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Nicht nur viele Bands und Musiker dürsten immer wieder nach neuen Herausforderungen, auch Musikhörer und -liebhaber können mal die Schnauze voll von [metallischen] Konventionen haben. Sofern man eine Vorliebe für etwas krassere Sounds hat, kommt man spätestens dann unweigerlich mit der amerikanischen Plattenfirma Relapse Records in Berührung.

Seit der Gründung des Labels durch Matthew F. Jacobson im August 1990 in Aurora, Colorado, steht die Firma dafür, etwas anderen Bands ein Forum zu geben, keinerlei Gedanken an kommerzielles Potential zu verschwenden und Schubladendenkern das Leben zur Hölle zu machen. Angefangen hat alles mit einer 7"-Single von VELCRO OVERDOSE, Kumpels von Jacobson. Als Namen für sein Label wählte er mit ‚Relapse Records’ etwas Neutraleres, da er trotz des Plans, regionale Hardcore- und Death Metal-Bands zu veröffentlichen, nicht auf ein bestimmtes Genre limitiert werden wollte.

Richtig los ging es dann mit den Signings von INCANTATION und SUFFOCATION, bald darauf kamen noch MORTICIAN, die kultigen DECEASED und die finnischen Hopefuls AMORPHIS dazu. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Relapse, inzwischen mit EXIT 13-Sänger Bill Yurkiewicz verstärkt, schon einen sehr guten Namen in den Staaten als Mailorder und Underground-Vertrieb gemacht. Yurkiewicz und Jacobson, beide auch große Fans von Stilen wie experimentellem Post-Industrial, Ambient und Noise, entschlossen sich, auch diesen Stilen mit dem Unterlabel Release Entertainment ein Zuhause zu bieten. Um die Scheiben auch in Europa anständig an den Mann bringen zu können, schlossen Relapse Records einen Deal mit dem schwäbischen Label Nuclear Blast ab, so dass Bands wie MINDROT, CONVULSE oder eben AMORPHIS die doppelte Power genießen konnten. Bis immerhin 1997 dauerte die Kooperation beider Labels an.

1994 avancierte dank des „Tales From The Thousand Lakes“-Albums von AMORPHIS zum bisher erfolgreichsten Jahr in der Geschichte des Labels. Die mehr als ordentlichen Verkäufe ermöglichten Relapse eine weitreichende Expansion, die sich 1995/1996 in wichtigen Signings wie die damals schon legendären NEUROSIS [bis „A Sun That Never Sets“ allerdings nur in den USA], die Grinder BRUTAL TRUTH und die beiden Krachmaten UNSANE sowie TODAY IS THE DAY äußerte. Gerade Bands wie diese trugen dazu bei, dass Relapse Records vom Death/Grind-Ruf etwas wegkam und sich zur stilistischen Wundertüte entwickelte, die nur eines garantierte: Qualität.

1998 wurden zwei der bislang erfolgreichsten Relapse-Bands gesignt: THE DILLINGER ESCAPE PLAN und NILE. Beide haben das Label zwar inzwischen verlassen, doch die drei respektive vier Alben, die die Bands auf Relapse veröffentlicht haben, waren allesamt erfolgreich. So stieg das zweite THE DILLINGER ESCAPE PLAN-Album, „Miss Machine", 2004 auf Platz #106 in den amerikanischen Billboard 200-Charts. Der bis dato höchste Charteinstieg in der Geschichte des Labels.




Aber eins nach dem anderen: Mitte 2000, das zehnjährige Jubiläum steht an, steht erstmal der Umzug in einen Vorort von Philadelphia an. 2001 avanciert ebenfalls zu einem sehr wichtigen Jahr in der Geschichte des Labels: Zum einen eröffnet die Firma einen Laden, bei dem Fans direkt die CDs und Shirts kaufen können, zum anderen signt man die wohl wichtigste Band in der gesamten Geschichte des Labels: MASTODON. Der Legende nach bot Matt Jacobson der Band nach einem fulminanten Auftritt in einem kleinen Keller den Deal an. Ebenfalls 2001 wurden auch HIGH ON FIRE unter Vertrag genommen, die Nachfolgeband der legendären Doomer SLEEP.

