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HomeReviewMentha Piperita – Zappycommando

Mentha Piperita – Zappycommando

Mentha Piperita - Zappycommando

 

 

 

 

 

Wertung:

6.0/7

Info:

VÖ: 15. Januar 2010

Label: Eigenproduktion

Spielzeit: 00:46:37

Line-Up:

Marko Wild – Gitarre, Bass, Gesang, Percussion
Christian Kensbock – Schlagzeug, Percussion, Stimmen, Geräusche

Tracklist:

01. Bruce Lee
02. Frogs
03. Pretty Bad
04. Kinda Blue
05. Revolution On The Playground
06. Los Documentos por Favor
07. Worx Of Wizzardz
08. Like A Thief In The Night
09. Barracuda
10. Tonight, Tonight

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„Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz!“

Mit zu den größten Kritikpunkten an Musik aus Deutschland gehört immer wieder der Vorwurf, allzuhäufig vom vielgeliebten „Schema F“ Gebrauch zu machen und ohne starre Vorgaben zu gar nichts zu kommen. MENTHA PIPERITA kann man hingegen vielleicht einen leicht sperrigen Bandnamen vorwerfen.

Was man dem Duo aus Marko Wild und Christian Kensbock hingegen nicht vorwerfen kann: fehlenden Humor, Einfallslosigkeit, mangelndes Talent, Langeweile oder musikalische Scheuklappen. Denn „Zappycommando“, das Debüt des Zweiergespanns, sprüht von vorne bis hinten von interessanten Einfällen, Spielwitz und Abwechslung. Das geht so weit, dass man im Prinzip jeden einzelnen Song auf dem Album detailliert beschreiben müsste, wozu ich natürlich wieder einmal zu bequem sein werde. Los geht die Reise mit der quirlig rockenden Martial Arts-Hommage „Bruce Lee“, die schon gleich den ersten Grund darstellt, MENTHA PIPERITA zu lieben: „In the beginning, God created Bruce Lee“. Muss man mehr sagen? Weiter geht es in „Frogs“ mit spaßigem Funk-Rock, der durch seine schrulligen Melodieführungen, seinen Groove und nicht zuletzt durch den beknackten Frosch-Text jedem Fan von PRIMUS auf Anhieb ein Grinsen ins Gesicht zaubern wird. Das hier am Bass kein Les Claypool agiert versteht sich von selbst, schon weil MENTHA PIPERITA überhaupt keinen Bassisten haben und Gitarrist Marko am Bass zwar solide ist, jedoch hörbar mit Leib und Seele Gitarrist bleibt. Und ein verdammt fähiger noch dazu – wobei diese Aussage bedingungslos für beide Musiker gelten darf, denn auch die Schlagzeugarbeit auf „Zappycommando“ überzeugt auf ganzer Linie. Dies nicht nur auf technischem Niveau und durch Einfallsreichtum, sondern vor allem auch durch eine Lebendigkeit und Spannung, wie sie leider eher selten geworden ist und die mir zuletzt auch bei den estnischen Stoner Rockern TOLMUNUD MESIPUU aufgefallen ist.

Um zurück zu MENTHA PIPERITA zu kommen: die Musik auf „Zappycommando“ auf einer „formschön“ EU-normierten Textseite erschöpfend zu beschreiben ist reichlich schwierig. Aus Funk, Rock, Metal, ironisch gebrochener Fahrstuhlmusik und allgemeiner Bruce Lee- sowie FRANK ZAPPA-Verehrung kann man nämlich einiges herausholen. Infolge dessen klingt kein einziger Song auf „Zappycommando“ wie der andere. Und doch hört man MENTHA PIPERITA an, dass sie hinter jedem einzelnen davon stehen. Wer noch unbedingt Vergleiche haben muss: Es finden sich Elemente von PRIMUS, FRANK ZAPPA, HOT ACTION COP, SYSTEM OF A DOWN und Agenten/Gangsterfilm-Soundtrack in den zehn Stücken, denen vor allem gemeinsam ist, das sie unheimlich Laune machen und trotz gelegentlicher Melancholie [z.B. „Kinda Blue“, „Like A Thief In The Night“] letztlich viel positive Energie transportieren. Musik von Musikern, nicht nur für Musiker – hört euch einfach „Bruce Lee“, „Los Documentos por Favor“ und „Barracuda“ an, danach wisst ihr ungefähr, was Sache ist und wollt die Scheibe haben.

Lennart Riepenhusen / 22.03.2010

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