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Der 16. Mai 2010 ist ein dunkler, ein trauriger Tag für die Musikwelt. Ein kleiner Mann, der Großes bewirkte, eine Legende der Rockmusik und eine Ikone für mehrere Generationen hat die große Bühne verlassen. Ronnie James Dio, Sänger von Kultbands wie RAINBOW oder BLACK SABBATH sowie seinem selbst betitelten Soloprojekt, erliegt an diesem Morgen in Houston, Texas, seinem knapp ein halbes Jahr zuvor im Frühstadium diagnostizierten Magenkrebsleiden. Millionen Fans auf der ganzen Welt sind geschockt, als die Gerüchte der vergangenen Tage plötzlich doch bittere Wahrheit werden und Dio offiziell keine lebende Legende mehr sein sollte...

Metalnews.de hat sich des Lebens, der Musik und der Menschlichkeit eines der sympathischsten Dekadenrocker angenommen und beschreibt den Weg von Ronald James Padavona. Wir möchten uns auf diese Weise von einem Helden unserer Kultur, von einer Inspirationsquelle für tausende von Bands verabschieden und seinen Hinterbliebenen und Freunden kondolieren. Erinnern wir uns gemeinsam an die schönsten Momente, die traditionsreichsten Klänge und die persönlichen Emotionen von Freunden, Musikern und Fans. Wir sehen dies als das Mindeste an, was einem Mann zuteil werden sollte, dem wir alle in gewisser Weise unsere Liebe zur harten Musik verdanken.

[Text: Patrick „Border“ Franken“]





-------Ronnie James Dio – Chronologie-------


1942 – 1983


Ronnie James Dio wird, knapp ein halbes Jahr nach dem Eingriff der USA in den zweiten Weltkrieg, am 10. Juli 1942 in Portsmouth, New Hampshire, unter dem Namen Ronald James Padavona als Sohn italienischstämmiger Eltern geboren. Auf Drängen seines Vaters seit seinem fünften Lebensjahr musikalisch aktiv, wird Ronald Padavona mit 15 Jahren erstmals an seiner Schule Teil einer Band. Wahrscheinlich in Anlehnung an den Mafioso Johnny Dio, den Ronnie James nach eigenen Aussagen auf schräge Art und Weise bewundert, nutzt er im Jahr 1960 erstmals den Künstlernamen Dio und benennt seine vorher als RONNIE & THE RUMBLERS bzw. RONNIE AND THE RED CAPS bekannte Band in RONNIE DIO AND THE PROPHETS um. Dio – außerdem das italienische Wort für Gott...
Die Formation tritt mit ihrem Repertoire aus Eigenkompositionen und Popsongs der 50er und 60er in einem beliebten Tanzclub auf und veröffentlicht neben diversen Singles sogar ein erstes Album.

Die Band hält sich sieben Jahre. Danach veranlassen zahlreiche Besetzungswechsel die Truppe dazu, ihren Namen erneut zu ändern – diesmal in THE ELECTRIC ELVES. Nach einem schweren Autounfall am 12. Februar 1968 müssen alle Mitglieder einige Monate pausieren; ihren Neuanfang wagen die Jungs diesmal unter dem Namen THE ELVES, der für die nächsten zwei Jahre auf dem Banner der Formation stehen soll. Zu Beginn der 70er Jahre touren THE ELVES bereits regelmäßig durch lokale Kneipen und haben genug Material für ein erstes Album angehäuft. Was fehlt, ist jedoch ein Plattenvertrag. Dies sollte sich schlagartig ändern, als eines Abends die DEEP PURPLE-Mitglieder Ian Paice und Roger Glover im Publikum eines ihrer Auftritte sitzen und Dio und Co. anbieten, ihre erste Platte zu produzieren. Mit ihrem schlicht „Elf“ getauften Debüt tourt die Truppe, die nun unter dem Banner von ELF firmiert, bereits 1972 im Vorprogramm der mächtigen DEEP PURPLE durch die USA.

Nachdem Ronnie James Dio in den vorangegangenen Jahren seine enorme Stimme bereits unter Beweis stellen konnte, darf er sogar auf Roger Glovers Soloplatte „The Butterfly-Ball And The Grasshopper’s Feast“ ein paar Songs einsingen, bis 1974 mit „Carolina County Ball“ das nächste Album von ELF erscheint. In Amerika und Japan heißt die Platte übrigens „LA/59“. Da es gerade so gut läuft, erblickt bereits ein Jahr später das dritte und letzte Album aus dem Hause ELF mit dem Titel „Trying To Burn The Sun“ das Licht der Welt, was auch DEEP PURPLE-Klampfer Ritchie Blackmore nicht verborgen bleibt, der reges Interesse an dem Ausnahme-Sänger entwickelt.

Noch während der Arbeiten am letzten ELF-Album schreibt Dio zusammen mit Ritchie Blackmore die beiden Songs „Black Sheep Of The Family“ und „Sixteenth Century Greensleeves“, welche ursprünglich als Single geplant werden. Da Mr. Blackmore inzwischen aber nicht mehr Teil von DEEP PURPLE ist, schnappt er sich kurzerhand Ronnie James Dio sowie den Rest von ELF und macht die Truppe zu seinem neuen Projekt – RAINBOW. Noch vor der Veröffentlichung ihres Debüts, „Ritchie Blackmore’s Rainbow“, wechselt der Chef jedoch, mit Ausnahme von Dio, sämtliche Bandmitglieder aus und holt spätere Ikonen wie Schlagzeuger Cozy Powell an Bord. In den Jahren zwischen 1975 und 1978 veröffentlicht die Truppe mit „Rainbow Rising“ und „Long Live Rock ’n’ Roll“ zwei weitere, höchst erfolgreiche Studioalben sowie den Live-Mitschnitt „On Stage“. Aushängeschild Ronnie James Dio verlässt die Band jedoch kurz nach dem Erscheinen des dritten Albums, da die Spannungen zwischen ihm und Bandchef Blackmore zu groß werden.

Während RAINBOW fortan mit diversen Sängerwechseln auskommen müssen, bleibt der stimmgewaltige Italo-Amerikaner weiter auf Erfolgskurs und tritt bereits 1979 als neuer Frontmann von BLACK SABBATH in die Fußstapfen von Ozzy Osbourne. Als Resultat erscheint schon im Folgejahr das heute legendäre Album „Heaven And Hell“, wobei Dio auf der nachfolgenden Tour das schon lange zum Identifikationsmerkmal der Metal-Szene geratene Handzeichen „manu cornuta“ [die allgegenwärtige Pommesgabel] eingeführt haben will. In einem späteren Dokumentarfilm aus dem Jahr 2005, „Metal – A Headbanger's Journey“, geht Dio in einem Interview mit Regisseur Sam Dunn auf seinen Anspruch, diese Geste für den Metal etabliert zu haben, beinahe komödiantisch ein und veralbert obendrein KISS-Bassist Gene Simmons, der angeblich ebenfalls den Metallergruß erfunden haben will.
Weiterhin singt Dio mit BLACK SABBATH das nicht minder gefeierte Album „Mob Rules“ sowie die umwerfende Live-Platte „Live Evil“ ein, bis er im Jahr 1983 das Mikrofon an den gerade bei DEEP PURPLE ausgeschiedenen Ian Gillan abgibt.

[Text: Thomas „Metalviech“ Meyns]







1983 – 2010


Als Ronnie James Dio zum wiederholten Male aus einer berühmten Band geworfen wird, hat er die Faxen dicke: Er gründet seine eigene Combo, die sich schlicht DIO schimpft – ein Zeichen beginnender Egomanie? „Ich wollte nie ein Solo-Künstler sein, sondern immer nur ein Typ in einer Band. Dass diese Band schließlich DIO getauft wurde, hat marketingtechnische Hintergründe. Mein Name war eben bekannt, deshalb war er eine gute Ausgangsposition. Ein Diktator war ich deshalb aber bestimmt nicht“, sagt er 2005 in einem Interview, das auf der neu aufgelegten Version von „Holy Diver“ zu finden ist.

Dafür ist der Sangesgott wählerisch, was Gitarristen angeht. Nachdem Vinny Appice BLACK SABBATH gemeinsam mit Ronnie James verlassen hat, begibt man sich schnell auf die Suche nach neuen Musikern, checkt sämtliche Clubs in L.A. und Umgebung aus, wird aber nicht fündig. „Irgendwie stand ich immer auf diese englischen Saitenhexer, auf ihren Drang, etwas beweisen zu wollen“, sagt Dio später über das Engagement des damaligen Nobodys Vivian Campbell, dessen Demo ihm sein alter Kumpel Jimmy Bain zusteckt, welcher gleich den Bass in der neuen Gruppe übernimmt. Das Ergebnis dieser Kooperation ist „Holy Diver“, ein Erdbeben von einem Album. Nicht, weil die Hitdichte auf diesem Klassiker aus dem Jahr 1983 so hoch wäre, sondern weil das Album den DIO-Sound etabliert und die unsterblichen und allesamt in den Rock Olymp auffahrenden Songs „Holy Diver“, „Don’t Talk To Strangers“, „Straight To The Heart“ und „Rainbow In The Dark“ enthält. Nach diesem Album sind die Türen zum Ruhm für den viel gebeutelten Sänger ganz weit aufgestoßen. Erstmals ist Dios Stimme der wirklich nötige Raum zur Entfaltung gewährt. Der Sound der Instrumente auf „Holy Diver“ ist so trocken wie möglich gehalten, damit das Organ des Meisters noch deutlicher über der Musik thront. Dieser Sound ist von keiner anderen Band jemals erreicht worden – nach wenigen Sekunden eines DIO-Tracks weiß man sofort, um wen es sich handelt.

Woran man die Band DIO außerdem sofort erkennt, ist das Faible für das magische Moment in Ronnies Lyrics. Die Texte handeln von Drachen, Regenbögen und diversen Fantasiethemen – nur auf den Punkt kommen sie selten. So zumindest scheint es. Letztlich aber bieten Dios Lyrics genau die Art von Fluchtmöglichkeiten für eine junge Generation in den 80ern, die von der zunehmenden Abstumpfung der immer schnelllebigeren, oberflächlichen, auf Technik und Wohlstand fixierten Gesellschaft genervt ist.

Ich gebe gerne zu, dass ich RAINBOW über die Musik, DIO aber über MTV entdeckt habe. Kaum jemand aus der Metalszene hat so aufwändig Storys verfilmen lassen. Damit ist natürlich nicht das Banane-Video zu „Holy Diver“ gemeint, das zurecht 25 Jahre später von KILLSWITCH ENGAGE auf die Schippe genommen wird, sondern vor allem „The Last In Line“, der Titeltrack des Album-Giganten, der dem Erstling 1984 folgen sollte. Das Musikfilmchen macht visuell klar, dass es gegen den Strom geht. Ein Botenjunge landet im Keller eines hochmodernen Businessgebäudes, wo Menschen von Terminator-mäßigen Hybriden solange gefoltert werden, bis sie zu Maschinen werden, die dann wiederum neue Opfer suchen. Der Ort des Geschehens ist sicherlich nicht zufällig gewählt worden...

