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CD Review: Kreator - Gods Of Violence

Kreator
Gods Of Violence


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"Kein schwacher Moment"
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Victorius
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Heavy Metal, Power Metal
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"Drachenzähmen leicht gemacht"
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"Säbelrasseln"
CD Review: Code - Lost Signal (EP)

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Keine Wertung
"Werkschau, mal anders"
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"Arbeitstitel: Remedy Lane 2"
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Thrash Metal
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Heavy Metal, Power Metal
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"Zurück zur Bestform"
CD Review: Saddiscore - Demons Of The Earth

Saddiscore
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Heavy Metal, Modern Metal
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Melodic Black Metal, Pagan Metal, Viking Metal
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Lancer
Mastery


Heavy Metal, Power Metal
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NWOAHM
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"Allemal eine große Geste"
CD Review: Mötley Crüe - The End - Live In Los Angeles [Bluray+CD]

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"Der Schlussakkord"
CD Review: Sirenia - Dim Days Of Dolor

Sirenia
Dim Days Of Dolor


Female Fronted, Gothic Metal, Symphonic / Epic Metal
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"Traurige Schönheit mit Altersspuren"
CD Review: Freedom Call - Master Of Light

Freedom Call
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Melodic Speed Metal, Power Metal
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Anciients
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"Überraschnungsarm – aber sooo gut!"
CD Review: Diabulus In Musica - Dirge For The Archons

Diabulus In Musica
Dirge For The Archons


Female Fronted, Symphonic / Epic Metal
4.5 von 7 Punkten
"Im sicheren Fahrwasser"
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Die von Metalnews präsentierte Hass-Tour des Jahres ist seit Kurzem vorbei, steckt aber den meisten von Euch sicherlich immer noch in den Knochen. Kein Wunder, schließlich haben solche Brutalo-Granaten wie CANNIBAL CORPSE, BEHEMOTH, LEGION OF THE DAMNED, MISERY INDEX, SUICIDAL ANGELS und NEXUS INFERIS nicht umsonst den Ruf sowohl auf Konserve als auch livehaftig feinstens die Keule zu schwingen. Einer, der hautnah dabei war, hat für uns exklusiv [Tage]Buch geführt und jeden einzelnen Tourtag dokumentiert und kommentiert. Viel Spaß mit dem Hintergrundbericht von Twan van Geel, dem neuen Gitarristen der holländischen Thrash-Dampfwalze LEGION OF THE DAMNED - und bis zur nächsten Full Of Hate-Tour!



Tag 0
Mittwoch, 08. Februar

Der Bus sammelt uns bei unserem Proberaum in Panningen ein. Zwei Stunden zu spät, aber keine Angst - heute ist noch keine Show geplant. Als wir den Bus betreten, sind unsere baldigen Touring-Partner bereits an Bord. Es handelt sich um die Jungs von NEXUS INFERUS, MISERY INDEX und SUICIDAL ANGELS. All lächeln selig und sind glücklich, weil wir Bier mitgebracht haben. Bei der nächsten Tankstelle in Deutschland wird Nachschub besorgt, schließlich soll die Laune auf einem Level bleiben - wir haben noch 25 Tage vor uns. Draußen hat es fast 20 Grad minus. Verdammt kalt. Die Toilette im Bus ist gefroren. Wir können sie nicht benutzen. Glücklicherweise sind sich alle einig, dass dies kein Dauerzustand sein kann, weshalb dem nach ca. einem Tag Abhilfe geschaffen wurde.



Tag 1
Donnerstag, 09. Februar, Hamburg, Markthalle

Heute steigt die erste Show. Nachdem ich fast jeden auf dieser Tour begrüßt habe, beginne ich mit dem, was schon bald mein tägliches Ritual wird: Ich spanne für jede Show neue Saiten auf meine Axt. Die Location heute ist ausverkauft - wir hätten uns keinen besseren Start als die heutige Show wünschen können. Das Publikum ist uns gewogen und wir thrashen sie kaputt. Heute spiele ich zum ersten Mal auf meiner neuen Gitarre: Einer Alexi Blacky ESP Custom. Sie kam nur eine Woche vor Tourstart an. Außer BEHEMOTH und CANNIBAL CORPSE habe ich heute kaum eine Show der anderen Bands gesehen. Von der BEHEMOTH-Show war ich sofort begeistert. Was für ein großartiges Comeback ihres Frontmannes und Masterminds Nergal. Er ist echt was besonderes.



