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HomeReviewPTSD – Burepolom

PTSD – Burepolom

PTSD - Burepolom

 

 

 

 

 

Wertung:

6.0/7

Info:

VÖ: 19. September 2008

Label: My Kingdom Music

Spielzeit: 00:48:08

Line-Up:

Henry Guy – Gesang
Yorga – Gitarren
Jason – Gitarren
Logan – Bass
Maxim – Schlagzeug

Tracklist:

01. Jerkwater
02. Low Self Esteem
03. Anyone
04. Neurotted
05. Beat Me Down
06. Railway To…
07. Burepolom
08. Still Love
09. The Traveller
10. Falling From Eternity

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„Mächtiger Crossover mit Metal-Einschlag“

Puh, da sind die Italiener aber mal wieder gleich nach dem Essen ins Badewasser gegangen: unidentifizierbares Coverbild trifft auf unlesbares Bandlogo und russischen Schriftzug als Albumtitel. Doch auch wenn man da mal etwas Klarheit schafft, wird die Lage nicht besser. PTSD steht – wie Akte X – Zuschauer unter uns vermutlich wissen – für „Post Traumatic Stress Disorder“, und was sich dann darüber hinaus unter dem Titel „Burepolom“ verbirgt, entzieht sich glücklicherweise meiner Kenntnis. Musikalisch bewegt man sich in recht modernen Gefilden bei den DEFTONES, ALICE IN CHAINS oder KATATONIA.

Doch auch beinharte Metalfans, die mit neumodischen Crossoverbands normalerweise nicht viel anfangen können, werden sich vermutlich mit der Platte unterhalten lassen können. So sorgen Songlängen von durchschnittlich fünf Minuten für zwangsläufig komplexere Songs als man sie auf MTV hören würde, die zwar auch von typischen Neu-Rock-Riffs profitieren, aber zu keiner Zeit ausschließlich daraus bestehen. Stattdessen merkt man schnell, dass der italienische Fünfer nicht nur eine große kreative Spielwut hat, sondern auch ne ganze Menge von Akkordlehre versteht. So entwickelt „Burepolom“ seine stärksten Momente, wenn man es schafft wütend gerifften Lärm in ein absolut großartiges harmonisches Konzept zu kanalisieren, in Perfektion ausgeführt in „The Traveller“ oder dem grandiosen „Neurotted“. Aber auch die melodischeren Nummern rocken richtig mächtig vor sich hin, und lassen zu jeder Zeit vollkommen vergessen, dass man es hier mit einem Debütalbum zu tun hat. Sowohl was Riffs, Melodien als auch Rhythmen betrifft, ist die Platte ein unglaublich abwechslungsreiches Feuerwerk, das ständig Spannung auf- und abbaut um immer wieder von vorne zum Moshen zu animieren. Obendrein sorgt der Umstand zweier Gitarristen für einen angenehm derben Härtegrad, dass so auch in melodischen Passagen immer noch eine Klampfe über bleibt, um einfach nur Lärm zu zelebrieren. Und um die Sache perfekt zu machen, gibt es auf der ganzen Platte auch keine einzige Schmalz-Ballade. „Anyone“, „Still Love“ und „Falling From Eternity“ tendieren zwar ab und zu in eine schwelgend-melodische Richtung, knüppeln in ihrem Höhepunkt aber ganz schön vor sich hin und packen mitunter ganz schön verstörende Arpeggien aus.

Um es kurz zu fassen: War ich anfangs noch irritiert was Lay-Out und musikalische Vorbilder betraf, brauchte „Burepolom“ kaum länger als einen Durchlauf um mich vollkommen zu begeistern. Gute Riffs schreiben können viele Bands, aber dynamische Songs mit derart nachvollziehbaren und gleichzeitig kurzweiligen Spannungsverläufen ist man in diesem Genre einfach nicht mehr gewohnt. Wer als Metalfan irgendeine Crossoverplatte im Regal stehen hat, kommt an PTSD nicht vorbei.

Fell / 12.09.2008

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