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HomeReviewPallbearer – Heartless

Pallbearer – Heartless

Pallbearer - Heartless

 

 

 

 

 

Wertung:

5.5/7

Info:

VÖ: 24. März 2017

Label: Nuclear Blast

Spielzeit: 01:00:00

Line-Up:

Brett Campbell | vocals, guitars
Devin Holt | guitars
Joseph D. Rowland | bass
Mark Lierly | drums

Tracklist:

1. I Saw the End 6:21
2. Thorns 5:24
3. Lie of Survival 8:25
4. Dancing in Madness 11:47
5. Cruel Road 7:13
6. Heartless 8:09
7. A Plea for Understanding 12:40

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„Eine lange Reise“

Die US-Doomer von PALLBEARER sind mit ihrem dritten Album namens „Heartless“ zurück. 2008 gegründet, erhielten sie spätestens ab 2012 mit ihrem Debut-Album „Sorrow And Extinction“ größere Aufmerksamkeit. Zu neu und intensiv, so befanden viele, war ihr progressiver Doom in Überlänge, mit schaurig-melancholischem Gesang und fett plazierten Rifflandschaften. „Foundations Of Burden“ [2014] war dann die typische Weiterentwicklungsplatte, mit breitgefächerteren Themen und ausdifferenzierteren musikalischen Ideen. Nun also das angeblich immer so wichtige dritte Album.

Die allergrößten Veränderungen haben die Leichenträger jedenfalls nicht an ihrer DNA vorgenommen. Oft mit der englischen Doom-Band WARNING verglichen, lassen sich PALLBEARER meiner Meinung nach am Besten mit den Landsleuten von WHILE HEAVEN WEPT vergleichen. Technische Makellosigkeit trifft bei PALLBEARER auf Riffs und abermals Riffs, die schöne, fette, vertikal aufeinander getürmte Harmonien bilden, die wiederum auf den hohen, leicht psychedelischen und schrägen Gesang von Brett Campbell treffen. Das ist mehr Prog als Doom, mit etwas 70er Weihrauch verhangen und klassischem, epischem Heavy Metal-Vibe ausgestattet. Dazu relativ rockig und einigermaßen puristisch. Solo-Leads und typische Doom-Riffs wechseln sich aber auch mit modernen Prog-Riffs ab, die auch so von PAIN OF SALVATION oder ähnlichen Konsorten hätten kommen können, oder mit Post/Sludge-irgendwas-Passagen, oder abgehackten TOOL-Gitarren. Aber letztlich sind allein die Darbietung und Authentizität das Neue, denn die einzelnen Zutaten sind es nicht. Damit machen PALLBEARER Musik die vielen Leuten gefallen kann, denn sie hängt zwischen den Stühlen, aber ohne ansatzweise beliebig oder anbiedernd zu sein. Im Wege stehen dürften der Erschließung neuer Fangruppen, neben dem Genremix an sich, die sehr lange Spielzeit, die sich sogar noch länger als die tatsächlichen 60 Minuten anfühlt. Nicht umsonst trägt das Album den Untertitel: „A Long Playing Record“. Einzelne Songs vorzustellen macht in diesem Kontext wenig sein, da sie alle recht ähnlich klingen und damit nicht-repräsentativ sind. Zur gelungenen Darbietung gehört hier übrigens ebenfalls die Produktion. Das Album ist analog auf Band aufgenommen und klingt wuchtig, warm, melancholisch, dramatisch und erdig, ohne viel Geschnörkel und ist typisch Epic-Doom-like mit spärlichen Synthies versehen. Auch die Effekte und der Gainlevel sind relativ gering, aber gut austariert, was zu einem natürlicheren Sound führt.

Im Gegensatz zu den genannten WHILE HEAVEN WEPT ist der Gesang bei PALLBEARER zwar professionell, aber etwas gewöhnungsbedürftig. Die Hookdichte, die immer so gefeiert wird, ist mir zu gering und für mich nicht wirklich nachvolziehbar. Insgesamt wird auch die emotionale Intensität nicht erreicht, genau wie die Abwechslung [vor allem das ständig gleiche Tempo] nicht sonderlich hoch ist, was zu etwas anstrengendem Hörgenuss führen kann. Einige der von mir genannten Kritikpunkte sind aber Geschmackssache. „Heartless“ ist letztendlich ebenso gut wie das Debut-Album und wird keinen Fan der Band enttäuschen. Fans dieser Spielart epischen Dooms dürfen in der Wertung also gerne einen Punkt draufpacken.

Phillip Hildebrandt / 23.03.2017

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