„Mystery“, das zweite Video der Scheibe, geht dagegen etwas unter, lässt aber keinen Zweifel daran, dass Dio die Probleme dieser Welt lieber in einer anderen aufdröselt. Rein songtechnisch ist die Platte das bisherige Highlight in der Karriere des kleinen Mannes mit der großen Stimme. „We Rock“, „Evil Eyes“ und natürlich „Egypt“ sind Tracks, die einen bereits nach einmaligem Hörgenuss packen und nicht mehr loslassen. Das wirkt sich kommerziell aus, denn „The Last In Line“ erhält in den Staaten nach knapp zwei Monaten Gold. Mit Claude Schnell [ehemals ROUGH CUT] hat man einen fähigen festen Mann an den Tasten gefunden und tourt ausgiebig um den Globus.

„Sacred Heart“, das 1985 auf die Meute losgelassen wird, läutet dann aber wieder eine schwächere Phase der Band ein. Neben Hymnen wie dem Titelsong, dem poppigen, aber guten „Rock ’n’ Roll Children“ – erneut mit coolem und immens aufwändigem Video über zwei Außenseiter-Kids versehen – und „Hungry For Heaven“ befinden sich viel zu viele Füller auf dem glatt polierten Album. Stolpert man über solche Erzeugnisse, ist meist klar, dass irgendetwas im Bandgefüge nicht stimmt. In diesem Fall ist es das Verhältnis zwischen Ronnie James und Vivian Campbell, dem der Sänger mangelnde Kreativität und eine Wandlung in die falsche musikalische Richtung vorhält. „Wenn jemand aussieht wie einer von den THOMPSON TWINS, braucht man sich nicht zu wundern“, ätzt er 1986 dem Metal Hammer ins Diktiergerät.
Allerdings ist Viv vor dem endgültigen Bruch noch massiv in das HEAR ’N AID-Projekt involviert, das als Alternative zu Band Aid alle damaligen Heavy Metal-Größen, von Rob Halford über Geoff Tate, Blackie Lawless, Dave Murray und Adrian Smith bis hin zu Yngwie Malmsteen, für die Aufnahme des zuvor komponierten Songs „Stars“ versammelt. Als Wirrungen über Vertragsmodalitäten der insgesamt 40 in dem Projekt versammelten Künstler die Veröffentlichung des HEAR ’N AID-Albums verzögern, ist Ronnie James mehr als verärgert und beschwert sich darüber, dass die meisten großen Bands zwar schnell mit ebenso großen Reden, aber hinterher mit weniger großen Taten am Start seien. Dennoch zieht der Mann mit der sozialen Ader das Projekt durch und sammelt insgesamt etwa eine Million US-Dollar mit HEAR ’N AID, die Bob Geldofs Sammlung für Afrika zur Verfügung gestellt werden.
Außerdem kommen sich Dio und der ebenfalls bei diesem Charity-Projekt mitwirkende GIUFFRIA-Gitarrist Craig Coldie näher. Schließlich ersetzt Coldie Campbell an der Klampfe und wird für ein Album Dios kongenialer Songwriting-Partner. Was dabei herauskommt, ist das wahrscheinlich beste DIO-Album aller Zeiten. Von „Night People“ bis „When A Woman Cries“ befinden sich nur Hits auf „Dream Evil“, das nicht zuletzt als Namensgeber einer nicht ganz unbekannten Band herhalten wird. Doch die etablierte Presse hat sich nach „Sacred Heart“ bereits auf DIO eingeschossen und wirft der Band vor, sich tot zu kopieren. Der Metal Hammer gibt vier Punkte, das Rock Hard gerade mal sechs. Typischer Fall von absoluter Kurzsichtigkeit. Denn auf „Dream Evil“ ist erstmals alles gelungen: Produktion, Songs, Cover, Konzept. Coldie spielt eine sehr viel versiertere, kraftvollere und breiter klingende Klampfe als sein Vorgänger, die Songs sind allesamt nicht von dieser Welt und die Lyrics nehmen Dich mit in die tiefsten Abgründe, die Deine Ängste schaffen können.




Auf der folgenden Tour werde ich erstmals mit dem Fakt konfrontiert, dass man auch einen Drachen vor der Show erst „checken“ muss – selbst, wenn das mechanische Untier dabei unter einer Plane verborgen ist. Das Vieh wird vom Meister während der Show fachmännisch erlegt und nach dem Ende der Vorstellung schreibt selbiger noch geduldig Autogramme und lässt sich sogar zum Plausch mit vielen der bierseligen Supporter verleiten. Selten habe ich einen „Star“ gesehen, der so begierig darauf ist, mit seinen Anhängern zu reden, sich zu ihnen zu stellen und möglichst jedem alles zu unterschreiben – angeblich ist das eine Lehre aus seiner Zeit bei RAINBOW, denn Allüren-Gott Blackmore lässt Fans gerne schon mal umsonst bei eisigen Temperaturen vor dem beheizten Tourbus verschimmeln. Ronnie James Dio ist dagegen für viele Menschen die Definition eines berühmten, aber netten Musikers.
Das findet sein frischer Gitarrero allerdings bald nicht mehr. Nach diversen Auseinandersetzungen persönlicher und künstlerischer Art wirft der entnervt wieder das Handtuch.

Nach „Dream Evil“ beginnt damit die Phase der Wechsel und Unsicherheiten – auch makrokosmisch. Grunge zieht am Horizont auf. Das 1990er DIO-Album „Lock Up The Wolves“ wird mit komplett neuer Hintermannschaft und dem 18-jährigen und hörbar unerfahrenen Rowan Robertson an der Klampfe eingespielt. Ergebnis: Das Album klingt verdächtig nach BLACK SABBATH, wird von der Presse zwar aufgrund der löblichen Entwicklungsfähigkeit Dios wieder bejubelt, floppt aber aufgrund seiner Melodiearmut bei den Fans. Natürlich scheint es da nur folgerichtig, wieder mal bei Tony Iommi vorbeizuschneien und bei einem Glas Rotwein über SABBATH zu quatschen. Gesagt, getan. Der aktuelle BS-Sänger Tony Martin wird zwischengeparkt und Ronnie James übernimmt das Mikro erneut bei der Mutter aller Metalbands.
Mit „Dehumanizer“, auf dem auch Drummer Vinny Appice spielt, erscheint 1992 ein ordentliches, aber keineswegs überragendes SABBATH-Album. Doch das kümmert eh niemanden mehr, denn der Grunge hat die Rock-Musik fest im Griff, kommerziell geht die Rechnung nicht auf, weshalb Dio und SABBATH schon bald wieder getrennte Wege gehen. Stein des Anstoßes ist neben den schleppenden Verkaufszahlen und den ständigen Streitereien zwischen Vinny und Geezer Butler vor allem die Ansage, im Vorprogramm von Dios Vorgänger Ozzy Osbourne auftreten zu müssen. Der kleine Sänger [Körpergröße: 1,62 m] empfindet das als Demütigung, kehrt Mr. Iommi daraufhin den Rücken und schart mit Gitarrist Tracy G, Alt-Drummer Vinnie Appice und DOKKEN-Bassist Jeff Pilson eine neue Truppe um sich, um 1994 das nette, aber nicht nachhaltige „Strange Highways“ einzusingen, ehe 1996 mit dem sehr sperrigen „Angry Machines“, einer dezenten Anbiederung an den NuMetal, der musikalische Tiefpunkt auf die Gemeinde losgelassen wird. Dass Dio im selben Jahr mit den Hupfdohlen von DOG EAT DOG gemeinsame Sache macht und Tracy G seinen Vorgängern live nicht mal annähernd das Wasser reichen kann, besiegelt 1998 mit dem halbherzigen „The Last In Live“ eine eher dunkle Ära. Das 20. Jahrhundert hat der Band nichts mehr zu geben...

Dass man mit „Magica“ [nach dem sich erneut eine bekanntere Metal Band benennt], „Killing The Dragon“ und „Master Of The Moon“ ab dem Jahr 2000 wieder bärenstarke Alben in der Tradition der Frühwerke abliefern kann, liegt an der Rückkehr Craig Coldies und Jimmy Bains [später erneut ersetzt durch Jeff Pilson] in den Schoß der DIO-Familie. Auch die Hymnen sind zurück im Programm. Jemand, der bei „Master Of The Moon“ keine Gänsehaut bekommt, ist seelisch tot. Für diese Rückbesinnung gibt es aber natürlich auch einen wirtschaftlichen Grund: Der Metal ist ab der Jahrtausendwende nicht mehr peinlich, sondern hält wieder Hof in den Stadien der Welt und ist insgesamt erfolgreicher denn je. Man merkt Dio an, wie viel Spaß ihm auch die Rückkehr seiner typischen Fantasy-Themen bereitet. Auch das Verhältnis zu den SABBATH-Musikern entspannt sich und mit HEAVEN & HELL feiert man bis zur schrecklichen Nachricht von Ronnies Krebsleiden im November 2009 große Erfolge.

Der 16. Mai 2010 lässt keinen abgewrackten Altrocker aus dem Leben scheiden, sondern jemand, der dem Zenit seiner 40-jährigen Karriere unglaublicherweise erst nahe zu sein schien. Rock ’n’ Roll starb an diesem Tag ein Stück weit. Der kleine Mann mit der großen Stimme aber wird nie vergessen werden – dafür sorgen neben seiner Musik Millionen von „Rock ’N’ Roll Children“.

We bring you beautiful
We teach you sin
We can give you a piece of the universe
Or we will disappear
Never to return again


Ronnie James Dio [“All The Fools Sail Away”]

[Text: Marcus „Mattaru” Italiani]





-------RONNIE JAMES DIO – Die wichtigsten Alben der letzten 35 Jahre-------



RAINBOW – „Ritchie Blackmore’s Rainbow“ [1975]
Das Debüt „Ritchie Blackmore’s Rainbow“ kommt 1975 aus dem Nichts und schlägt ein wie eine Bombe. In den USA erreicht das Album sofort Platz 30, in England sogar Platz elf der Albumcharts. Das mag zum einen an den großartigen Fähigkeiten von Mr. Blackmore liegen, zum anderen an dem großartigen Glücksgriff Namens Ronnie James Dio. Dieser Künstler, der zuvor bei ELF tätig war, ist die perfekte Ergänzung zu Ritchies Fähigkeiten und so bilden beide ein unschlagbares Team. Zu Recht gilt dieses Album als Meilenstein und Mitbegründer unserer Szene. Trotzdem sollte es sich hier erst um den Anfang zweier außergewöhnlicher Karrieren handeln. [Frank-Christian „Ashes Of Eden“ Mehlmann]


RAINBOW – „Rainbow Rising“ [1976]
Das zweite Album von RAINBOW, „Rising“ aus dem Jahr 1976, erreicht, genau wie das Debüt, Erfolg, Ruhm und eine Unsterblichkeit, welche nur wenige LPs dieser Welt teilen. Ob das an einem Welthit wie „Stargazer“ liegt, an dem einmaligen Gesang von Ronnie, oder ob das Gesamtkonzept am Ende einfach überragend zusammenspielt, kann man nur spekulieren. Wahrscheinlich formt jeder der eben genannten Fakten das Album zu der Legende, als welche es heute angesehen wird. [Frank-Christian „Ashes Of Eden“ Mehlmann]




