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HomeReviewIn Flames – Siren Charms

In Flames – Siren Charms

In Flames - Siren Charms

 

 

 

 

 

Wertung:

2.5/7

Info:

VÖ: 05. September 2014

Label: Sony Music

Spielzeit: 00:44:58

Line-Up:

Anders Fridén – Vocals
Björn Gelotte – Guitar
Niclas Engelin – Guitar
Peter Iwers – Bass
Daniel Svensson – Drums

Tracklist:

01. In Plain View
02. Everything Is Gone
03. Paralyzed
04. Through Oblivion
05. With Eyes Wide Open
06. Siren Charms
07. When The World Explodes
08. Rusted Nail
09. Dead Eyes
10. Monsters In The Ballroom
11. Filtered Truth

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„Kurskorrektur“

Wie man es auch dreht und wendet, IN FLAMES haben ihren Platz in der Welt des Heavy Metal erkämpft, da beißt keine Maus irgendwelche Fäden ab. Gerade durch die Werke „Whoracle“ und natürlich „Clayman“ spielten sich die Göteburger eine ungeheure Fangemeinde zusammen. Doch dann, und das war gut so, entwickelte sich die Band weiter und wieder schienen sie ihrer Zeit voraus. Dass dabei nicht nur eitel-Sonnenschein-Alben heraus kamen, liegt in der Natur der Sache, man kann es ja schließlich nicht jedem rechtmachen.

Mit der letzten Langrille „Sounds Of A Playground Fading“ jedoch konnte man eine Menge Boden gutmachen, man war wieder im sicheren Fahrwasser und auf gutem Kurs. Schlappe drei Jahre später steht nun „Siren Charms“ auf dem Programm und alle Welt fragt sich, was die Schweden sich wohl diesmal ausgedacht haben. Eine erneute Kurskorrektur, eine erneute Weiterentwicklung, soviel steht fest, kaum etwas bleibt wie es war. „Everything Is Gone“ legt mit Höchstgeschwindigkeit los, lässt aber schnell erkennen, dass dieser Song sich beliebig gegen etwa ein Dutzend anderer Prügelnummern der letzten Dekaden austauschen lässt und den Eindruck erweckt, es handele sich um eine Art Alibi-Deathmetal. Danach wird komplett abgebremst und moderner Metal beherrscht die Szenerie. Wäre ja nicht weiter schlimm, da wäre ich der letzte Mensch, der einer [erneuten] Stilkorrektur von IN FLAMES den Segen verweigern würde. Doch die Sache bewegt sich leider auf eher überschaubarem Niveau, was die meist ziemlich lauen Songs und die ebenso laue Produktion angeht. Bei „When The World Explodes“ darf die Opernsängerin Emilia Feldt mitsingen, man fischt in fremden Gewässern. Ein kaum mehr als bescheidener Versuch, einmal mehr fällt mir das Sprichwort vom Schuster ein, der doch bitte bei seinen Leisten bleiben möge. Positiv vermag eigentlich nur das mit wenigstens ein paar Eiern gesegnete „Rusted Nails“ einigermaßen zu überzeugen. Zumindest solange, bis man fast am Ende angelangt ist. Dort gibt es mit „Monsters In The Ballroom“ den einzigen wirklich guten Song auf dem Album. Hier wird klar, was ich bislang so schmerzlich vermisste, eine einprägsame Hookline nämlich und endlich mal eine Gitarre, die sich in den Mittelpunkt des Geschehens bringt.

Doch leider ist und bleibt „Siren Charms“ kein Wunschkonzert. Anders Fridén klingt genauso harmlos wie seine Mitstreiter, ja wie die ganze Band an sich. Wie auch immer, für eine dieser vielen Alternativ-Rockbands, die sich zu hunderten in den hiesigen Radioprogrammen tümmeln, mag die Sache ja noch als passabel durchgehen. Aber als Fan dieser Melodic-Death-Metal Ikonen IN FLAMES schüttel ich lediglich das Haupt. Was mich nicht stört, ist der erneute stilistische Sinneswandel, oder nennen wir es den Blick über den Tellerrand. Den negativen Beigeschmack erhält die Angelegenheit durch die [bewusst oder unbewusst] dargebotene Halbherzigkeit, mit der man zwischen gewohnten, -zig mal durchgekauten und moderneren, eher dem Mainstream schmeichelnden Elementen hin und her schwankt. Für mich ist „Siren Charms“ das [mit Abstand] bisher schwächste Album der Band, Punkt!

