[vc_row][vc_column width="3/4"][vc_column_text] 26.01.2021   TEZURA nennt sich eine junge Band aus München. Aktuell stellen die vier Jungs zwei neue Songs vor, hier folgt das Video von "Stray Alone". Gegründet im Winter 2018, machen TEZURA erstmals 2019 mit ihrem Demo „Voices“ auf sich aufmerksam. Im Januar 2021 folgen mit ‚Stray Alone‘

[vc_row][vc_column width="1/4"][vc_single_image image="41211" img_size="medium"][vc_column_text] Wertung 6/7 Punkten Info VÖ: 29.01.2021 Label:Nuclear Blast Spielzeit: 00:52:14 Line-Up Wolf Hoffmann - Guitar Mark Tornillo - Vocals Christopher Williams - Drums Uwe Lulis - Guitar Martin Motnik - Bass Philip Shouse - Guitar Tracklist Zombie Apocalypse Too Mean To Die Overnight Sensation No Ones Master The Undertaker Sucks To Be You Symphony Of Pain The Best Is Yet To Come How Do

[vc_row][vc_column width="3/4"][vc_column_text] 04.01.2020   Die Musikwelt trauert um Alexi Laiho. Der 41 jährige finnische Sänger und Gitarrist verstarb vor wenigen Tagen, wie das Label Napalm Records heute mitteilte. Mit seiner Band CHILDREN OF BODOM gelang der Sprung in die Heavy Metal-Weltspitze.       Foto: Terhi Ylimäinen [/vc_column_text][vc_text_separator title=""][vc_empty_space height="50"][mkd_button size="medium" target="_self" icon_pack=""

[vc_row][vc_column width="3/4"][vc_column_text] 14.12.2020   Das Trans-Siberian Orchestra (TSO) wird seine fünf Rock-Opern in Albumform auch in Europa wieder digital erhältlich machen. Ab Freitag, 6. November, ist der Katalog via Streaming und Download auf den gängigen Plattformen erhältlich. Vor dem Hintergrund der alles andere zum Erliegen bringenden Pandemie haben TSO

[vc_row][vc_column width="3/4"][vc_column_text]     Am 22. Januar 2021 wird das Album "The Eagle Will Rise" via PURE STEEL RECORDS auf CD veröffentlicht. Der Vorverkauf beginnt am 08. Januar 2021. Heute wird neben dem Artwork auch die Tracklist vorgestellt. "The Eagle Will Rise" Tracklist: 1. The Eagle Will Rise 2. Invoke The

[vc_row][vc_column width="3/4"][vc_column_text] 17.11.2020   KISS sind wieder aktiv, und zwar auf dem Getränkemarkt mit der KISS Rum Kollektion, welches den KISS Black Diamond Premium Dark Rum und den KISS Detroit Rock Premium Dark Rum beinhaltet. Beschreibung: KISS Black Diamond Premium Dark Rum hat seinen Namen und Charakter vom Rock Monolith

HomeInterviewsImperial State Electric – Nicke Andersson

Imperial State Electric – Nicke Andersson

Das Bandpaket, das im letzten Herbst in der Wiener Arena Einzug hielt, kann sich nicht nur sehen (HEAVY TIGER), sondern vor allem auch hören lassen: Neben den bereits benannten Damen sorgten nicht nur die JUNKSTARS im Anheizer-Programm, sondern insbesondere auch die Oberklasse im Vintage Rock für Furore: GRAVEYARD, die BACKYARD BABIES und IMPERIAL STATE ELECTRIC, das wüste Siebziger-Quartett rund um Kultmusiker Nicke Andersson (u.a. ENTOMBED, THE HELLACOPTERS), luden zur Zeitreise. Nicke stellte sich im Vorfeld unseren Fragen – darunter auch: Wie steht es um DEATH BREATH, und welche Schuld hat er noch mit DARKTHRONEs Fenriz zu begleichen?

Du musstest kürzlich auf eurer aktuellen Tour aussetzen, es hieß, du hattest Probleme mit dem Gehör. Was war da los?

