklaufs im „Alrosa Villa“ erfüllen, wie so viele, keinen höheren Sinn. Schäbiger, trauriger Zufall war es. Sie mögen in Frieden ruhen – im Gegensatz zu humorlosen Spießernachbarn mit zweifelhaftem Musikgeschmack. Denn PANTERA gibt es vielleicht nicht mehr auf der Bühne, aber immer noch im Plattenregal. RE-SPECT! – WALK! – ARE YOU TALKIN’ TO ME?



Thomas „Metalviech“ Meyns:

Nachdem ich vorher nur Formationen wie IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST und, wenn es richtig brachial sein sollte, METALLICA kannte, waren PANTERA mit ihrer stark Riff-orientierten Musik meine erste richtig „harte“ Band. Aus offensichtlichen Gründen ist „Cowboys From Hell“ mit seiner Fusion aus traditionellem Metal-Sound und modernem Groove bis heute mein Lieblingsalbum, aber auch „Vulgar Display Of Power“ und „Far Beyond Driven“ rotieren regelmäßig in meinem CD-Player. Leider konnte ich PANTERA nie live erleben, und als Gitarrist bedaure ich es natürlich besonders, dass unserer Zunft mit Dimbag Darrell einer unserer größten Helden genommen wurde.





-------Das PANTERA-Special – Statements von Musikern und Bands-------


PHILIP ANSELMO [Ex-PANTERA, DOWN]

Als wir damals das Zeug schrieben – als ich dort war und es lebte –, konnte ich absolut nicht absehen, wie es die Leute annehmen würden. Aber wenn ich heute zurückschaue, haben sich Dinge, von denen ich dachte, die wären wirklich einfach, als wirklich kompliziert herausgestellt. Dinge, von denen ich dachte, dass sie eigentlich ziemlich flach, gewöhnlich oder standardmäßig wären, als absolut spannend. Es ist eindrucksvoll, das Zeug zu hören.

Uns werden oft Fragen zur Produktion gestellt, weil die so ‚high-end’ und blechern klang. Alles, was ich sagen kann, ist: Ich denke, wir haben damals einfach versucht herauszufinden, wie man am besten den monströsen Gitarrensound von Darrell nimmt und ihn auf den Bändern festhält. Ihr Grünschnäbel da draußen müsst euch das mal vorstellen: Als wir damals „Cowboys From Hell“ aufgenommen haben – den Brocken haben wir 1989 eingespielt –, da gab es kein ‚Pro-Tools’, keine Tricks. Wir mussten das Ding richtig aufnehmen. Die Produktionstechniken änderten sich mit der Zeit, und ich weiß, PANTERA, unser Produzent Terry Date und Vinnie Paul, der einfach genau wusste, was er da tut, wir haben zusammen geholfen, die Produktion von Heavy-Metal-Alben zu verändern. Ich würde schon sagen, dass „Cowboys From Hell“ in vielerlei Hinsicht ein Startschuss war. Es war noch nicht das komplett durchdachte, fertige und perfektionierte Produkt, aber es war ein Anfang.

Wenn man Dimebag spielen hört, klingt das schon sehr nach Van Halen oder Randy Rhoads. Aber darüber hinaus konnte Dimebag auch noch ganz anders spielen. Trotzdem darf man die Typen wohl nicht vergessen, wenn es um PANTERAs Einflüsse geht. […]

PANTERA wird weiterleben und in Erinnerung bleiben, weil wir eine Band waren, die Leuten verdammt noch mal etwas bedeutet hat. Für eine ganze Menge Leute waren wir DIE Band, Mann! Und Dime wurde uns im besten Alter genommen. Und viele Leute dachten, dass PANTERA ihnen genommen wurden, bevor alles gesagt und getan war. Vielleicht war es so, aber wir werden es nie wissen. Es ist egal, ob es Kurt Cobain oder Layne Staley oder John Lennon oder fuckin’ Elvis ist; wenn jemand, der so vielen Leuten etwas bedeutet, vor seiner Zeit stirbt, wie es Dime tat, dann ist er nicht einfach weg. Erinnerungen sind etwas Starkes und manchmal machen sie die Verbindung auch noch stärker. Egal, was gesagt wurde, oder besser, was geschrieben wurde, ich liebte Dime und ich vermisse ihn. Ich vermisse ihn mit der Zeit, die vergeht, immer mehr. Das tue ich wirklich.