Tag 2
Freitag, 10. Februar, Oberhausen, Turbinenhalle

Früh am Morgen kommen wir in Oberhausen an. Ich schaue aus meiner Koje und sehe dieses riesige Industrie-Gebäude. Große, kirchenähnliche Fenster weit oben in den Mauern. Es vermittelt die Art von Atmosphäre, die in Horrorfilmen herrscht, wenn der finale Kampf stattfindet. Wie in „Blade“ zum Beispiel, wenn am Ende aus allen Löchern Vampire kriechen. Eine toller Ort für den zweiten Gig und auch heute ist es wieder ziemlich voll, so wie auf beinahe jeder Show der Tour. Wir machen wieder ordentlich Dampf und alles ist gut. Naja, fast alles. Unser Soundmann und andere Leute beschweren sich über den Gitarrensound. Irgendetwas stimmt nicht. Irgendein Geräusch kommt und geht wieder, was die Tightness des Sounds zerstört. Morgen müssen wir herausfinden, wo der Fehler liegt. Ich hoffe inständig, dass es nicht an meiner neuen Gitarre liegt. Vielleicht liegt es aber auch an den Monitoren. Wir entscheiden uns dafür, den morgigen Tag abzuwarten und zu hoffen, dass dann alles wieder okay ist.



Tag 3
Samstag, 11. Februar, Stuttgart, LKA Longhorn

Am nächsten Morgen treffen wir in Stuttgart ein. Erstmal das Wichtigste erledigen. Ein kleines Frühstück und eine Tasse grüner Tee ist alles, was ich herunterkriege. Vielleicht noch eine Banane. Dann noch ein netter Besuch auf der Toilette und eventuell eine Dusche. Dann wechsle ich wieder die Saiten. Die neuen Gesichter prägen sich langsam ein und die Namen finden ihren Platz. Jeder scheint diese Tour zu einem Erfolg machen zu wollen. Unter den Bands und der Crew herrscht eine Menge Respekt. Ich bekomme immer mehr eine Vorstellung davon, wie ich die kommenden 22 Tage für mich am besten nutzen und herumbringen kann. Für mich ist es die erste Tour und es fühlt sich ein wenig wie Camping an. Allerdings nicht so wirklich, da ich Camping hasse und das hier scheint mir Spaß zu machen. Trotzdem mache ich Parallelen aus. Die Show heute Nacht ist wieder Killer und alle sind zufrieden. Mit Ausnahme des Soundmannes - wieder der Gitarrensound. Es ist, als ob irgendein Fiepen aus dem All immer wieder auftaucht und verschwindet. Was soll die Scheiße?



Tag 4
Sonntag, 12. Februar, Enschede, Atak

Heute steht für mich als erstes ein Soundcheck meiner neuen Gitarre an. Wir haben einen Raum für uns alleine - mit meinem ENGL Invador, meinen Pedalen und meinem Wireless Net. Dasselbe Setup, das ich Nacht für Nacht benutze. Nichts passiert. Ich spiele ca. 20 Minuten und wir können nichts seltsames hören. Frustriert entscheiden wir, von wireless auf traditionelle Gitarrenkabel zurückzugreifen. Vielleicht liegt es an der Kombination; keine Ahnung. Die Show läuft wieder wie geschmiert, obwohl ich meine komplette Ausrüstung ausgetauscht habe. Ich spiele jetzt auf meiner Ersatz-Gitarre, einer Scheckter aus der Black-Diamond-Serie. Zusammen mit Kabeln. Und was glaubt Ihr? Problem nicht gelöst. Es muss an den Pedalen liegen.



