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HomeReviewArafel – The Second Strike – Through The Flame Of Angels

Arafel – The Second Strike – Through The Flame Of Angels

Arafel - The Second Strike – Through The Flame Of Angels

 

 

 

 

 

Wertung:

7.0/7

Info:

VÖ: 16. Dezember 2005

Label: SPG

Spielzeit: 00:00:00

Line-Up:

Tracklist:

01. The Rise
02. Wrong Future
03. The Saga Of Vengeance
04. Color Of Death
05. Serpent land
06. The Call Of War
07. Purification Of Wisdom

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„Diese Engel fallen nicht“

Was tun drei sowjetstämmige Immigrantenkinder in Israel? Richtig, sie gründen natürlich ’ne Black Metal Combo. Und damit nicht genug. Sie üben ca. 155 Jahre, um instrumental ähnlich gut zu werden wie NECROPHAGIST und unterlegen ihre Raserei mit ukrainischer Folklore.

Ja, ich hab natürlich ’nen Schaden, aber das hat nix mit der aktuellen ARAFEL-Scheibe zu tun. Die ist nämlich über so ziemlich jeden Zweifel erhaben. Speed Metal-Riffs treffen auf Streicher treffen auf Gekrächze treffen auf klirrende Raserei treffen auf Paganini-Licks treffen auf irre Stakkati treffen auf Siebenachtel-Beats treffen auf schaurig-schöne Pickings und Soli, werden im Blast zermalmt, aber dennoch zu einem organischen Ganzen vereint und wirken am schönsten als Soundtrack für den endgültigen Schritt in die Zwischenwelt (und jetzt denk mir bloß keiner an die letzte IN FLAMES-Scheibe). Daher ist Licht aus beim Hören obligatorisch, um kopfmäßig die volle Breitseite zu empfangen und zu spüren, wie einen der Strudel von seltsamen Empfindungen wegreißt.

All jenes geschieht in jedem der Stücke auf diesem wundervollen Silberling, aber nirgendwo so orgiastisch wie in dem elfminütigen Epos „The Saga Of Vengeance“. Die sinister flüsternde Krächzstimme führt den atemlosen Hörer erst von hymnischen Stampfkaskaden weg und rast dann, begleitet von flirrenden Melodiebögen in den Ozean der Finsternis, der einen so wohlig umschließt, dass das Ertrinken ein Genuss ist. In „Serpent Land“ flirtet MALMSTEEN mit dem lokalen Kosakenchor, unterliegt schließlich der Melancholie des Moments und spielt das erste gefühlvolle Solo seit 20 Jahren.

Ganz nüchtern betrachtet, ist „The Second Strike – Through The Flame Of Angels“ zusammen mit der neuen NEGATOR einfach die aktuell beste Alternative zum Black Metal–Einheitsbrei. Puristen sollten womöglich schnellstens das Weite suchen. Freunde des gepflegten schwarzen Sinfonie- Armageddons, der in keiner Weise kitschig ist, sind hingegen herzlich eingeladen, sich die Kapuze tief ins grimmige Gesicht zu ziehen und in die kälteste Nacht seit einer halben Ewigkeit einzutauchen.

Marcus Italiani / 05.01.2006

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