Im Januar 2003 veranstaltet Relapse mit dem „Contamination Festival“ sein erstes großes Musikevent in Philadelphia. Über zwei Tage verteilt traten Relapse-Künstler wie NEUROSIS, MASTODON, THE DILLINGER ESCAPE PLAN, HIGH ON FIRE, BURNT BY THE SUN, CEPHALIC CARNAGE, ALABAMA THUNDERPUSSY, PIG DESTROYER, BONGZILLA, TODAY IS THE DAY, DYSRHYTHMIA, DAYLIGHT DIES, THE END und das Release-Aushängeschild 27 auf. Das Billing gibt einen guten Einblick in die einzigartige Vielseitigkeit des Labelrosters. Teile des Events wurden für die Nachwelt auf DVD festgehalten, die im Jahr 2004 erschien. Doch die Auswirkungen des legendären Festivals hallten noch länger nach: Anfang 2009 veröffentlichten Relapse den HIGH ON FIRE-Gig als Live-CD sowie zahlreiche andere Gigs als rein digitale MP3-Packages über die einschlägigen Händler.

Generell avancierte das Jahr 2004 zu einem sehr erfolgreichen Jahr für das Label: Neben dem schon erwähnten sensationellen Charterfolg von THE DILLINGER ESCAPE PLANs „Miss Machine" gaben auch MASTODON mit ihrem „Leviathan"-Album einen kleinen Vorgeschmack darauf, was in kommerzieller Hinsicht alles möglich ist und krachten auf #139 in die Billboard Charts. Dass die Band, inzwischen an Reprise Records lizensiert, zwei Alben später mit „Crack The Skye" auf #11 einsteigen würde, hätte damals wahrscheinlich trotzdem niemand geglaubt. 2004 signte Relapse mit NECROPHAGIST auch die erste deutsche Band im Stall, 2008 folgte mit OBSCURA die zweite.

Weiterhin machten Relapse mit originellen und guten Signings von sich reden. So nahm man die Elektrogrinder GENGHIS TRON unter Vertrag, veröffentlichte mit KINGDOM OF SORROW die viel gelobte Kooperation von Jamey Jasta [HATEBREED] und Kirk Windstein [DOWN, CROWBAR] und krallte sich mit BARONESS einen weiteren sehr viel versprechenden Newcomer, der mit der Debütscheibe „Red Album" [2007] sehr viel Staub in der Szene aufwirbeln konnte. Nicht zuletzt der Auftritt auf dem legendären Roadburn Festival im Jahre 2009 half der Band dabei, sich eine immer größer werdende Fangemeinde zu erspielen.

Im Laufe der Jahre haben Relapse Records unglaublich viele Perlen der extremen Tonkunst auf den Markt gebracht wie kaum ein anderes Label. In dieser Hinsicht ist die Firma wirklich einzigartig. Und auch der beste Beweis, dass es sich durchaus lohnen kann, Bands eine Heimat zu bieten, die eben nicht dem neuesten Trend entsprechen bzw. keinerlei kommerzielles Kalkül an den Tag legen. Einer Sache kann man sich jedenfalls sicher sein: Prangt das Relapse-Logo auf einer CD, dann ist die CD alles, aber nicht gewöhnlich. Und das ist gut so.

-------Das Relapse Records-Special – Interview mit Jeroen Gelissen-------


Hallo Jeroen. Willkommen bei unserem Relapse Records-Special, für dessen Interviewteil Du Dich freundlicherweise bereit erklärt hast. Erzähl uns doch mal ein wenig über das ‚European Office’, wann dieses etabliert wurde und wer dort alles arbeitet? Wie eng ist die Verknüpfung mit dem Stammhaus in den USA und inwieweit könnt ihr eigenverantwortlich entscheiden?

