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HomeReviewToundra – IV

Toundra – IV

Toundra - IV

 

 

 

 

 

Wertung:

5.5/7

Info:

VÖ: 23. Januar 2015

Label: Superball Music

Spielzeit: 00:51:39

Line-Up:

Alberto Tocados – Bass
Alex Pérez – Drums
David Lopéz – Guitars
Esteban Giron – Guitars

Tracklist:

01. Strelka
02. Qarqom
03. Lluvia
04. Belenos
05. Viesca
06. Kitsune
07. MRWING
08. Oro Rojo

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„Langeweile im Keim erstickt“

Gute, vornehmlich instrumental agierende Post Rock-Bands gibt es derzeit ja fast so viele, wie Sand am Meer. Dass es solche aber auch in Spanien gibt, war zumindest dem Autor dieser Zeilen neu. TOUNDRA aus Madrid haben bereits drei [durchnummerierte] Alben veröffentlicht, sollten aber mit ihrem vierten Streich, der – völlig überraschend – „IV“ heißt und den Einstand der Band beim extrem geschmackssicheren Label Superball Music markiert, endlich etwas mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen können.

Gerade für Bands, die ohne Sänger antreten, ist es ja immer extrem schwierig, den potenziellen Zuhörer auf Albumlänge mitzureißen und zu begeistern, da die Dynamik auf der langen Distanz schlicht und ergreifend allzu häufig auf der Strecke bleibt. TOUNDRA entpuppen sich auf „IV“ aber als wahre Meister darin, jeglichen Anflug von aufkommender Langeweile immer wieder geschickt im Keim zu ersticken. Trotz der Überlänge der meisten Songs [fünf der acht Werke gehen erst nach sechseinhalb bis neuneinhalb Minuten durch die Ziellinie] gelingt es TOUNDRA stets, die Spannung bis zum Ende hochzuhalten, indem sie immer wieder eine spannende Wendung, oder sogar einen gänzlich anderen Part einbauen. Als beste Beispiele hierfür halten das großartige „Qarqom“ und das mit viereinhalb Minuten ziemlich kurze, aber ebenfalls extrem starke „Viesca“ her. Ersteres scheint nach sechseinhalb Minuten schon auszuklingen, rafft sich dann aber doch noch mal auf und spendiert drei weitere, faszinierende Minuten, die zwar komplett anders klingen, aber eben perfekt passen. Bei „Viesca“ ist es hingegen so, dass der Song zunächst recht unspektakulär vor sich hin plätschert, bevor dann nach und nach ein Cello, Violinen und schließlich noch Bläser einsteigen, die den Song zusammen zu einem ungeahnten Höhepunkt treiben.

Mit „IV“ bescheren TOUNDRA dem noch jungen Jahr ein erstes Highlight im Sektor „instrumentaler Post Rock“, das nicht so einfach zu toppen sein dürfte. Wer Bands wie LONG DISTANCE CALLING oder NIHILING zu seinen Favoriten zählt, der sollte sich auch „IV“ auf gar keinen Fall entgehen lassen!

Timo Beisel / 05.02.2015

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