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HomeReviewShylmagoghnar – Transience
Das Cover des Albums Transience von Shylmagoghnar

Shylmagoghnar – Transience

Das Cover des Albums Transience von Shylmagoghnar

Wertung
6.0/7 Punkten


Info
VÖ: 29.06.2018
Label: Napalm Records (Universal Music)
Spielzeit: 01:12:50


Line-Up

Nimblkorg: Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard, Begleitgesang
Skirge: Gesang, Texte


Tracklist

Transience
The Dawn of Motion
As All Must Come to Pass
This Shadow of the Heart
The Chosen Path
No Child of Man Could Follow
Journey Through the Fog
Life

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Mit Musik ist es wie mit Kinofilmen: Kurz und knackig kann genauso gut funktionieren wie breit und episch – es kommt auf die Ausführung an. Die Niederländer von SHYLMAGOGHNAR befinden sich mit ihren hypermelodischen, überlangen Death-Metal-Gemälden in letzterer Kategorie. Zum Glück machen sie keine halben Sachen, sondern werfen von allem so viel in die Waagschale, dass es eine Freude ist. Erstaunlich: Genau wie die englische Band ANAAL NATHRAKH besteht SHYLMAGOGHNAR lediglich aus einem Mutiinstrumentalisten und einem Sänger. Damit hören die Gemeinsamkeiten allerdings auch auf.

 

 

„Ein Film zum Mithören“

 

Mit dem Titelstück geht die Band in medias res und fasst gleich zu Beginn die Essenz ihrer Musik zusammen: majestätische Melodieteppiche, aufpeitschen und abebben, Tempowechsel, kraftvolle Gitarren und meistens Spielzeiten zwischen 7 und 13 Minuten.
„The Dawn Of Motion“ steigt nach einem Intro mit einem fetten Riff ein und lässt die Bass Drum rattern, bewahrt dennoch die typische Leichtigkeit, auch dank flinker Zwischenparts. In diesem und zwei weiteren Songs („The Chosen Path“, „Life“) verzichtet man auf Gesang.
„As All Must Come to Pass” erzeugt Eindrücke von Weite und Einsamkeit, unterbrochen von flottem Riffing und Pianoklängen.
„This Shadow of the Heart“ ist ein Titel zum Mitwippen und lädt mit seiner „kurzen“ Spielzeit von vier Minuten zum Verschnaufen ein.
In „The Chosen Path“ betreten wir den Fantasyfilm / das Aufbauspiel zum Mithören: Blasinstrumente und Streicher führen im Wechsel mit Staccato-Riffs und Sologitarren in eine Berglandschaft.
Der Titel “No Child of Man Could Follow” klingt zuerst so, als ginge gleich die Luzie ab, wird jedoch zum „gewöhnlichen“ Uptempo-Stück und entwickelt Sog mit viel Keyboardeinsatz und Ruhepassagen.
Den wohl atmosphärischsten Beginn hat “Journey Through the Fog”, das in einem geilen Refrain gipfelt und verträumt ausklingt.
Mit „Life“ werfen SHYLMAGOGHNAR noch mal alles in den Ring: Sie steigen bedächtig ein, verschärfen mit klasse Melodien das Tempo, lassen das Lied an Breite gewinnen und wechseln dann abrupt in einen Akustikteil à la „Rök“ von FINNTROLL.

Was die Musik von SHYLMAGOGHNAR besonders macht, sind die vielen Bilder, die es vor dem inneren Auge weckt. Das gesamte Album hindurch hat man das Gefühl, einen Film zu schauen. „Transience“ ist kein hochtechnisches Werk, das auf Teufel kaum raus komplex wirken soll, sondern es weckt Stimmungen. Hätten sich DARK TRANQUILITY, CATAMENIA und INSOMNIUM zum Jammen getroffen, wäre vielleicht das dabei herausgekommen. Die Texte tragen ihren Teil zum Flair bei: Is it dawn or will the dusk fall, I’ll never know / For the darkness that surrounds me is reminiscent of my own.
Negatives gibt es kaum zu berichten: Einige Lieder sind trotz aller Erhabenheit zu lang geraten, die Streicher klingen etwas zu sehr nach Keyboard, Schlagzeug und Gitarren könnten etwas deftiger abgemischt sein.

 

Den Bandnamen SHYLMAGOGHNAR mag man ohne Lautschrift nicht aussprechen können, aber die Musik spricht Bände: „Transience“ ist ein Film zum Mithören und Melodic Death Metal erster Güte. Hier passt fast alles, bis auf die Tatsache, dass einige Songs leicht ausufern. Nichts für nebenbei, aber etwas für immer dabei.

Felix Peretzke / 29.06.2018

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