Hey Marcus, Michael und Alex! Zuerst mal vielen, vielen Dank für das Interview und für Euer Interesse an Relapse Records. Wir wissen das zu schätzen! – Was Eure ersten Fragen betrifft, so wurde die europäische Vertretung von Relapse vor circa zehn Jahren gegründet. Damals wurden Promotion und Marketing für sich in Deutschland und in den Niederlanden durchgeführt, und wir hatten unser Lager dafür in Großbritannien. Aufgrund des logistischen Aufwands und der damit verbundenen Kosten wurde dann beschlossen, dass sowohl die Promotion- und Marketingseite sowie das Lager in einem Büro in einem einzigen Land zusammengelegt werden sollen.
Also wurde 2003 das europäische Büro, wie es jetzt noch besteht, gegründet. Ab diesem Punkt gewann es an Größe und einige Mitarbeiter sind gegangen bzw. dazu gekommen. Das Büro selbst befindet sich in Sevenum, Limburg, in den Niederlanden; das ist in der Nähe von Venlo und der deutschen Grenze [!]. Das ist so wie das Dorf, in dem ‚Asterix und Obelix’ leben. Das ist mitten im Nirgendwo, von Feldern und Bauern sowie einem großen Nichts umgeben. Obwohl… wir haben da diese Striptease-Firma direkt neben uns. Sie sind sozusagen auf eine sehr exotische Form des Tanzens spezialisiert. :-)
Momentan arbeiten vier Leute im EU-Büro. Guido Heijnes, der ehemalige Besitzer von Hammerheart Records), ist momentan der Labelchef. Davon abgesehen, dass er zu viel redet, kümmert er sich um alle Geschäftsbelange. Dann hätten wir da noch Max Duys, der 2.03 Meter groß ist und ehemals Bassist bei der legendären Underground-Band SUPPOSITORY war, und Harold Gielen. Sein Name dürfte in Deutschland ein Begriff sein, da er der Bassist von LEGION OF THE DAMNED ist. Harold und Max kümmern sich für den gesamten europäischen Kontinent um das Lager, die Waren sowie die Direktverkäufe und alles, was damit zusammenhängt. Und dann bin da noch ich. Ich bin für die Promotion und Publicity des Labels in Europa verantwortlich. Das wird dann Head European Promotion and Publicity genannt. Aber es ist auch wirklich einfach, Kopf einer Sache zu sein, wenn es nur von einer Person erledigt wird [!]. Mit ein wenig Hilfe hier und da – Gordeon Music kümmern sich beispielsweise um unsere Promotion in Deutschland, Schweiz und Österreich – habe ich also mit allen Belangen in Europa zu tun. Wenn Ihr etwas über Relapse oder die Label-Bands in Europa seht, lest oder hört, dann könnt Ihr sicher sein, dass ich meine Finger dabei im Spiel hatte und das ermöglicht habe [natürlich die positiven Dinge, haha]. :-)
Bis zu einem gewissen Grad agieren wir unabhängig. Der Hauptanteil der Geschäfte und die wichtigen Entscheidungen werden jedoch vom US-Büro übernommen. Sie haben bei den meisten Angelegenheiten das letzte Wort. Aber da wir Europäer und sie Amerikaner sind, könnt Ihr Euch vorstellen, dass da eine sehr sportliche Form der Rivalität besteht…


Wie nimmst Du selbst Relapse Records wahr, auch aufgrund der musikalischen Vielfältigkeit des Labels und der innovativen Bands? Welche Bands sind eigentlich Deine eigenen Favoriten?

Relapse hat als ein Label angefangen, das mehr auf Grindcore und Death Metal spezialisiert war, und hat sich dann langsam zu einer Plattenfirma entwickelt, die eine größere Auswahl des musikalischen Universums umfasst. Es wurden immer neue Grenzen dieses musikalischen Universums ausgelotet, und das wird auch in Zukunft so bleiben, sodass Relapse immer eine leitende Rolle dabei einnehmen wird – vor allem bei den extremen Sachen. ‚To boldly go where no man has gone before’ sozusagen…
Natürlich sin des in erster Linie die Bands selbst, die mit ihrer Musik diese Standards setzen, aber es ist Relapse, die sie mit einer Plattform versorgt, um ein größeres Publikum zu erreichen.
Ich persönlich denke, dass Relapse Records eines der führenden Labels ist, wenn es darum geht, neue Standards zu etablieren, ob das nun im Death Metal oder auch in anderen Genres ist. Ich war ein Fan der Plattenfirma, bevor ich bei Relapse eine Arbeit gefunden habe. Ich könnte nicht für ein Label, oder irgendeine Firma, im allgemeinen Sinne, arbeiten, das ich nicht selbst unterstützen würde.
Meine Lieblingsbands bei Relapse sind Bands, die eine Weile brauchen, ehe man sie richtig versteht und ihre Musik begreift. Bands wie GENGHIS TRON oder THE END, aber ich mag auch sehr die extremere, direktere Herangehensweise von NASUM und DISFEAR. Und dann sind da noch OBSCURA, die meine absoluten Favoriten darstellen.




