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HomeReviewErik Cohen – Weisses Rauschen

Erik Cohen – Weisses Rauschen

Erik Cohen - Weisses Rauschen

 

 

 

 

 

Wertung:

5.0/7

Info:

VÖ: 15. Januar 2016

Label: RYL NKR Recordings

Spielzeit: 00:41:26

Line-Up:

Erik Cohen – Vocals
Jan Späth – Guitar
Björn Seiz – Bass
Normen Rehse – Drums

Tracklist:

01. Hier ist nicht Hollywood
02. Deine Dämonen
03. Nur ein Herzschlag
04. Schattenland
05. Regen
06. Totenspinnengeist
07. Neues Blut
08. Der heilige Gral
09. Tapete
10. Das gute Gefühl

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„Weniger Arschtritt, mehr Kopf“

Wenn man die nur knapp an der Peinlichkeit vorbeischrammende, süßliche Country-Schmonzette „Nur ein Herzschlag“ so hört, dann will man kaum glauben, dass der Kieler ERIK COHEN keine nennenswerten Verbindungen nach Nashville hat und vor 15 Jahren, damals noch als Jack Letten mit seiner Assi-Punk-Hardcore-Band SMOKE BLOW, auf der W.E.T-Stage des Wacken Open Air komplett nackt und enthemmt exzessives Pimmel-Pogo betrieben hat. Obwohl auch in anderen Songs dezente, fast schüchterne Country-Elemente versteckt sind, bleibt „Nur ein Herzschlag“ zum Glück der einzige richtige Ausfall auf ERIK COHENs Zweitling „Weisses Rauschen“.

Wie auch schon auf dem Vorgänger „Nostalgie Für Die Zukunft“ dominiert meist eine wavige Mischung aus Rock, Post-Punk und Pop, die nicht nur dank Cohens toller Stimme einmal mehr leichte Erinnerungen an DANZIG, LIFE OF AGONY, THE CULT, TYPE O NEGATIVE light und die deutschen Kollegen WEISSGLUT, bzw. deren Nachfolgeband SILBER wach werden lässt. Dieses Mal kommen noch etwas mehr SISTERS OF MERCY und JOY DIVISION dazu als bisher, denn etwas kompakter, fokussierter und nicht so wild wie sein Vorgänger ist „Weisses Rauschen“ dann doch geraten. Hier gibt es weniger Arschtritt, mehr Kopf, bzw. Nachdenklichkeit, aber immer noch große Songs, die aber vielleicht den ein oder anderen Durchlauf mehr als früher benötigen. Der Opener und Überhit „Hier ist nicht Hollywood“ ist möglicherweise das gelungenste ERIK COHEN-Stück bisher, das atmosphärische „Regen“ und „Totenspinnengeist“ sind ebenfalls sehr töfte, während man sich an das potentiell schunkelkompatible Abschlusstriple um „Der heilige Gral“, „Tapete“ und „Das gute Gefühl“ [mit coolen Orgel-Parts] erst einmal gewöhnen muss.

Vielleicht war „Nostalgie Für Die Zukunft“ insgesamt einen Ticken stärker, weil etwas ungestümer, aber nichtsdestotrotz ist „Weisses Rauschen“ ein gutes, songwriterisch auf jeden Fall anspruchsvolleres Album mit Grower-Potential geworden, das hoffentlich ein bisschen Staub in der deutschen Musiklandschaft aufwirbeln wird. Das Cover ist übrigens sowieso wahrscheinlich jetzt schon mit eines der coolsten 2016.

Michael Siegl / 17.01.2016

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