RAINBOW – „Long Live Rock ’n’ Roll“ [1978]
“Long Live Rock ’n’ Roll” sollte der dritte Klassiker sein, den RAINBOW in Folge abliefern. Zwar geht die Chartplatzierung in den USA etwas zurück, in England jedoch steigt sie. Wie man es dreht und wendet, RAINBOW sind 1978 in aller Munde – nicht nur wegen Liedern wie “Long Live Rock ’n’ Roll” oder „Kill The King“, welches zu einem der meist gecoverten Songs der Metalszene gehört. Die Art, mit der Ritchie sein Instrument beherrscht, und die unvergessliche Stimme von Ronnie James Dio machen diese LP zu einem unvergesslichen Stück Musikgeschichte. [Frank-Christian „Ashes Of Eden“ Mehlmann]



BLACK SABBATH – „Heaven And Hell“ [1980]
1980 – Ozzy ist weg und BLACK SABBATH... am Ende? Definitiv nicht! Mit Ronnie James Dio findet man einen Mann, der BLACK SABBATH zwar in eine andere – in eine epischere – Richtung treibt, jedoch der Band weder an Ruhm noch an Klasse nimmt. Ganz im Gegenteil, „Heaven And Hell“ gilt noch heute als absoluter Klassiker der Szene und so hat sich wohl aus gutem Grund die Musiker-Reunion 2009 HEAVEN AND HELL genannt. Allem voran macht Ronnies charismatischer Gesang Lieder wie „Neon Knights“ oder „Heaven And Hell“ zu Gänsehautgaranten, welche man nie wieder aus seinem Kopf bekommt – und dies auch gar nicht will! [Frank-Christian „Ashes Of Eden“ Mehlmann]


BLACK SABBATH – „Mob Rules“ [1981]
Nur ein Jahr später, also 1981, folgt der nächste Geniestreich von BLACK SABBATH. Allein der Track „The Mob Rules“ dürfte zu einem der meist gespielten Lieder einer jeden Metal-/Rockkneipe zählen. Einmal mehr zeigt Ronnie sein gesangliches Ausnahmetalent, welches vor allem bei Liedern wie „The Sign Of The Southern Cross“ oder „Falling Off The Edge Of The World“ deutlich wird. Die LP wird zum Kassenschlager. Was allerdings viel wichtiger ist – sie wird zu einer Platte, die viele Menschen bis an ihr Lebensende mit allen Gefühlen dieser Welt in ihren Herzen tragen werden. [Frank-Christian „Ashes Of Eden“ Mehlmann]



DIO – „Holy Diver“ [1983]
Mit „Holy Diver“ steht 1983 das Debüt von DIO in den Läden. Als Solokünstler nennt er das Projekt schlicht nach sich selbst und erschafft nicht nur das wohl beliebteste DIO-Album, nein, vielmehr erschafft er ein Meisterwerk der Musikszene. Hits wie „Holy Diver“ oder „Rainbow In The Dark“ sind zeitlose Klassiker, die nicht nur den Weg in jede Setlist finden, sondern sie dürfen sich – wie auch das Album an sich – Teil der Rockgeschichte nennen. Nicht zuletzt wird die Platte 1989 mit einer Platinauszeichnung versehen. Diese Platte begeistert seit fast 30 Jahren und sie wird es auch noch die nächsten 300 Jahre tun, soviel ist sicher. [Frank-Christian „Ashes Of Eden“ Mehlmann]


DIO – „The Last In Line“ [1984]
Nach dem großartigen Debüt folgt 1984 das zweite Album unter dem Namen DIO. Obwohl der Druck enorm ist, lässt Ronnie sich nicht beirren und schreibt ein Album, das ähnliche Stärken wie der Vorgänger bietet. Charttechnisch wird auch dieses Album ein Erfolg auf ganzer Linie, und eben dieser Erfolg lässt den Namen DIO immer größer werden. Der Opener „We Rock“ spricht für sich selbst und auch textlich macht DIO erneut alles richtig! [Frank-Christian „Ashes Of Eden“ Mehlmann]





DIO – „Sacred Heart“ [1985]
Nach dem „Holy Diver“-Manifest und „The Last In Line“ legte DIO mit „Sacred Heart“ hochqualitativ nach und präsentierte sich und seine Band in Topform: Vivian Campbell rifft beseelt und trotz dominanter Keyboards und manchem Füller auf der Platte schafft man mit dem Titeltrack, „Rock'n'Roll Children“ und dem eingängig-poppigen „Hungry For Heaven“ fast mühelos gleich mehrere magische Hardrock- bzw. Metal-Momente für die Ewigkeit. [Dirk „dkay“ Konz]





DIO – „Intermission [live]“ [1986]
Diese „kleine” Live-Scheibe war ursprünglich nur als Appetithappen gedacht, um die Fans mit dem neuen Gitarristen Craig Coldie vertraut zu machen. Allerdings spielt auf fünf der sechs Songs noch sein Vorgänger Gitarre, was das Vorhaben etwas relativiert. Dennoch macht die Scheibe Spaß, denn im Gegensatz zur Studio-LP „Sacred Heart“ sind die Tracks „King Of Rock ’N’ Roll“, „Sacred Heart“ und „Rock ’N' Roll Children“, das mit einem coolen Medley-Part versehen wird, mit amtlich drückendem Sound am Start. „Time To Burn“, der Studio-Track, den Coldie einspielt, fällt dagegen qualitativ leicht ab und spielt auch in späteren Live-Setlists kaum mehr eine Rolle. [Marcus „Mattaru“ Italiani]


DIO – „Dream Evil” [1987]
Das für mich mit Abstand beste DIO-Album aller Zeiten! Gestartet wird traditionell mit einer Uptempo-Nummer. Und „Night People“ macht sofort klar: Im Gitarrenbereich hat man eine gehörige Portion Virtuosität und Aggression draufpacken können. Der Titeltrack, die Ballade „All The Fools Sailed Away“ und die Hymne „Naked In The Rain“ treiben dem Metaller auch 23 Jahre nach Veröffentlichung noch Tränen der Freude in die Augen, aber auch die anderen Tracks sind Gänsehaut-Garanten. Ein ewiger Klassiker! Leider wird die Platte seinerzeit von der Presse zerrissen. DIO-Einsteiger sollten sich davon nicht abschrecken lassen und das Werk unbedingt anchecken. [Marcus „Mattaru“ Italiani]


DIO – „Lock Up The Wolves” [1990]
Das fünfte Studioalbum, „Lock Up The Wolves“, ist das erste Album in den 90er Jahren. Basis des Albums ist der für DIO typische Sound, nur dass diese Platte mit ihren über 60 Minuten etwas länger ausfällt als die Vorgänger. Dass „Lock Up The Wolves“ mit einem völlig neuen Line-Up eingespielt wird, hört man der Qualität der Songs jedoch in keinster Weise an. „Lock Up The Wolves“ kann, wie die Vorgänger bereits, in England Charterfolge verbuchen. Auch wenn die Platte mit den Jahren live etwas weniger bedient wird, so zählt sie dennoch zur Hochphase innerhalb DIOs Solopfaden. [Frank-Christian „Ashes Of Eden“ Mehlmann]



BLACK SABBATH – „Dehumanizer” [1992]
Für die Aufnahmen zu „Dehumanizer“ unterbricht Stimmwunder Ronnie James Dio die Arbeit an seinem Soloprojekt DIO, und siehe, es hat sich gelohnt. Auch das dritte BLACK SABBATH-Album mit Dio am Mikrofon bietet mit Songs wie „Computer God“, „TV Crimes“ und „Time Machine“ die perfekte Einheit aus dessen einzigartiger Stimme und dem charakteristischen Gitarrenspiel Tony Iommis. Nach langer kreativer Durststrecke klingen BLACK SABBATH hier zum letzten Mal richtig gut. [Thomas „Metalviech“ Meyns]




DIO – „Strange Highways“ [1994]
„Strange Highways“ ist bei der Fangemeinde nicht unumstritten. Statt Fantasy-Lyrics erwarten den Hörer sozialkritische Texte. Auf eigentlich typische Melodiebögen wird zu weiten Teilen verzichtet. Es dauert, bis man als Fan diese Scheibe richtig gerne auflegen will, denn die Erwartungshaltung war immerhin eine gänzlich andere. Ein düsteres Album, gespickt mit schwer verdaulichem Material. Mit passendem Gemütszustand drücken die Songs mit Schwermut noch zusätzliche Last auf. Sonst plätschert der Großteil am Hörer vorbei ins Nichts. Doch gerade das macht die Platte wiederum zu einem besonderen Werk. [Markus „Archon“ Grunow]



DIO – „Killing The Dragon” [2002]
Zwei Jahre nach „Magica“ ist 2002 die Geburtsstunde, um den Drachen zu töten. Mit „Killing The Dragon“ bekommt DIO von der Fachpresse wieder sehr gute Kritiken. Gerade der Titeltrack erinnert sehr an die glorreiche Zeit der 80er und zeigt, dass DIO sein Pulver alles andere als verschossen hat. Durchgehend weist das Album Stärken auf – allem voran natürlich der Gesang, welcher all die Jahre über unverändert geblieben ist. Für dieses Album übernimmt Ronnie James Dio sogar die Aufgabe des Produzenten, die er, nebenbei bemerkt, hervorragend erledigt. [Frank-Christian „Ashes Of Eden“ Mehlmann]



DIO – „Master Of The Moon” [2004]
Nicht zuletzt aufgrund der Abwesenheit von Gitarrist Doug Aldrich verliert das leider letzte DIO-Album im direkten Vergleich zu seinem brillanten Vorgänger, aber auch „Master Of The Moon“ wartet mit den typischen DIO-Trademarks auf: SABBATH-inspiriertes Gitarrenspiel paart sich mit gewohnt überwältigenden Gesangslinien und kryptischen Texten aus der Feder des Meisters, weshalb auch hier eine Vielzahl an Gänsehaut-Momenten garantiert ist. „Master Of The Moon“ sollte in keinem Plattenschrank fehlen! [Thomas „Metalviech“ Meyns]




HEAVEN AND HELL – „The Devil You Know” [2009]
Im Jahr 2008 steht das Projekt HEAVEN AND HELL in den Startlöchern und 2009 ist es soweit: „The Devil You Know“ wird veröffentlicht. Ähnlich wie vor 25 Jahren [nach dem Ausstieg von Ozzy] ist die Kritik sehr groß. „Wie kann man alte Kamellen wieder aufwärmen?“ – so hieß es von Seiten der Presse. Wieder einmal mehr zeigen Ronnie und Co., dass mit ihnen zu rechnen ist. „The Devil You Know“ wird nicht nur zu einem großen Erfolg, nein, es lässt auch sämtliche negative Kritiken verstummen und wird zu einem würdigen Meisterwerk in einer Reihe von Meisterwerken, mit denen uns Ronnie James Dio sein ganzes Leben beglückt hat. Sein Schaffen war von begrenzter Dauer, doch seine Werke werden ewig leben… [Frank-Christian „Ashes Of Eden“ Mehlmann]




-------Stimmen aus der Redaktion-------



Markus „Shilrak“ Jakob:

„Gleich, welcher Generation man angehört, egal, ob man nun BLACK SABBATH mit Ozzy besser findet, egal, ob man denkt, dass jemand anderes die Pommesgabel erfunden hat – Ronnie James Dio war für die Metalwelt eine unglaublich wichtige Persönlichkeit und vor allem eine maßgebende Bereicherung! Am 16. Mai 2010 wurde uns diese Persönlichkeit genommen, von seinem Vermächtnis werden dennoch weitere Generationen inspiriert werden – und damit meine ich nicht nur die Pommesgabel! Ich hoffe, RJD ist jetzt an einem besseren Ort und wird dort weiterhin stehen und schreien – auf seine eigene, unvergleichliche Art und Weise! Ruhe in Frieden!“



