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Das Cover des Pänzer-Albums "Fatal Command"

Pänzer – Fatal Command

Das Cover des Pänzer-Albums "Fatal Command"

Wertung:
6.0/7

Info:
VÖ: 06. Oktober 2017
Label: Nuclear Blast
Spielzeit: 00:46:23

Line-Up:
Schmier – Vocals, Bass
Pontus Norgren – Guitar
V.O. Pulver – Guitar
Stefan Schwarzmann – Drums

Tracklist:
Satan`s Hollow
Fatal Command
We Can Not Be Silenced
I’ll Bring You The Night
Scorn And Hate
Afflicted
Skullbreaker
Bleeding Allies
The Decline [And The Downfall]
Mistaken
Promised Land

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Namen sind Schall und Rauch – das ist auch gut so, denn PÄNZER ist mit Sicherheit einer der flachsten Bandnamen seit Erfindung des Riffs. Hinter der kruden Aufschrift verbirgt sich allerdings eine durchaus potente Mischung, denn einst aus einer Zusammenarbeit von DESTRUCTION-Fronter Schmier und dem ehemaligen ACCEPT-Schlagzeuger Stefan Schwarzmann hervorgegangen mischen bei PÄNZER neuerlich auch HAMMERFALL-Saitenhexer Pontus Norgren sowie GURD-Gitarrist V.O. Pulver mit. In dieser Besetzung hat die Truppe ihr zweites Album „Fatal Command“ eingespielt.

 

„Angriff an allen Fronten“

 

Mit ihrem zweiten Album machen PÄNZER einen derart großen Schritt nach vorne, dass man meinen möchte, ihr durchwachsenes Debüt sei von einer vollkommen anderen Band eingespielt worden – in gewisser Weise eine korrekte Einschätzung, denn der Komplettaustausch der Gitarristen ist für die Besetzung einer Band gewiss kein unbedeutender Einschnitt. Die Chemie der neuen PÄNZER-Zusammensetzung muss demnach phänomenal sein, denn auf „Fatal Command“ findet sich schlicht kein einziger Aussetzer: Ab dem treibenden Opener „Satan`s Hollow“ knüppeln, rocken und solieren sich die Herren durch elf saustarke Heavy Metal-Bretter, ohne dabei auch nur an Verschnaufpausen zu denken. Dabei muss man PÄNZER attestieren, dass sie durchaus ihre eigene stilistische Nische gefunden haben. Klar, jeder Musiker bringt seine eigenen Einflüsse mit und böse Zungen mögen behaupten, dass Nummern wie der erwähnte Opener oder auch das Abschluss-Brett „Promised Land“ dank der Kombination aus kantigen Heavy-Riffs und Schmiers markantem Gesang wie „DESTRUCTION light“ klingen – ganz von der Hand zu weisen ist das auch nicht – aber dennoch gibt es auf „Fatal Command“ weitaus mehr als Thrash Metal mit angezogener Handbremse. Die Verbindung aus eindeutig von ACCEPT inspirierten Riffwänden mit aggressiven Vocals – der variabelste Sänger wird Herr Schmier sicherlich in diesem Leben nicht mehr werden – und dank der begabten Hände von Pontus Norgren nun auch endlich richtig leckeren Leadgitarren ist gerade in Nummern wie dem ebenso epischen wie harten „Scorn And Hate“ mit RAGE zu vergleichen und überhaupt sind die sicher der beste Anlaufpunkt für etwaige Ähnlichkeiten. Dennoch: PÄNZER klingen wie kaum eine andere derzeit aktive Band und beweisen auf ihrem neusten Album ein todsicheres Händchen für homogenes und doch abwechslungsreiches Songwriting. Aufbauend auf dem Grundrezept „traditionell trifft hart“ hat die Band von mitreißenden Hochgeschwindigkeits-Brettern über traditionsbewusste Stadion-Stampfer wie etwa „I`ll Bring You The Night“ bis hin zur gelungenen Verbindung von HAMMERFALL-mäßigem Riffing mit modernem Groove in „Afflicted“ auf „Fatal Command“ alles zu bieten und trifft dabei jedes Mal ins Schwarze: Riffs aus der Königsklasse gehen hier in stets eingängige Refrains zum lauten Mitsingen über und in „We Can Not Be Silenced“ wächst auch Frontmann Schmier gesanglich über sich hinaus – Heavy Metal in Reinform.

 

Man möchte versucht sein, PÄNZER mit HEADHUNTER zu vergleichen – passt, weil sich Schmier auch hier schon an Heavy Metal versucht hat, ansonsten haben die beiden Bands jedoch herzlich wenig miteinander zu tun. Das liegt alleine schon daran, dass HEADHUNTER in ihrer gesamten Karriere nicht so viele Hits schreiben konnten, wie PÄNZER sie auf „Fatal Command“ untergebracht haben. In ihrer neuen Zusammensetzung haben die Herren ihr auf ihrem Debüt vorgestelltes Rezept perfektioniert und so ziemlich jede Schwäche des Erstlingswerkes ausgemerzt. „Fatal Command“ ist moderner Heavy Metal par excellence.

Thomas Meyns / 29.09.2017

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