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Habt Ihr Euch schon öfter mal gefragt, was manche Begriffe aus der Studiotechnik, die einem tagtäglich um die Ohren gehauen werden, eigentlich wirklich bedeuten? Wolltet Ihr daher schon immer mal wissen, was denn nun eigentlich Mastering und Trigger sind bzw. wie der Stand der modernen Aufnahmemöglichkeiten aussieht und wie eine Aufnahme im Studio prinzipiell abläuft, um ein wenig mehr hinter die Kulissen einer CD-Produktion blicken zu können? Dann seid Ihr hier richtig, denn Christoph Brandes [MIGHTIEST, ex-SECOND COMING], seines Zeichens Betreiber der Iguana Studios vor den Toren Freiburgs, der beispielsweise schon mit NECROPHAGIST, DEADBORN, FRAGMENTS OF UNBECOMING, DEAD EYED SLEEPER oder BITTERNESS gearbeitet hat, hat sich den neugierigen Metalnews-Fragen im Rahmen dieses Studio/Technik-Specials angenommen und gibt bereitwillig Auskunft. Doch lest selbst:



Was ist ein Trigger? Welche Vor- und Nachteile resultieren daraus sowohl im Studio als auch im Rahmen eines Konzerts?

Ein Trigger ist ein Kontaktmikrophon, welches zum Beispiel an einer Trommel angebracht wird – meist ist das in einem dieser roten Metallgehäuse verborgen, welche dann an der Kickdrum bzw. an der Snare und manchmal auch an den Toms angeklemmt sind. Dieser Trigger alleine ist noch völlig harmlos; um einen Sound zu bekommen, muss der dann an einem Triggermodul angeschlossen werden. Das ist ein Gerät, welches mit den Signalen, die durch das Schlagen der Trommel erzeugt werden, entsprechende Sounds „triggert“.

Vorteile:
In der Praxis wird man beispielsweise für die Kickdrum einen schön knackig klingenden Kickdrumsound einstellen; wenn der Drummer dann die Kick tritt, wird automatisch ein toller Kicksound getriggert, will sagen: abgespielt. Theoretisch ist dem Modul aber egal, was das Signal ausgelöst hat – man könnte mit der Snare also auch einen Pistolenknall auslösen oder Hundegebell...

Und genau das ist der Punkt:
Man benutzt ein Triggersystem, um zum einen suboptimale [zu leicht, zu unsauber etc.] Anschläge als auch miese Trommeln auf der PA [also live] oder im Studio trotzdem „fett“ klingen zu lassen, und zum anderen als Stilmittel, um Sounds zu erhalten, die auf herkömmlichem Wege nur schwer zu erzielen sind.

Das sind dann auch genau die Vorteile – ich würde sogar sagen, dass in bestimmten Situationen das Triggern nicht nur „ein Vorteil“ ist, sondern absolut lebensnotwendig. Man höre sich zum Beispiel DIMMU BORGIR-Veröffentlichungen oder -Gigs an; ohne Trigger würde die Kickdrum nicht in dieser Art ballern.

Nachteile::
Unter Umständen der „künstliche“ Klang... Die meist fehlende Dynamik... Eine Jazzband beziehungsweise deren Drummer würde nie im Leben mit einem getriggerten Drumkit spielen wollen. Und Aufgrund der Tatsache, dass ein Trigger die Performance beschönigt, lehnen manche Drummer einen Trigger eher ab.

Des Weiteren gibt es natürlich zig technische Problematiken und Details, auf die ich hier nicht näher eingehen kann. Genannt werden müssen aber da z.B die so genannten „Fehltrigger“ – das heißt, es kann passieren, dass bei zu leichten Schlägen der Trigger nicht auslöst bzw. bei Übersprechen [Schläge auf andere Trommeln etc.] Sounds „aus Versehen“ ausgelöst werden. Live fällt das oft nicht weiter auf, man freut sich über die Soundvorteile; im Studio muss das dann aber natürlich sehr penibel nachbearbeitet werden.


Was ist „auf Click spielen“ bzw. Click Track? Welche Vorteile bzw. Nachteile bringt dies mit sich?

