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HomeReviewThe Mars Volta – Amputechture

The Mars Volta – Amputechture

The Mars Volta - Amputechture

 

 

 

 

 

Wertung:

6.0/7

Info:

VÖ: 08. September 2006

Label: Universal

Spielzeit: 00:00:00

Line-Up:

Tracklist:

01. Vicarious Atonement
02. Tetragrammaton
03. Vermicide
04. Meccamputechture
05. Asilos Magdalena
06. Viscera Eyes
07. Day Of The Baphomets
08. El Ciervo Vulnerado

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„Kopfmusik für den Bauch“

Sie waren Stimme und Gitarre der aufgelösten und, man möge vielleicht sogar noch betonen, mittlerweile legendären Post-Punk Truppe AT THE DRIVE IN und legen nun mit „Amputechture“ ihr mittlerweile drittes Album vor, welches sogar noch sperriger aus den Boxen quillt, als das nicht minder unzugängliche Vorgängerwerk „Frances The Mute“. Die Rede ist hier von THE MARS VOLTA, einer Band, die glatt als ein Kunstprodukt durchgehen kann und von vielen ihrer Fans gerade für ihre Kompromisslosigkeit geliebt und von den Kritikern dafür gehasst wird. Es gibt eigentlich drei Typen von Hörern für eine Band wie THE MARS VOLTA: entweder man liebt diese verquere Musik gleich, man kann mit den Klangwelten absolut überhaupt nichts anfangen, oder man hört sich über einen längeren Zeitraum in den Mikrokosmos von Cedric und Omar hinein; mal so eben die CD in die Anlage und kurz durchskippen ist nicht drin. Jazz, Prog, Punk, Ambient, Acid, Fusion, ungefähr alles wird bei dieser Band an Einflüssen verwendet, um einen eigenen, unverwechselbaren Stil zu schaffen und immer wieder neu zu entdecken.

Sperriger als mit der Nummer „Vicarious Atonement“ kann eigentlich kein Album beginnen. Sphärige Gitarrenlicks, leise Synthies im Hintergrund, viel Wah-Wah-Pedal, seichte Glockenspiele, unaufdringliche Bläser und die unverwechselbar charismatische Stimme von Cedric Bixler begleiten den Hörrer auf eine Traumreise voller Emotionen, Leidenschaft, Zuneigung und Hingabe, bis der Song einfach so ohne jede Vorwarnung abbricht. Aber lange kann man sich vor diesem akustischen Wahnwitz nicht in Sicherheit wiegen, geht es doch gleich munter mit „Tetragrammatonâ“ im 7/19 Takt weiter. Dass sich die Band (und vor allem der Schlagzeuger) bei der Masse an Breaks, Fills und sonstigen Geplänkel nicht beide Arme bricht, ist wirklich ein wahres Wunder. THE MARS VOLTA definieren den Begriff der Kopfmusik vollkommen neu; auch wenn sich viel nach einer riesigen Jam-Session anhört, so ist jeder Ton, jede kleinste Melodie und jede Pause genau da, wie es auf dem Reißbrett auch ausgedacht worden ist.

Die Brücke, die die beiden Soundvisionäre im Laufe ihrer Karriere aufgebaut haben, droht zwar oft unter der Last der audiophilen Last zusammenzubrechen aber immer wieder schaffen sie es, diese wieder aufzubauen und einen kleinen Tick weiter zu verbessern. Müsste man ein Gemälde zu diesem Album malen, Wassily Kandinsky wäre der perfekte Künstler gewesen. Genauso bunt und architektonisch verzwickt seine Bilder sind, so gestaltet sich die Achterbahnfahrt bei THE MARS VOLTA. Wer Zeit und viel Geduld mit sich bringt, keine Scheuklappen aufsetzt, LSD schon in seine Frühstücksflocken wirft und statt flüssigem Brot lieber flüssiges XTC konsumiert, wird mit „Amputechture“ seine helle Freude haben.

DeoUlf / 06.10.2006

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