[vc_row][vc_column width="1/4"][vc_empty_space height="10"][vc_single_image image="40135" img_size="medium"][vc_column_text] Wertung 5,5/7 Punkten Info VÖ: 22.02.2019 Label: Nuclear Blast Spielzeit: 00:51:05 Line-Up Bobby "Blitz" Ellsworth - Vocals D.D. Verni - Bass Dave Linsk - Lead Guitar Derek Tailer - Rhythm Guitar Jason Bittner - Drums Tracklist 1. Last Man Standing 2. Believe In The Fight 3. Head Of A Pin 4. Bat Shit Crazy 5. Distortion 6. A

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Das Artwork von Sonder

Tesseract – Sonder

Das Artwork von Sonder

Wertung
6/7 Punkten


Info
VÖ: 20.04.2018
Label: Kscope
Spielzeit: 00:36:25


Line-Up

Daniel Tompkins – Vocals
Acle Kahney – Guitar
James Monteith – Guitar
Amos Williams – Bass
Jay Postones – Drums


Tracklist
Luminary
King
Orbital
Juno
Beneath My Skin
Mirror Image
Smile
The Arrow

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Die Außenwirkung des vierten Albums der britischen Djentprogger TESSERACT konnte für Follower merkwürdiger nicht sein: Das untypische Artwork, die ungewöhnlich knappe Spielzeit von nicht einmal 37 Minuten bei nur acht recht kurzen Songs, von denen ganze drei Stück schon vorab veröffentlicht wurden, und natürlich der Albumtitel, der gerade für deutsche Ohren sehr sonderbar klingt und hinter dem sich ein ausgeklügeltes Konzept, das sich mit den Konsequenzen des Bewusstwerdens der Tatsache, dass jedes Individuum trotz/wegen ganz eigenen Eigenschaften Teil eines universellen Ganzen ist, verbirgt. Umso beruhigender immerhin, dass zumindest Sänger Daniel Tompkins nach seiner Auszeit für das zweite Album „Altered State“ nun aber wieder fest im Bandsattel zu sitzen scheint.

 

 

„Alles auf Null“

 

„Sonder“ fungiert wunderbar als Fazit der bisherigen Karriere, definiert die Band aber, ohne stilistisch zu neuen Ufern aufzubrechen, gleichzeitig neu. Nach diesem Album ist alles wieder auf Null. Wohin die Reise geht – das wissen TESSERACT bestimmt selbst am wenigsten. Das Album ist dermaßen dicht und kompakt angelegt, dass wirklich zahlreiche Durchläufe nötig sind, um überhaupt eine Meinung zu dem Teil zu haben. Man läuft Gefahr, die ganze Schönheit und Raffinesse, die zweifelsohne in den Songs steckt, einfach zu überhören, wenn man „Sonder“ keine Chance gibt. Das Album funktioniert wie ein kleiner Fleck dunkle Materie, der sich plötzlich wahnsinnig schnell ausbreitet und sonderbare, großflächige, sogar bunte Formen annimmt. Dann offenbaren Songs wie der Opener „Luminary“ oder das brettharte „Smile“ ihre Eingängigkeit, die zuvor unter proggigen Riffbrocken und Polyrhythmen versteckt war. „Sonder“ referenziert die Härte von „One“ [stellenweise sogar gesanglich!], die sphärischen Momente von „Altered State“ und die komplexe Simplizität von „Polaris“, um daraus eine Werkschau zu basteln, die trotzdem überhaupt keine Redundanz zulässt, was das Album sehr wertvoll macht. Offenkundiger denn je ist der Einfluss von TOOL geworden, der zwar bisher auf jedem Album klar zu hören war, dieses Mal aber unverblümter denn je in Songs wie „King“ [mit knapp sieben Minuten Spielzeit sowas wie das große Opus der Scheibe, zu dem die Band auch ein atmosphärisches Video gedreht hat] oder „Beneath My Skin“ zum Tragen kommt.

 

Bestimmt wird „Sonder“ ob seiner Merkwürdigkeiten unter Fans polarisieren, einige werden enttäuscht sein, andere hier ihren heiligen Gral entdecken, das ist natürlich rein subjektiv, aber objektiv gesehen ist „Sonder“ definitiv das raffinierteste, reifste Album, das TESSERACT bisher gemacht haben. Das muss man auch dann anerkennen, wenn man den Größenwahn von „One“, die Sphären von „Altered State“ oder die Schönheit von „Polaris“ präferiert. 

Michael Siegl / 14.04.2018

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