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HomeReviewSkull Fist – Way Of The Road
Das Cover des Skull Fist-Albums "Way Of The Road"

Skull Fist – Way Of The Road

Das Cover des Skull Fist-Albums "Way Of The Road"

Wertung
5.0/7 Punkten


Info
VÖ: 26.10.2018
Label: NoiseArt
Spielzeit: 00:35:29


Line-Up
Zach Slaughter – Vocals, Guitar
Jonny Nesta – Guitar
Casey Guest – Bass
JJ Tartaglia – Drums


Tracklist
You Belong To Me
No More Runnin‘
I Am A Slave
Witch Hunt
Way Of The Road
Heart Of Rio
Better Late Than Never
Don’t Cross Me
Stay True

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Heißer Herbst in Kanada: Zeitgleich mit ihren Landsleuten STRIKER veröffentlichen auch die Speed Metaller SKULL FIST ein neues Album – da ist es nur logisch, dass sich beide Bands im Anschluss gemeinsam auf die „Maple Meltdown“-Doppel-Headlinertour begeben. Das dritte SKULL FIST-Album hört auf den Namen „Way Of The Road“ und bedeutet für die Truppe aus Toronto eine Art Comeback, hatte sich die Band doch 2015 beinahe aufgelöst.

 

„SKULL FIST klingen nauch 2018 noch nach sich selbst – nur erwachsener.“

 

Nach vier Jahren Abwesenheit und einer De-Facto-Trennung sind die Kanadier hörbar bestrebt, zu zeigen, dass sie es nach wie vor ernst meinen: So präsentiert sich das eröffnende „You Belong To Me“ sodann als SKULL FIST-Nummer aus dem Bilderbuch, die mit Hochgeschwindigkeits-Riffs und ultra-präzisen Doppel-Leadgitarren alle stilbildenden Elemente des Sounds der Band aufbietet. Schön, dass die Truppe das nach wie vor kann, allerdings ist der Song, der sich ein bisschen wie ein obligatorisches Statement anfühlt – „hört mal alle her, wir können’s noch“ – auch der unspektakulärste auf „Way Of The Road“. Schon im folgenden „No More Runnin‘“ bewegen sich SKULL FIST nämlich in den groovenden Midtempo-Bereich und agieren mit starkem Hard Rock-Einschlag. Diese Entwicklung deutete sich auf ihrer letzten Platte „Chasing The Dream“ bereits an und es ist schön, dass die Burschen diese Facette ihres Sounds hier weiter ausbauen. Auch ähnlich gediegene Stadionrock-Nummern wie „Heart Of Rio“ oder der hymnische Abschluss „Stay True“ sowie der cool dahinshuffelnde Titeltrack zeigen die Band als musikalisch gereift und reißen weitaus mehr mit als das anfängliche Speed Metal-Brett. Hochgeschwindigkeit funktioniert bei SKULL FIST natürlich trotzdem noch und so erinnert das mit einem ausufernden Instrumentalteil ausgestattete „I Am A Slave“ angenehm an das erste Album der Band, allerdings wurde solch Altbekanntes auf „Way Of The Road“ zugunsten von weitaus interessanteren Einfällen hörbar zurückgefahren. Mit „Witch Hunt“ gibt es hier beispielsweise einen ungewohnt düsteren Stampfer und „Better Late Than Never“ bietet schließlich alles von erhaben bis rasend schnell und ist damit vermutlich der beste Song des Albums. Größte Schwachstelle des SKULL FIST-Sounds bleibt der Gesang von Frontmann Zach Slaughter, denn der man kräht und quäkt hier wie eh und je – das gehört so sehr zum Stil der Truppe aus Toronto wie die ebenfalls vorhandenen Gitarreneskapaden und ist auch irgendwie charmant, geht aber auch irgendwie besser. Wer SKULL FIST kennt und liebt, wird sich daran jedoch kaum stören. Im Hinblick auf die Produktion setzt die Mannschaft hier auf ein möglichst rohes und ungeschliffenes Klangbild und hat zugunsten eines möglichst warmen, organischen Sounds auf unnötige Overdubs und ein getriggertes Schlagzeug verzichtet. Die Gitarren auf „Way Of The Road“ punkten dadurch mit einem angenehm erdigen, „echten“ Ton, dürften allerdings gerne eine Idee kraftvoller ausfallen. Insgesamt mangelt es der Platte jedoch kaum an Druck, da vor allem die Bassdrum ordentlich schiebt – recht so.

 

Auf „Way Of The Road“ wird deutlich, dass SKULL FIST nach wie vor zur Oberliga der jungen Szene von traditionellen Heavy Metal-Bands gehören. Die jugendliche Wildheit ist auf diesem Album zwar zum größten Teil verflogen, das schafft hier jedoch Platz für mehr kompositorische Reife und Mut zum Midtempo. Weil Zach Slaughter und Co. diese Wandlung jedoch nicht erzwungen, sondern natürlich vollzogen haben, werden sich langjährige SKULL FIST-Fans hier sofort aufgehoben fühlen, den die Kanadier klingen auch 2018 noch nach sich selbst – nur erwachsener.

Thomas Meyns / 26.10.2018

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