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Als Ende Juni 1997 eine Platte namens "Glory To The Brave" von einer bis dato noch unbekannten schwedischen Band namens HAMMERFALL auf den Markt kam, war das Gelächter groß. Der verspielte Zirkel aus guten Freunden hatte intern eine durchwegs härtere musikalische Erziehung hinter sich und sah diese Power-Metal-Platte als reines Spaßprojekt. Dass Joacim Cans, Oscar Dronjak und Co. damit die Metalwelt revolutionieren würden, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.

In den deutschen Charts stieg das Album auf Platz 38 ein - keinem Metal-Debütalbum sollte das jemals wieder gelingen. Und obwohl die galoppierenden, auf IRON MAIDEN beruhenden 80er-Riffs, die Rob Halford-Gedenkshouts und das martialisch-patriarchalische Fantasy-Konzept á la MANOWAR ein Triumvirat des verkrusteten "Vergangenheitsmetals" darstellten, sehnten sich viele Fans wohl genau danach. Ein Eskapismus aus den brutalen Welten des Death, den satanischen Schurkenakten des Black und der kreativen Brachliegung von Thrash. HAMMERFALL brachten mit "Glory To The Brave" vor 20 Jahren nicht nur den Power Metal ins neue Jahrtausend, sondern machten breitenwirksame Erfolge der Marke SABATON überhaupt erst möglich.

Zwei Dekaden später, mannschaftlich leicht verändert, aber immer noch mit demselben Humor und der LIebe zum Metal sorgen die Göteborger unverändert für alle Hallen. Im Zuge ihres umjubelten Konzerts in der Wiener Arena baten wir Chef Oscar Dronjak und den 2007 zurückgekehrten, verlorenen Sohn Fredrik Larsson zur ausgiebigen Vergangenheitsrückschau. Lasst euch für ein paar Minuten entführen, in eine Welt der Drachen und Burgen, in eine Zeit, als Social Media noch nicht einmal ein grobes Gedankenkonstrukt war. Vorhang auf für das 20-Jahre-Jubiläum von "Glory To The Brave" - die Platte, die ein ganzes Genre wieder ins Rampenlicht zurückführte.

Oscar, Fredrik - gemeinsam mit Glenn Ljungström, Joacim Cans und Jesper Strömblad wart ihr zwei die treibenden Kräfte hinter dem legendären HAMMERFALL-Debüt „Glory To The Brave“, das nun seinen 20. Geburtstag feiert. Was sind die ersten Gedanken, die euch dazu in den Sinn kommen?

Oscar Dronjak: Es ist schwierig, sich an Details zu erinnern nach so langer Zeit. Wir wollten damals nicht die Weltherrschaft, sondern einfach nur ein gutes Heavy-Metal-Album aus dem Boden stampfen. Keiner von uns hat damals weiter gedacht. Als wir die Platte gemixt hörten, klang sie aber wirklich gut und da kam uns erstmals der Gedanke, dass wir damit vielleicht auch außerhalb Schwedens ein paar Shows spielen sollten. Wir haben das Album innerhalb von 16 Tagen aufgenommen. Vom Start bis zum fertigen Mix. [lacht]


Für den Vertrieb in Europa habt ihr schnell einen Vertrag beim Branchenriesen Nuclear Blast bekommen. Wie ging das so schnell über die Bühne?

Dronjak: Sie mochten was sie hörten und sie kamen dazu, weil Jesper Strömblad, der damals bei IN FLAMES bei Nuclear Blast unter Vertrag war, ihnen ein Tape gab. Irgendjemand dort entschied dann, dass sie uns gerne vertreiben würden, obwohl sie selbst keine großen Hoffnungen darin setzten. Sie dachten auch, dass sie da eher etwas Lustiges rausbringen, als eine Cash-Cow hochzuzüchten.

Fredrik Larsson: Das Ganze endete damit, dass „Glory To The Brave“ das meistverkaufte Heavy-Metal-Debütalbum ever war. Ich glaube, das hat sich bis heute nicht geändert.


In Deutschland seid ihr damit auf Platz 38 der Charts gelandet. Kein Metal-Debütalbum danach schaffte es so weit nach oben…

Dronjak: So anders waren die Tage damals zu heute. Unglaublich eigentlich. Wir haben selbst nicht daran geglaubt, dass irgendjemand diese Musik mag und dann passierte das.


