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HomeReviewJonne – Jonne

Jonne – Jonne

Jonne - Jonne

 

 

 

 

 

Wertung:

4.0/7

Info:

VÖ: 24. Juli 2015

Label: Massacre Records

Spielzeit: 00:40:58

Line-Up:

Jonne Järvelä – Gesang, Gitarre, Violafon,
Drehleier, Kantele, Percussions, Mandoline
Natalie Koskinen – Gesang
Yovan Nagwetch – Gesang, Flöte, Percussions
Eero Haula – Gesang
Ante Aikio – Gesang
Tero Hyväluoma – Fiedeln
Toni Perttula – Akkordeon
Santeri Kallio – Keyboards
Juho Kauppinen – Gitarren
Samuli Mikkonen – Percussions
Santeri Kettu – Kontrabass

Tracklist:

1. Viuluni Laulua Soutaa
2. Ken Söi Lapsen Lattialta?
3. Ämmänkuolema
4. Kuku Käki
5. Metsään On Iäksi Mieli
6. Tule Hiidestä Hevonen
7. Leppäyön Löyly
8. Joki
9. The Boxer

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„Verpasste Möglichkeiten!“

Jonne Järvelä ist Frontmann der finnischen Folk Metal Band KORPIKLAANI. Klar, weiß man schon. Dass er KORPIKLAANI 2003 als Nachfolgeband von SHAMAN gründete, mit denen er seit 1993 Folk und Metal vermischte, kann man auch noch wissen. Dass die wiederum vorher unter dem Namen SHAAMANI DUO und noch wesentlich folk-lastiger unterwegs waren ist weder Geheimnis, noch Allgemeinwissen. Mir selbst war’s nicht bewusst, was aber nichts heißen muss.

Der Grund warum ich das an dieser Stelle aufbringe ist folgender: Jonne Järvelä hat mit seiner neuen Band bzw. seinem Nebenprojekt JONNE das Album „Jonne“ herausgebracht – ein Album, dass ziemlich weit zu seinen Folk-Wurzeln zurückgeht. „Minimalistic and raw“, wie es der Waschzettel verkündet, ist allerdings nicht das erste, was einem zu den neun Stücken auf „Jonne“ einfallen dürfte. Denn einerseits ist der Name des Sängers natürlich Programm und Järvelä prägt jeden Song durch seinen nicht sonderlich virtuosen, aber in jedem Fall unverwechselbaren Gesang [zu dem hier auch wieder in größerem Maße die samische Gesangstechnik des Joikens gehört]. Andererseits braucht man sich nur das Instrumentenarsenal vor Augen führen, um die Sache mit dem Minimalismus schnell zu den Akten zu legen. Gitarre, Violafon, Drehleiher, Kantele, verschiedene Percussion, Flöte, Akkordeon, Geige, Keyboard, Kontrabass. Und nicht zu vergessen, außer Jonne selbst vier Gastvokalisten beiderlei Geschlechts. Aus diesem Musiker-Arsenal ergeben sich Möglichkeiten noch und nöcher – und irgendwie will man auch alles unterbringen und lässt sie alle mitmachen. Gleichzeitig aber soll „Jonne“ seinen Folk-Charakter nicht einbüßen und die Stücke weder zu ausladend, noch zu komplex werden – sondern halt eine angenehme, akustische, melancholische warme Folk-Dusche.

Die ist JONNE gelungen, viel mehr aber auch nicht. „Jonne“ ist eine sehr freundliche Scheibe geworden. Und dafür haben der KORPIKLAANI-Fronter und seine Mitmusiker mit Sicherheit keine Verbannung ins Santa Claus Village in Rovaniemi verdient.* Dennoch ist das Album insgesamt etwas kitschig und überladen und hätte meiner Meinung nach entweder deutlich gestrafft und reduziert oder aber aus den verhältnismäßig engen Grenzen vierminütiger Folksongs befreit werden sollen.

*Okay, für die Coversongs ein bisschen. Weniger für STYX als für SIMON & GARFUNKEL. Jonne, was soll das? Den Akzent kauf ich dir nicht mehr ab!

Lennart Riepenhusen / 09.09.2015

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