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HomeReviewMystic Prophecy – Monuments Uncovered

Mystic Prophecy – Monuments Uncovered

Mystic Prophecy - Monuments Uncovered

 

 

 

 

 

Wertung:

0/7

Info:

VÖ: 13. Januar 2018

Label: Massacre Records

Spielzeit: 00:37:05

Line-Up:

R.D. Liapakis – Vocals
Markus Pohl – Guitar
Evan K – Guitar
Joey Roxx – Bass
Hanno Kerstan – Drums

Tracklist:

01. You Keep Me Hangin` On
02. Hot Stuff
03. Shadow On The Wall
04. Are You Gonna Go My Way
05. I`m Still Standing
06. Because The Night
07. Space Lord
08. Get It On
09. Tokyo
10. Proud Mary

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„Party-Häppchen“

Wer seinen stilbildenden Sound so sehr etabliert hat wie die deutsch-griechische Heavy Metal-Truppe MYSTIC PROPHECY, der kann es sich auch erlauben, das Material anderer Künstler in selbigem zu interpretieren – so bereits auf diversen Alben der Mannschaft mit OZZY OSBOURNE- und BLACK SABBATH-Klassikern geschehen. Mit „Monuments Uncovered“ veröffentlichen MYSTIC PROPHECY nun ein ganzes Cover-Album, wobei die Formation ein für ihre Verhältnisse großes Wagnis eingeht und sich ausschließlich an Songs versucht, die ursprünglich wenig bis nichts mit Heavy Metal zu tun haben.

Die Entscheidung von MYSTIC PROPHECY, „Metal-fremdes“ Material zu covern, ist dabei nur zu begrüßen, denn noch eine Interpretation von „The Trooper“ oder „Holy Diver“ braucht die Metalwelt nun wirklich nicht. Wie schon das eröffnende „You Keep Me Hangin` On“ – im Original von THE SURPREMES – zeigt, geht der Charme von „Monuments Uncovered“ in erster Linie davon aus, dass die Herren ihre liebsten Songs aus 40 Jahren Pop-Geschichte in typischer MYSTIC PROPHECY-Manier und deshalb in ultrafettem Sound interpretieren. Und wie fett das klingt: Gemischt von Henrik Udd, der bereits für Bands wie ARCHITECTS und AT THE GATES werkelte, punkten R.D. Liapakis und seine Mannschaft hier mit modernen Gitarrenwänden und einem schön rollenden Bass – macht sich beispielsweise gar nicht so schlecht beim ELTON JOHN-Klassiker „I`m Still Standing“. Nun haben bereits CHILDREN OF BODOM in der Vergangenheit gezeigt, dass metallene Coverversionen solcher Evergreens durchaus Spaß machen können und auch die bei MYSTIC PROPHECY beteiligten Musiker sind so begabt, dass es ihnen ein Leichtes gewesen sein dürfte, die hier verarbeiteten Lieder entsprechend umzuarrangieren. Gerade im Falle von Disco-Klassikern wie dem DONNA SUMMERS-Song „Hot Stuff“ oder auch „Because The Night“ von PATTI SMITH verlangt das dem Hörer mindestens ein wohlwollendes Schmunzeln ab, da vermutlich jeder diese Nummern kennt und – wenigstens insgeheim – liebt und sich darüber freut, dass MYSTIC PROPHECY dieses Guilty Pleasure mit „Monuments Uncovered“ salonfähig machen. Und im Falle der ziemlich großartigen Version von „Tokyo“ sowie dem für solche Projekte wie geschaffenen „The Stroke“ von BILLY SQUIER sind auch noch richtig gute Songs herausgekommen. Auf der Kehrseite der Medaille steht, dass MYSTIC PROPHECY durch die hochmoderne Produktion jegliche Dynamik, die den Originalen innewohnte, zunichte machen und durch konstante Wucht ersetzen. Klar, die Nummern im bandeigenen Sound neu zu erschaffen war von vornherein der Plan, aber der Gedanke, dass hier etwas verlorengeht, lässt sich nicht so ganz abschütteln, weshalb etwa „Shadow On The Wall“ oder auch das CCR-Cover „Proud Mary“ in den hier aufgenommenen Versionen leider als geschmacklos angesehen werden müssen. Dennoch: Der Plan, ein paar Dauerbrenner der Musikgeschichte als MYSTIC PROPHECY-Originale neu zu vertonen, ist hier jedoch definitiv aufgegangen – das macht „Monuments Uncovered“ sicher nicht zu einem abendfüllenden Album, als kleine Abwechslung für zwischendurch taugt diese Scheibe jedoch allemal.

Ein Album wie „Monuments Uncovered“ gehört ins Repertoire jedes Heavy Metal-DJs, denn um im Laufe bierseliger Abende in einschlägigen Kneipen gespielt zu werden, eignen sich die hier enthaltenen Cover-Versionen bestens. Soll heißen: MYSTIC PROPHECY haben hier allerhand kurzweilige Popsongs zu ihrem typischen, muskulösen Power Metal umgebaut, was definitiv Spaß macht, jedoch wird kaum einer dieses Album allzu oft im heimischen Wohnzimmer als etwas anders als Hintergrundmusik auflegen. Da kommt dieses Werk deutlich mehr zur Geltung, wenn angetrunkene Headbanger in ihrer Stammkneipe „Because The Night“ mitgrölen.

Thomas Meyns / 13.01.2018

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