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HomeReviewDecapitated – Blood Mantra

Decapitated – Blood Mantra

Decapitated - Blood Mantra

 

 

 

 

 

Wertung:

2.5/7

Info:

VÖ: 26. September 2014

Label: Nuclear Blast

Spielzeit: 00:39:48

Line-Up:

Vogg – Guitars
Rafał Piotrowski – Vocals
Paweł Pasek – Bass
Młody – Drums

Tracklist:

01. Exiled In Flesh
02. The Blasphemous Psalm To The Dummy God Creation
03. Veins
04. Blood Mantra
05. Nest
06. Instinct
07. Blindness
08. Red Sun

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„Zeigt mir euer wahres Gesicht!“

Es ist nun sieben Jahre her, dass sich DECAPITATED nach einem Busunglück dazu gezwungen sahen, sich eine Auszeit auf unbestimmte Zeit zu nehmen. Man verlor dabei nämlich nicht nur seinen damaligen Drummer Vitek [RIP], auch Sänger Covan leidet bis heute an seinen schweren Verletzungen. So war es eine mutige Entscheidung Voggs, die Band 2009 unter gleichem Namen und neuer Besetzung zu reaktivieren. Als „Carnival Is Forever“ erschien, musste man sich mit dem Gedanken anfreunden, dass DECAPITATED, so wie man sie mal kannte, nicht mehr existierte. Auch wenn die Riffs noch entfernt an „Organic Hallucinosis“ erinnerten, erschien das Material in neuem Gewand. Es gab mehr Groove, die Songs wurden ausladender, teilweise atmosphärisch und auch der neue Frontmann Rafał Piotrowski brachte mit seinen Shouts einen Hauch von Neo-Thrash in den Sound.

Schon der Vorgänger war ein polarisierendes Album, bei dem man inzwischen mehrere Jahre Zeit hatte zu überlegen, ob man sich mit der eingeschlagenen Richtung DECAPITATEDs anfreunden konnte, oder nicht. Anfang des Jahres kündigte Vogg an, dass man für das kommende „Blood Mantra“ herumexperimentiert hatte und ging damit das Risiko ein, die Hörerschaft einmal mehr vor den Kopf zu stoßen. Diesmal ist es ihnen auch wahrlich gelungen.
Während man früher eine relevante Rolle in der Welt des Technical Death Metal gespielt hat, stellt man sich heute eher die Frage, ob man es überhaupt noch als solchen bezeichnen kann. Unabhängig davon, wie sehr man die Musik schätzte, so musste man den Polen stets eine gewisse Originalität zusprechen. Es gab hin und wieder Cover auf älteren Alben, bei denen man seinen Vorbildern Tribut zollte, wozu unter anderem SLAYER oder DEICIDE zählten, aber ansonsten zog man sein eigenes Ding durch. Wer jedoch auf „Blood Mantra“ nach DECAPITATED suchen möchte, muss dafür fast schon eine Lupe benutzen. Das Album ist überfüllt mit Riffs und Arrangements, die sich stark an MESHUGGAH oder FEAR FACTORY orientieren, aber manchmal auch derart simpel gestrickt sind, dass man glauben könnte, es würden SOULFLY oder SLIPKNOT laufen. Es ist nichts Verwerfliches, wenn einem beim Hören eines Metal-Albums Referenzen populärer Bands auffallen, doch ist das Verhältnis hier einfach zu krass.
Darüber hinaus hat man sich mit der Wahl des neuen Schlagzeugers ins Knie geschossen, da das Drumming immer ein essenzieller Part von DECAPITATED war. Młody, den man eventuell aus MOROWE kennt, versagt hierbei leider mit seiner schlichten Performance komplett auf diesem Posten. Gerade bei den vielen starren Riffs ist es ein Unding, dass es nicht mal der Mann am Schlagzeug vermag, den Songs einen frischen Spin zu geben, wie es all seine Vorgänger zuvor geschafft haben. Statt dessen wird sich dem Gechugge und Gerumpel untergeordnet, die den Großteil des Albums ausmachen.
Dieser Aspekt macht das Hören nicht nur zu einer ermüdenden Angelegenheit, auch die Herkunft der Federn, mit denen sich die Band dabei schmückt, ist zu offensichtlich. Obendrein finden sich ein paar wiederverwendete Ideen aus „Carnival Is Forever“ wieder, was die Frage der Individualität auf „Blood Mantra“ zu einer Farce macht.
Hin und wieder schafft es der Vierer zwar, aus diesen eng gezogenen Grenzen auszubrechen, wie zum Beispiel beim Mittelteil von „Nest“, nur ist dies nie von Dauer. Ein weiterer Lichtblick ist das fast schon epische „Blindness“, das mit seinen über sieben Minuten den längsten Track darstellt. Aber all das bewahrt das Album nicht vor seiner Belanglosigkeit.

DECAPITATED geht nach „Carnival Is Forever“ einen Schritt zurück, indem man sich vorgeblich weiterentwickelt hat, dabei aber lediglich versucht, von bereits existierenden Bands zu profitieren. Bei dem Versuch, neue Einflüsse in den Sound zu tragen, wirft man seine eigene Identität über Bord, und dies wird „Blood Mantra“ zum Verhängnis. Auch die technische Finesse ist verschwunden und man muss sich mit eingängigen Strukturen zufrieden geben. Das kann die Truppe besser.

Hati / 27.09.2014

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