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[vc_row][vc_column width="1/4"][vc_single_image image="41144" img_size="medium"][vc_column_text] Wertung 6,5/7 Punkten Info VÖ: 10.M04.2020 Label: Nuclear Blast Spielzeit: 01:13:48 Line-Up Tuomas Holopainen - Keyboards Marco Hietala – Bass Emppu Vuorinen – Guitar Kai Haito -Drums Floor Jansen - Vocals Troy Donockley - Uilleann pipes, low whistles, vocals Tracklist Disc 1: 01. Music 02. Noise 03. Shoemaker 04. Harvest 05. Pan 06. How's The Heart? 07. Procession 08. Tribal 09. Endlessness Disc 2: 01. All The

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HomeReviewBabymetal – Babymetal

Babymetal – Babymetal

Babymetal - Babymetal

 

 

 

 

 

Wertung:

3.5/7

Info:

VÖ: 28. Mai 2015

Label: earMusic

Spielzeit: 01:06:08

Line-Up:

Su-metal – Vocals, Dance
Moametal – Vocals, Dance
Yuimetal – Vocals, Dance

Tracklist:

01. BABYMETAL DEATH
02 MEGITSUNE
03 Gimme Chocolate!!!!
04 IINE!
05 AKATSUKI
06 Doki Doki * Morning
07 Onedari DaiSakusen
08 Yon no Uta
09 Uki Uki * Midnight
10 Catch Me If You Can
11 Akumu no Rondo
12 Headbangeeeeerrrrr!!!!!
13 IJIMIE, DAME, ZETTAI

Bonus
14 Road Of Resistance [Feat. Herman & Sam from DRAGONFORCE]
15 Gimme Chocolate!! [Live]

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„Der Unterschied zwischen Kunst und Marketing“

Bevor wir zur eigentlichen Sache kommen blicke ich noch einmal zurück. Mein halbes Leben höre ich nun Heavy Metal. Unzählige Konzerte und Platten haben mich auf diesem Weg begleitet. Die Hälfte dieser Zeit schreibe ich nun für „Metal News“ und ich hätte nie gedacht, dass zu diesem Jubiläum die wahrscheinlich härteste Rezension meiner Zeit auf mich warten würde.

Bei der Platte handelt es sich um die polarisierenden BABYMETAL aus Japan. Zum Konzept: [Ja, es gibt ein Konzept] Man nehme ein Staraufgebot an Produzenten, Songschreibern und Musikern – schreibe die abgedrehtesten Lieder, die es so geben kann und steckt dann die Kirsche auf den Kuchen. Bei der Kirsche handelt es sich um drei minderjährige Japanerinnen, die man in Schuluniform, Geishakostümen und anderen Verkleidungen zum Metal singen und TANZEN lässt. Klingt wie reines Marketing – ist es auch, und es wirkt! In Japan schlugen die Mädchen [die offiziell die Band sind] ein wie eine Bombe. Über YouTube und andere Plattformen schaffte es die Band Millionen von Fans und fast genau so viele Hassende zu gewinnen. BABYMETAL polarisieren und genau das sollen sie auch. Wer über sie schreibt, sie sieht oder hört, der kann nur eine von zwei Meinungen haben und diese sind beide so extrem, dass man auf jeden Fall Aufmerksamkeit erzeugt – kluger Schachzug.

Das Eigenartige an der Sache ist, dass der Zuspruch auch von bekannten Musikern kommt. Ob dies nun von METALLICA, SLAYER oder DRAGONFORCE kommt – die Girls scheinen zu punkten. Nach gut einem Jahr nach der Veröffentlichung, kommt nun der Erstling „Babymetal“ auch zu uns. Durchaus bin ich sehr gespannt, da ich Musik aus Japan schon immer positiv aufgenommen haben und mich seit Jahren für den Markt interessiere. Umso größer sind meine Erwartungen und Befürchtungen…