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Spätestens seit dem Meisterstück „Reroute To Remain“ [2002], das IN FLAMES endlich als erwachsene Band präsentierte [eine Entwicklung, die auf „Clayman“ [2000] zumindest angedeutet wurde], prasselt vor jeder Album-Veröffentlichung ein regelrechter Shitshorm derer, die nicht akzeptieren können, dass die Schweden keine Melodic-Death-Metal-Band mehr sind, sondern schlichtweg eine moderne Metal-Band, die das macht, worauf sie Bock hat, auf IN FLAMES nieder. Der Erfolg gibt der Band eindeutig recht [das letzte Album „Sounds Of A Playground Fading“ [2011] erklomm nicht umsonst aus dem Stand die Pole-Position der deutschen Charts], aber es ist trotzdem merkwürdig, warum ausgerechnet bei IN FLAMES stets so viele Hater aus ihren Löchern kriechen. Dabei haben IN FLAMES ihren Stil seit eben jenem „Reroute To Remain“ stets nur verfeinert oder dezent variiert, aber niemals radikal umgekrempelt. Vielleicht war das Video zum eingängigen, fast poppigen „Through Oblivion“ etwas zu viel der Provokation, denn auch auf „Siren Charms“ sind IN FLAMES nicht zur Pop-Band mutiert. Ja, Anders Fridén singt noch mehr clean als zuletzt, aber im Gegensatz zu früher kann er inzwischen ganz passabel singen, insofern alles im grünen Bereich. Neben den zahmeren, poppigeren Momenten stehen auch absolut harte Metal-Brecher wie z.B. „Everything Is Gone“ auf der Scheibe und im letzten Drittel haben sich gar ein paar Melodien eingeschlichen, die dezent an Zeiten vor 2002 erinnern. Den einzigen Vorwurf, den man „Siren Charms“ machen kann, ist die Zerrissenheit der Scheibe. Die Band verkauft das natürlich als Abwechslungsreichtum, was letztlich ja auch irgendwo stimmt, aber wirklich homogen ist „Siren Charms“ in dem Zuge nicht geraten, dafür aber eine absolut gelungene Ansammlung an starken bis sehr starken Einzelsongs. Und das reicht hier völlig aus.

Michael Siegl | 5,5 von 7 Punkten

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Seichter Alternative Rock und nervig schlechte Vocals. Muss man sich als Pionier eigentlich zwangsläufig auf so „brutale“ Weise davon trennen, was man einst einführte? Für mich als großer Fan der Phasen „Whoracle“ bis „Reroute To Remain“ und mit Abstrichen auch „Soundtrack To Your Escape“ ist das unhörbar und Kategorie „voll in die Hose“.

Markus Jakob | 2 von 7 Punkten

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Auch wenn viele Fans der ersten Stunde die letzten IN FLAMES-Platten verteufelt haben, so konnte ich den meisten von Ihnen, auch „Sounds Of A Playground Fading“, einiges abgewinnen. Es gab in der Discographie der Band kontinuierlich eine unbestrittene Entwicklung zu den melodiöseren und massentauglicheren Songs, eher weg vom rohen Sound der Anfänge. Dies geschah jedoch immer, ohne die Trademarks und Wurzeln grundsätzlich zu ignorieren. Dieses Mal muss auch ich die Segel streichen, denn in meinen Augen hat dieses Album mit IN FLAMES nicht mehr viel zu tun. Es bleibt auch nach mehreren Durchläufen einfach absolut nichts hängen. Bis auf ein paar lichte Momente muss ich diese Scheibe leider sowohl riff- und melodietechnisch, als auch von den Vocals her als nahezu belanglos bezeichnen, die Songs wirken zusammengewürfelt und irgendwie „unfertig“. Falls es hier einen roten Faden gibt, habe ich ihn nicht finden können. So leid mir das als Langzeit-IN FLAMES-Fan auch tut, „Siren Charms“ bekommt von mir den Daumen nach unten.

[M] | 2 von 7 Punkten

Frank Wilkens / 03.09.2014

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