Es war ein Hörsturz, ich hatte noch nie zuvor davon gehört. Augenscheinlich kann das jeder bekommen, von einer Infektion, oder einem Blutgerinnsel, Stress – irgendwas. Ich wachte einfach damit auf, der Doktor konnte mir selbst nicht sagen, was das in meinem speziellen Fall ausgelöst hatte. Mittlerweile ist es aber wieder ganz okay, ich bekam eine Kortisonbehandlung verpasst. Immerhin darf ich nun wieder spielen, aber wenn die Tour vorbei ist, werde ich mir das noch etwas genauer anschauen lassen. Was soll’s, blöd, dass es genau während der Tour passiert ist, aber manche Sachen kann man einfach nicht beeinflussen. Aber ich muss schon sagen, sie haben drei Shows ohne mich gemacht und einen wirklich, wirklich tollen Job gemacht.

Du hast kürzlich in einem Interview gesagt, IMPERIAL STATE ELECTRIC bestünden aus einem „General und seinen Soldaten“. Wie war das Gefühl, seine Soldaten alleine in den Kampf zu schicken?

Es war komisch. Da bist du auf Tour – und machst nichts. Das fühlt sich einfach … falsch an (lacht).

„Honk Machine“ klingt nicht nur sehr eingängig und frisch, es zieht sich auch eine überdeutliche Reminiszenz an die Siebziger durch. Woher kommt das? Benötigt das spezielles Equipment, eine bestimmte Grundstimmung?

Wir versuchen nicht, zwanghaft „retro“ zu klingen. Natürlich sind wir alle selbst auch Fans von Bands, hören uns Musik an – bewusst oder unterbewusst beeinflusst das dann natürlich auch die Musik, die du selbst schreibst. Ich stehe zum Beispiel immens auf einen natürlichen Schlagzeugklang, das muss jetzt nicht unbedingt nach den Siebzigern klingen, aber du weißt, worauf ich hinaus will. Ich denke, bis etwa Mitte der Achtziger klangen die meisten Produktionen auch wirklich gut. Nur dann wurde es leider ziemlich scheiße. Aber das ist nur meine persönliche Meinung, die Neunziger kann ich zum Beispiel überhaupt nicht ab.

Wusstest du, dass im Deutschen „Honk“ auch für …

„Idiot“ stehen kann (lacht)? Das macht den Titel umso besser, ja.

Wer sind denn die größten Vollidioten, die du über all die Jahre getroffen hast?

Tja, Idioten kommt wohl keiner von uns aus… Aber ich tendiere dazu, diese sukzessive aus meinem Gedächtnis zu streichen und eher die zu verinnerlichen, mit denen ich gut kann. Das ist jetzt vielleicht eine diplomatische, aber dafür ehrliche Antwort. Überraschenderweise triffst du in unserer Szene auf vergleichsweise wenig ungute Menschen, es kommt ja auch oft darauf an, wie du in den Wald hinein rufst… Es passieren viel öfters dumme Entscheidungen, als dass dir wirklich strunzdumme Menschen begegnen – und ja, auch ich habe so meine Fehler begangen (lacht). Du lebst, um zu lernen.

Kommen wir auf das Album zurück: Gerade auf der A-Seite finden sich mit Songs wie „All Over My Head“ und „Let Me Throw My Life Away“ Stücke mit Hitpotential. Schreibt man so etwas bewusst?

Nein, glücklicherweise nicht, sonst wäre ich ein ziemlicher Versager – ich habe noch nie einen „Hit“ geschrieben (lacht). Ich glaube, es gibt keine Formel für einen „Hit“, daran sind schon viele Künstler gescheitert, wenn sie es zwanghaft versucht haben – weil dann kommt es nicht aus deinem tiefsten Inneren. Natürlich hätte ich nichts dagegen einzuwenden, wenn sie einen meiner Songs auch im Radio spielen würden, aber ich glaube, das ist bei uns eher unwahrscheinlich. Es ist toll, wenn dir so etwas einmal zufällig gelingt, das zahlt dann deine Rechnungen und du kannst mit weniger Druck an deine Kunst herangehen.