Jesper hat euch die Türen geöffnet und wurde in den Credits auch als Drummer angegeben. Eigentlich hat aber Patrik Räfling alle Schlagzeugspuren eingespielt.

Dronjak: Wir haben ihn gefeuert. [lacht] Jesper hat uns angeboten, die Drums zu bedienen, aber auch zugegeben, dass er kein echter Schlagzeuger ist und uns lieber jemand anderen empfehlen würde. Das haben wir dann eben so gemacht und so wurde Patrik zum HAMMERFALL-Drummer. Im Album sind dann beide mit Bildern im Booklet zu sehen – wir dachten, das wäre die fairste Lösung. Das illustriert aber gut, wie wir damals darüber dachten. Uns war es egal, was im Booklet steht, weil wir nie damit rechneten, dass es irgendjemanden interessieren würde. Als das Album rauskam, waren eigentlich nur mehr Joacim und ich in der Band und trotzdem haben wir alle anderen im Booklet aufleuchten lassen. Wenn jemand fragte, haben wir uns als Band bezeichnet, aber rückblickend war das ein Fehler. Als es zu den Touren kam haben die Leute jahrelang nicht gecheckt, wie die Band jetzt eigentlich aussieht. [lacht] Wir haben aber nie mit dem Erfolg gerechnet.


Ihr wart eben mehr ein Haufen guter Freunde, eine Art „Fun-Project“.

Dronjak: Wir haben es schon ernst genommen, aber hatten keine Erwartungen.
Larsson: Wir wollten einfach ein Album machen, damit wir die Möglichkeit nutzen konnten, in einem richtigen Studio zu arbeiten. Es war einfach großartig. Es war schwierig, damals einen Labeldeal zu kriegen, vor allem mit dieser Musik.


Der Power Metal oder klassische Heavy Metal war 1997 quasi ausgestorben. Es ist kein Geheimnis, dass ihr mit eurem Debüt ein ganzes Genre wiederbelebt habt.

Dronjak: Wenn du in den 90er-Jahren die Szene nicht persönlich miterlebt hast, hast du keine Ahnung, wie schlimm es darum bestellt war für diese Art von Musik. Die Leute haben diese Art von Metal nicht nur ignoriert, sondern ihn richtiggehend verachtet. Wir waren damals nicht so weit von den 80ern weg und viele hassten diese Zeit noch immer. Ich kann das ja sogar nachvollziehen, aber das kannst du über jede Dekade sagen. [lacht] Für uns ging es neben der Musik auch um das Leder und die Ketten. Wenn du so auf die Bühne gegangen bist, haben dich alle ausgelacht und den Finger auf dich gerichtet, daran erinnere ich mich gut. [lacht] So hast du natürlich wenig Hoffnung auf eine Karriere. Aber wir haben dann realisiert, dass es in Deutschland tonnenweise Typen wie uns gab – wir waren nur niemals vorher dort. Als wir das entdeckten, ging alles extrem schnell.

Larsson: Unser Image hatten wir schnell weg. Wir haben uns ja auch so klischeehaft gekleidet, weil wir das als Kids selbst irrsinnig cool fanden.

Dronjak: Zu der Zeit war jeder andere, der cool war oder in einer Rockband spielte, in Flanellhemden und kurzen Shorts gekleidet. [lacht] Das Image war der Typ von nebenan, allen war alles egal. Wir haben aber immer gesagt, dass ein Konzert ein Event ist, etwas Besonderes darstellt. Wir hatten den gleichen Gedankengang wie KISS, auch wenn sie es weitertrieben. Wir wollten eine Aura kreieren, die speziell war. Was die Leute heute gerne vergessen ist, dass dieses Image nach „Glory To The Brave“ wieder salonfähig wurde. Keiner hat es direkt vor uns gemacht und so viele andere knapp danach. Ich spielte anfangs noch parallel in der Death-Metal-Band CEREMONIAL OATH und auch da waren wir ganz leger unterwegs. Nur der Black Metal war damals auf ein Image ausgerichtet. Als wir mit unserem Image kamen, glaubten alle, wir hätten keine Songs. Der Gedanke damals war: „Man kann ja nicht beides haben.“ [lacht] Als wir merkten, dass wir aber alles hatten, wussten wir erstmals, dass wir damit was schaffen könnten. Wir haben alles sehr ernst genommen, das Image und die Musik. Nach uns machten das alle – sogar GAMMA RAY. [lacht]

