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HomeReviewCallejon – Wir sind Angst

Callejon – Wir sind Angst

Callejon - Wir sind Angst

 

 

 

 

 

Wertung:

5.5/7

Info:

VÖ: 09. Januar 2015

Label: Sony Music

Spielzeit: 00:40:33

Line-Up:

Bastian „BastiBasti“ Sobtzick – Vocals
Bernhard „Bernie“ Horn – Guitar
Christoph „Kotsche“ Koterzina – Guitar
Thorsten „Totti“ Becker – Bass
Maximilian „Kotze“ Kotzmann – Drums

Tracklist:

01. Trauma
02. Wir sind Angst
03. 1000 PS
04. Dunkelherz
05. Babel
06. Raketen
07. Unter Tage
08. Neonblut
09. Ich lehne leidenschaftlich ab
10. Veni Vidi Vici
11. Krankheit Mensch
12. Schreien ist Gold
13. Erst wenn Disneyland brennt

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„Keine Angst…oder doch?“

Zwei Jahre ist es her, da haben sich CALLEJON [oder besser KALLEJON] den Spaß erlaubt, ein Coveralbum mit haufenweise Perlen deutscher Musikgeschichte wie „Major Tom“ oder „Schwule Mädchen“ heraus zu bringen, deren Highlights mir bisweilen immer noch im Ohr hängen. Nun also beginnt ein neues Jahr wieder mit einem neuen CALLEJON-Werk, diesmal mit eigenen Kompositionen, wie es sich gehört.

Vorbei auch der Spaß, den oben genanntes Werk zu verbreiten vermochte. „Wir sind Angst“ klingt nicht nur düster, sondern zeigt eindrucksvoll, dass CALLEJON ziemlich angepisst sind. Sozialkritisch und bisweilen ein wenig pathetisch [„1000 PS“] strecken die Düsseldorfer ihren Mittelfinger aus. Das kann, wenn man sich deutscher Texte bedient, schon mal daneben gehen, hier jedoch sitzt fast jede Textzeile. CALLEJON treffen den momentanen Geist der Zeit vielleicht mehr als es ihnen lieb und bewusst ist. Oder anders gesagt, die Realität ist dichter als ihr denkt. Musikalisch haut man mit dem Titelsong erst einmal einen schnellen, erbarmungslosen Klumpen Hass raus, bevor es dann im Verlauf der folgenden knapp vierzig Minuten doch bisweilen auch mal etwas gemäßigter zugeht. Mit „Erst wenn Disneyland brennt“ hat die Band um Sänger „Basti“ dann auch eine gepflegte Ballade eingebaut, die von der Struktur her in die allgemeine Protestwelle der frühen Achtziger passt. Klangtechnisch setzte man übrigens komplett auf analoge Technik, wohlwollend hebt sich „Wir sind Angst“ in dieser Hinsicht von den oftmals steril klingenen Produkten diverser Mitbewerber im Hardcore/Metalcore-Bereich ab.

Mit „Krankheit Mensch“ und „Ich lehne leidenschaftlich ab“ sowie dem ziemlich einfühlsamen „Unter Tage“ haben die Rheinländer richtig gute Songs am Start, besonders die zweite Hälfte des Albums ist fast durchweg hochklassig. CALLEJON stellen einmal mehr unter Beweis, dass sie zurecht da stehen, wo sie hingehören, in der Topelite der deutschen Metalcore-Fraktion. Auch wenn vielleicht nicht jeder Song bis ins Detail zündet, so bleibt „Wir sind Angst“ als Gesamtpaket doch ein starkes Ding. Keine Angst, CALLEJON beißen nicht…oder doch?

Frank Wilkens / 02.12.2015

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