Einen „Final Countdown“ zum Beispiel.

Ja, genau. So etwas wäre toll, weil das ist auch ein guter Song. Bei mir ist es halt so, ich schreibe Musik. Manchmal sind die Stücke okay, manchmal besser, mal schlechter.

Wie wir alle wissen, bist du ein KISS-Fanboy…

Fanboy ist doch etwas übertrieben…

Okay: ein „Liebhaber“.

Ja, ich mag die KISS aus den Siebzigern.

Mich erinnert „Let Me Throw My Life Away“ an die „Destroyer“-Era von KISS. War das dein Versuch, deine Götter zu verehren?

KISS waren mein Einstieg in die Welt der Musik, es liegt also nahe, dass du hie und da Zitate findest, aber bei dem bestimmten Song finde ich den Verweis nicht wirklich wieder, nein. Er klingt eher nach HUMBLE PIE. Er ist ein bisschen Stoner, aber das ist auch das Gute an der Musik: Jeder hört irgendwie etwas anderes raus.

Obwohl aus Schweden eine Vielzahl an guten Musikern kommt, gibt es derer doch wenige, die eine derartige stilistische Breite abdecken – vom dereinst prägenden Sound ENTOMBEDs über DEATH BREATH bis hin zu THE HELLACOPTERS und IMPERIAL STATE ELECTRIC. Siehst du dich mittlerweile eher auf der brachialen Schiene, oder doch eher auf dem vielleicht etwas „altersmilderen“ Rock?

Je nach Tagesverfassung. Ich mag OTIS REDDING genauso wie SACRIFICE aus Kanada. Es kommt auf meine Stimmung an, das ist keine geradlinige Entwicklung von A nach B. Aktuell liegt mein Schwerpunkt klar bei der Rockmusik, weil ich mich aktiv damit befasse.

Setzt du dich dann hin und schreibst speziell für die eine oder andere Band Musik, oder kristallisiert sich das dann erst sukzessive raus?

Meistens hängt es davon ab, an welches Instrument ich mich setze – Gitarre oder Schlagzeug. Von da an verselbstständigt sich das Ganze. Ich möchte beide Gangarten auch nicht wirklich vermischen, das ist wie bei Rap und Metal: Beides für sich ist okay, aber die Mixtur finde ich grauenvoll (lacht). Wenn ich meine Siebziger-Phase habe, oder viel Beat-Musik aus den Sechzigern höre, dann tendiert mein Output tendenziell auch eher in diese Richtung, irgendwo zwischen Blues, Bluegrass, Rhythm’n’Blues und Country, immerhin die Essenz für guten Rock’n’Roll. Ohne all dem Zeug gebe es schlussendlich auch keine SLAYER.

Auch wenn du gerade auf dieser Welle schwebst – es gibt derer doch Menschen da draußen, die nach „Stinking Up The Night“ sehnlichst auf einen Nachfolger von DEATH BREATH hoffen.

Die Musik ist fertig – halte dich fest: schon seit Jahren! Es ist nur so: Jedes Mal, wenn ich mich endlich an die Texte setzen will um die Vocals einzusingen, kommt mir etwas dazwischen. Erst letztens zum Beispiel mein Kind. Mein Tag hat schlichtweg zu wenig Stunden. Selbst das Cover und das Artwork stehen bereits. Wir wollten, dass Scott Carlson es einsingt, aber der ist ja mit REPULSION beschäftigt. Aber wir geben nicht auf – die Musik selbst ist zeitlos, da ist es komplett gleich, ob das Album nächste Woche oder erst in zwei Jahren kommt. Es ist eher zweifelhaft, ob wir damit dann auch touren werden, wir werden ja alle auch nicht jünger. Vielleicht geht mir bis dahin nach einem Song schon die Puste aus (lacht).

Death Metal hält jung.

Dann sollte ich schleunigst wieder damit anfangen und das dann auch konsequent durchziehen (lacht).