Als wir 1997 das erste Mal mit ihnen tourten, hatten sie keine Stageklamotten, aber ein paar Jahre später sahen sie ähnlich aus wie wir. [lacht] Darauf bin ich schon sehr stolz, dass wir da eine Bewegung in die Szene brachten. Wir hatten einfach ein komplettes Bandpaket. Wir sind mit Bands wie JUDAS PRIEST oder RUNNING WILD aufgewachsen, auch ein bisschen SAXON. Aber es ging um das martialische Image, das wir immer liebten. Jede Entscheidung bei HAMMERFALL fußt immer darauf, dass wir es so wollen und es so lieben. Das hat sich bis heute nicht geändert.


Ihr habt ihm Prinzip die visuelle Theatralik und Dramatik in den Metal zurückgebracht.

Larsson: Für die Fans soll ein Konzert eine große Show sein, nicht nur die Musik. Für uns sind auch die Lichteffekte extrem wichtig. Eine Zeit lang haben wir auch viel Pyro verwendet.

Dronjak: Das war auch lustig. Wir wollten – wie gesagt – die Shows zum Leben erwecken, die wir selbst liebten. IRON MAIDEN hatten in den 80er-Jahren die unglaublichsten Bühnenbilder. Die „Powerslave“-Bühne merkst du dir dein ganzes Leben lang. 1998 hatten wir erstmals Pyrotechnik mit und konnten unsere Bühnenpläne umsetzen. Wir sind damals mal mit IN FLAMES abgehangen und ich erinnere mich daran, dass Anders Fridén stolz sagte: „Oh mein Gott Pyro? Das ist so 80er, sowas werden wir nie verwenden.“ Und heute? Hast du die letzten IN FLAMES-Shows gesehen? [lacht] Ende der 90er-Jahre war das halt alles out und wir waren dem 80er-Trend einfach immer einen Schritt voraus. Heute kannst du diese dicken Metalshows wieder überall sehen. Bands wie SABATON bauen ihre gesamte Show auf Pyro auf. Ohne Feuer würde da nicht mehr viel übrigbleiben. [lacht]




Wäre eine Band wie SABATON heute überhaupt so erfolgreich ohne „Glory To The Brave“?

Dronjak: Absolut nicht. Sagen wir so – wären es nicht wir gewesen, dann wohl eine andere Band. Wir haben sicher für sehr viele andere Bands die Türen geöffnet. Das Klima in dem Business von heute kannst du mit damals nicht vergleichen. Es gab aber natürlich auch Bands, die uns beeinflussten, wir haben das Rad natürlich nicht neu erfunden. Wir haben sicher einiges gut gemacht, aber ohne uns hätte es sicher jemand anderen gegeben. Wir sehen das durchaus realistisch.


Hat dieser spontane, überfallsartige Erfolg nach dem Debütalbum euch als Persönlichkeiten und Menschen fundamental verändert?

Larsson: Ich wurde zum radikalen Rockstar und habe die Band verlassen. [lacht]

Dronjak: Es hat uns verändert, da braucht man nicht lügen, aber nicht sofort. Bei mir hat es Jahre gedauert, bis ich realisierte, wie viel Erfolg wir mit der Band eigentlich haben. Ich hatte ja nie daran gedacht. Irgendwann rund um das Album „Renegade“ habe ich verstanden, was wir schon erreichten und wie weit unsere Karriere gegangen war. Als wir „Glory To The Brave“ einspielten, war ich Vollzeitstudent und habe nebenbei gearbeitet. Ich lebte damals am Minimum, hatte zu meinem Einkommen noch 50 Prozent Unterstützung vom Staat. Als die ersten Schecks für HAMMERFALL eintrudeln, hatte ich Angst, das Geld umzusetzen, denn bislang ging jeder Cent für Wohnung, Essen und das tägliche Bier drauf. [lacht] Joacim hatte vorher einen Full-Time-Job und ihn für HAMMERFALL hingeschmissen, das war sehr mutig.