Terrorizer haben mal Relapse als eines der Labels an der vordersten Front des Extrem-Metals bezeichnet. Was meinst Du dazu und inwiefern ist Relapse tatsächlich ganz vorne mit dabei?

Bis zu einem gewissen Grad stimme ich damit überein. Wie ich schon anmerkte, so wird Relapse immer neue Grenzen in der Musik ausfindig machen; dadurch wird das Label beständig ganz vorne bleiben. Es ist allerdings nicht das Hauptziel, an vorderster Front zu sein; es rührt vielmehr von diesem ständigen Verlangen nach neuer, extremer Musik. Letztlich produzieren wie gesagt die Bands diese Musik und die Aufgabe von Relapse besteht nur darin, diese Bands aus dem großen Sammelsurium an Truppen herauszufiltern und ihnen eine Plattform zu geben. Aber natürlich gibt es noch mehr Labels, die großartige Musik veröffentlichen und dadurch die Bands an die Spitzenposition der jeweiligen Genres bringen.


Da wir gerade bei anderen Labels sind: Wo siehst Du selbst denn Relapse Records unter den Major Labels, den Underground-Firmen und der DIY-Szene?

Das kommt ein wenig darauf an, wie man das betrachtet. Ich persönlich denke, dass sich Relapse irgendwo zwischen den Underground- und den Major Labels befinden. Für manche Bands oder Leute mögen wir das Maß aller Dinge oder sozusagen ein ‚Major Label’ sein und für manche Bands sind wir immer noch ein kleines Underground-Label.


Welche Bands sprechen die vor allen Dingen an, sie für Relapse interessant zu finden? Welche Bands würdest Du unbedingt über Relapse veröffentlichen, auch wenn das noch nicht möglich war? Kann das europäische Büro eigentlich dem US-Hauptquartier Bands vorschlagen?

Ich finde, das sind Bands, die eine Art von Entwicklung oder Extreme in ihrer Musik aufweisen und etwas Einzigartiges haben, ohne dass dies auf Teufel komm raus erzwungen wird, und dann noch Bands, die eine ehrliche Leidenschaft für die Musik, die sie spielen. Das macht sie potenziell zu Bands für Relapse Records. Meiner Meinung nach ist die ehrliche Leidenschaft die wichtigste Eigenschaft. TOXIC HOLOCAUST sind beispielsweise alles andere als technisch oder extrem, aber es ist die wahre und nicht aufgesetzte Begeisterung von Joel für seine Art von Mucke, die das Interesse von Relapse geweckt hat. Mal davon abgesehen, dass er natürlich klasse Musik produziert! Auf der anderen Seiten haben wir OBSCURA, eine weitaus komplexere und extremere Form von Musik, aber trotzdem ist dieselbe Leidenschaft bei den Bandmitgliedern vorhanden. Beide Bands stellen in musikalischer Hinsicht völlige Gegensätze dar, aber sie teilen das gleiche Grundelement, das sie mit Relapse verbindet. Eine Leidenschaft für die Musik, die sie machen, und das ohne Kompromisse!
Hmm, Bands, die ich gerne über Relapse veröffentlichen würde. Ich würde mal sagen, dass DEATH und CARCASS einige davon wären!
INEVITABLE END und OBSCURA sind einige der Bands, die vom europäischen Büro vorgeschlagen und dann von Relapse unter Vertrag genommen wurden. Ja, wir haben da also ein Mitspracherecht. Guido nimmt an diesen Gesprächen und Diskussionen auch teil und wir können immer Bands vorschlagen, die wir mögen.




Wie stehen Trends mit Relapse Records in Verbindung, wenn es um die Auswahl von Bands geht? Oder würde vielmehr „Pissing In The Mainstream“ von DYING FETUS die Philosophie von Relapse Records auf den Punkt bringen?

Ich finde, dass das tatsächlich am besten die Herangehensweise von Relapse beschreibt! Wenn man Mainstream will, soll man das Radio anmachen! Und nein, Trends haben bei der Auswahl unserer Bands keinerlei Bedeutung!


Bis zu welchem Grade ist es wichtig, nicht nur auf ein Genre beschränkt zu sein, sondern so vielseitig wie möglich zu agieren?