Tag 5
Montag, 13. Februar, Paris, Bataclan

Heute trenne ich mich also auch von meinen Pedalen. Ein NoiseGate und ein Chorus/Delay (das ich allerdings nur für die 20 Sekunden des „Cult Of The Dead“-Intros verwende). Unser Soundmann kann hier selbst ein paar Extras hinzufügen, also, keine Panik. Der Gig verläuft gut. Glücklichweise ist der Soundmann dieses Mal zufrieden und der komische Fehler ist nicht mehr zu hören. Wir entscheiden, für den Rest der Tour mit dem jetzigen Setting weiterzumachen, was meine neue Gitarre nun zur Ersatz-Klampfe macht. Vielleicht finden wir einen Weg, den EMG 81-Pick-Up (den es braucht, um den LEGION-Sound zu erreichen) mit der ESP kompatibel zu machen. Unglücklicherweise passiert dies nicht. Wir finden zwar einen EMG 81, aber keine Zeit, das Ganze zusammenzubringen. Wir entscheiden uns, nicht am Catering teilzunehmen und schmieden unseren eigenen Plan. Wir finden ein schönes Restaurant, wo wir ein großartiges Steak sowie einige Biere zu uns nehmen.



Tag 6
Dienstag, 14. Februar, Saarbrücken, Garage

Schöne Venue. Heute finde ich auch die Zeit, die anderen Bands anzuschauen. NEXUS INFERIS spielen eine Art Industrial Black Extreme Metal. Sie eröffnen jeden Abend vor einer Handvoll Leute, was sehr hart ist, glaube ich. SUICIDAL ANGELS spielen Old School Thrash wie alte SEPULTURA/alte SLAYER und das Publikum wird dabei warm. MISERY INDEX machen energetischen, modernen Death Metal und haben einen echt heftigen, unglaublichen Drummer. Die sind nun richtig angeheizt und bereit für den donnernd malmenden Thrash von LEGION. Wir könnten keinen bessere Slot auf dieser Tour haben. BEHEMOTH treten wie immer richtig Arsch und CANNIBAL CORPSE kratzen zum Schluss die letzten Hirnstückchen vom Boden. Partystimmung macht sich breit und alle möglichen Getränke machen die Runde. Es entstehen neue Verbindungen und jeder ist Willens, die Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen.



Tag 7
Mittwoch, 15. Februar, Pratteln, Z7

Wow, was für eine schöne Halle! Heute wirds sicher richtig geil. Nach einem guten Frühstück und meinem Rital, ist es an der Zeit, neue Riffs für das kommende Album zu schreiben. Harold hat Aufnahme-Equipment dabei, also stöpseln wir meine Gitarre in seinen Laptop und nehmen um die 20 neue Ideen auf. Man muss sich auf Tour zu beschäftigen wissen, denn es sieht ungefähr wie folgt aus: 20% Schlaf, 40% Warten, 10% Vorbereiten und Spielen und die letzten 30% sind Party oder was man eben tun will. Das ist allerdings nur meine Sicht der Dinge und unterscheidet sich wohl von Person zu Person. Im Falle von CANNIBAL CORPSE‘ Corpsegrinder sieht es wohl so aus: 60% Party, 15% Schlaf, 10% Vorbereiten und Spielen und 15% Warten oder so. Heute spielen wir die wohl beste Show der Tour. Das Publikum ist der Hammer und wir spielen so heavy wie ein Panzer auf dem Weg in Schlacht!



Tag 8
Donnerstag, 16. Februar, Mailand, LiveClub

Italien. Die meisten sind müde von der gestrigen Feier. Heute sind alle auf die Reaktionen der Italiener gespannt. Man kann wirklich eine Menge Unterschiede in Punkto Mentalität bei den verschiedenen Nationen erkennen. Glücklicherweise kriegen wir eine gute Crowd ab und bringen die Party ins Laufen. Heute gibts für mich allerdings keine Party, dafür aber eine ruhige Nacht in meiner Koje mit meinem neuen Stephen King-Buch. Es geht um Zeitreisen, was mich denken lässt: Was, wenn ich zurückreisen und den EMG Pick-Up in meiner neuen Gitarre in eine EMG 81 umbauen könnte und von der ersten Show an ohne diese Pedale spielen könnte... Träum weiter...



