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HomeInterviewsKataklysm – JF Dagenais

Kataklysm – JF Dagenais

Feste soll man feiern wie sie fallen – deshalb haben sich die kanadischen Death-Metal-Urgesteine KATAKLYSM kurzerhand dazu entschlossen, die treuesten ihrer vielen treuen Fans (hauptsächlich Deutsche und vereinzelt noch Österreicher, Schweizer, Tschechen und Briten) mit einer – nomen est omen – „One Moment In Time“-Tour zu beglücken. Die sollte nicht nur auf 25 Jahre Bandgeschichte (wo man sich ohnehin leicht verrechnete…) verweisen, sondern auch auf das 15-Jahr-Jubiläum des Durchbruchalbums „Shadows & Dust“. Dieses und der nicht minder beliebte Nachfolger „Serenity In Fire“ wurden auf ausgewählten Tourstationen zur Gänze präsentiert. Ähnlich wie AMON AMARTHs „Versus The World“ (2002) war KATAKLYSMs „Serenity In Fire“ (2003) quasi der Abschluss einer musikalischen Ära.

Beide Bands spalten die Fanlager seither in zwei Lager, haben als große Gemeinsamkeit aber eine ständig steigende Popularität zu Buche stehen. Vor seinem Auftritt in der Wiener „Maturaballhalle“ Simm City haben wir die zwei Ur-Mitglieder Maurizio Iacono (voc) und JF Dagenais (git) zum großen Retro-Talk gebeten. Ersterer entschied sich Sekunden davor lieber dafür, uns mit einem unvereinbarten „nein, keine Zeit“ zu brüskieren, aber der sympathische Gitarrist nahm sich 45 Minuten Zeit, um ganz tief in der Vergangenheit zu graben. Lest also hier über alle Details der zwei Götteralben, was mit Ex-Sänger Sylvain Houde passiert ist, weshalb die Bandmitglieder mittlerweile in alle Winde verstreut leben, sich einst die Groupies türmten und dass für 2018 so einiges Großes geplant ist.

JF, auf eurer kurzen Tour habt ihr zwei große Jubiläen gefeiert: 25 Jahre KATAKLYSM, obwohl es genaugenommen schon 26 sind, und 15 Jahre eures großen Durchbruchalbums „Shadows & Dust“. Was fällt dir ein, wenn du an die ganz frühen Tage der Band zurückdenkst?

Wir starteten – wie alle anderen auch – als Freunde in der High-School. Wir waren wütende Teenager und wollten so extrem und irre wie niemand anders im Universum sein. [lacht] Wir hatten keine Ahnung, was wir auf unseren Instrumenten tun sollten, probten aber fleißig zweimal die Woche. Das war eine großartige Zeit, denn es ging nur um die Musik, Freundschaft und ein paar Biere. Wir haben uns im September/Oktober 1991 gegründet und waren schon im Februar 1992 im Studio, um unser erstes Demo „The Death Gate Cycle Of Reincarnation“ einzuspielen. Wenig später bekamen wir einen Vertrag bei Nuclear Blast – es ging alles unglaublich schnell. Zwei Jahre später spielten wir schon unsere erste größere Tour. Wir waren noch immer in der Schule, tourten aber schon mit unseren Vorbildern wie CANNIBAL CORPSE oder DEICIDE um die Welt. Wir dachten niemals, dass diese Band so lange bestehen würde oder man eine Karriere daraus machen könnte. Als ich 25 war, dachte ich mir noch immer, dass ich mit 30 nicht mehr auf der Bühne stehen werde. Jetzt bin ich mitten in den 40ern und spiele noch immer Death Metal. [lacht]

Ihr habt auch wichtige Entwicklungsarbeit für den Death Metal in eurer Heimat Kanada geleistet, denn ihr habt das Land mit euren Erfolgen erst so richtig auf die Metallandkarte gebracht.