Thomas „Shub“ Kleinertz:

„Ohne Ronald James Padavona gäbe es sicher einige Stilistiken im Metal nicht so, wie es heute der Fall ist. Ein Mann, der sein Leben der Musik verschrieben hat und mit einem unglaublichen Talent gesegnet war, ging von uns. Er wird eine Lücke hinterlassen, die nicht geschlossen werden kann. Aber eines ist sicher: seine Arbeit, seine unglaubliche stimmliche Ausdruckskraft und Kreativität werden Bestand haben und sind unauslöschlich mit Rockmusik bzw. Metal verbunden. Ein schmerzhafter Verlust. Danke für alles, Ronny!
Randnotiz: Seit dem 16. Mai 2010 hat Nietzsche Recht: Dio ist tot!“



Patrick „Border“ Franken:

„Um ehrlich zu sein, kann ich mich nicht als Die-Hard-Fan der Musik von Ronnie James Dio bezeichnen. DIO-Platten waren für mich stets ein stiller Begleiter im Hintergrund, wenngleich ich an einem gut gelaunten Kopfnicken nicht vorbei kam, wenn „Holy Diver“ oder „Rainbow In The Dark“ mal wieder bei dieser oder jener Metalparty ins Programm fanden. Viel mehr war ich allerdings ein Fan seiner Persönlichkeit, wohl wissend, dass der Metal, wie wir ihn heute und in Zukunft kennen und lieben, ohne ihn zum Großteil nicht entstanden wäre. Selten habe ich einen Menschen mit einer solchen Ausstrahlung, Freundlichkeit und Hingabe erlebt. Und das innerhalb eines Geschäfts, das seit Anbeginn größtenteils auf Extremen, Härte, Coolness und Bösartigkeit aufbaut. Während andere noch darüber streiten, ob Ozzy oder Lemmy der King des Metal ist, saust Ronnie schwertschwingend auf einem Drachen vorbei und grüßt nett. Die Metalwelt hat einen der ganz Großen verloren; einen, der Werte und Menschlichkeit über Image und Darstellung stellte. Ich bin zutiefst dankbar, diesen Mann live erlebt zu haben. Wenn 1,62 m Körpergröße 80.000 Menschen zu einer Handvoll Schäfchen verwandelt, ist dies ein nachhaltiger, beeindruckender Moment. Mach’s gut, kleiner Mann, grüß’ den Rest!“



Marcus „Mattaru“ Italiani:

„Mit Ronnie James Dio starb für mich erneut ein kleines Stückchen Jugend. Ohne pathetisch klingen zu wollen: Dio, der immer Geschichten über Rock ’N’ Roll–Außenseiter erzählte, hat mich als Teenager mit seiner Musik oftmals darin bestärkt, die ganzen Trend-Schwachköpfe in meinem Umfeld zu ignorieren und meinen Weg zu gehen. Dass er zudem noch ein netter Kerl war, der für jeden, der es wollte, mindestens ein Autogramm bereithielt, rundet das Bild ab.“



Tobias „Necrologue“ Naumann:

„Wir beklagen nun den Verlust des wohl inspirierendsten Sängers der Metal-Geschichte. Ronnie James Dio führte den Heavy Metal und somit auch darauf aufbauende Stile in neue Sphären; er war Wegbereiter, Pionier und Ikone zugleich. Lasst uns sein Vermächtnis wahren und an kommende Generationen weitergeben. Du wirst niemals vergessen werden, R.I.P.!“



Thomas „Metalviech“ Meyns:

„Ronnie James Dios Musik hat mich begleitet, seit ich Metal höre, und das Gänsehaut-verdächtige Zusammenspiel aus Gitarre und Stimme auf „The Last In Live“ ist für mich nach wie vor der heilige Gral in Sachen Live-Performance. Ich fuhr sogar zweimal extra für seine Musik zu einem Festival – einmal für DIO nach Wacken und einmal zum belgischen Graspop Metal Meeting, um mir dort HEAVEN AND HELL anzuhören – und beide Male war die Intimität seiner Auftritte der Höhepunkt des Festivals.“



Frank-Christian „Ashes Of Eden“ Mehlmann:

„Als ich 2002/2003 anfing, Metal zu hören, stieß ich ziemlich schnell auf eine CD mit dem Aufdruck „DIO – Holy Diver“. Ich hörte mir die CD an und war sofort begeistert von einer Stimme, die mir so einmalig erschien, dass ich diese CD haben musste. Ich bin dankbar – für die vielen CDs, die Schallplatten und auch die Livemomente, die mir Ronnie James Dio beschert hat. Nie werde ich dein Bild vergessen – stark wie ein Fels auf der Bühne – im roten Licht, das Horn gen Publikum gestreckt – unvergesslich!“



Alexander „soulsatzero“ Eitner:

„Mit Ronnie James Dio ist einer der ganz großen Musiker und eine Ikone von uns gegangen. Völlig unabhängig davon, ob man nun eingefleischter und jahrelanger Hard-Rock-Fan ist oder in erster Linie Death Metal hört, so ist dennoch eines klar: Der kleine Mann mit der unverwechselbaren Stimme hat im Laufe seiner Karriere ganze Generationen von Bands sowie Fans aus allen Genres beeinflusst und ist dabei stets bodenständig geblieben. Allein dafür gebührt Ronnie James Dio der größtmögliche Respekt. Rest In Peace!“



Andreas „PanSe” Gaigg:

„Obwohl ich DIO nie getroffen habe, geschweige denn kannte, geht mir sein Tod sehr nahe. 2006 hatte ich das Privileg, ihn beim Rock Hard Festival live zu sehen und war überwältigt von einer solch großen Stimme von so einem kleinen Mann! Der Typ hatte Power, Charisma und scheint ein sehr netter Zeitgenosse gewesen zu sein. DIO ist eine Legende, die nie in Vergessenheit geraten wird. Ich wünsche den Hinterbliebenen ganz viel Kraft für diese schwere Zeit. R.I.P., DIO!“



Dirk „dkay“ Konz:

„Wie bei vielen adoleszenten Jünglingen meiner Generation, begann auch meine Sozialisation in Sachen harter Musik mit einem Mixtape, das diverse Hardrock-/Metalklassiker enthielt, u.a. auch „Hungry For Heaven“ von DIO, dessen Melodie und charismatischen Gesang man nicht mehr aus dem Hirn bekam.
Die sinistren Cover, die Texte voller Mystik und Magie, die ganze Attitüde der ersten DIO-Alben verschreckte und verlockte zugleich, dennoch sollte es bis zu BLACK SABBATH’ „Dehumanizer“ dauern, bis ich RJD wieder entdeckte, nur um sein Schaffen gleich wieder aus den Augen und Ohren zu verlieren. Selbst wenn ich zugeben muss, erst später Zugang zu DIOs Frühwerken, vor allem RAINBOW, gefunden zu haben, bleiben Songs wie „Man On The Silver Mountain“, „Rock ’n’ Roll Children“, „Holy Diver“ oder eben „Hungry For Heaven“ unsterbliche Hardrock-/Metalmonumente.
Die Metalwelt hat mit Ronnie James Dio eine unverwechselbare Stimme und einen großartigen Musiker verloren, den ich leider nie live sehen konnte.“



Lennart „Grim_Rieper“ Riepenhusen:

„Ich habe Ronnie James Dio nie persönlich getroffen, und mich als langjährigen, glühenden Fan zu bezeichnen, wäre schwer übertrieben. Aber jeder einzelne von uns, der schon einmal Zeige- und kleinen Finger gleichzeitig in die Luft gehalten hat, ist von ihm und seinem Schaffen stärker beeinflusst worden, als er denkt. Auch ich. Etliche seiner Stücke sind zu mehr als „Hits“ oder „Evergreens“ geworden – sie sind ins metallische Kollektivgedächtnis eingegangen. Als ich die Nachricht von Dios Krebserkrankung hörte, war ich nicht einen Moment ernsthaft besorgt. Dio war immer da, er würde es immer sein. Dass er letztlich ein sterbliches Wesen war, ist mir und sicher auch vielen anderen im Laufe der letzten Tage klar geworden. Mensch und Legende gehen nun getrennte Wege. Der Mensch wird vermisst werden, die Legende lebt, solange der Metal lebt. Also ewig! Ruhe in Frieden!“



Timo „kaamos“ Beisel:

„Nein, ein großer Fan von Ronnie James Dio war ich nie. Trotzdem habe ich ihn, seine außergewöhnliche Stimme und sein Schaffen stets sehr respektiert und bereits die Nachricht seiner Erkrankung war ein Schock. Bis zuletzt habe ich – wie unzählige andere Musikfans – die Daumen gedrückt, dass er vollständig genesen und eines Tages auf die große Bühne zurückkehren wird. Nun hat er sie für immer verlassen. Man muss nicht alle seine Platten im Schrank haben, um zu erkennen, dass Ronnie James Dio nicht nur eine Legende der Rockmusik, sondern auch einfach eine sympathische Erscheinung und somit eine Ausnahme im oft unbarmherzigen Musikbusiness war. Ruhe in Frieden!



Markus „Archon“ Grunow:

„Zu meinen ersten LPs gehörten die Werke von BLACK SABBATH und DIO. Kein Wunder, dass mich gerade die melodischen Gesangslinien und die speziell bei DIO so herrlich druckvolle Gitarrenarbeit durchweg in meinem metallischen Musikgeschmack geprägt haben. DIO lief auf dem Weg zur Schule, „Stand Up And Shout“ ist einer der von mir meistgespielten Metalsongs überhaupt, egal ob auf Platte, CD, iPod, Autoradio oder im damaligen Walkman. Der Mann mit der imposanten Stimme motivierte mich vor oder beim Sport, ließ mich besser lernen und war auch in anderer Hinsicht für mich wertvoll. Eine Erinnerung lässt mich aus heutiger Sicht schmunzeln: Als ich auf dem Walkman in der letzten Reihe im Bus auf dem Weg zurück von der Schule sehr laut „Lock Up The Wolves“ hörte, schmiss mich der Busfahrer kurzerhand raus, weil sich die anderen Fahrgäste beschwerten. Nur ein kleines Mädchen zeigte mir DEN Gruß und zeigte auf mein T-Shirt. Ein sehr verwaschener „Holy Diver“ war darauf zu sehen. Danke, Ronnie, für unzählige schöne Hörstunden, die ich hatte und noch haben werde. R.I.P.“



Michael „nnnon“ Siegl:

„Ronnie James Dio war ein Vollblutmusiker, der seine ersten Banderfahrungen schon zu Zeiten gesammelt hat, in denen Metal schlichtweg noch nicht existierte. Er war also von Anfang an dabei und prägte ihn dementsprechend. Der kleine Mann mit der großen Stimme war eine unglaublich beeindruckende Persönlichkeit, die Scharen von Musikern und Fans beeinflusst und inspiriert hat. Seine körperliche Hülle weilt leider nicht mehr auf dieser Welt [an dieser Stelle auch mein Mitgefühl an alle Hinterbliebenen], aber dank Alben wie „Holy Diver“ ist DIO sowieso längst unsterblich. R.I.P., Ronnie!“