Ich denke, dass die Limitierung auf ein Genre sowohl Vor- als auch Nachteile hat. Wenn ein Label sich auf eine bestimmte Stilistik einschießt, hat es die Möglichkeit, in dem jeweiligen Genre bekannt zu werden und letztlich zu einem führenden Label in dem Genre heranzuwachsen. Meiner Meinung nach ist Man’s Ruin Records eine Plattenfirma, auf die diese Beschreibung mehr oder weniger zutrifft. Wenn so ein Label allerdings eine Band veröffentlicht, die dem Profil der sonstigen Releases nicht entspricht, bin ich mir nicht sicher, ob die Leute, die das Label kennen, das zu schätzen wüssten oder es kaufen würden. Die Leute, die ein Label für eine bestimmte Musikrichtung kennen, würden nicht nach anderer Musik auf dem Label suchen.
Wenn eine Plattenfirma Bands aus vielen verschiedenen Genres unter einen Hut bringt, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Menschen etwas finden, was ihrem Interesse entspricht, da sie wissen, dass das Label viele verschiedene Bands auf einem hohen qualitativen Niveau veröffentlicht. Andererseits müssten manche Leute vielleicht nicht, was sie zu erwarten haben, aber das macht die Sache meiner Meinung nach spannender. Letztlich kann man diese Frage nicht eindeutig beantworten, da es einfach zu viele verschiedene Seiten gibt, aber egal, was ein Label veröffentlicht, man sollte immer ein gewisses Qualitätslevel einhalten, egal, ob man sich nun auf ein Genre spezialisiert hat oder nicht.


Wo siehst Du die Vor- und Nachteile davon, Genrebezeichnungen zu verwenden und Bands sowie Labels in bestimmte Schubladen zu stecken? Und wie hat Relapse die mageren Zeiten Mitte der Neunziger überstanden, besonders während der Death Metal auf dem absteigenden Ast war?

Der Vorteil dieser ganzen Bezeichnungen und Schubladen sowie auch Bands miteinander zu vergleichen, ist natürlich, dass es den Leuten einfacher gemacht wird, zu sehen, ob sie eine Band interessieren könnte oder nicht. Die Kehrseite ist, dass es viele Bands gibt, die man einfach nicht in ein bestimmtes Genre einordnen kann. Außerdem stimmt die Kategorisierung in den meisten Fällen sowieso nicht. Das frustriert natürlich die meisten Musikjournalisten, aber Satan sah, dass es gut war!
Unsere Antwort auf den Niedergang des Death Metals in den Neunzigern waren Signings wie NEUROSIS, NILE, NASUM, INCANTATION und später NECROPHAGIST.


Albert Mudrain, der Autor von „Choosing Death“, hat die Wichtigkeit des Signings von NEUROSIS nochmals hervorgehoben. Wieso war diese Band so wichtig für Relapse Records? Was sind Deiner Meinung nach die bekanntesten und bestverkaufendsten Relapse-Bands, die wichtig dafür waren, das Label populär und wirtschaftlich tragfähig zu machen?

Nun, da haben wir die Antwort auf die vorherige Frage. Ich kann die Wichtigkeit des NEUROSIS-Signings nur schätzen, aber ich weiß, dass es ein wichtiger Schritt war. NEUROSIS sind immer noch eine der größten und einflussreichsten Bands weltweit, die je bei Relapse unterschrieben haben. Aber das trifft mehr oder weniger auch auf MASTODON, THE DILLINGER ESCAPE PLAN, NECROPHAGIST und NASUM zu. Natürlich hat das Signing aber geholfen, das Label bekannter zu machen und wohl auch finanziell eine gewisse Stabilität gebracht. Wir haben diese Weihnachten alle ein großes Auto als Bonus bekommen und einen Trip nach Hawaii im Sommer, also müssen wir irgendwas richtig gemacht haben, haha.




Wie nimmst Du die weltweite Musikszene heutzutage wahr, vor allem seit Relapse auch viele Bands aus Europa signt, wie z.B. MAN MUST DIE, ANTIGAMA, OBSCURA, MUMAKIL oder INEVITABLE END? Wo siehst Du mögliche Unterschiede zwischen den amerikanischen und europäischen Bands bei Relapse, sowohl musikalisch als auch von der ganzen Herangehensweise?

