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HomeReviewBlut aus Nord – 777 – Cosmosophy

Blut aus Nord – 777 – Cosmosophy

Blut aus Nord - 777 - Cosmosophy

 

 

 

 

 

Wertung:

6.0/7

Info:

VÖ: 21. September 2012

Label: Debemur Morti

Spielzeit: 00:45:55

Line-Up:

Vindsval – Alles

Tracklist:

01. Epitome XIV
02. Epitome XV
03. Epitome XVI
04. Epitome XVII
05. Epitome XVIII

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„Sanft, zerbrechlich und erhaben“

Man kann sagen, was man will, aber BLUT AUS NORD sind zumindest eine der interessantesten Metal-Bands, die Frankreich jemals hervorgebracht hat. Seit 1994 besteht nun das Projekt rund um Vindsval schon und hat mit der jetztigen Album-Veröffentlichung „777 – Cosmosophy“ immerhin schon zehn Alben [von den EPs und Splits reden wir mal gar nicht] unter die Menschheit gebracht. Mit der „777“-Trilogie haben sie zudem im Jahre 2011 eine der interessantesten Reihen überhaupt gestartet, die nun mit „777 – Cosmosophy“ ihren krönenden Abschluss finden soll.

BLUT AUS NORD waren auf ihren zahlreichen Veröffentlichungen ja schon einiges, aber selten waren sie eingängig und leicht hörbar. Und dann kommt „777 – Cosmosophy“ daher und auf einmal hört man eine, ja sagen wir es offen und ehrlich, sanfte Seite von BLUT AUS NORD. Natürlich sind die Trademarks der Trilogie erhalten geblieben – Industrial Metal mit coolen Experimenten, Effekten, Loops und einem sehr geil produzierten Drum-Computer. Und schon bei den ersten Tönen von „Epitome XIV“ merkt man genau, welche Band hier spielt. Es gibt Alben, bei denen reichen die ersten Töne und man wird in eine Welt hineingezogen, die einen bis zum Ende der Scheibe festhält. Gute, alte Black Metal Scheiben habe solch eine Atmosphäre erzeugt – BLUT AUS NORD können es auch heute noch. Unfassbar auch wie großartig sphärisch und authentisch die Synthies zu Beginn des Tracks „Epitome XVI“ sind. Das sind schwarzmetallische Klänge – so etwas haben sonst nur ein oder zwei Männer aus Norwegen hinbekommen. Und genau an solchen Tracks merkt man auch, wie wichtig gute Synthies für Black Metal sein können. Selbstverständlich kann Vindsval auch das Experimentieren nicht sein lassen und so finden sich beim Song „Epitome XV“ tatsächlich gesangliche „Hip Hop“-Elemente, die ich persönlich jetzt weniger überzeugend finde, die aber durchaus in den Gesamtkontext passen. Überhaupt findet sich auf „777 – Cosmosophy“ fast nur Klargesang. Hin und wieder hört man auch eine flüsternde Stimme oder einen kehlkopflastigen Gesang, aber keine Spur von Black Metal Vocals oder Growls. Wie schon am Anfang angemerkt – das vielleicht sanfteste BLUT AUS NORD Album. Die Songs verbreiten eine unglaublich ruhige nahezu schon fast wohlig transzendente Atmosphäre, die einen schweben lässt. Langgezogene sphärische und monotone Klänge geleiten einen durch die Scheibe und es wird einem nie langweilig. Immer wieder beeindruckend, wie Vindsval es schafft, seine Musik so interessant zu gestalten, auch wenn die Songs teilweise über zehn Minuten lang sind und nicht umwerfend viel passiert. Was gibt es denn eigentlich zu bemängeln? Das größte Problem habe ich nach wie vor mit dieser „Hip Hop“-Einlage, weil sie mich einfach aus der generellen Atmosphäre und dem Klang der Scheibe rausreißt. Das ist schade, denn ansonsten ist „777 – Cosmosophy“ einfach unglaublich stimmig. Vielleicht werden manche auch behaupten, die Scheibe sei langweilig und es passiere eigentlich nicht viel. Das mag sogar teilweise stimmen, aber wer auf die Nuancen und die Details achtet, der wird eine unglaubliche Reise erleben.

Bei jeder Veröffentlichung von BLUT AUS NORD kann man die Authenzität und Ehrlichkeit der Musik förmlich greifen und deshalb wirken die Scheiben auch so stark. Das ist bei „777 – Cosmosophy“ auch so. Rümpft nicht gleich die Nase, wenn es sanft und zerbrechlich wirkt. Lasst euch darauf ein und hört die Scheibe einmal oder zweimal oder dreimal … und irgendwann wollt ihr nicht mehr aufhören, die Repeat-Taste zu drücken.

Jonathan Jancsary / 30.09.2012

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