REX BROWN [Ex-PANTERA, DOWN]

Wir wussten, dass wir vier [mit „Cowboys From Hell“] versuchten, eine geniale Platte aufzunehmen. Wir wussten nicht, ob es das werden würde. Wenn ich zurückschaue, produktionstechnisch war es eine harte Platte, die trotzdem die nötigen Hooks hat. Wir sind einfach bis an die Grenzen des Möglichen gegangen, und so war das bei jeder PANTERA-Platte.

Zur [un-]möglichen Reunion:
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es irgendwann doch noch passiert. Auf der einen Seite wäre es natürlich großartig, wieder mit Vinnie zu spielen und dass dann alles wieder im Reinen wäre. Aber ich denke einfach, es wäre nicht richtig, das ohne Dime zu machen. Es waren nun mal nur wir vier, und ich weiß nicht, ob irgendjemand so wie er spielen kann.

Zur Glam-Phase:
Nun ja, wir waren nicht „glam“. Wir sahen komisch aus mit unseren Haaren, aber wir haben immer harte Musik geschrieben. So sah man damals eben aus. Wenn man in der Zeit aufgewachsen ist, sah man entweder so aus oder man war eine Band, die nur in der Garage spielt. Wir wollten nicht in der Garage spielen. Wir wollten vor Leuten spielen.



Randy Blythe [LAMB OF GOD]

Ich mag einige Songs von „Cowboys From Hell“, aber manches gefiel mir aufgrund des hohen Gesangs überhaupt nicht, haha, aber dann kam „Vulgar Display Of Power“, und ich dachte nur „Heilige Scheiße“! Das ist für mich ein ziemlich perfektes Album – die pure Aggression! „Vulgar Display Of Power“ und „Far Beyond Driven“ sind meine beiden Lieblingsalben von PANTERA. […] Ich verbinde mit PANTERA Partys, haha! Außerdem verbinde ich damit, dass ich mal mit Dimebag einen getrunken habe und danach einen echt üblen Kater hatte, haha. […] An was ich mich noch erinnern kann, ist, dass es eine ziemlich coole Zeit mit ihm war. Den Rest dieser Nacht kann ich nicht wirklich in Erinnerung rufen, aber er war auf jeden Fall ein sehr, sehr, sehr netter Typ! Es ist eine echte Tragödie, was passiert ist. Heutzutage treffe ich mich ab und zu mit Vinnie, wenn ich Dallas bin.



Mike IX Williams [EYEHATEGOD, OUTLAW ORDER]

Ich bin zusammen in New Orleans mit Philip aufgewachsen und mit ihm zu den Punk- und Metal-Gigs gegangen, und als er dann nach Texas gezogen ist, um einer Band namens PANTERA beizutreten, hat das natürlich jeder mitbekommen. Zuerst war ich kein allzu großer Fan der Musik, bis ich sie dann live sah und ab diesem Zeitpunkt nicht mehr abstreiten konnte, wie heavy sie waren und wie lebenswichtig sie für die Zukunft des Rock sein würden. […]
Das Album, das ich am meisten mag, müsste „Cowboys From Hell“ sein, da es das erste Album war, das jeder hier aus der Gegend rauf- und runterspielte und der Meinung war, dass Phil jetzt in einer absoluten Killer-Band sei. Danach kommt dann natürlich, auch chronologisch gesehen, „Vulgar Display Of Power“. Damals trug Phil die Shirts der ganzen NOLA-Bands und hat unserer Gemeinschaft hier wahnsinnig damit geholfen. […]
[Dimebag] war ein freundlicher, netter und großzügiger Mensch, ungeachtet des ganzen Wahnsinns, der um ihn herum geschah. Er hatte einen erstklassigen und sehr feinen Humor; originell und unglaublich witzig. Er wird von uns allen hier in New Orleans sehr vermisst.



Scott Ian [ANTHRAX]

Darrell. Ein unglaublicher Mensch, der Gitarrist der Gitarristen – und der beste Freund, den man jemals haben konnte. Cheers!