Ich traute mich echt lange nicht, mein Geld auszugeben. Für „Legacy Of Kings“ habe ich mir meine Traumgitarre geleistet, ein Randy-Rhoads-Modell. Im Musikladen haben wir damals ein paar Kleinigkeiten gekauft und ich sah diese Gitarre hängen. Unser Produzent Fredrik Nordström war mit und sagte: „Na dann kauf sie doch einfach“. Für mich klang das so irre, aber ich habe erstens ja genug Geld gehabt und wann sollte ich sie denn kaufen, wenn nicht vor der Aufnahme eines Albums? [lacht] Sie kostete gar nicht so viel – vielleicht 600 Euro, aber das war das Vierfache als ich gewohnt war. Ich brauchte einfach eine gewisse Zeit um zu realisieren, dass ich die Münzen nicht mehr dauernd umdrehen musste. Natürlich hat sich damit auch die Persönlichkeit verändert, aber wir versuchen zeit unseres Lebens am Boden zu bleiben, was uns auch sehr gut gelingt. Das Gute war immer, dass wir alle keine Teenager mehr waren, als der Erfolg kam. Wir hatten alle Jobs, ein Studium und schon genug Banderfahrung.


Fredrik, warum hast du HAMMERFALL damals direkt nach dem Sensationsdebüt verlassen?

Larsson: Damals war ich mehr im Death- und Thrash-Metal verankert und wollte einfach weiter in diese Richtung gehen. Wenn ich mich nicht zu 100 Prozent auf HAMMERFALL konzentrieren kann, dann gehe ich lieber.

Dronjak: Ach, er hat die Musik einfach nicht gemocht. [lacht]

Larsson: Es stimmt sicher auch ein bisschen. Ich bin ja schon vor dem Release des Albums gegangen, also lange vor dem großen Erfolg.

Dronjak: Wir hatten damals schon einen kleinen Deal und noch nichts zu erwarten. Erst mit Nuclear Blast kam die ganze Sache ins Rollen. Ich war überrascht, dass Fredrik ging, denn ich dachte wirklich, er würde länger ein Teil davon sein wollen. Aber ich habe seine Entscheidung damals respektiert, immerhin waren wir schon viele Jahre vor HAMMERFALL gut miteinander befreundet. Man darf solche Dinge niemals zu persönlich nehmen. Business ist Business. Fredrik hat uns auch gesagt, dass er uns so lange unterstützt, bis wir einen Ersatz finden. Deshalb gab es noch Konzerte und auch Videoaufnahmen mit Fredrik, bis schließlich Magnus Rosén einstieg. Das Album war aber schon fertig als Fredrik ging. Dann hieß es also: „Thank you, fuck you, goodbye“. [lacht]


Bevor ihr mit HAMMERFALL so richtig durchgestartet seid, habt ihr alle in wesentlich brutaleren Metalbands gespielt. Habt ihr das nach dem schnellen Erfolg vermisst?

Larsson: Die Frage ist mehr für dich gedacht Oscar, ich habe von dem Erfolg nichts miterlebt. [lacht]

Dronjak: Du hast gerade so geschaut, als ob du etwas sagen möchtest. [lacht] Meine ersten Bands, die ich hörte, als ich begann Gitarre zu spielen, waren ACCEPT und JUDAS PRIEST. Selbst als wir alle Death Metal spielten waren diese Bands immer meine Hauptinspirationsquelle. Das war quasi der Ursprung von allem für mich. Ich habe diese Art von Heavy Metal gedanklich nie verlassen, auch wenn ich härtere Musik spielte. HAMMERFALL startete ich erst, als ich CEREMONIAL OATH verließ und da wollte ich eben etwas Ursprüngliches machen –das war 1993. Ich habe dafür auch meine Freunde hinzugezogen, die melodischen Metal mochten – so viele gab es damals nicht. [lacht] Ich vermisse in die Richtung aber absolut gar nichts.



Was bedeutet euch „Glory To The Brave“ heute, 20 Jahre später?

Dronjak: Es war ein großartiges Album, aber nicht unser bestes. Es ist uns sicherlich sehr gut gelungen, unsere Liebe zur Musik auf diesem Werk zu kanalisieren. Wir wollten unsere Favoriten huldigen und das haben wir millionenfach besser geschafft, als wir uns je erträumt hatten.

Larsson: Wenn ich mir das Album heute anhöre, dann fühle und spüre ich unsere Jugend, die Naivität und Entschlossenheit. Es ist aber schwierig, sich noch mal in so eine Lage reinzuversetzen.