Tag 9
Freitag, 17. Februar, immer noch in Italien

Die Show in der Wiener Arena findet ohne uns, SUICIDAL ANGELS und NEXUS INFERIS statt. Unser Bus ist stehen geblieben. Das ist richtig scheiße und uns allen tut es leid, die ausverkaufte Show nicht spielen zu können. Man bietet uns an, nach CANNIBAL CORPSE eine Art After-Show-Show zu spielen, aber schlussendlich ist es dann doch viel zu spät.



Tag 10
Samstag, 18. Februar, München, Backstage

Es ist schön, wieder in Deutschland zu sein. Zum Glück hatten die Jungs von MISERY INDEX, BEHEMOTH und CANNIBAL CORPSE ein super Zeit bei der Show in Wien, weshalb die Fans immer eine ordentliche Portion Hass in sich haben müssten. Der heutige Auftritt verläuft wieder super und schon bald haben alle die ins Wasser gefallene Show in Wien vergessen. Stattdessen werden die Gläser erhoben und alle stoßen auf diese fantastische Tour an.



Tag 11
Sonntag, 19. Februar, Antwerpen, Trix

Belgien, Land des Bieres und der Kartoffeln. Heute Nacht kommen unsere Freundinnen vorbei. Es ist immer schön, ein paar aufmunternde Gesichter zu sehen. Nach elf Tagen mit den Jungs, ist es schön ein paar frische Gesichter zu sehen, in die man seine Zunge stecken kann. Ich meine natürlich meine eigene Freundin. Die Show läuft gut, obwohl sich einige beschweren, dass es zu laut sei. Andere hingegen sind vollauf zufrieden. Man sieht, man kann es nie allen recht machen. Maurice hat heute einen schlechten Tag. Er und seine Freundin gehen in ein Hotel, um sich massieren zu lassen, währenddessen schlägt draußen jemand die Scheibe seines Autos ein.

Tag 12
Montag, 20. Februar, Day Off, zurück nach Italien



Tag 13
Dienstag, 21. Februar, Bologna, Estragon

Wieder in Italien. Hoffentlich bleibt unser Bus ganz. Es ist kalt und mancherorts sieht man, dass die letzten Tage ordentlich Schnee gefallen ist. Wieder entfernen wir uns von der regulären Nahrungsaufnahme und begeben uns auf abenteuerliche Futtersuche. Endlich finden wir ein kleines chinesisches Restaurant. Völlig verlassen, aber geöffnet. Ein Typ lässt uns herein, tätigt einen Telefonanruf und fünf Minuten später steht eine chinesische Lady vor uns, die bei allem, was sie sagt, lacht. „Hahahaha, Sie möchten die Karte? Hahahahaha!“ - „Ein Bier vielleicht? Hahahaha!“ und so weiter und so weiter... Die Show läuft gut und es scheint der Menge zu gefallen. Super! Maurice und Soundmann Luc gehen später in ein Steakhouse, das als bestes in die Annalen der Tour eingeht.



Tag 14
Mittwoch, 22. Februar, Bratislava, Majestic Music Club

Der Club heute ist etwas kleiner als die meisten anderen, in denen wir bis jetzt waren. Trotzdem strahlt er einen gewissen Stolz aus. Es ist aber schwieriger sein Zeugs unterzubringen und es für jeden einigermaßen angenehm zu machen. Aber man muss sich ja schließlich irgendwie arrangieren, was wir auch tun. Die Venue hat außerdem ein schönes kleines Café mit Lounge Musik, gutem Bier, Cocktails und Absinth. Hier werden wir sicher nach der Show etwas chillen. Oh, die Show - die war übrigens super!