Die Band bzw. die Musiker – in der Regel aber zumindest der Drummer – spielt bzw. spielen nicht „frei“, sondern zu einem Metronom. Dem Click. Der Clicktrack ist dann quasi die Spur mit dem Click, im einfachsten Fall ein durchgehendes Tempo, oft aber auch mit Tempo- und Taktartwechseln. Während man bei einem durchgehenden Tempo einfach ein Metronom laufen lassen kann, muss ein komplexer Clicktrack entsprechend programmiert werden.


Vorteile:

Ganz klar stellt man sicher, dass der Drummer beziehungsweise die Band „im Tempo“ bleibt und nicht schneller oder langsamer wird. Im Studio hat man noch diverse andere Vorteile, z.B. ist es dann einfacher, die Spuren zu schneiden, zu begradigen [editieren], Parts zu kopieren etc.

Nachteile:
Je nach Musikstil bzw. Philosophie kann eine „zu gerade“ Performance unpassend sein; man möchte explizit die spontane Dynamik und das Feeling des Augenblicks... Auch wird ein ungeübter Drummer mit dem Clicktrack seine Probleme haben und statt sich auf eine gute Performance konzentrieren zu können, muss er darauf achten, den Click nicht zu verlieren.

An dieser Stelle einfach noch der gute Rat: Wenn Ihr mit einem Click aufnehmen möchtet und das noch nie gemacht habt – der Drummer muss das vorher unbedingt ausreichend üben!!!




Zum Thema ‚Sound’: Steril, klinisch und modern – oder Old School, ungeschliffen und mit Herz? Oder ist das nicht ganz so leicht auseinander zu halten, wie es den Anschein hat?

Man hat heutzutage extrem viele Möglichkeiten der Nachbearbeitung und der Klangmodifikation. Oft möchte man das dann auch nutzen. Aber man MUSS sie nicht nutzen. Bzw. kann man sie auch so nutzen, dass das Ganze dann noch Herz hat und ungeschliffen klingt, aber trotzdem besser ist als das, was rausgekommen wäre, hätte man das Ganze vor 20 Jahren produziert.

Ich bin nicht direkt ein Fan von extrem klinischen Sounds, aber wenn die Musik das benötigt, dann geht man diesen Weg; wenn das Punkrock-Demo ordentlich scheppern soll, dann kann man auch mit der modernsten Digitaltechnik den Old-School-Weg gehen. Nur dass man eventuell die peinlichsten Schnitzer doch noch schnell rausschneiden kann. :-)

Natürlich gibt es auch den Mittelweg. Nutze die moderne Technik, um eine Produktion zu realisieren, die die Band ohne diese Möglichkeiten niemals hinbekommen hätte. Ich möchte hier aber auch explizit zwischen „ungeschliffen, Old School & mit Herz“ und „unsauber + dilettantisch“ differenzieren!


Worin bestehen die Unterschiede bei analogen bzw. digitalen Aufnahmen? Welche Möglichkeiten, Vor- und Nachteile sowie Kosten spielen eine Rolle?

Generell ist die aktuell gängige Aufnahmetechnik digital. Komplett analog aufzunehmen, ist zwar möglich und wird auch noch von Fans praktiziert, jedoch sind die Medien [Bänder – sofern noch erhältlich] ziemlich teuer – ebenso die Wartung der Bandmaschinen etc. Die Kosten für das Bandmaterial könnten durchaus das Budget, das eine regionale Band für die komplette Produktion hat, übersteigen!

Ich kenne in meiner Sparte niemanden, der analog aufnimmt; natürlich gibt es die berühmte Kombination „the best of both worlds“ – will sagen, man nimmt über entsprechend exklusive [natürlich analoge] Mikrofonpreamps [unter Umständen in Röhrenbauweise, mit edlen Eqs, Kompressoren etc.] auf – und zwar dann auf Harddisc – also digital; später im Mix kann man dann – sofern man die Peripherie dazu hat – wieder analog abmischen.

Früher galten digitale Aufnahmen als „kalt“ und „steril“, aber mittlerweile sind z.B. die Audio-Wandler sehr gut und auch softwareseitig ist die Klangqualität über alle Zweifel erhaben.