Mit zwei Bonussongs geht es auf eine Fahrt, die gut etwas über eine Stunde anhält und bei den 14 Liedern [+1 Livesong] gibt es viel zu entdecken und erleben. Der erste Song „Babymetal Death“ geht an die sechs Minuten und bietet knallharte Riffs und eine Stimmung, die schon aus modernen DIMMU BORGIR stammen könnte. Dabei gibt es Growls [nicht von den Girls], die immer wieder den Track buchstabieren. Mehr als einige kleine Worte haben die Damen für den Track nicht übrig. Dann geht das Album richtig los. Mit „Megitsunde“ liefert man eine Speed-Nummer ab, die durchaus sehr schnell und technisch ist. Die Instrumentalisten haben es wirklich drauf. Dann setzen die Girls ein und bringen dazu abdrehten J-Pop und Trancecore-Elemente. Klingt verrückt, soll es auch sein! Dann kommt einer der Hits… „Gimme Chocolate!!“ – sagt vom Titel her schon alles. Er beginnt düster und beinhart. Eine Mischung aus Death- und Industrial-Metal. Dann aber wird die Nummer zu einer abgedrehten J-Pop-Nummer, die einen so penetranten und kindlichen Refrain hat, dass einen irgendwie die Schamesröte ins Gesicht steigt – obgleich man mit dem Fuß mitwippt. „4 Line“ schlägt dann dem Fass dem Boden aus. Hier wird alles gemixt. Trancecore, Hip Hop, J-Pop und irgendwo noch Metal. Dazu die tanzbaren Stimmen der drei Mädchen. „Doki Doki * Morning“ ist dann wieder eine recht gradlinige und sehr kitschige J-Pop-Nummer mit Abnutzrefrain, der so penetrant ist, dass selbst schlechte Mangas sich bessere Songs am Anfang suchen. „Song 4“ folgt der verrückten Attitüde der vorangegangen Songs, baut aber dann noch Reggae mit ein. Tatsächlich macht man diese stilübergreifenden Parts auch so geschickt, dass sie in die Songs passen und wirklich meistens einen Ohrwurm kreieren. Jeder Song steht für sich und hat seinen besonderen Touch. „Uki Uki * Midnight“ entpuppt sich schnell als übelstes Trancecore-Brett – bei dem sogar CROSSFAITH und Co. in Deckung gehen sollten. Das Konzept geht auf und zieht sich tatsächlich bis zum Ende durch. Zum Schluss hat man wohl alle Musikrichtungen mit Kitsch überzogen und hinterlässt ein Schlachtfeld der Kontroversen. Als Extra gibt es noch den Song „Road Of Resistance“ der von Sam und Herman von DRAGONFORCE gespielt wird und eben auch genau wie ein DRAGONFORCE-Song klingt. Nur das drei minderjährige Girls aus Japan dazu J-Pop-Gefühl mit einbringen. Bizarr und genau so gewollt. Schlusspunkt setzt eine Live-Version von „Gimme Chocolate!!“, die allerdings nicht wirklich sehr gut gelungen ist – aber zumindest LIVE zu sein scheint.

Fazit: Die Kunst, unterschiedliche Musikstile in ein schrilles und dennoch passendes Gewand zu pressen gelingt der Band wirklich hervorragend. Technisch sind die Songs auch gut umgesetzt und die Produktion knallt ordentlich. Ebenfalls komme ich nicht drum herum, der Band und der Musik einen gewissen Charme zuzusprechen, der irgendwo die heutige Zeit trifft. Obgleich dies alles sehr positiv für die Band ausfällt, ist dort ein Punkt, mit dem man sich immer [ZU RECHT!] herumschlagen wird. Wie viel Kunst steckt eigentlich wirklich in BABYMETAL? Alles an dieser Band ist ausgedacht und für den Markt zugeschnitten. Als hätte man versucht, eine neue Chipssorte zu kreieren, die möglichst vielen Leuten schmeckt. Mit Heavy Metal hat dies nicht mehr wirklich viel am Hut. Wie bei Popstars oder anderen Formaten wird sich hier eine Gruppe zusammengestellt, die einfach den Nerv der Zeit trifft. Die, die wirklich die Arbeit machen, werden allerdings schön im Hintergrund gehalten. Das fängt schon dabei an, dass die Band offiziell nur aus den drei Damen besteht, die sich aber hauptsächlich nur um Gesang und Tanz kümmern. Fraglich ist auch, wie sehr man damit punktet, wenn man drei minderjährige Mädchen in solche Rollen steckt und sie auf die Welt loslässt. Sowohl an der Musik, als auch an dem Konzept merkt man, dass man sich hier nicht künstlerisch ausdrücken wollte, sondern – wie bei einer guten Mathe-Formel – alles berechnet wurde, um möglichst vielen zu gefallen und den Rest ordentlich [für die Presse] anzupissen. Wer mit so viel Überlegung und Marketing an die Sache herangeht, der ist sehr weit vom Heavy Metal entfernt und alles wofür die Musik eigentlich steht. Fakt ist, dass die Musik den Nerv der Zeit getroffen hat und durchaus hörbar ist. Querköpfe und Freunde von anderer Musik werden hier ihre Freude haben. Was auf jeden Fall sicher ist, ist dass wir von BABYMETAL noch einiges hören werden und das die Gruppe immer im Gespräch sein wird – egal ob positiv oder negativ. Musikalisch durchaus interessant, marketingtechnisch unglaublich erschreckend…

Frank-Christian Mehlmann / 25.05.2015

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