Das stimmt. Die Szene war immer gesund mit tollen Studios und vielen jungen Bands und Fans, aber es war extrem schwierig, aus dem Land rauszukommen und woanders für Furore zu sorgen. Wir haben diese Tür für viele andere Bands entsperrt und das freut mich noch heute. Am meisten stolz macht mich sowieso, dass wir dafür verantwortlich waren, dass viele junge Kids wegen uns die Gitarre in die Hand nahmen oder sich hinters Schlagzeug setzten. Ich habe viele junge Leute getroffen, die mir das bestätigten, weil sie gesehen haben, dass man damit auch Karriere machen kann. Die Kunst und das Handwerk Musik sind ungemein wichtig für Menschen, es bringt dich auch geistig und seelisch in einen zufriedenstellenden Zustand.

Speziell eure ersten beiden Alben „Sorcery“ (1995) und „Temple Of Knowledge (Kataklysm Part III)“ (1996) waren ungemein chaotisch und eigenständig. Wolltet ihr die Leute mit eurer extremen Auffassung von Metal erschrecken oder verstören?

Es ging einfach darum, absolut extrem zu sein, aber wenn du an Erfahrung gewinnst und älter wirst, dann entwickelst du dich auch musikalisch. Ich mag heute nicht mehr dieselben Dinge wie vor 20 Jahren, so geht es ohnehin jeden. Ich will auch als 40-Jähriger auf der Bühne glücklich sein und kann nicht die Zeit zurückdrehen. Das heißt nicht, dass man alte Songs nicht mag, aber eine Entwicklung ist wichtig.

Euer alter Sänger Sylvain Houde musste die Band relativ bald nach diesen Alben verlassen, weil er die musikalische Zukunft von KATAKLYSM anders sah als ihr. Woran scheiterte eine weitere Zusammenarbeit?

Es begann schon damit, dass er kein Musiker war. Er war ein Typ mit irren Ideen und einem irren Background. Er hat sich tief in diese okkulte Welt vergraben, über die er sang, hatte aber keine Ahnung von Songwriting. Er wollte sich mit der Band in seine eigene Welt teleportieren und sich und seine Ideen ausdrücken, aber das war nicht unser Ziel. Wäre Sylvain in der Band geblieben, würde die Band ganz sicher ganz woanders stehen und um ehrlich zu sein, sind wir mit ihm auch auf persönlicher Ebene nie gut klargekommen. Es war besser, ihn sein Ding machen zu lassen und eine Änderung herbeizuführen. Wir wollten die Band auf ein nächstes Level bringen und rückblickend hatten wir wohl nicht Unrecht. [lacht]

Habt ihr eigentlich noch Kontakt zu ihm?

Ich habe mit ihm seit ungefähr 15 Jahren nicht mehr geredet. Er ist eine ziemlich seltsame Person und braucht eine medikamentöse Behandlung, um in der normalen Welt zu funktionieren und seine psychischen Probleme im Griff zu haben. Ich weiß nicht, ob ich ihn überhaupt jemals wieder sehen werde und soweit ich weiß, hat er der Musik schon lange abgeschworen.

Nach der Ära Sylvain gab es auch große Änderungen im textlichen Bereich. Statt okkulten oder chaos-magischen Songs ging es um Kriege und Gesellschaftskritik – also um die Realität des Lebens.

Es war uns wichtiger darüber zu singen, worüber wir uns selbst Gedanken machten. Die Fantasiewelt von Sylvain hat uns nie wirklich behagt und wir sind auch keine besonders religiösen Personen. Wir wollten Lyrics, die auch eine gewisse Relevanz in der Welt haben. Wir haben uns die Inspiration aus der realen Welt geholt und haben darauf unsere Songs aufgebaut. Unser letztes Album „Of Ghosts And Gods“ drehte sich hauptsächlich um den Konflikt zwischen Religion und Wissenschaft. Ich finde es persönlich ja noch immer unglaublich, dass man so etwas im Jahr 2017 überhaupt noch diskutieren muss. Es scheint so, als ob sich die Welt nach hinten dreht, wenn du dir die religiösen Kriege und den Terrorismus ansiehst.