Vorteile:
Vorteile der digitalen Arbeitsweise sind grundlegend die Flexibilität, die Kostenseite, die schier endlosen Möglichkeiten. Produktionen, wie ich sie heute tagtäglich realisiere, wären vor 20 Jahren entweder gar nicht oder nur mit immensem Geldaufwand möglich gewesen.

Außerdem überlappen sich z.B bei mir die Produktionen sehr oft: Ich arbeite z.B zurzeit an fünf verschiedenen Alben, dazu noch das eine oder andere Mastering – somit bin ich darauf angewiesen, den Mix komplett total-recall speichern zu können, um ihn an einem späteren Zeitpunkt exakt so wieder zu öffnen, um weiter zu arbeiten oder etwas zu modifizieren. Wenn Du analog auf einem Mischpult mischst, geht das nicht; ist der Tag rum und der Mix fertig, dann kann man nichts mehr dran ändern – und wenn dann fünf Tage später der Sänger anruft und unbedingt doch noch etwas mehr Hall im Refrain haben möchte, dann würde das halt einfach nicht möglich sein, da das ganze Pult und die Geräte ja schon wieder für eine andere Produktion eingestellt sind.


Was kann man mit Cubase im heimischen Proberaum anstellen?

Das kommt auf den User drauf an. :-) Das Programm ist übrigens von der Firma Steinberg. Natürlich gibt es von zig anderen Firmen vergleichbare Programme.
Und anstellen kann man theoretisch eine ganze Menge. Ich mische regelmäßig durchaus brauchbare Aufnahmen, die auf diesem Weg entstanden sind. Zumindest aber ist das eine tolle Sache, um an den Songs zu arbeiten, um Demos aufzunehmen, zu experimentieren... Natürlich benötigt man nicht nur die Software, sondern auch entsprechend Mikrofone, Preamps/Wandler, eine Abhörumgebung und vor allem Ahnung, wie man das dann alles benutzen muss... Aber es ist schon so, dass seitens der Software eigentlich nichts mehr unmöglich ist. Um auf den obigen Punkt zurück zu kommen: Für die Kohle [ich glaube ca. maximal 800 Euro] stehen einem mit dem aktuellen Cubase Möglichkeiten zur Verfügung, für die man vor 20 Jahren ein mindestens 500.000 Steine teures Riesenstudio benötigt hätte...


Was genau ist eigentlich „Pro Tools“? Wie findet es Verwendung? Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Pro Tools ist – wie das oben angesprochene Cubase – eine Software. Pro Tools wird – wie eben auch Cubase – oder Logic Audio – oder, oder, oder – in Studios verwendet. In dieser Software wird via Audiointerface aufgenommen, editiert, gemischt etc. [siehe Punkt Digitaltechnik & Cubase].

In den Anfangstagen der computergestützten Aufnahmetechnik war PT eigentlich die einzige professionelle Lösung, mittlerweile sind viele andere Programme gleichgezogen.

Vorteile:
Recht weit verbreitet – somit hohe Kompatibilität der Projekte bzw. der Engineers.

Nachteile:
Die Pro Tools HD ist sehr teuer in der Anschaffung, da die Software nicht nativ [also vom Computer berechnet] läuft, sondern auf DSP-Karten. [Anmerk.: DSP = Direct Signal Processor]

Ich persönlich z.B werde mit der Bedienung und der Oberfläche nicht so recht warm, deswegen benutze ich Nuendo, eine vergleichbare Lösung eines anderen Herstellers. Somit kann ich zu Vor und Nachteilen nichts weiter sagen; der eine verwendet Lösung A, der andere Lösung B. Gute [oder schlechte] Produktionen kann man mit A und B machen...




Der Zuständige im Studio meint, „für Extrem Metal muss es schon ein Engl oder MesaBoogie-Amp sein“. Bzw. generell: Wie viel Identität ist dem unbedarften Einsteiger erlaubt – was sollte er sich ‚gefallen’ lassen und was nicht?