Nicht, dass du schließlich für die Death-Metal-Version von „Chinese Democracy“ verantwortlich zeichnest…

Der Hut brennt langsam (lacht). Wenn sie dann schließlich fertig ist, wird jeder ziemlich enttäuscht sein: „Und darauf habe ich nun so lange gewartet? Meh.“

Du bist aber nicht nur Musiker, sondern führst mit The Honk Palace auch ein Studio in Schweden, wo du eine Vielzahl an Bands unter deine Fittiche nimmst. Macht dir diese Position ähnlich viel Spaß, wie auf der Bühne zu stehen und selbst zu spielen?

Ich glaube, es liegt mir sogar mehr. Wenn du dir den heutigen Tag in der Wiener Arena anschaust: Es steckt sehr viel Arbeit – oder besser: Zeitaufwand dahinter, für eine knappe Dreiviertelstunde tatsächlich auf der Bühne zu stehen, du hast sehr viel Leerlauf, wenn du nicht wie jetzt gerade auch Interviews gibst oder ähnliches. Die meiste Zeit sitzt du einfach nur blöd in der Gegend herum. Mir lag der kreative Prozess, daheim oder im Proberaum oder im Studio dann, schon immer mehr, als das Touren. Natürlich: eine gute Show ist schon ein geiles Gefühl, wenn das Publikum ordentlich mitgeht. Aber wenn es nach mir ginge, dann würde ich nur aufnehmen – meine Musik und die von anderen. Ich mag Reisen an sich schon nicht besonders, und als Musiker ist das noch um ein Vielfaches mühsamer, als wenn du einfach nur urlaubst.

Du bist wie Fenriz. Auch so ein Eremit.

Ja, wir sind uns generell ähnlich. Wir beide mögen zum Beispiel auch diesen urtypischen Snare-Sound aus den Achtzigern. Wenn ich es so überschlage, ich glaube, abseits vom Touren war ich vielleicht dreimal in meinem ganzen Leben auf Urlaub. Meine Freundin und ich flogen einmal nach Ägypten, auf so eine Kreuzfahrt und Rundreise. Das war so furchtbar! Überall diese bescheuerten Touristen, die jeden Scheißdreck fotografieren und sich irgendwelche Belanglosigkeiten zubrüllen, es war heiß – das ist einfach nicht meins. Und einmal fuhr ich allein mit meiner Gitarre nach Prag, und auch das war beschissen. Da lese ich lieber daheim in Büchern über fremde Länder, das ist angenehmer. Beim Touren siehst du ja auch nichts wirklich von den Städten, du bist meistens in den Locations oder auf der Autobahn – das war‘s dann auch schon.

Nachdem du ein durchaus talentierter, strebsamer Musiker bist – enerviert es dich, wenn dann Bands bei dir im Studio auftauchen, die nicht richtig vorbereitet sind oder Studiozeit mit Partyzeit verwechseln?

Ja und nein, aber es ist ja auch kein Full-Time-Job für mich, das läuft nur so nebenher, um über die Runden zu kommen. Erst letztens war eine Band bei mir, BLACK TRIP aus Stockholm. Peter von meiner alten Band ENTOMBED ist bei denen dabei, und die waren wirklich gut vorbereitet. Aber ich weiß, was du meinst. Sehr viele gehen mit dem Gedanken an die Sache heran, dass man mit dem Computer eh so vieles nachbearbeiten und ausbessern kann, dass es beinahe egal ist, wie gut oder wie schlecht sie selbst spielen und deswegen ohne die Stücke richtig einstudiert zu haben bei mir auftauchen. Natürlich verwende auch ich Pro Tools, weil ich Schnitzer nachbessern möchte – aber nicht, um einen Fleckerlteppich zusammen zu flicken. Wenn mich jemand fragt, ob wir einen Part von hier nach da schieben können, dann kommt von mir immer als Antwort: Nein, das müsst ihr schon selber so spielen. Ich flicke gerne Dinge, aber nur die, die zuvor richtig angegangen wurden. Den Drumsound verfälschen, Loops, all diese Dinge interessieren mich nicht, da sträube ich mich dagegen. Wenn es nicht so elendig teuer wäre, würde ich immer noch analog aufnehmen. Aber immerhin ist das Studio in meinem Haus, also muss ich nicht extra Miete zahlen – das spart dann doch einiges ein.