Habt ihr dann sofort beschlossen, Maurizio vom Bass an das Mikrofon zu verfrachten oder gab es schon die Überlegung, einen neuen, externen Sänger zu verpflichten?

Er hatte schon auf den ersten Alben die Backing Vocals beigesteuert und war das Ganze gewohnt, wenn auch nur im Hintergrund. Wir haben uns zusammengesetzt und gemeinsam entschieden, dass das die beste Möglichkeit wäre, bevor wir uns durch Auditions von außen quälen müssten. Gemeinsam mit dem Bass hat er sich nicht wohlgefühlt, also haben wir dann Stephane geholt und Maurizio war nur mehr Sänger.

Und obwohl ihr wirklich massive Soundwände habt, hattet ihr niemals einen zweiten Gitarristen neben dir. Das verwundert noch heute viele eurer Fans, dass ihr daran offenbar nie dachtet.

Ja und nein. Wir haben schon darüber nachgedacht, weil wir etwas verändern wollten, aber im Endeffekt haben wir uns dagegen entschieden, weil es den Sound der Band vielleicht zu sehr verändert hätte. Das Prinzip der Vier-Mann-Band war immer richtig. Es hat mich auch dazu animiert, ein kreativerer und geübterer Gitarrist zu werden, weil ich mich dadurch natürlich noch mehr ins Zeug legen muss. Ich denke, dass wir uns richtig entschieden haben, denn mit den Backing Tracks hat man auf den Alben auch die Illusion, dass man zwei Gitarren hört. Außerdem spart man sich Probleme mit einem eventuellen neuen Mitglied, das womöglich nicht so ganz in die Runde passt. [lacht]

Zwischen den zwei Alben mit Sylvain und dem großen Durchbruch mit „Shadows & Dust“ waren auch Misserfolge und kuriose Experimente zu hören. Auf der „Victims Of This Fallen World“ (1998) habt ihr sogar Keyboards und im Song „I Remember“ eine Violine verwendet. War es dann Zeit, die Notbremse zu ziehen?

Nicht wirklich, denn wir waren mitten im Prozess des Erwachsenwerdens und Findens des KATAKLYSM-Sounds. Es hat irrsinnig viel Spaß gemacht, diese Songs zu machen und ich finde die Ergebnisse noch immer gut, weil wir damals nicht besser waren. Ich respektiere dieses Album, auch wenn die Songs vielleicht nicht den Test Of Time überstanden haben. Mit „Shadows & Dust“ (2002) und dem Nachfolger „Serenity In Fire“ (2004) haben wir dann unseren Trademark-Sound gefunden. Diese Vermischung aus Aggressivität, Schnelligkeit und epischen Melodien. Das ist auch der Grund, warum wir auf dieser kurzen Tour genau diese zwei Alben durchspielten und den Fans eben „One Moment In Time“ boten. Vor diesen Alben waren wir Teenager, die Spaß hatten, aber etwas orientierungslos waren.

Der Song „In Shadows And Dust“ wurde von „Metal Hammer“-Lesern sogar unter die Top-10 der besten Death-Metal-Songs aller Zeiten gewählt, auch das restliche Album genießt heute Kultstatus. Was war denn der Grund, für diesen enormen Erfolg und Popularitätsschub?

Ich glaube es lag daran, dass wir einen Sound gefunden haben, auf den sich viele Leute einigen konnten. Das Songwriting war auf einem neuen Level und auch die Produktion von den Victor Studios war grandios. Wir integrierten Arrangements und Songstrukturen, über die wir uns vorher nicht drübergetraut haben. Wir klangen sicher kommerzieller und eingängiger, aber das war auch entscheidend für den Erfolg. Wir hatten sicher auch das Glück, den Zeitgeist in diesem Genre getroffen zu haben.