Ich würde sagen, dass die Musikszene, eigentlich wie das Meiste heutzutage, durch das Internet sehr viel zugänglicher für die Leute geworden ist. Und damit gleichzeitig auch entbehrlicher. Es ist für viele Bands und Labels einfacher geworden, sich selbst zu promoten und eine größere Gruppe von Menschen zu erreichen, was gleichzeitig auch ein Nachteil ist. Je mehr die Bands und Labels versuchen, sich selbst zu promoten, desto schwieriger wird es, den Mainstream zu überregen. Wie ein holländischer Fußballspieler, gleichzeitig Philosoph, schon sagte: „Jeder Vorteil hat seinen Nachteil“. Aber um Deine Frage zu beantworten, wie ich selbst die Musikszene wahrnehme: Es gibt immer noch verdammt gute Musik da draußen, die nur darauf wartet, von den Leuten entdeckt zu werden, aber es wird auch gleichzeitig immer noch genug Scheiße veröffentlicht.
Ein möglicher Unterschied zwischen US- und EU-Bands findet sich meistens in der Einstellung dazu, in einer Band zu spielen. Ich denke, dass US-Bands eher gewillt sind, ihre sozialen Sicherheiten aufzugeben, um sich den Traum „Rockstar“ zu erfüllen, als europäische Bands. Bands aus Europa geben [verständlicherweise] nicht gleich ihre gesamte soziale Sicherheit auf, um sich der unsicheren Existenz in einer Band hinzugeben. Sie haben eher eine geschäftliche Herangehensweise an das Ganze. Sie wollen immer noch eine kleine Restsicherheit, wenn sie einer Band spielen, die sie auch in einem normalen Job haben. Aber das ist auch kein genereller Unterschied; es gibt genug Beispiele auf beiden Seiten, die das Gegenteil beweisen.


Gibt es irgendwelche Details, was die europäische Ausgabe der Relapse Records Contamination Tour angeht, die eigentlich für das erste Halbjahr 2009 angekündigt war? Könntest Du uns das Konzept von dem Festival erklären und was es mit dem Erfolg auf sich hat?

Es war tatsächlich eine europäische Contamination Tour geplant, und die Vorbereitungen liefen auch schon, aber wir mussten die Tour leider absagen, da sich der Headliner aufgelöst hat. Wir konnten leider keinen würdigen Ersatz in der kurzen Zeit finden. Das Konzept wäre das gleiche wie in den USA gewesen: Relapse Records-Bands touren zusammen und promoten sich selbst und das Label. Ich bin mir aber sicher, dass es irgendwann bald noch eine solche Tour durch Europa geben wird, haltet also Augen und Ohren offen!


Welche Rolle spielt das Internet heutzutage und zu welchem Grad hat es die Arbeit des Labels verändert? Wie hat Relapse in Hinsicht auf die Nachteile des Ganzen wie Filesharing reagiert?

Das Internet spielt jetzt natürlich eine große Rolle, was die Promotion einer Band angeht; Eure Seite ist ein Beispiel dafür. Außerdem bietet es uns die Möglichkeit, direkt an den Verbraucher zu verkaufen. Ansonsten denke ich, dass jeder mit den Schattenseiten des Internets vertraut ist.


Relapse Records ist eines der wenigen Labels, das immer noch regelmäßig LPs veröffentlicht, auch in verschiedenen Farben etc. – Wie wichtig ist Vinyl für das Label? Ist es wirklich nötig, LPs oder sonstige Special Editions zu veröffentlichen, oder ist das nur ein Bonus?

Vinyl ist einfach Killer! Das ist auch eine der Sachen, die ich an Relapse liebe. Wir veröffentlichen immer noch Vinyl und haben es auch immer getan. Vinyl war nie wirklich weg, auch wenn viele es für tot erklärt haben. Und jetzt, wo es wieder „zurück“ ist, gibt es immer mehr Leute, die Vinyl für sich entdecken, und das ist gut so!




Amerika scheint ein viel besserer Markt für „verrückte“ Musik zu sein als Europa. Außerdem kommen die meisten „kranken“ Bands aus Nordamerika. Was sind deiner Meinung nach die Gründe dafür? Oder wird der Markt dank Festivals wie dem Roadburn oder dem Neurotic Deathfest, die beide in Holland stattfinden und bei denen auch Eure Bands auftreten, langsam größer?