Josh Middleton [SYLOSIS]

Dimebag war der größte Einfluss auf mein Gitarrenspiel, seit ich „Far Beyond Driven“ zum ersten Mal hörte. Er hatte eine perfekte Kombination von Technik und Seele. Er konnte die Gitarre weinen und sprechen lassen und war für diese wahnwitzigen „Dive Bombs“ bekannt, die ich nun selbst nicht lassen kann. Ich war wie besessen von den PANTERA-Homevideos, und nachdem man sich die reingezogen hatte, hatte man das Gefühl, Dime wirklich kennen gelernt zu haben. Eine riesige Inspiration als Musiker, aber auch als Mensch! RIP Dime!



Victor Smolski [RAGE]

Dimebag war für mich der Gitarrist, der Thrash-Musik richtig interpretiert hat und die gesamte Bewegung mitgeformt hat! Er hat ziemlich deutlich gezeigt, dass die Musikrichtung Thrash von dem englischen Verb ‚to thrash’ = [engl.] ‚prügeln’ abstammt und nicht, wie viele immer noch fälschlicherweise denken, von ‚trash’ = [engl.] ‚Müll’. „Cowboys From Hell“ aus dem Jahr 1990 ist ein Meilenstein der Musikgeschichte für alle Thrasher!



Peter Wichers [SOILWORK]

Dimebag Darrell war und ist bis zum heutigen Tag mein größter Einfluss. Ich kann mich noch daran erinnern, als ich „Cowboys From Hell“ zum ersten Mal hörte und davon umgeblasen wurde. Dieser Gitarrist hatte alles, die Riffs, die Soli, und ich hörte auch, dass er ein total cooler Typ war. Er ist der Hauptgrund dafür, dass ich damals damit anfing, Metal zu spielen.



Vogg [DECAPITATED]

Ich erinnere mich daran, als ich „Cowboys From Hell“ zum ersten Mal hörte; dieses Album war so gänzlich anders als alles andere. Seine Gitarrenarbeit war so wild, heavy und intensiv! Die Songs waren großartig, und die Soli, die waren wie ein verdammtes Meisterwerk, die besten Soli auf dieser Welt! Dime hatte so viel Gefühl, wenn er spielte. Jedes Riff hatte so viel Kraft und Emotion und kam direkt vom Herzen! Er inspirierte mich sehr, und jedes Mal, wenn ich vergesse, wie man wirklich Gitarre spielt, schaue ich mir die PANTERA-Videos an. Ich nehme so viel von der Art an, wie Dime spielte. Für mich war er der beste Metal-Gitarrist aller Zeiten! Ein wunderbarer Mensch, der Meister der Meister! Ewiger Respekt!



Chris Caffrey [SAVATAGE]

Darrell war einer der wenigen Gitarristen der Geschichte, der wirklich einzigartig war. Er hatte seinen eigenen Stil, seinen eigenen Sound. Wenn jemand vom „Eddie Van Halen-Sound“ oder vom „Yngwie-Sound“ spricht, weiß man, was er meint. Und es gab einen PANTERA-Sound. Und dieser Sound war revolutionär, es war Darrell. Ich respektierte ihn und lernte von ihm auch noch, nachdem ich selbst schon über 25 Jahre Gitarre gespielt habe.





Mike Portnoy [Ex-DREAM THEATER, AVENGED SEVENFOLD]

Dime war ein unglaubliches Talent; ich habe ihn von Anfang an bewundert, als wir beide eben erst bei Atco Records unterschrieben hatten. […] Sein Tod ist so tragisch und unfassbar wie der Mord an Lennon.



Shawn Drover [MEGADETH]

Ich liebte PANTERA sehr, seitdem „Cowboys From Hell“ veröffentlicht wurde. Ich werde mich immer daran erinnern, wie es PANTERA einfach nur darum ging, Heavy Metal zu spielen, egal was damals angesagt oder beliebt war. Es ging immer um die Musik bei den Jungs, was für mich alles bedeutet, da ich genau die gleiche Motivation für meine Musik habe.



