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HomeReviewDestinia – Metal Souls
Das Cover des Destinia-Albums "Metal Souls"

Destinia – Metal Souls

Das Cover des Destinia-Albums "Metal Souls"

Wertung
5.5/7 Punkten


Info
VÖ: 13.07.2018
Label: Frontiers Music
Spielzeit: 00:49:10


Line-Up
Ronnie Romero – Vocals
Nozomu Wakai – Guitar
Marco Mendoza – Bass
Tommy Aldrich – Drums


Tracklist
Metal Souls
Rain
The End Of Love
Promised Land
Take Me Home
Raise Your Fist
Be A Hero
Metamorphosis
Cross The Line
Judgement Day

Amazon

Ronnie Romero ist derzeit eines der Haupt-Zugpferde im Vermarktungs-Stall von Frontiers Music: Seit der Spanier den Zuschlag für den Sängerposten bei RAINBOW bekam, schöpfte das italienische Label nicht nur seine Band LORDS OF BLACK ab, sondern stellt ihn auch gerne bei anderen Projekten ans Mikro. Das musste nun auch der japanische Gitarrenvirtuose Nozomu Wakai feststellen, der über die Mailänder Plattenschmiede das neue Album seines Projektes DESTINIA veröffentlich und dafür eine runderneuerte Allstar-Band inklusive des ehemaligen WHITESNAKE-Drummers Tommy Aldrich und eben Sänger Romero zur Seite bekam.

 

„DESTINIA liefern mit ‚Metal Souls‘ ein zeitgemäßes Heavy Metal-Album ab, auf dem die Truppe zu keiner Zeit ihre Wurzeln aus dem Blick verliert und doch voll am Puls der Zeit musiziert.“

 

Bei einer derart hochwertigen Konstellation von Musikern steht die technische Umsetzung natürlich zu keiner Zeit in Frage. Musikalisch rangieren DESTINIA zwischen zeitgemäßer Wucht und gitarrenlastigem 80er-Pathos, was alles in allem eine ziemlich schmackhafte Mischung im Fahrwasser von Bands wie DREAM EVIL oder LORDS OF BLACK mit allerdings weitaus traditionsbewussterer Attitüde ergibt. Der eröffnende Titeltrack ist dabei noch die uninteressanteste Nummer, denn während der große Refrain sicherlich mitzureißen vermag, fallen Riffing und Struktur doch etwas generisch aus. Ab dem nachfolgenden „Rain“ soll sich das jedoch ändern: Die Nummer vereint gekonnt das klassische Riffing des Stadiorocks der goldenen 80er mit der Durchschlagskraft moderner Studioproduktionen und versammelt so nahezu alle Vorzüge von „Metal Souls“ in sich. Gleiches gilt für die eher im Uptempo-Bereich angesiedelten Brecher „The End Of Love“ und „Promised Land“, in denen DESTINIA stets melodisch und gerne auch an der Grenze zum Kitsch aber gleichzeitig immer mit dem gebotenen Maß an Härte auftreten. Echte Highlights sind die Power Ballade „Take Me Home“, die den vom Label beschworenen WHITESNAKE-Einschlag in den Vordergrund rückt, das rockige „Raise Your Fist“, welches sofort zum Mitsingen animiert sowie „Cross The Line“. Dabei sollte es jedem klar sein, dass die amerikanisch-japanische Formation mit der angesprochenen Rezeptur kaum das Genre revolutionieren kann und tatsächlich ist Vieles von dem, was die Truppe auf ihrem neuesten Album macht, schon in ähnlicher Form dagewesen, was dieses Album eines Stückes seines Wiedererkennunswertes beraubt. Weil das Gebotene aber mit einem hohen Maß an Spielfreude und Authentizität gespielt wird, fällt das nicht wirklich negativ ins Gewicht. Beim Projekt eines Gitarristen ist oftmals zu befürchten, dass sich das Material in erster Linie um die Gitarrenarbeit des Bandchefs dreht und die Songs als Ganzes in den Hintergrund rücken, aber auch hier zeigen sich DESTINIA von einer ziemlich guten Seite. Mr. Wakai garniert zwar jeden der Songs mit [mindestens] einem technisch versierten Gitarrensolo, macht sich aber nie der Selbstbeweihräucherung schuldig und agiert angenehm songdienlich – eine Tugend, die in seiner Zunft beileibe nicht selbstverständlich ist. Dabei ist der Mann sicherlich kein zweiter Akira Takasaki, beherrscht sein Handwerk aber dennoch anständig und tut sich neben technischer Finesse vor allem durch schöne Melodiebögen hervor. Darüber hinaus ruht der Sound von DESTINIA vor allem auf dem superben Schlagzeugspiel von Drummer Tommy Aldrich – der Mann spielt schlicht mit einer Überzeugung, die nur wenige seiner Kollegen transportieren können und sorgt mit seinem gekonnten Einsatz des Ridebeckens für einen Dampfhammer-Groove, der bestens zum Spiel von Gitarrist Wakai passt. Das formt den Sound der Band sogar so sehr, dass der Gesang von Ausnahme-Stimme Ronnie Romero nicht mehr das stilbildendste Element auf „Metal Souls“ ist, was seine Leistung allerdings nicht schmälern soll.

 

Wer sich mit dem bisherigen Schaffen von Nozomu Wakai beschäftigt hat, weiß, dass der japanische Gitarrist DESTINIA weniger als Band denn als Projekt versteht, arbeitete er doch auch in der Vergangenheit mit stetig wechselnden Musikern zusammen. Dass er auf „Metal Souls“ mit einer vornehmlich aus Altstars der internationalen Rock- und Metal-Szene bestehenden Begleitband musiziert, ist also kein Marketing, sondern das glückliche Ergebnis der normalen Arbeitsweise des Bandchefs und das Resultat kann sich hören lassen: DESTINIA liefern mit „Metal Souls“ ein zeitgemäßes Heavy Metal-Album mit massenhaft tollen Ideen und noch tolleren Riffs ab, auf dem die Truppe zu keiner Zeit ihre Wurzeln aus dem Blick verliert und doch voll am Puls der Zeit musiziert. Stark!

Thomas Meyns / 13.07.2018

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