Um ehrlich zu sein: Deutschland ist zwar einerseits einer der größten Märkte für Metal, aber auch gleichzeitig der konservativste. Schau Dir doch mal Wacken an. Außerhalb Deutschlands gibt es große Märkte in Europa, die den „kranken Scheiß“ lieben, den wir veröffentlichen. Unsere Bands, die auf den Festivals spielen, die Du erwähnt hast, finden wir nicht besonders verrückt von unserem Standpunkt aus, aber es kann schon sein, dass es für Deutsche verrückt wirkt, hehe. Zumindest, wenn ich Deine Frage richtig verstehe. Bands wie MASTODON oder THE DILLINGER ESCAPE PLAN sind immer noch nicht besonders groß in Deutschland bzw. spielen auch nicht auf dem Wacken, aber in anderen Ländern sind sie recht groß und spielen auf großen Festivals. HIGH ON FIRE sind z.B. immer noch als Stoner-Band verschrien, obwohl die meisten Deutschen, die BLACK SABBATH und AMON AMARTH lieben, auch HIGH ON FIRE lieben müssten. Dafür sind MANOWAR und JUDAS PRIEST immer noch riesig in Deutschland und waren es auch schon, als ihre Debüts im gefühlten Jahre 1806 veröffentlicht wurden, hehe. Versteht mich nicht falsch, ich finde es großartig, dass Deutschland so ein großer Markt für Metal ist und eine große Metal-Szene hat, und nicht alle deutschen Metal-Fans sind konservativ, wie Euer Interview zeigt, aber aus unserer Sicht sind enge Jeans, hohe Schuhe, Kutten und DESTRUCTION-Gedächtnis-Looks seit den späten Achtzigern einfach Geschichte, hehe. Ich denke, das ist der Grund, warum wir TOXIC HOLOCAUST veröffentlicht haben. Nur für Deutschland, haha.


Wie sieht die Zukunft von Relapse aus? Werdet Ihr mehr europäische Bands unter Vertrag nehmen, welche Bands werden das Label in Zukunft anführen und welche Rolle wird das europäische Büro dabei spielen?

Ich weiß nicht, ob wir generell mehr Bands aus der EU signen werden, kommt darauf an, was es da draußen eben so gibt. Uns ist es völlig egal, woher eine Band kommt, solange sie zu Relapse passt. Was europäische Bands angeht: Wir haben eben HAEMORRHAGE gesignt und werden das Vermächtnis von NIRVANA 2002 wiederveröffentlichen.


Okay, Jeroen, vielen Dank, dass Du unser Interview beantwortet hast. Danke für die Zeit und alles Gute für dich und das Label!

Danke noch mal für das große Interview und Eure Unterstützung für Relapse. Wir wissen das sehr zu schätzen! Auf weiterhin gute Zusammenarbeit!


-------Das Relapse Records-Special – Die 15 Relapse-Favoriten der Redaktion-------

Ab 1994 steckte der Death Metal in einer echten Krise. Viele der in den letzten fünf Jahren bejubelten Bands hatten ihr kreatives Pulver längst verschossen. Während amerikanische Größen wie MORBID ANGEL, CANNIBAL CORPSE oder IMMOLATION ihrem Brutalo-Sound weitgehend treu blieben, mischten sich in Europa zunehmend rockig-melodische Parts in die blutverklebte Unterwäsche des Death Metal. ENTOMBED gaben sich dem rockigeren Genre hin, das man später als Death ’n’ Roll kennen sollte, DISMEMBER veröffentlichten mit „Massive Killing Capacity“ das wohl langsamste Album ihrer Karriere, DESULTORY
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Auch wenn das „Red Album“ noch grün hinter den Ohren ist: Man kann jetzt schon von einem Klassiker sprechen. Es ist sicherlich nicht vermessen zu behaupten, dass BARONESS aus Savannah, GA, im Moment das Pferd mit dem meisten Potenzial im Stall von Relapse Records ist. Ob BARONESS in kommerzieller Hinsicht wirklich jemals an den Erfolg von MASTODON anknüpfen können, wird sich zeigen, aber wundern müsste man sich darüber nicht. Von manchen Kritikern viel zu leichtfertig als „MASTODON light“ abgestempelt, öffnen BARONESS vielmehr ... mehr >>