Tag 15
Donnerstag, 23. Februar, Prag, KD Vltavska

Toller Ort! Wunderschöne Stadt! Nach der Show laufen wir einige Zeit durch die Stadt und finden ein tolles Steakhouse mit echten Piranhas und Papageien. Es hat einen Dschungel-Raum mit einem klasse Wasser-Teppich (wie ein Wasserfall direkt am Tisch) und einem von Fluch der Karibik inspirierten Platz, an den wir uns setzen. Das Essen war vorzüglich und wir haben eine gute Zeit. Unser Soudnmann isst so viel, dass er auf dem Rückweg irgendwann einfach umfällt. Der Schokoladen-Trüffel-Nachtisch ist einfach zu viel. Haha.



Tag 16
Freitag, 24. Februar, Linz, Posthof

Wieder eine tolle Venue. Heute ist es beinahe ausverkauft. Die Show läuft mehr als klasse und danach feiern wir. Alles läuft echt wie geschmiert. Vielleicht ein paar kleine Schwierigkeiten, aber so ist es eben mit Menschen. Als bekennender Misanthrop kann ich sagen, es ist gar nicht mal so schlimm. Nach den Gigs mit den Fans abhängen, Fotos schießen, Autogramme geben, über unsere Pläne und die Tour sprechen - no Problemo.



Tag 17
Samstag, 25. Februar, Geiselwind, Music Hall

Wieder eine schöne Location in Deutschland. Was kann ich sagen, ohne mich zu wiederholen? Alle Bands geben jeden Tag ihr Bestes. Es ist harte Arbeit, aber es zahlt sich aus. Das gilt auch für die Crew. Verblüffend, zu sehen, wie engagiert und professionell alles läuft. Da dies meine erste Tour ist, hatte ich keine Vorstellung davon, dass alles so einfach und respektvoll laufen würde. Ich glaube, ich bin einfach butterweich gefallen, indem ich direkt eine der besten Tourneen erwischt habe, die man sich wünschen kann.



Tag 18
Sonntag, 26. Feburar, Day Off, Reise nach Schweden

Die schnelle Fähre entpuppt sich als langsam. Es gibt nicht viel zu tun, außer zu trinken. Und genau das tue ich.



Tag 19
Montag, 27. Februar, Stockholm, Munchenbrygerriet

Die erste Show von LEGION OF THE DAMNED auf schwedischem Grund und Boden. Jeder ist total gespannt auf die Reaktionen des schwedischen Publikums. Man spürt die Anspannung, aber das ist in so einem Fall mehr als normal. Meine Freundin und eine ihrer Freundinnen sind auch hier und hängen noch ein paar Tage dran - um in Stockholm zu shoppen. Die Venue ist schön und hat einen Ausblick auf den halb gefrorenen See draußen. Das Catering ist super und die Leute sehr freundlich. Der Gig läuft großartig, wenngleich es unser erster hier ist. Wir verdienen uns den Respekt der schwedischen Fans und machen so den ersten Schritt für eine hoffentlich größere Rückkehr.



Tag 20
Dienstag, 28. Februar, Göteborg, Traedgarn

10 Uhr am Morgen und schon warten die ersten Fans vor den Bussen. Ich bin noch in der Koje und wache so langsam auf. Ich höre die Kids rufen, als die ersten den Bus verlassen. „Kann ich ein Autogramm haben?“ - „So früh? Aber natürlich...“. Als ich nach draußen gehe, sind immer noch Kids da. Und sie erinnern sich an mich von der gestrigen Show in Stockholm. Einer hat die LOTD-Setlist dabei und will, das sich sie signiere. Ich sehe, dass die anderen aus der Band bereits unterschrieben haben und merke, dass ich der letzte bin, der den Bus verlässt. Wie jeden Tag. Ich gebe dem Jungen einen Gitarren-Pick und unterhalte mich kurz mit ihm. Dann widme ich mich meinem täglichen Ritual. Nachdem wir die Bühne in Schutt und Asche gelegt haben, schießen wir Fotos für die Wall Of Fame der Umkleide und des Restaurants der Venue.



