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[vc_row][vc_column width="1/4"][vc_single_image image="41165" img_size="medium"][vc_column_text] Wertung 4,5/7 Punkten Info VÖ: 10.07.2020 Label: Metal Unlimited Line-Up Torsten Pfundt(Apex Cordis) –Vocals Thomas Mielke (Ceyx) - Guitar Max Engel (Stultus Obscuram) - Guitar Marc Kirchhof (Aries) - Bass Lucas Zacharias(Saggitarius) - Drums Tracklist 1.Addicted 2.Ectopia Cordis 3.Breathing 4.Drowning 5.Hurriyya 6.Code ofSilence 7.Wrath 8.Delusion 9.Fate 10.Digital Cannibals 11.Socialution 12.Egolog 13.Power to My Words [feat. Cohiba Boyzz] [/vc_column_text][vc_empty_space][/vc_column][vc_column width="3/4"][vc_column_text]Berlin ist schon immer anders gewesen. Auch die kulturelle

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Hagl – Malphas & Sorath

„True Norwegian Black Metal“ – ein Begriff, der heutzutage nicht mehr gerne in den Mund genommen wird; zu häufig haben sowohl alte wie auch neue norwegische Black Metal-Bands mit ihren Alben enttäuscht. Die wirklich großen Scheiben scheinen nun aus anderen Ländern und Regionen zu kommen – Lateinamerika, Kanada, Frankreich, Griechenland und Deutschland. Aber so leicht gibt sich Norwegen natürlich nicht geschlagen. Malphas [ENDEZZMA], Sorath [BEASTCRAFT] und Gheist haben sich zu einer Truppe namens HAGL zusammengeschlossen, und versuchen, mit ihrem langsamen und unglaublich dunklen Debütalbum „Lenket Til Livet“ zu überzeugen. Am 30. März wird die Scheibe via Folter Records veröffentlicht.

Hallo HAGL und vielen Dank für die Interview-Möglichkeit! Wie ist der Winter dieser Tage in Norwegen? Seid ihr komplett eingeschneit?

Malphas: Guten Abend. Dieser Winter war sehr höflich zu den Nordmännern. Wir hatten normale Temperaturen und stabile Wetterverhältnisse.

Ihr alle spielt in verschiedenen norwegischen Black Metal-Bands – was war der Grund dafür, HAGL zu gründen? Hatte es etwas mit dem tragischen Tod von Trondr Nefas und dem Ende von BEASTCRAFT zu tun?

Malphas: Ich wollte eine neue Band gründen, die sich einen Schritt von all dem entfernt, was momentan veröffentlicht wird. Ich wollte langsame Songs, viele Disharmonien und einen Old School-Groove. Ich habe das Gefühl, dass das für viele HörerInnen da draußen interessant ist. Wir haben schon 2011 als Trio begonnen. Da Nefas im Mai 2012 gestorben ist, hatte das also nichts mit seinem tragischen Tod zu tun.

Bleiben wir noch kurz dabei: Woher kennt ihr drei euch? Wart ihr schon vor HAGL befreundet?

Malphas: Gheist und ich sind seit sehr langer Zeit befreundet. Wir haben auch zusammen gespielt und gejammt. Ich bin 2009 zu ENDEZZMA gestoßen und da habe ich den größten Teil der „Hønefoss militia“ kennen gelernt, und somit auch Sorath. Als ich darüber nachgedacht habe, wer die Vocals übernehmen könnte, musste ich nur Sorath fragen. Da ich ein großer Fan seiner Arbeit bin, hatte ich das Gefühl, dass niemand anders für unser Projekt in Frage kommt. Ich bin sehr glücklich, dass er Lust hatte, dabei zu sein.

Es gab immer sehr viele und es gibt immer noch sehr viele norwegische Black Metal-Bands – inwiefern ist HAGL einzigartig in der Szene? Oder anders gefragt: Was ist eigentlich das Ziel von HAGLs Musik?

Sorath: Wir sind einzigartig in der norwegischen Szene. Es gibt niemanden mit einem dunkleren Konzept. Es geht um die Ablehnung des Lebens, des Lichts und der Hoffnung. Es ist der Soundtrack eines sterbenden Wesens und es soll zeigen, wie es sich anfühlt, alleine zu sterben. Ein totaler Verlust von allem. Man wird von jedem – sowohl von Freunden und der Familie als auch von Feinden – ignoriert und schließlich vergessen. Kein Hass, keine Liebe, nur ein existentielles Vakuum.

Musikalisch konzentriert ihr euch – wie schon gesagt – auf sehr langsame Tracks, die den Hörer „ertränken“. Gibt es einen speziellen Grund dafür, dass ihr so langsam spielt?

Malphas: Es war von Anfang an die entscheidende Idee, mit HAGL langsam zu spielen. Ich wollte, dass die Hörer diese langsamen Rhythmen spüren. Und immer, wenn man denkt, dass es jetzt schneller wird, dann wird es nur noch langsamer und prügelt dich wieder auf den Boden. Die schweren Gedanken über das Leben und den Tod, über die Depression und die Sorge … ich habe das Gefühl, es gibt nichts, was besser zu diesen passt als ein sehr langsamer Black Metal.

Könnt ihr uns generell etwas über das Songwriting verraten?

Malphas: Ich habe 2011 angefangen, diese Songs zu erschaffen. Ich habe die Riffs dafür gesammelt und sie dann zusammengeführt. Die Songs wurden hauptsächlich auf der Gitarre erschaffen, aber einige Melodien habe ich auch mit meinem Mellotron kreiert. Dann habe ich einfach passende Gitarren hinzugefügt. Ich hatte auch schon die Ideen für Drum-Lines in meinem Schädel, aber Gheist hat sie perfektioniert, da ich kein Drummer bin! Ich habe Sorath immer mal wieder Idee geschickt, damit er etwas hat, um die Lyrics zu schreiben.

