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HomeReviewEdge Of Sanity – Crimson II

Edge Of Sanity – Crimson II

Edge Of Sanity - Crimson II

 

 

 

 

 

Wertung:

7.0/7

Info:

VÖ: 15. September 2003

Label: 

Spielzeit: 00:00:00

Line-Up:

Tracklist:

1. The Forbidden Words
2. Incantation
3. Passage Of Time
4. The Silent Threat
5. Achilles Heel
6. Covenant Of Souls
7. Face To Face
8. Disintegration
9. Aftermath

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„“

Edge Of Sanity sind zurück! Und wie!! Nachdem Bandkopf und Tausendsassa Dan Swanö (u.a. noch involviert bei Nightingale, Bloodbath, Godsend usw.) sich nach dem 1997er Output „Infernal“ kurzerhand dazu entschloss, die Band zu verlassen, um im Jahr 2000 nach Diabolical Masquerades „Death Design“ laut eigenen Aussagen gar ganz mit dem Metal abzuschließen, war Anfang/Mitte diesen Jahres die Freude über eine angekündigte EOS – Wiedergeburt sicherlich nicht nur bei mir umso größer. Als schließlich als Titel für das neue Werk auch noch der Name „Crimson II“ gewählt wurde, konnte man in Gedanken an dessen über alles erhabenen Namensgeber „Crimson“, DEM Paradebeispiel für ein episch-fließendes Ein-Song-Konzeptalbum, schon einmal mit dem Jauchzen und Frohlocken anfangen. Soviel zu den Rahmenbedingungen dieses Werks.

Auch „Crimson II“ besteht, wie man bei genauem Hinhören erahnen kann, im Grunde genommen nur aus einem einzigen langen Stück, wurde aber (unter dem Diktat der Plattenfirma?) in die o.g. neun Episoden unterteilt. Deshalb werde ich beim Beschreiben der einzelnen Stücke auch nicht von Songs sprechen, da das „eigentliche“ Lied ja die gesamte Platte an sich darstellt (alles klar…?).
Mit dieser Scheibe knüpfen die Mitbegründer der ersten schwedischen Melodic-Death-Welle ganz genau dort an, wo mit dem ersten Teil im Jahr 1996 aufgehört wurde: Es wird weiterhin ultra-melodiöser Death Metal auf höchstem Niveau geboten, angereichert mit Prog-Rock-Anleihen und – im Gegensatz zum älteren Kapitel – einem Swanö-typischen, omni-präsenten Keyboard-Teppich.
Gleich der Opener „The Forbidden Words“ lässt schon nach wenigen Sekunden keine Zweifel aufkommen, dass dieses Album sich seinen Namen wahrlich verdient hat; eineinhalb kurzweilige Minuten „Crimson“ pur, in denen sich sogar einige wohlbekannte Riffs erkennen lassen! Ein Déjà-vu-Erlebnis dieser Art wird den aufmerksamen Hörer im weiteren Verlauf noch ettliche Male erfreuen, denn in nahezu allen(!) Episoden treten viele altbewährte Motive in neuem Gewand und in den verschiedensten Interpretationen auf. Das Faszinierende liegt auch bei diesen fast vierzig Minuten in der Kombination der besonderen EOS’schen Brachialität mit einem Füllhorn an unterschiedlichsten Melodien, Soli und tausenden von Kleinigkeiten, wovon einem selbst beim x-ten Durchlauf noch bisher ungehörte bzw. überhörte auffallen. Geschwindigkeitsmäßig wechseln sich Teile aus dem schleppend-mittleren Bereich und welche aus dem rasant-rockenden regelmäßig ab, wobei auch auf die vereinzelten sphärisch-getragenen Momente nicht verzichtet wurde. Die sehr im Vordergrund stehenden Keyboard-Klänge rücken „Crimson II“ dabei in ein moderneres, an manchen Stellen schon fast „poppigeres“ Licht und erinnern vor allem durch die „abgespaceteren“ Passagen (wie z.B. in „Achilles Heel“ und „Disintegration“) sehr stark an Dan Swanös geniales Solo-Album „Moontower“. Dass einige Growl-Parts dieser Komposition dieses Mal nicht von Opeths Mikael Åkerfeldt übernommen wurden, tut der Scheibe keinen Abbruch und auch die dargebotenen cleanen Vokals (am Ende von „Passage Of Time“, in „Covenant Of Souls“ und zu Beginn von „Aftermath“) tönen wohlig-vertraut aus den Boxen.

Dan Swanö und seine Mitstreiter haben es geschafft, ein Album zu kreieren, das seiner mächtigen Vorlage in nichts – allerhöchstens der nicht ganz so bahnbrechenden Innovation – nachsteht. Freunde der am Anfang genannten Projekte des fleißigen Schweden dürfen hier getrost zugreifen – wer den ersten Teil dieser Mini-Serie schon vergötterte allemal.

Bleibt zuletzt noch die Frage offen wie es wohl weitergehen mag… „Crimson III“, „Purgatory Afterglow II“ oder wird doch etwas ganz anderes ausgeheckt? Sollte Swanö jedoch wieder solch ein Geniestreich gelingen, kann er von mir aus noch hundertmal seinen musikalischen Rücktritt erklären (auch wenn er dies mit dieser Scheibe eigentlich endgültig getan haben sollte…)!

sk / 05.10.2003

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