Fakt ist: Die Amps von Mesa Boogie und Engl sind ziemlich amtlich und oft führt kein Weg an ihnen [oder ähnlich edlen] vorbei, wenn man einen bestimmten Sound haben möchte. Allerdings ist es nicht der Amp alleine, der den Sound macht. Der Gitarrist und sein Instrument sind da erst mal das Wichtigste, dann erst kommt der Amp nebst Box/Cab... Das muss dann noch entsprechend aufgenommen werden.

Wenn jemand mit seinem XY-No-Name-Combo DEN Sound schlechthin erzeugt, der exakt zu seinem Spiel und zur Mucke passt – dann ist genau DIESER Amp der richtige.

Es ist halt immer die Frage, was man will. Wenn man halt eben den topmodernen Standard-Bratfaktor-Sound will, dann muss man halt auch den entsprechenden Amp nehmen.

Oft ist es somit dann tatsächlich so, dass man für eine Produktion, an die man gewisse Anforderungen hat, noch einen der oben genannten Amps besorgen muss, damit es geil wird.

Aber um zur Frage zurück zu kommen: Wenn sich der „unbedarfte Ensteiger“ etwas „gefallen lassen muss“, dann ist er meiner Meinung nach an den falschen „Studiotypen“ geraten. Solche Punkte müssen immer im Gespräch geklärt werden und oft möchte die Band halt nun eben diesen und jenen Sound haben; wenn dann der Studiotyp aufgrund seiner Kompetenz meint, dass man dafür dann auch Amp XY benötigt, dann muss man halt zusammen einen Weg finden, den Amp zu organisieren, oder aber man arbeitet mit dem Equipment, das man hat, und kitzelt da das Maximum raus, was nicht minder geil werden kann... Nur wird halt ein H&K-Combo nie nach einem Tripple-Recti klingen. :-)


Wie lange braucht man ungefähr, bis alles aufgebaut ist, der richtige Gitarrensound gefunden wurde und die Bass Drum/das Schlagzeug gut klingt? Mit welchen Vorstellungen kommen Bands ins Studio bzw. kommen sie mit Sound-Vorstellungen oder ist dies oft dem Produzenten überlassen?

Das kommt darauf an, welchen Qualitätsanspruch die Produktion hat und welches Budget dahinter steckt. Wenn die Band in drei Tagen alles im Kasten haben möchte, dann muss das Drumkit in zwei bis drei Stunden fertig stehen und mikrofoniert sein; bei regulären Labelproduktionen nimmt man sich meist einen vollen Tag für das Drumsetup. Bis alles schön gestimmt ist, die 20 Mikros hängen. Man verschiedene Snarefelle getestet hat... Die Mikros justiert, eingecheckt, verglichen hat etc. Ein guter Sound wird bei der Aufnahme gemacht! Wenn man hier schlampt, dann verbaut man sich viele Möglichkeiten. Für Außenstehende wirkt das oft merkwürdig, dass man so lange benötigt, aber wenn man das mal gemacht hat, dann weiß man, dass man gut am Rödeln ist! Klar – wenn man unbedarft ist, dann stellt man alles irgendwie auf, hängt ein paar Mikros hin und los geht’s.

Bezüglich den Vorstellungen: Die meisten Bands haben gewisse Vorstellungen und das ist auch gut so. Man bespricht das natürlich zuvor. Klar, wenn eine Schülerband, die für zwei Tage da ist, die KORN-Scheibe mit 3 Millionen Dollar Budget als Referenz dabei hat... Dann ist das nicht so ganz realistisch. :-) Aber meist geht’s ja darum, dass man als Produzent wissen möchte, wie sich die Band selbst sieht und wie sie sich hören möchte – da jede Band ein Unikum ist, wird die Produktion im Verlauf eh ihren eigenen Weg gehen. Und das finde ich sehr wichtig! Ich finde es nicht gut, wenn sich alle Produktionen exakt gleich anhören und man nur anhand des CD-Covers sagen kann, um welche Band es sich handelt.