Dave Navarro [JANE’S ADDICTION]

Ich habe Darrell nie getroffen, aber ich werde von seinem Gitarrenspiel für immer verzaubert sein. Ich kann es nicht fassen, wie traurig der ganze Vorfall war.
Musik ist wichtig. Ihr wisst, sie bedeutet alles für mich. Aber im gleichen Augenblick ist es auch einfach nur Musik. So viele Bands lösen sich auf, machen was Neues, entwickeln sich weiter, und manchmal kommen sie auch wieder zusammen, machen dann wieder etwas anderes, wiedervereinigen sich; ich meine, es passiert einfach. Manche Ehen werden geschieden, manche Liebespaare trennen sich, Geschäftspartner gehen getrennte Wege.

Ich wollte versuchen, alle Bands aufzulisten, die sich über all die Jahre aufgelöst haben, aber das würde ewig dauern. Als ich dann THE BEATLES eintippte, dachte ich: Vielleicht muss ich gar nicht weiterschreiben.

Darrell wollte einfach nur Musik machen! […] Und dafür, dass er Musik machen wollte, wurde er erschossen. Weil er glücklich war, Neues zu kreieren und Musik zu spielen. Das macht mich so unglaublich traurig und es widert mich an. Das war ein schlimmer Tag für die Musik und für uns alle, die sich als Fans bezeichnen; mich eingeschlossen. Denn dieser Typ dachte, das hätten wir alle gemeinsam. Wir sehen uns als Musik-Fans.

Musik, unsere Lieder, unsere Gemeinschaft ist unsere Stimme. Es ist vom Volk für das Volk. Es ist Fortschritt, eine Bewegung nach vorne. Hass ist der Zerfall, rückwärts, bis zum Tod. Wir schulden es uns selbst, die Stellvertreter dessen zu sein, was wir wirklich sind. Die Heiler. Wir schulden es der Welt, denn offensichtlich muss es die Welt von Zeit zu Zeit gezeigt bekommen.



Rob Halford [JUDAS PRIEST, HALFORD]

Zum ersten Mal traf ich Dime 1991. Ich war in Toronto und bereitete mich auf die Painkiller-Tour vor. Im Fernsehen lief MuchMusic, und da sah ich diesen Typen, der über Metal redet und ein „British Steel“-Shirt trägt. Anhand von dem, was er erzählte, und anhand des PANTERA-Videos, das dann ausgestrahlt wurde, konnte ich bereits sofort sagen, dass dieser Mann ein Gitarrengott ist!

Ich habe bei MuchMusic angerufen und mit Dime gesprochen. In dieser Nacht ging ich in einen Club und hing mit der Band rum. Wir haben „Metal Gods“ gejammt. Von diesem Zeitpunkt an waren ich und die Band gute Freunde. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass diese Band sehr, sehr groß werden würde.

Also tourte PANTERA mit JUDAS PRIEST durch ganz Europa. Viele Abende stand ich an der Bühne und sah ihnen zu, wie sie mit ihren intensiven Auftritten eine Stadt nach der anderen auseinander nahmen und jedes Mal ein überwältigtes Publikum hinterließen. Es war aufregend, Dime zuzusehen und zu hören, wie er sein Gitarrenspiel immer weiter entwickelte und verbesserte. Schon bald war die Welt PANTERAisiert!



Zoltan Farkas [EKTOMORF]

Für mich war PANTERA anders als alles, das ich davor gehört hatte. Ich war von der Band begeistert, seit dem „Vulgar Display Of Power“-Album. Phils Stimme ist einfach der Hammer – auch heute noch. Ich mag die Art, wie er schreit, aber auch die Art, wie er singt. Und ich respektiere Dimebag wirklich sehr. Er war ein genialer Gitarrist. Ich meine, es ist nicht das Solo-Zeug bei ihm, einfach die Art, wie er Gitarre spielt – das ist unglaublich. Ich war schon über zwanzig, als „Vulgar Display Of Power“ rauskam, aber es hat mich extrem inspiriert und beeinflusst. Ich habe es auch heute noch auf meinem iPod.


Autoren: Border, DKay, Grim_Rieper, M, Mattaru, Metalviech, nnnon, Sammy, shilrak, shub, soulsatzero, trapjaw


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