Mit diesem Album kamen auch die ersten großen Headliner-Touren und Auftritte mit damals extrem angesagten Bands wie THE HAUNTED. Habt ihr euch in der Zeit des aufstrebenden Erfolgs als Personen verändert?

Ich denke, wir sind immer noch ziemlich bescheiden. Was wir wirklich genossen, war das Drumherum. Wir waren damals jung genug, um die Partys bis zum Exzess auszukosten und auch das eine oder andere Groupie für längere Zeit in den Backstage-Bereich zu holen. [lacht] Da haben wir wenig ausgelassen, weil wir ein paar Jahre lang wirklich wie die Irren gefeiert haben, bevor wir alle heirateten und Familien gründeten. Aber auch das beginnt dich irgendwann zu langweilen und du sehnst dich nach Stabilität im Leben. Den Party-Lifestyle kannst du nicht ewig machen. Heute trinken wir gerne ein paar Biere und essen gut, aber am meisten Spaß macht es mittlerweile, unsere Fans auf der ganzen Welt zu treffen, mit ihnen zu reden und verschiedene Orte auf der Welt kennenzulernen. Es ist alles etwas relaxter und angenehmer. Wir sind so viel auf Tour, dass sich ein normaler Job gar nicht ausgehen würde und wir lieber immer mit 200 Prozent bei der Sache sind, weil es die Fans verdienen. Ich bin wirklich dankbar, dieses Leben führen zu können und meine Rechnungen mit Death Metal bezahlen zu können. Das ist mehr, als wir uns jemals erwarten durften. Solange wir das tun können, ohne unsere Seelen zu verkaufen, werden wir es machen. Es darf niemals nur um das Geld gehen, aber solange wir uns auf der Bühne wie 16 fühlen oder uns backstage Streiche spielen, ist alles in bester Ordnung. Ich glaube es ist sicher zu sagen, dass wir als Band noch zehn weitere fixe Jahre haben – von dort weg müssen aber schauen. Ich will nicht mit 60 oder älter auf der Bühne stehen und körperlich kaputt Death Metal spielen müssen. Warten wir einmal ab, aber ich kann mir zumindest nicht vorstellen, dass es noch weitere 25 Jahre geben wird.

Ist es nach so vielen Jahren in der Band immer leicht, die Freundschaft und eine gute Beziehung untereinander aufrecht zu erhalten?

Wir sind wie Brüder und kämpfen auch wie sie. Wir haben gute und schlechte Zeiten, leben aber alle in unterschiedlichen Städten. Wenn wir nicht auf Tour sind, dann hat jeder sein Leben mit seiner Familie und genug Abstand, damit sich das Ganze nicht abläuft.

Ist es vielleicht auch schwieriger, die Aggressivität im Songwriting beizubehalten, wenn man ein stabiles und gut saturiertes Leben führt?

Jeder Mensch wird mit einer gewissen Wut in sich geboren und die geht niemals weg. Du musst dieses Gefühl nur in den richtigen Momenten reproduzieren können. Für eine gute Stunde auf der Bühne können wir schon noch problemlos durchdrehen, das wird sich wohl nicht ändern. Und wenn es gar nicht geht, dann muss ich eben vorher Nachrichten schauen und mir bewusst machen, wie es auf der Welt aussieht. [lacht] Die Fans können sich damit auch identifizieren, sonst würden sie uns nicht dabei helfen, die Venues in Schutt und Asche zu legen. Das hat etwas Therapeutisches an sich. [lacht]

Auf der „Shadows & Dust“ waren Maurizio und Stephane für das Songwriting zuständig, die „Serenity In Fire“ hast großteils du übernommen. Gab es einen bestimmten Grund für diese Änderung?