Schön, dass CEPHALIC CARNAGE inzwischen mit Alben wie „Anomalies“ und „Xenosapien“ wenigstens einen Teil des Erfolges einfahren können, den sie verdienen. Schade ist wiederum, dass die Jungs im Laufe der Jahre zwar nichts von ihrem Können und ihrem Humor verloren haben, aber doch längst nicht mehr so gefährlich, überdreht und wahnsinnig wie früher vorgehen. „Früher“ ist in diesem Fall ihr unglaublicher Meilenstein „Exploiting Dysfunction“, auf dem wirklich jedes kleine Detail stimmt. Ein Feuerwerk an Maulsperren-Spieltechnik, grandiosem Humor, begnadetem Songwriting, Mut zum Experiment und verkifftem Wahnsinn. ... mehr >>

Wie groß der Einfluss von „Calculating Infinity“ auf die gesamte Mathcore-Szene ist, lässt sich ähnlich wie die Unendlichkeit kaum messen. THE DILLINGER ESCAPE PLAN waren mit eine der ersten Bands, die progressiven, von Göttern wie COALESCE, BOTCH, CONVERGE, KISS IT GOODBYE oder DEADGUY inspirierten Hardcore mit dem Wahnsinn von jazzgrindigen Audioterroristen wie NAKED CITY oder MR. BUNGLE kreuzte und daraus einen unglaublich energischen, treffsicheren Molotov-Cocktail mischte. Wie rabiat, gewaltig und verquollen-verworren „Calculating Infinity“ klingt, ist mit Worten kaum zu beschreiben ... mehr >>

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Knapp drei Jahre nach „Informis Infinitas Inhumanitas“, das mit u.a. „Perversion Of Hate“ und „Larvae Of The Lie“ einige deftige Kracher am Start hatte, veröffentlichen die US-amerikanischen Frickel-Deather ORIGIN mit „Echoes Of Decimation“ im Jahr 2005 ein Werk, das auf ganzer Linie überzeugen kann. Nach dem Weggang von Jeremy Turner und John Longstreth, die heutzutage wieder Mitglied der Band sind, haben sich die inzwischen bei UNMERCIFUL agierenden Clint Appelhanz und James King zu ORIGIN gesellt und entfachen ein wahres Feuerwerk. Geboten wird nach wie vor in technischer ... mehr >>

New Orleans ist eine faszinierende Stadt mit einer noch viel faszinierenden Musikszene. Die meisten Metalbands aus „Nola“ [New Orleans, Louisiana] sind alle originell, eigenständig und werden von diesem besonderen melancholischen Flair umweht, das die Stadt und ihre Musik umgibt. SOILENT GREEN, seit 1988 aktiv, machen da keine Ausnahme. Ihr zweites Album, „Sewn Mouth Secrets“, der Einstand auf Relapse Records, ist immer noch ihr kleines Meisterwerk. Auch wenn SOILENT GREEN niemals ein schlechtes Album veröffentlicht haben: Bei „Sewn Mouth Secrets“ standen die Sterne besonders ... mehr >>

Was für ein Paukenschlag. Als die Death-Metal-Schwemme 1991 unübersichtlich zu werden drohte, weil täglich neue Releases auf den Markt knallten, half eigentlich nur noch das Rezept aus den guten alten Thrash-Anfangstagen, um die Creme der Brutalo-Bands herauszufiltern. Rock Hard und Metal Hammer zur Hand nehmen, die letzten Soundcheck-Plätze zu checken und alles, was dort an hartem Stoff niedergemacht wurde, blind zu kaufen. „Human Waste“ haben die Dortmunder „Death-Metal-Experten“ gar zur Arschbombe des Monats gekürt – schon damals ein untrügliches Gütesiegel für künstlerische ... mehr >>

„Sadness Will Prevail“ ist eines der anstrengendsten, forderndsten und ambitioniertesten Werke, die je auf CD gepresst wurden. Drei Jahre arbeitete TODAY IS THE DAY-Mastermind Steve Austin an diesem Koloss. Und wenn man das Album hört, ist sofort klar, dass die im Zusammenhang mit dieser Scheibe erwähnten mentalen Zusammenbrüche von Steve während der Aufnahmen kein dummes Promogewäsch sind, sondern Realität. Aus diesem Album trieft der Wahnsinn, Wut und unglaublich viel selbstzerstörerische Kraft. Da verwundert das Foto mit dem blutüberströmten, ekstatischen Steve im Booklet auch nicht ... mehr >>

Autoren: Mattaru, nnnon, soulsatzero

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