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HomeReviewCoronatus – Raben im Herz

Coronatus – Raben im Herz

Coronatus - Raben im Herz

 

 

 

 

 

Wertung:

4.5/7

Info:

VÖ: 04. Dezember 2015

Label: Massacre Records

Spielzeit: 00:51:50

Line-Up:

Carmen R. Lorch – Gesang
Anny Maleyes – Gesang
Olivér D. – Gitarren
Mats Kurth – Schlagzeug

Tracklist:

01. Lady Of The Wall
02. König Der Nebel
03. Raben Im Herz
04. Carpe Noctem
05. Hoffnung Stirbt Niemals
06. Seelenfeuer
07. Anderswelt
08. Canan Nan Gaidhael
09. Frozen Swan

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„Aufwärtstrend“

Fleiß ist eine der Tugenden, denen man speziell den Schwaben so nachsagt. Und genau das trifft auf die Ludwigsburger Female-Fronted-Gothic-Metal Formation CORONATUS definitiv zu. Exakt ein Jahr nach dem letzten Album „Cantus Lucidus“ sind sie bereits mit einem weiteren Album dabei, diesmal verzichtet man auf einen lateinischen Titel und nennt das Werk „Raben im Herz“.

Zugegeben, „Cantus Lucidus“ konnte alles andere als begeistern, generell neigte sich die Formkurve von CORONATUS stetig nach unten. Und es war vor allem die Neugier, die mich dazu bewog, sich der Band anzunehmen, die vor ein paar Jahren außerordentlich gute Platten heraus brachte. Aber die Vergangenheit soll ruhen, widmen wir uns der Gegenwart. Das Line-Up hat sich mittlerweile gefestigt, die beiden Sängerinnen Carmen R. Lorch und Anny Maleyes sind noch an Bord und sie haben sich tatsächlich zu einer ziemlich homogenen Einheit gefunden. Überhaupt kann man CORONATUS eine deutliche Steigerung attestieren, die ich eigentlich gar nicht erwartet hatte. Insofern, um das Pferd einmal von hinten aufzuziehen, haben wir es hier mit einem der besseren Alben in der Bandhistorie zu tun. Ich war gespannt, was man diesmal sich für neue Dinge hat einfallen lassen, denn vom aufgeblasenen Klassik-Bombast bis zu tendenziell fast kitschigem Mainstream-Versuch war ja schon alles dabei. Aber von dem Schlingerkurs der letzten Jahre ist nicht mehr viel zu sehen, zum Glück. Die Band wirkt geradezu aufgeräumt. Man besinnt sich auf alte Stärken und hat gerade in Punkto Songwriting eine Menge Boden gutgemacht. Ein kleiner Rückfall könnte „König der Nebel“ sein, da wird wieder alles herausgeholt, was das Genre so hergibt. Man versucht sich an EQUILIBRIUM, was mit Verlaub nur suboptimal funktioniert. Aber die Nummer ist aus meiner Sicht so ziemlich der einzige Schnitzer auf einem ansonsten ordentlichen Album. Der Quotenhit „Lady On The Wall“ punktet mit dem Flair früherer NIGHTWISH-Songs, der Titeltrack hingegen mit richtig gutem Riffing und für „Frozen Swan“ könnte die alte METALLICA-Ballade „Fade To Black“ Pate gestanden haben. Eine starke Nummer ist „Carpe Noctem“. Einprägsame Hookline, die nötige Portion Härte und wohl überlegt platzierte Folkelemente machen die Nummer zum Albumhighlight.

Mit den bisweilen gewöhnungsbedürftigen Lyrics dürfte der eine oder andere so seine Probleme haben, aber CORONATUS wären eben nicht CORONATUS, wenn sie denn den leichten Weg gewählt hätten. Wie schon erwähnt, haben die Damen und Herren ordentlich zugelegt. „Raben im Herz“ zeigt CORONATUS [noch] nicht in alter Stärke, aber der Weg dorthin mag das Ziel sein. Schön zu sehen und zu hören, dass diese Band die Kurve gekriegt hat.

Frank Wilkens / 07.12.2015

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