Das ergab sich eher zufällig. Auf dem früheren Album war Stephane eben inspirierter, obwohl ich dort auch schon mitschrieb. Auf „Serenity In Fire“ wechselten wir den Drummer und ich habe immer sehr dicht mit unseren Schlagzeugern zusammengearbeitet. So kam es, dass ich sehr viel dafür schrieb. Von da an war es eigentlich immer ziemlich ausgeglichen und jeder brachte sich ein. Das war noch ein Findungsprozess, den wir auch erst perfektionieren mussten.

Mit Drummer Martin Maurais wart ihr nicht so glücklich, er hatte nach der „Serenity In Fire“ kein langes Leben in der Band…

Er hat seine Profession sehr gut beherrscht, aber persönlich kamen wir nicht mit ihm klar. Davon habe ich früher gesprochen, es fehlte einfach an der Kommunikation und dem Verständnis. Es war für alle Parteien besser, sich zu trennen und wenig später kam fürs Erste ohnehin Max Duhamel zurück, mit dem wir schon vorher gut zusammenarbeiteten. Er litt dann leider an seinem Alkoholproblem und die Zusammenarbeit zerschlug sich wieder, aber gut, da muss man durch und keine Band ist vor Line-Up-Wechsel gefeit. Am Wichtigsten ist immer die Kommunikation, und die funktioniert jetzt mit Olivier Beaudoin sehr gut. Wir werden 2018 auch ein Album veröffentlichen, auf dem man hören wird, wie gut wir alle zusammenpassen. Die Chemie stimmt derzeit, alles ist optimal.

Dazu kommen wir später noch. Auf „Serenity In Fire“ habt ihr auch eine liebgewordene Tradition begründet – die der Gastsänger. Wir hören dort unter anderem Peter Tägtgren von HYPOCRISY.

Das ergab sich aus den vielen Touren die wir machten und den Freundschaften, die dabei geschlossen wurden. Wir tourten mit HYPOCRISY und DIMMU BORGIR in meiner Heimatstadt und so habe ich ihn einfach gefragt, ob er zu uns ins Studio will. Peter war sofort begeistert. Wir wollten immer eine Tour mit HYPOCRISY machen und sind gerade dabei, das für 2018 einzufädeln. Das würde perfekt passen, aber noch ist nicht alles ausverhandelt.

Viele Leute bezeichnen euch als Brüder im Geiste von AMON AMARTH. Einerseits aufgrund der ähnlichen, episch gehaltenen Songstrukturen, andererseits, weil ihr beide mit sehr brachialer Musik dennoch den Mainstream gestreift habt oder sogar darin eingetaucht seid. Findest du diesen Vergleich zulässig?

Ich kann schon verstehen, worauf die Leute rauswollen, denn wenn du ein gewisses Level erreichst, musst du dich dafür entscheiden, hart zu arbeiten und die Karriere zu pushen, oder so weiter zu machen wie bisher. Wir haben unsere Alben immer im Zweijahresrhythmus veröffentlicht und touren quasi ununterbrochen – so machen das auch AMON AMARTH. Andere Bands hätten sicher auch größer werden können, wären sie da etwas härter drangeblieben. Wir haben alles auf eine Karte gesetzt und uns die Ärsche abgearbeitet – natürlich wirst du dann von außen anders aufgenommen, als eine Band, die nur alle sechs Jahre einmal ein Album veröffentlicht. Viele wollen einfach nur Spaß haben und etwas veröffentlichen, das ist auch total okay, aber wenn du Erfolg haben und das Publikum steigern willst, musst du auch was dafür tun. Das haben wir und AMON AMARTH gut verstanden.

Gab es auch einen Punkt in eurer Karriere, wo ihr am Scheideweg wart? Wo ihr ernsthaft überlegt habt, ob es nicht sinnvoller wäre, die Energien in einen normalen Job zu transferieren?

