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HomeReviewThe Audition – Great Danger

The Audition – Great Danger

The Audition - Great Danger

 

 

 

 

 

Wertung:

1.5/7

Info:

VÖ: 12. März 2010

Label: Victory Records

Spielzeit: 00:00:00

Line-Up:

Danny Stevens – Vocals
Timmy Klepek – Guitars
Seth Johnson – Guitars
Joe Lussa – Bass
Ryan O´Connor – Drums

Tracklist:

01. Let Me Know
02. The Art Of Living
03. You Ruined This
04. He’s All You Want
05. Ms. Crumby
06. Can You Remember?
07. Interlude
08. Honest Mistake
09. Run Away
10. Never Heard Again
11. Final Adventure

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„PseudoEMOtionaler Totalausfall…“

Aus dem emotionalen Hardcore wurde der sog. „Emo“, eine Genrebezeichnung, die mehr mit Modetrend als mit musikalischer Eigenständigkeit zu tun hat. Dazu braucht man weder rockhistorische Analysen anzustreben, sondern sich einfach die schlichte Bedeutung von Musik generell vor Augen zu führen. Im Grunde genommen ist es doch relativ einfach: Musik funktioniert ohne Emotionen nicht, ja sie existiert quasi gar nicht ohne Emotionen. Selbst avantgardistische und progressive Bands definieren sich über etwas vollkommen Emotionales: schiere Spielfreude. Ausnahmen bilden sicherlich die stochastische klassische Musik eines Xenakis oder die verstörenden Soundcollagen eines Stockhausens [auch wenn diese oft genug deutlich menschliche Emotionalitäten im Klanggewirr einfangen]. Trotz Überbetonung des Abstrakten und Vergeistigten finden auch wir hier wieder Gefühle in ihrer reinsten Form, zum Beispiel den großen Erfinder- und Entdecker-, ja Erneuerungsgeist, der schon seit Menschengedenken für dieses gewisse heimliche psychophysische Kribbeln sorgt…

Nun, da kommen wir auch schon zu „Great Danger“ von THE AUDITION. Der Platte wird der Stempel Emo-Pop oder Emo-Punk aufgedrückt… hhhmmmhhh. Erscheint mir fragwürdig, klingt das Produkt doch dermaßen glatt gebügelt und computerisiert, dass hier Emotionalität zur bloßen Künstlichkeit verkommt. Es tut mir Leid, werte Hörerschaft. Jeder Song von FUGAZI, BLINK 182, FALL OUT BOY, THE OFFSPRING, THE CHARIOT oder ja auch jeder Old-School-Bollo-Hass-Song einer jeden alten Veteranenband hat mehr Feeling und „Emo-Spirit“ als dieser Schwachsinn, den THE AUDITION auf ihrer aktuellen Platte verzapfen. Plastikbeats, mehrstimmige, dem Schlager nicht unähnliche Pop-Choräle und Weicheier-Gitarren verlieren sich in einem Freifall oberster Idiotie. Ja, man kann gar wagen zu behaupten: Eine Band wie THE AUDITION zieht den Punk dermaßen in den Dreck, dass man vor lauter Scham sich nicht mehr den Dreck aus den Augen zu wischen vermag. Amerikanische Adjektive wie wimpy oder cheesy gehen da einem sofort und genüsslich über die Lippen.

Obwohl, Sinn für Ironie hat die Band merkwürdigerweise schon. Mit einer Ballade wie „Run Away“ möchte man am liebsten eines [wie sollte es auch anders sein?]: davonlaufen. Als Rausschmeißer-Song könnte dieses Unding Musik nichtsdestrotz ohne Weiteres einen Ehrenplatz einnehmen. Wie sagte schon ein gewisser Guy Picciotto von Rites Of Spring (laut einschlägiger Fanmeinungen einer der wegbereitenden „Emo-Bands“): „Für mich war ‚Emo‘ nie ein Musikgenre. Ich hielt es für den dümmsten Begriff überhaupt.“ So dumm der Begriff ist, so dumm scheint auch die Musik von THE AUDITION zu sein. Selbst ein einigermaßen annehmbares Schlusslicht wie „Final Adventure“ vermag diesen Totalausfall nicht zu korrigieren. Einfach Finger weg davon.

/ 16.04.2010

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