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HomeReviewOmnium Gatherum – The Burning Cold
Das Cover von The Burning Cold von Omnium Gatherum

Omnium Gatherum – The Burning Cold

Das Cover von The Burning Cold von Omnium Gatherum

Wertung
6.0/7 Punkten


Info
VÖ: 31.08.2018
Label: Century Media
Spielzeit: 00:51:17


Line-Up
Jukka Pelkonen – Vocals
Markus Vanhala – Guitar
Joonas Koto – Guitar
Aapo Koivisto – Keyboard
Erkki Silvennoinen – Bass
Tuomo Latvala – Drums


Tracklist
The Burning
Gods Go First
Refining Fire
Rest In Your Heart
Over The Battlefield
The Fearless Entity
Be The Sky
Driven By Conflict
The Frontline
Planet Scale
Cold

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Herrscht nicht nur bei der Frage, wer denn nun den Melodic-Death Metal erfunden hat, Uneinigkeit [Waren es AMORPHIS oder doch AT THE GATES?], so muss man sich nach über 20 Jahren die Frage stellen, was man 2018 noch relevantes in diesem Genre zu sagen hat. Für OMNIUM GATHERUM sorgt diese Frage und gleichzeitig Prüfung nicht für Schweißperlen auf der Sauna-erprobten Stirn. Umso erstaunlicher, dass sie bereits seit 1996 ihr Unwesen treiben, aber erst mit dem wunderbaren „The Redshift“ auf größeres Interesse gestoßen sind. Nachdem ihr letztes Album „Grey Heavens“ nicht überall für Begeisterungsstürme gesorgt hat, wählen sie mit „The Burning Cold“ wieder einen etwas anderen Ansatz. Ausschweifender. Und dennoch direkter. Geht nicht? Nicht in Finnland.

 

„Melodic-Death Metal kann auch 2018 überraschen und bewegen“

 

Die Finnen lieben ihre Intros. „The Burning“ begrüßt den Hörer nicht dem Durchladen eines Revolvers, sondern umschmeichelt das Ohr mit herrlich erhebenden Melodien, die richtig Lust auf das macht, was folgen soll. Es mag mittlerweile abgegriffen und verbraucht sein, aber wenn man es derartig hochwertig inszenieren kann, dann immer her damit. „Gods Go First“ macht als erster „richtiger“ Song eine gute Figur, zeigt er doch, was anders an „The Burning Cold“ ist und was man mittlerweile lieb gewonnen hat. Auf der einen Seite ein Band-typischer Brecher, vermitteln die Melodien, vorallem des Keyboards ein gewisser 80er-Feeling, was eigentlich überhaupt nicht funktioniert. Es klingt, als hätten führende AOR-Bands dieser Periode die Verzerrung sowohl der Gitarre als auch des Gesangs entdeckt und toben sich nun aus. Hier finden sich tolle Hooks, die zum spontanen Arme-in-die-Luft-schmeißen animieren und, als wäre das alles noch nicht bunt genug, ein fast schon progressives, ausgedehntes Gitarrensolo. Ein bisschen viel auf einmal, aber auch richtig gut. Wem das zu proggy war, sollte mit „Refining Fire“ direkt glücklich werden. Man wird unsanft aus den 80ern in das Hier-und –Jetzt getreten. Nackenbrechende Geschwindigkeit, kein dominierendes Synthie-Gedudel, sondern OMNIUM GATHERUM pur. Die Melodien erinnern hier an „Beyond“ oder auch das  von Fans bejubelte „New World Shadows“. Der Refrain kommt allerdings wie schon einmal gehört vor. Wenn man anschließend über „Rest In Your Heart“ stolpert, wird der Hörer erneut gefordert. Ein sehr reduzierter Song, der im ersten Moment wenig aufregend daher kommt, fast schon nüchtern und introvertiert. Die Band tobt sich hier im Minimalismus aus, wenige Riffs, verringertes Soundbild. Wird nicht jeden gefallen. Es ist ein Song, den man sich erarbeiten muss. Pluspunkt für den Mut der Band, auch mal mit Erwartungen an einen Song zu spielen. Was allerdings über die ganze Albumdistanz absolut fabelhaft bleibt, ist die Gitarrenarbeit von Band-Chef Markus Vanhala. Neben den typischen Riffs, zaubert er wunderbare Soli aus dem Griffbrett und begeistert mit stellenweise atemberaubenden Melodien. Man spürt an jeder Ecke die Leidenschaft für sein Instrument. Am besten funktioniert es dann Songs wie „The Fearless Entity“, was herrlich mitreißend zur Lautmalerei animiert. Frontmann Jukka Pelkonen zeigt sich wie immer als starker Kontrast zur melodischen Gitarrenarbeit mit seinem herrlich gutturalen Grunzen. Und man kann es nicht deutlich genug sagen, aber OMNIUM GATHERUM nutzen den klaren Gesang nicht übermäßig aus, sondern setzen damit kleine Akzente und versuchen nicht, aus jeden Song einen Hit zu machen. Auch die Bandbreite der Song ist hervorzuheben. Neben dem düsteren „Over The Battlefield“ findet sich mit „Be The Sky“ ein positiver, fast schon motivierender Song. Mit „Driven By Conflict“ haben sie auch einen alles plattwalzenden, sogar von Blastbeats geprägten Song, der im krassen Kontrast zu allen anderen Songs steht. Der große Moment von Markus Vanhala schlägt allerdings im Mittelpart von „The Frontline“, es ist absolut unglaublich, was er hier zu Stande bringt. Unglaublich mitreißend und wunderschön.

 

„The Burning Cold“ ist ein Album für die Fans und dennoch ein Schritt nach vorn. Der Hörer wird mehr gefordert als zuvor und angehalten, sich einige Songs zu erarbeiten. Nur um im nächsten Moment in eine wohlige Wärme aus toller Musikalität eingebettet zu werden. Melodic-Death Metal kann auch 2018 überraschen und bewegen. Abzüge in der B-Note gibt es nur für die verkrampften letzten Songs „Planet Scale“ der nicht richtig auf den Punkt kommen will und den Abschluss „Cold“, wo der letzte Funke nicht überspringen möchte. Wer noch nichts von OMNIUM GATHERUM gehört hat, besitzt nun eine Chance, sie kennenzulernen. Daumen hoch!

Kevin Hunger / 31.08.2018

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