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HomeReviewTraitor – Knee-Deep In The Dead
Das Artwork von Knee-Deep In The Dead

Traitor – Knee-Deep In The Dead

Das Artwork von Knee-Deep In The Dead

Wertung
5.0/7 Punkten


Info
VÖ: 27.04.2018
Label: Violent Creek
Spielzeit: 00:39:18


Line-Up
Andreas Mozer – Vocals, Drums
Gerd Hery – Guitar
Matthias Koch – Guitar
Lorenz Kandolf – Bass

Gastmusiker:

Gus Drax – Guitar


Tracklist
Mad Dictator
Predator [Skinned Alive]
Nuke ‚Em All
Ebola
Pieces Of Pale
Demonic Possession
At The Gates Of Hell [Intro]
Knee-Deep In The Dead
Xenomorph
Crucifixion
Blitzkrieg Bop [RAMONES-Cover]

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Dank eines Vertrags mit Violent Creek Records konnten sich die Balinger Thrash Metaller TRAITOR schon mit ihrem letzen Album „Venomizer“ ein breiteres Publikum erschließen und gelten seither zumindest im Thrash Metal-Underground als eine feste Größe. Auftritte auf diversen einschlägigen Festivals taten dazu ihr Übriges und so dürfte ihr dritter Output „Knee-Deep In The Dead“ mit einiger Spannung erwartet worden sein. Ob das dritte Album einer Band noch immer den gleichen Stellenwert für ihre Karriere hat wie früher, kann diskutiert werden, auf jeden Fall haben sich TRAITOR redlich Mühe gegeben.

 

„Der Vierer aus dem Schwäbischen arbeitet auf seinem neuesten Album alles ab, was für gepflegte Dresche nach traditionsbewährtem Rezept nötig ist.“

 

Die Jungens von TRAITOR machen es ihrem Publikum vergleichsweise leicht: Sieht aus wie Thrash Metal, klingt wie Thrash Metal. Tatsächlich könnten die Balinger recht gut als Stereotyp einer jungen Thrash Metal-Band der alten Schule herhalten, denn der Vierer aus dem Schwäbischen arbeitet auf seinem neuesten Album einmal mehr alles ab, was für gepflegte Dresche nach traditionsbewährtem Rezept nötig ist. Und sonst nichts. Das soll das Schaffen von TRAITOR jedoch in keinster Weise herabsetzen, denn die Truppe hat unüberhörbar einen Riesenspaß an dem, was sie tut und obendrein will auch Thrash nach Kochrezept erst einmal gelernt sein. Und TRAITOR haben ihre Hausaufgaben gemacht: Auf „Knee-Deep In The Dead“ beweist die Truppe erneut ein feines Gespür für authentische Teutonen-Dresche und orientiert sich hier klar an ganz alten KREATOR. Ab dem eröffnenden „Mad Dictator“ zocken die Burschen dabei mit einer derartigen Präzision, dass sie auch Vergleiche mit ihren griechischen Kollegen SUICIDAL ANGELS nicht zu scheuen brauchen, wenngleich die Balinger weitaus simpler zu Werke gehen als ihre Athener Kollegen auf ihren [späteren] Alben. Wie es sich für das Genre gehört, dreht sich bei TRAITOR alles um Horror, Weltuntergang und allerlei 80er-Jahre-Kult – man höre etwa „Predator“ oder „Xenomorph“ – wobei es dank stilecht tumber Texte besonders cool ist, dass die Herren dem Kult-Videospiel „Doom“ mit dem Titeltrack ein kleines Denkmal gesetzt haben. Insgesamt scheinen TRAITOR im Vorfeld der Veröffentlichung von „Knee-Deep In The Dead“ einiges an Routine dazugewonnen zu haben, denn die Schwaben klingen auf ihrem dritten Album eine ganze Ecke selbstbewusster als noch auf „Venomizer“, was sich in [noch] stärkeren Riffs und vor allem zwingenderen Spannungsbögen manifestiert – als beste Beispiele funktionieren hier das bereits erwähnte „Predator“ sowie der infektiöse Groove von „Nuke ‚Em All“. Und ein Mindestmaß an Abwechslung ist ja auch geboten: „Demonic Possession“ bietet coole Düsternis im Intro und obendrein ein verdammt heißes Gitarrensolo. Gitarrensolo? Ja, tatsächlich, TRAITOR haben ihre Hausaufgaben in der Tat mit Fleiß erledigt und so ist „Knee-Deep In The Dead“ das erste Album der Truppe, auf dem der Leadgitarre der nötige Platz eingeräumt wird und das wertet das Material um einiges auf. So ist es auch gar nicht so unpassend, dass die Jungs für „Xenomorph“ den SUICIDAL ANGELS-Flitzefinger Gus Drax als Gastmusiker gewinnen konnten. In Sachen Produktion ist alles beim Alten geblieben und das ist auch gut so, denn hier haben TRAITOR schon immer einen extrem hohen Standard angesetzt, weshalb auch „Knee-Deep In The Dead“ wieder mit absolut konkurrenzfähigem, fettem Auftreten punktet und Gitarrensound zum niederknien bietet.

 

Das schwermetallene Rad wurde bei TRAITOR noch nie neu erfunden und auch mit „Knee-Deep In The Dead“ scheinen die schwäbischen Dreschflegel keinerlei Interesse entwickelt zu haben, die Grenzen des Genres zu erweitern. Stattdessen tut die Band hier – zum Glück – das, was sie am besten kann und das ist eben kompromissloser Thrash Metal in teutonischer Tradition. So rennen die Burschen mit ihrem neuesten Album bei Fans der Sparte sicherlich offene Türen ein, wobei es schön ist, dass „Knee-Deep In The Dead“ TRAITOR noch routinierter und selbstbewusster als das Vorgängeralbum zeigt.

Thomas Meyns / 27.04.2018

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