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HomeReviewMaerzfeld – Zorn
Neues Album von MAERZFELD

Maerzfeld – Zorn

Neues Album von MAERZFELD

Wertung
4/7 Punkten


Info
VÖ: 04.10.2019
Label: Südpol Music
Spielzeit: 00:43:12


Line-Up

Heli Reißenweber – Vocals

Mike Sitzmann – Guitar

Matthias Sitzmann – Guitar

Korbinian Stocker – Bass

Michael Frischbier – Drums

 


Tracklist

1. Zorn

2. Ohrblut

3. Die Sünde lebt

4. Schwarzer Schnee

5. Reich

6. Bittersüß

7. Einer wie alle

8. Flammenhände 

9. Menschling

10. Die Welt reißt auf

11. Zeig mir die Nacht

Das vierte Album von MAERZFELD steht auf dem Zettel, schlicht und einfach „Zorn“ betitelt. Exakt zwei Jahre nach dem letzten Werk „Ungleich“ setzen die Franken, welche ja nebenher auch mit der RAMMSTEIN-Tribute Band STAHLZEIT ziemlich erfolgreich unterwegs sind, ihre Linie nun konsequent fort.

 

 

„Der Zorn verraucht relativ schnell“

 

MAERZFELD bieten Industrial Rock. Vergleiche mit den NDH Größen wie eben RAMMSTEIN wollen sich zwangsläufig aufdrängen, aber das wird dem Album nicht wirklich gerecht. Die beiden sehr guten Songs „Zorn“ und „Ohrblut“ lassen zu Beginn bereits erahnen, dass hier zwar eingängige Songs präsentiert werden, die aber vom Gesamtkonzept her nicht aufgesetzt oder kitschig daher kommen wollen. Allerdings, das kann man an dieser Stelle schon erwähnen, kann der Rest der Platte mit dem starken Doppelauftakt nicht ganz mithalten. Lediglich „Schwarzer Schnee“ zeigt eindrucksvoll, dass MAERZFELD durchaus wissen, wo ihre Stärken liegen. In diesem Falle kann man mit einer Nuance Dark Rock sowie einer gelungenen lyrischen Aufarbeitung zum Thema Depression Punkte sammeln, der Titel kann sich für die Aufnahme in eine persönliche Playlist empfehlen. Ansonsten plätschert hier leider vieles vor sich hin, irgendwo zwischen Fisch und Fleisch. „Die Welt reißt auf“ erinnert stark an eine Komposition von SUBWAY TO SALLY zur „Engelskrieger“-Zeit und bei „Flammenhände“ schimmert dann doch mal RAMMSTEIN durch, was ja an sich auch nicht schlecht sein darf. Man kann an dieser Stelle auch darüber streiten, ob das MÜNCHENER FREIHEIT-Cover „Zeig mir die Nacht“ nun unbedingt sein musste, mein persönliches Highlight wird die Nummer wohl eher nicht.

 

Insgesamt steht das Album zwar für viel Sozialkritik, in bisweilen ganz starken Texten vorgetragen. Könnte einem so richtig in die Magengrube drücken, tut es aber am Ende irgendwie nicht. Das mag auch zum großen Teil an der Produktion liegen. Da gibt es handwerklich an sich zwar nichts auszusetzen, jedoch ist mir das Ganze zu perfekt, zu glatt. Der Zorn, der im Albumtitel beschrieben wird, springt nur selten über. Ich persönlich möchte ebenfalls angepisst sein und ausrasten, die Aggressivität spüren. Doch das gelingt am Ende nicht wirklich und es bleibt ein insgesamt bestenfalls ordentliches, mit drei richtig guten Songs gespicktes Album, welches aktuell jedoch nicht mit den ganz großen Helden der Szene mithalten kann.

Frank Wilkens / 07.11.2019

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