Natürlich. Wir haben ja gar nie daran gedacht, dass sich überhaupt eine Karriere ausgehen würde. Wenn du jung und ein Metalhead bist, dann zockst du einfach und denkst nicht viel darüber nach. Nach „Shadows & Dust“ verdienten wir erstmals wirklich Geld und haben uns dafür entschieden, alles auf eine Karte zu setzen. Wir waren über den Erfolg anfangs etwas schockiert, aber wir haben uns in den Arsch getreten und wie die Tiere weitergearbeitet und so wurde quasi jedes weitere Album immer erfolgreicher. Ich bin mir sicher, wir haben noch lange nicht den Plafond erreicht. Wir wollen wissen, wie weit wir noch kommen können und derzeit bin ich gespannt, wie das endet. Es gibt in dem Genre nicht viele Bands, die so weit gekommen sind und wir sind eine Art Experiment. [lacht]

Hattest du auch einen Plan B, für den Fall, dass es sich doch nicht ausgehen würde?

Ich habe schon immer produziert und in Aufnahmestudios gearbeitet. Das mache ich noch immer, wenn es mir die Zeit erlaubt. Es ist meine zweite große Passion, ich würde also auch nach einem Ende von KATAKLYSM nicht ohne etwas dastehen. Auf meinen Social-Media-Plattformen schreiben mich oft Bands an, aber ich entscheide ganz nach Geschmack. Es muss mir selbst gefallen, denn sonst würde ich denken, dass ich meinen Einsatz nur verschwende. Die Musik muss gut sein und professionell aufgenommen – dann würde ich auch mixen und mastern. Unlängst erst habe ich das in wenigen Monaten erscheinende neue Album der kolumbianischen Black Metaller THY ANTICHRIST gemischt, die auf Napalm Records sind. Es gefiel mir und so kann ich mit meinem Namen auch dahinter stehen. Mit ZYKLON oder MALEVOLENT CREATION habe ich auch schon gearbeitet.

Ich finde es übrigens witzig, dass mit „As I Slither“ einer der besten Songs eurer Karriere, als Teil des Soundtracks eines der schlechtesten Filme überhaupt, „Alone In The Dark“ mit Tara Reid, gelandet ist. Eine nette, ironische Karriereanekdote.

[lacht] Das stimmt natürlich, aber wir fanden es einfach unglaublich cool, dass wir überhaupt darauf landen würden. Als ich ihn sah, dachte ich vielleicht anders drüber, aber es war schon eine tolle Sache.

Gibt es Dinge, die du rückblickend nachhaltig bereust?

Natürlich trifft man Entscheidungen, die im Nachhinein betrachtet nicht ideal waren, aber das ist Teil des Lebens und man lernt daraus und entwickelt sich dadurch in eine andere Richtung. Ich will und kann mich aber nicht beschweren, denn dafür ist unsere Karriere zu verrückt und gut gelaufen. Wo sind die letzten 25 Jahre hin? Manchmal fühlt es sich so an, als ob die Jahre im ICE-Tempo vorbeigerauscht wären. Das ist wohl auch eine Erkenntnis des Alters. [lacht]

Hast du ein paar persönliche Favoriten auf den beiden Alben, die ihr live zelebriert?

Ich liebe die letzten drei Songs von „Serenity In Fire“, einfach auch deshalb, weil wir sie vor dieser Tour niemals live spielten. Diese Möglichkeit jetzt nutzen zu können, fand ich großartig. Wir haben die Nummern neu entdeckt, weil wir sie noch nie spielten und die Reaktionen waren durchwegs gut. Wir überlegen schon, sie auch künftig zumindest einzeln wieder aufzuführen, weil es einfach zu viel Spaß macht. [lacht]

Gibt es auch Songs, die du, hättest du uneingeschränkte Wahl, nie mehr spielen möchtest?

Nein, so schlimm ist es mit keinem. Es ist unmöglich, in einem 70-80 Minuten-Set alles zu spielen und nach 13 Alben würde man natürlich gerne öfter tauschen, aber die großen Klassiker musst du einfach spielen – ob du magst oder nicht. Um die Dinge frisch zu halten, versuchen wir die Setlist so gut wie möglich zu adaptieren, aber du bist natürlich limitiert. Ja, das ist ein Luxusproblem, dessen bin ich mir voll bewusst – bevor die Nachfrage von dir kommt. [lacht]

Könntest du dir vorstellen, auch die beiden ersten Alben – in dem Fall ohne Sylvain – im Rahmen eines einmaligen Special-Sets irgendwann live auf die Bühne zu bringen?