Allerdings muss man unbedingt dazu sagen, dass natürlich jeder Produzent seine Soundvorstellungen und Vorlieben hat. Und genau deswegen wird eine Band ja einen bestimmten Produzenten buchen, da ihnen nämlich genau dieser Sound gefällt und sie das auch so haben möchten. Die Aufgabe des Produzenten ist es dann, diesen Wünschen gerecht zu werden, also seine Handschrift einzubringen und dabei trotzdem ein eigenständiges Produkt zu schaffen.


Mastern: Wozu ist das gut und wie lange dauert dies im Normalfall?

Das Mastering ist die Endbearbeitung einer Produktion bzw. eines Mixes. Während [vereinfacht gesagt] der Mix dafür da ist, dass alle Instrumente so klingen, wie sie sollen, sowie in der richtigen Ballance zu einander sind etc., ist die Aufgabe des Masterings dann die, den fertigen Mix zu finalisieren – das kann im einfachsten Fall lediglich eine Endkontrolle sein, mit eventuell kleinen Korrekturen im Frequenzbild etc. Bei modernen Metal-Produktionen geht es dann aber meist auch darum, den maximalen Druck aus der Produktion zu holen, anheben der Loudness etc. Auch das Erstellen der Master-CD sowie die Kontrolle derselben gehören dazu.

Oft ist das Mastering der entscheidende Schritt zu einer professionell klingenden Produktion; ich mastere relativ viele Eigenproduktionen, also Produktionen, die von den Bands selbst aufgenommen und sogar gemischt wurden. Da ist dann meine Aufgabe oft schon vor dem eigentlichen Mastering, dass ich mir einen Vorabtrack anhöre und Tipps/Feedback bzgl. dem Mix gebe... Später dann gleiche ich Unstimmigkeiten, die aufgrund suboptimaler Abhörumgebung, Unwissenheit etc. entstanden sind, aus und bringe das Ganze auf ein amtliches Niveau.

Wie lange das dauert, hängt vom Workflow ab; so etwas kann in ein paar Stunden durchgezogen werden. Ich handhabe das aber so, dass ich erst ein Testmaster von einem oder zwei Songs erstelle und dies dann der Band/dem Kunden zustelle [meist via FTP]. Dann bespricht man, wie es weitergeht; meist gibt es auf Anhieb grünes Licht und dann arbeite ich die anderen Songs entsprechend durch, oder aber man ändert noch etwas und dann wiederholt sich das. Ab und an stellt sich auch heraus, dass noch was am Mix geändert werden müsste. Nun, auch wenn dann die reine Arbeitszeit nur eine Handvoll Stunden beträgt, kann sich das dann über ein paar Tage, in einzelnen Fällen auch über Wochen, ziehen... Meist geht das aber in zwei bis drei Tagen über die Bühne!

Wer sich konkreter über „Mastering“ informieren möchte, sollte mal im Internet recherchieren; es gibt entsprechende Wikipedia-Einträge etc. Für die ganz Interessierten: Digido.


Bleibt das Master nach der Session im Studio?

Wenn die Rechnung bezahlt ist, geht das Master an den Kunden, ganz klar! Jedoch bleibt – zumindest bei mir – eine Kopie des Masters in meinem Archiv, ebenso wie sämtliche Produktionsdaten zukunftssicher archiviert werden.




Warum wird das Material von einer Person aufgenommen, aber von einer anderen gemastert? Welche Vor- und Nachteile bestehen hier, auch bei der Zusammenarbeit? Was passiert, wenn beide Personen verschiedene Vorstellungen vom Sound haben? Wie viel Mitspracherecht hat die Band?

Die Grundidee eines externen Masterings ist, dass eine qualifizierte Drittperson mit einer objektiven Meinung und „frischen Ohren“ etwaige Fehler korrigieren kann. Außerdem sind die meisten Studios akustisch ein Kompromiss und ein spezielles Masteringstudio verfügt in der Regel über eine perfekte Abhörumgebung. Recorden/Mischen und Mastern sind außerdem zwei Paar Stiefel; viele sehr gute Mixingengineers können sehr gut mischen, aber nicht zwingend gut mastern. Das sind grundlegend die Vorteile – das Mastering entscheidet ja letztendlich über Topp oder Flopp – ein gutes Mastering kann aus einem mäßigen Mix noch gut was rausholen bzw. einen schlechten Mix retten... Und einen sehr guten Mix noch besser machen. Aber die Sache auch komplett verpfuschen.