Dronjak: Speziell dann, wenn seitdem 20 Jahre vergangen sind. [lacht] Wir haben es aber ziemlich gut geschafft, diese Energie von damals auf unser aktuelles Werk „Built To Last“ zu transferieren. Es war immer unser großes Ziel, die Frische nie zu verlieren. Das gelang uns bekanntlich nicht immer, aber wir haben uns hier ganz sicher wieder gefunden. 20 lange Jahre später klingen wir natürlich anders, aber die Emotion und die Atmosphäre sind ähnlich intensiv wie einst.


Was sind eure persönlichen Lieblingssongs auf „Glory To The Brave“?

Larsson: Ich würde sagen „Stone Cold“. Ich mag das Live-Feeling dieses Songs. Wir haben hier einen Mid-Tempo-Kracher erschaffen, der einfach geradewegs nach vorne stampft. Ich stehe darauf.

Dronjak: Ich würde wohl „Steel Meets Steel“ wählen, weil es der allererste HAMMERFALL-Song war, den ich schrieb. Damals hatte ich noch nicht einmal Bandmitglieder. Bis auf die Lyrics bliebt der Song fast original, er wird immer sehr speziell für mich sein, weil es der Start von etwas Großem war. Wenn es um Live-Konzerte geht, dann ist es „HammerFall“, weil er die meiste Energie hat – auch wenn wir ihn momentan nicht spielen. [lacht]


Joacim bediente schon damals textlich alle Klischees, die man sich im Fantasy-Bereich nur vorstellen kann. Dienten die allmächtigen MANOWAR als Hauptinspirationsquelle?

Dronjak: Natürlich. Jeder ist von MANOWAR inspiriert, ob er das will oder nicht. [lacht] Auch QUEENSRYCHE, DEMON und RIOT waren da Vorbilder. Joacim hatte aber schon immer seine eigene Fantasiewelt und die hat immer gut zu unseren Songs gepasst.


Was vermisst ihr von diesen alten, naiven Tagen heute am meisten?

Dronjak: Außer die Jugend vermisse ich nichts. [lacht] Heute ist alles so viel besser. Ich mag mich selbst auch viel mehr als früher. Natürlich mochte ich mich auch früher gerne, aber ich bin heute einfach die bessere Version meines Selbst. [lacht]




Werdet ihr das Album irgendwann in diesem Jahr aus Jubiläumsgründen noch mal zur Gänze aufführen?

Dronjak: Nein. Wir machten das 2014 als Special in Wacken und damit ist die Sache für uns gegessen.

Larsson: Man sollte niemals nie sagen, aber geplant ist dahingehend jedenfalls nichts.

Dronjak: Wir haben schon so viele neue Songs im Talon, dass wir die ganz alten Kamellen auch nicht mehr zwingend aufwärmen möchten.

Larsson: Auf „Glory To The Brave“ gibt es auch viele Songs, die wir nie spielen. Manche haben wir nur einmal in Wacken und vielleicht ein paar ganz am Anfang gespielt. Wir haben das Album in Wacken ja schon 1997 durchgespielt, deshalb auch 2014 die Wiederholung. Es kommt aber immer auf die Stimmung an, aber wir versuchen, nicht mehr so viele alte Songs zu spielen. Derzeit haben wir das in einem Medley verpackt, damit wir sie drinnen haben, aber keine fünf ganzen Songs spielen müssen.

Album: "Glory To The Brave"
veröffentlicht am 27. Juni 1997
via Vic Records (später vertrieben über Nuclear Blast Records)

***Tracklist "Glory To The Brave"***

1. The Dragon Lies Bleeding
2. The Metal Age
3. HammerFall
4. I Believe
5. Child Of The Damned (WARLORD-Cover)
6. Steel Meets Steel
7. Stone Cold
8. Unchained
9. Glory To The Brave
10. Ravenlord (STORMWITCH-Cover, Bonus Track)

***Bandbesetzung***

Vocals: Joacim Cans
Guitar, Backing Vocals: Oscar Dronjak
Bass, Backing Vocals: Fredrik Larsson
Guitar: Glenn Ljungström
Drums (gelistet, aber nicht auf dem Album zu hören): Jesper Strömblad

Drums: Patrik Räfling
Lead & Acoustic Guitar: Stefan Elmgren
Lead Guitar: Mats Hansson
Piano, Keyboards & Backing Vocals: Fredrik Nordström
Background Harmonies: Niklas Isfeldt
Backing Vocals: Hans Björk

Cover-Artwork: Andreas Marschall
Producer: Fredrik Nordström
Mastering: Göran Finnberg
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