Tag 21
Mittwoch, 29. Februar, Aarhus, Voxhall

Dänemark. Wir legen mit der Fähre an. Zur Venue sind es noch drei Stunden Fahrt. Vor der Show gehen wir in ein gutes Steakhouse und lassen es uns schmecken. Die ist gut, aber nicht unsere beste. Die Venue ist etwas kleiner, so auch das Publikum. Die Reaktionen ist gut, aber mehr lässt sich nicht sagen. Das reflektiert wohl auch auf uns. Vielleicht ist es auch einfach nur einer dieser Tage. Man kann nicht immer gewinnen, oder?



Tag 22
Donnerstag. 01. März, Berlin Postbahnhof

Berlin. Ich liebe diese Stadt. Auch, wenn ich noch nie im Stadtzentrum war, erlebe ich hier immer einen großartigen Vibe. Die Show ist einfach super - die Meute ebenfalls. Nach der Show haben wir alle Burger-Hunger und gehen zu dem berühmten großen gelben Vogel, der aussieht wie ein „M“.



Tag 23
Freitag, 02. März, Leipzig, Hellraiser

Schöne Venue. Sehr Metal mit all den fiesen Bildern an den Wänden. Werwölfe, Monster und große Wikinger, die sich auch auf einem MANOWAR-Cover gut machen würden. Heute spielen wir eine der besten Shows. Als das Intro einstzt, habe ich überall Gänsehaut. Das Publikum dreht durch und bekommt das, weshalb es gekommen ist. Die volle LEGION-Breitseite. Nach der Show begebe ich mich mit dem Gitarristen von BEHEMOTH, Alex Webster von CANNIBAL CORPSE, unserem Lichtmann, Boris und Mark von MISERY INDEX auf ein Abenteuer. Hinter der Venue ist ein altes, verlassenes Fabrikgebäude. Hier wurde das „Hand Of Darkness“-Video von LOTD gedreht und auch einige Bandphotos geschossen. Ich kann verstehen, warum. Es ist düster, wir haben nur unsere Handys. Zum Glück hat Alex eine Taschenlampe. Wir begeben uns auf unsere Mission in das alte Gebäude. Der perfekte Anfang für einen Horrorfilm. Es ist echt verdammt gruselig. Überall Tunnel und man kann sich sehr schnell verlieren. Was, wenn wir hier einen Toten finden... oder 30 Tote???



Tag 24
Samstag, 03. März, Gießen, Hessenhalle

Die letzte echte Full Of Hate-Show. Morgen schließt sich die FOH-Crew mit dem Billing des Neurotic DeathFeast zusammen. Eine sehr große Halle. Super Catering. Jeder ist in einer seltsamen Art Euphorie anzutreffen, da die meisten bald wieder nach Hause gehen. Der Auftritt läuft gut und der Menge scheint es Spaß zu machen. Ich mache heute keine Party, da ich fit sein will, wenn wir morgen zurück nach Tilburg ins 013 kommen. Eine Venue, von der ich nur 15 Minuten entfernt lebe.



Tag 25
Sonntag, 04. März, Tilburg, 013

Wir sind zu Hause. Nur noch eine Show. Meine Eltern und mein Bruder mit seiner Freundin und ein paar Freunden sind gekommen. Die Show läuft großartig. Die Reaktionen fallen etwas kleiner aus, als bei der restlichen Tour. Vielleicht ist das Publikum müde, da es Sonntag ist und es bereits der dritte Tag des Neurotic DeathFeasts ist. Ich sehe bei den anderen Bands ähnlich zurückhaltende Resonanz. Oh well, wir haben trotzdem Arsch getreten. Übrigens, heute hat der Sänger von MISERY INDEX seinen 30. Geburtstag, also beschließen wir, ihn mit einer Sahne-Creme-Torte zu überraschen. Genau das tut Harold, der Ihm das Teil direkt vor dem letzten Song mitten im Gesicht platziert. Alles läuft also wie geplant. Perfekt!


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