Das gehört dann auch zu den Nachteilen. Ich ziehe es beispielsweise vor, bis zur fertigen CD die Kontrolle über das Geschehen zu haben. Ich mastere meine Produktionen selbst, auch wenn das oft sehr hart ist.

Es müssen nicht zwingend beide Personen die gleichen Soundvorstellungen haben, aber ein professioneller Masteringengineer muss auf den Wunsch des Kunden Rücksicht nehmen und dessen Vorstellungen umsetzen können. Und unter Umständen ist dann tatsächlich ein Kompromiss die perfekte Lösung.

Bzgl. dem Mitspracherecht der Band: Nun, es ist die Produktion der Band – die Band ist in der Regel der Ansprechpartner und hat das letzte Wort.


Preise: Was zahle ich wofür und wie groß ist die preisliche Spanne der einzelnen Studios, beispielsweise im Bereich der Tag-/Nachttarife?

Ich denke, die Nachttarife gehören der Vergangenheit an – früher liefen die großen Studios rund um die Uhr; nachts war’s dann billiger. Ich aber z.B. versuche nachts wenigstens ein bisschen zu schlafen. Nachts wird nicht aufgenommen, somit gibt’s auch keinen Nachttarif – und wenn, dann wäre der deutlich teurer, haha!

Über das „was und wie viel“ möchte ich jetzt nichts schreiben; generell hängen die Preise von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Ausstattung des Studios, dem Bekanntheitsgrad, der Erfahrung. Durch die [oben genannte] Digitaltechnik ist alles viel billiger geworden. Ich würde mal sagen, im Schnitt liegt der Tagessatz bei 200–400 Euro. Ich habe aber auch schon von Tagessätzen um die 100 Euro gehört, aber da bin ich dann skeptisch, ob das seriös ist und ob das dann auch was taugt.

Ich würde empfehlen, einfach bei den Studios der Wahl anzufragen. Aber Obacht! Ich habe schon mitbekommen, dass manche Studios Nettopreise nennen. Das ist unter Gewerbetreibenden durchaus üblich, aber da kommen dann später noch 19% Mehrwertsteuer dazu – im ersten Moment sieht das dann vielleicht ganz günstig aus. Die wenigsten Bands kennen sich mit brutto/netto etc. aus. Ich ziehe es deswegen vor, Endpreise zu nennen, auch wenn das teurer ausschaut, aber ich finde das fairer, denn da spricht man dann von einem konkreten Endpreis – ohne Kleingedrucktem.


Mit welchen Mikros sollte das Studio mindestens ausgerüstet sein, um einen halbwegs vernünftigen Sound auf die Festplatte zu bekommen?

Das ist so nicht direkt zu beantworten; es gibt zu viele Produkte auf dem Markt. Welche Mikros verwendet werden, hängt vom persönlichen Geschmack des Produzenten und von den Soundvorstellungen der Beteiligten ab. Klar, manche Mikros sind obligatorisch, z.B. ein paar SM57 haben sicher die meisten Studios auf Lager. Aber man kann auch mit anderen Mikros das gewünschte Ergebnis bekommen.

Ansonsten ist eine größere Auswahl an Mikrofonen sicher nicht von Nachteil; qualitativ hochwertig sollten sie ebenfalls sein, denn schließlich baut man ja damit die Basis eines guten Sounds.

Um einfach mal ein paar Mikros zu nennen, mit denen ich gerne arbeite:

Shure SM57, Neumann U89, Audix D6, AKG D112, Sennheiser e604, Neumann KM184, Audio Technica AT 4050, Rode NT1A, AKG C391, Sennheiser MD 421 + MD 441 etc.
Meine neueste Anschaffung ist ein Shure SM7B – das ist ein dynamisches Großmembranmikrofon; das geht super bei harten Shoutvox oder auch vor der Gitarrenbox.


Auf welcher Anlage sollte man erste Mixe gegenhören und auf welcher lieber nicht?