Wir haben zuvor schon deine stilistische Vielfalt angesprochen, du hast gerade Peter Stjärnvind erwähnt: Viele Musiker aus der alten schwedischen Death-Metal-Szene findet man heute vermehrt in Hard- und Heavy-Rock-Formationen wieder. Kann man da beinahe schon von einer natürlichen Entwicklung sprechen?

(lacht) Vielleicht ist es Teil davon, zu altern – ich weiß es nicht (lacht). Nein, aber im Ernst, das Alter spielt da sicher eine Rolle. Andererseits sind die meisten aus der „alten Szene“ mit Hard Rock aufgewachsen, das war damals unsere Jugendkultur. Vielleicht sucht man im Alter dann wieder vermehrt nach seinen Wurzeln, fühlt sich, wenn man die Musik aus den Jugendtagen nachspielt, wie im Jungbrunnen – also weniger eine körperliche Frage, dass man gewisse Anstrengungen nicht mehr vollbringen kann, sondern emotional. Bei mir war es zum Beispiel so, dass meine erste Band KISS war, dann kam der Punkrock, Hardcore, und dann erst die ganzen Thrash- und Death-Bands.

Bekanntlich hast du ENTOMBED 1997 verlassen, um dich voll auf THE HELLACOPTERS zu konzentrieren. Folgtest du dennoch den Querelen zwischen L-G Petrov und Alex Hellid?

Ein bisschen, ja. Immerhin war ich damals Gründungsmitglied, von daher interessiert einen schon, was da über die Jahre passiert. Ich denke, ENTOMBED A.D. ist eine Augenauswäscherei – sie sollten sich umbenennen. L-G hat zu ENTOMBED-Zeiten niemals einen Song geschrieben oder auch nur mitgeschrieben, er hat keine einzige Textzeile verfasst – ja, er hat gesungen, aber das war’s auch schon.

Du hast auf der Bühne schon unterschiedliche Positionen eingenommen, als Gitarrist und Sänger an der Front, als Schlagzeuger im Hintergrund. Wo fühlst du dich wohler?

Definitiv am Schlagzeug. Das ist das Instrument, wo ich mich auch „zuhause“ fühle. Ich fühle mich irgendwie fehl am Platz, wenn ich Gitarre spielen und gleichzeitig singen muss – ich bin nicht Phil Collins (lacht). Ich meine, ich kann beide Instrumente bedienen und es macht schon Spaß, aber aktuell vermisse ich das Schlagzeugspielen etwas. Ich glaube, das wird mein nächstes Projekt werden müssen, eines, wo ich wieder am Schlagzeug sitzen kann.

Aber de facto hast du Gitarre gelernt, weil es dir leichter fiel, die Musik für ENTOMBED auf einem Saiten-, und nicht einem Schlaginstrument zu schreiben?

Nicht ganz. Ich habe als Kind etwa gleichzeitig eine Plastikgitarre und ein Spielzeugschlagzeug geschenkt bekommen, ich hatte also immer schon beide Instrumente bei der Hand. Der Schwerpunkt lag anfangs am Schlagzeug, das stimmt schon, und ich würde mich auch heute nicht als großartigen Gitarristen bezeichnen – ich lerne nach wie vor dazu. Ich bin aber immerhin ganz gut darin zu tun, als ob ich etwas könnte (lacht). Mit Posing kann man einige Schnitzer ganz gut überdecken (lacht).

Schweden wird immer als das Schlaraffenland für Musiker gepriesen. Ist dem tatsächlich so?