Manuel „M“ Roth:

„Eine echte Schande, dass er schon gehen musste. Mit Dio verlieren wir wirklich einen der größten Wegbereiter der Metalszene...“



Oleg „John Gorerilla” Pronitschew:

„Ich habe Ronnie James Dio zum ersten Mal auf dem Wacken Open Air 2004 gesehen. Ich landete ironischerweise relativ zufällig bei seinem Auftritt am Abend und konnte Zeuge eines recht imposanten Konzerts werden. Von niemand Geringerem als MANOWAR-Basser Joey DeMaio bekam er eine Trophäe für die Verdienste am Heavy Metal überreicht. Ein symbolischer Akt des Dankes von dem Mann des Krieges, da er erst als Roadie bei der BLACK SABBATH-Tour 1980 den späteren Gitarristen Ross „The Boss“ kennengelernt hatte und damit der Grundstein für die spätere Bandgründung gelegt wurde. Kein Einzelfall. CATCH THE RAINBOW z.B., eine RAINBOW-Coverband mit Mitgliedern von HELLOWEEN, IRON SAVIOUR, BRAINSTORM, PRIMAL FEAR u.v.a., zeigt, wie viele Künstler überhaupt durch Dios Anteilnahme ermöglicht wurden. Nach 50 Jahren Musikgeschichte bleibt von ihm ein gigantisches Werk in großen und kleinen Taten übrig, welches uns als Beispiel dienen kann, dass wir nie wissen, was für Resultate unser Handeln nimmt, aber es immerhin wert gewesen ist, überhaupt etwas getan zu haben. Vielen Dank dafür, Mr. Ronnie James Dio. Ruhe in Frieden.“



Sebastian „sebyK“ Kronenberg:

Der Tod von Dio hat mich sehr traurig gemacht. Seine Songs haben mich immer bewegt und ich bewundere ihn auch, weil selbst mit zunehmendem Alter seine Stimme nicht an Niveau verlor. Anders als viele andere Künstler hatte Ronnie James Dio keinen Schaffenshöhepunkt, sondern zog „sein Ding“ von den Karriereanfängen bis zum Ende mit viel Können und Talent durch und war auch für meine persönliche musikalische Entwicklung ein echter Eckpfeiler. Das erste Mal live sah ich Dio auf dem Wacken Open Air 2009 mit HEAVEN & HELL. Die Performance, die der kleine Lockenkopf hinlegte, hatte mich umgehauen und war für mich sogar das Highlight des Festivals. Das werde ich nie vergessen.





[Bild: cornershopstudios]



-------Statements von Musikern, Bands & Kollegen-------



Geezer Butler [BLACK SABBATH, HEAVEN AND HELL] beehrt die Metalwelt und seinen ehemaligen Kollegen mit einem besonders emotionalen Statement und einer chronologischen Betrachtung der vergangenen Tage...

„In wenigen Worten ist es einfach unmöglich, die Beziehung zwischen Ronnie, Wendy [Dio], meiner Frau Gloria und mir zu beschreiben. Er war so viel mehr als nur ein Freund, Bandkollege und talentierter Musiker. Sollte ich eine Seele haben, dann ist Ronnie ein Teil von ihr. Gott, das Schicksal oder der Zufall – wie auch immer man es nennen möchte – brachte uns 2006 wieder zusammen, nachdem wir uns 14 Jahre lang nicht mehr gesehen hatten, um eine letzte Tour gemeinsam zu spielen. Im Endeffekt waren es dann doch drei große Touren und ein Album. Wir hatten einen Mordsspaß zusammen und genossen die Anwesenheit des jeweils Anderen mehr, als es je zuvor der Fall war. Gerade, als wir darüber sprachen, doch noch ein weiteres Album zu machen, schlug das Schicksal erneut zu...

Wir waren gerade in der Planung einer zwei- oder dreiteiligen Nordamerika-Tour, nachdem wir Südamerika und Europa im Frühling und Sommer 2009 besucht hatten. Beim ersten Teil der Tour ging es Tony Iommis Handgelenken immer schlechter, Vinnys Schulter schmerzte ebenfalls und Ronnie bekam plötzlich furchtbare Bauchschmerzen. Wir beschlossen schließlich, die Tour abzubrechen, gesund zu werden und im Folgejahr weiter zu touren. Tony und Vinny konnten erfolgreich genesen, jedoch schmerzte Ronnies Magen immer schlimmer. Ich sah Ronnie zu dieser Zeit auf der DIO-Halloweenparty und er trank keinen Tropfen, was sehr ungewöhnlich war, denn Ronnie liebte seine kleinen Picheleien sehr. Er erzählte mir, dass er einen Termin bei einem Spezialisten vereinbart hatte, um zu sehen, was mit seinem Magen war...

Mittwoch, 12. Mai 2010
Wendy lud meine Frau und mich zum Lunch nach Santa Barbara ein. Ein paar Freunde von Ronnie sowie Wendy, Omar, Simon, Paul, Tim und Diana kamen ebenfalls vorbei. Ronnie hatte allerdings keinen Appetit – die Chemo verlangte ihren brutalen Tribut. Wie immer sprachen wir über Sport und hatten ansonsten auch einen lustigen Abend, wir lachten viel – es war das letzte Mal. In dieser Nacht erhielt ich eine wunderschöne E-Mail von ihm, in der er mir mitteilte, dass er mich für alle Zeit sehr wertschätze. Ich antwortete ihm, dass ich ihn in der kommenden Woche besuchen würde.

Freitag, 14. Mai 2010
Wendy rief an, um uns mitzuteilen, dass sie Ronnie ins Krankenhaus gebracht habe. Der Schmerz sei unerträglich geworden. Wir fuhren sofort hin und erreichten das Krankenhaus um ca. 14:00 Uhr. Der Doktor hatte ihm bereits ein Beruhigungs- und Schmerzmittel verabreicht. Immer mehr Leute kamen, um Ronnie zu besuchen, und wir alle wechselten uns ab, damit stets jemand seine Hand halten und ihm seine Gedanken zuflüstern konnte. Wendy wäre niemals von seiner Seite gewichen, sie war immer da. Die ganze Nacht stand sie hellwach an der Seite seines Bettes. Glorias Assistentin, Debi, unterstützte sie. Ich schrieb Tony eine E-Mail, um ihn auf schlechte Neuigkeiten vorzubereiten.

Samstag, 15. Mai 2010
Man konnte Ronnies Zimmer im Krankenhaus nicht verfehlen, denn es waren ca. 25 bis 30 Freunde da, die davor standen. Wir ahnten, dass das Ende kurz bevor stand. Wir alle wollten uns verabschieden. Am Abend erschien der Priester und alle versammelten sich um Ronnies Bett, um gemeinsam zu beten. Es war ein Tag voller Tränen und Erinnerungen. Ronnies Gang war kein leichter, so dass wir um 23:00 Uhr sein Zimmer verließen, um ihm und Wendy im Privaten ihr ‚Goodbye’ zu ermöglichen. Der innere Schmerz war zum Greifen spürbar, als wir gingen.

Sonntag, 16. Mai 2010
Um 7:46 Uhr, als wir uns gerade fertig machten, um direkt wieder ins Krankenhaus zu fahren, rief meine Frau Wendy an, um zu fragen, ob sie einen Kaffee oder sonst irgendetwas bräuchte. In diesem Moment erhielten wir von ihr die Nachricht, dass Ronnie einen Moment zuvor verstorben war.

Die gesamte Zeit über war Wendy Dio eine wahre Heilige. Sie ist jeden einzelnen Schritt gemeinsam mit Ronnie gegangen. Ihr Mut und ihre Stärke haben uns alle zutiefst beeindruckt. Sogar jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, kümmert sie sich darum, dass Ronnie seine letzte Reise in Würde antreten wird. Gott segne dich, Wendel.

Die meisten Menschen, die in diesen Tagen dabei waren, haben entschieden, ihre Gefühle und Gedanken für sich zu behalten. Ich wollte dies ebenfalls, allerdings wurde ich mit E-Mails überhäuft, mit Fragen aus den Medien und von Fans, ob ich etwas sagen könnte.

Ich kann wahrlich behaupten, niemals zuvor jemanden gekannt zu haben, der solch treue, loyale Fans und Familie hatte wie Ronnie. Er war in der Tat ein besonderer Mensch, gesegnet mit einer einzigartigen Stimme und Präsenz. Er liebte seine Fans – grundsätzlich blieb er nach Gigs bis in die frühen Morgenstunden, um sie alle zu treffen und mit ihnen zu reden.

Eine meiner liebevollsten Erinnerungen stammt aus dem vergangenen Jahr, als wir beim Sonisphere Festival in Knebworth waren. Er bemerkte meine Schwester und ihren Ehemann am Bühnenrand. Während des Openers unseres Konzertes nahm er sich einfach die Zeit, um kurz zu ihnen zu gehen und sie mit einer Umarmung zu begrüßen. Es waren diese klitzekleinen Dinge, die ihn für mich besonders machten.

Selbstverständlich wird seine Musik für immer weiterleben – wie auch sein Einfluss auf viele Menschen und Musiker.

Ich habe noch nie so viele Grüße und Wünsche von so vielen Musikern und Fans gesehen und gleichzeitig so wenig Zynismus. Das ist die pure Liebe und der Dank an einen großartigen Mann.

Gott segne dich, Ronald. Ich danke dir vielmals für diese wundervollen Erinnerungen.“



Vinny Appice [HEAVEN AND HELL, BLACK SABBATH, DIO]:

„Hey Ron,

ich hätte nicht gedacht, dass dieser Tag so plötzlich kommen würde.

Ronnie war alles für mich. Er war mein bester Freund, er war mein Bruder. Ich habe so gut wie jede Nacht hinter ihm an meinen Drums gesessen und habe ihm beim Singen zugeschaut und seine saftige Stimme über meinen Monitor genossen. Jede Nacht jagte er mir mit seinem Gesang eine Gänsehaut über den Rücken und motivierte mich so immer wieder, die besten Shows zu spielen.

Ich wusste immer, welch ein Glücksfall es war, mit ihm in einer Band sein zu dürfen, jedoch ist es mir noch sehr viel wichtiger, mit ihm befreundet gewesen zu sein.

Als ich Ronnie zum ersten Mal traf, war ich ein Kind, gerade 21 Jahre alt und die Augen weit offen. Er nahm mich unter seine Fittiche und zeigte mir den richtigen Weg. Er war der größte Lehrer und die größte Inspiration meines Lebens und – was am wichtigsten ist – der größte Rocksänger der Welt.

Mein Herz ist gebrochen. Wir leben nun in einer Welt ohne ihn und ich werde ihn so sehr vermissen. Ich kann nur daran denken, wie dankbar ich war, mit ihm Musik spielen zu dürfen, die aus seinem Herzen kam. Musik, die für immer bestehen wird und von seinen Fans, die er schätzte und liebte, in der ganzen Welt gehört wird!

Ronnie, ich liebe dich, Mann!“



Tony Iommi [HEAVEN AND HELL, BLACK SABBATH]:

“Am 16. Mai verstarb mein guter, guter Freund Ronnie James Dio um 7:45 Uhr.