Natürlich hört man die Mixe erst mal auf der Anlage an, die einem am besten vertraut ist. Also der, mit der man oft und viel Musik hört. Selbst wenn die Wiedergabe nicht linear ist und der Klang mäßig – man kennt den Sound und kann am besten vergleichen. Außerdem sollte man den Mix auf möglichst vielen Anlagen checken, z.B. im Auto, auf dem MP3-Player, mit dem schrottigen Ghettoblaster. Ein guter Mix sollte überall ausgewogen klingen. Klar klingt die Kickdrum auf PC-Lautsprechern für zehn Euro nicht direkt „fett“, aber man sollte sie hören, und die Balance mit z.B. der Snare sollte die gleiche sein wie auf der High-End-Anlage von Papi.


Wie viele Gitarrenspuren sind auf der CD eigentlich sinnvoll und wo beginnt die Problematik, dass es auf Konzerten dann nicht mehr umsetzbar ist oder dünn klingen wird? Wie wichtig ist es, neben der Studio- auch die Live-Situation im Auge zu behalten? Wie häufig werden Gitarren gedoppelt?

Bezüglich der Anzahl der Gitarrenspuren: Das kann ich nun nicht pauschal beantworten. Das hängt total von der Situation ab. Eine Oldschool-Thrash-Platte kommt in der Regel mit einer Gitarre rechs, einer links sowie der/den Sologitarre/n in der Mitte aus. Manchmal ergibt es aber auch hier Sinn, bestimmte Parts zu doppeln bzw. zu ergänzen. Möchte man hingegen eine Gitarrenwand, darf man schon ein wenig mehr Arbeit investieren; meist doppelt man da die Rhythmusgitarren, ergänzt das dann durch diverse Leadgitarren, Overdubs etc. Der Kreativität sind da nicht wirklich Grenzen gesetzt. Man muss halt unbedingt schauen, dass die ganze Sache kompositorisch und technisch noch Sinn ergibt! Wer planlos drauflos recordet, wird dann meist irgendwann vor einem völlig unmischbaren Chaos stehen. Ein guter Sound basiert auf einer guten Komposition! Des Weiteren ist das Doppeln von Rhythmusgitarren ein Zeitfaktor. Wenn das Budget knapp ist, wird man froh sein, wenn man die eigentlichen Gitarren entsprechend in den Kasten bekommt... Neulich habe ich ein Album gemacht, in dem teilweise bis zu elf Gitarren sowie sechs Akustikgitarren zu hören sind! Das ging aber nur, weil der Komponist wusste, was er tat und sich die Spuren perfekt ergänzt haben. Einzelne Spuren klingen dann z.B. völlig sinnfrei, addieren aber dann noch „das gewisse Etwas“ im Gesamtbild.

Viele Bands haben die Sorge, dass dies und jenes live dann nicht umsetzbar ist. Das betrifft Gitarrenoverdubs, aber auch andere Dinge, wie z.B. zusätzliche Gesangsspuren, zusätzliche Sounds etc. Diese Sichtweise ist okay und sollte respektiert werden, aber ich finde, dass die Produkte „CD“ und „Live“ zwei paar Stiefel sind. Der Käufer einer CD soll doch das Maximum an Qualität bekommen, ebenso wie viele kompositorische Ideen tatsächlich nur mit gewissem Aufwand umsetzbar sind – ein Album ist ein Kunstwerk... Wer hingegen auf ein Live-Konzert geht, möchte sicherlich das Material wieder erkennen, jedoch zählen hier andere Dinge. Die Energie, die Show... Ob da dann zwei oder 20 Gitarren spielen, finde ich unerheblich.




Wie sieht es mit solchen Hilfsmitteln wie Autotunern aus? Wo befindet sich der schmale Grat zwischen perfektem Produkt/Klang und Betrug der Fans, die z.B. den Gesang auch so live erwarten, wie er auf CD ist?