Schweden hat nicht nur viele, sondern auch viele gute Bands, das stimmt definitiv. Und ja, ein Grund wird wohl sein, dass es hier einfacher als anderswo ist, Musik zu treiben. Du kannst dich als junger Musiker beim Staat um eine Förderung bewerben, sodass du dir deine ersten Instrumente leisten kannst. Erzählungen zufolge bekommt man bei uns auch leichter Proberäume, aber das kann ich natürlich schwer beurteilen, weil ich noch nirgends anders einen suchen musste. Eine Bandgründung ist also finanziell sicherlich einfacher bei uns, als anderswo. Musikförderung ist von soziokultureller Wichtigkeit – wir hatten seit Jahren keine kriegerischen Auseinandersetzungen mehr, also können wir uns vermehrt um die Zerstreuung widmen. Andererseits ist schwedischer Folk in uns nicht so verhaftet, von daher blicken wir vermehrt über unseren Tellerrand, zum Beispiel nach Amerika – selbst in den Fünfzigern hatten wir schon eine reiche Jazzszene, die im ständigen Austausch mit den USA stand. Es ist also nichts Neues, dass Schweden „musikalisch“ ist – weniger eigenbrötlerisch, sondern sich von überall etwas zusammenklaubt und dann eine eigene Mixtur daraus bastelt.

Als einer der Urgesteine: Was macht den schwedischen Todmetall so einzigartig?

Nun, zum ersten müssen wir einmal den Göteborger- und den Stockholmer-Sound voneinander trennen. Bei den Bands aus dem Einzugsgebiet von Stockholm steht und fällt alles mit dem Boss HM2 Pedal, ganz klar – und ganz wichtig auch: verglichen mit jenen aus Göteborg spielen wir hier scheiße (lacht). Diese schnoddrige, schlampige Unbeholfenheit ist unser Markenzeichen. Die Bands aus Göteborg waren schon immer technischer, melodiöser, verspielter. Auf das haben wir einen feuchten Furz gelassen, wir waren die Punker aus Schweden (lacht). Dass wir unsere Instrumente nicht wirklich beherrschten, haben wir einfach gut vermarktet. Als wir NIHILIST gründeten, fuhren wir total auf MASTER, REPULSION, DEATH und so ein primitives, ruppiges Zeug ab – das prägte uns. Freunde, die ANTHRAX hörten, bezeichneten wir damals schon als verdammte Poser (lacht). Und das ist auch der Sound, den ich bis heute hin gern höre – gerade bei MASTER, die seit 1985 aktiv sind, ist das schon beachtlich, dass sie bis dato ihre Relevanz, aber auch ihren ureigenen Stil gewahrt haben. Wir waren einfach gut darin, unseren Vorbildern nachzueifern – wir erschufen nichts einzigartig Neues, finde ich. Wir klauten bei MASTER, bei PENTAGRAM aus Chile, bei DEVASTATION aus Chicago, und natürlich bei POSSESSED, und verwursteten das dann, mit eigener Note, ja – aber das war’s dann auch schon. Wir hatten aber auch keinen Anspruch, einzigartig zu sein, wir sahen es natürlich nicht als unsere „Aufgabe“ den „Schwedentod“ zu erschaffen. Wir wollten einfach nur spielen, und zwar eine Musik, die so brachial wie nur irgendwie möglich war. Nach dem zweiten ENTOMBED-Album begingen wir den Fehler zu versuchen, technischer zu werden – und die Geschichte zeigte, das war zu viel, man ging wieder den Schritt zurück. Das liegt einfach in unserer Natur. Wenn ich mir die komplette Diskografie heute anhöre, dann sticht „Inferno“ für mich persönlich vielleicht am meisten heraus – das ist räudig, dreckig, fies und gemein, so wie es sein soll.

Zeitgleich mit der Death-Metal-Welle kam auch die zweite Welle an Black-Metal-Bands groß raus – eine Kultur, die heute bewusst als Gegenbewegung verkauft wird. War dieser Spalt zwischen Death und Black damals wirklich so immens, oder wird dies rückblickend nur verklärt?