Für die Produktion von „Lenket Til Livet“ habt ihr einen alten Bekannten engagiert – L.F.F., der auch in BEASTCRAFT und ENDEZZMA gespielt hat. War das der Grund, wieso ihr ihn als Produzenten wolltet? Und wie stark wart ihr in den Produktionsprozess involviert?

Malphas: Wir alle kennen L.F.F. schon seit einiger Zeit und er ist multitalentierter Musiker. Er spielt viele Instrumente, er ist ein Produzent, und so weiter. Also gab es eigentlich gar keine andere Wahl. Ich wusste, dass er dem Album genau den Sound verpassen würde, den ich haben wollte. Und er ist ein wirklich netter Kerl, wenn es um die Zusammenarbeit geht.

Bleiben wir noch kurz bei dem Thema: Auf was für einen Sound habt ihr abgezielt? Ich denke „Lenket Til Livet“ klingt eher klar und ziemlich warm, aber ohne die Dunkelheit zu verlieren.

Malphas: Wir haben bezüglich des Sounds etwas hin und her überlegt, aber schlussendlich haben wir uns für einen klaren und guten Sound entschieden. Es gibt einfach so viele Details und ich wollte, dass man diese hören kann. Das sind Songs, die man einige Mal anhören muss, man kann das nicht alles beim ersten Durchgang erkennen.

Wie wichtig ist für euch eine gute Produktion bei einem Black [oder Extreme] Metal-Album?

Malphas: Für mich ist es wichtig, dass einem das Album etwas gibt, wenn man sich es anhört. Es geht nicht um die Produktion oder um die Qualität eines Albums. Wenn ich das Gefühl habe, dass die Band sich wirklich Mühe gegeben und ihr Herz reingesteckt hat, dann kann es auch total scheiße klingen. Es wird trotzdem ein gutes Album sein, weil man die Energie, die Dunkelheit und die Atmosphäre heraushören kann.

Ich habe versucht, den Albumtitel „Lenket Til Livet“ zu übersetzen und bin auf „An das Leben gekettet“ gekommen. Ist das korrekt? Und sollten wir das so verstehen, dass wir gezwungen sind, zu leben, selbst wenn wir das nicht wollen? Könntet ihr uns da einen generellen Überblick über die Lyrics geben?

Sorath: Ja, das ist richtig. Eine ungewollte Geburt passiert jeden Tag – sowohl was die Eltern als auch was das Kind betrifft. Viele haben Angst oder sind zu schwach, ihr beschissenes Leben zu beenden. Sie werden von der Religion, von ihrer Familie oder von reiner Furcht an das Leben gekettet. Ich beschreibe unsere Lyrics gerne als nihilistische Dunkelheit, eine schwarze Messe des Freitodes, eine Glorifizierung des Todes und der Hoffnungslosigkeit. Wir haben die starke Botschaft, dass jedes Individuum wertlos und von Geburt an verdammt ist.

Es scheint zwei verschiedene Artworks für „Lenket Til Livet“ zu geben, zumindest wenn man eure Facebook-Seite betrachtet. Könntet ihr uns darüber etwas verraten? Wer hat diese zwei Bilder entwickelt?

Malphas: Cecilie Noctique Lüttichau hat beide Cover für uns gemacht. Wir haben zwei sehr gute Bilder mit unterschiedlichen Farben bekommen. Uns haben beide gefallen. Und obwohl sie sich sehr ähnlich sind, gibt es auch sehr wichtige Unterschiede. Also haben wir uns entschieden, beide zu verwenden.

Was können wir uns von der Live-Front erhoffen? Plant ihr einzelne Gigs oder schon eine ganze Tour?

Malphas: Wir werden live spielen, wenn sich etwas auftut, was zu uns passt. Es muss am richtigen Ort und zur richtigen Zeit geschehen und es muss die richtige Atmosphäre geben. Wir haben gute Bandmitglieder, was die Live-Shows betrifft, also bin ich mir sicher, dass solche Gigs einige Leute interessieren würden.

Wie sehrt ihr generell die Zukunft von HAGL? Da ihr ja auch alle in anderen Bands spielt, wie wichtig ist HAGL da für euch?

Malphas: Es wird weitere Alben geben und wir werden, wie schon gesagt, dann live spielen, wenn es passt. Wir haben viel Zeit in dieses Projekt investiert und für mich ist das Debütalbum eine sehr persönliche Scheibe. HAGL ist für mich so wichtig wie jede andere Band, in der ich spiele.

Letzte Frage: Habt ihr einen eigenen Proberaum? Und wenn ja, was ist das coolste Ding, das man da finden kann [z.B. Poster, Flaggen, einen zerstörten Kühlschrank et cetera]?

Malphas: Momentan haben wir keinen eigenen Proberaum. Da wir alle in verschiedenen Bands spielen, gibt es immer die Möglichkeit, einen Raum für eine kurze Zeit zu mieten. Für die Scheibe haben wir nur wenig geprobt, aber wenn wir das getan haben, dann haben wir das im Studio gemacht.

Vielen Dank für eure Mühe und eure Zeit! Ich wünsche euch persönlich und HAGL nur das Beste! Die letzten Worte gehören euch!

Sorath: Hail the underground and keep the black flame burning!

Squiggofant / 16.03.2015

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