Das glaube ich eher nicht. Auch diese Sache war ein einmaliges Erlebnis, dass wir für unsere treuesten Fans machten. Ich bin zu aufgeregt, das kommende Album zu präsentieren und wieder eine ordentliche Tour mit neuem Material zu spielen. Ich glaube nicht, dass wir diese Nostalgie-Sets zu inflationär anwenden sollten. Diese Minitour ist ein großes Dankeschön an unsere treuesten Fans im vorwiegend deutschsprachigen Raum, die unsere Karriere erst zu der machten, die sie heute ist. Es ist lustig für uns und die Fans, wir haben die Städte auch genau ausgesucht dafür, aber nach diesen zwei Wochen ist auch wieder gut damit.

Wenn du dir schon keine weiteren 25 Jahre mehr als Death Metaller mit KATAKLYSM vorstellen kannst – würdest du als Musiker in einem anderen Genre weitermachen?

Auf jeden Fall. Ich bin Vollblutmusiker und könnte gar nicht aufhören. Das ist Teil meines Blutes. Ich wäre aber nicht mehr so professionell und würde es aus Spaß machen. Ich lebe in Dallas, Texas und liebe Southern Rock und Blues, der dauernd in den Bars läuft. So etwas könnte ich mir gut vorstellen, mit der Fender Stratocaster auf kleinen Bühnen sitzen und neben einem guten Whisky große Klassiker oder eigene Blues-Songs zu spielen.

So wie der einstige MORBID ANGEL-Kopf David Vincent?

Nicht ganz, der ist viel mehr im Country verhaftet, das wäre eher nichts für mich. [lacht] Da geht es auch nicht ums Geld, sondern um eine Art der Selbstverwirklichung.

Lebt ihr eigentlich alle schon außerhalb Kanadas?

Maurizio lebt seit mittlerweile rund zwölf Jahren in Chicago und ich eben in Dallas. Stephane ist in Montreal geblieben und Olivier lebt irgendwo im Nirgendwo in den kanadischen Wäldern. Zwei Stunden entfernt von den großen Metropolen. Das ist aber auch praktisch, weil wir bei ihm proben und aufnehmen können, dabei auch nie abgelenkt sind. Zum Arbeiten und für die Konzentration ist das ideal.

Abschließend – was kannst du uns jetzt noch zum kommenden Studioalbum erzählen, dass 2018 das Licht der Welt erblicken soll?

Wir haben die Songs alle schon geschrieben und aufgenommen. Wir mixen das Album im Herbst in Los Angeles mit Jay Ruston, der schon mit STEEL PANTHER und STONE SOUR arbeitete und das letzte ANTHRAX-Album „For All Kings“ produzierte. Er ist mehr ein Rock-Produzent, hat aber eine Liebe für scharfe Gitarren und Schlagzeug, was KATAKLYSM ausmacht. Es ist ein spannendes, neues Experiment für uns und ich kann das Ergebnis kaum erwarten. Zu Weihnachten sollten wir fertig sein und ich denke mal, dass das Album dann im Frühling oder Frühsommer erscheinen wird. Für die Sommerfestivals und eine ordentliche Herbsttour sollten wir dann gerüstet sein. Es kann aber gut sein, dass wir den einen oder anderen Song live schon zuvor präsentieren, wenn sich Nuclear Blast mit der Veröffentlichung zu viel Zeit lassen. Lustiger ist es aber schon, wenn die Leute bei den Gigs schon mitsingen können. [lacht]

Fotos: Tom Zonyga Photography (3), Nuclear Blast (1)

Robert Fröwein / 19.12.2017

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