Ich befand mich in totaler Schockstarre und kann noch immer nicht glauben, dass er von uns gegangen ist.

Ronnie war einer der nettesten Menschen, die ihr euch vorstellen könnt. Wir hatten eine fantastische Zeit zusammen.

Ronnie hat stets geliebt, was er tat – Musik an sich und das Singen auf einer Bühne. Er liebte seine Fans so sehr! Er war ein freundlicher Mann, der sich selbst stets unter andere stellte, wenn jemand Hilfe brauchte.

Ich kann von ganzem Herzen behaupten, dass es mir eine große Ehre war, all die Jahre an seiner Seite spielen zu dürfen.

Seine Musik wird für immer weiterleben.

Unsere Gedanken sind bei Wendy Dio, die Ronnie bis zum bitteren Ende zur Seite stand. Er liebte sie sehr.

Der Mann mit der magischen Stimme ist ein Stern unter den Sternen.

Ich vermisse dich so sehr, mein wunderbarer Freund.“



Bill Ward [BLACK SABBATH]:

„Meine Frau und ich kondolieren allen Familienangehörigen und Freunden – wir sind sehr traurig über die Meldungen zu Ronnies Tod. Wir möchten unsere positivsten Gedanken heute mit all jenen teilen, die Ronnie geliebt haben; wir kannten ihn stets als einen hervorragenden Sänger, Performer und Songwriter.“



Ozzy Osbourne [Ex-BLACK SABBATH]:

„Ronnie hatte eine großartige Stimme. Viele Menschen denken, er und ich seien im Krieg oder so was in der Art. Früher vielleicht einmal, denke ich, aber da war wohl auch reichlich Theatralik im Spiel... hey, das ist 30 Jahre her!

Ich war sehr traurig, als ich von Ronnies Tod erfuhr. Der Metal hat definitiv eine seiner größten Stimmen verloren. Meine herzlichsten Beileidswünsche gelten seiner Familie und seinen vielen Fans. Liebe und Respekt!“



Simon Wright [DIO, AC/DC, RHINO BUCKET]:

„Am Sonntag habe ich meinen besten Freund verloren. Er war für mich wie ein Vater. Ich habe alles versucht, um ihm dabei zu helfen, diesen Kampf zu gewinnen, ich war dort mit ihm. Er sagte zu mir, dass wir eines Tages wieder ein Team sein würden, das all dies besiegen kann Ich weiß, dass er euch alle da draußen geliebt hat und dass ihm eure Karten und Gebete sehr geholfen haben. Ich habe eine verdammt harte Zeit, während ich diese Zeilen schreibe, und ich möchte, dass ihr alle wisst, dass ich mich geehrt fühle, ihn gekannt zu haben. Jetzt hat er keine Schmerzen mehr. Ich vermisse ihn so sehr.“



Craig Goldy [DIO, BUDGIE]:

„Mir fehlen einfach die Worte! In meiner Seele entstand ein Loch und ich bin nicht in der Lage, wirklich zu beschreiben, was momentan in mir vorgeht. […] Bitte vergebt mir, wenn ich nicht die Worte finde, um den wunderbarsten Menschen, den ich je getroffen habe, zu beschreiben.
Ronnie James Dio ist und war einer der legendärsten Musiker, Freunde und Bandmitglieder – er war meine Familie. Er ist der Grund, warum die Leute überhaupt wissen, wer ich bin und warum ich existiere. Er war für mich da, als ich in Los Angeles in einem Auto auf der Straße schlafen musste, und führte mich in seine Welt, in der die Träume Wirklichkeit werden konnten. Freundlichkeit gegenüber Freunden, Fans und völlig Fremden, Barmherzigkeit, Menschlichkeit, Integrität standen ganz groß in seinem Vordergrund und er wusste absolut Bescheid, das gesamte Leben eines Menschen auf die kreativsten Weisen zu verändern. Ich weiß, dass er das meine verändert hat. Nicht nur durch seine Musik und seine Stimme, die ihn sowieso schon zu einer Legende gemacht haben, sondern er veränderte mein Leben auf seine persönliche Art, wie er für mich da war und sich stets um mich kümmerte, wie er es mit allen direkt oder indirekt tat. Er war so gut zu mir! [...]
Ruhe in Frieden, mein Freund. Ich werde dich für alle Zeit vermissen.“



Steve Morse [DEEP PURPLE]:

„Ronnie Dio war ein Musiker, wie er im Buche steht. Er war ein Kerl, den jeder mochte und der mit seiner berühmten, unverwechselbaren Stimme immer laut und stark singend jeden Ton traf. Ich beobachtete immer wieder, wie er geduldig mit allen Fans an der Hintertür sprach. […]
Jeder, der ihn jemals getroffen hat, wird ihn vermissen – sowie jeder, der ihn jemals hat singen hören.“



Ian Gillan [DEEP PURPLE]:

„Mein geschätzter Freund Ronnie,

verlassen, doch nicht verschwunden. Friedlich schlafend [für eine Weile], jedoch niemals vergessen. Ich habe säckeweise Post bekommen, seitdem du tot bist – voller Mitgefühl und Trauer.

Wir alle erinnern uns an deine riesige Stimme – es klingelt noch heute in meinen Ohren. Dein verrückter Humor und dein Sinn für den richtigen Moment haben etliche Menschen um dich herum und innerhalb unserer Musik inspiriert. Wir alle sind uns wohl einig, dass du der netteste Mensch warst, den man jemals kennenlernen kann. Wir sehen uns später, mein Freund!“



Glen Hughes [DEEP PURPLE, BLACK SABBATH]:

„Heute ist ein sehr, sehr trauriger Tag, denn ich habe einen wundervollen Freund verloren. Ronnie war ein wahrer Pionier des Heavy Metal, eine Ikone und ein Visionär […]. Ronnie gab mir Weisheit. Er hatte eine wundervolle Seele, war freundlich, geduldig und ein einzigartiger Lehrer. Ich vermisse dich, Bruder!“



Ritchie Blackmore [BLACKMORE'S NIGHT, Ex-RAINBOW, Ex-DEEP PURPLE]:

„Ronnie hatte eine einzigartige und wundervolle Stimme. Die Rock ’n’ Roll-Welt wird ihn sehr vermissen!"



Rowan Robertson [DIO, DC4]:

„Ich habe das große Privileg, ein Teil seiner Musik und seines Lebens gewesen zu sein. Meine Gedanken sind bei den Hinterbliebenen.“



KISS:

„Wir bedauern das Ableben des großen Ronnie James Dio zutiefst. Neben seiner wahnsinnigen Stimmgewalt war er ein echter Gentleman, der einem stets große Herzenswärme und Freundschaft entgegenbrachte. Wir werden ihn vermissen!“



Jon Schaffer [ICED EARTH]:

„Ich möchte eine Nachricht bezüglich Ronnie James Dio schreiben und darüber, wie sehr ich ihn vermissen werde.

Ronnie war der aufrichtigste Mensch, den ich in der Musikindustrie jemals getroffen habe.
Ich denke, wir alle haben schon einmal irgendwo unseren Kindheits-Star getroffen und waren anschließend total enttäuscht. Bei Ronnie war das allerdings nicht so. Er war ein weiser, freundlicher und besonderer Mensch und darüber hinaus ein guter Freund, der schmerzlich vermisst werden wird.

Ruhe in Frieden, Bruder. Dein Geist und deine Musik werden weiterhin die Generationen von Musikern inspirieren, die noch folgen mögen.“



Biff Byford [SAXON]:

„Ich habe heute die Nachricht erhalten, dass mein geschätzter Freund, Ronnie Dio, den Kampf verloren hat.

Es ist ein herber Verlust für alle von uns.
Ich habe Ronnie das erste Mal in den frühen 80ern getroffen, als er mit BLACK SABBATH und BLUE ÖYSTER CULT auf der legendären Black And Blue Tour unterwegs war.

Das erste Mal singen hörte ich ihn auf ‚The Butterfly Ball’ und ab diesem Moment wusste ich, was großartiger Gesang ist. Von diesem Moment an war er der Spielmacher in seinem ganz eigenen Spiel.

Seine Stimme war stets kraftvoll und beeindruckend, seine Lyrics einzigartig. Kopiert von vielen, übertroffen von niemandem. Ich werde ihn vermissen und das werden wir alle!

Das letzte Mal, als wir uns trafen, war in Finnland. Beide Bands steckten aufgrund von Flugverschiebungen am gleichen Flughafen fest. Was machst du? Klar, zur Bar gehen, sich betrinken und Rock ’n’ Roll-Storys zum Besten geben. Er erzählte großartige Geschichten.
Ich kondoliere seiner Frau und Familie.
Irgendwo in der Nacht brennt eine Kerze für dich.“



Ian „Lemmy“ Kilmister [MOTÖRHEAD]:

“Ich bin in der Tat aufgewühlt. Erst recht, weil es bei den Golden Gods Awards noch so schien, als würde er sich langsam erholen.
Bon voyage, Ronnie! Ruhe in Frieden. Ich bin erschüttert.“



Corey Taylor [SLIPKNOT, STONE SOUR]:

„Einer der stärksten, puristischsten und kontinuierlich besten Sänger aller Zeiten! Ronnie sang, wie er lebte – von Herzen, aus vollster Ehrlichkeit und Liebe. Er war ein großer Mann, der stets ein Lächeln trug und für seine Fans jederzeit einen Handschlag übrig hatte. Er sprach aus, was er dachte, und vertrat ehrlich seinen Standpunkt über Dekaden. Ich werde ihn schrecklich vermissen.

Als ich die Nachricht von seinem Tod erhielt... Mann, ich kann euch sagen... es brach mir wirklich das Herz. Es brach entzwei. Einfach weil ich weiß, dass es niemals mehr einen zweiten Ronnie James Dio geben wird. Er hatte eine solch eindeutige Stimme und sang sich immer noch den Arsch ab. Ich weiß einfach, dass man ihn sehr vermissen wird – wie ich es auch tun werde.“



Kerry King [SLAYER]:

„Ronnie James Dio zu treffen, war einer der erinnerungsträchtigsten Momente meines Lebens. Nur wenige Menschen haben die Gabe, Songs so zu tragen, wie Dio es konnte. Er forderte im wahrsten Sinne des Wortes deine Aufmerksamkeit, vor allem, wenn er live mühelos die Qualität ablieferte, die man von der Platte bereits kannte. Es ist mies, wie schnell man dir wichtige Dinge nehmen kann. Ich sah ihn erst vor gut einem Monat. Ich war immer froh, Ronnie gekannt zu haben. Einer der nettesten Menschen in diesem Geschäft, ohne Frage. Er wird riesig vermisst werden!“



Jeff Pilson [DIO, DOKKEN, LYNCH/PILSON, WAR AND PEACE, STEEL DRAGON]:

„Ein paar Worte zu Ronnie James Dio zu sagen, ist wie eine Aufforderung, einen epischen Film in wenigen Worten beschreiben zu müssen. Man kratzt nicht einmal an der Oberfläche.

Ich kann immer noch nicht glauben, dass er wirklich von uns ging und je näher die Realität an mich heran rückt, um so trauriger werde ich. Dann wiederum steige ich ins Auto und es gibt Momente, in denen im Radio ‚Stand Up And Shout’ erklingt und ich fühle mich, als hörte ich den Song zum allerersten Mal. Ich meine... ich habe diesen Song hunderte Mal gespielt und gehört sicherlich tausendfach. Alles wird plötzlich so klar und Ronnies Botschaft hämmert aus den Boxen. Diese Kraft, diese Stimme, die dir sagt: ‚Ja verdammt, du kannst es! Jeder kann es!’

Das war Ronnie. Der gewöhnliche Mann, die große Stimme und das noch größere Herz. Das war mein Freund.

Ich werde ihn vermissen, wie ich niemals zuvor jemanden vermisst habe. Ich danke Gott dafür, dass ich immerhin seine wunderbare Musik in meinem Herzen trage. Erinnerungen und Musik.

Ich schätze es als ein Privileg, ihn gekannt und sogar mit ihm Musik gemacht zu haben. Ich bin sicher, dass die Welt eine bessere wurde durch all das, was er den Leuten – inklusive mir – gegeben hat.

Ruhe in Frieden, Ron. Du wirst niemals vergessen werden!“



King Diamond [KING DIAMOND, MERCYFUL FATE]:

„Mit einem schweren Herzen zeige ich meinen vollsten Respekt gegenüber Ronnie James Dio. Was für ein genialer Sänger und Entertainer...

In meiner Karriere war Ronnie immer unter den Top-Ten-Sängern. Seine Mystik und die Emotion in seiner Stimme forderten mein Interesse und meine Neugierde jedes Mal aufs Neue.

Leider hatte ich nie die Möglichkeit, ihn persönlich treffen zu können. Glücklicherweise hatte ich allerdings mehrfach die Möglichkeit, diesen absolut unverwechselbaren Frontmann live zu erleben. Ich kann es nicht einmal mehr zählen. Ich sah ihn mit ELF, RAINBOW, BLACK SABBATH und beinahe wäre ein Traum für mich in Erfüllung gegangen, als BLACK SABBATH anfragten, ob wir nicht mit KING DIAMOND auf ihrer Tour supporten wollen. Leider führten meine Rückenprobleme dazu, dass dieser Traum sich nicht erfüllte.

Ich hatte stets den höchsten Respekt für Ronnie und seine Musik wird für immer einen Platz in meinem Hause finden. Meine tiefste Sympathie geht an Ronnies Familie. Ich wünsche dir eine sichere Reise zur anderen Seite.“



Mikael Åkerfeldt [OPETH, BLOODBATH]:

„Letzte Nacht sah ich die Neuigkeiten... und ich hasste sie!

Ronnie James Dio ist von uns gegangen. Ich liebe ihn fast wie ein Familienmitglied und ich fühle mich leer und allein, während ich begreifen muss, dass er nicht mehr da ist. Er lebt weiterhin in diesem Gemäuer, wie er es bereits tat, seit meine Familie hierher zog. Ich bringe es nicht übers Herz, ihn momentan singen zu hören, wenngleich ich vielleicht weiß, dass es mir dadurch besser gehen würde.

Es wurde mir das Glück zuteil, ihn zu treffen und ein paar Drinks mit ihm zu teilen. Dies ist eine so wertvolle Erinnerung, dass ich sie bis ans Ende meiner Tage in mir tragen werde. Ganz ehrlich, er beeindruckte mich zutiefst.

Danke, Ronnie James Dio, für alles!

Wir kondolieren gesammelt seiner Familie und seinen Freunden sowie den Musikerkollegen, die gesegnet waren, mit ihm arbeiten zu dürfen.

Ich habe über dies sehr lange nachgedacht: obwohl er viel zu früh aus unserer Welt gerissen wurde [und selbst in 100 Jahren wäre es zu früh gewesen], bin ich sicher, dass er glücklich mit seiner Frau, seinem Leben und mit dem war, was er erreicht hat. Dennoch schmerzt es sehr. Es schmerzt verdammt noch mal sehr. Ich kann nicht aufhören, darüber nachzudenken. Ein riesiges Loch entstand in meinem Herzen.

Ich liebe dich, Ronnie. Ruhe in Frieden.

Dein Fan, Mikael Åkerfeldt“



ARCH ENEMY:

„Heute ist ein immens trauriger Tag für die Welt des Heavy Metal und Hard Rock, denn wir betrauern den Verlust des beeindruckendsten Talents, das dieses Genre jemals gesehen hat.

Ein Meister seines Fachs und ein wahrer Gentleman. Witzig, höflich und fidel. Er wird vom ARCH ENEMY-Camp sehr vermisst werden.

Das Echo von Dios Stimme wird noch in der Ewigkeit erhallen!“



Brian May [QUEEN]:

„Es ist ein Schock, dass Ronnie nicht mehr unter uns weilt. Trotz dessen, dass wir alle wussten, wie sehr er mit seinem Krebs zu kämpfen hatte, war er ein tapferer Kämpfer, eine optimistische Natur. Ich hätte erwartet, er würde noch ewig weiterleben.

OK, er hat bis zum bitteren Ende gekämpft und sogar seine Sachen gepackt, um wieder auf Tour gehen zu können.
Ich weiß, dass dies eine sehr, sehr harte Zeit für meinen Freund Tony Iommi sein wird.

Als ich Ronnie das letzte Mal sah, war er voll des Lebens, positiv eingestellt wie immer und er brachte auf seiner Tour mit HEAVEN AND HELL einen wahren Sangessturm auf die Bühne.

Meiner Meinung nach war Ronnie einer der Gründer des Heavy Metal. Ich bin kein Experte dieses Genres – es gibt etliche Menschen, die mir da sicherlich weit voraus sind – aber unsere Wege kreuzten sich sehr oft über die Jahre und ich war beeindruckt von seiner Persönlichkeit. Er war in vielerlei Hinsicht das Gegenteil aller heutigen TV-Casting-Sänger. Er hatte keinen Drang zur Berühmtheit, wie man ihn sofort bei all diesen Teilnehmern der Shows spürt. Er war kein Bildschirmgesicht oder ein Prominenter. Er liebte einfach nur zu tun, was er tat. Diesen Millionen Fans gab er stets ein Gefühl der Realität, was seine Person, sein Songwriting und seine Performance anging. Seine Texte waren einzigartig und haben über Jahre hinweg etliche Bands inspiriert. Für mich erschien es immer so, als arbeite sein Kopf auf mehreren Ebenen. An der Oberfläche war er ein hart arbeitender und ehrlicher Sänger mit einer starken, menschlichen Ader und einem großartigen Sinn für Humor. Darunter aber, in der Welt seiner Songs, schien er gefangen zu sein von Kobolden jeder Art. Seine Texte, dunkel und mysteriös, gepaart mit der metallischen Gangart, repräsentierten stets das Schwert des Guten und den Triumph über das Böse.

Ich weiß nicht, ob er den Teufelshörner-Gruß wirklich erfunden hat, aber ich weiß, dass definitiv er es war, der ihn zu einem universellen Symbol in der weltweiten Metalszene etabliert hat.

Er wurde von allen in der Szene geliebt und wird arg vermisst werden.“



John Tardy [OBITUARY]:

„OBITUARY würden gern anmerken, welche große Inspiration Dio für diese Band und für das gesamte Gesicht des Heavy Metal war. Er war einer der Guten in der Musik und wird sehr vermisst werden!

Auch wenn es nur einmal vorkam, wir hatten die Gelegenheit, mit Dio zu sprechen. Er kam zu uns und wir waren total stolz, dass er sogar wusste, wer OBITUARY war. Während dieser einen, kurzen Unterhaltung, war sofort klar, was für ein netter Mensch er war.

Wir haben Dio leider nicht mehr unter uns, jedoch werden wir seine Musik für immer in unserer Seele tragen!“



TWISTED SISTER:

„Die Mitglieder von TWISTED SISTER bedauern zutiefst den Verlust von Ronnie James Dio. Er war nicht nur ein Gigant innerhalb der Metal-Gemeinde, sondern auch der netteste Mensch, den wir jemals getroffen haben […].“



IRON MAIDEN:

„Es ist von größter Traurigkeit, dass wir uns damit abfinden müssen, dass Ronnie James Dio den Kampf gegen seinen Magenkrebs verloren hat. Wir kondolieren seiner Frau Wendy und seiner Familie in dieser schrecklichen Zeit.
Seit seinen frühen Tagen mit ELF, BLACK SABBATH und DIO bis hin zu seinen aktuellsten Projekten wie HEAVEN AND HELL zeigte Ronnie stets seine großartigen Qualitäten als Frontmann. Er gab immer alles für seine Musik und seine Fans.
Ronnie war nicht nur ein unsagbar talentierter Sänger, sondern auch ein wundervoller, herzensguter Mensch. Er war sehr intelligent und hinterließ bei jedem ein gutes Gefühl, der auch nur irgendwie mit ihm in Berührung kam. Er war ein großer Freund von IRON MAIDEN und wir spielten viele Shows zusammen. Wir werden ihn sehr vermissen.
Die Welt hat ein einzigartiges Talent verloren und das wohl wundervollste menschliche Wesen, das man jemals treffen konnte.“



Billy Corgan [SMASHING PUMPKINS]:

„R.I.P., Ronnie James Dio. Wenngleich ich ihn nur einmal traf, kann ich ehrlich sagen, dass er der freundlichste Mensch war, den ich jemals im Musikgeschäft kennenlernte. Ronnie war ein wahrer Gentleman und wohl der beste Rock-/Metal-Sänger, den es jemals gab. Was für ein Verlust an diesem traurigen Tag.“



Tobias Sammet [AVANTASIA]

„Gestern Abend habe ich die traurige Nachricht erhalten, dass Ronnie James Dio am Sonntag, 16. Mai 2010, um 7:45 Uhr verstorben ist. Es ist schwer zu beschreiben, was mir durch den Kopf ging, als ich davon erfuhr, so wie es kaum möglich ist, zum Ausdruck zu bringen, was Ronnie James Dio mir als Sänger und Fan seit meiner frühen Jugend bedeutet hat. Er hat uns unglaublich viel magische Musik mit poetischen Texten und großartigem Gesang geschenkt und für mich war er das Paradebeispiel des perfekten Heavy-Metal-Sängers schlechthin. Mit EDGUY durften wir im Laufe der letzten Dekade einige Male die Bühne mit ihm teilen, im Rahmen dessen hatte ich auch die Chance, ihn vor knapp zehn Jahren kennenzulernen.
Ronnie war eine warmherzige Persönlichkeit mit einer unglaublichen Ausstrahlung; in seiner Umgebung fühlte man sich sehr willkommen. Schließlich wollte ich ihn auch diverse Male bei AVANTASIA dabeihaben, aber sein Zeitplan erlaubte es ihm nie, denn er war ein absolutes Arbeitstier, voller Visionen und Enthusiasmus.
Ronnie, Du wirst für alle Zeiten als einer der größten Sänger der Geschichte in unserem Gedächtnis bleiben! Die Rockwelt wird Dich nie vergessen – ruhe in Frieden!“



DANKO JONES:

„Ich habe soeben gehört, dass Ronnie James Dio heute verstorben ist. Diese Nachricht ist unheimlich traurig. Er war der größte Rocksänger aller Zeiten. Er wird von allen sehr vermisst. […] Er war so zuvorkommend und bodenständig, zeigte aber auf der Bühne allen, was es heißt, Heavy Metal zu spielen.“



Nikki Sixx [MÖTLEY CRÜE]:

„Ronnie war eine der freundlichsten Personen, die ich jemals getroffen habe, und sein Gesang war mehr als inspirierend für alle von uns. Seine Auftritte bereiteten Gänsehaut. Er wird von uns allen sehr vermisst!“



Scott Ian [ANTHRAX]:

„Ruhe in Frieden, Ronnie. Die Hörner hängen heute auf Halbmast. Ein riesiger Verlust. Ronnie war der König der Welt und hatte immer ein freundliches Wort auf den Lippen. Ich habe so viele Erinnerungen an ihn.“



SLASH:

„Er starb heute morgen, doch seine Musik wird für alle Ewigkeit weiterleben. R.I.P.“



JUDAS PRIEST:

„Wir sind von größter Trauer erfüllt, denn unser Freund Ronnie James Dio ist von uns gegangen. Wir kondolieren seiner Frau Wendy und Ronnies Familie. Er war ein großartiger Mensch und wird schrecklich vermisst werden!“



Ralph Santolla [OBITUARY, DEICIDE, DEATH, ICED EARTH]:

„Es gibt keine Person der heutigen Metal-Szene, die Ronnie James Dio nichts schuldig wäre. Er behandelte stets alle als ebenbürtig, doch nur wenige können diesen Status wirklich für sich beanspruchen. Ruhe in Frieden, Ronnie!“



Mike Portnoy [DREAM THEATER]:

„Ruhe in Frieden, Ronnie James Dio... Größter aller Zeiten! Es sieht aus, als hätten Dime [„Dimebag“ Darrell Abbott [PANTERA]], Randy [Rhoads, [OZZY OSBOURNE]], Cliff [Burton [METALLICA]] und Bonzo [John Bonham [LED ZEPPELIN]] nun auch noch den größten Sänger der Welt an ihrer Seite. Das ist einer der traurigsten Tage im Metal.



QUEENSRŸCHE:

„Ronnie James Dio war ohne Zweifel einer der größten Künstler im Heavy Metal und wird das Genre für immer beeinflussen. Er war uns eine große Inspiration und wurde über die Zeit ein sehr guter Freund. Wir werden ihn alle sehr vermissen, doch sein Geist wird immer weiterbestehen, wenn wir die Arme heben und unsere Hände zu Hörnern formen. ‘The man on the silver mountain will always be our rainbow in the dark.’“



Lars Ulrich [METALLICA]:

„Lieber Ronnie,

gerade, als ich von der Bühne in Zagreb kam, wurde ich mit der schrecklichen Nachricht konfrontiert und war mehr als geschockt. Doch ich wollte dich wissen lassen, dass ich ohne dich niemals auf irgendeine Bühne gestiegen wäre. […] Deine Auftritte mit ELF haben mich damals umgehauen, und als ich erfuhr, dass du mit meinem Lieblingsgitarristen RAINBOW gründest, wurde ich euer #1-Fan in Dänemark. […] Ronnie, deine Stimme hat mich mitgenommen und mir Kraft geschenkt, deine Musik inspirierte und beeinflusste mich und deine Güte berührte und bewegte mich. Vielen Dank.
In Liebe, Lars.“



Nicolas Van Dyk [REDEMPTION]:

„Die Nachricht über Ronnies Tod traf mich wie ein Schlag. Meine Gedanken und Gebete sind bei seiner Familie. Die Welt des Heavy Metal hat seine Stimme verloren. R.I.P, Ronnie.“



Al Atkins [Ex- JUDAS PRIEST]:

„Nun ist das Schreckliche tatsächlich eingetreten. Die Welt hat ihren wohl großartigsten Sänger verloren. Wir wollen nun alle Wendy Dio und dem Rest des DIO-Clans kondolieren. Ronnies Musik wird für immer weiterleben. R.I.P., Ronnie.“



WHITE WIZZARD:

„Die Welt hat heute eine ihrer wichtigsten Seelen verloren, doch ihre Energie wird überall bestehen bleiben. […] R.I.P, Ronnie.“



David Coverdale [WHITESNAKE, Ex-DEEP PURPLE]:

„Ich war mehr als geschockt, als ich von Ronnies Schicksal erfuhr. Meine Gedanken und Gebete sind bei seiner Familie und seinen Freunden!“



Ronnie Munroe [METAL CHURCH]:

„Der Grund, weshalb ich hinter meinem Drumset hervorkam, um zu singen, war Ronnie James Dio. Es wird keinen vergleichbaren Menschen auf diesem Planeten geben. Er war und ist eine Inspiration für mich und viele Millionen anderer Sänger. R.I.P., Ronnie. Vielen Dank.“



WOLF:

„Wir befinden uns heute in tiefer Trauer, denn wir haben den größten, kraftvollsten und besten Sänger verloren, der jemals im Hard Rock und Metal unterwegs war. Für uns war Ronnie James Dio immer eine große Inspiration und seine Stimme wird durch seine Musik weiterleben. Er war immer zuvorkommend, nett und nahm sich die Zeit, mit uns über Musik und die Welt zu sprechen. Wir werden dich vermissen. Du lebst in deiner Musik für immer weiter!“



Chuck Billy [TESTAMENT]:

„Als ich am Sonntag in Holland von der Bühne ging, erfuhr ich von Ronnie Dios Tod und dem damit verbundenen Verlust, der die ganze Welt bewegt.
Ich liebe Ronnie sehr. Vom ersten Tag an, an dem ich Ronnie traf, war er so höflich, so bescheiden und irgendwie der niedlichste Kerl, den man sich vorstellen kann. Seit dem ersten Tag... bis vor zwei Wochen, als ich ihn das letzte Mal sah. Er sah mich und es ging gleich los: ‚Wie geht’s den Kindern? Mit der Familie alles gut? Was macht die Gesundheit?’
Das ist Ronnie... es geht nicht um Musik, es geht nicht ums Geschäft. Es geht darum, menschlich zu sein, ein menschliches Wesen, den es wirklich interessierte, was er fragte.
Ich werde dich wirklich sehr vermissen, Ronnie. Ich liebe dich, ruhe in Frieden.“



AXEL RUDI PELL:

„Ronnie war und wird für immer einer meiner Helden sein. Ich erinnere mich noch an den Moment, als er sagte: ‚Axel, mein Sohn, lass mich dich umarmen.’ Das war beim Start der Deutschlandtour von HEAVEN AND HELL, auf der wir als Special Guest dabei waren. Es war eine so große Ehre für uns, für sie eröffnen zu dürfen, und wir haben die Tour sehr genossen. Ich habe Ronnie in den letzten zehn Jahren mehrmals getroffen und er war stets sehr freundlich und nett zu mir, meiner Frau und meiner Band.
Ronnie, danke vielmals für all deine Musik, deine Texte, die Inspiration und die Freundschaft. Du wirst für immer in meinem Herzen sein – und in meiner Musik. Eines Tages sehen wir uns wieder... ‚in heaven or hell’.“



Michael Poulsen [VOLBEAT]:

„Ich kam gerade in Zagreb von der Bühne und hatte ein Riesengrinsen ins Gesicht geschnitten, da wir gerade eine Hammershow mit METALLICA gespielt hatten. Unser Drummer Jon Larsen war der Erste von uns, der in die Garderobe ging, und als ich hinein kam, sah er mich mit traurigem Blick an und sagte: ‚Michael, Dio ist tot.’ Es traf mich mitten ins Herz und ich konnte nur sagen: ‚WAS? FUUUUUUUUCK!’.

Jon wusste, dass ich ein riesiger Dio-Fan war und immer noch bin. Es fühlte sich einen Moment lang so an, als sei der gesamte Heavy Metal mit einem Mal gestorben und alles sei vorbei. WER zur Hölle soll denn bitte die großartigste Stimme im Metal ersetzen? ER WAR DER AUSERWÄHLTE! ER WAR DER BESTE!

Es gab nur einen King des Rock ’n Roll: ELVIS! Uns es gab nur einen King des Heavy Metal: Ronnie James Dio! Es wird niemals wieder einen wie ihn geben, der Thron wird leer bleiben. Dio wird für immer vermisst werden.
Mögest du in Frieden ruhen, Ronnie. Wir alle werden die Hörner ehren und der DIO-Flagge huldigen.
Ich wünsche dir eine gute und sichere Reise. Folge dem Regenbogen. Liebe und Respekt!“



John Norum [EUROPE]:

„Ich habe Ronnie erst kürzlich getroffen und er erzählte mir von einem Song, den er geschrieben hatte und zu dem er mich an der Gitarre haben wollte. Leider sind wir über die Idee niemals hinweg gekommen, aber es war ihm sehr ernst.

Ronnie war einer dieser wunderbaren Charaktere, von denen du glaubst, dass sie über 100 Jahre alt werden könnten. Es fühlt sich komisch an, Gewissheit zu haben, ihn nie wieder auf einer Bühne sehen zu können oder neue Songs zu Ohren zu bekommen. Sein Verlust hinterlässt ein riesiges Loch, das niemand auch nur im Traum zu füllen vermag.“



Jack Black [Schauspieler, TENACIOUS D]:

„Dio war immer mein absoluter Lieblingssänger im Heavy-Metal-Bereich. Nicht unbedingt nur wegen der musikalischen Güte, vielmehr wegen seiner Passion und Leidenschaft, die er in seine Performance legte. Die wundervollen und bezaubernden Melodien, die in einen absoluten Vulkanausbruch roher, rockiger Kraft mündeten, führten zu einigen großartigen Hymnen dieses Genres.

Wenn Dio, der am 16. Mai im Alter von 67 Jahren starb, auf der Bühne stand, bewegte er sich dort so anmutig wie ein Drachentöter. Seine Theatralik und Darbietung waren magisch. Als Teenager war ich stets immens bewegt von seinen lebensbejahenden Songs – sie waren voller Ehre und Pracht. Sie brachten mich dazu, Berge erklimmen und gegen Dämonen kämpfen zu wollen.

Dio zuzuhören bedeutet, in vergangene Zeiten voller Mysterien und tollen Erlebnissen entführt zu werden. Für die Kids war Dio eine Flucht vor dem ganzen Scheiß, der den ganzen Tag durch die FM-Sender dudelte.

Ich hatte die Ehre, mit ihm arbeiten zu dürfen, und er war genau der coole Typ, den man sich immer vorgestellt hatte. Er war ein großherziger Mensch, war stets bescheiden und gelassen, und er hatte einen hervorragenden Sinn für Humor.

Vielen Dank, Dio!“



SCORPIONS:

„Der Tod von Ronnie James Dio ist ein riesiger Verlust für die Welt des Rock and Roll. Er wird von Millionen von Fans auf der ganzen Welt vermisst werden. Er war ein großartiger Künstler, ein toller Mensch und ein guter Freund.

Wir werden dich vermissen, Ronnie.“



YNGWIE MALMSTEEN:

„Ich bin zutiefst betrübt über diese schockierende Nachricht.

Ronnie war ein guter Freund und ohne Zweifel die brillanteste aller Rock-Stimmen. Er wird für immer in unseren Herzen weiterleben und es wird nie wieder einen Gleichen geben.

Lang lebe Ronnie James Dio!“




Autoren: Archon, Ashes Of Eden, Border, dkay, Grim_Rieper, John Gorerilla, kaamos, M, Mattaru, Metalviech, Necrologue, nnnon, PanSe, sebyK, shilrak, shub, soulsatzero


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