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HomeReviewHelheim – landawarijaR

Helheim – landawarijaR

Helheim - landawarijaR

 

 

 

 

 

Wertung:

5.5/7

Info:

VÖ: 25. Januar 2017

Label: Dark Essence Records

Spielzeit: 00:57:08

Line-Up:

V’gandr: Bass, Vocals
Hrymr: Drums, Drum programming
H’grimnir: Vocals, Guitars
Reichborn: Guitars (lead)

Tracklist:

1. Ymr
2. Baklengs Mot Intet
3. Rista Blodørn
4. landawarijaR
5. Ouroboros
6. Synir Af Heidindomr
7. Enda-Dagr

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„Wäre Dieter stolz auf euch?“

Die Grenzen zwischen Black Metal und Popmusik verschwimmen allmählich. Nicht nur kommerziell und hinsichtlich der Besucherzahlen vieler Festivals, in den schwafelnden Artikeln der Massenmedien und der öffentlichen Wahrnehmung. Auch musikalisch gibt es gelegentlich Schnittmengen. HELHEIM, im 25. Jahr ihres Bestehens, haben sich mit dem neunten Album „landawarijaR“ mittlerweile von ihren musikalischen Wurzeln im derben Viking Metal so weit wegentwickelt, dass man die Platte als annähernd radiotauglich empfinden kann.

In anderen Aspekten hat sich das Bergener Quartett allerdings nicht bewegt, und das ist viel wesentlicher: „landawarijaR“ ist so absolut authentisch HELHEIM, jeder Ton so integral, dass man den Musikern absolut nicht vorwerfen kann, auf einmal ganz andere Musik zu machen als 1992. Das stimmt nicht (bis auf die Tatsache, dass es diesmal keinen Track namens „Helheim“ gibt). Das neue Album ist in vielen Dingen ein Derivat dessen, was die Band schon 1997 auf „Av norrøn ætt“ gemacht hat, ein zutiest nordisches, stolzes, knarziges Stück Metal. Im Direktvergleich zum Vorgänger „raunijaR“, das – in einer Session mit der aktuellen Platte aufgenommen – als Schwesteralbum gelten kann, ist „landawarijaR“ noch ein Stück softer, eingängiger und holziger geraten, im Grunde aber unterscheidet es sich nicht wesentlich. Klassische Black-Metal-Zutaten sucht man hier größtenteils vergebens, stattdessen erschaffen die Musiker mit einem schlichten, rockigen Schlagzeug, flächigen, natürlichen E-Gitarren und einem gleichberechtigt auftretenden Bass die Grundlage, auf der sie das aufbauen, was HELHEIM unvergleichbar macht: Die großen Kesselpauken, die zugleich wuchtigen wie intimen Bläsereinsätze, und ganz im Vordergrund die wunderschön herben Klargesänge, die seit dem letzten Album Bestandteil des HELHEIM-Sounds sind. In Songs wie „Ymr“, „Baklengs mot intet“ oder dem Titelsong ist das so herzzerreißend eingesetzt, dass man sich beinahe wünscht, die Band möge alles Geschreie endgültig aus ihrem Repertoire tilgen. Dazwischen bestechen die Musiker immer wieder mit sensationell großen Melodien in den Gitarren (noch einmal: Titelsong) und zwei-, dreimal auch mit einem archaischen Aggressionsausbruch.

Über weite Strecken ist „landawarijaR“ aber ein ruhiges und eben beinahe poppiges Album (freilich an Metal-Maßstäben gemessen) geworden, ohne spürbare Härte, dafür mit viel Gefühl. Ein reifes Werk, könnte man sagen. Das ist es dann auch, was man der Platte vielleicht vorwerfen könnte. Gerade zum Ende hin sind Stimmung und Stilistik etwas, das nicht mehr überrascht, die letzten drei Songs der immerhin fast einstündigen Aufnahme wirken direkt ein wenig redundant und erzeugen eine Gleichförmigkeit, die dem Album nicht immer zum Vorteil gereicht. Die Lorbeeren, die „landawarijaR“ derzeit allenthalben einfährt, sind gerade vor dem Hintergrund von sehr viel Schrott, der sich wöchentlich in den Musikmarkt ergießt, trotzdem durchaus berechtigt. Ein Stückchen Hype mag möglicherweise aber auch dabei sein. Wie in der Popmusik eben.

Florian Dammasch / 05.02.2017

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