Das ist das Gleiche wie zuvor mit den Gitarrenspuren. Wenn das Ziel einer Produktion ein perfekter Gesang ist, dann wird man nicht ohne Intonationskorrektur auskommen. Das ist doch dann kein Betrug an den Fans, im Gegenteil! Man investiert Zeit und Geld, um ein gutes Produkt zu bekommen! Wer will denn schon schiefen Gesang hören... Man muss allerdings wirklich aufpassen, dass man auf dem Boden bleibt. Ich finde, man darf das nicht hören, dass getunt wurde, außerdem muss man sehr aufpassen, den Charme und den Vibe nicht zu killen. Das gilt ja für alle Arten der Nachbearbeitung, ob ich nun das Timing korrigiere, Drums triggere, Intonation verbessere... – der Zweck heiligt die Mittel, aber man darf das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.


Wie läuft das Einspielen/Aufnehmen in Takes ab? Was ist sinnvoll, wie perfektionistisch muss man veranlagt sein und wie viele Takes braucht man im Durchschnitt?

Wie läuft dies ab? Tja, man drückt „Aufnahme“ und der Musiker spielt den Part bzw. den Song – dann hört man sich das Ganze noch mal an, sofern das soweit gut war [ansonsten macht man es eh gleich noch mal], und entscheidet dann, ob man das noch mal machen möchte/muss oder ob das soweit gut war.

Wie perfektionistisch man veranlagt sein muss, muss jeder selbst wissen. Wenn man die komplette CD in drei Tagen in den Kasten bekommen muss, dann darf man nicht zu perfektionistisch sein; wenn man sechs Wochen Budget hat, dann sollte man schon etwas akribischer unterwegs sein... Wie viele Takes man benötigt, kann man ebenfalls nicht pauschal sagen. Bis es gut ist. :-) Der Rekord liegt bei 666 Takes, haha! Im besten Falle ist der erste Take perfekt und man kann die nächste Passage angehen.


Welche Vor- und Nachteile bietet inzwischen der Computer bei den Aufnahmen? Kann heutzutage nicht fast jeder mit einigen wenigen Programmen und Komponenten sein eigenes Mini-Studio einrichten, wie es bei vielen Bands schon der Fall ist? Was kann man dabei alles falsch machen?

Computer sind ja nicht mehr wegzudenken; ich habe vorhin ja schon einiges dazu gesagt. Zu den Vorteilen bleibt eigentlich nichts mehr zu sagen – man hat unendliche Möglichkeiten. Und da es eigentlich keine Alternative gibt, es sei denn, man möchte auf Band aufnehmen und hat unendliches Budget, aber es gibt natürlich auch Nachteile. Natürlich in erster Linie die Vergänglichkeit von digitalen Datenspeichern; wer kein Backup hat, verliert bei einem Festplattenschaden unter Umständen die Arbeit vieler Wochen. Außerdem kann ein Computer abstürzen – egal, ob Mac oder PC. Wer nicht gespeichert hat, muss es noch mal aufnehmen. Diese Faktoren sind jedoch nicht wirklich ein Problem, wenn man seinen Workflow entsprechend gestaltet. Trotzdem weinen viele den guten alten Zeiten hinterher... Warum auch immer.


Welche neuen technischen Möglichkeiten gibt es bereits oder wird es bald geben? Was interessiert Dich davon und was ist Deiner Meinung nach sinnvoll – und was nicht, sondern lenkt vom Wesentlichen ab? Kann die Technik beispielsweise einen ungenauen Spieler zum Göttergitarristen machen [der dann vermutlich live komplett auffliegt und versagt]?

Die Technik kann mittlerweile sehr viel. Man kann durchaus einen ungenauen Spieler tight machen. Mehr aber auch nicht. Eine gute Performance ist durch nichts zu ersetzen. Klar kann man holpernde Drumspuren eines Anfängers begradigen, die miesen Anschläge triggern etc. – aber es wird nie das Feeling, den Groove und den Punch eines Götterdrummers haben. Genauso bei den Gitarren – man kann editeren, kopieren, reampen etc. – aber der Sound entsteht in den Fingern! Ein guter Gitarrist wird auch mit einer Billiggitarre und einem Transistor-Combo geil klingen.

It’s all in the fingers!!

Das ist doch eigentlich ein gutes Schlusswort, nicht? :)

shub, mattaru, soulsatzero

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