Das kam erst später. Wir kannten zum Beispiel die Typen von MAYHEM ganz gut, weil Uffe in MORBID spielte – gemeinsam mit Per. Wir hatten nur keinen Bezug zu diesem ganzen Satanismusquatsch, sowas fanden wir maximal albern, aber nicht ernst zu nehmend. Das ist bis heute so – aber zugegeben: Wenn wir Jesus und den Teufel hernehmen, dann ist der Gehörnte auf jeden Fall der coolere der beiden (lacht). Als DARKTHRONE ihr erstes Album „Soulside Journey“ aufnahmen, waren wir wirklich gut befreundet – und dann plötzlich nicht mehr, als sie mit „A Blaze In The Northern Sky“ ankamen. Das war schon ein bisschen komisch. Mal ganz ehrlich – zwischen Black Metal und Death Metal liegen keine Welten.

Das sagt selbst meine Mutter, und die hat keine Ahnung von der Materie.

(lacht) Eben. Selbst ungeübte Ohren erkennen: Hier wie dort wird einfach wüst herumgebrüllt (lacht). Nein, im Ernst: Es wurden damals schon plötzlich Trennlinien gezogen, sahen sich die einen als „Elite“ an – die einen mehr, die anderen weniger, aber es herrschte kein Kriegszustand, den hatten sie selber, in den eigenen Reihen (lacht). Der einzige Zwischenfall, den ich selber abbekam war, als irgendwer zu der Zeit in Norwegen meine Autoreifen aufschlitzte. Aber wer weiß, ob das ein Black Metaller war. Das könnte genauso gut ein „besorgter Bürger“ gewesen sein, der sah, dass ich lange Haare hatte (lacht). Ah, und das hätte ich beinahe vergessen – mein Gedächtnis ist wirklich nicht mehr das, was es mal war: Einmal mussten wir eine Show in Norwegen absagen, weil irgendwelche Black Metaller einen Aufstand machten. Soweit es mich betrifft, ein Einzelfall. Aber heute sieht die Sache ganz anders aus – ich höre gern Black Metal, einiges ist verdammt gut, vieles auch erstaunlicher Schrott, wie in jedem anderen Genre auch. DIMMU BORGIR finde ich zum Beispiel so richtig scheiße, ich mag diese Synthesizer nicht. Das ist mir zu pompös und kitschig, wie ein Soundtrack zu „Herr der Ringe“ (lacht).

Dann könntest du ja heute durchaus mit Fenriz und Nocturno Culto etwas gemeinsam aufziehen.

Als wir mit DEATH BREATH einmal in Oslo spielten, habe ich mich lang mit ihnen unterhalten – auf persönlicher Ebene passt es durchaus, ja. Fenriz war damals hackedicht (lacht), aber ich nicht, weil wir anschließend noch auf die Bühne mussten. Wir haben in Erinnerungen geschwelgt und ich kam drauf: Ich hatte ganz vergessen, das REPULSION-Tape zu schicken, das ich ihm vor all den Jahren einmal versprochen hatte (lacht). Fenriz war nämlich der erste Mensch, mit dem ich als Jugendlicher Tapetrading betrieb, musst du wissen. Ich müllte ihn damals mit Hardcore-Tapes zu, später dann Death Metal… Also ja, vielleicht wäre es ganz witzig, etwas mit Fenriz gemeinsam auf die Beine zu stellen… Aber ich glaube, Fenriz zieht heute lieber sein eigenes Ding durch, ohne Druck oder Einflüsse von außen. Ich muss ja auch gestehen: Mir gefallen die späten DARKTHRONE besser als die alten.

Umso älter du wirst, umso mehr ähnelst du NEIL YOUNG…

Ist das jetzt positiv gemeint (lacht)?

Schon – also, wie der 40-jährige Neil … Könntest du dir vorstellen, irgendwann auch einmal auf der Bühne zu stehen, mit deiner Gitarre, und politische Folksongs zu singen?

Klar doch. Aber: So weit plane ich noch nicht vor. Ich lebe im hier und jetzt – und denke vielleicht an die nächste LP von DEATH BREATH (lacht)…

cosmogonos, Froewe / 05.02.2016

Facebook Kommentare
Share With: